Cardillac

Paul Hindemith

Oper in drei Akten
Libretto von Ferdinand Lion nach
E.T.A. Hoffmann (1. Fassung)

Von 15. Februar 2026 bis 10. März 2026

  • Sprache:
    In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
    Matinee: 01 Feb 2026
    Sonder-Kammerkonzert zur Premiere: 15 Feb 2026

    © Plakatmotiv von Mierswa-Kluska (Trunk Archive)

Musikalische Leitung:
Fabio Luisi

Fabio Luisi

Fabio Luisi stammt aus Genua. Er ist Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich, Music Director des Dallas Symphony Orchestra und Chefdirigent des Danish National Symphony Orchestra. Von 2011 bis 2017 war Fabio Luisi Principal Conductor der Metropolitan Opera in New York, zuvor Chefdirigent der Wiener Symphoniker (2005-2013), Generalmusikdirektor der Staatskapelle Dresden und der Sächsischen Staatsoper (2007-2010), Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters Leipzig (1999-2007) und Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (1997-2002), mit dem er zahlreiche CDs aufnahm (Poulenc, Respighi, Mahler, Liszt, eine Gesamtaufnahme der sinfonischen Werke von Arthur Honegger und Verdis Jérusalem und Alzira). Er ist Musikdirektor des «Festival della Valle d’Itria» in Martina Franca (Apulien) und Gastdirigent renommierter Klangkörper, darunter das Philadelphia Orchestra, das Cleveland Orchestra, das NHK Tokio, die Münchener Philharmoniker, die Filarmonica della Scala, das London Symphony Orchestra, das Concertgebouw Orkest Amsterdam, das Saito Kinen Orchester sowie zahlreiche namhafte Opernorchester. Bei den Salzburger Festspielen trat er mit Richard Strauss’ Die Liebe der Danae und Die Ägyptische Helena hervor. Zu seinen bedeutendsten Dirigaten am Opernhaus Zürich zählen bisher u.a. die Neuproduktionen von drei Bellini-Opern sowie Rigoletto, Fidelio, Wozzeck und Verdis Messa da Requiem. Wichtige CD-Aufnahmen sind Verdis Aroldo, Bellinis I puritani und I Capuleti e i Montecchi, sämtliche Sinfonien von Robert Schumann sowie die Sinfonien und das Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln des vergessenen österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Ausserdem liegen verschiedene sinfonische Dichtungen von Richard Strauss und eine hochgelobte Aufnahme von Bruckners 9. Sinfonie mit der Staatskapelle Dresden vor. Für die Einspielungen von Siegfried und Götterdämmerung mit dem Orchester der Met erhielt er einen Grammy, 2013 wurde ihm der begehrte italienische Kritikerpreis Premio Franco Abbiati und 2014 der Grifo d’Oro der Stadt Genua verliehen. Er ist Träger des Bruckner-Ringes der Wiener Symphoniker sowie Cavaliere und Commendatore der italienischen Republik. Im 2015 neu gegründeten Label «Philharmonia Records» der Philharmonia Zürich erschienen unter seiner Leitung bisher Werke von Berlioz, Wagner, Verdi, Rachmaninow, Bruckner, Schubert, Rimski-Korsakow und Frank Martin sowie die DVDs zu Rigoletto (Regie: Tatjana Gürbaca), Wozzeck (Regie: Andreas Homoki), I Capuleti e i Montecchi (Regie: Christof Loy), die Messa da Requiem (Regie/Choreografie: Christian Spuck) und Das Land des Lächelns (Regie: Andreas Homoki).

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Inszenierung:
Kornél Mundruczó

Kornél Mundruczó

Kornél Mundruczó, geboren in Ungarn, studierte an der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest und ist ein renommierter europäischer Film-, Theater- und Opernregisseur, dessen Inszenierungen auf internationalen Festivals und Bühnen gezeigt werden. Seit 2003 debütieren seine Filme regelmässig bei den Filmfestspielen in Cannes. Johanna, seine filmische Opernadaption der Geschichte von Jeanne d’Arc, lief 2005 in der Reihe Un Certain Regard. Dort wurde 2014 auch Underdog gezeigt, der den Hauptpreis dieser Sektion erhielt. Sein erster englischsprachiger Film, Pieces of a Woman (2020) mit Vanessa Kirby, Shia Labeouf und Ellen Burstyn, wurde zum Netflix-Hit. Seit 2003 arbeitet Kornél Mundruczó auch für die Bühne. In Ungarn gründete er 2009 zusammen mit der Theaterproduzentin Dóra Büki die freie Theaterkompanie Proton Theatre. Ihre Produktionen wurden weltweit auf mehr als 100 Festivals gezeigt, darunter Frankenstein-Project, Hard to be a God/Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein, Dementia und Imitation of life / Scheinleben / Látszatélet. 2017 wurde Imitation of Life für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST nominiert. An der Vlaamse Opera inszenierte er 2014 Herzog Blaubarts Burg/Winterreise und 2016 Die Sache Makropulos. Letztere wurde in der Kategorie Neuinszenierung für die International Opera Awards 2017 nominiert. 2019 feierte seine Inszenierung von Liliom von Ferenc Molnár, einer Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, am Hamburger Thalia Theater Premiere. Zu seinen jüngsten Arbeiten in der Oper zählen Lohengrin und Tosca an der Bayerischen Staatsoper, Tannhäuser an der Hamburgischen Staatsoper sowie Salome am Grand Théâtre in Genf. Die von ihm inszenierte Oper Sleepless von Peter Eötvos wurde in der Kritikerumfrage des Fachmagazins Opernwelt zur Uraufführung des Jahres 2022 gekürt.

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Ausstattung:
Monika Korpa

Monika Korpa

Monika Korpa wurde in Lettland geboren und studierte Textilkunst an der Hochschule für Angewandte Kunst in Riga und Bühnenbild an der Kunstakademie Lettlands, wo sie mittlerweile als Dozentin tätig ist. Sie arbeitet in den Bereichen Szenografie für Theater, Oper und Film, Installation und Fotografie und entwarf Bühnenbilder für das New Riga Theatre, das Lettische Nationaltheater und die Lettische Nationaloper, das Mariinski-Theater und das Michailowski-Theater in St. Petersburg, das TR Warszawa und die Wiener Festwochen. Seit 2000 verbindet sie eine enge Zusammenarbeit mit dem Regisseur Alvis Hermanis am New Riga Theatre, am Schauspiel Frankfurt, an den Münchner Kammerspielen, am Schauspielhaus Zürich, am Wiener Akademietheater sowie bei der Ruhrtriennale und den Berliner Festspielen. Mit Kornél Mundruczó hat sie seit 2016 mehrere Arbeiten verwirklicht, u.a. anderem Die Sache Makropulos an der Vlaamse Opera und am Grand Théâtre de Genève, Pieces of a Woman am TR Warszawa, Liliom bei den Salzburger Festspielen und am Thalia Theater in Hamburg sowie Evolution bei der Ruhrtriennale. 2022 schuf sie Bühnenbild und Kostüme für die Uraufführung von Peter Eötvös’ Oper Sleepless an der Staatsoper Berlin, 2024 erfolgte dort Rusalka. Nach ihrem Debüt an der Bayerischen Staatsoper mit der Neuproduktion von Lohengrin 2022 gestaltete sie dort 2023/24 Bühne und Kostüme für die Neuinszenierung von Tosca. An der Berliner Volksbühne entstand 2024 Method. Am Grand Théâtre de Genève, wo sie zuvor Voyage vers l'espoir von Christian Jost auf die Bühne brachte, erfolgte 2024/25 Salome.

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Choreinstudierung:
Klaas-Jan de Groot

Klaas-Jan de Groot

Klaas-Jan de Groot ist ein niederländischer Dirigent und Chorleiter. Nach seinem Studium in Den Haag und Cardiff war er von 2016 bis 2022 Assistent der Chordirektorin Ching-Lien Wu an der Niederländischen Oper in Amsterdam, wo er mit dem Opernchor mehrere Produktionen und Projekte einstudierte. Seit 2018 arbeitet er regelmässig mit dem Niederländischen Rundfunkchor (Groot Omroepkoor) zusammen. Von 2018 bis 2024 war er jährlich als Assistent von Chordirektor Eberhard Friedrich bei den Bayreuther Festspielen tätig. Er dirigierte verschiedene Konzerte und Aufführungen mit der Opera Zuid sowie mit dem Orchestra of the 18th Century und den Essener Philharmonikern. Von 2022 bis 2025 war er Chordirektor des Aalto-Theaters in Essen. Seit 2023 arbeitet er regelmässig mit dem NDR Vokalensemble in Hamburg. 2024 gab er sein Debüt beim MDR-Rundfunkchor sowie beim Rundfunkchor Berlin. Im Rahmen der Förderung von Nachwuchstalenten wurde Klaas-Jan de Groot 2021 mit dem renommierten niederländischen Dirigierpreis des Anton Kersjes-Fonds ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Chordirektor des Opernhaus Zürich.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025
Lichtgestaltung:
Elfried Roller

Elfried Roller

Elfried Roller stammt aus Stuttgart. Schon während des Studiums der Elektrotechnik arbeitete er nebenher in einem Privattheater in Karlsruhe. Es folgte die Meisterausbildung am Opernhaus Stuttgart. Von dort wechselte er ans Staatstheater Kassel und kreierte Lichtdesigns u. a. für Armin Petras, Volker Schmalör, Schirin Khodadadian und Hans Henning Paar. Seit 2008 ist Elfried Roller am Opernhaus Zürich beschäftigt. Hier entstand u. a. das Licht für «La finta giardiniera» in der Regie von Tatjana Gürbaca, Donizettis «Roberto Devereux» von David Alden sowie für Sebastian Baumgartens Produktionen «Hamletmaschine», «Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny», «Belshazzar», «Turandot» und «Amerika». 2023 führte ihn mit Donizettis «Anna Bolena» in der Inszenierung von David Alden ein Gastengagement an die Deutsche Oper Berlin.

La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026
Dramaturgie:
Kathrin Brunner,

Kathrin Brunner

Kathrin Brunner wurde in Zürich geboren. Sie studierte in ihrer Heimatstadt sowie an der Humboldt-Universität Berlin Germanistik, Musikwissenschaft und Französisch. Nach diversen Regiehospitanzen (u. a. «Die Dreigroschenoper» am Luzerner Theater; Regie: Vera Nemirova) und Dramaturgiehospitanzen ist sie seit 2008 Dramaturgin am Opernhaus Zürich. Hier arbeitete sie mit Regisseur:innen wie Achim Freyer («Moses und Aron»), Harry Kupfer («Die Meistersinger von Nürnberg», «Tannhäuser»), Stephan Müller, Guy Joosten, Damiano Michieletto, Christof Loy («La straniera», «Alcina», «I Capuleti e i Montecchi», «Don Pasquale», «La rondine»), Willy Decker («Il ritorno d'Ulisse in patria», «The Turn of the Screw»), Andreas Homoki («Wozzeck», «Das Land des Lächelns», «La forza del destino»), Christoph Marthaler («Il viaggio a Reims», «Orphée et Euridice»), Barrie Kosky («Die Gezeichneten», «Boris Godunow»), Nadja Loschky, Nina Russi, Jan Essinger und Jetske Mijnssen («Idomeneo», «Hippolyte et Aricie», «Platée»). Bei den Salzburger Festspielen 2012 erarbeitete sie «La bohème» mit Damiano Michieletto. Während der Corona-Pandemie war sie Co-Gründerin der Konzertreihe «Altchemie live» in der Alten Chemie Uetikon. 2025 betreute sie als Dramaturgin Jetske Mijnssens Inszenierung von Francesco Cavallis «La Calisto» beim Festival d’Aix-en-Provence.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026
Kata Wéber

Kata Wéber

Kata Wéber studierte an der Universität für Theater- und Filmkunst in Budapest und arbeitet heute als Drehbuchautorin und Dramatikerin. Ihre Theaterstücke wurden in Polen («Die Fledermaus», «Pieces of a Woman», TR Warsawa), Deutschland («Minime», Volksbühne Berlin), der Schweiz («Hotel Lucky Hole», Schauspielhaus Zürich) sowie Ungarn («Imitation of Life», «Evolution», Proton Theatre Budapest) aufgeführt und mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. In diesen Jahren begann sie für Proton Cinema zu arbeiten und startete ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Kornél Mundruczó. Ihr erster gemeinsamer Film, «White God», gewann 2014 den Preis «Un certain regard» in Cannes und feierte 2015 seine Nordamerika-Premiere beim Sundance Film Festival. Ihre nächsten Originalfilme, «Jupiter’s Moon» und «Evolution», wurden 2017 und 2023 im Wettbewerb in Cannes gezeigt. Sie erhielt 2018 ihren DLA-Abschluss summa cum laude der Universität für Theater- und Filmkunst Budapest. Ihr erstes Opernlibretto, «Journey of Hope», basierend auf dem Oscar-prämierten Film von Xavier Koller, wurde im Grand Théâtre de Genève uraufgeführt. Ihr erstes englisches Drehbuch «Pieces of a Woman» war Teil der offiziellen Auswahl der 77. Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Ihr letztes Theaterstück, «Parallax», feierte sein Debüt 2024 bei den Wiener Festwochen.

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Besetzung


Der Goldschmied Cardillac Gábor Bretz


Die Tochter Anett Fritsch


Der Offizier Michael Laurenz


Der Goldhändler Stanislav Vorobyov


Der Kavalier Sebastian Kohlhepp


Die Dame Dorottya Láng


Der Führer der Prévôte Brent Michael Smith

Gábor Bretz

Seit seinem Abschluss an der Franz-Liszt-Musikakademie in Budapest tritt der Bassbariton Gábor Bretz regelmässig an der Ungarischen Staatsoper auf, wo er die wichtigsten Rollen seines Fachs singt. Zu seinen Höhepunkte zählen ausserdem Don Quichotte (Pariser Opéra, Bregenzer Festspiele), Heinrich der Vogler in "Lohengrin" (Staatsoper Unter den Linden, La Monnaie/De Munt, Londoner Covent Garden), Grigoris in Martinus "Greek Passion" (Salzburger Festspiele), Jochanaan (Salzburger Festspiele, Festival d'Aix-en-Provence), Don Pizarro (Theater an der Wien, Opéra Comique in Paris), Scarpia (Theater an der Wien, Teatro Comunale di Bologna), Escamillo (Metropolitan Opera, Royal Opera House Covent Garden, Bayerische Staatsoper u.a.), Sarastro (La Monnaie/De Munt), Ferrando in "Il trovatore" (Royal Opera House, Covent Garden), Philipp II. in "Don Carlos" (Staatsoper Hamburg) und die vier Bösewichte in "Les Contes d'Hoffmann" (La Monnaie). Als Blaubart trat er u.a. mit den Berliner Philharmonikern, dem Bayerischen Rundfunk, London Symphony und dem Concertgebouw Orchestra auf. 2024-2025 kehrte er als Wanderer in Pierre Audis Neuproduktion von "Siegfried" unter A. Altinoglu nach Brüssel zurück, nachdem er dort Wotan in Castelluccis Neuproduktionen von "Das Rheingold" und "Die Walküre" den Wotan verkörpert hatte. Weitere Projekte in dieser Spielzeit waren u.a. Wassermann in Tcherniakovs Neuproduktion von "Rusalka" am Teatro San Carlo, Mundruczós Neuproduktion von "Salome" in Genf sowie Gurnemanz, Filippo II., Méphistophélès und die Titelrolle in "Blaubarts Burg" an der Ungarischen Staatsoper. Gábor Bretz ist Professor für Gesang an der Franz-Liszt-Akademie für Musik in Budapest.

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Anett Fritsch

Anett Fritsch, in Sachsen geboren, studierte an der Musikhochschule Felix Mendelssohn Bar­tholdy in Leipzig. 2001 gewann sie den ersten Preis beim Johann Sebastian Bach Wettbewerb Leipzig sowie 2006 und 2007 den internationalen Wettbewerb der Kammer­oper Schloss Rheinsberg, wo sie die Partien der Despina (Così fan tutte) und der Adina (L’elisir d’amore) sang. 2009 bis 2015 gehörte sie zum Ensemble der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg und interpretierte dort u.a. Pamina, Blanche (Dialogues des Carmélites), Konstanze (Die Entführung aus dem Serail) und Marie (La Fille du régiment). Am Glyndebourne Festival debütierte sie als Al­mirena (Rinaldo), am Theater an der Wien als Merione (Telemaco), an der Bayerischen Staats­oper als Susanna (Le nozze di Figaro), an der Scala als Donna Elvira (Don Giovanni) und 2014 ebenfalls als Donna Elvira bei den Salzburger Festspielen, wohin sie als Contessa (Le nozze di Figaro) zurückkehrte. Zudem gab sie ihr Debüt als Fiordiligi (Così fan tutte) in der Inszenierung von Michael Haneke am Teatro Real Madrid; in dieser Inszenierung war sie ebenfalls am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und an den Wiener Festwochen zu hören. Die Contessa (Le nozze di Figaro) sang sie aus­serdem in Madrid und am Theater an der Wien, Marzelline (Fidelio) und Ilia (Idomeneo) in Madrid, Pamina am Theater an der Wien und an der Volksoper in Wien, Ginevra (Ariodante) und Donna Elvira in Amsterdam sowie Susanna (Le nozze di Figaro) in Toulouse. Eine Tournee führte sie als Cherubino (Le nozze di Figaro) unter der Leitung von René Jacobs mit dem Freiburger Barockorchester durch ganz Europa.

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Michael Laurenz

Michael Laurenz begann seine Gesangskarriere als Tamino bei den Schlossfestspielen Wernigerode. Es folgten Engagements mit den Stuttgarter Philharmonikern und an der Kammeroper München. Als Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich (2008–2010) sang er u.a. die Titelpartie in Offenbachs Barbe­Bleue und Siegfried in Oscar Straus’ Die lustigen Nibelungen. 2010 wurde er ans Opernhaus Zürich engagiert und war hier u.a. als Arbace (Idomeneo), Lindoro (Haydns La fedeltà premiata), Dr. Cajus (Falstaff), Tanzmeister (Ariadne auf Naxos), Valzacchi (Der Rosenka­
valier), Iwan (Die Nase), Abdisu (Palestrina), Pedrillo (Die Entführung aus dem Serail), Der Schäbige (Lady Macbeth von Mzensk), David (Die Meistersinger von Nürnberg), Aegisth (Elektra), Monostatos (Die Zauberflöte), Pirzel (Die Soldaten) und in der Titelrolle von Robin Hood zu hören. Michael Laurenz gastiert regelmässig an den grossen Opernhäusern und Festivals Europas, darunter die Bregenzer Festspiele, die Pariser Oper, die Salzburger Festspiele 
und die Bayerische Staatsoper. Höhepunkte der letzten Zeit waren Valzacchi (Der Rosenkava­lier) in Amsterdam, Andres (Wozzeck) an der Mailänder Scala, Meckie Messer beim Kurt Weill-Fest in Dessau, Aegisth (Elektra) sowie Albert Gregor (Die Sache Makropulos) an der Vlaamse Opera, Tanzmeister (Ariadne auf Naxos) in Glyndebourne, Willy (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny) in Zürich, Basilio (Le nozze di Figaro) an der Oper Köln und Flute (A Midsummer Night’s) am Theater an der Wien. Er ist Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und war dort zuletzt in Arabella, Die Zauberflöte für Kinder, Les Contes d’Hoff­mann und Orest zu hören.

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Stanislav Vorobyov

Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Er war Mitglied des Internationalen Opernstudios und ist seit der Spielzeit 2018/19 Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich. Er war hier u. a. als Colline («La bohème»), Alidoro («La Cenerentola»), Oberpriester («Nabucco»), Notar («Der Rosenkavalier»), Reinmar von Zweter («Tannhäuser»), Faust («Der feurige Engel»), Zaretsky («Eugen Onegin»), Cesare Angelotti («Tosca»), Fünfter Jude und 1. Nazarener («Salome»), Lord Rochefort («Anna Bolena»), Dottor Grenvil («La traviata»), Crébillon («La rondine») und Zuniga («Carmen»), Roberto («I vespri siciliani»), Roucher («Andrea Chénier»), Polizeikommissar («Der Rosenkavalier») sowie als Marchese Calatrava («La forza del destino»)  zu hören. Ausserdem sang er Don Basilio («Il barbiere di Siviglia») bei den Bregenzer Festspielen, Nourabad («Les Pêcheurs de perles») an der Oper Vlaandern und in Luxemburg sowie Ombra di Nino («Semiramide») im Concertgebouw Amsterdam. Bei den Bregenzer Festspielen war er als Onkel Bonzo in «Madama Butterfly» und als Il capitano/L’ispettore in Umberto Giordanos «Siberia» zu. 2024 war er zudem als Colline («La bohème») am Tokyo Metropolitan Theater und am ROHM Theatre Kyoto zu Gast.

Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025

Sebastian Kohlhepp

Der Tenor Sebastian Kohlhepp wurde in Limburg an der Lahn geboren und studierte bei Hedwig Fassbender in Frankfurt. Es folgten Festengagements am Staatstheater Karlsruhe, an der Wiener Staatsoper und der Oper Stuttgart. Seit der Saison 2017/18 ist er freischaffend tätig.  Zu den wichtigsten Stationen der vergangenen Jahre zählen u. a. sein Debüt am Teatro alla Scala in Mailand (Narraboth in «Salome»), die Rollen Tamino («Die Zauberflöte») und Belmonte («Die Entführung aus dem Serail») an der Wiener Staatsoper, Don Ottavio («Don Giovanni») am Opernhaus Zürich, Ferrando («Così fan tutte») in München und Amsterdam, Rollendebüts als Flamand (Richard Strauss’ «Capriccio») bei den Salzburger Festspielen und als Idomeneo an der Oper Köln sowie David in «Die Meistersinger von Nürnberg» am Teatro Real Madrid, bei den Osterfestspielen Salzburg und an der Semperoper Dresden. Als Konzertsänger arbeitet er u. a. mit den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, dem SWR Symphonieorchester, dem Orchestre des Champs-Élysées und der Akademie für Alte Musik Berlin sowie mit Dirigenten wie Kirill Petrenko, Ivor Bolton, Sylvain Cambreling, Teodor Currentzis, Ádám Fischer, Pablo Heras-Casado, Philippe Herreweghe, Manfred Honeck, Kent Nagano, Andris Nelsons, François-Xavier Roth, Lorenzo Viotti und Franz Welser-Möst zusammen. In der Spielzeit 2025/26 gibt er sein Rollen- und Hausdebüt als Loge in «Das Rheingold» an der Staatsoper Berlin unter der Leitung von Christian Thieleman und kehrt als Belmonte an die Wiener Staatsoper zurück.

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Dorottya Láng

Die Mezzosopranistin Dorottya Láng wurde in Budapest geboren und studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Sie war von 2012 bis 2014 Ensemblemitglied an der Wiener Volksoper, wechselte für die Spielzeit 2014/15 an das Nationaltheater Mannheim und gehörte von 2015 bis 2018 dem Ensemble der Hamburgischen Staatsoper an. Seither hat sie mit Dirigenten wie Adam Fischer, Marc Albrecht, Sakari Oramo, Ivan Fischer, Cornelius Meister, Kent Nagano und Theodor Currentzis sowie mit Orchestern wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, den Düsseldorfer Symphonikern, dem Ungarischen Radio-Sinfonieorchester, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg und den Wiener Symphonikern gearbeitet. Zu ihrem Opernrepertoire gehören Rollen wie der Komponist («Ariadne auf Naxos»), Octavian («Der Rosenkavalier»), Venus («Tannhäuser»), Brangäne («Tristan und Isolde»), Hänsel («Hänsel und Gretel»), Marguerite («La damnation de Faust»), Waltraute («Die Walküre») und Adriano («Rienzi»). Sie gastierte u. a. an der Norwegischen Staatsoper in Oslo, bei den Opernfestspielen in Savonlinna, bei der Ruhrtriennale, an der Deutschen Oper am Rhein sowie im Festspielhaus Baden-Baden mit den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko. Konzerte führten sie u. a. zu den BBC Proms, in den Kulturpalast Budapest, in die Berliner Philharmonie, den Concertgebouw Amsterdam, das Konzerthaus Wien sowie zum Internationalen Liederfestival in Oxford. Zu ihren jüngsten Engagements gehören die Alt-Partie in Mahlers «Lied von der Erde» mit den Berliner Philharmonikern, der Komponist mit der Nederlandse Reisopera und Venus in Budapest.

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Brent Michael Smith

Der Bass Brent Michael Smith stammt aus den USA. Er studierte Gesang an der Academy of Vocal Arts in Philadelphia und an der University of Northern Iowa sowie Klavier am Hope College in Michigan. Er war Finalist bei der Queen Sonja International Music Competition (2021) sowie Halbfinalist bei den Metropolitan Opera Council Auditions (2020) und ging als Preisträger bei internationalen Gesangswettbewerben wie der Grand Rapids Opera Competition, Giargiari Bel Canto Competition, Opera Birmingham Competition, Opera Index Competition und dem Concorso Lirico Internazionale di Portofino hervor. Ausserdem erhielt er Stipendien der Loren L. Zachary Society und der Young Patronesses of the Opera Competition in Miami. In den USA sang er u. a. Zuniga («Carmen»), Friedrich Bhaer (Mark Adamos «Little Women») und Ashby («La fanciulla del West») an der Michigan Opera, Antonio («Le nozze di Figaro») an der Toledo Opera, Ariodante («Xerxes») beim Glimmerglass Festival, Lakai («Ariadne auf Naxos») an der Santa Fe Opera sowie Celio (Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen») und Peter Quince («A Midsummer Night’s Dream») an der Opera Philadelphia. In der Spielzeit 2020/21 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich und wurde hier in der darauffolgenden Spielzeit 2021/22 in das Ensemble aufgenommen. Am Opernhaus Zürich war er seither u. a. als Sparafucile («Rigoletto»), Raimondo («Lucia di Lammermoor»), Fürst Gremin («Jewgeni Onegin»), Frère Laurent («Roméo et Juliette»), Fafner («Das Rheingold») und Cesare Angelotti («Tosca») zu hören.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026
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Chor der Oper Zürich

Der Chor der Oper Zürich bildet mit seinen 60 festangestellten Mitgliedern und der Mitwirkung von bis zu 160 Vorstellungen pro Saison einen wesentlichen Eckpfeiler des künstlerischen Ensembles am Opernhaus Zürich. Er vereinigt unter dem Dach des traditionsreichsten schweizerischen Opernhauses Sängerinnen und Sänger auf höchstem professionellen Niveau, deren musikalische und stilistische Versiertheit sich mit darstellerischer Gestaltungskraft und spontaner Spielfreude verbinden. Regelmässig stellen seine Mitglieder auch als Solisten ihr künstlerisches Format unter Beweis. Der Chor spiegelt in seiner internationalen Zusammensetzung den Anspruch und die Strahlkraft der Oper Zürich wieder, die sich durch zahlreiche DVD-Aufnahmen erwiesen haben und 2104 mit dem Preis der «Opera Company of the Year» ausgezeichnet wurden. Wichtige musikalische Impulse erhielten die Chormitglieder durch die Arbeit mit Dirigenten wie Nello Santi, Nikolaus Harnoncourt, Franz Welser-Möst, Bernard Haitink, Riccardo Chailly, Valery Gergiev, Daniele Gatti, Zubin Mehta und Fabio Luisi. Ihre schauspielerischen Fähigkeiten entwickelten sie im Dialog mit Regisseuren wie David Pountney, Robert Wilson, Harry Kupfer, Peter Stein, Peter Konwitschny oder Andreas Homoki. Gastspiele führten den Chor nach Tokio (Der Rosenkavalier und La traviata), London (Die Meistersinger von Nürnberg, Tannhäuser, Der fliegende Holländer), Paris (La cenerentola, Fierrabras), Athen (Carmen, Idomeneo) oder nach Rom, wo er anässlich einer Papstmesse zur Feier des 500-jährigen Bestehens der Schweizer Garde Mozarts Krönungsmesse aufführte. Als «International Chamber Vocalists» wirkte der Chor der Oper Zürich in der 2014 mit einem Echo-Preis ausgezeichneten Neueinspielung von Vincenzo Bellinis Norma mit.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Kurzgefasst

Cardillac kann sich von seinen Kunststücken nicht trennen. Der Juwelier muss töten, wer Schmuck bei ihm kauft. E.T.A. Hoffmanns Novelle «Das Fräulein von Scuderi», eine der ersten Kriminalgeschichten überhaupt, diente Paul Hindemith als Vorlage. Seine Oper von 1926 ist ein Meilenstein in der Entwicklung des Musiktheaters. 100 Jahre nach der Uraufführung in Dresden bringt das Opernhaus Hindemiths erste abendfüllende Oper in einer Neuinszenierung heraus.

Bereits zu Beginn der 1920er-Jahre hatte sich Hindemith innerhalb der jüngeren Komponistengeneration eine prominente, nicht selten umstrittene Stellung erarbeitet. Insbesondere seine frühen musiktheatralen Einakter wie «Sancta Susanna» oder «Mörder, Hoffnung der Frauen» sorgten für nachhaltige Aufmerksamkeit und etablierten seinen Namen auch auf den Opernbühnen – als Vorboten von «Cardillac», mit dem ihm erstmals ein bleibender Platz im Opernrepertoire zufallen sollte. Hindemith schuf ein tiefsinniges Künstlerdrama, das den gesellschaftlichen Wert von Kunst und Kunstschaffenden, von Kunst und Besitz, Nutzen, Ethik und Grenzen der Kunst thematisiert.

Die Produktion verschafft ein Wiedersehen mit dem ehemaligen Zürcher Generalmusikdirektor Fabio Luisi, der ein passionierter Anwalt von Hindemiths rhythmusgetriebener, eiskalt-schillernder Partitur ist.

Für die Inszenierung zeichnet Kornél Mundruczó verantwortlich, einer der aktuell spannendsten Theater- und Filmemacher («Pieces of a Woman», «Underdog» u.a.). Mundruczó liest «Cardillac» als zeitgenössischen Thriller, als psychologisch hoch aufgeladene Geschichte über Besitz, Obsession und Macht. Der Abend ist ein Spiegel unserer heutigen Konsumgesellschaft, in der das Streben nach materiellen Gütern, nach Status und schnellem Kick eine zentrale Rolle spielen. Cardillac selbst ist eine psychologisch komplexe Figur: ein angesehener Künstler, dessen körperliche Bindung an sein Werk und den Zwang nach Kontrolle ihn zum Dieb und Mörder macht.

Die ästhetische Inspiration für das Bühnenbild schöpft aus realen urbanen Orten – vom New Yorker Diamond District bis nach Antwerpen, wo Gold und Diamanten als «Treibstoff des Reichtums» fungieren. Diese glitzernde Welt steht in scharfem Kontrast zur psychologischen Dunkelheit des Stücks: ein Spiel aus schimmernder Oberfläche und innerer Abgründigkeit.

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Gut zu wissen

Die Schweiz «chaibenätt», er selbst ein Bürgerschreck

Die Schweiz spielte eine wichtige Rolle im Leben von Paul Hindemith. Ein Essay von Corinne Holtz über den Komponisten von «Cardillac»

Paul Hindemith tut, wovon man Deutschen abrät: Er versucht sich in Schweizer Mundart und komponiert sogar Lieder nach Vorlagen bekannter Dialektdichter. «Das Neuste, was ich vom Stapel gelassen habe, sind Schwizerliedli nach Texten von Sophie Hämmerli-Marti und Adolf Frey», schreibt Hindemith 1916 an seine Gastfamilie in Aarau. Dort, im Arzthaus am Schlossplatz, verbringt er als Student regelmässig Sommerferien. «Chaibenätt» wie seine «Liedli» ist auch sein Aarauer Freund Werner Wehrli. Er studiert ebenfalls am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt und bessert Hindemiths Schweizerdeutsch nach. Die beiden gründen einen «geheimen Bund» und verfassen einen «Jahresbericht». Darin liest man von einem Festspielhaus namens «Neu Byreuth», das einem zeitgemässen Konservatorium angegliedert sein müsste. Auch Suppen-Würfel von Knorr (gleich wie der marktführende Lebensmittelhersteller heisst auch der Kompositionslehrer Hindemiths) müssten vorhanden sein: «Durch einfaches Überbrühen mit heissem Wasser erhält man eine schmackhafte Fuge!». Das Hoch’sche Konservatorium war ein Magnet für Talente. Es versammelte Lehrpersonen von Weltruhm. Namen wie Clara Schumann und Engelbert Humperdinck begründeten den Ruf. Auch eine Schweizer Geigerin zählte in ihren Anfängen zu dem Kreis: Anna Hegner aus Basel. Sie war eine Pionierin: die erste Frau im Orchester der Allgemeinen Musikgesellschaft Basel, die erste Schweizerin, die als Solistin an den Proms in London auftrat und Lehrerin des zehnjährigen Paul Hindemith in Frankfurt. Weil sie in die Schweiz zurückkehren wollte, empfahl sie ihn einem Kollegen. Dieser wiederum vermittelte Hindemith im Wintersemester 1908/09 einen kostenlosen Studienplatz am Hoch’schen. Denn Pauls Vater versagte als Ernährer. Er hätte Musiker werden wollen und blieb ein Handwerker mit Geldsorgen. Seine Kinder sollten es besser haben. Der Preis dafür war hoch. «Der Vater hat an mir und meinem Bruder ausgelassen, was er nicht gekriegt hat», sagte Hindemith. Sie erfuhren erbarmungslosen Drill. «Der Bengel musste büssen, bis der Pfiff wieder drinnen war», prahlte der Vater, als Paul nach drei Jahren in Obhut der Grosseltern in die Familie zurückkehrte. «Punkto Gehör und Musik recht schön hochgeschafft», sei er nunmehr zum «Herrgott» verkommen. Hindemiths Beziehung zum Vater war «prekär», an der unsichtbaren Mutter hing er, schreibt einer der Biografen. Somit lagen Konfliktlinien blank, an denen sich Hindemith abarbeitete. Er spielte noch mit 22 Jahren Puppentheater mit den Kindern seiner Ersatzfamilie und fand darin Geborgenheit. Er schuf sich mit seinen Zeichnungen eine Parallelwelt in der Groteske. Ein Leben lang. Das betraf auch eine andere Leidenschaft: Bis 2010 stand auf dem Kaminsims seines ehemaligen Hauses in Blonay eine Modelleisenbahn von Märklin, der Bubentraum unzähliger Generationen. Alle Gäste mussten angeblich damit spielen, in Berlin selbst der Dichter Gottfried Benn und der Pianist Arthur Schnabel. Die Eisenbahn war ausserdem ein bevorzugtes Transportmittel Hindemiths. Im Speisewagen zwischen Frankfurt und Köln will er 1922 seine erste Solosonate für Bratsche fertiggestellt haben – um sie dann ungeübt in Köln uraufzuführen. Der vierte Satz ist mit einer Provokation überschrieben: «Rasendes Zeitmass. Wild. Tonschönheit ist Nebensache». Das schreckte ab: ausgerechnet die Bratsche, die im Unterschied zur Geige als gemütliches Streichinstrument gilt, sollte ihren Wohllaut opfern. Sollte einem Komponisten zudienen, der sich vom Lebensgefühl der 1920er-Jahre mitreissen liess. Hindemith schrieb ausser «anständiger» Musik nämlich eine ganze Reihe Ragtimes, Bostons, Foxtrotts und Shimmies für seinen Freundeskreis. Die Privataufführungen unter seiner Leitung waren spassig, doch Hindemith wollte mehr: nämlich veröffentlichen. «Können Sie auch Foxtrotts, Rags und anderen Kitsch gebrauchen?», schrieb er an den Schott-Verlag. «Nein». Hindemith fand dennoch Schlupflöcher, seine Partituren mit Unterhaltungsmusik und Parodie aufzurüsten. Exemplarisch ist das etwa in «Kammermusik Nr. 1», «Streichquartett op. 22» sowie dem Einakter «Das Nusch-Nuschi» nachzuvollziehen. Wer genau hinhört, nimmt allerdings noch eine andere Tonlage war: Wucht und Beschleunigung wie von Maschinen. Das sei ein Echo auf die Gegenwart, hiess es in der Presse. Deutschland war seit wenigen Jahren eine Demokratie, und der Staat ging pleite. Die Hyperinflation prägte den Alltag, gleichzeitig feierten die Künste die neue Freiheit. So auch Hindemith in seiner Trilogie «Mörder, Hoffnung der Frauen», «Das Nusch-Nuschi» und «Sancta Susanna» (1919–1921). «Sancta Susanna» ist ein Plädoyer für die Sinnlichkeit und schlug damit über katholische Kreise hinaus Wellen. Eine Nonne begehrt den gekreuzigten Jesus und teilt diese Vision mit einer Mitschwester. Der Dirigent Wilhelm Furtwängler, der sich im nationalsozialistischen Deutschland für Hindemith einsetzen sollte, verglich die Provokation mit «Salome» von Richard Strauss, tat jedoch den Stoff an sich als «fragwürdig» ab. Die Musik hingegen sei «voller Leben und Talent». Die Einakter seien ein Zeugnis der «Jugend» und stammten aus einer Zeit, in der Hindemith noch gar nicht wusste, «ob er überhaupt Komponist werden wollte.» 1922 darf als Zäsur in Hindemiths Selbstverständnis gelten. Hindemith begann als treibende Kraft im Programmausschuss des Kammermusikfestes in Donaueschingen zu wirken. Dort förderte er Experimentelles: von sich selbst und von Zeitgenossen, die Vierteltonmusik und Zwölftonmusik schrieben, während er an der Tonalität festhielt. Sein bisheriges Werk sah er kritisch: «Als Komponist habe ich meist Stücke geschrieben, die mir nicht mehr gefallen». Analysen seiner Musik seien überflüssig. Denn er glaube, seine «Sachen» seien für «Leute mit Ohren wirklich leicht zu erfassen». Dann zielt er auf das Publikum, das ihn ablehnt: «Leuten ohne Ohren ist ja auch mit Eselsbrücken nicht zu helfen.»

Im gleichen Jahr begannen sich die Beziehungen zur Schweiz zu verfestigen. Werner Reinhart, Mäzen in Winterthur, reiste im Sommer nach Salzburg. Dort hörte er zum ersten Mal Musik Hindemiths mit dem Komponisten an der Bratsche: das Streichquartett op. 22. Hindemith sollte in den Programmen des Winterthurer Stadtorchesters einen festen Platz bekommen, aufgeführt vom Chefdirigenten Hermann Scherchen. Zürich legte ab 1924 nach. Das Konzert in der Tonhalle im November 1925 glich einer Sensation: Igor Strawinsky spielte sein Klavierkonzert, den Schlusspunkt setzte die Schweizerische Erstaufführung von Hindemiths «Konzert für Orchester op. 38». Nach 1933, dem Wahlsieg der Nationalsozialisten, bewies das Zürcher Stadttheater unter seinem deutschen Direktor Courage. Es brachte drei als «entartet» diffamierte Opern zur Uraufführung. Eine davon war Hindemiths «Mathis der Maler». Den Sommer 1925 hatte Paul Hindemith zusammen mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Gertrud Rottenberg, auf der Belalp im Wallis verbracht. Dort kam er endlich seinem Stoff für die erste grössere Oper näher. Er mochte E. T. A. Hoffmann, den Dichter, der auch Musikschriftsteller und Karikaturist war. Die Novelle «Das Fräulein von Scuderi» (1819) gilt als erste Kriminalgeschichte Deutschlands. Deren Hauptfigur, der Goldschmied Cardillac, ist Schöpfer, Dieb und Mörder in einem. Cardillac holt sich nämlich seine Schmuckstücke zurück und ermordet dabei deren Besitzer. Die Fesselung an sein Werk ist stärker als alles andere. Parallelen zum Künstler Hindemith liegen auf der Hand, befand der Librettist Ferdinand Lion. Er hatte Hindemith die Novelle vorgeschlagen. Nun trimmte er die Vorlage auf Zuspitzung. Aus der Hauptperson Cardillac sollte nämlich ein «Held der Sachlichkeit» werden – wie Hindemith: Dieser sei «knapp, streng» und gebe der «Klangwelt jenseits der Gefühle ihren sachlichen Eigenwert». «Cardillac» ist eine Ansage: Musik und Text gehen getrennte Wege. Hindemith bedient sich einer strengen Nummernfolge. Wir begegnen herkömmlichen Formen wie Arie, Duett, Terzett, Quartett, Chor und wenigen Rezitativen. Im Satz konzentriert sich Hindemith auf Fuge, Kanon, Ostinato und Variation. Die Singstimmen sind instrumental geführt, das Klavier dient als Schlagzeug. Hindemith legt eine dem Neobarock angelehnte Nummernoper vor, setzt allerdings auf Abstraktion und Stilisierung. So fehlen etwa motivisch-thematische Binnenbezüge. Stattdessen erleben wir bohrende Motorik und Abbrüche. Oft folgt auf die Spannung keine Auflösung, Wiederholungen und Imitationen erzeugen das Gefühl von Rotation. «Cardillac» ist ein Meilenstein sogenannt «neusachlichen» Musiktheaters, dem epischen Theater und der dort geforderten Trennung der Elemente verwandt. Der Neobarock stiftet Vertrautheit, ist jedoch nur eine Maske.

Dass Hindemith seinen «Cardillac» später einmal glattbügeln sollte, ist eine andere Geschichte. Sie gründet möglicherweise auf den Erfahrungen des Faschismus. Die Amoralität Cardillacs glaubte Hindemith entschärfen zu müssen. Die Neufassung von 1952, uraufgeführt im Rahmen der Juni-Festwochen am Stadttheater Zürich, droht mit der Moralkeule: Ein guter Künstler «schafft für Menschen», anders als der Egomane Cardillac. Auch Hindemiths Musikanschauung hat sich verengt. Er sei inzwischen «wenig fortschrittsgläubig» und «im tiefsten Grunde unmodern», gesteht er in seinem Resümee «A Composer’s World», zusammengestellt aus Vorlesungen an der Harvard University. Zwölftontechnik, Serialismus und Zufallsoperationen hält er für «Spielereien». Ihnen fehle das Bewusstsein für die «ethische Kraft der Musik». Die «Verpflichtungen des Komponisten gegen seine Mitmenschen» würden «Kreuzworträtseln in Tönen» geopfert. Im letzten Semester seiner Lehrtätigkeit an der Universität Zürich (1957/58) stellte Hindemith Schönbergs Streichquartette Nr. 3 op. 30 und Nr. 4 op. 3 zur Diskussion. Dabei rückte er sich ins Licht des Reaktionärs: «Was an dieser Technik Kunst ist, war es auch ohne sie und kann es auch ohne sie sein.» Sein letzter Vortrag, im Todesjahr 1963 gehalten, trägt den Titel «Sterbende Gewässer». Hindemith bediente darin Gedankengut, das an nationalsozialistische Zuschreibungen erinnert und einst ihn selbst meinte: den angeblich «atonalen Geräuschemacher». Hindemith ortet «Verschmutzung» und spricht vom «Eindringen materialfremder Organisationsmittel» in die Musik. Dodekaphonik und der von ihr abgeleitete Serialismus seien «nichts als Überanstrengung des Materials». Die Fortschrittshörigkeit würde wahrscheinlich «dereinst als der tiefste Stand des europäischen Musikdenkens verstanden» werden. Gegenwartsmusik bedeutete für Hindemith nur noch Werteverlust. Während er reaktionäres Musikdenken und damit sich selbst verteidigte, schwieg er zum Zivilisationsbruch der Shoah. Sie war vermutlich sein blinder Fleck. Als er in Frankfurt starb, hatte eben der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess begonnen.

Corinne Holtz ist Musikerin, Musik- und Theaterwissenschaftlerin und Publizistin. Sie veröffentlichte 2005 die erste Monografie der Regisseurin Ruth Berghaus, ko-kuratierte die Kulturplattform ‹hexperimente – die bühne im avers› und publiziert u. a. für Radio SRF2 Kultur, die NZZ, die ZEIT sowie im Auftrag von Kulturinstitutionen.


Foto aus dem Nachlass von Paul Hindemith.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Fondation Hindemith, Blonay (VD).

Theater, das die Realität neu erfindet

Der Regisseur Kornél Mundruczó verknüpft in seinem Œuvre auf einzigartige Weise Film, Sprech- und Musiktheater. Mit nahbaren Menschendarstellungen und atemberaubenden Raumkonzepten schafft der Ungar Intensität wie kaum ein anderer. Mit seiner Inszenierung von «Cardillac» wird auch Zürich einen Künstler kennenlernen, der sich nicht gern politisch äussert, aber umso politischer erzählt. Ein Porträt von Martin Thomas Pesl

Sein erster Film heisst «Minőségét megőrzi», das steht in Ungarn auf verderblichen Lebensmitteln. Es bedeutet in etwa: «Mindestens haltbar bis ...». Als die Kurzdoku 1998 erschien, war Kornél Mundruczó 23 Jahre alt. Heute, mit 50, gehört der Ungar zu den wichtigsten Regisseuren der Welt und agiert in Film, Sprech- und Musiktheater mit gleichem Ernst und Erfolg. Nur in Ungarn werden seine Arbeiten nicht mehr gezeigt. In der Kleinstadt Gödöllő geboren und aufgewachsen, interessierte sich Mundruczó zuerst fürs Zeichnen und Malen. Die Mutter war Lehrerin und kunstinteressiert: «Filme zu machen, war kein Kindheitstraum, eher ein Prozess», sagte er in einem Interview. In einem anderen verwies er auf sein Glaubensbekenntnis, irgendwo zwischen rumänisch-orthodox und römisch-katholisch: «Wenn du keinen Glauben hast, ist es schwierig, Gedanken zu fassen.» Dann zitiert er den südafrikanischen Literaturnobelpreisträger J. M. Coetzee: «Er beschreibt, wie der Urmensch einst herumsass, mit völlig leerer Seele, und anfing, auf Holz zu schlagen, um diese unendliche Leere irgendwie auszufüllen, und daraus ist der Glaube entstanden. Das hat mir sehr gefallen.»

Während er an den lokalen Theatern Schauspielerfahrungen sammelte, studierte Mundruczó Regie an der SZFE in Budapest, jener Hochschule, die im Jahr 2020 durch landesweite Proteste gegen die Regierung des ungarischen Premierministers Viktor Orbán Bekanntheit erlangte. Der Regisseur und ehemalige Theaterleiter Árpád Schilling unterstützte die Studierenden damals mit zahlreichen ausführlichen Wortmeldungen im Netz. Anders Kornél Mundruczó. Nicht etwa, weil dieser den Premier und seinen Umbau Ungarns zu einem illiberalen Staat unterstützte, sondern weil er fand, als Künstler solle seine Arbeit für ihn sprechen. Also schwieg er und arbeitete. Er wolle sich nicht dauernd für Orbán entschuldigen, gestand er genervt am Rande eines späteren Gesprächs. «Ich vermittle meine Meinung hauptsächlich über mein Werk. Sie jeden Tag zu äussern, würde ich als kontraproduktiv empfinden.» Schon früh wurden Mundruczós Spielfilme zu Festivalerfolgen, etwa «Schöne Tage» 2002 und «Johanna» 2005. Subtil gaben sie Einblick in die komplizierten Beziehungen zwischen Menschen, oft am Rande der Gesellschaft oder in deren benachteiligten Schichten. Schon in seinem um die Jahrtausendwende entstandenen ersten Langspielfilm «Das wünsche ich und nichts mehr» beleuchtete Mundruczó die Situation queerer Menschen unter für sie widrigen Umständen. Das Motiv taucht – recht kühn neben das Thema der Judenverfolgung im Holocaust gestellt –

«Ich vermittle meine Meinung hauptsächlich über mein Werk. Sie jeden Tag zu äußern, würde ich als kontraproduktiv empfinden.»

ein Vierteljahrhundert später in «Parallax» wieder auf. Diese Inszenierung der von Mundruczó und Dóra Büki 2009 gegründeten Gruppe Proton Theatre feierte ihre Uraufführung im Rahmen der Wiener Festwochen und tourt seither erfolgreich durch die Länder der koproduzierenden Institutionen – Ungarn gehört nicht dazu, obwohl auf der Bühne Ungarisch gesprochen wird. Das darf gern als Ersatz für ein politisches Statement verstanden werden. «Wir vertreten die ungarische Kultur in Europa und auf der ganzen Welt, aber im eigenen Land sind wir Personae non gratae», so Mundruczó. «Leicht war das nie. Jetzt haben wir entschieden, nicht mehr in Ungarn zu spielen.» Zwar lebt er mit seiner Lebenspartnerin, Autorin und Dramaturgin Kata Wéber und den gemeinsamen Kindern auf dem Papier nach wie vor dort. Arbeit findet das Paar aber meistens anderswo, in Berlin und Hamburg, den Benelux-Staaten und den USA, in Wien – und eben in Zürich, wo die beiden Mitte Februar 2026 Paul Hindemiths Oper «Cardillac» auf die Bühne bringen werden. Mundruczó kommentiert trocken: «Das ist die typische osteuropäische Heimatlosigkeit.» Zurück in der Historie: Im Laufe der Nullerjahre wurden Mundruczós Stoffe düsterer, die Geschichten härter, die Darstellungen brutaler: Siehe da, er war am Theater gelandet. Die erste Arbeit des Kollektivs Proton hiess «A Frankenstein-terv» (Das Frankenstein-Projekt) und geriet zum Festivalliebling in Ungarn und weit darüber hinaus, weil Mundruczó die Möglichkeiten von Nähe und Echtheit im analogen Raum maximal ausreizte. Wie zufällig wohnte das Publikum einem Horrorfilmcasting bei, das in einem eigens dafür aufgestellten Container stattfand – und aufs Blutigste aus dem Ruder lief. Wäre das Publikum bei Gastspielen im Ausland nicht auf Kopfhörer mit Simultandolmetschung angewiesen gewesen – Übertitel hätten in dem engen Container-Setting sowieso keinen Platz gehabt –, es hätte die furchterregenden Szenen dank der fantastischen (Film-)Schauspieler:innen glatt für real halten können. Rudolf Frecska, Roland Rába und vor allem die heute rund 80-jährige Lili Monori: Viele Menschen aus seiner Anfangszeit halten Mundruczó nach wie vor die Treue. Nach diesem und weiteren Hits erhielten Proton und Kornél Mundruczó von der Theaterkritik das Label «Hardcore-Reality». Besonders der deutschsprachige Raum feierte das Gegenprogramm zur oft verkopften Abstraktion heimischer Regiearbeiten. «A Frankenstein-terv» verfilmte das Team unter dem Titel «Tender Son», die Adaption konkurrierte 2010 in Cannes um die Goldene Palme. Auch andere Bühnenwerke fanden ihren Weg auf die Leinwand. Berühmtestes Beispiel ist «Pieces of a Woman», 2020 verfilmt, der Hauptdarstellerin Vanessa Kirby eine Oscar-Nominierung einbrachte. Fun Fact: Obwohl der Film ebenso wie die ihm zugrundeliegende Inszenierung mit fast unerträglich beharrlichem Realismus-Anspruch eine schwere Geburt zeigt, hatten weder Kirby noch die polnische Theaterschauspielerin Justyna Wasilewska zuvor selbst ein Kind geboren. Die Geschichte war von dem viel diskutierten Fall einer Hebamme in Ungarn inspiriert, unter deren Hand ein Neugeborenes ums Leben gekommen war.

«Das Leben ist voller Unsicherheiten. Wir Menschen müssen einander wieder näherkommen. Mit detail- und konfliktreichen Geschichten erreicht man das Publikum direkter.»

Auch hier geriet Mundruczó eher unfreiwillig in die Unwägbarkeiten der Gesellschaftspolitik. In Polen wurde während der Probenzeit 2018 im Zuge einer Reform der Abtreibungsgesetze heftig darüber diskutiert, wem der weibliche Körper gehört (seither ist diese vermeintlich obsolete Frage auch in westlichen Demokratien angekommen). Mundruczó wollte einfach entgegen der postdramatischen Theatertradition Geschichten erzählen. «Die Postdramatik neigt sich dem Ende zu», findet er. «Das Leben ist voller Unsicherheiten. Wir Menschen müssen einander wieder näherkommen. Mit detail- und konfliktreichen Geschichten, wie sie im Film üblich sind, erreicht man das Publikum direkter.» Vielleicht passt deshalb auch die Oper so gut zu Kornél Mundruczó – und ist umgekehrt er ein solcher Gewinn für das Genre. Seine bisherigen Regiearbeiten im Opernfach umfassen unter anderem Werke von Landsleuten: Mit «Herzog Blaubarts Burg» von Béla Bartók an der Vlaamse Opera in Gent betrat er 2014 das internationale Opernparkett, 2021 inszenierte er die Uraufführung von Péter Eötvös’ «Sleepless» an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Aber Mundruczó ist nicht auf ungarische Komponisten beschränkt: 2017 war seine Antwerpener Produktion von Leoš Janáčeks «Die Sache Makropoulos» bei den fünften International Opera Awards als beste Neuinszenierung nominiert. Denn neben erbarmungslos intensiver Menschenführung gibt es noch etwas anderes, das Mundruczós Bühnenarbeiten auszeichnet: einzigartige Bilder, lebendige Räume. Bei allem Realismus im Spiel, der oft durch Live-Kamera und Videoprojektionen verstärkt wird, sind es die Szenenbilder von Márton Ágh oder Monika Korpa, die die hyperrealistischen Welten aufbrechen und durcheinanderbringen dürfen. Wer das gesehen hat, wird es nie vergessen: Nach der ersten Szene von «Parallax» strömt Wasser aus allen Löchern einer vollständig eingerichteten Budapester Altbauwohnung. 2016 rotierte ein ähnlich dicht zugestelltes Zimmer in der Mitte des Stückes «Látszatélet – Scheinleben» (auch als «Imitation of Life» bekannt) um 360 Grad. Nun sind Drehungen im Theater nichts Besonderes, diese aber erfolgte in der Senkrechten. Möbel und sonstige Gegenstände wurden der Schwerkraft überlassen: ein Spektakel für die Augen und ein aussagekräftiges Bild von symbolischer, aber auch rein physischer Kraft. Persönlich ist Kornél Mundruczó schwer greifbar. Der Verfasser dieser Zeilen hat in der Vergangenheit oft Interviewanfragen bei ihm deponiert und war nur selten erfolgreich. Doch es sei dem aussergewöhnlichen Künstler Mundruczó gegönnt, sein filmisches und szenisches Werk für sich sprechen zu lassen. Je unfreiwilliger dieses politisch ist, desto stärker strahlt es politisch. Je überzeugender er an etwas glaubt, desto intensiver packt er sein Publikum. Wie war noch mal der Titel seines ersten Films? Wenn er so weitermacht, ist Kornél Mundruczós Haltbarkeitsdatum noch lange nicht erreicht.


Martin Thomas Pesl lebt in Wien und arbeitet von ebenda aus als Übersetzer und Kulturjournalist. Seine Kritiken sind unter anderem auf nachtkritik.de zu lesen und im Deutschlandfunk zu hören.

Synopsis

Entdecken Sie das Kernstück jeder Geschichte: Unsere Synopsen geben Orientierung zur Handlung des Stückes und Konflikten, die seine Charakteren bewegen.

1. Aufzug

Eine Grossstadt wird von einer rätselhaften Mordserie erschüttert. Um den Täter zu fassen, wurde die Einsetzung eines Sondergerichts angeordnet, die sogenannte «Brennende Kammer». Eine Dame bemerkt, mit welchem Respekt der Goldschmied Cardillac überall empfangen wird. Der Kavalier erklärt ihr den Grund: Cardillac gilt als unübertroffener Meister seines Handwerks – doch jeder, der eines seiner Schmuckstücke erwirbt, fällt kurz darauf einem Mord zum Opfer. Die Dame verlangt daraufhin von ihrem Verehrer als Liebesbeweis das schönste Werk, das Cardillac je geschaffen hat. Als der Kavalier mit einem prächtigen Schmuck zu ihr kommt, wird auch er ermordet.

2. Aufzug

Cardillac arbeitet an einem neuen Schmuckstück. Sein Goldhändler erscheint und erwähnt die jüngsten Morde in Zusammenhang mit dessen Schmuck. Cardillac wehrt jede direkte Unterstellung ab. 

Cardillacs Tochter liebt einen Offizier und befindet sich in einem inneren Konflikt: Sie sehnt sich nach der Flucht mit ihrem Geliebten, kann sich jedoch nicht von ihrem Vater lösen. Cardillac selbst hält sie nicht zurück. Sein einziges Interesse gilt dem von ihm geschaffenen Schmuck. 

Als ein prominenter Käufer mit seiner Entourage erscheint, hindert ihn Cardillac am Kauf eines Schmuckes. Nicht abwimmeln lässt sich hingegen der Offizier: Er zwingt Cardillac, eine Kette herauszugeben. Cardillac, getrieben von seinem inneren Zwang, weiss, dass er den Offizier töten muss.

3. Aufzug

Cardillacs Mordversuch scheitert. Der Goldhändler, der den Kampf zwischen Cardillac und dem Offizier beobachtet hat, schlägt Alarm. Die herbeigeeilte Menge stürzt sich auf Cardillac. Um Cardillac zu schützen, bezichtigt der Offizier den Goldhändler der Verbrechen. Doch Cardillac gesteht die Morde – das Volk tötet ihn. Selbst im Tod gilt Cardillacs letzter Gedanke seinem Schmuck.