Eröffnungsfest
«24h Opernhaus»

Es war uns ein Fest

Nach der ersten fulminanten Ausgabe zu Beginn der letzten Saison öffnete das Opernhaus Zürich auch in diesem Jahr für eine Nacht und einen Tag seine Türen. Anlässlich der Eröffnungspremiere «Die Zauberflöte» stand das Eröffnungsfest «24h Opernhaus» ganz im Zeichen der Verzauberung. Zum Spielzeitbeginn wurde das Opernhaus abermals für 24 Stunden zum Ort offener Begegnungen und ungeahnter Entdeckungen. Ab 22 Uhr begann die Nacht mit Konzerten und Performances, einem vierzehnstündigen Klaviermarathon, Führungen durch das Haus – und mit der Möglichkeit, auf der Hauptbühne zu übernachten.
 

Die Nacht

In seiner 1969 entstandenen Komposition für sechs Schlagzeuger «Persephassa» befragte Iannis Xenakis das Verhältnis von Raum, Zeit und Ritual. Der Titel verweist auf Persephone, die Göttin zwischen Ober- und Unterwelt: eine Figur des Übergangs. Die Perkussionistinnen und Perkussionisten des Orchesters der Oper Zürich interpretierten das Werk in einem Set-up, das die Verräumlichung des Klangs erfahrbar machte.

Rund um Mitternacht gestalteten die Sängerinnen Flavia Stricker und Siena Licht Miller ein Vokalprogramm, das die lyrisch-nächtliche Stimmung in besonderer Weise einfing, mit Werken von Heitor Villa-Lobos, Gustav Mahler und anderen.

Einen Höhepunkt bildete der Auftritt des Komponisten und DJs Gabriel Prokofiev, dessen Musik auch in Cathy Marstons Ballettabend «Ein Sommernachtstraum» zu hören ist. Gemeinsam mit Musiker des Orchesters und dem Tänzer Jorge García Pérez interpretierte Prokofiev seine Werke «Breaking Screens» und «Howl!»: Pulsierende Beats und Ambient-Klänge trafen auf klassische Instrumente und eine energetische Solo-Tanzimprovisation. Musik im Hier und Jetzt.

Ein weiteres besonderes Ereignis war ab 22 Uhr im Spiegelsaal zu erleben. Erik Saties «Vexations» («Quälereien») gehört zu den grossen Kuriositäten der Musikgeschichte: Für ein kurzes Motiv schreibt Satie – wahrscheinlich 1893 – insgesamt 840 Wiederholungen vor. Was als Zumutung begann, wurde im Verlauf der Stunden zu einer einmaligen Kunsterfahrung von besonderer emotionaler Tiefe. Eine Gruppe von Pianist interpretierte das Werk erstmals am Opernhaus Zürich.

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Der Tag

Nach einer Yoga-Session auf der Hauptbühne liessen sich ab 10 Uhr die Bühne und die Räume des Opernhauses erkunden, Werkstätten und Probesäle eingeschlossen. Das künstlerische Programm auf der Hauptbühne präsentierte unter anderem ein Familienkonzert mit Ausschnitten aus der «Zauberflöte». In einer öffentlichen Probe zeigte das Ballett Zürich Ausschnitte aus der Neuproduktion «Ein Sommernachtstraum». Der Chor gab Einblick in die Vorbereitung der neuen Saison und lud zum Mitsingen ein. Weitere Einblicke in die Arbeit des Balletts Zürich gab es auf der Studiobühne, am Kreuzplatz konnte eine musikalische Probe zu «Die Fledermaus» besucht werden.

Auch der Sechseläutenplatz wurde für diesen Tag zur Bühne: Tanz im Freien mit «Bal moderne», ein Konzert des Opernstudios, eine Ballettstange für alle und viele weitere Überraschungen standen auf dem Programm. Am Nachmittag liess sich bei der «Chaos-Stage» im Spiegelsaal das eigene Können spontan präsentieren. Den Höhepunkt des Tages bildete die öffentliche Probe von Puccinis «La rondine», während draussen DJ Louis de Fumer zur Party einlud.

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