Sillons de Mémoires

Musiktheater-Performance von
Dzovinar Mikirditsian und Katharina Rosenberger

Von 5. Februar 2026 bis 7. Februar 2026

  • Weitere Informationen:
    In Kooperation mit dem Eklekto Geneva Percussion Center

Komposition:
Katharina Rosenberger,
Dzovinar Mikirditsian
Konzept, Inszenierung, Ausstattung:
Steven Whiting
Musikalische Leitung, Choreinstudierung:
Ismaele Gatti
Lichtgestaltung:
Taina Bucheli
Kostüme:
Sarah Bigler
Dramaturgie:
Jana Beckmann

Besetzung


Sopran Flavia Stricker


Mezzosopran Karima El Demerdasch


Tenor Samuel Wallace


Bass Evan Gray


Bass Henri Bernard

Künstlerische Leitung Eklekto / Perkussion Corentin Marillier

Perkussion Anne Briset

Perkussion Louis Delignon

Perkussion Pascal Viglino

Flavia Stricker

Flavia Stricker, Sopran, stammt aus Brasilien und studierte an der Musikhochschule Lübeck. Sie sang Fiordiligi («Così fan tutte») an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Galathée (Franz von Suppés «Die schöne Galathée») an der Hochschule Lübeck. 2023 gewann sie neben dem zweiten Preis beim Concorso Lirico Internazionale di Portofino auch einen Förderpreis der Kulturstiftung Insel Mainau. Seit der Spielzeit 2023/24 ist sie Mitglied im Internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich und war hier u. a. als Madama Cortese («Il viaggio a Reims»), als Kate Pinkerton («Madama Butterfly»), als Contessa di Ceprano («Rigoletto»), als Witwe in Mendelssohns «Elias» sowie in Strawinskys «Les Noces» zu hören. Am Théâtre de La Monnaie in Brüssel sang sie in Rossinis «Petite Messe solennelle» und beim Singapore Symphony Orchestra im Jahr 2025 Rosalinde («Die Fledermaus»).

Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026

Karima El Demerdasch

Karima El Demerdasch ist eine deutsch-ägyptische Mezzosopranistin. Sie studierte in Kairo sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London bei John Evans. 2024 war sie Finalistin bei den Kathleen Ferrier Awards und nahm 2023 an der Georg Solti Accademia teil. In Hochschulproduktionen der Guildhall School war sie u. a. als Prinz Orlofsky («Die Fledermaus») und als Dido («Dido und Aeneas») zu erleben. In einer Produktion der Opera Kipling verkörperte sie 2023 die Titelpartie in «La Cenerentola» im Londoner Theater Upstairs at the Gatehouse. 2025 nahm sie am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil und debütierte in der Londoner Barbican Hall. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026

Samuel Wallace

Samuel Wallace, Tenor, stammt aus Brasilien, wo er bei Lício Bruno Gesang studierte. 2024 erhielt er ein Stipendium des Mozarteum Brasileiro und nahm in der Folge an Rolf Becks Internationaler Chorakademie Lübeck teil. Konzerte führten ihn während dieser Zeit nach Deutschland sowie in die Philharmonie de Paris unter der Leitung von Raphaël Pichon. Zu seinem Opernrepertoire gehören Rollen wie Tamino («Die Zauberflöte») und die Titelpartie in Guilherme Bernsteins Oper «Serafim und der Ort, an dem man nicht stirbt». 2024 verkörperte er Dorvil in Rossinis «La scala di seta» und nahm an der Gala Lírica des 13. Tenortreffens Brasiliens im Teatro Amazonas in Manaus teil. Samuel Wallace war Semifinalist bei der Paris Opera Competition, Finalist beim Maria-Callas-Wettbewerb und Preisträger bei den Gesangswettbewerben Joaquina Lapinha und Natércia Lopes. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026

Evan Gray

Evan Gray ist ein Schweizer Bassbariton aus Winterthur. Er begann seine musikalische Ausbildung als Altist bei den Zürcher Sängerknaben und wechselte später in das Stimmfach Bass. Nach erstem Gesangsunterricht am Konservatorium Winterthur studierte er am renommierten Curtis Institute in Philadelphia. Zu seinen bisherigen Rollen gehören u. a. der Förster («Das schlaue Füchslein»), Figaro («Le nozze di Figaro») und Leporello («Don Giovanni»). Als versierter Liedsänger führte er Schuberts «Winterreise» und Vaughan Williams’ «Songs of Travel» mehrfach auf und arbeitete mit Künstlern wie Julius Drake und Robert Holl. In den Jahren 2023-25 war er zu Gast beim Marlboro Music Festival, wo er eine enge Beziehung zur Pianistin Mitsuko Uchida pflegt, die ihn für die Ausgabe im Sommer 2026 erneut eingeladen hat. Seit der Spielzeit 2025/26 ist Evan Gray Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026

Henri Bernard

Henri Bernard stammt aus Armenien. Er absolvierte sein Gesangsstudium am Conservatoire d’Avignon und bildete sich später u.a. bei Antonino Tagliareni in Mailand und bei Liliana Nikiteanu in Zürich weiter. Nach Engagements an verschiedenen Theatern in Südfrankreich (Avignon, Marseille, Toulon, Nizza, u.a.) sowie in Heidelberg wurde Henri Bernard Mitglied im Chor des Bayreuther Festspielhauses wie auch im Chor des Opernhauses Zürich, wo er mit Dirigenten wie Philippe Jordan, Andris Nelsons, Nello Santi, Daniele Gatti, Fabio Luisi, Michel Plasson, Jean-Yves Ossonce und Christian Thielemann zusammen arbeitete. Zudem war er u.a. als Arzt (Macbeth) an der Opéra de Tours, als schauspielerisches Rigoletto-Double an der Opéra Bastille (Regie: Claus Guth) sowie in Nebenrollen in TV- und Filmproduktionen mit Alain Delon, Gérard Dépardieu und Jeanne Moreau zu erleben.

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Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Kurzgefasst

«Rillen der Erinnerungen» verweist auf Spuren, die sich unauslöschlich in Körper, Biografien und kollektive Gedächtnisse einschreiben. Im Zentrum der Musiktheater-Performance stehen Fragen nach Heimat, Migration und Vertreibung, nach der Fragilität von Erinnerung und ihrer gleichzeitigen Beharrlichkeit. Wie lebendig, wie flüchtig und vergänglich ist Erinnerung? Was geschieht, wenn die Erinnerung an einen Ort fragmentiert, umstritten oder ausgelöscht ist? Wie prägen Erfahrungen von Krieg, Krise und Verlust das Selbstbild und den Blick in die Zukunft? Für die Stückentwicklung mit dem Schlagzeug-Kollektiv Eklekto werden Arbeiten der libanesischen Komponistin Dzovinar Mikirditsian und der, für ihre grenzüberschreitenden Arbeiten mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichneten Züricher Komponistin Katharina Rosenberger zu einer installativen Situation verwebt. Das Publikum taucht ein in eine pulsierende Klangwelt in der sich Schlagwerk, Stimme und Live-Elektronik vielschichtig begegnen.

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Gut zu wissen

Radikal offen

Installative Musiktheaterperformances, monumentale Klanglandschaften und kammermusikalische Porträts: Die Studiobühne des Opernhauses Zürich lädt dazu ein, Neues zu entdecken.

Musiktheater-Performance

Den programmatischen Schwerpunkt bildet die Musiktheater-Performance «Sillons de Mémoires», die am 5. Februar 2026 auf der Studiobühne Premiere feiert. Die Werke der libanesischen Komponistin Dzovinar Mikirditsian und der Zürcher Komponistin Katharina Rosenberger – ausgezeichnet mit dem Schweizer Musikpreis für ihre grenzüberschreitenden Arbeiten – entfalten sich als vielschichtige, installative Situation zwischen Konzert, Performance und Raumkomposition. Der Titel – Rillen der Erinnerungen – verweist auf Spuren, die sich in Körper, Biografien und kollektive Gedächtnisse einschreiben. Im Zentrum stehen Fragen nach Heimat, Migration und Vertreibung, nach der Fragilität von Erinnerung und ihrer gleichzeitigen Beharrlichkeit. Was geschieht, wenn die Erinnerung an einen Ort fragmentiert, umstritten oder verloren ist? Wie prägen Erfahrungen von Krieg, Krise und Verlust das Selbstbild und den Blick in die Zukunft? Schlagwerk, Stimme und Live-Elektronik verschränken sich zu einer pulsierenden Klangwelt, in der sich individuelle und kollektive Ebenen überlagern. Das international renommierte Schlagwerk-Kollektiv Eklekto aus Genf entwickelt seit seiner Gründung 1974 kontinuierlich zusammen mit verschiedensten Künstler:innen und Komponist:innen innovative Projekte, die neue Massstäbe setzen und mit wegweisenden Impulsen überzeugen. Unter der musikalischen Leitung von Ismaele Gatti und in der Inszenierung von Steven Whiting entsteht ein Musiktheater, das Erinnerung körperlich erfahrbar macht. Ausgangspunkt der Stückentwicklung und Teil der Inszenierung sind unter anderem Texte von Ricardo Dominguez, Gründungsmitglied des Critical Art Ensemble und Mitbegründer des Electronic Disturbance Theater 1.0. Die Gruppe entwickelte 1998 aus Solidarität mit den Zapatisten-Gemeinden in Chiapas, Mexiko, virtuelle Sit-in-Technologien sowie das Transborder Immigrant Tool – ein GPS-Sicherheitsnetz für Mobiltelefone zum Überqueren der Grenze zwischen Mexiko und den USA.

Konzert im Liegen

Einen anderen Zugang zu Zeit und Wahrnehmung eröffnet das Sonder-Kammerkonzert zum 100. Geburtstag von Morton Feldman. Mit «For Philip Guston» aus dem Jahr 1984 steht eines der zentralen Werke der musikalischen Moderne auf dem Programm – ein viereinhalb Stunden dauerndes Stück, dessen fragile Schönheit aus dem leisen Spiel zwischen Stille und Ereignis sowie einer fast archaischen Einfachheit entsteht. Inspiriert von der Freundschaft mit dem Maler Philip Guston, entfaltet sich ein schwebender Klangraum, in dem jede kleinste Veränderung hörbar wird. Das Ensemble Opera Nova, bestehend aus Musiker:innen des Orchesters der Oper Zürich, interpretiert dieses Schlüsselwerk in einem besonderen Konzertsetting mit bequemer Liegelandschaft. Das Publikum ist eingeladen, die gewohnten Grenzen zwischen Konzert, Dauer und körperlicher Wahrnehmung hinter sich zu lassen.

Grenzüberschreitung

Die Verbindung von klanglicher Experimentierfreude und einem klaren gesellschaftlichen Blick prägt auch das Portrait-Konzert von Olga Neuwirth. Eine Woche vor der Schweizer Erstaufführung ihres neuen Musiktheaters «Monster’s Paradise» präsentiert das Ensemble Opera Nova zentrale kammermusikalische Werke der österreichischen Komponistin. Neuwirths Musik bewegt sich zwischen gegenwärtiger Klangforschung, politischem Kommentar und spielerischer Grenzüberschreitung. Werke wie HOOLOOMOOLOO für Ensemble in drei Gruppen, Magic fluidity für Flöte und Olivetti-Schreibmaschine oder die Hommage à Klaus Nomi für Countertenor und Kammerorchester stehen exemplarisch für unterschiedliche Schaffensphasen der Komponistin. Ihr kompositorischer Ansatz eröffnet immer wieder ungewohnte Perspektiven, während ihre Klangsprache dabei unverkennbar persönlich bleibt.

Aufbruch

Ein weiterer Schwerpunkt gilt der klassischen Moderne. Im Sonder-Kammerkonzert anlässlich der Premiere von Paul Hindemiths Oper «Cardillac» treffen Werke des zeitweilig in Zürich lebenden Komponisten auf Leoš Janáčeks Bläsersextett «Mládí». Hindemiths Kleine Kammermusik op. 24 Nr. 2 und sein Septett für Blasinstrumente stehen exemplarisch für eine Musik, in der sich Klarheit, expressive Kraft und formale Strenge verbindet. Gleichzeitig suchte Hindemith nach einer Kammermusik, die sich vom spätromatischen Ausdrucksspektrum löst. Leoš Janáčeks Suite mit dem Titel «Mládi» («Jugend») schenkte sich der mährische Komponist selbst zum 70. Geburtstag. Auch bei diesem Werk rückt die Erinnerung in den Fokus – in diesem Fall die persönlich-biografische, welche Janáček an seine eigene Kindheit und Jugend pflegte.