Ohne Publikum im Stream

Absage des regulären Programms im März bis einschliesslich Ostern

Die Bekanntmachung des Bundesrates Anfang Februar, dass keine grösseren Lockerungen im März zu erwarten sind, zwingt das Opernhaus Zürich zu weiteren Konsequenzen bezüglich des regulären Spielplans. Der Spielbetrieb eines Opernhauses erfordert grosse Planungsvorläufe für die Disposition von Künstler*innen, die Buchung von Reisen, für die Anfertigung von Kostümen, die Herstellung von Bühnenbauten und vielem mehr. Bei einem definitiven Bundesratsentscheid am 17. Februar über das weitere Vorgehen im März sehen wir uns nicht in der Lage, den angekündigten Spielplan zu realisieren.

Mit grossem Bedauern muss das Opernhaus Zürich nach Rücksprache mit dem Kanton Zürich die geplanten grossen Opern- und Ballettaufführungen für März bis und mit Ostermontag, 5. April 2021 absagen.

Die Wiederaufnahmen von Don Pasquale und Werther können leider nicht stattfinden und müssen entfallen. Für alle abgesagten Vorstellungen bis zum 5. April 2021 werden die Abonnements automatisch storniert und erstattet. Untenstehend finden Sie alle Informationen hierzu.

Wird der Bundesrat für den März Veranstaltungen für eine begrenzte Anzahl Zuschauer*innen zulassen, ist das Opernhaus Zürich kurzfristig in der Lage, sich darauf einzustellen und hat einen flexiblen Spielplan mit kleineren Formaten vorbereitet. 
 

Vier Mal live im Stream!

Damit das Live-Erlebnis, das ein Musiktheater ausmacht, nicht auf der Strecke bleibt, steht der Februar im Opernhaus Zürich ganz im Zeichen des LIVE-Erlebens. Vier Produktionen werden an den Wochenende live in die Wohnzimmer von Opern-, Ballett- und Konzertliebhabern übertragen.

Nach der überaus erfolgreichen Fernsehübertragung der Premiere von Simon Boccanegra im Dezember, wird ARTE bereits nach acht Wochen in einer Koproduktion mit SRF erneut eine Aufführung des Opernhauses Zürich für Zuschauer*innen übertragen. Am Sonntag, 7. Februar 2021 sendet ARTE Ein deutsches Requiem live aus dem Opernhaus Zürich. Der designierte Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda wird mit seiner Interpretation einen Vorgeschmack auf den Beginn seiner Amtszeit in der Spielzeit 21/22 geben. Philharmonia Zürich, der Chor der Oper Zürich, die Sopranistin Camilla Tilling und der Bariton Konstantin Shushakov werden gemeinsam das grosse Oratorium unter seiner Leitung und aus ungewöhnlichen Perspektiven zu Gehör bringen. Im Anschluss an die Live-Ausstrahlung steht das Konzert als Video-on-Demand europaweit bis 9. März 2021 in der Mediathek zur Verfügung. Am Karfreitag, 2.4., strahlt das Schweizer Fernsehen das Konzert anlässlich der Osterfeiertage abermals aus. Am Gründonnerstag, 1.4. sendet SRF 2 das Requiem im Radio.

Am darauffolgenden Wochenende präsentiert das Opernhaus Zürich zwei weitere kostenfreie Live-Übertragungen. Die mit dem renommierten «Prix Benois de la Danse» ausgezeichnete Choreografie Winterreise von Christian Spuck wird am Samstag, 13. Februar um 19 Uhr live zu sehen sein. Der Komponist Hans Zender schuf 1993 seine Interpretation auf den Schubertschen Liederzyklus und Gipfel des deutschen Kunstliedes. Nicht nur das Ballett Zürich wird wieder live auf der Bühne des Opernhauses auftreten, auch die Philharmonia Zürich spielt im Orchestergraben des Hauses. Die Liveübertragung kann auf der Website des Opernhauses verfolgt und als Video-on-Demand nachgeschaut werden.

Mit der Premiere von Christoph Willibald Glucks Orphée und Euridice folgt die Oper mit einem Live-Streaming am Sonntag, 14. Februar um 19 Uhr. Christoph Marthaler und Anna Viebrock erzählen den berühmten Mythos von Orpheus (Nadezhda Karyazina), der seine Geliebte Eurydike (Chiara Skerath) aus der Unterwelt befreien will, mit der Unterstützung einer Gruppe von beliebten Marthaler-Figuren, die gemeinsam mit dem Chor des Opernhauses die Ober- und Unterwelten als Zeugen der Ereignisse bevölkern. Der Barockgeiger und Dirigent, Stefano Montanari, leitet die Philharmonia Zürich, die auf der Basis des erprobten Spielmodells wieder live aus einem externen Probenraum ins Opernhaus gestreamt wird.
Am letzten Samstag im Februar wird sich der tänzerische Nachwuchs mit einem eigenen Abend präsentieren. Das Junior Ballett erarbeitet den dreiteiligen Ballettabend Impulse mit Uraufführungen der jungen Choreografen Bryan Arias, Craig Davidson und Juliano Nunes. Die Premiere im Theater Winterthur wird am 27. Februar um 19:30 Uhr live auf der Website des Opernhauses und des Theaters Winterthur übertragen und als Video-on-Demand bis Ende April verfügbar sein. 

Weitere Informationen zum Online-Spielplan des Opernhauses finden Sie hier.

Haben Sie Karten für eine abgesagte Vorstellung? 

Alle Abonnements- und Eintrittskarten der abgesagten Vorstellungen werden automatisch storniert und  Ihrem Kundenkonto gutgeschrieben. Dieses Guthaben können Sie zeitlich unbeschränkt einsetzen, um online, telefonisch oder am Schalter der Billettkasse Karten für andere Vorstellungen zu erwerben. Falls von unserer Seite Rückfragen zur Stornierung bestehen, melden wir uns bei Ihnen. Sollten Sie eine Rücküberweisung statt einer Gutschrift auf Ihrem Kundenkonto wünschen, füllen Sie bitte dieses Formular aus.

Noch nicht bezahlte Kartenreservationen werden automatisch aufgelöst. Gutschriften und Rücküberweisungen werden in Reihenfolge der Vorstellungsdaten laufend abgearbeitet. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis. 

Mit der Einstellung des Spielbetriebes bleiben auch die Schalter der Billettkasse bis auf weiteres geschlossen. Telefonisch ist die Billettkasse unter +41 44 268 66 66 weiterhin erreichbar von Mo – Fr jeweils von 11 bis 18 Uhr. 

Aktuelle Informationen und Handlungsempfehlungen rund um das Coronavirus finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit BAG: www.bag.admin.ch

Warum wir nicht mehr spielen können

Liebe Besucherinnen und Besucher

Die am 28. Oktober 2020 gefällte Entscheidung des Bundesrates, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen zu verbieten, hat katastrophale Konsequenzen für das Opernhaus Zürich. In Absprache mit dem Kanton Zürich musste der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. Produktionen wurden abgesagt und Künstlerinnen und Künstler mussten nach Hause geschickt werden. Viel Energie und Geld haben wir in ein Schutzkonzept und Spielmodell investiert, die sich seit dem Saisonbeginn im September für Publikum und die Mitarbeitenden bewährt haben. Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus im Zuschauerraum sind uns keine bekannt. Das weltweit einmalige Spielmodell, den Chor und das Orchester aus einem externen Probenraum live in die Vorstellung zu streamen, hat es uns ermöglicht, den Zauber von grosser Oper und grossem Ballett nach der Sommerpause wieder erlebbar und spürbar zu machen. Vom Publikum wurde dies ausgesprochen dankbar angenommen und goutiert. Seit Beginn der Saison konnten wir 38 Veranstaltungen, davon 28 Opern- und Ballettaufführungen auf der Hauptbühne inklusive eines dreitägigen weltweiten Live-Streamings, unter diesen Bedingungen realisieren.

Ja, wir wollen spielen. Ja, wir wollen für Sie da sein.
Als grösster Arbeitgeber der Schweizer Kulturbranche trägt das Opernhaus Zürich für 750 Menschen Verantwortung. Die Begrenzung der Zuschaueranzahl auf 50 Personen stellte uns also vor eine unlösbare Aufgabe. Eintrittseinnahmen aus unseren Vorstellungen sind ein existentiell wichtiger Bestandteil der Finanzierung. Allein im Monat November beträgt die Mindereinnahme unter diesen Bedingungen rund CHF 2 Mio.

Um alle Arbeitsplätze auch für die Zukunft sichern zu können, bleibt uns leider keine Wahl als den Betrieb zu schliessen und ab sofort Kurzarbeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beantragen. Als Teil der Gesellschaft sehen wir natürlich unsere Verpflichtung, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen und respektieren die Entscheidung des Bundesrates. Trotzdem hoffen wir inständig den Spielbetrieb so schnell als möglich wieder aufnehmen zu können. 

Herzliche Grüsse
Ihr Opernhaus-Team