Das Opernhaus Zürich heute

Seit 1991/1992 ist Alexander Pereira, zuvor Generalsekretär des Wiener Konzerthauses, Intendant des Zürcher Opernhauses. Seine erste Saison eröffnete er mit Wagners «Lohengrin», mit dem genau 100 Jahre zuvor das «Stadttheater» eingeweiht worden war, in einer aufsehenerregenden Inszenierung von Robert Wilson. Aus der Vielzahl von Regisseuren, die neben Wilson (der seither u. a. einen neuen «Ring»-Zyklus in Zürich erarbeitet hat) prägend für das Haus wurden, seien Sven-Eric Bechtolf, Jürgen Flimm, Claus Guth, Jens-Daniel Herzog, Martin Kusej und David Pountney genannt.

Im Zentrum der Spielplangestaltung steht die Pflege des grossen Opernrepertoires von Mozart und Rossini bis Verdi und Puccini. Die grosse Wagner- und Strauss-Tradition wird kontinuierlich fortgeführt. Darüber hinaus findet jedoch auch die musikalische Moderne Beachtung. 1996 erlebte ein vom Opernhaus vergebenes Auftragswerk, Herbert Willis «Schlafes Bruder», seine Uraufführung. 1998 wurde Heinz Holligers Oper «Schneewittchen» nach Robert Walser uraufgeführt, 2003 Beat Furrers von Marguerite Duras inspirierte «invocation», 2005 die Oper «der herr nordwind» von HK Gruber und die Oper «Harley» von Edward Rushton, 2008 Rushtons «Im Schatten des Maulbeerbaums» – um die wichtigsten Uraufführungen der vergangenen Jahre zu nennen. Im Oktober 2010 schloss sich die Uraufführung der Oper «Gesualdo» von Marc-André Dalbavie an. Eine weitere Uraufführung ist für die Spielzeit 2011/2012 geplant.  

Immer wieder gelangen Randwerke des Repertoires auf den Spielplan, wie etwa Joseph Haydns «L'anima del filosofo», Johann Christian Bachs «Lucio Silla», Antonio Salieris «Axur», Franz Schuberts «Des Teufels Lustschloss», «Alfonso und Estrella» und «Fierrabras», Ferdinando Paërs «Leonora»,  Jacques Fromental Halévys «Clari», Robert Schumanns «Genoveva», Umberto Giordanos «La cena delle beffe», Ermanno Wolf-Ferraris «Sly», Paul Dukas’ «Ariane et Barbe-Bleue», Emanuel Chabriers «L’Étoile», Engelbert Humperdincks «Königskinder» oder die Operette «Simplicius» von Johann Strauss, die über 100 Jahren lang als nicht mehr rekonstruierbar gegolten hatte. Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Barockmusik, für die am Opernhaus Zürich das hauseigene Orchestra «La Scintilla» zur Verfügung steht.

175 Jahre Opernhaus Zürich

Hier finden Sie die Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum der «Theater-Actiengesellschaft».
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