Sillons de Mémoires

Musiktheater-Performance von
Dzovinar Mikirditsian und Katharina Rosenberger

Von 5. Februar 2026 bis 7. Februar 2026

  • Dauer:
    ca. 1 Std. 30 Min.
  • Weitere Informationen:
    In Kooperation mit dem Eklekto Geneva Percussion Center

    Mit freundlicher Unterstützung von
    Pro Helvetia - Schweizer Kulturstiftung und
    Walter und Ambrosina Oertli-Stiftung



    Der erste Teil der Aufführung ist als installatives Format konzipiert – das Publikum ist eingeladen sich frei im Raum zu bewegen. Im zweiten Teil stehen Sitzmöglichkeiten zur Verfügung.

Komposition:
Katharina Rosenberger,

Katharina Rosenberger

Die Komponistin Katharina Rosenberger ist Professorin für Komposition an der HEM «Haute école de musique de Genève» und Co-Direktorin von «SONIC MATTER», Festival für experimentelle Musik in Zürich. Den Akt des Musik-Machens versteht sie als mit der Umgebung verflochten, sozial und antihierarchisch. Ihre Arbeit hinterfragt traditionelle Formen der Produktion, Aufführung und Rezeption von Musik. Sie ist Preisträgerin des Swiss Music Award 2023 und des Guggenheim Fellowship 2019. Ihre Installationsarbeit wurde mit dem Mediaprojects Award / Sitemapping des Bundesamtes für Kultur in Bern ausgezeichnet. Katharina Rosenbergers Kompositionen, Installationen und interdisziplinäre Bühnenarbeiten wurden auf Festivals in Europa, Asien, Lateinamerika und den Vereinigten Staaten aufgeführt, darunter Warschauer Herbst, Wittener Tage für neue Kammermusik, Heroines of Sound, KunstFestSpiele Herrenhausen, ZeitRäume Basel, Musikfestival Bern, Tage für Neue Musik Zürich, Festival Archipel Genf, Festival Les Musiques (Frankreich), Festival Bernaola (Spanien), Felicja Blumental Festival (Israel) Festival reMusik (Russland),  Festival Visiones Sonoras (Mexiko), Shanghai Electronic Music Week, New Music Days, October Contemporary (China).

Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026
Dzovinar Mikirditsian

Dzovinar Mikirditsian

Die Komponistin Dzovinar Mikirditsian wurde in Beirut geboren. Nach einem Klavierstudium an den Konservatorien von Beirut und Eriwan widmete sie sich der Komposition und absolvierte ein Kompositionsstudium in Paris und Genf. Sie lebt zwischen Frankreich und der Schweiz und arbeitet zusammen mit verschiedenen Ensembles wie Sillages, Eklekto und Assonance sowie mit Künstler:innen aus den Bereichen Bildende Kunst, Theater und Wissenschaft. Ihre Werke schaffen poetische Welten, in denen Langsamkeit und Bewegung, Licht und Dunkelheit, Sanftheit und verschleierte Gewalt sich begegnen. In der Spielzeit 2025/26 wird die Musiktheater-Performance «Sillons de Mèmoires» von Dzovinar Mikirditsian und Katharina Rosenberger am Opernhaus Zürich uraufgeführt.

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Konzept, Inszenierung, Ausstattung:
Steven Whiting

Steven Whiting

Steven Anthony Whiting wurde in Wien geboren, studierte an der Universität von Manchester Theaterwissenschaft und machte anschliessend an der Toi Whakaari: New Zealand Drama School einen Master Abschluss für Regie. In Neuseeland hat er 10 Jahre lang für die New Zealand Opera Company gearbeitet, es folgte 2012 der Umzug nach Europa. Als Regisseur inszenierte er für die New Zealand Opera, die Bregenzer Festspiele, Berlin Opera Academy, und Vocalforum Graz. Mit OPERA/FABULA zeichnete er sich als Produzent und Regisseur für mehrere Ortspezifische Musiktheaterstücke verantwortlich. Er hat u.a. in Grossbritannien (The Royal Opera House, Glyndebourne, English National Opera u. Opera North), Deutschland (Deutsche Oper Berlin, Oper Köln) und Österreich (Wiener Staatsoper, Bregenzer Festspiele) als Assistent von namhaften Regisseuren gearbeitet, darunter Stefan Herheim, Sir Nicholas Hytner, Simon Stone, Marco Marelli, Philipp Stölzl, Tatjana Gürbaca und Fiona Shaw. Seit 2022 ist er engagiert als Regieassistent und Spielleiter am Opernhaus Zürich.

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Musikalische Leitung, Choreinstudierung:
Ismaele Gatti

Ismaele Gatti

Ismaele Gatti wurde 1998 in Como (Italien) geboren. Das Konservatorium in Como schloss er mit einem Master in Klavier und einen Master in Orgel ab. Er setzte seine Studien am Konservatorium von Lugano fort, wo er in der Klasse von Stefano Molardi einen Master in Performance und einen Master in Specialized Music Performance (Solo) in Orgel erwarb. 2024 nahm er in Basel (Schola Cantorum Basiliensis) eine Weiterbildung in Cembalo mit Francesco Corti auf. Seit September 2025 ist er Mitglied des Opernstudios am Opernhaus Zürich und arbeitet dort als Korrepetitor. Diverse Aufführungen führten ihn europaweit als gefragten Begleiter am Klavier, sowie Orgel und Cembalo darunter erfolgten auch Zusammenarbeiten mit verschiedenen Kammerensembles, Chören und Orchestern wie z.B. die Philarmonia Zürich, «I Barocchisti», und dem RSI. Darüber hinaus arbeitete er zusammen mit renommierten Küsntler:innen wie Albrecht Meyer, Joana Mallwitz, Lorenzo Viotti, Diego Fasolis, Fabien Touhand.

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Lichtgestaltung:
Taina Bucheli

Taina Bucheli

Taina Bucheli wurde in der Schweiz geboren und wuchs in Malaysia auf. Sie studierte Theatre Production (BA) an der Bath Spa University (UK) mit den Schwerpunkten Licht und Produktionsmanagement.

Nach Abschluss ihres Studiums begann sie ihre berufliche Laufbahn am KKL Luzern, wo sie als Lichttechnikerin und Operatorin tätig war. Dort sammelte sie umfassende Erfahrung im Bereich Konzert- und Veranstaltungsbeleuchtung sowie im Umgang mit komplexen Lichtsystemen.

Während der COVID-19-Pandemie wechselte sie an das Opernhaus Zürich und arbeitete zunächst als Lichttechnikerin. In der Folge übernahm sie Aufgaben an der Lichtregie und war als Operatorin an Repertoire- und Neuproduktionen beteiligt.

Derzeit ist sie am Opernhaus Zürich als Lichttechnikerin und Operatorin für kleine und spezielle Formate tätig. In dieser Funktion verantwortet sie die lichttechnische Umsetzung eigenständiger Produktionen sowie die Realisierung von Lichtkonzepten in direkter Zusammenarbeit mit der Regie oder in alleiniger Ausführung.

Dieses Projekt stellt zugleich ihre erste Arbeit im Rahmen des Labor Theaters als Lichtdesignerin dar.

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Kostüme:
Sarah Bigler

Sarah Bigler

Sarah Bigler wurde 1997 im Emmental geboren. Nach einer Ausbildung zur Bekleidungsgestalterin und der Weiterbildung zur Theaterschneiderin an der Modeco in Zürich, arbeitete sie u.a. als Kostümassistentin für diverse Theater wie das Stadttheater St.Gallen, beim Schweizer Fernsehen als Bekleidungsgestalterin und als Set Kostüm für diverse Schweizer Film- und Serienproduktionen im In-und Ausland. Nebenbei arbeitet sie in einem Kostümverleih und macht eigenständige Kostümbilder für Theater- und Film-Produktionen, u.a. der Berner Sommeroperette unter der Regie von Simon Burkhalter und Linda Trachsel oder dem Zhdk Kurzfilm «Nest» von Stefania Burla. Am Opernhaus Zürich war sie als Kostümassistentin tätig bei Produktionen wie «Leben mit einem Idioten», «Elias» und «Hänsel und Gretel».

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Sounddesign:
Raphael Paciorek

Raphael Paciorek

Raphael Paciorek ist in Polen geboren und in Süddeutschland aufgewachsen. Die kreative Verbindung von Klang und Bild und deren Verschmelzung zu einer neuen Kommunikationsebene faszinieren ihn schon seit seiner Kindheit. Bevor er 2017 nach Zürich zog, betrieb er in Köln viele Jahre lang ein Tonstudio und war freischaffend in den Bereichen Filmmusik, Musikproduktion und Sounddesign tätig. Zahlreiche Auftragsarbeiten u.a. für den WDR, Arte, 3Sat, Degeto Film, Plaion, die Oper Köln, das Volkstheater Millowitsch und das Theater Tiefrot sind in dieser Zeit entstanden. Neben der Studioarbeit war er regelmässig als Live-Tonoperator für verschiedenste Veranstaltungen tätig. Den Zugang zur Klassik und zum Jazz erlangte er während seines Musikwissenschaftsstudiums; die tontechnische Ausbildung absolvierte er an der SAE Köln. Seit 2017 ist er am Opernhaus Zürich beschäftigt und seit 2023 in der Funktion des stv. Leiters der Abteilung Bild und Ton. Hier ist er regelmässig an verschiedenen Opern- und Ballettproduktionen klanggestalterisch beteiligt.

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Dramaturgie:
Jana Beckmann

Besetzung


Sopran Flavia Stricker


Mezzosopran Karima El Demerdasch


Tenor Samuel Wallace


Bass Evan Gray


Bass Henri Bernard


Künstlerische Leitung Eklekto / Perkussion Corentin Marillier


Perkussion Anne Briset


Perkussion Louis Delignon


Perkussion Pascal Viglino

Flavia Stricker

Flavia Stricker, Sopran, stammt aus Brasilien und studierte an der Musikhochschule Lübeck. Sie sang Fiordiligi («Così fan tutte») an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Galathée (Franz von Suppés «Die schöne Galathée») an der Hochschule Lübeck. 2023 gewann sie neben dem zweiten Preis beim Concorso Lirico Internazionale di Portofino auch einen Förderpreis der Kulturstiftung Insel Mainau. Seit der Spielzeit 2023/24 ist sie Mitglied im Internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich und war hier u. a. als Madama Cortese («Il viaggio a Reims»), als Kate Pinkerton («Madama Butterfly»), als Contessa di Ceprano («Rigoletto»), als Witwe in Mendelssohns «Elias» sowie in Strawinskys «Les Noces» zu hören. Am Théâtre de La Monnaie in Brüssel sang sie in Rossinis «Petite Messe solennelle» und beim Singapore Symphony Orchestra im Jahr 2025 Rosalinde («Die Fledermaus»).

Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026

Karima El Demerdasch

Karima El Demerdasch ist eine deutsch-ägyptische Mezzosopranistin. Sie studierte in Kairo sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London bei John Evans. 2024 war sie Finalistin bei den Kathleen Ferrier Awards und nahm 2023 an der Georg Solti Accademia teil. In Hochschulproduktionen der Guildhall School war sie u. a. als Prinz Orlofsky («Die Fledermaus») und als Dido («Dido und Aeneas») zu erleben. In einer Produktion der Opera Kipling verkörperte sie 2023 die Titelpartie in «La Cenerentola» im Londoner Theater Upstairs at the Gatehouse. 2025 nahm sie am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil und debütierte in der Londoner Barbican Hall. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Samuel Wallace

Samuel Wallace, Tenor, stammt aus Brasilien, wo er bei Lício Bruno Gesang studierte. 2024 erhielt er ein Stipendium des Mozarteum Brasileiro und nahm in der Folge an Rolf Becks Internationaler Chorakademie Lübeck teil. Konzerte führten ihn während dieser Zeit nach Deutschland sowie in die Philharmonie de Paris unter der Leitung von Raphaël Pichon. Zu seinem Opernrepertoire gehören Rollen wie Tamino («Die Zauberflöte») und die Titelpartie in Guilherme Bernsteins Oper «Serafim und der Ort, an dem man nicht stirbt». 2024 verkörperte er Dorvil in Rossinis «La scala di seta» und nahm an der Gala Lírica des 13. Tenortreffens Brasiliens im Teatro Amazonas in Manaus teil. Samuel Wallace war Semifinalist bei der Paris Opera Competition, Finalist beim Maria-Callas-Wettbewerb und Preisträger bei den Gesangswettbewerben Joaquina Lapinha und Natércia Lopes. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026

Evan Gray

Evan Gray ist ein Schweizer Bassbariton aus Winterthur. Er begann seine musikalische Ausbildung als Altist bei den Zürcher Sängerknaben und wechselte später in das Stimmfach Bass. Nach erstem Gesangsunterricht am Konservatorium Winterthur studierte er am renommierten Curtis Institute in Philadelphia. Zu seinen bisherigen Rollen gehören u. a. der Förster («Das schlaue Füchslein»), Figaro («Le nozze di Figaro») und Leporello («Don Giovanni»). Als versierter Liedsänger führte er Schuberts «Winterreise» und Vaughan Williams’ «Songs of Travel» mehrfach auf und arbeitete mit Künstlern wie Julius Drake und Robert Holl. In den Jahren 2023-25 war er zu Gast beim Marlboro Music Festival, wo er eine enge Beziehung zur Pianistin Mitsuko Uchida pflegt, die ihn für die Ausgabe im Sommer 2026 erneut eingeladen hat. Seit der Spielzeit 2025/26 ist Evan Gray Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Henri Bernard

Henri Bernard Guizirian, Bass, absolvierte sein Gesangsstudium am Konservatorium in Avignon. Darüber hinaus nahm er Schauspielunterricht bei Jean Giraudeau in Paris. Nach Engagements an verschiedenen Theatern in Südfrankreich sowie in Heidelberg war er von 2002 bis 2015 regelmässig bei den Bayreuther Festspielen engagiert. Ausserdem wirkte er in zahlreichen Rollen für Kino, deutsches und französisches Fernsehen sowie in Werbeproduktionen mit. Zwischen 2016 und 2025 folgten Gastengagements an der Opéra de Paris. Zu seinen Partien gehören u. a. ein Arzt («Macbeth») und Bassa Selim («Die Entführung aus dem Serail»). Seit 2003 ist er dem Opernhaus Zürich als regelmässiger Gast verbunden. Hier verkörperte er u. a. ein Räuber in «Don Quichotte» und war als Stimme in Salvatore Sciarrinos Melodrama «Lohengrin» zu erleben. In der Spielzeit 2025/26 wirkt er an der Uraufführung der Musiktheater-Performance «Sillons de Mémoires» von Dzovinar Mikirditsian und Katharina Rosenberger mit.

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Corentin Marillier

Corentin Marillier ist Perkussionist, Performer und Komponist, dessen musikalisches Universum an der Schnittstelle von experimenteller, klassischer und traditioneller Musik angesiedelt ist. Als Mitbegründer und künstlerischer Berater der Ensembles SoundTrieb und Semblance erforscht er in seiner Arbeit die interdisziplinären Verbindungen zwischen Musik, Performance und Installation und orientiert sich an einer postinstrumentalen Praxis, die sowohl klangliche als auch visuelle Elemente kombiniert. Mit dem Ziel, Barrieren zwischen Praxis und Ästhetik abzubauen, fördert er sowohl zeitgenössische klassische Musik als auch experimentelle Trends, insbesondere durch eine Reihe von Interviews mit jungen Künstler:innen, die er unter dem Titel Conversations veröffentlicht hat. Als Perkussionist und Solist hat er unter anderem mit Simon Steen-Andersen, Cathy van Eck, Ariadna Alsina Tarrès, Jérôme Combier, Kasper Toeplitz und Bastien David zusammengearbeitet und arbeitet mit dem IRCAM, der Fondation Royaumont und der Philharmonie de Paris an künstlerischen und pädagogischen Projekten. Im Februar 2023 wurde er zum Co-künstlerischen Leiter des Kollektivs Eklekto in Genf ernannt, das 2024 sein 50-jähriges Bestehen feierte.

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Anne Briset

Nach ihrem Abschluss an der Musikhochschule Genf (HEM), trat Anne Briset 2011, als Solopercussionistin dem KwaZulu-Natal Philharmonic Orchestra (KZNPO) in Durban, Südafrika, bei. Zurück in Genf arbeitet sie regelmässig mit renommierten Ensembles wie dem Orchester der Opéra de Lyon, dem Orchestre de la Suisse Romande und dem Orchestre Dijon Bourgogne zusammen und spielt je nach Projekt Schlagzeug, Kontrabass, neue Formen des Instrumentenbaus mit Elektronik und ortsspezifischen Performances. Als assoziierte Künstlerin am Nationalen Zentrum für Musikschaffen in Dijon, Ici l’Onde, schuf sie 2023 zwei Solowerke, «Space Is Only Noise» und «Proscaenium», die beim Festival d’Aujourd’hui à Demain in Cluny und beim Souffle Festival an der Opéra de Dijon präsentiert wurden. Dort brachte sie auch «TRACES XVIII» für vier Pauken und Elektronik von Martin Matalon, «Qui?» für zwei Pauken, Kontrabass und Stimme von Jean-Pierre Drouet und die eigene Komposition «Le son de l’intérieur #2» für verstärkten Kontrabass zur Uraufführung. 2022 inspirierte sie eine Einladung der Künstlerin Vanessa Billy, bei der Eröffnung ihrer Skulptur «La Matrice» an der EPFL zu einer Klangperformance, die dem Kunstwerk selbst eine Stimme gab. Dies war der Beginn einer Reihe von Performances mit dem Titel «Le son de l’intérieur». Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit war sie 2021 für die Programmgestaltung und kulturelle Öffentlichkeitsarbeit des Auditorium du Grand Chalon verantwortlich und leitet derzeit gemeinsam die Saison des Ensemble Batida. 2023 war sie Mitbegründerin der Évadée Association, einem Veranstaltungsort im Stadtzentrum von Chalon-sur-Saône, und fungierte als Co-Kuratorin.

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Louis Delignon

Louis Delignon ist ein Perkussionist, der sich mit zeitgenössischer Musik, elektronischer Musik und digitaler Perkussion beschäftigt. Seine vielfältigen Interessen führen ihn zu zahlreichen künstlerischen Projekten, sowohl im Theater als Komponist als auch in der improvisierten und experimentellen Musik. Derzeit konzentriert er seine künstlerische Forschung auf die Entwicklung von DIY-Elektronikgeräten, die die Erzeugung analoger Klangmaterialien mit menschlichen Interaktionen verbinden. Außerdem unterrichtet er Schlagzeug am Konservatorium des Kantons Wallis und freie Improvisation an der HEMU Valais-Wallis.

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Pascal Viglino

Pascal Viglino, ein in Bern lebender Schweizer Schlagzeuger, studierte an den Musikhochschulen in Genf, London, Barcelona, Berlin und Bern. Seine Spezialisierung liegt in klassischer und zeitgenössischer Perkussion sowie im Musiktheater. Er ist Träger des Kultur-Anerkennungspreises für Musik des Kantons Bern (2012) und des Kultur-Förderpreises des Kantons Wallis (2015). Als Musiker trat er in über 40 Ländern auf – mit renommierten Orchestern und zeitgenössischen Ensembles. 2011 gründete er Klangbox, eine künstlerische Plattform, die Musik mit anderen Ausdrucksformen verbindet. Im Jahr 2020 lancierte er eine Online-Plattform für musikalische Dienstleistungen. 

Im Jahr 2020, gründete Pascal Viglino die Plattform «dans l'Jardin», die in der Westschweiz mehr als 2000 musikalische Darbietungen ermöglichte und über 200 Musikern trotz COVID-19 Auftrittsmöglichkeiten bot. 2021 wurde Pascal Viglino vom Magazin Bilanz zum «Digital Shaper» in der Kategorie «Creatives», ernannt, eine Auszeichnung, welche jene 100 Persönlichkeiten würdigt, die die digitale Schweiz prägen. Seit 2025 ist Pascal Viglino der neue künstlerische Leiter des Festivals Schlossmediale in Werdenberg (SG).

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Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026

Kurzgefasst

«Rillen der Erinnerungen» verweist auf Spuren, die sich unauslöschlich in Körper, Biografien und kollektive Gedächtnisse einschreiben. Im Zentrum der Musiktheater-Performance stehen Fragen nach Heimat, Migration und Vertreibung, nach der Fragilität von Erinnerung und ihrer gleichzeitigen Beharrlichkeit. Wie lebendig, wie flüchtig und vergänglich ist Erinnerung? Was geschieht, wenn die Erinnerung an einen Ort fragmentiert, umstritten oder ausgelöscht ist? Wie prägen Erfahrungen von Krieg, Krise und Verlust das Selbstbild und den Blick in die Zukunft? Für die Stückentwicklung mit dem Schlagzeug-Kollektiv Eklekto werden Arbeiten der libanesischen Komponistin Dzovinar Mikirditsian und der, für ihre grenzüberschreitenden Arbeiten mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichneten Züricher Komponistin Katharina Rosenberger zu einer installativen Situation verwebt. Das Publikum taucht ein in eine pulsierende Klangwelt in der sich Schlagwerk, Stimme und Live-Elektronik vielschichtig begegnen.

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Teaser «Sillons de Mémoires»


Fotogalerie «Sillons de Mémoires»


Gut zu wissen

Radikal offen

Installative Musiktheaterperformances, monumentale Klanglandschaften und kammermusikalische Porträts: Die Studiobühne des Opernhauses Zürich lädt dazu ein, Neues zu entdecken.

Musiktheater-Performance

Den programmatischen Schwerpunkt bildet die Musiktheater-Performance «Sillons de Mémoires», die am 5. Februar 2026 auf der Studiobühne Premiere feiert. Die Werke der libanesischen Komponistin Dzovinar Mikirditsian und der Zürcher Komponistin Katharina Rosenberger – ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis für ihre grenzüberschreitenden Arbeiten – entfalten sich als vielschichtige, installative Situation zwischen Konzert, Performance und Raumkomposition. Der Titel – Rillen der Erinnerungen – verweist auf Spuren, die sich in Körper, Biografien und kollektive Gedächtnisse einschreiben. Im Zentrum stehen Fragen nach Heimat, Migration und Vertreibung, nach der Fragilität von Erinnerung und ihrer gleichzeitigen Beharrlichkeit. Was geschieht, wenn die Erinnerung an einen Ort fragmentiert, umstritten oder verloren ist? Wie prägen Erfahrungen von Krieg, Krise und Verlust das Selbstbild und den Blick in die Zukunft? Schlagwerk, Stimme und Live-Elektronik verschränken sich zu einer pulsierenden Klangwelt, in der sich individuelle und kollektive Ebenen überlagern. Das international renommierte Schlagwerk-Kollektiv Eklekto aus Genf entwickelt seit seiner Gründung 1974 kontinuierlich zusammen mit verschiedensten Künstler:innen und Komponist:innen innovative Projekte, die neue Massstäbe setzen und mit wegweisenden Impulsen überzeugen. Unter der musikalischen Leitung von Ismaele Gatti und in der Inszenierung von Steven Whiting entsteht ein Musiktheater, das Erinnerung körperlich erfahrbar macht. Ausgangspunkt der Stückentwicklung und Teil der Inszenierung sind unter anderem Texte von Ricardo Dominguez, Gründungsmitglied des Critical Art Ensemble und Mitbegründer des Electronic Disturbance Theater 1.0. Die Gruppe entwickelte 1998 aus Solidarität mit den Zapatisten-Gemeinden in Chiapas, Mexiko, virtuelle Sit-in-Technologien sowie das Transborder Immigrant Tool – ein GPS-Sicherheitsnetz für Mobiltelefone zum Überqueren der Grenze zwischen Mexiko und den USA.

Konzert im Liegen

Einen anderen Zugang zu Zeit und Wahrnehmung eröffnet das Sonder-Kammerkonzert zum 100. Geburtstag von Morton Feldman. Mit «For Philip Guston» aus dem Jahr 1984 steht eines der zentralen Werke der musikalischen Moderne auf dem Programm – ein viereinhalb Stunden dauerndes Stück, dessen fragile Schönheit aus dem leisen Spiel zwischen Stille und Ereignis sowie einer fast archaischen Einfachheit entsteht. Inspiriert von der Freundschaft mit dem Maler Philip Guston, entfaltet sich ein schwebender Klangraum, in dem jede kleinste Veränderung hörbar wird. Das Ensemble Opera Nova, bestehend aus Musiker:innen des Orchesters der Oper Zürich, interpretiert dieses Schlüsselwerk in einem besonderen Konzertsetting mit bequemer Liegelandschaft. Das Publikum ist eingeladen, die gewohnten Grenzen zwischen Konzert, Dauer und körperlicher Wahrnehmung hinter sich zu lassen.

Grenzüberschreitung

Die Verbindung von klanglicher Experimentierfreude und einem klaren gesellschaftlichen Blick prägt auch das Portrait-Konzert von Olga Neuwirth. Eine Woche vor der Schweizer Erstaufführung ihres neuen Musiktheaters «Monster’s Paradise» präsentiert das Ensemble Opera Nova zentrale kammermusikalische Werke der österreichischen Komponistin. Neuwirths Musik bewegt sich zwischen gegenwärtiger Klangforschung, politischem Kommentar und spielerischer Grenzüberschreitung. Werke wie HOOLOOMOOLOO für Ensemble in drei Gruppen, Magic fluidity für Flöte und Olivetti-Schreibmaschine oder die Hommage à Klaus Nomi für Countertenor und Kammerorchester stehen exemplarisch für unterschiedliche Schaffensphasen der Komponistin. Ihr kompositorischer Ansatz eröffnet immer wieder ungewohnte Perspektiven, während ihre Klangsprache dabei unverkennbar persönlich bleibt.

Aufbruch

Ein weiterer Schwerpunkt gilt der klassischen Moderne. Im Sonder-Kammerkonzert anlässlich der Premiere von Paul Hindemiths Oper «Cardillac» treffen Werke des zeitweilig in Zürich lebenden Komponisten auf Leoš Janáčeks Bläsersextett «Mládí». Hindemiths Kleine Kammermusik op. 24 Nr. 2 und sein Septett für Blasinstrumente stehen exemplarisch für eine Musik, in der sich Klarheit, expressive Kraft und formale Strenge verbindet. Gleichzeitig suchte Hindemith nach einer Kammermusik, die sich vom spätromatischen Ausdrucksspektrum löst. Leoš Janáčeks Suite mit dem Titel «Mládi» («Jugend») schenkte sich der mährische Komponist selbst zum 70. Geburtstag. Auch bei diesem Werk rückt die Erinnerung in den Fokus – in diesem Fall die persönlich-biografische, welche Janáček an seine eigene Kindheit und Jugend pflegte.

Aktivismus im Schatten der Grenze

Das Transborder Immigrant Tool von Ricardo Dominguez & dem Electronic Disturbance Theatre.

In the 1990s, Electronic Disturbance Theater 1.0 was an autonomous group of artists creating online art projects that, among other things, produced responses from the Department of Defense to agents of the Mexican government. These entities, however, failed to establish any national or international investigations accusing EDT 1.0 of breaking computer laws, which might have halted our future gestures. In 2010––with Electronic Disturbance Theater 2.0––our stage was completely different. The Transborder Immigrant Tool (TBT) and our Electronic Civil Disobedience performances were now being developed and performed with the support of large institutions, notably the University of California and CALIT2 (a new-edge technology research center) at UC San Diego, where I have been running b.a.n.g. lab (bits.atoms.neurons.genes) since 2004. I received tenure in 2009 for this art-based research and for projects like TBT, which I developed in collaboration with artists and scholars Brett Stalbaum, micha cárdenas, Amy Sara Carroll, and Elle Mehrmand.

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Landschaft der Erinnerung

Regisseur Steven Whiting und die Komponistinnen Dzovinar Mikirditsian und Katharina Rosenberger im Gespräch mit Dramaturgin Jana Beckmann

Wofür steht der Titel «Sillons de Mémoires»?

Steven Whiting: «Sillons de Mémoires» – oder «Rillen der Erinnerungen» – verweist auf die physische Einschreibung von Klang und Information in Vinylplatten. Vinyl ist ein zentrales Element in Katharinas Arbeit: als Medium des Archivierens und der Bewahrung von Erinnerungen, aber auch als Material des gegenwärtigen Umgangs mit ihnen. In der Performance werden die Schallplatten aktiv einbezogen, um Erinnerungen wachzuhalten, sie neu zu befragen, zu verformen und weiterzuschreiben. Aus diesem Prozess entsteht im Moment eine neue Musik, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschränkt. Im Fall von Dzovinar stehen die Rillen für die Spuren, welche die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, in uns hinterlassen.

Das Publikum wird Teil einer installativen Klangwelt, einer Landschaft der Erinnerung…

SW: «Sillons de Mémoires» ist eine immersives Musiktheater-Performance, das das Publikum auf eine buchstäbliche Reise durch eine Welt der Erinnerungen mitnimmt. Die Geschichten werden in fragmentierten, vielschichtigen Narrativen erzählt und laden das Publikum dazu ein, Bilder und Klänge zusammenzusetzen und ihre eigenen Erinnerungen zu nutzen, um das Erlebnis zu vervollständigen. Es ist Gedenkstätte, Installation und interaktives Abenteuer: eine Kollision aus unglaublicher Musik, bewegenden Geschichten und Musiker:innen, die man hautnah und persönlich erleben kann.

Das Projekt verhandelt Themen wie Heimat, Migration und Vertreibung. Inwiefern fliessen biografische Er­fahrungen oder politische Realitäten in eure Kompositionen ein?

Dzovinar Mikirditsian: Der Verlust der Heimat, Zwangsmigration, Vertreibung und schwierige politische Realitäten nehmen in meiner Familiengeschichte einen wichtigen Platz ein. Trotzdem habe ich mich immer dafür entschieden, diese Themen nicht direkt anzusprechen. Sie prägen vielmehr die Texturen und Klangwelten meiner Kompositionen. Dies ist das zweite Stück, in dem ich das dringende Bedürfnis verspüre, mich mit dem Thema Gewalt und Exil auseinanderzusetzen. Es ist notwendig über die harten Realitäten zu sprechen, sowohl als Mensch als auch als Komponistin.

Katharina Rosenberger: Inhaltlich verwebt «Sillons de Mémoires» biografische Elemente aus der Familiengeschichte meines Vaters, geprägt von Vertreibung und Krieg. Mein eigener Lebensweg führte mich lange Zeit fern von dem Ort, den ich als Herkunft begreife. Besonders prägend waren die zwölf Jahre meiner Lehrtätigkeit an der UCSD (University of California San Diego) nahe der mexikanischen Grenze. Dort erlebte ich eine Grenz-Community, die im Alltag solidarische Praktiken entwickelte und Menschen auf der Flucht hoffnungsvoll, beharrlich und kreativ unterstützte.

Deine Komposition trägt den Titel «Towards the Morning Star». Wie beschreibst du den inhaltlichen Fokus? Was charakterisiert deine kompositorische Sprache und die Wahl der klanglichen Mittel? Auch der Text stammt von dir…

DM: «Towards the Morning Star» ist ein Stück, das uns zu dem führt, was verloren gegangen ist und was darauf hofft, gefunden zu werden. Vier Perkussionist:innen und ein Chor beschwören den Klang eines verschwundenen Ortes herauf – eines Ortes, der nur noch in der Erinnerung weiterlebt. Ihre Klangwelt verschmilzt mit Geschichten, die von den Solist:innen des Opernhauses Zürich gesungen und erzählt werden. Das Stück entfaltet sich auf mehreren Erzählebenen. Die Materialien der Perkussionist:innen tragen ihre eigenen Kontexte und Transformationen in sich, sie begleiten jedoch Sänger:innen, die ihre Geschichten fragmentarisch erzählen. Für dieses Werk habe ich mich entschieden das Libretto selbst zu schreiben, da das Thema sehr persönlich und intim ist. Ich lasse mich von realen Zeugnissen von Kindern inspirieren, die Krieg und Exil erlebt haben – einige davon kenne ich persönlich. Durch ihre Stimmen versuche ich, Gewalt, Vertreibung und vor allem die wesentliche Rolle der Poesie in Momenten anzusprechen, die das menschliche Erleben tiefgreifend prägen. Das Geschichtenerzählen von Kindern macht dies möglich, denn sie verfügen über die bemerkenswerte Fähigkeit, durch Fantasie Widerstand zu leisten

Verschiedene ästhetische und dokumentarische Formen prägen deine Kompositionen «Meeresgesänge», «Topographies» in Zusammenarbeit mit Louis Delignon, sowie «Récits of the Desert: Acts of Resistance» basierend auf den Transborder Immigrant Tool – Gedichten von Amy Sara Carroll …

KR: Meine Arbeit steht für mich inmitten des Lebens, mit einer offenen Haltung und Neugierde, wie verschiedene Kunstformen oder Musikstile mit denselben Themen umgehen. «Sillons» gehört zu einer Serie von Werken, die aus dem Wunsch heraus entstanden sind, Lebensgeschichten sichtbar zu machen, in denen Menschen trotz schwieriger Bedingungen Wege in die Zukunft finden. Kunst ist für mich ein Raum des Zuhörens und der Begegnung – ein Mittel, um Empathie für die Vielfalt gelebter Erfahrungen zu ermöglichen und Erinnerungen lebendig zu halten, die Bedeutungsvolles in unsere gemeinsame Zukunft tragen. Gerne bringe ich das Publikum in unmittelbare Nähe zum Geschehen. Dabei schärfen sich die Sinne, und es eröffnet sich ein Raum, in dem sich Hörverhalten, Aufmerksamkeit und die Beziehung zur Musik individuell entfalten können. In diesem Sinne bewegen sich viele meiner Projekte zwischen Installation, Konzert und oft ortsspezifischer Performance.

Eure Stücke werden miteinander verknüpft, sind Echoraum, ergänzen sich zu einer Landschaft. Wie beschreibt ihr den Prozess der Stückentwicklung?

KR: Unsere Stücke sind miteinander verflochten. Wir teilen uns die Instrumentierung und haben im Laufe unserer Zusammenarbeit Partituren, Klangbeispiele, Bilder, Referenzen und Texte ausgetauscht, um Verbindungen zwischen unseren Werken herzustellen – manchmal abstrakt, manchmal sehr konkret. Jede von uns bewahrt ihre eigene Kompositionssprache, unsere Stücke sind jedoch durch die Materialien, die wir teilen, zusammengewachsen.

DM: Die Zusammenarbeit mit Regie und Dramaturgie war während des gesamten Prozesses von entscheidender Bedeutung, ebenso wie die zutiefst anregende Recherche, mit dem Ensemble Eklekto…

SW: Besonders waren die intensiven Gespräche, die wir führten. Was bedeutet Heimat für uns? Wie haben wir uns an Orten ein neues Zuhause geschaffen, und was hat uns zu diesen Reisen veranlasst? Was sind unsere Erinnerungen an Heimat, wie funktionieren Erinnerungen, wie fühlen sie sich an, und inwiefern täuschen sie uns? Die Gespräche halfen uns bei der Entwicklung der vielschichtigen Handlungsstränge.

DM: Ich hatte zunächst eine klare Vorstellung meiner künstlerischen Auseinandersetzung mit den genannten Themen. Katharinas künstlerisches Universum, in dem Erinnerung, Dokumentation, Archivierung und der Akt des Erzeugens von Erinnerungen eine zentrale Rolle spielen, hat mich dazu inspiriert, meine Komposition ebenfalls als Reflexion über das kollektive Gedächtnis zu betrachten. So trägt jede:r Perkussionist:in ein persönliches rhythmisches Muster als Teil der eigenen Erinnerung mit sich, welches sie nutzen, um mit den Geschichten erzählenden Sänger:innen zu improvisieren. Einige dieser Momente wurden zu kollektiven Passagen weiterentwickelt. Die Perkussionist:innen nutzen diese persönlichen Muster, wenn sie umgesiedelt werden, um neue Verbindungen zwischen sich selbst und dem Ort, den sie verloren haben, zu knüpfen und so weiterhin neue Erinnerungen und neue Sprachen zu schaffen, die in den ursprünglichen Mustern verwurzelt sind.

Welche Rolle spielt der bewegte, hörende, sich erinnernde Körper in der Inszenierung?

SW: Wichtig war uns, eine Erzählsprache zu finden, welche an die Erinnerungen des Publikums anknüpft und diese auch hinterfragt. Erinnerungen sind etwas sehr Persönliches und Geheimnisvolles. Sie sind geformt von unterschiedlichen Erfahrungen, kulturellen Prägungen und Gegebenheiten – man denke nur an den Unterschied zwischen einem Duft, der einen in die Kindheit zurückversetzt, und einem Trauma, das ein Leben prägt. Wir wollen diese Eigenschaften in unserer Erzählweise einfangen, ebenso wie die Wandelbarkeit und Unzuverlässigkeit von Erinnerungen. Erinnerung ist nicht nur eine Art «Szene» in unserem Kopf, über die wir nachdenken können, sondern auch ein fortlaufender Prozess des Sammelns, Archivierens und Vergessens auf unserem Lebensweg. Erinnern ist auch eine kollektive Aktivität, ein Instrument des sozialen Erzählens, der Geschichtsschreibung und des Gedenkens. Es gibt eine faszinierende Spannung zwischen den Millionen von privaten Erfahrungen und Erinnerungen und der Erzählung oder dem Denkmal, das diese Ereignisse später im öffentlichen Bewusstsein verankert. Dies ist der Ausgangspunkt für «Sillons de Mémoires»

Programmfalter

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Audio-Einführung

Unsere Dramaturgin Jana Beckmann gibt einen Einblick in die Musiktheater-Performance «Sillons de Mémoires».