Was bewirkt Tanzen bei Parkinson-Betroffenen?
Bei Parkinson verursacht ein Dopamin-Mangel Symptome wie Gleichgewichtsprobleme, Muskelversteifung (Rigor), Zittern (Tremor), Verlangsamung oder das sogenannte «Freezing». Über 2'000 Studien belegen inzwischen, dass körperliche Aktivität den Krankheitsverlauf nachweislich verlangsamen kann – was besonders wichtig ist, da dies rein medikamentös oder operativ bislang nicht möglich ist.
Tanzen gilt hierbei als hocheffektiv, da es Koordination und flüssige Abläufe trainiert. Zudem wirkt die Musik als externer Taktgeber, der den Verlust des inneren Rhythmusgefühls kompensiert und so gezielt gegen Freezing-Probleme hilft.
Was bewirkt Tanzen bei MS-Betroffenen?
Multiple Sklerose verläuft meist schubweise und zeigt sich in sehr unterschiedlichen Symptomen wie Gleichgewichtsstörungen, Lähmungserscheinungen, chronischer Erschöpfung (Fatigue) oder Konzentrationsschwierigkeiten. Tanzen gilt bei MS als äusserst wertvolle Aktivität, die neuroprotektiv (nervenschützend) oder sogar neuroregenerativ wirken kann. Es hilft zudem nachweislich dabei, die Fatigue-Symptomatik abzumildern und die kognitive Konzentration zu stärken.
Lassen sich diese Resultate wissenschaftlich belegen?
Ja. Bildgebende Verfahren zeigen, dass Tanzen für die Hirnaktivität oft effektiver ist als herkömmliches, rein körperliches Training. Veränderungen in der kortikalen Struktur sowie positive Effekte im Nervensystem lassen sich mittlerweile über spezifische Blutmarker und neurologische Studien klar nachweisen.
Wie oft sollte man trainieren, damit es etwas nützt?
Studien zeigen, dass zwei einstündige Trainings pro Woche ideal wären. Aus organisatorischen Gründen findet «Connect» einmal wöchentlich statt. Die erlernten Impulse und Bewegungsprinzipien lassen sich jedoch wunderbar in den Alltag integrieren.
Werden die Resultate von «Connect» wissenschaftlich evaluiert?
Ja. Das Projekt wird von Ärztinnen des Universitätsspitals Zürich beratend begleitet. Aktuell läuft zudem ein wissenschaftliches Forschungsprojekt, das den Einfluss unserer künstlerischen Tanzpraxis auf das Wohlbefinden, die Lebensqualität und die Genesung untersucht. Die Teilnahme daran ist für unsere Tänzer:innen absolut freiwillig. Unabhängig davon führen wir am Ende jeder Saison eine anonyme Befragung durch, um das Angebot kontinuierlich zu optimieren.