Intendanz ab 2O21/22

Verlängerungen, neuer GMD und neuer «Ring» nach 2O Jahren

Der Intendant des Opernhauses Zürich Andreas Homoki bleibt bis 2025 im Amt. Die Vertragsverlängerung um weitere drei Jahre wurde durch den Verwaltungsrat des Opernhauses Zürich am Montag, 2. Juli auf einer Pressekonferenz angekündigt. Ebenfalls wurde die Vertragsverlängerung des Ballettdirektors Christian Spuck bis 2025 bekannt gegeben. Beide sind seit 2012 für das künstlerische Profil des Opernhauses Zürich verantwortlich.

Generalmusikdirektor Fabio Luisi wird sich ab 2021 neuen Aufgaben widmen und legt sein Amt in gegenseitigem Einverständnis ein Jahr früher als geplant nieder, um seinem Nachfolger ausreichend Zeit zur künstlerischen Gestaltung zu bieten. Als neuen Generalmusikdirektor ab der Saison 2021/22 präsentierte Andreas Homoki den renommierten Dirigenten Gianandrea Noseda. Am Pult der Philharmonia Zürich war er bereits als musikalischer Leiter für die Neuproduktion von Prokofjews «Der feurige Engel» und die Wiederaufnahme von Verdis «Macbeth» im vergangenen Jahr zu erleben und begeisterte Publikum, Medien und die Musikerinnen und Musiker gleichermassen.

Für die letzte Etappe der Intendanz von Andreas Homoki ist eine Neuproduktion von Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» geplant. Die Tetralogie begleitet das Opernhaus Zürich seit seiner Eröffnung durch die Geschichte. Der erste Zyklus der Limmatstadt wurde in den Jahren 1891 bis 1897 gezeigt. Der letzte «Ring»-Zyklus entstand 2000 und 2002 unter der musikalischen Leitung von Franz Welser-Möst und in der Inszenierung von Robert Wilson.
Andreas Homokis und Gianandrea Nosedas Interpretation wird als achter Zyklus des Opernhauses Zürich die erste gemeinsame Arbeit der beiden sein.

 

Markus Notter, Präsident des Verwaltungsrates
«Ich freue mich mit dem ganzen Verwaltungsrat des Opernhauses Zürich sehr, dass Andreas Homoki und Christian Spuck ihre erfolgreiche Arbeit bis 2025 fortsetzen werden. Das Opernhaus Zürich ist ein Leuchtturm in der Schweizer Kulturlandschaft und hat internationale Strahlkraft. Andreas Homoki und Christian Spuck haben daran einen grossen Anteil. In den sechs Jahren seiner Amtszeit hat Andreas Homoki zusammen mit seinem Team zur Öffnung des Hauses beigetragen und Oper, Ballett und Konzerte für ein breites Publikum zugänglich gemacht. Die hohe Akzeptanz und Anerkennung zeigt sich in hervorragenden Besucherzahlen.

Fabio Luisi danke ich für seine herausragende Arbeit mit dem Orchester, seine aufregenden Dirigate und seine hohe Professionalität, mit der er als engagierter GMD und grosse Künstlerpersönlichkeit  das Opernhaus Zürich mitgeprägt hat. Mit Gianandrea Noseda konnte ein überaus qualifizierter und international  renommierter  Dirigent für den Posten des Generalmusikdirektors gewonnen werden. Wir freuen uns darüber und wünschen ihm in Zürich in seiner künftigen Aufgabe einen guten Start.

Gemeinsam mit dem Publikum erwarte ich in den nächsten sieben Jahren weiterhin spannende und berührende Opern- und Ballettabende, innovative Regiehandschriften, zeitgenössische Choreografien und ungewöhnliche Perspektiven auf höchstem Niveau in jeder einzelnen Aufführung. Besonders freuen kann man sich auf eine weitere musikalische Farbe im Repertoire. Nach zwanzig Jahren wird ein neuer «Ring des Nibelungen» von Richard Wagners wieder am Opernhaus Zürich zu erleben sein und Wagnerianer aus dem In- und Ausland nach Zürich ziehen.»

 

Andreas Homoki, Intendant
«Ich danke dem Verwaltungsrat der Opernhaus AG für sein Vertrauen, und freue mich über die Entscheidung, meinen laufenden Vertrag zu verlängern. Ebenso sehr freue ich mich, dass mein Ballettdirektor Christian Spuck sich bereit erklärt hat, seine ausserordentlich erfolgreiche Arbeit mit dem Ballett Zürich ebenfalls fortzusetzen.
Ich habe grossen Respekt und auch Verständnis für Fabio Luisis Entscheidung, von einer erneuten Verlängerung seines Vertrages als Generalmusikdirektor abzusehen, auch wenn ich sein Ausscheiden nicht nur künstlerisch sondern auch persönlich sehr bedaure. Umso mehr freue mich auf die noch vor uns liegenden gemeinsamen Projekte der kommenden drei Spielzeiten und bin darüber hinaus sehr glücklich, dass er als mein langjähriger Freund und künstlerischer Partner dem Opernhaus Zürich auch über 2021 hinaus als Gastdirigent verbunden bleiben wird.

Mit Gianandrea Noseda konnten wir einen der profiliertesten Dirigenten der internationalen Opern-und Konzertszene als Nachfolger gewinnen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit diesem spannenden Musiker und Künstler. Ab dem Frühjahr 2022 werde ich gemeinsam mit Gianandrea Noseda eine Neuinterpretation der Tetralogie <Der Ring des Nibelungen> von Richard Wagner erarbeiten.  Dies freut mich umso mehr, als dieses besondere Werk wie kaum ein anderes mit Zürich und Wagners Aufenthalt in der Limmatstadt verbunden ist.»

 

Gianandrea Noseda, Generalmusikdirektor ab September 2021
«To me, Opernhaus Zurich is one of the world’s great theaters. I remember well the wonderful experiences I had in Zurich while leading the performances of Macbeth and Fiery Angel in 2017. To be appointed the next General Music Director is a great honor. Thank you to Andreas Homoki for offering me the opportunity to work with him and the entire Opernhaus Zurich on a new production of The Ring Cycle which will form the center piece of our programming. We will also present German repertoire I have always wanted to perform along with many other operatic works. The artists of Opernhaus Zurich, from the orchestra to the chorus, singers to the ballet dancers, form one of the elite houses in the world. I look forward to joining Andreas and the entire Opernhaus staff in 2021.»

 

Laszlo Szlavik im Namen des Orchestervorstandes der Philharmonia Zürich
«Die Musikerinnen und Musiker der Philharmonia Zürich begrüssen die Ernennung von Gianandrea Noseda als Nachfolger unseres GMD Fabio Luisi. Wir haben Herrn Noseda bereits in Oper und Konzert kennengelernt und waren sowohl von seiner detaillierten und intensiven Probenarbeit als auch von seinem leidenschaftlichen Engagement für die Musik begeistert. Wir hoffen die unter Fabio Luisi begonnene Profilierung unseres Orchesters in allen Repertoirebereichen mit Maestro Noseda fortsetzen und ausbauen zu können und freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit ihm.»


Videos 

Team 2021: Gianandrea Noseda, Andreas Homoki & Christian Spuck


Biografie


Gianandrea Noseda

Der renommierte Dirigent Gianandrea Noseda wird ab der Saison 2O21/22 Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich.

Gianandrea Noseda wurde im Januar 2016 zum siebten Musikdirektor des National Symphony Orchestra Washington DC ernannt und begann seine Amtszeit mit der Saison 2017/18. Er ist Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra und des Israel Philharmonic Orchestra, Erster Dirigent des Orquestra de Cadaqués und Künstlerischer Leiter des Stresa Festivals in Italien.

Als Musikdirektor des Teatro Regio Torino von 2007 bis 2018, leitete Noseda ein goldenes Zeitalter für das Theater ein und machte es zu einem der wichtigsten kulturellen Botschafter Italiens. Unter seiner Leitung erhielt das Haus internationale Anerkennung für Produktionen, Aufnahmen und Filmprojekte, als auch für Tourneen zu internationalen Konzertsälen, Festivals und Opernhäusern u.a. der Carnegie Hall, den Dresdner Festspielen, dem Edinburgh Festival, dem Mariinsky Theatre, dem Royal Opera House (Oman),der Suntory Hall (Tokyo), dem Théâtre des Champs Elysées und dem Wiener Konzerthaus.

Höhepunkte der Saison 2018/19 sind eine zwölfwöchige Zusammenarbeit mit dem National Symphony Orchestra und die Einladung des Orchesters in die Carnegie Hall im Mai 2019 sowie  die Fortsetzung seiner mehrjährigen Tournee mit dem London Symphony Orchestra, deren Aufnahme der gesamten Schostakowitsch-Sinfonien ab September 2018 auf LSO Live veröffentlicht werden. Ebenfalls kehrt Noseda an die Metropolitan Opera zurück, um eine Neuinszenierung von Adriana Lecouvreur mit Anna Netrebko zu leiten.

Noseda stand am Pult der Berliner Philharmoniker, des Chicago Symphony Orchestra, des Cleveland Orchestra, des Orchestra della Scala, der Münchner Philharmoniker, des Met Orchestra, der New York Philharmonic, des NHK Symphony Orchestra, des Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia, des Orchestre de Paris, des Orchestre National de France, des Philadelphia Orchestra, im Royal Opera House, den Salzburger Festspielen, den Wiener Philharmonikern und dem Opernhaus Zürich.

Von 2002 bis 2011 leitete er die BBC Philharmonic. Das Pittsburgh Symphony Orchestra schuf für ihn als Ersten Gastdirigenten den Victor de Sabata Chair. Das Mariinsky Theatre ernannte ihn 1997 zum Ersten ausländischen Gastdirigenten, eine Position, die er ein Jahrzehnt lang innehatte. Von 1999 bis 2003 war er Erster Gastdirigent der Rotterdamer Philharmoniker und von 2003 bis 2006 Erster Gastdirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI.

Seit 2002 dirigiert Noseda Produktionen an der Metropolitan Opera. In der Saison 2016/17 dirigierte er eine Neuinszenierung von Gounods Roméo et Juliette, ausserdem leitete er 2015 eine von der Kritik gefeierte Neuinszenierung von Les pêcheurs de perles. Nosedas und Dmitri Tcherniakovs (Regie) Interpretation von Prinz Igor in der Saison 2013-2014 ist auf DVD bei der Deutschen Grammophon erschienen.

Seine intensive Aufnahmetätigkeit umfasst mehr als 60 CDs. Sein Projekt Musica Italiana, das er vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen hat, hat das unterschätzte italienische Repertoire des 20. Jahrhunderts in den Fokus gestellt und viele Meisterwerke wieder ans Licht gebracht. Unter der Leitung der Wiener Philharmoniker und des Orchestra Teatro Regio Torino hat er Alben mit Sängern wie Ildebrando d'Arcangelo, Rolando Villazon, Anna Netrebko und Diana Damrau aufgenommen.

Die nächste Generation von Künstlern ist für Noseda wichtig, dies demonstriert er insbesondere bei Meisterkursen und auf Tourneen mit Jugendorchestern, wie z.B. dem European Union Youth Orchestra.

Der in Mailand geborene Noseda ist Cavaliere Ufficiale al Merito della Repubblica Italiana. Im Jahr 2015 wurde er als Musical America's Conductor of the Year geehrt und bei den International Opera Awards 2016 zum Dirigent des Jahres ernannt. Im Dezember 2016 dirigierte er in Stockholm ein Konzert anlässlich der Nobelpreisverleihung.  

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