Wiedereröffnung des umgebauten Hauses 1984

In Zürich wurde nach dem Krieg jahrzehntelang über einen Neubau für das Opernhaus nachgedacht. Ein Wettbewerb fand statt. Der Preisträger, William Dunkel, schlug einen kühn in den See hinein ragenden Betonbau vor. Doch Anfang der 1970er Jahre wurde der alte Fellner & Helmer-Bau unter Denkmalschutz gestellt. Der ab 1975 designierte Intendant Claus Helmut Drese betrieb daraufhin energisch die Renovierung des marode gewordenen Theaters von 1891 und die Planung eines seeseitig gelegenen Erweiterungsbaus. Man entschied sich, das Bühnenhaus des alten «Stadttheaters» vollständig zu entkernen, wodurch Seiten- und Hinterbühnenflächen entstanden. Die Hauptfassade mit dem Eingangsbereich, dem seit den 1930er Jahren ein Foyer-Anbau vorgelagert war, wurde in Rückbesinnung auf die ursprüngliche Gestalt umgebaut. Der Orchestergraben wurde erweitert und variabel bespielbar gemacht. Alle Betriebsräume wurden im Anbau untergebracht, der zu zwei Fünfteln über der Erde, zu drei Fünfteln unter der Erde gelegen ist. Die Dekorations-Werkstätten wurden in die nahe gelegene Seerosenstrasse auslagert.

Die vom Stadtrat bereits genehmigten Mittel für den Umbau mussten im Rahmen einer Volksabstimmung vom Wahlvolk bestätigt werden. In den als «Opernhaus-Krawalle» bekannt gewordenen Demonstrationen von Jugendlichen, deren Belange von der städtischen Kulturpolitik über Jahrzehnte vernachlässigt worden waren, entlud sich aufgestauter Unmut gegen das «Establishment» und richteten sich gegen den geplanten Opern-Umbau. Der Souverän sprach sich im Referendum vom 6. Juni 1980 schliesslich mit 53% zu 47% für den Umbau des Opernhauses aus. Die Jahre 1982 bis 1984 standen im Zeichen der Renovierung und Erweiterung des Theaters.  Das umgebaute Haus wurde im Dezember 1984, genau 150 Jahre nach der Entstehung des «Actien-Theaters», mit einer Neuinszenierung von Wagners «Meistersingern» und der Uraufführung von Rudolf Kelterborns Tschechow-Oper «Der Kirschgarten» eröffnet.

175 Jahre Opernhaus Zürich

Hier finden Sie die Festschrift zum 175-jährigen Jubiläum der «Theater-Actiengesellschaft».
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