14. Dezember 2022
Normal ist anders
Bilanz der Saison 2021/22
Ein drittes Mal in Folge wurde eine Spielzeit durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Abermals musste sich das Opernhaus den enormen Herausforderungen stellen. In der ersten Zeit noch unmittelbar aufgrund der Zertifikats- und Maskenpflicht, die offiziell bis zum 16. Februar 2022 galt. Das Opernhaus verlängerte die Maskenpflicht auf freiwilliger Basis bis zum 31. März 2022 und kehrte am 1. April 2022 in den «Normalbetrieb» mit voller Platzkapazität zurück. Gleichwohl kann man von einer «normalen» Spielzeit noch nicht sprechen. Das ganze Haus war stark gefordert. Unzählige Umbesetzungen waren notwendig, krankheitsbedingte Ausfälle mussten ersetzt oder von gesundgebliebenen Mitarbeitenden getragen werden. Als Resultat dieser gemeinschaftlichen Anstrengungen musste keine einzige Vorstellung abgesagt werden.
Während in der vorherigen Saison nur 72 Vorstellungen auf der Hauptbühne stattfinden durften, wurden in der Saison 2021/22 alle geplanten 248 Aufführungen von 202'518 Besuchenden gesehen. Damit betrug die Gesamtauslastung 83.3%. Die Sparte Oper hatte dabei eine Auslastung von 81.6% und das Ballett Zürich erreichte 93.6%. Die reinen Vorstellungseinnahmen erreichten einen Wert von CHF 21.296 Mio. Die erfolgreichste Produktion war Wagners «Rheingold» in der Interpretation des Intendanten Andreas Homoki mit einer Auslastung von 95.9% bei neun Vorstellungen. Gefolgt von Verdis «Il trovatore», der Antrittsproduktion des neuen Generalmusikdirektors Gianandrea Noseda mit 94.8% bei neun Vorstellungen. Die acht Aufführungen des Balletts «Dornröschen» von Christian Spuck erreichten 98.5%.
Zwar ist dies noch kein vorpandemischer Zustand, allerdings schätzen wir uns sehr glücklich, dass das Publikum und die Sponsoren, Förderer und Freunde weiterhin grösstes Vertrauen in das Opernhaus Zürich legen. Im Sponsoring machte sich dieses Vertrauen durch ein absolutes Spitzenergebnis bemerkbar, mit CHF 10.727 Mio. konnten CHF 300'000 mehr Einnahmen als im Vorjahr generiert werden.
Die Rückstellung «Pandemie» in Höhe von CHF 5.93 Mio., die in der vergangenen Saison angelegt werden musste, kam in der Saison 2021/22 wie geplant zum Einsatz und wurde vollständig aufgelöst. Obwohl sich das Opernhaus auf einem stabilisierenden Kurs befindet, muss man auch in der Saison 2022/23 mit Auswirkungen der Corona-Pandemie rechnen. Zur Abfederung wurde eine neue Rückstellung in Höhe von CHF 2.49 Mio. gebildet. Als Folge davon wird für das Geschäftsjahr 2021/22 ein Verlust in Höhe von CHF 357'588 ausgeschrieben.
Verwaltungsratspräsident Markus Notter:
«Die Saison 2021/22 war abermals ein grosser Kraftakt, der am Ende belohnt wurde. Besonders stolz sind wir auf ein Kunststück, das nur den allerwenigsten Opernbühnen gelungen ist: Die Durchführung des Spielplans ohne Vorstellungsabsagen. Zusätzlich hat das Opernhaus seine hohe Produktivität noch einmal gesteigert, indem es wegen der Corona-Pandemie ausgefallene Produktionen und Events aus den vorherigen Spielzeiten nachholte. Der Open Air-Event «Oper für alle» fand in 2021/22 gleich zweimal statt, einmal zu Saisonbeginn mit «Salome» - noch unter Corona-Restriktionen - dann zum Saisonfinale mit dem Ballett «Dornröschen» vor 12 000 Menschen. Zwei besonders wichtige künstlerische Wegmarken waren für das Opernhaus Zürich der erfolgreiche Amtsantritt des neuen Generalmusikdirektors Gianandrea Noseda sowie die Geburt eines neuen Zürcher «Ring des Nibelungen» von Richard Wagner. Ein Grossprojekt für jedes Opernhaus, das sämtliche Kräfte bindet und höchsten Einsatz erfordert.
Ausserdem können wir uns über mehrere Auszeichnungen freuen. Unsere Auftragskomposition «Girl with a Pearl Earring» wurde durch das Fachmagazin Opernwelt mit dem Titel «Uraufführung des Jahres 2022» geehrt. Ferner wurde das Ballett Zürich von den Fachmagazinen tanz zum «Glanzlicht des Jahres» und von Dance Europe zur «Company of the Year» gewählt, Christian Spuck wurde ebenda zum «Director of the Year» ernannt.
All dies wäre ohne den unermüdlichen Einsatz der Belegschaft und der steten Unterstützung durch das Publikum, den Sponsoren und Förderern des Hauses unmöglich gewesen».
Das Ergebnis der Spielzeit 2021/22 kann wie folgt zusammengefasst werden:
| |
2021/22 |
2020/21 |
| Ertrag |
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|
| Beiträge der öffentlichen Hand |
85.908 |
85.428 |
| Vorstellungseinnahmen |
21.296 |
2.444 |
| Spenden und Sponsoren |
10.727 |
10.355 |
| Andere betriebliche Erträge |
8.955 |
5.493 |
| |
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| Aufwand |
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| Personalaufwand |
103.303 |
80.553 |
| Übriger betrieblicher Aufwand |
23.844 |
23.449 |
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| Jahresergebnis |
- 358 |
- 430 |
(Alle Angaben in 1.000 CHF)
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