Theatergeschichtlich bedeutsame Uraufführungen in den 1930er Jahren
1921 wurde das Schauspiel abgetrennt, und das Haus am See wurde zum reinen Musiktheater. Unter Alfred Reuckers Nachfolger Paul Trede wurden die von Reucker erstmals veranstalteten «Internationalen Festspiele» im Sommer weitergeführt (bis 1926). 1923/1924 wurde erstmals das «Jahrbuch» herausgegeben, das bis heute jedes Jahr erscheint. 1932 übernahm der Sänger Karl Schmidt-Bloss die Direktion. In seine Intendanz (bis 1947) fallen einige theatergeschichtlich bedeutsame Uraufführungen. 1933 brachte er die Oper «Der Kreidekreis» von Alexander Zemlinsky, die in Deutschland von den Nazis verboten worden war, heraus. 1937 folgte die Uraufführung von Alban Bergs nachgelassener Oper «Lulu», 1938 die Uraufführung von Paul Hindemiths Oper «Mathis der Maler». Daneben fand eine Vielzahl von Operetten-Uraufführungen statt (u. a. von Ralph Benatzky, Paul Burkhard, Eduard Künneke und Oscar Straus). Arthur Honeggers «Jeanne d’Arc au bûcher» wurde ebenso gespielt wie Werke von Frank Martin, Othmar Schoeck, Heinrich Sutermeister und Armin Schibler. Intendant Karl Heinz Krahl (1956-1960 im Amt) sorgte schliesslich 1957 mit der ersten szenischen Aufführung von Arnold Schönbergs unvollendeter Oper «Moses und Aron» nochmals für grosse internationale Aufmerksamkeit. Als ein weiteres Ereignis sei die Uraufführung von Bohuslav Martinus Oper «Griechische Passion» 1961 erwähnt.