Warum wir nicht mehr spielen können

Liebe Besucherinnen und Besucher

Die am 28. Oktober 2020 gefällte Entscheidung des Bundesrates, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen zu verbieten, hat katastrophale Konsequenzen für das Opernhaus Zürich. In Absprache mit dem Kanton Zürich musste der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. Produktionen wurden abgesagt und Künstlerinnen und Künstler mussten nach Hause geschickt werden. Viel Energie und Geld haben wir in ein Schutzkonzept und Spielmodell investiert, die sich seit dem Saisonbeginn im September für Publikum und die Mitarbeitenden bewährt haben. Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus im Zuschauerraum sind uns keine bekannt. Das weltweit einmalige Spielmodell, den Chor und das Orchester aus einem externen Probenraum live in die Vorstellung zu streamen, hat es uns ermöglicht, den Zauber von grosser Oper und grossem Ballett nach der Sommerpause wieder erlebbar und spürbar zu machen. Vom Publikum wurde dies ausgesprochen dankbar angenommen und goutiert. Seit Beginn der Saison konnten wir 38 Veranstaltungen, davon 28 Opern- und Ballettaufführungen auf der Hauptbühne inklusive eines dreitägigen weltweiten Live-Streamings, unter diesen Bedingungen realisieren.

Ja, wir wollen spielen. Ja, wir wollen für Sie da sein.
Als grösster Arbeitgeber der Schweizer Kulturbranche trägt das Opernhaus Zürich für 750 Menschen Verantwortung. Die Begrenzung der Zuschaueranzahl auf 50 Personen stellt uns also vor eine unlösbare Aufgabe. Eintrittseinnahmen aus unseren Vorstellungen sind ein existentiell wichtiger Bestandteil der Finanzierung. Allein im Monat November beträgt die Mindereinnahme unter diesen Bedingungen rund CHF 2 Mio.

Um alle Arbeitsplätze auch für die Zukunft sichern zu können, bleibt uns leider keine Wahl als den Betrieb zu schliessen und ab sofort Kurzarbeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beantragen. Als Teil der Gesellschaft sehen wir natürlich unsere Verpflichtung, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen und respektieren die Entscheidung des Bundesrates. Trotzdem hoffen wir inständig den Spielbetrieb so schnell als möglich wieder aufnehmen zu können. 

Herzliche Grüsse
Ihr Opernhaus-Team 

Alle Vorstellungen bis 2 Januar 2021 abgesagt

Da die Bestimmungen des Bundesrates vom 28. Oktober weiterhin unverändert in Kraft sind, werden weitere Vorstellungsabsagen unumgänglich. 

Alle Veranstaltungen und Aufführungen bis 2. Januar 2021 müssen leider ersatzlos entfallen. Dazu zählen auch die Wiederaufnahmen von Rossinis Il viaggio a Reims von Christoph Marthaler und Händels Alcina von Christof Loy mit Cecilia Bartoli mit allen geplanten Terminen, die teilweise auch im Januar 2021 liegen. Über weitere Auswirkungen auf den Spielplan werden wir mit Blick auf die Entscheidungen des Bundesrates fortlaufend informieren. Alle Karten für oben genannte Veranstaltungen werden automatisch storniert und erstattet. Kundinnen und Kunden werden zu diesem Zweck direkt kontaktiert. Weitere Informationen finden Sie unten.

Die Mitarbeitenden des Opernhauses befinden sich weiterhin in Kurzarbeit. Hinter verschlossenen Türen entsteht die Neuproduktion von Verdis Simon Boccanegra in der Regie von Andreas Homoki und unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi. Die Premiere mit dem Rollendebüt von Christian Gerhaher wird am Sonntag, 6. Dezember um 17 Uhr live von ARTE TV übertragen und ist anschliessend auf Arte Concert verfügbar. Weitere Informationen finden Sie hier.

In der Zwischenzeit bieten wir im Rahmen von oper für alle digital - replay grosse Opern- und Operettenproduktionen als kostenlosen Stream auf der Homepage des Opernhauses an. Dank der treuen Unterstützung der Zurich Versicherung, stehen Gaetano Donizettis Maria Stuarda mit Diana Damrau und Salome Jicia von Freitag, 20. bis Sonntag, 22. November sowie Emmerich Kálmáns Operette Die Csárdásfürstin mit Annette Dasch und Pavol Breslik von Freitag, 27. bis Sonntag, 29. November auf dem Programm des Online-Spielplans. Diese Produktionen wurden zur Saisoneröffnung aufgezeichnet. Informationen zu diesen und weiteren Online-Formaten im Dezember finden Sie hier.

Im Bernhard Theater feiert die Eigenproduktion ÖV von Franz Hohler am 27. November 2020 Premiere und wird bis 3. Januar 2021 vor 50 Zuschauern gespielt. Auch die Bernhard Matinéen im November und Dezember finden wir geplant statt. Weitere Informationen zum Bernhard Theater finden Sie hier.

Haben Sie Karten für eine Vorstellung bis Ende Jahr? 

Alle Abonnements- und Eintrittskarten der abgesagten Vorstellungen werden automatisch storniert und  Ihrem Kundenkonto gutgeschrieben. Dieses Guthaben können Sie zeitlich unbeschränkt einsetzen, um online, telefonisch oder am Schalter der Billettkasse Karten für andere Vorstellungen zu erwerben. Falls von unserer Seite Rückfragen zur Stornierung bestehen, melden wir uns bei Ihnen. Sollten Sie eine Rücküberweisung statt einer Gutschrift auf Ihrem Kundenkonto wünschen, füllen Sie bitte dieses Formular aus.

Noch nicht bezahlte Kartenreservationen werden automatisch aufgelöst. Gutschriften und Rücküberweisungen werden in Reihenfolge der Vorstellungsdaten laufend abgearbeitet. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis. 

Mit der Einstellung des Spielbetriebes bleiben auch die Schalter der Billettkasse bis auf weiteres geschlossen. Telefonisch ist die Billettkasse weiterhin erreichbar von Mo – Fr jeweils von 11 bis 18 Uhr. Der Vorverkaufsstart für die Vorstellungen ab Januar wird bis auf weiteres ausgesetzt. 
 

Aktuelle Informationen und Handlungsempfehlungen rund um das Coronavirus finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit BAG: www.bag.admin.ch

Verdis «Simon Boccanegra» live auf Arte TV

Unter den oben genannten Umständen freuen wir uns umso mehr, die Premiere von Giuseppe Verdis Melodramma Simon Boccanegra als Live-Übertragung am Nikolaustag 6. Dezember, 17 Uhr ankündigen zu können.

Die Produktion entsteht derzeit auf den Probebühnen unter Einhaltung aller Hygiene- und Abstandsregeln. Die Premiere wird live auf dem deutsch-französischen TV-Kanal ARTE ausgestrahlt und steht im Anschluss daran im Rahmen der ARTE «Opera Season» auf ARTE CONCERT, der Mediathek des Senders, als Video-On-Demand zur Verfügung. Somit kann unser internationales Publikum trotz der aktuellen Situation, grosse Oper zu Hause erleben. Sollte der Spielbetrieb im Dezember wiederaufgenommen werden können, finden die Live-Aufführungen wie geplant statt.

Die Premiere wird mit dem eigens entwickelten Spielmodell aufgeführt. Chor und Orchester werden dabei live aus einem externen Probenraum ins Opernhaus gestreamt. Die Aufführung von Werken Giuseppe Verdis ist ein Zürcher Repertoireschwerpunkt. Die veritable Besetzung wird von Christian Gerhaher angeführt. Als Simon Boccanegra wird er nach Alban Bergs Wozzeck und Heinz Holligers Lenau abermals ein spannendes Rollendebüt in Zürich präsentieren. Ebenfalls werden die amerikanische Sopranistin Jennifer Rowley als Boccanegras Tochter Amelia Grimaldi und der bestens bekannte Bassist Christof Fischesser als Boccanegras Widersacher Jacopo Fiesco debütieren. 

In seiner Funktion als Generalmusikdirektor erarbeitet Fabio Luisi letztmalig gemeinsam mit Andreas Homoki eine Neuproduktion am Opernhaus Zürich. Die Geschichte von mächtigen und machtversessenen Männern und familiären Dramen, in denen Frauen die Opfer sind, ist somit das Ende einer erfolgreichen achtjährigen Verdi-Pflege. 

Weitere Informationen zu Simon Boccanegra finden Sie hier.