WILLKOMMEN

IN DER SPIELZEIT 13/14

Verehrtes Publikum,
in Beethovens einziger Oper Fidelio, die wir Ihnen in dieser Spielzeit als Neuproduktion präsentieren, erklingt im zweiten Aufzug an entscheidender Stelle ein Trompetensignal, das zu den grossen Momenten der Musikgeschichte gehört. Die berühmte Fanfare ist mehr als das Zeichen für die Befreiung Florestans aus dem Kerker des Unrechtsherrschers Pizarro. Sie sprengt die Handlung und wird zum Auslöser für einen emphatischen Freiheitsappell an die Menschheit, wie ihn nur Beethoven komponieren konnte.

Die Trompetentöne werden so zum Symbol für die kettensprengende und weltverändernde Kraft von Kunst schlechthin. Anders als Beethoven glauben wir heute nicht mehr so recht daran, die Welt mit Tönen aus den Angeln heben zu können. Aber Fidelio erinnert auf mitreissende Weise daran, dass Kunst mehr will und kann, als uns auf angenehme Weise die Zeit zu vertreiben. Sie vermag uns aus dem Alltag zu reissen wie Beethovens Fanfare. Sie sensibilisiert unsere Sinne. Sie bewegt uns durch Schönheit und fordert unser Denken und Fühlen im Erleben einer anderen Wirklichkeit heraus.

Dies gelingt freilich nur, wenn sie konsequent gedacht und gut gemacht ist. Und das ist das Versprechen, das wir Ihnen, verehrtes Publikum, auch für die nächste Spielzeit geben möchten: Dass wir Oper, Ballett und sinfonische Konzerte weiterhin auf allerhöchstem künstlerischen und handwerklichen Niveau anbieten. Wir garantieren – in den Neuproduktionen wie in unseren Wiederaufnahmen –  hochkarätige Besetzungen und wollen Sie zugleich mit neuen Namen überraschen. Wir haben Sänger, Dirigenten, Regisseure und Choreografen engagiert, die unsere Leidenschaft für ergreifendes, gegenwartsnahes und präzise gearbeitetes Musiktheater teilen. Und wir setzen weiterhin alles daran, das Opernhaus Zürich für ein breiteres Publikum zu öffnen.

In der ersten Spielzeit unserer Direktion haben wir uns bemüht, viel Neues auf den Weg zu bringen, im Grossen wie im Kleinen, und dafür von Ihnen viel Ermutigung und lebendige, positive Reaktionen erfahren. All das wollen wir nun auch in unserer zweiten Spielzeit mit unvermindertem Schwung vorantreiben und weiterentwickeln. Wir setzen auf Kontinuität in der Erneuerung. Und wir wähnen uns noch lange nicht am Ziel. Die Saison 13/14 ist erst die zweite Etappe unserer Abenteuerreise, auf der wir unsere treuen Opern-, Ballett- und Konzertbesucher ebenso mitnehmen wollen wie die vielen Menschen, die sich im Umfeld unseres Opernhauses jetzt neu für das Musiktheater und den Tanz zu begeistern beginnen.

Das grosse Fest, mit dem wir auch in diesem Jahr in die neue Spielzeit starten wollen, soll ein Zeichen dafür sein, dass wir ausserordentlichen Wert auf die Nähe zu unserem Publikum legen – und zu all denen, die unsere Arbeit tatkräftig unterstützen wie die Freundeskreise von Oper und Ballett. Unser besonderer Dank für die Unterstützung gilt insbesondere dem Kanton Zürich sowie den vielen Sponsoren und Gönnern und nicht zuletzt unseren beiden Partnern Credit Suisse und UBS.

Die Türen des Opernhauses sind weit offen. Seien Sie herzlich willkommen.

Andreas Homoki, Intendant
Fabio Luisi, Generalmusikdirektor
Christian Spuck, Ballettdirektor
Christian Berner, Kaufmännischer Direktor