Andrea Chénier

Opera by Umberto Giordano

Conductor Nello Santi
Producer Grischa Asagaroff
Stage and costume design Reinhard von der Thannen
Lighting Martin Gebhardt
Chorus master Jürg Hämmerli
Choreography Stefano Giannetti
Orchestra Philharmonia Zürich
Choir Chor der Oper Zürich

Andrea Chénier Yonghoon Lee
Carlo Gérard Lucio Gallo
Maddalena di Coigny Martina Serafin
Bersi Judith Schmid
12, 27 Apr; 4, 10 MayCarine Séchaye
15 Apr
La Contessa di Coigny Stefania Kaluza
Madelon Stefania Kaluza
Roucher Yuriy Tsiple
Pietro Fléville Krešimir Stražanac
Fouquier-Tinville Reinhard Mayr
Mathieu, genannt 'Populus' Valeriy Murga
Un incredibile Alessandro Fantoni
L'Abate Andreas Winkler
Schmidt Dimitri Pkhaladze
Haushofmeister Christoph Seidl
Dumas Christoph Filler
Flando Fiorinelli, ein Musiker Christian Tintori
Gérards Vater Kurt Baumann
Idia Legray, eine junge Aristokratin Bettina Berger
12, 15 Apr; 4 MayEvelyne Tintori
27 Apr; 10 May
Orazio Coclite, Mathieus Begleiter Bruno Gutmann
Tänzer Marc Meyer
Jonas Bühler
Julia Cheremeteff
Steven Forster
Statisten Statistenverein am Opernhaus Zürich


In Italian
with German and English surtitles

Playing duration

2 hrs. 30 min.

Break

After the 2st act after approx. 1 hrs.

Framework programme

Introduction 45 min before the performance

Dates

12 Apr 2014, 19:30
Revival
Preise E: 230, 192, 168, 95, 35 CHF

15 Apr 2014, 19:30
Preise E: 230, 192, 168, 95, 35 CHF

27 Apr 2014, 14:00
Preise E: 230, 192, 168, 95, 35 CHF

04 May 2014, 20:00 Opera House Day
Preise E: 230, 192, 168, 95, 35 CHF

10 May 2014, 19:00
last performance this season
Preise E: 230, 192, 168, 95, 35 CHF

Location

Hauptbühne Opernhaus

 

Synopsis

Andrea Chénier

Erstes Bild
1789. FRANKREICH. IN EINEM SCHLOSS IN DER PROVINZ, KURZ VOR AUSBRUCH DER REVOLUTION Unter Aufsicht eines Haushofmeisters treffen die Lakaien im Schloss der Gräfin de Coigny Vorberei­tun­gen für ein Fest. Der Diener Carlo Gérard schleppt ein Sofa an und lässt stellvertretend an ihm sei­nen Hass auf die?Gesellschaft aus. Beim Anblick seines gebrechlichen Vaters, der sich noch im ho­hen Alter für die adelige Herrschaft abplagen muss, packt ihn Wut und Verzweiflung. Das Ende der Ty­ran­nei, da­von ist Gérard überzeugt, ist nicht mehr fern, denn in der Hauptstadt Paris gärt es im Volke. Das Erscheinen der von ihm heimlich begehrten Tochter des Hauses, Maddalena di Coigny, besänftigt seinen Zorn. In deren Begleitung befinden sich ihre Mutter, die Gräfin, und die Mulattin Bersi. Die Gräfin vergewissert sich, dass alles für das Fest bereit ist und fordert die Tochter auf, sich schleunigst umzuziehen. Maddalena beklagt sich über die neue Mode, durch die sie sich eingeengt fühlt. Schon kommen die ersten Gäste. Der Dichter Fléville stellt Flando Fiorinelli, einen Musiker aus Italien, und den Poeten Andrea Chénier vor, doch die Aufmerksamkeit der Gräfin gilt vor allem dem eben aus Paris eingetroffenen Abate, der die neuesten Nachrichten aus der Hauptstadt bringt. Nicht die besten: König Ludwig XVI. zeigt sich als Schwächling, der Einfluss seines Finanzministers Necker ist gross und die zunehmende Macht des Dritten Standes nicht zu unterschätzen. Um die betroffenen Gäste von den beunruhigenden Nachrichten abzulenken, führt Fléville mit einer Gruppe von Tänzern eine von ihm kreierte Schäferromanze auf. Andrea Chénier entdeckt Maddalena unter der ihn langweilenden?Gästeschar; ihr Anblick berührt ihn. Als die?Gräfin ihn auffordert, ebenfalls seine Dichtkunst unter Beweis zu stellen, weigert er sich, während sich Fiorinelli gerne zu einer musikalischen Einlage überreden lässt. Chénier wendet sich zum Gehen, wird aber von Maddalena aufgehalten, die mit ihren Freundinnen gewettet hat, ihn zum Dichten zu bringen und ihm das Wort «Liebe»?zu entlocken. Als Chénier sich ihrer Bitte verweigert mit dem?Hinweis darauf, dass die?Muse ebenso launisch sei wie die Liebe, bricht sie in Lachen aus. Vor den neugierig gewordenen Gästen stellt sie ihn bloss, hat sie doch ihre Wette gewonnen. Und von Liebe – so höhnt sie – hätten auch schon andere Herren zu ihr gesprochen, ganz ohne Muse. Tiefverletzt bricht Chénier in einen Hymnus auf die Liebe aus, die mehr sei als ein Objekt des Spottes. Sein Bekenntnis zu Liebe und Heimat endet in einem leidenschaftlichen Plädoyer für die Armen und Unterdrückten. Die vornehme Gesellschaft ist schockiert, nur Maddalena hat den Dichter verstanden. Sie bittet ihn, der hierauf das Fest verlässt, um Verzeihung. Während die Gäste sich zu einer Gavotte formieren, hat Gérard – angespornt von dem mutigen?Appell Chéniers – einer Gruppe ausgehungerter, zerlumpter Gestalten Zugang in das Schloss verschafft. Mit einer Demonstration ihres Hungers und ihrer Armut schockieren sie die?Gesellschaft. Bleich vor Zorn zwingt die Gräfin Gérard, ihr Haus auf der Stelle zu verlassen. Dieser wirft ihr die Livrée vor die Füsse und fordert seinen unterwürfig um Gnade flehen­den Vater auf, mit ihm zu kommen. Die vom Haushofmeister herbeigerufenen Bediensteten verjagen die?Eindringlinge. Die Hausherrin entschuldigt sich bei den Gästen für den peinlichen Vorfall und lässt erneut zur Gavotte aufspielen.

Zweites Bild
1794. STRASSE IN PARIS MIT DEM DENKMAL MARATS
Auf den Strassen herrscht geschäftiges Treiben, Zeitungsjungen bieten laut schreiend die neuesten Blätter an. Vor dem Café?Hottot, einem bekannten Treffpunkt der Prostituierten, versucht Bersi, die sich als Merveilleuse ihren Lebensunterhalt verdient, Kontakt mit Andrea Chénier aufzunehmen, der an einem der Tische Platz genommen hat. Als sie bemerkt, dass sie von einem Incroyable bespitzelt wird, verwickelt sie diesen in ein?Gespräch und gibt vor, sich als echtes Kind der Revolution zu fühlen. Scheinbar ausgelassen trinkt sie auf die Vergnügungen des Lebens, verweist aber auch auf die Kehrseiten der?Revolution. Der Karren des Henkers Sanson mit den zum Tode Verurteilten fährt in der Ferne vorbei. Der Incroyable hegt Verdacht und beschliesst, sie im?Auge zu behalten, ist er sich doch sicher, sie in Gesellschaft jener Frau gesehen zu haben, die Carlo Gérard, der unterdessen zu einem der führenden Köpfe der Revolution avanciert ist, ihm zu suchen befahl. Roucher hat für seinen Freund Andrea Chénier einen Pass besorgt. Er weiss, dass dessen Leben in Gefahr ist und rät ihm dringend, Paris unverzüglich zu verlassen. Doch Chénier glaubt fest, dass sein Schicksal endlich die lang ersehnte grosse Liebe für ihn bereit hält, denn seit einiger Zeit gehen ihm Briefe einer unbekannten Dame zu, die mit «Speranza» («Hoffnung») unterzeichnet sind. Er zeigt Roucher ihren letzten Brief, in dem sie ihm ein Treffen ankündigt. Roucher schliesst nach dem Parfum des Briefes weniger auf eine Dame als auf eine Merveilleuse. Der Dichter will ihm nicht glauben, würde das doch seinen Traum zerstören. Das Volk drängt auf den Platz, um den Deputierten, die aus dem Palast kommen, zuzujubeln. Unter ihnen befindet sich auch Carlo Gérard. Der Incroyable versichert ihm, bis zum Abend jene Frau aufzutreiben, nach der sich?Gérard in Leidenschaft verzehrt. Bersi kehrt mit einigen Merveilleusen zu­rück. Roucher ist sich sicher, dass sich Chéniers Briefschreiberin unter ihnen befindet. Als Bersi ihm zuflüstert, er möge Chénier zum?Bleiben bewegen, sieht er seinen?Verdacht bestätigt. Der Incroyable wird kurz darauf Zeuge, wie sie Chénier bittet, am?Abend beim Denkmal Marats eine Dame zu treffen, die in grosser Gefahr sei. Ihr Name: Speranza. Obwohl Roucher ihn vor einem möglichen Hinter­halt warnt, will Chénier zum vereinbarten Treffpunkt kommen. Als die Dunkelheit hereinbricht, nähert sich Maddalena dem?Denkmal. Chénier erkennt sie erst, als sie ihm die Worte «Non conoscete amor», die Chénier bei ihrer ersten Begegnung im Schloss an sie gerichtet hatte, in Erinnerung ruft. Der Incroyable, der die beiden beobachtet hat, entfernt sich eiligst, um Gérard zu informieren. Maddalena gibt sich als die unbekannte Briefschreiberin zu erkennen. Sie hat durch die Revolution alles verloren, ihre Mutter wurde vor ihren Augen ermordet. Sie konnte mit Bersi fliehen, die als Strassen­mädchen für ihr Überleben sorgte. Bisher habe sie es nicht gewagt, Chénier um Hilfe zu bitten, doch nachdem nun auch er bei den Herrschenden in Ungnade gefallen sei, wolle sie ihn um Schutz bitten. Von ihren Gefühlen füreinander überwältigt, schwören Chénier und Maddalena, bis zum Tode zusammen zu bleiben. Vom Incroyable auf Maddalenas Spur geführt, steht Gérard plötzlich vor ihnen. Mit beleidigenden Worten wendet er sich an Maddalena. Chénier zieht den Degen und verwundet Gérard. Maddalena wird von Roucher in Sicherheit gebracht. Als Gérard erkennt, dass es Chénier war, der ihn verletzte, bittet er ihn, sich um Maddalena zu kümmern und zu fliehen, denn der öffentliche Ankläger Fouquier-Tinville habe bereits seinen Name auf die Liste gesetzt. Die herbeigeeilte Menge verlangt von Gérard den Namen des Täters. Der Verwundete findet noch Kraft, den Incroyable am Sprechen zu hindern, bevor er zusammenbricht. Das Volk fordert den Tod der Girondisten, die sie für diesen An­schlag verantwortlich glauben.

Drittes Bild
AM NÄCHSTEN TAG. SITZUNGSSAAL DES REVOLUTIONSTRIBUNALS
Der Sansculotte Mathieu, genannt Populus, verflucht die Verräter der Revolution und die Feinde Frankreichs. Das Vaterland braucht Gold und Soldaten. Mathieus Spendenaufruf bleibt ohne grosse Wirkung. Erst Gérards leidenschaftlicher Appell, der von seiner Verletzung geheilt unerwartet den Saal betritt, animiert die Frauen, ihre Wertsachen und ihre Söhne für den Krieg herzugeben. Die alte Madelon verschafft sich Gehör. Ihre Angehörigen sind beim Sturm auf die Bastille gefallen. Nur ein?Enkel ist ihr noch geblieben, aber auch ihn wolle sie gerne dem Vaterland opfern. Auf der Strasse tanzt die Menge ausgelassen die Carmagnole. Der Incroyable berichtet Gérard von der Gefangennahme Chéniers. Er ist überzeugt, dass Maddalena auf der Suche nach dem Geliebten bald ins Netz gehen wird und drängt ihn, die Anklageschrift gegen Chénier aufzusetzen und zu unterschreiben. Gérard zögert. Ist Chénier wirklich ein Feind des Vaterlandes? Betroffen erinnert er sich an seine früheren Ideale, die darauf gerichtet waren, das Ge­wissen in den Herzen der Menschen aufzurütteln und für Gerechtigkeit einzutreten. Ihm wird bewusst, dass er noch immer ein Sklave ist, früher des Adels, dann der Revolution und jetzt seiner Begierde nach Maddalena. Seine Vision von einer Welt als einem Pantheon, in dem die Liebe alles Elend auslöscht und den Menschen mit der Gottheit verbindet, endet mit der nüchternen Feststellung, dass er nur noch Hass im Herzen hat, Hass aus Liebe zu Maddalena. Als Gérard den Incroyable zurückkommen sieht, unterschreibt er hastig und übergibt die Liste der Verurteilten dem Sekretär des Revolutionstribunals. Maddalena erscheint und bittet Gérard um Gehör. Gérard gesteht, ihr nach­­spioniert und Chéniers Verhaftung betrieben zu haben, um an sie heranzukommen, die ihn schon als Kind bezaubert und betört hat. Endlich will er sie besitzen. Maddalena versucht erst zu fliehen, bietet sich dann aber Gérard als Preis für Chéniers Leben an. Sie erzählt von ihrem Schicksal und beschämt Gérard mit ihrer grossen Liebe und Opferbereitschaft. Doch für ein Eingreifen zu­gunsten Chéniers ist es zu spät, schon bringt der Sekretär die Prozess-Akten. Das Volk drängt herein, um sich das Schau­spiel des Prozesses gegen vier Angeklagte, unter ihnen Chénier und eine junge Aristokratin, Idia Legray, nicht entgehen zu lassen. Die Geschworenen und der Richter Dumas betreten den Saal, dann die vier Angeklagten. Der öffentliche Ankläger, Fouquier-Tinville, wirft Chénier vor, unter dem verräterischen General Dumouriez gedient und gegen die Revolution geschrieben zu haben. Chénier verteidigt sich: Ja, er war Soldat und sah dem Tod mutig ins Auge. Als Dichter machte er die Feder zur Waffe gegen Heuchelei. Ein Verräter des Vaterlandes war er nie. Gérard macht sich zum Zeugen für Chéniers Unschuld und gesteht, ihn fälschlich angeklagt zu haben. Er verflucht die Tyrannei der Revolution und fordert Chéniers Rehabilitierung. Doch der aufgebrachte Pöbel bringt Gérard zum Schweigen und verlangt Chéniers Tod. Dumas verkündet das Gerichtsurteil für die vier Angeklagten: Tod.

Viertes Bild
AM GLEICHEN TAG. HOF DES GEFÄNGNISSES ST-LAZARE
Chénier wartet mit seinem Freund Roucher auf die Hinrichtung und schreibt seine letzten Verse, eine leidenschaftliche Hymne auf die Poesie. Der Kerkermeister Schmidt lässt Gérard und Maddalena eintreten; sie hat die Erlaubnis, sich von Chénier zu verabschieden. Maddalena gelingt es, Schmidt zu bestechen und dazu zu bringen, sie anstelle der zum Tode verurteilten Idia Legray im Gefängnis zu behalten. Gérard hofft noch auf Rettung durch Robes­pierre als oberster Instanz. Endlich wieder vereint mit Chénier, erklärt Maddalena, dass sie nicht gekommen ist, um sich zu verabschieden, sondern um mit ihm zu sterben. Als der Morgen dämmert, werden die Verurteilten aufgerufen. Gemein­sam begeben sich Andrea Chénier und Maddalena auf den Weg zur?Guillotine.

 

Andrea Chénier

Opera by Umberto Giordano