Ohne Publikum im Stream

Verlängerung des Lockdowns bis Ende Februar

Vor dem Hintergrund des neuen Bundesrats-Beschlusses, das Veranstaltungsverbot bis Ende Februar zu verlängern, müssen bedauerlicherweise alle Aufführungen des Opernhauses Zürich bis Sonntag, 28. Februar abgesagt werden. Darunter fällt auch die Wiederaufnahme von Vincenzo Bellinis I puritani. Auch für den März 2021 ergeben sich bereits Änderungen im Programm. Die Erarbeitung der Neuproduktion Amerika von Roman Haubenstock-Ramati muss in die Saison 2023/24 verschoben werden. Das äusserst anspruchsvolle und für Orchester, Chor und Tontechnik komplexe Klang-Raum-Erlebnis kann unter den derzeitigen Bedingungen auch mit einem erprobten Schutzkonzept nicht realisiert werden. Für alle abgesagten Vorstellungen werden die Abonnements automatisch storniert und erstattet. Untenstehend finden Sie alle Informationen hierzu.

Damit das Live-Erlebnis, das ein Musiktheater ausmacht, nicht auf der Strecke bleibt, präsentiert das Opernhaus Zürich im Februar ein grosses kostenfreies Live-Streaming-Wochenende.
Mit Christian Spucks preisgekrönter Choreografie Winterreise ist das Ballett Zürich am Samstag, 13. Februar um 19 Uhr wieder live zu sehen. Auf der Grundlage von Hans Zenders Interpretation des Schubertschen Liederzyklus unternimmt Christian Spuck mit seiner Company eine Reise ins Innere des Menschen und ermöglicht mit den Mitteln des Tanzes eine neue Perspektive auf eines der klassischen Meisterwerke. Die Inszenierung wurde 2019 mit dem renommierten «Prix Benois de la Danse» ausgezeichnet und ist dem im gleichen Jahr verstorbenen Komponisten gewidmet.  
Am Sonntag, 14. Februar um 19 Uhr folgt die Oper mit der Premiere von Orphée et Euridice im Live-Stream. Mit der Barockoper von Christoph Willibald Gluck kehren Christoph Marthaler und Anna Viebrock an das Opernhaus Zürich zurück. Stefano Montanari, einer der interessantesten Dirigenten und Barockgeiger der jüngeren Generation, leitet das Orchestra La Scintilla. Als Orphée stellt sich die junge russische Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina am Opernhaus Zürich vor, als Euridice ist die schweizerisch-belgische Sopranistin Chiara Skerath zu hören.

Zusätzlich erweitert das Opernhaus Zürich rundherum seinen Online-Spielplan um eine Reihe an Raritäten. In «Souvenirs» werden ab Ende Januar jede Woche Produktionen in Starbesetzung aus den Chroniken des Opernhauses auf der Homepage kostenlos veröffentlicht. Detaillierte Informationen und weitere digitale Angebote werden zeitnah bekannt gegeben.

Die weiterhin kritische Entwicklung der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen machen Vorstellungen für Zuschauer*innen immer noch unmöglich. Wir hoffen auf eine positive Entwicklung und darauf, bald wieder für unser Publikum die Türen öffnen zu können. Solange dies nicht absehbar ist, sind die Mitarbeitenden weiterhin in Kurzarbeit.

Weitere Informationen zu unserem Online-Spielplan finden Sie hier: www.opernhaus.ch/digital

Haben Sie Karten für eine abgesagte Vorstellung? 

Alle Abonnements- und Eintrittskarten der abgesagten Vorstellungen werden automatisch storniert und  Ihrem Kundenkonto gutgeschrieben. Dieses Guthaben können Sie zeitlich unbeschränkt einsetzen, um online, telefonisch oder am Schalter der Billettkasse Karten für andere Vorstellungen zu erwerben. Falls von unserer Seite Rückfragen zur Stornierung bestehen, melden wir uns bei Ihnen. Sollten Sie eine Rücküberweisung statt einer Gutschrift auf Ihrem Kundenkonto wünschen, füllen Sie bitte dieses Formular aus.

Noch nicht bezahlte Kartenreservationen werden automatisch aufgelöst. Gutschriften und Rücküberweisungen werden in Reihenfolge der Vorstellungsdaten laufend abgearbeitet. Wir danken Ihnen für Ihre Geduld und Ihr Verständnis. 

Mit der Einstellung des Spielbetriebes bleiben auch die Schalter der Billettkasse bis auf weiteres geschlossen. Telefonisch ist die Billettkasse unter +41 44 268 66 66 weiterhin erreichbar von Mo – Fr jeweils von 11 bis 18 Uhr. 

Aktuelle Informationen und Handlungsempfehlungen rund um das Coronavirus finden Sie beim Bundesamt für Gesundheit BAG: www.bag.admin.ch

Warum wir nicht mehr spielen können

Liebe Besucherinnen und Besucher

Die am 28. Oktober 2020 gefällte Entscheidung des Bundesrates, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen zu verbieten, hat katastrophale Konsequenzen für das Opernhaus Zürich. In Absprache mit dem Kanton Zürich musste der Spielbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. Produktionen wurden abgesagt und Künstlerinnen und Künstler mussten nach Hause geschickt werden. Viel Energie und Geld haben wir in ein Schutzkonzept und Spielmodell investiert, die sich seit dem Saisonbeginn im September für Publikum und die Mitarbeitenden bewährt haben. Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Virus im Zuschauerraum sind uns keine bekannt. Das weltweit einmalige Spielmodell, den Chor und das Orchester aus einem externen Probenraum live in die Vorstellung zu streamen, hat es uns ermöglicht, den Zauber von grosser Oper und grossem Ballett nach der Sommerpause wieder erlebbar und spürbar zu machen. Vom Publikum wurde dies ausgesprochen dankbar angenommen und goutiert. Seit Beginn der Saison konnten wir 38 Veranstaltungen, davon 28 Opern- und Ballettaufführungen auf der Hauptbühne inklusive eines dreitägigen weltweiten Live-Streamings, unter diesen Bedingungen realisieren.

Ja, wir wollen spielen. Ja, wir wollen für Sie da sein.
Als grösster Arbeitgeber der Schweizer Kulturbranche trägt das Opernhaus Zürich für 750 Menschen Verantwortung. Die Begrenzung der Zuschaueranzahl auf 50 Personen stellte uns also vor eine unlösbare Aufgabe. Eintrittseinnahmen aus unseren Vorstellungen sind ein existentiell wichtiger Bestandteil der Finanzierung. Allein im Monat November beträgt die Mindereinnahme unter diesen Bedingungen rund CHF 2 Mio.

Um alle Arbeitsplätze auch für die Zukunft sichern zu können, bleibt uns leider keine Wahl als den Betrieb zu schliessen und ab sofort Kurzarbeit für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beantragen. Als Teil der Gesellschaft sehen wir natürlich unsere Verpflichtung, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen und respektieren die Entscheidung des Bundesrates. Trotzdem hoffen wir inständig den Spielbetrieb so schnell als möglich wieder aufnehmen zu können. 

Herzliche Grüsse
Ihr Opernhaus-Team