Die Walküre

Richard Wagner

Erster Tag des Bühnenfestspiels
«Der Ring des Nibelungen»
Libretto von Richard Wagner

Von 24. Januar 2027 bis 10. März 2027

  • Dauer:
    ca. 5 Std. Inkl. Pausen nach dem 1. Aufzug nach ca. 1 Std. 05 Min. und nach dem 2. Aufzug nach ca. 3 Std. 05 Min.
  • Sprache:
    In deutscher Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Musikalische Leitung:
Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda ist seit der Spielzeit 2021/22 Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich. Zudem ist er Musikdirektor des National Symphony Orchestra und Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra. 2019 wurde er Musikdirektor des neu gegründeten Tsinandali Festivals und des georgischen Pan-Caucasian Youth Orchestra. 2007 bis 2018 amtierte Noseda als Generalmusikdirektor des Teatro Regio di Torino und hat das Opernhaus während dieser Zeit künstlerisch neu ausgerichtet. Noseda hat die wichtigsten internationalen Orchester (Berliner Philharmoniker, Chicago Symphony, Concertgebouw Orchestra, Wiener Philharmoniker) sowie an den bedeutendsten Opernhäusern (La Scala, Metropolitan Opera, Royal Opera House) und Festivals (BBC Proms, Edinburgh, Salzburg und Verbier) dirigiert. Er hat leitende Funktionen u. a. beim BBC Philharmonic (Chefdirigent), Israel Philharmonic Orchestra (Erster Gastdirigent), Mariinsky Theater (Erster Gastdirigent) und beim Stresa Festival (Künstlerischer Leiter) innegehabt. Seine Diskografie umfasst mehr als 80 CDs – einen besonderen Platz nimmt das Projekt «Musica Italiana» mit vernachlässigtem italienischem Repertoire des 20. Jahrhunderts ein. Der in Mailand geborene Noseda ist Commendatore al Merito della Repubblica Italiana und erhielt 2024 den Verdienstorden der Stadt Mailand. 2015 wurde er als «Musical America’s Conductor of the Year» geehrt, bei den International Opera Awards 2016 zum «Dirigenten des Jahres» ernannt und erhielt 2023 den Puccini-Preis. Im selben Jahr zeichneten die Oper!Awards Noseda als «Besten Dirigenten» aus, wobei insbesondere seine Interpretationen der ersten beiden «Ring»-Opern am Opernhaus Zürich hervorgehoben wurden.

Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Ehnes & Noseda23 Nov. 2025 Kinderopernorchester25 Mai 2026 / 23 / 27 Mai / 19 / 20 Juni 2027 Open-Air-Konzert28 Juni 2026 / 4 Juli 2027 Europa-Tournee 2026 «Mühlemann & Noseda»21 / 28 März / 1 Apr. 2026 Europa-Tournee 2026 «Messa da Requiem»22 / 23 / 25 / 26 / 29 / 31 März 2026 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Gabetta & Noseda7 Nov. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027
Inszenierung:
Andreas Homoki

Andreas Homoki

Andreas Homoki wurde als Sohn einer ungarischen Musikerfamilie 1960 in Deutschland geboren und studierte Schulmusik und Germanistik in Berlin (West). 1987 ging Andreas Homoki als Regieassistent und Abendspielleiter an die Kölner Oper, wo er bis 1993 engagiert war. In den Jahren 1988 bis 1992 war er ausserdem Lehrbeauftragter für szenischen Unterricht an der Opernschule der Musikhochschule Köln. Hier entstanden erste eigene Inszenierungen. 1992 führte ihn seine erste Gastinszenierung nach Genf, wo seine Deutung der «Frau ohne Schatten» internationale Beachtung fand. Die Inszenierung, die später auch am Pariser Théâtre du Châtelet gezeigt wurde, erhielt den französischen Kritikerpreis des Jahres 1994. Von 1993 bis 2002 war Andreas Homoki als freier Opernregisseur tätig und inszenierte u. a. in Köln, Hamburg, Genf, Lyon, Leipzig, Basel, Berlin, Amsterdam und München. Bereits 1996 debütierte er an der Komischen Oper Berlin mit «Falstaff», es folgten «Die Liebe zu drei Orangen» (1998) sowie im Jahre 2000 «Die lustige Witwe». 2002 wurde Andreas Homoki als Nachfolger von Harry Kupfer zum Chefregisseur der Komischen Oper Berlin berufen, deren Intendant er 2004 wurde. Neben seinen Regiearbeiten an der Komischen Oper Berlin inszenierte er u. a. am Théâtre du Châtelet in Paris, an der Bayerischen Staatsoper München, am New National Theatre Tokyo, an der Sächsischen Staatsoper Dresden und der Hamburgischen Staatsoper. Im Juli 2012 inszenierte er unter der musikalischen Leitung von William Christie «David et Jonathas» von Marc-Antoine Charpentier für das Festival in Aix-en-Provence – eine Produktion, die später auch u. a. in Edinburgh, Paris und New York gezeigt wurde. Von 2012/13 bis 2024/25 war Andreas Homoki Intendant des Opernhaus Zürich und inszenierte hier u. a. «Der fliegende Holländer» (Koproduktion mit der Mailänder Scala und der Norwegischen Staatsoper Oslo), «Fidelio», «Juliette», «Lohengrin» (Koproduktion mit der Wiener Staatsoper), «Luisa Miller» (Hamburgische Staatsoper), «Wozzeck», «My Fair Lady» (Komische Oper Berlin), «I puritani», «Medée», «Lunea» (von der Zeitschrift Opernwelt zur «Uraufführung des Jahres 2017/18» gekürt), «Iphigénie en Tauride», «Nabucco», «Simon Boccanegra», «Les Contes d’Hoffmann», «Salome», «den Ring des Nibelungen» und «Carmen». Andreas Homoki ist seit 1999 Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027
Ausstattung:
Christian Schmidt

Christian Schmidt

Christian Schmidt studierte Bühnenbild bei Erich Wonder an der Wiener Akademie der Bildenden Künste. 1992 arbeitete er zum ersten Mal mit Claus Guth zusammen, woraus sich eine intensive künstlerische Partnerschaft entwickelte. Zahlreiche Inszenierungen Guths hat er mittlerweile als Bühnen- und Kostümbildner ausgestattet, darunter «Iphigénie en Tauride» und «Le nozze di Figaro» bei den Salzburger Festspielen, «Der fliegende Holländer» bei den Bayreuther Festspielen, «Fierrabras», «Radamisto», «Ariane et Barbe-Bleue», «Tristan und Isolde» und «Parsifal» am Opernhaus Zürich sowie Mozarts «Lucio Silla» bei den Wiener Festwochen. Auch durch Uraufführungen hat sich das Team einen Namen gemacht, darunter Czernowins «Pnima» und Stauds «Berenice» bei der Münchener Biennale, Ruzickas «Celan» in Dresden, Oehrings «Unsichtbar Land» in Basel und Czernowins «Heart Chamber» an der Deutschen Oper Berlin. Für Hans Neuenfels’ Inszenierungen von Zemlinskys «Der König Kandaules» an der Wiener Volksoper (1997) und «Die Entführung aus dem Serail» in Stuttgart (1998) entwarf Schmidt die preisgekrönte Ausstattung. 2003 kürte ihn die «Opernwelt» zum «Bühnenbildner des Jahres», 2005 zum «Kostümbildner des Jahres». Für das Bühnenbild zu «Simon Boccanegra» in Hamburg erhielt er 2006 den Rolf-Mares-Preis. 2010 arbeitete er erstmals mit Christof Loy zusammen («Die lustige Witwe» in Genf). Für Christian Spuck schuf er in Stuttgart das Bühnenbild zu Glucks «Orphée et Eurydice» sowie in Zürich zu «Romeo und Julia» und «Messa da Requiem». Seit 2011 arbeitet er auch mit Andreas Homoki zusammen und verantwortete mit ihm 2022-2024 den Zürcher «Ring des Nibelungen».

Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027
Künstlerische Mitarbeit Bühnenbild:
Florian Schaaf

Florian Schaaf

Florian Schaaf, geboren 1969 in Gräfelfing, studierte in München Architektur. Eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Bühnenbildner Christian Schmidt. Er wirkte bei zahlreichen Produktionen an internationalen Opernhäusern mit, u.a. am Teatro alla Scala in Mailand, am Teatro Real Madrid, an der Opéra de Paris, der Staatsoper Wien, der Staatsoper Berlin sowie zuletzt beim Ring des Nibelungen am Opernhaus Zürich. Im Deutschen Theatermuseum schuf er als szenografische Arbeit die Ausstellung «150 Jahre Gärtnerpatztheater». 2019 arbeitete er als Bühnenbildner mit Falko Herold an Schnitzlers Reigen in der Inszenierung von Alexandra Liedtke bei den Bregenzer Festspielen. Am Theater Wiesbaden entwarf er gemeinsam mit Duri Bischoff die Bühnenbilder für Kirschgarten in der Inszenierung von Evgeny Titov sowie für Vater, Wassa Schelesnova und Der eingebildete Kranke.

Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027
Lichtgestaltung:
Franck Evin

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u. a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u. a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieito und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Von 2012/13 bis 2024/25 arbeitete er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Neben seiner Tätigkeit in Zürich wirkte er weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027
Dramaturgie:
Werner Hintze,

Werner Hintze

Der Autor und Dramaturg Werner Hintze studierte Theaterwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach einem ersten Engagement am Landestheater Halle arbeitete er an der Semperoper Dresden, bevor er als Chefdramaturg an das Hans-Otto-Theater Potsdam wechselte. Von 2002 bis 2012 war er Chefdramaturg an der Komischen Oper Berlin. Seit 2012 lebt er als freischaffender Dramaturg, Autor und Hochschullehrer in Berlin. Er arbeitete langjährig eng zusammen mit Regisseuren wie Peter Konwitschny, Andreas Homoki und Andreas Baumann und war als Gastdramaturg u.a. an den Opernhäusern von München, Hamburg, Dresden, Zürich und Essen tätig. Seit 1985 entstanden, meistens in Zusammenarbeit mit Bettina Bartz, mehr als 30 deutsche Textfassungen von Opern als Auftragswerke für die Komische Oper und andere Häuser. Neben seiner Theatertätigkeit unterrichtet Werner Hintze Regie-, Bühnenbild- und Theaterwissenschaftsstudierende an verschiedenen Hochschulen. Am Opernhaus Zürich betreute er zuletzt Andreas Homokis aufsehenerregende Neuinszenierung des Ring des Nibelungen.

Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027
Beate Breidenbach

Beate Breidenbach

Beate Breidenbach studierte zuerst Violine, dann Musikwissenschaft und Slawistik in Nowosibirsk, Berlin und St. Petersburg. Nach Assistenzen an der Staatsoper Stuttgart und der Staatsoper Unter den Linden Berlin wurde sie als Musikdramaturgin ans Theater St. Gallen engagiert, drei Jahre später wechselte sie als Dramaturgin für Oper und Tanz ans Theater Basel. Anschliessend ging sie als Operndramaturgin ans Opernhaus Zürich, wo sie bisher mit Regisseurinnen und Regisseuren wie Calixto Bieito, Dmitri Tcherniakov, Andreas Homoki, Herbert Fritsch, Nadja Loschky, Kirill Serebrennikov und anderen arbeitete und die Entstehung neuer Opern von Pierangelo Valtinoni, Michael Pelzel, Samuel Penderbayne und Jonathan Dove betreute. Gastdramaturgien führten sie u.a. an die Potsdamer Winteroper (Le nozze di Figaro, Regie: Andreas Dresen), zum Schweizer Fernsehen (La bohème im Hochhaus) und 2021 an die Opéra de Génève (Krieg und Frieden, Regie: Calixto Bieito). Mit Beginn der Spielzeit 2026/27 wird sie als Chefdramaturgin an die Deutsche Oper Berlin wechseln.

Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027

Besetzung


Brünnhilde Camilla Nylund


Siegmund Eric Cutler 24, 31 Jan / 03, 06 Feb


Siegmund Klaus Florian Vogt 10 Mär


Hunding Christof Fischesser 24, 31 Jan / 03, 06 Feb


Hunding Mika Kares 10 Mär


Wotan Michael Volle


Sieglinde Vida Miknevičiūtė


Fricka Claudia Mahnke 24, 31 Jan / 03, 06 Feb


Fricka Tanja Ariane Baumgartner 10 Mär

Helmwige Dorothea Herbert

Gerhilde Iulia Maria Dan


Ortlinde Natália Tuznik


Waltraute Cashlin Oostindië 24, 31 Jan / 03, 06 Feb


Waltraute Agnieszka Rehlis 10 Mär

Siegrune Marcela Rahal


Rossweisse Siena Licht Miller


Grimgerde Dominika Stefańska

Schwertleite Dora Jana Klarić 24, 31 Jan / 03, 06 Feb


Schwertleite Noa Beinart 10 Mär

Camilla Nylund

Die im finnischen Vaasa geborene Camilla Nylund gehört zu den international gefragtesten lyrisch-dramatischen Sopranistinnen. Sie studierte am Mozarteum Salzburg, war von 1995 bis 1999 Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover und von 1999 bis 2001 Mitglied des Ensembles der Sächsischen Staatsoper Dresden. Gastengagements führten sie unter anderem an das Teatro alla Scala, die Metropolitan Opera, die Staatsopern in Wien, Hamburg, München und Berlin, an das New National Theatre Tokyo, De Nationale Opera in Amsterdam, das Royal Opera House London, die Opéra Bastille, nach Bayreuth und zu den Salzburger Festspielen. Zu ihren wichtigsten Partien zählen Elisabeth in «Tannhäuser», Elsa in «Lohengrin», Eva in «Die Meistersinger von Nürnberg», Senta in «Der fliegende Holländer» sowie die Marschallin in «Der Rosenkavalier», Arabella, Salome, die Gräfin in «Capriccio», Ariadne und Chrysothemis in «Elektra». An der Wiener Staatsoper sang sie Marietta/Marie in «Die tote Stadt», an der Deutschen Oper am Rhein Marie in «Wozzeck» und an der Staatsoper Unter den Linden Jenůfa. Neben ihrer Operntätigkeit ist sie regelmässig in den grossen Konzerthäusern zu Gast. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als Sächsische und Österreichische Kammersängerin, mit dem Europäischen Kulturpreis, dem Lotte-Lehmann-Gedächtnisring und dem Österreichischen Musiktheaterpreis. Am Opernhaus Zürich gab sie ihre Rollendebüts als Isolde und Brünnhilde in «Die Walküre», «Siegfried» und «Götterdämmerung».

Liederabend Camilla Nylund1 Dez. 2025 Die Fledermaus29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027

Eric Cutler

Eric Cutler, in Iowa geboren, absolvierte sein Studium am Luther College und dem Lindemann Young Artists Development Program der Met. 2005 gewann er den Tucker Award. Er ist an internationalen Opernhäusern zu Gast, u. a. der New Yorker Met, der Bayerischen Staatsoper, dem Royal Opera House in London, der Pariser Oper, dem La Fenice in Venedig, der Lyric Opera of Chicago, dem Teatro dell’Opera in Rom, der Canadian Opera Company, der Santa Fe Opera sowie an den Festivals in Salzburg und Glyndebourne. Nach Anfängen im Mozart- und Belcanto-Repertoire sowie lyrischen Partien von Bellini, Donizetti, Bizet und Gounod u. a. an der New Yorker Met, der Bayerischen Staatsoper München, dem Royal Opera House, der Pariser Oper und bei den Festspielen in Salzburg und Glyndebourne singt er nun insbesondere Partien des jugendlichen Heldenfachs. Jüngste Höhepunkte waren u. a. Kaiser in Richard Strauss‘ «Die Frau ohne Schatten» (Semperoper Dresden), Florestan in «Fidelio» (Dutch National Opera & Ballet), Max in Webers «Der Freischütz» und Erik in «Der fliegende Holländer» (Bayerische Staatsoper). Letzteres sang er 2023 auch in New York in einer Koproduktion der Met mit dem Abu Dhabi Festival und der Opéra de Québec. Frühere Höhepunkte waren u. a. die Titelrolle in Offenbachs «Les Contes d’Hoffmann» (Brüssel und Dresden) und Bacchus in «Ariadne auf Naxos» (Festival d‘Aix-en-Provence). Am Opernhaus Zürich war er zuletzt in «Die Walküre» als Siegmund zu erleben und kehrte 2025 als Paul in Korngolds «Die tote Stadt» zurück.

Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027

Klaus Florian Vogt

Klaus Florian Vogt ist einer der herausragenden Wagner-Tenöre der Gegenwart. Zu seinem Repertoire gehören vor allem dramatische Partien wie Lohengrin, Tannhäuser, Parsifal, Stolzing und Siegmund, aber auch Florestan (Fidelio) und Hoffmann (Les Contes d’Hoffmann). Darüber hinaus singt er lyrisch-dramatische Rollen wie Andrej (Chowanschtschina), Prinz (Rusalka) und Faust (La Damnation de Faust). Der aus Norddeutschland stammende Klaus Florian Vogt studierte an der Hochschule für Musik und Theater in Lübeck, war 1997/98 am Landestheater Flensburg engagiert und gehörte von 1998 bis 2003 zum Ensemble der Semperoper Dresden. Seither gastiert er regelmässig an allen grossen Opernhäusern der Welt sowie bei den Bayreuther und den Salzburger Festspielen. 2005 gab er sein Japan-Debüt als Hoffmann in Tokio, 2006 folgte sein Amerika-Debüt als Lohengrin an der Metropolitan Opera in New York. 2007 sang er erstmals an der Mailänder Scala (Lohengrin), später kehrte er als Florestan dorthin zurück. Ebenfalls 2007 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen als Walther von Stolzing (Die Meistersinger von Nürnberg) und war dort von 2011 bis 2015 als Lohengrin in der Inszenierung von Hans Neuenfels zu erleben, 2016 als Parsifal und 2017-2021 als Stolzing in Barrie Koskys Neuinszenierung der Meistersinger. 2022 kehrte er als Siegmund im neuen Ring und als Lohengrin zu den Festspielen zurück. Ausserdem wirkte er bei Konzerten mit Andris Nelsons im Festspielhaus mit. In Zürich war er zuletzt als Siegfried und Lohengrin sowie mit einem Liederabend zu hören. 2012 erhielt er den ECHO-Klassik als Künstler des Jahres. 2019 ernannte der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg ihn zum «Hamburger Kammersänger». 

Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Das Rheingold9 März 2027 Die Walküre10 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027

Christof Fischesser

Christof Fischesser studierte Gesang in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 gewann er den ersten Preis beim Bundeswettbewerb für Gesang in Berlin, worauf er an das Staatstheater Karlsruhe engagiert wurde. 2004 wechselte er an die Staatsoper Berlin, von 2012 bis 2015 war er Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich, mit dem ihn seither eine enge Zusammenarbeit verbindet. Er gastierte ausserdem an der Wiener Staatsoper, am Royal Opera House London, an der Opéra Bastille Paris, dem Teatro Real in Madrid, der Staatsoper München, der Komischen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, der Opéra de Lyon, am Théâtre du Capitole de Toulouse, an der Houston Grand Opera, der Lyric Opera Chicago sowie den Opernhäusern von Antwerpen, Kopenhagen und Göteborg. Sein breitgefächertes Repertoire umfasst u. a. Rollen wie König Marke («Tristan und Isolde»), Landgraf («Tannhäuser»), König Heinrich («Lohengrin»), Gurnemanz («Parsifal»), Sarastro («Die Zauberflöte»), Figaro («Le nozze di Figaro»), Rocco («Fidelio»), Banquo («Macbeth»), Mephisto («Faust») und Baron Ochs von Lerchenau («Der Rosenkavalier»). Zahlreiche CDs und DVDs dokumentieren sein künstlerisches Schaffen, so z. B. Beethovens «Fidelio» unter Claudio Abbado (mit Nina Stemme und Jonas Kaufmann), Massenets «Manon» unter Daniel Barenboim (mit Anna Netrebko und Rolando Villazon) oder Wagners «Lohengrin» unter Kent Nagano (mit Anja Harteros und Jonas Kaufmann). In Zürich war er u. a. als König Heinrich, Orest («Elektra»), Kaspar, Daland, Gremin, Gurnemanz («Parsifal»), Il Marchese di Calatrava, Padre Guardiano («La forza del destino»), Hunding («Die Walküre»)  sowie als Jacopo Fiesco («Simon Boccanegra») zu erleben.

Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027

Mika Kares

Mika Kares, geboren in Finnland, studierte Gesang an der Sibelius-Akademie in Helsinki. Von 2005 bis 2010 war er Ensemblemitglied am Badischen Staatstheater Karlsruhe. 2008 wurde er bei den Savonlinna-Opernfestspielen zum Künstler des Jahres gewählt für seine Interpretation der Titelrolle von Arrigo Boitos Mefistofele. Sein US-Debüt gab er 2012 als Attila in Verdis gleichnamiger Oper in Seattle. Seither arbeitete er mit Dirigenten wie Marc Minkowski, Riccardo Chailly, Zubin Mehta, und Nikolaus Harnoncourt zusammen und gastiert regelmässig auf den internationalen Opern- und Konzertbühnen. Zu den Höhepunkten der letzten Zeit gehören Mika Kares’ Debüts bei der Ruhr Triennale 2015 als Wotan (Das Rheingold) und an der Wiener Staatsoper als Gremin (Eugen Onegin), wie auch seine Interpretationen des Commendatore (Don Giovanni) an De Nationale Opera in Amsterdam, bei den Salzburger Festspielen sowie unter der Leitung von Teodor Currentzis in Perm. Letztere ist auf CD erschienen und wurde u.a. mit dem BBC Music Magazine Award 2017 in der Kategorie Oper ausgezeichnet. In jüngster Zeit sang er Balthazar (Donizettis La favorite) an der Bayerischen Staatsoper, Colline (La bohème) am Teatro Real in Madrid, Sarastro am Royal Opera House in London, Sparafucile beim Savonlinna Festival, Ramfis (Aida) am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel,  Jacopo (Simon Boccanegra) an der Opéra Bastille mit Fabio Luisi und Calixto Bieito und Raimondo (Lucia di Lammermoor) in München. In Zürich war er zuletzt als Bartolo in Le nozze di Figaro und als Walter in Luisa Miller zu erleben.

Das Rheingold9 März 2027 Die Walküre10 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027

Michael Volle

Michael Volle war nach Engagements an den Opernhäusern in Mannheim, Bonn, Düsseldorf und Köln Mitglied des Ensembles des Opernhauses Zürich und der Bayerischen Staatsoper in München. 2008 und 2023 wählte ihn die Zeitschrift Opernwelt zum «Sänger des Jahres», 2009 wurde er mit dem Deutschen Theaterpreis «Der Faust» ausgezeichnet und erhielt 2023 als Anerkennung für seine Leistungen einen Oper!Award. Als Gastkünstler erhielt er Einladungen an die Staatsopern in Berlin, Hamburg und Wien, an die Semperoper Dresden, das Festspielhaus Baden-Baden, die Opéra de Paris, die Royal Opera London, das Teatro Real in Madrid, das Liceu in Barcelona, die Mailänder Scala, die New Yorker Met sowie zu den Salzburger, Bregenzer und Bayreuther Festspielen. Michael Volle hat sich vor allem als Wagner-Sänger sowie mit den Partien Richard Strauss’ und der Interpretation der grossen italienischen Baritonpartien, darunter die Opern Verdis, einen Namen gemacht. In jüngster Zeit war er in David McVicars «Ring» an der Mailänder Scala zu erleben, kehrte er in der Titelpartie von «Falstaff» an die Berliner Staatsoper zurück, wo er auch Wotan/den Wanderer verkörperte. Im Rahmen des 150-jährigen Jubiläums der Bayreuther Festspiele singt er dort 2026 zwei «Ring»-Zyklen sowie Amfortas («Parsifal»). Am Opernhaus Zürich war er u. a. als Jewgeni Onegin, Jeletzki («Pique Dame»), Roland («Fierrabras»), Sixtus Beckmesser, Hans Sachs («Die Meistersinger von Nürnberg»), Golaud («Pelléas et Mélisande»), Wolfram («Tannhäuser»), Holländer, Nabucco und Boris Godunow sowie in Schuberts «Winterreise» zu hören.

Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Liederabend für «Zukunft Oper»27 Apr. 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Siegfried12 März 2027

Vida Miknevičiūtė

Die Sopranistin Vida Miknevičiūtė studierte Gesang an der Litauischen Akademie für Musik und Theater sowie in Leipzig. Zwischen 2005 und 2007 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich und gastierte beim Festival d’Aix-en-Provence sowie am Theater Basel. Es folgten Ensemblemitgliedschaften an der Staatsoper Hamburg von 2008 bis 2010 und am Staatstheater Mainz von 2011 bis 2020, wo sie unter anderem als Elettra in «Idomeneo», Tatjana in «Eugen Onegin», Violetta Valéry in «La traviata», Eva in «Die Meistersinger von Nürnberg», Marguerite in «Faust», Mimì in «La bohème» und Elisabeth in «Don Carlo» auftrat. An der Staatsoper Unter den Linden gab sie ihr Rollendebüt als Elsa in «Lohengrin» und debütierte an der Victorian Opera in Melbourne als Salome, wofür sie mit dem Green Room Award als Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet wurde. Weitere Gastengagements führten sie an die Wiener Staatsoper, die Staatsoper Stuttgart, die Oper Frankfurt, die Lettische Nationaloper und das Hessische Staatstheater Wiesbaden. Zuletzt sang sie «Die tote Stadt» beim Dvořák-Festival in Prag, an der Bayerischen Staatsoper und in Dmitri Tcherniakovs Neuproduktion am Opernhaus Zürich. Weitere Höhepunkte waren die Titelpartie in «Salome» an der Wiener Staatsoper, der Finnischen Nationaloper und der Staatsoper Hamburg, ihre Debüts bei den Bayreuther Festspielen und an der Santa Fe Opera als Sieglinde in «Die Walküre» sowie ihr Rollendebüt als Gräfin in «Capriccio» an der Victorian Opera in Melbourne. Im Konzertbereich sang sie «Die Walküre» im Sydney Opera House sowie Wolfgang Rihms «Das Gehege» mit den Berliner Philharmonikern, beide unter der Leitung von Simone Young.

Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Das Rheingold9 März 2027

Claudia Mahnke

Claudia Mahnke studierte Gesang an der Hochschule für Musik in Dresden. Von 1996 bis 2006 war sie Ensemblemitglied der Staatsoper Stuttgart, wo sie unter anderem in der Titelpartie von Karl Amadeus Hartmanns «Simplicius Simplicissimus» auftrat. 2013 debütierte sie bei den Bayreuther Festspielen als Fricka, Waltraute und Zweite Norne in einem neuen «Ring»-Zyklus unter Kirill Petrenko. Seit der Spielzeit 2006/07 ist sie Ensemblemitglied der Oper Frankfurt. Zu ihren jüngsten Rollen dort zählen unter anderem Herodias in «Salome», die Fremde Fürstin in «Rusalka», Marie in «Wozzeck», Sélika in Meyerbeers «L’Africaine», Charlotte in «Werther», Lucretia in «The Rape of Lucretia», Dido in «Les Troyens», Concepción in «L’Heure espagnole», Judith in «Herzog Blaubarts Burg» und Marguerite in «La damnation de Faust». Zu den jüngsten Höhepunkten zählen ihr Rollendebüt als Gräfin Geschwitz in «Lulu» und als Giselle in Magnards «Guercœur» an der Oper Frankfurt, ihr Debüt an der Metropolitan Opera als Magdalene in «Die Meistersinger von Nürnberg» unter Antonio Pappano, Herodias an der Wiener Staatsoper und der Hamburgischen Staatsoper, Fricka an der Staatsoper Unter den Linden sowie ihre gefeierten Debüts als Amneris in «Aida» und Mère Marie in «Dialogues des Carmélites». Sie trägt die Ehrentitel Kammersängerin der Staatsoper Stuttgart und der Oper Frankfurt.

Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027

Tanja Ariane Baumgartner

Tanja Ariane Baumgartner studierte zunächst Violine in Freiburg und danach Gesang in Karlsruhe, Wien und Sofia. Seit 2009/10 gehört sie zum Ensemble der Oper Frankfurt. Dort war sie in Partien wie Carmen, Cornelia (Giulio Cesare in Egitto), Eboli (Don Carlo), Gora in der deutschen Erstaufführung von Reimanns Medea (auf CD bei OehmsClassics erschienen), Amme (Die Frau ohne Schatten), Fremde Fürstin (Rusalka), Iocaste (Oedipe), Tigrana (Puccinis Edgar), Charlotte (Werther), Gaea (Daphne) und in der Titelpartie von Othmar Schoecks Penthesilea zu hören. Die Mezzosopranistin debütierte 2010 bei den Salzburger Festspielen als Gräfin Geschwitz in Lulu und kehrte 2012 als Charlotte in Zimmermanns Soldaten nach Salzburg zurück. 2013 gab sie ihr Debüt am Royal Opera House in London als Clairon in Strauss’ Capriccio und gastierte beim Festival in Edinburgh als Judith in Herzog Blaubarts Burg. In der Spielzeit 2016/17 gab sie in Santiago de Chile ihr Rollendebüt als Küsterin in Jenůfa. Bei den Bayreuther Festspielen 2017 war sie als Fricka (Rheingold / Walküre) zu hören und kurz darauf in der gleichen Rolle an der Lyric Opera in Chicago. In der Spielzeit 2017/18 sang sie zudem Kundry (Parsifal) an der Vlaamse Opera Antwerpen, Azucena (Il trovatore), Clairon (Capriccio) und Fricka in Frankfurt sowie Agave/Venus (Henzes The Bassarids) unter der Leitung von Kent Nagano bei den Salzburger Festspielen.

Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Das Rheingold9 März 2027 Die Walküre10 März 2027

Natália Tuznik

Natália Tuznik, Sopran, wurde in Budapest geboren und schloss ihr Gesangsstudium an der dortigen Franz-Liszt-Musikakademie ab. Sie wurde mit dem Junior Prima-Preis ausgezeichnet. 2023 war sie Mitglied der Opernakademie am Teatr Wielki in Warschau und im Jahr darauf Teil des von Hedwig Fassbender gegründeten «exzellenz labor oper». Sie nahm an zahlreichen Meisterkursen teil und arbeitete u. a. mit Künstler:innen wie Éva Marton, Claudio Di Segni, Anatoli Goussev, Izabela Kłosińska, Fausto Nardi, Katelan Trần Terrell, Michał Biel und René Massis. 2022 gab sie ihr Debüt als Wellgunde («Götterdämmerung») an der Ungarischen Staatsoper und sang auf einer Japan-Tournee die Erste Dame («Die Zauberflöte»). An der Ungarischen Staatsoper sang sie ausserdem die Titelrolle in Glucks «Iphigenie auf Tauris», Donna Anna in «Don Giovanni», Alice Ford in «Falstaff» und zuletzt Gräfin Almaviva in «Le nozze di Figaro». Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026

Cashlin Oostindië

Cashlin Oostindië ist eine niederländische Mezzosopranistin. Sie erhielt ihre Ausbildung am Amsterdamer Konservatorium und in Athen sowie privat bei Lauren Athey-Janka und Eva-Maria Westbroek. Während ihres Studiums war sie Mitglied der Young Opera Noord Holland, sang Marcellina («Le nozze di Figaro»), war Teil des Chors in Poulencs «Dialogues des Carmélites» und Solistin beim Lefkas Music Week Festival in Griechenland. Im Konzert sang sie die Alt-Partien in Bruckners «Requiem» und Rossinis «Petite Messe solennelle». Mit der Pianistin Florence van der Does gibt sie in den Niederlanden regelmässig Liederabende. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Der Rosenkavalier26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027 Angels in America7 / 9 / 19 / 21 / 23 Mai 2027 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026

Agnieszka Rehlis

Agnieszka Rehlis stammt aus Polen. Sie studierte Gesang an der Karol-Lipiński-Musikakademie in Breslau. Von 1996 bis 2007 gehörte sie zum Ensemble der Oper Breslau und sang dort u. a. Fenena (Nabucco), Maddalena (Rigoletto), Siébel (Faust), Cherubino (Le nozze di Figaro) und Dorabella (Così fan tutte). 2003 debütierte sie am Teatr Wielki in Warschau als Fenena, später verkörperte sie dort auch Azucena (Il trovatore), den Komponisten in Ariadne auf Naxos, Orsini (Lucrezia Borgia), Adalgisa (Norma) und Lisa in Die Passagierin von Weinberg. 2014 übernahm die Sängerin bei der Neuproduktion von Die Passagierin bei den Bregenzer Festspielen die Partie der Hannah, eine Rolle, die sie in Folge auch am Lincoln Center New York, in Houston und Chicago interpretierte. Besondere Aufmerksamkeit widmet Agnieszka Rehlis dem Schaffen Krzysztof Pendereckis, unter dessen Leitung sie in vielen seiner Kompositionen mitwirkte, so etwa im Te Deum, Credo, Polnischen Requiem sowie in seiner Siebten und Achten Sinfonie. In jüngster Zeit sang sie Amneris (Aida) u. a. in London, Warschau, Dresden, Neapel, Frankfurt und in der Arena di Verona, Brangäne (Tristan und Isolde) in Sevilla und La Cieca (La Gioconda) bei den Opernfestspielen Salzburg. Am Opernhaus Zürich war sie u. a. als Azucena (Il trovatore) und in Verdis Messa da Requiem zu erleben. In der Spielzeit 2024/25 wird sie u. a. Azucena am Royal Opera House London und an der Staatsoper Berlin sowie Amneris in Florenz und Verona singen. In Florenz singt sie 2025 in Verdis Requiem unter Leitung von Zubin Mehta.

Europa-Tournee 2026 «Messa da Requiem»22 / 23 / 25 / 26 / 29 / 31 März 2026 Die Walküre10 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027

Siena Licht Miller

Siena Licht Miller, deutsch-amerikanische Mezzosopranistin, studierte am Curtis Institute of Music und am Oberlin Conservatory of Music Gesang. Sie vervollständigte ihre Ausbildung mit Kursen an der Opera Philadelphia, der Santa Fe Opera, dem Opera Theatre of St. Louis und beim Aspen Music Festival. Sie ist Stipendiatin der Bagby Foundation, Preisträgerin der Metropolitan Opera National Council Auditions, der Marilyn Horne Rubin Foundation und der Gerda Lissner Foundation. Höhepunkte ihrer bisherigen Karriere waren die Rollendebüts als Hermia in «A Midsummer Night’s Dream», Zweite Dame in «Die Zauberflöte» und eine der zwei Solopartien in der Uraufführung von «Denis and Katya» von Philip Venables an der Opera Philadelphia. Am Aspen Opera Center sang sie die Titelrolle in Ravels «L’Enfant et les sortilèges» unter der Leitung von Robert Spano. Regelmässig widmet sie sich zudem dem Liedgesang. So sang sie bei der Reihe «The Song Continues» in der Carnegie Hall zur Feier ihrer Mentorin Marilyn Horne und ging mit einem Rezital zusammen mit dem Pianisten Kevin Murphy auf USA-Tournee. In der Spielzeit 2020/21 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich und sang hier u. a. in «Maria Stuarda», «Simon Boccanegra», «Viva la mamma», «Salome», «Odyssee», im Ballett «Monteverdi», in «L’italiana in Algeri» sowie Flosshilde in «Das Rheingold». Seit der Spielzeit 2022/23 gehört sie zum Ensemble des Opernhauses Zürich, wo sie zuletzt u. a. als Lucilla («La scala di seta») und Hänsel («Hänsel und Gretel) zu erleben war

La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Hänsel und Gretel20 / 23 Nov. / 2 / 16 / 18 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Die Fledermaus29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027

Dominika Stefańska

Die Mezzosopranistin Dominika Stefańska studierte in Łódź und war Mitglied in der Akademie der Oper Warschau. Bei der der Ada Sari International Vocal Artistry Competition 2021 ging sie als Finalistin hervor. An der Oper Łódź sang sie die Partien Volpino («Lo speziale») und Frau Reich («Die lustigen Weiber von Windsor»), sowie eine Nymphe(«Rusalka») an der Oper Poznan. Als Mitglied im Internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich war sie u. a. als Hippolyta in «A Midsummer Night’s Dream» sowie in «Jim Knopf» und «Sweeney Todd» zu erleben. Ab der Spielzeit 2026/27 wird Dominika Stefańska festes Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich. 

Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027 Götterdämmerung14 März 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026

Noa Beinart

Noa Beinart wurde in Tel Aviv geboren und war von 2020 bis 2023 Ensemblemitglied an der Wiener Staatsoper. Dort war sie als Erda in sämtlichen Aufführungen des Ring-Zyklus, als Gaea in Daphne, als Maddalena in Rigoletto, als Dritte Dame in Die Zauber­flöte, als Annina in Der Ro­senkavalier, als Mary in Der Fliegende Holländer, als Auntie in Peter Grimes sowie als Suzuki in Ma­dama Butterfly zu erleben. Zuvor war sie Mitglied des Opernstudios an der Bayerischen Staatsoper München und ist Absolventin der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin. Sie gab ihr Debüt an der Berliner Staatsoper Unter den Linden als Erste Norn in der Götterdämmerung. Weitere Wagnerpartien waren u.a. Grimgerde (Die Walküre) an der Opéra National de Paris und Schwertleite, ebenfalls in der Walküre, am Opernhaus Zürich. Im Sommer 2021 sang sie unter der Leitung von Franz Welser-Möst als Zweite Magd (Elektra) erstmals bei den Salzburger Festspielen und kehrte im Sommer darauf als Dritte Dame in einer Neuproduktion von Die Zauberflöte dorthin zurück. 2024 debütierte sie als Erste Magd in Christof Loys Neuproduktion von Elektra am Royal Opera House, Covent Garden, und als Erste Norn bei den Bayreuther Festspielen. Aussserdem trat sie mit dem Sydney Symphony Orchestra als Erda in einer konzertanten Aufführung von Das Rheingold unter der Leitung von Simone Young auf – eine Rolle, die sie in der Spielzeit 2024/25 zurück an die Wiener Staatsoper führt.

Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Die Walküre10 März 2027 Siegfried12 März 2027
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Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 / 2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Rinaldo14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 Tannhäuser26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026

Kurzgefasst

«Die Walküre» führt aus der mythischen Götterwelt mitten in die Welt der Menschen: Siegmund und Sieglinde entflammen in einer verbotenen Liebe, die alle Gesetze sprengt und Wotans Machtplan ins Wanken bringt. Im Konflikt mit Fricka erkennt der Göttervater die Unfreiheit seines Helden und opfert ihn. Brünnhildes Auflehnung wird hart bestraft: Wotan versetzt sie in einen Schlaf und umschliesst sie mit einem Feuerring, den nur ein furchtloser Held zu durchschreiten vermag. Mit dem «Walkürenritt» und dem «Feuerzauber» enthält die Musik der «Walküre» einige der berühmtesten Stellen des «Rings». Camilla Nylund und Eric Cutler singen Brünnhilde und Siegmund in der Fortsetzung der Zürcher «Ring»-Deutung von Andreas Homoki und Gianandrea Noseda.

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Trailer «Die Walküre»


Pressestimmen «Die Walküre»

«Mehr Wagner geht nicht»

FAZ, 22.09.22

«Es ist – in der Gestalt eines Kammerstücks – grosses Musiktheater»

SRF, 19.09.2022

«Es ist der ehrlichste Ring, den man sehen kann im Moment»

Deutschlandfunk Kultur, 18.09.2022

«Im plastischen In-Szene-Setzen von Figuren und in der psychologisierenden Darstellung ihrer Interaktionen wie im traditionellen Schauspiel lag immer schon eine Stärke des Regisseurs»

NZZ, 19.09.2022



Gut zu wissen

Wotans rebellische Kinder

In der «Walküre» haben die Frauen und der Held Siegmund ihren grossen Auftritt. Ein Gespräch mit dem Regisseur Andreas Homoki über den zweiten Teil von Richard Wagners «Ring des Nibelungen», kurz vor der Premiere.

Andreas, «Die Walküre» ist die einzige Wagner-Oper, die allein den Namen einer Frauenfigur im Titel führt. Kann man daraus den Hinweis auf eine Besonderheit dieses Stücks entnehmen?
Eigentlich ist das nur folgerichtig, denn es ist üblich, ein Stück nach der zentralen Figur zu benennen. Und das ist in diesem Falle Brünnhilde, Wotans Tochter und erste der Walküren, deren Entwicklung und Handeln entscheidende Auswirkungen für den ganzen weiteren Verlauf der Tetralogie haben. Andererseits geht man aber nicht fehl, wenn man diesen Titel als Hinweis darauf nimmt, dass es sich um ein Werk handelt, bei dem Frauen eine besonders wichtige Rolle spielen.

Bevor wir weiter ins Detail gehen: Was ist eine Walküre?
Die Walküren sind Töchter Wotans, die den Auftrag haben, im Kampf gefallene Helden, wenn er sie für würdig befindet, nach Walhall zu bringen. Ausser Brünnhilde gibt es noch acht weitere Walküren, so dass der Besetzungszettel des Stücks, nimmt man Fricka und Sieglinde hinzu, nicht weniger als elf namentlich genannte Frauenfiguren aufführt. Das ist bei Wagner der absolute Rekord. Aber auch wenn wir Brünnhildes Schwestern, die eine kaum individualisierte Gruppe bilden, beiseitelassen, bleiben immer noch drei grosse, sehr differenzierte Frauenfiguren, die dieses Stück prägen und zu etwas Besonderem in Wagners Werk machen. Freilich muss man auch sagen, dass Wagners Werk voll ist von selbstbewusst und selbstbestimmt handelnden Frauenfiguren. Es ist umso bemerkenswerter, dass er immer wieder starke Frauen in den Mittelpunkt rückt, als sich seine Stoffe fast durchgehend vor dem Hintergrund brutal patriarchalischer Verhältnisse entfalten.

Einer weit verbreiteten Auffassung nach propagieren Wagners Werke ein reaktionäres, dem 19. Jahrhundert verhaftetes Frauenbild …
… ja, so etwas hört man oft. Aber wenn ich mir seine Werke anschaue, kann ich nichts finden, was diese Meinung rechtfertigt. Selbstverständlich denkt Wagner wie und als ein Mensch des 19. Jahrhunderts. Es wäre ja auch absurd, etwas anderes zu erwarten. Aber auch in diesem Punkt ist er der Umstürzler geblieben, der seinerzeit in Dresden für eine bessere Welt buchstäblich auf die Barrikaden gegangen ist: Mit seinen Frauenfiguren geht er weit über das hinaus, was zu seiner Zeit der allgemeine Konsens war. Man muss nur irgendeine seiner Gestalten neben das Ideal der Weiblichkeit halten, wie es etwa in Schillers damals noch überaus beliebtem «Lied von der Glocke» oder in Chamissos vielleicht noch beliebterem Zyklus «Frauenliebe und -leben» ausgedrückt ist, um das sofort zu sehen. Statt die Bescheidung mit einem Leben zwischen Kindern, Küche und Kirche zu feiern, erfindet Wagner Gestalten, die sich dem Zwang widersetzen …

… woran sie aber so gut wie immer tragisch scheitern …
… was aber ihre Position nicht entwertet. In allen grossen Tragödien seit der Antike scheitern die Helden, aber das zeigt, dass die Verhältnisse unmenschlich sind, dass also die Welt anders eingerichtet werden muss. Wagner will sich nicht mit diesen Verhältnissen abfinden. Und die Frauen in seinen Werken tun es auch nicht.

Gilt das für alle drei grossen Frauenrollen dieses Stücks? Auch für Fricka?
Unbedingt. Wotans Gattin begegnet uns als eine kluge und selbstbewusste Frau, die sich von ihrem Mann nichts gefallen lässt. Zwar kann sie nicht verhindern, dass er sie fortwährend mit anderen Frauen betrügt, auch hat sie die Hoffnung, ihn wieder für sich zu gewinnen, die sie noch hegte, als Walhall geplant und errichtet wurde, inzwischen aufgegeben. Aber sie nimmt die ihr damit zugewiesene untergeordnete Rolle nicht an und tut, was sie kann, um sich gegen den übermächtigen Hausvater zu behaupten. Das kann sie, weil sie Wotan, wie man in der grossen Auseinandersetzung im zweiten Akt sieht, intellektuell mehr als ebenbürtig ist.

Worum dreht sich diese Auseinandersetzung?
Wotan hat den Riesen, die ihm die Burg gebaut haben, den Ring, den er Alberich geraubt hat, zur Bezahlung überlassen müssen. Er weiss aber, dass dieses Schmuckstück, das dem Besitzer masslose Macht verleiht, sehr gefährlich werden kann. Von Fafner, der den Ring im Moment besitzt, geht keine Gefahr aus, denn dem genügt es, als Riesenwurm auf dem Goldschatz, zu dem der Ring gehört, zu liegen. Aber wenn Alberich den Ring zurückerhält, sind die Götter und die ganze Welt in grösster Gefahr. Nun kann Wotan den Ring nicht einfach stehlen, weil er durch einen Vertrag an Fafner gekommen ist, den Wotan nicht brechen kann, weil seine Weltordnung auf Verträgen beruht. Darum kommt er auf den Gedanken, einen Sohn, Siegmund, zu zeugen, den er zum Anarchisten und Verächter aller Regeln und Ordnungen erzieht, damit dieser aus eigenem Antrieb Fafner tötet und den Ring seinem Vater übergibt. Fricka, der er diesen Plan – übrigens auf unverschämt herablassende Art – offengelegt hat, entdeckt sofort den wunden Punkt, den Wotan bis dahin erfolgreich verdrängt hat: Wenn er Siegmund schützt, ihn zum Kampf gegen Fafner reizt und ihm ausserdem noch die dazu nötige Waffe verschafft, ist es das Gleiche, als ob er Fafner gleich selbst tötete und den Ring raubte. Wotan muss einsehen, dass sie recht hat, und seinen Plan aufgeben.

Warum tut sie das? Was hat sie gegen Siegmund?
Sie ist eine Politikerin, die tut, was ihre Aufgabe ist. Sie ist für die Einhaltung der Ehegesetze verantwortlich, die einen wesentlichen Bereich des menschlichen Zusammenlebens regeln. Wotan nimmt sich das Recht heraus, Sympathien für die Menschen zu haben, vor allem für die Rebellen, die gegen die unmenschliche und lieblose Ordnung aufbegehren. Fricka kennt nur ihre Gesetze. Und setzt sie mitleidlos, aber übrigens nicht ungerecht, durch. Nach diesen Gesetzen hat Siegmund zwei Verbrechen begangen, die nur durch den Tod gesühnt werden können: Ehebruch und Inzest. Wotan versucht, ihr zu widersprechen, indem er auf die Macht der Liebe verweist: Eine Ehe, die ohne Liebe geschlossen wird, erachtet er nicht für bindend, und die Liebe, die zwei Menschen füreinander empfinden, hält er immer für schützenswert, egal, unter welchen Umständen. Für Fricka ist das ganz inakzeptabel. Ihr einziges Interesse ist, die bestehende Ordnung zu erhalten, und dabei haben solche «Sentimentalitäten» keinen Platz. Wotan ist in einem Widerspruch gefangen. Einerseits ist auch er an der Erhaltung der Ordnung interessiert, andererseits will – und kann – er die Liebe nicht aufgeben, die sie fortwährend unterminiert. An diesem Punkt hakt Fricka ein und setzt sich schliesslich durch.

Lässt sich Frickas Verhalten nicht auch aus dem Schmerz über ihre unglückliche Ehe, die ihr die Mutterschaft verwehrt, erklären?
Auf jeden Fall. Für die psychologische Deutung der Figur spielt das eine wesentliche Rolle. Das sind zwei Erklärungen ihres Handelns, die sich keineswegs ausschliessen. Es sind zwei Ebenen der Figur, die zusammengehören und von Wagner, der sich gerade in solchen Punkten als genialer Dramatiker erweist, sehr fein aufeinander abgestimmt sind. Eine rein psychologische Erklärung würde darauf hinauslaufen, dass die Welt in Ordnung wäre, wenn Wotan freundlicher oder Fricka weniger anspruchsvoll wäre. Die rein politische würde Fricka zu einem herzlosen Monster machen. Erst beide gemeinsam erhellen die Figur so, dass sowohl ihre Grösse als auch ihre Tragik hervortreten.

Sieglinde verhält sich zu ihrem Ehemann ganz anders. Sie erduldet stumm das Leben neben Hunding und hofft auf den Helden, der sie von ihrem Schicksal erlöst. Ist das nicht ziemlich nahe an dem Frauenbild, das wir in der biedermeierlichen Kitschliteratur finden?
Nur bei sehr oberflächlicher Betrachtung. Denn schon der zweite Blick zeigt: Sie hat gar keine Wahl. In der Welt, die das Stück zeigt, kann sie schliesslich nicht einfach fliehen. Eine Frau, die ohne männlichen Beistand durch die Welt läuft, würde kaum lange überleben. Sie muss ihr Schicksal also dulden, aber sie akzeptiert das nicht als normal. Auch sie ist Wotans Kind und von ihm zur Aufrührerin erzogen worden. Sobald sie in Siegmund den erkennt, mit dem sie dem unerträglichen Leben entkommen kann, handelt sie entschlossen, unterstützt ihn und kämpft mit ihm gemeinsam für ihre Liebe. Siegmund seinerseits kann ihr Befreier werden, weil er als geborener Rebell dieses Frauenschicksal nicht als normal akzeptiert und alle Regeln, die er als unmenschlich erkannt hat, über den Haufen wirft. Am Rande sei vermerkt, dass Hunding kein Bösewicht ist, der seinen Spass daran hat, Frauen zu demütigen. Er ist ein Ehrenmann, der sich genauso verhält, wie es in seiner Welt normal ist. Er kommt gar nicht auf den Gedanken, das zu hinterfragen, und das trifft mit Sicherheit auch für alle anderen Männer und die meisten Frauen in seiner Umgebung zu. Der Gedanke, dass es zwischen Ehepartnern so etwas wie Liebe geben könnte, ist ihm sicherlich vollkommen fremd. Darum wendet er sich nach der Entdeckung des Ehebruchs an Fricka, die Hüterin des Gesetzes, anstatt zu versuchen, seine Frau durch ein liebevolleres Verhalten zurückzugewinnen.

Siegmund scheint hingegen das Ideal von einem Mann zu sein.
Das ist in Wagners Werk eine singuläre Figur: ein Mann, der ohne Einschränkung als Sympathieträger konzipiert ist, dessen Aufrichtigkeit, Liebesfähigkeit, Zärtlichkeit und Stärke durch keinen Widerspruch getrübt ist. Das ist möglich, weil er ausserhalb der Zivilisation, fern ihrer negativen Einflüsse, aufgewachsen und von Wotan erzogen worden ist, der ihm seine besten Eigenschaften und Überzeugungen mitgegeben hat.

Aber er ist doch ein Killer …
Das sind in dieser Welt alle Männer. Und wir erfahren auch, wer daran schuld ist: Wotan selbst, der die Männer zum allgemeinen Krieg aller gegen alle aufgehetzt hat, um sich die Soldaten für seinen Krieg gegen Alberich zu verschaffen. Nichtsdestoweniger hat sich Siegmund die Liebesfähigkeit bewahrt, die er von Wotan geerbt hat. Er ist in dieser Welt, die wir uns wohl von lauter Hundingen bevölkert denken müssen, der einzige Mann, der in der Lage ist, menschlich mit einer Frau umzugehen, und also eine utopische Gestalt. Und weil zwischen ihm und Sieglinde Liebe waltet, ist ihre Beziehung auch nicht unfruchtbar.

Im zeitlichen Mittelpunkt des Stücks steht die grosse Szene zwischen Wotan und Brünnhilde, in der er das Geschehen in einer langen Erzählung zusammenfasst und seine Situation beschreibt. Diese langen Erzählungen sind einigermassen berüchtigt. Eduard Hanslick bemerkte in seiner galligen Art, sobald auch nur die Spitze von Wotans Speer aus der Kulisse auftauche, sei eine halbe Stunde nachdrücklichster Langeweile garantiert. Damit dürfte er vielen Zuschauern aus dem Herzen gesprochen haben, die sich über die langen Passagen beklagen, die alles aufhalten und rekapitulieren, was man schon weiss, wenn man die bisherige Handlung verfolgt hat. Wie kann man die «edle Langeweile» vermeiden, die daraus so oft resultiert?
Ich muss gestehen, dass ich das Problem gar nicht sehe. Zumindest in diesem Stück gibt es ja nur eine einzige lange Erzählung, und die bringt sehr viele Informationen, die für die Zuschauerinnen und Zuschauer neu sind. Noch wichtiger ist aber, dass es hier nicht einfach um eine Information geht, die das Publikum auf den neuesten Stand bringt. Es handelt sich vielmehr um einen Dialog zwischen Wotan und Brünnhilde, auch wenn sie verbal nur wenig zu einem Dialog beiträgt. Umso wichtiger ist es aber, auf der Bühne deutlich sichtbar zu machen, wie ihr Schweigen, ihr Zuhören, ihre Gesten Wotans Erzählen beeinflussen. Wenn man die Partitur genau studiert, sieht man, dass Wagner grosse Mühe darauf verwendet hat, in jedem Moment hör- und sichtbar zu machen, wie sich die Interaktion der beiden Figuren entfaltet. Dadurch ist eine Szene entstanden, die keineswegs langweilig, sondern in Wahrheit sehr ergreifend ist, weil sie die gesamte Problematik des Stücks im Dialog der beiden Hauptgestalten zusammenfasst. Ich muss sagen, dass ich das früher auch nicht so wahrgenommen habe, aber in der Inszenierungsarbeit sehe ich immer mehr, wie viel theatralisches Potenzial in dieser Szene vorhanden ist, die oft so statisch und praktisch ohne Beziehung zwischen den beiden Protagonisten abläuft.

Ein anderer Dramatiker hätte Wotan vielleicht eine Monologszene gegeben …
Das wäre für Wagner undenkbar gewesen. Sein Theater basiert immer auf dem Dialog, auch dann, wenn die Szene von einer Figur so stark dominiert wird wie hier. Aber es ist für das ganze Stück von zentraler Bedeutung, dass Wotan sich seiner Tochter ganz anvertraut und also in gewisser Weise auch ausliefert. Erst so wird verständlich, dass sein scheinbar so liebloses Verhalten seinen Kindern gegenüber erzwungen ist, und erst so wird sein gewaltiger Zorn auf Brünnhilde verständlich, wenn sie ihn scheinbar verraten hat. Und vor allem wird erst so verständlich, dass Brünnhilde ihn zwar verstanden hat, aber andere Konsequenzen zieht, als er gehofft hat: Wenn sie auf Wotans Befehl Siegmund den Tod ankündigt und staunend sieht, dass ihm Sieglinde wichtiger ist als alle Verheissungen eines seligen Lebens in Walhall, macht sie eine Wandlung durch und kommt für sich selbst überraschend zu der Überzeugung, dass im Konflikt von Liebe und Macht immer die Liebe den Sieg davontragen muss. So rebelliert sie gegen die unmenschliche Kälte der Macht und setzt ihr die Wärme der Liebe entgegen. Allerdings glaubt sie, damit zwar gegen das Interesse des Machthabers, aber ganz im Interesse ihres Vaters zu handeln, weil sie das wahre Ausmass seines Dilemmas noch nicht erfasst hat. Erst in der letzten Auseinandersetzung mit Wotan versteht sie, dass er nicht anders handeln kann, wie auch sie keine andere Wahl hatte, als sich seinem Gebot zu widersetzen. Damit wird es ihr möglich, die Strafe anzunehmen, das heisst, ihren göttlichen Status abzulegen und zum Menschen zu werden. Und als liebender Mensch ist sie schliesslich in der Lage, die Lösung aller Verstrickungen herbeizuführen und den Weg in eine vielleicht bessere Zukunft zu öffnen.


Das Gespräch führte Werner Hintze.
Dieses Interview erschien in MAG 94 (September 2022).

Frauen bringen das patriarchale Machtgefüge zum Einsturz

Elisabeth Bronfen, die Zürcher Literaturprofessorin, Feministin und versierte Mythendeuterin, spricht über die Frauenfiguren und Richard Wagners «Walküre»

Frau Bronfen, uns interessiert ein weiblicher Blick auf die Frauen, die in Wagners «Walküre» auftreten. Drei Figuren stehen im Zentrum: Sieglinde, Fricka und Brünnhilde. Was fällt an ihnen auf?
Grundsätzlich muss man feststellen: Die Position all dieser Frauen ist auf Wotan bezogen. Und Wotan steht für paternale Autorität, sowohl als Familienoberhaupt als auch als oberster Gott. In diesem System besitzen die Männer die Frauen. In ganz extremer Form ist das bei Sieglinde der Fall. Sie hat erst ihrem Vater gehört – Wotan, der sie mit einer ungenannten Menschenfrau gezeugt hat; später wird Sieglinde geraubt und Objekt eines oder vielleicht sogar mehrerer Tauschgeschäfte, an deren Ende sie mit Hunding verheiratet wird. Die Frau ist hier also ein Objekt, das man raubt und dann für Geld verschachert. Dabei ist natürlich die Idee, dass sie mit Hunding ein Kind bekommt, damit seine Familie weiterbesteht. Das wäre eine klassische Frauenposition. Aber das, was Sieglinde passiert, geht weit über das, was im Mündelgesetz vorgesehen wäre, hinaus. Sieglinde wird geraubt, sie muss zusehen, wie die Mutter ermordet wird, wie das Haus abbrennt, und ruft vergeblich nach dem Vater. Im zweiten Akt der «Walküre» erinnert sie sich noch einmal an dieses traumatische Erlebnis und wünscht sich wiederum ihren Vater herbei. Mit der Position der Tochter gehen Abhängigkeit und Hilflosigkeit einher. Ein Bild in ihrer Erzählung hat mich sehr beeindruckt: An ihrer Hochzeit sass sie allein traurig da, während die Männer alle tranken und feierten – Sieglinde hat mit dieser Männerwelt gar nichts zu tun, sie steht völlig abseits.

Aber sie verharrt ja nicht in dieser passiven Rolle.
Nein, absolut nicht. Sie erkennt als Einzige den Fremden – Wotan –, der geheimnisvoll an ihrer Hochzeit erscheint und ein Schwert in einen Stamm stösst. Sieglinde macht an ihm eine Hoffnung fest. Sie entwickelt in ihrer völligen Isoliertheit eine eigene Stärke. Als Siegmund auftaucht – ihr Zwillingsbruder –, erkennt sie auch ihn, verabreicht Hunding mutig einen Schlaftrunk und ist bereit, mit Siegmund zu fliehen. Später warnt sie Siegmund mehrmals. Sie ist sich klar darüber, dass ihre Position als Tochter und Ehefrau sehr fragil ist.

Die Stärke, die Sieglinde entwickelt, führt dazu, dass sie Ehebruch und Inzest mit ihrem Bruder begeht. Ihr entgegen steht Fricka, die das paternale System stützt.
Fricka ist die Hüterin der Ehe, kann aber gegen Wotans Untreue nichts tun. Sie steht ein für die patriarchalen Gesetze, die übrigens eine Doppelmoral enthalten: Der Mann darf die Ehe brechen, die Frau nicht. Fricka steht für diese Gesetze ein, denn das ist das Einzige, was sie hat. Sie ist Wotans Ehefrau, sie ist nicht Mutter und nicht Geliebte. Da macht Wagner eine kluge Beobachtung. Es sind ja auch die Mütter, die in gewissen afrikanischen Kulturen die Mädchenbeschneidungen vornehmen. Aber so weit weg muss man nicht einmal gehen. Als in der Schweiz darüber abgestimmt wurde, ob Frauen mehr Rechte bekommen sollten, waren es die älteren Frauen, die sagten: Nein, wir hatten diese Rechte damals nicht, also braucht ihr sie jetzt auch nicht. Diese konservative Position ist keine der Schwäche, sondern der Stärke: Die Frau verteidigt den Ort, der ihr zugeschrieben wird.

Brünnhilde hingegen rebelliert offen gegen das System.
Brünnhilde ist zunächst einmal nicht dem häuslichen Bereich zugeordnet, sie ist Kriegerin und der Liebling des Vaters, sein ganzer Stolz. Auch sie liebt ihren Vater und kann sich nicht vorstellen, dass dieser Vater bereit sein könnte, seine Kinder zu verraten. Aber während Fricka auf der Seite jener kulturellen Gesetze steht, die die Gemeinschaft aufrechterhalten, steht Brünnhilde auf der Seite des Krieges. Brünnhilde ist, so könnte man sagen, geschlechtlich fluide – denn sie ist sowohl Kriegerin als auch Tochter. Anfangs ist sie frei, aber gleichzeitig eingebunden in die Kriegsmaschinerie des Vaters; sie baut gemeinsam mit ihren Schwestern für Wotan ein Heer aus gefallenen Helden auf. Im zweiten Akt macht sie eine Wandlung durch, weil sie von der Rede Siegmunds zutiefst getroffen wird. Sie überschreitet eine Grenze, indem sie sich für den Bruder und gegen den Vater entscheidet. Das tut sie aus einer weiblichen Position – aus ihrer Emotion heraus. Indem sie sagt: Es kann nicht sein, dass der Vater gegen seine eigenen Kinder handelt, argumentiert sie auf der Ebene der Familie, nicht auf der Ebene der staatlichen Verhältnisse. Sie entscheidet sich für die Macht der Liebe und gegen die politische Macht.

Was macht die Stärke der Frauen in der «Walküre» ausserdem aus?
Sie lassen nicht locker! Fricka hört genau zu und zeigt Wotan den Widerspruch in seiner Argumentation. Sieglinde begibt sich aktiv in die Liebesbeziehung mit Siegmund. Sobald sie erfährt, dass sie schwanger ist, überwindet sie ihre Sehnsucht, mit Siegmund zu sterben. Und Brünnhilde diskutiert bis zum Schluss mit ihrem Vater. Sie akzeptiert das Gesetz – sie war nicht gehorsam, also muss der Vater sie verbannen, und dazu gehört: Sie wird keine Walküre, keine Gottheit mehr sein und nicht mehr in Walhall leben. Aber sie schafft es, dass Wotan sich auf ihre Idee mit dem Feuerkreis einlässt: Brünnhilde muss nicht irgendeinen Mann heiraten, sondern nur den, der die Furcht nicht kennt und das Feuer durchschreitet. Zwar hat Wotan in der «Walküre» das letzte Wort. Aber sein Abschied ist von grosser Wehmut gekennzeichnet, weil er begreift, was er alles kaputtgemacht hat. Er hat das, was er am meisten liebte, verloren. Wagner entlarvt damit das Selbstzerstörerische der maskulinen Wut und den tödlichen Kern des männlichen Beharrens auf absolutem Gehorsam.

Fricka ist kinderlos. Wotan zeugt seine Kinder mit anderen Frauen. Was erzählt uns das?
Es ist auffallend, dass die Kinder im «Ring» – die Walküren, Siegmund und Sieglinde, aber auch Siegfried – nicht im Haus gezeugt werden, also nicht im Raum von Ehe und Häuslichkeit, wo sie eigentlich hingehören würden, um das Fortbestehen der Familie zu sichern. Auffallend ist auch, was mit den Müttern passiert. Die erste – die Mutter von Siegmund und Sieglinde – wird ermordet, die zweite – Sieglinde – muss dabei zuschauen, wie ihr Vater ihren Bruder und ihren Ehemann umbringt, und stirbt bei der Geburt ihres Sohnes Siegfried. Wenn wir den ganzen «Ring» anschauen, dann ist Erda, die Urmutter, die Einzige, die nach der Geburt ihrer Tochter Brünnhilde weiterhin die Weise bleibt. Mutterschaft ist also schwierig in diesem Werk. Mütter scheinen das System nervös zu machen. In einer Shakespeare-Komödie müssen die Paare am Schluss zusammenkommen, damit es die nächste und übernächste Generation geben kann. Im «Ring» scheint die Fortpflanzung, das Fortdauern, nicht vorstellbar. Das Fehlen von Müttern, die mit ihren Kindern und Enkeln spielen, hat ihr Pendant in der Melancholie Wotans, der den Untergang der Gesellschaft provoziert hat. Mutterschaft ist hier nicht zukunftsgerichtet; die Helden, die sie hervorbringt, sind von Anfang an dem Untergang oder eben der Götterdämmerung geweiht. Mütter sind nur dazu da, die kriegerische Macht aufrechtzuerhalten und gleichzeitig das Zerstörerische dieser Macht zu akzentuieren. Dadurch wird einmal mehr deutlich, wie selbstzerstörerisch diese Kultur ist, in der Gottvater Wotan und Alberich, Fafner und andere ihre Rivalitäten austragen.

Wenn wir nach den angeblich reaktionären Frauenbildern in Wagners «Ring» fragen, müssen wir uns auch die Männerbilder genauer anschauen: Inwiefern entsprechen sie traditionellen Heldenvorstellungen des 19. Jahrhunderts?
Gar nicht. Es fängt schon an bei der Vorgeschichte zur «Walküre», mit der namenlosen Maid, die umgebracht wird. Ihre Brüder haben es nicht geschafft, sie zu verteidigen, und auch Hunding, zu dessen Sippe sie ja offenbar gehörte, kommt zu spät. Auch Sieglinde und ihre Mutter konnte niemand verteidigen, weil niemand da war. Wotan zeichnet sich aus durch aussereheliche Affären und Abwesenheit von den Orten, an denen er eigentlich sein sollte. Schon im «Rheingold» bricht er seine eigenen Verträge und in der «Walküre» sein Versprechen, dass Siegmund der grosse Held sein wird, der alles wieder in Ordnung bringt. Aus Verzweiflung bringt er Siegmund und auch Hunding um – nicht sehr heldenhaft. Hunding wiederum traut sich nicht, allein gegen Siegmund anzutreten, sondern bittet Fricka um Hilfe. Und Siegmund ist von Anfang an ein Verlierer. Er bringt nur Unheil und Verzweiflung und ist darüber selbst ganz verzweifelt. Sogar der Moment, in dem er das von Wotan verheissene Schwert aus dem Stamm zieht, ist nicht wirklich heldenhaft, denn es ist Sieglinde, die es ihm zeigt. In der «Walküre» gibt es also keine konventionellen Helden. Auch im «Rheingold» nicht – sondern nur machthungrige Menschen, die sich gegenseitig betrügen, hintergehen, immer noch irgendwo eine Lücke im Gesetz sehen, die sie ausnutzen könnten. Der «Ring» passt nicht in das einfache Schema von heldenhafter Männlichkeit und gehorsamer, duldsamer Weiblichkeit.

Aber leider gibt es in Wagners Tetralogie ziemlich viel Gewalt von Männern gegenüber Frauen.
Ich würde nicht sagen leider. Denn genau daran zeigt sich die Brutalität dieser Art patriarchaler Kultur. Im Denken dieser Kultur sind Ehefrau und Tochter – und das geht bis weit ins 20. Jahrhundert – Eigentum des Mannes. Manchmal sind sie kostbar, dann werden sie geraubt. Während der Mann die Frau besitzt, kann er sich mit ihr schmücken wie mit einem Gemälde oder einem teuren Pferd. Auch heute sieht man noch weitaus häufiger sogenannte «trophy wives» als «trophy men». Die Gewalt gegen die Frauen in diesem Stück ist wie ein Gegenbild zu den sogenannten hehren Helden. Wenn Männer ein Haus abbrennen, die Mutter umbringen, die Tochter rauben, wird daran festgemacht, was eine Kultur, die den Männern mehr Macht gibt, tatsächlich bedeutet. Gerade durch die Gewalt gegen Frauen wird die Gewalttätigkeit der patriarchalen Kultur unterstrichen. Diese Gewalt trifft in der «Walküre» Sieglinde und ihre Mutter sowie die namenlose Maid, aber auch Brünnhilde. Mit ihrer Opferung wird keine körperliche, sondern eine strukturelle, psychologische Gewalt auf sie ausgeübt, und die ist fast noch schlimmer. Das ist eine Form von Kastration. Die Bestrafung Brünnhildes trifft uns viel stärker als die Tötung Siegmunds. Er begeht Ehebruch und Inzest und wird dafür hingerichtet; es gibt Kulturen, in denen das bis heute üblich ist. Brünnhilde hingegen ist der antiken Antigone nahe – sie wehrt sich gegen ein Gesetz, das für sie keinen Sinn ergibt, und tut dies aus Liebe zum Bruder. Dafür wird Brünnhilde in mehrfachem Sinn eingekreist. Zuerst durch den Feuerkreis, später durch die Ehe und die Intrigen um diese Ehe. Wir sehen ein freies Subjekt, das sich als solches behauptet und dafür bestraft wird. Der einzige Ausweg wird in der «Götterdämmerung» ihr Selbstmord sein und der Untergang aller. Man kann dieses Machtgefüge nicht von innen heraus verbessern, man muss es zerstören. Dann kann etwas Neues kommen. Ob das besser oder schlechter sein wird, wissen wir nicht.


Das Gespräch führte Beate Breidenbach.
Dieses Interview erschien in MAG 94 (September 2022).

Audio-Einführung

Unsere Dramaturgin Beate Breidenbach gibt einen Einblick in die Oper «Die Walküre».

Eric Cutler

Eric Cutler stammt aus einer kleinen Stadt im amerikanischen Bundesstaat Iowa. Auf die grossen Bühnen der Welt fand er u.a. über das Nachwuchsprogramm der Metropolitan Opera in New York. Nach Anfängen im Mozart- und Belcanto-Repertoire singt er heute insbesondere Partien des jugendlichen Heldenfachs. Von Richard Wagner sang er bisher u.a. Erik («Der fliegende Holländer») bei den Bayreuther Festspielen und Lohengrin bei den Salzburger Osterfestspielen.

Es gibt die einen, deren Eltern auch schon Sänger oder Musikerinnen waren oder klassische Musik als Bildungshintergrund hatten. Und es gibt die anderen. John Daszak, Arbeitersohn aus Manchester. Serena Farnocchia, Tochter eines toskanischen Ambulanzfahrers. Piotr Beczała, Sohn eines Textilarbeiters und einer Näherin in einer polnischen Kleinstadt. Vivica Genaux, Tochter eines Chemikers in Alaska. Georg Nigl, Sohn eines Wiener Schneidermeisters. Lise Davidsen, Tochter eines norwegischen Elektrikers und einer Krankenpflegerin. Sie alle zählen zu den Solistinnen und Solisten der Oper Zürich, viele sind Weltstars.

Und nun wartet am Künstlereingang ein 45-Jähriger auf mich, der bis zu seinem fünfzehnten Lebensjahr nicht einmal wusste, dass es so etwas wie Oper gibt. Eric Cutler hat die Statur eines Bodyguards, aber so, wie er sich im Café hinsetzt und spricht, klar und eher leise, hat er etwas von einem grossen Jungen, der sich selbst noch wundert über seinen Weg aus Iowa in die Welt der Oper, in der er als lyrischer Tenor Karriere machte und Europas Bühnen eroberte, dann ins dramatische Fach wechselte, in Bayreuth als Erik einschlug und in Zürich als Siegmund doppelt debütierte – in der Rolle und am Haus.

«Der Anfang war einfach Zufall», sagt er. Eric und seine Schwester wuchsen auf im 3000-Einwohner-Örtchen Adel, dreissig Meilen westlich von Des Moines, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Iowa. Die Mutter arbeitete in einer Firma für Glasfaserkabel, der Vater als Metzger – «ganz normale Typen» –, als er sich mit einem Austauschschüler aus Mexiko befreundete. «Sein Vater war Tenor, und er hat all diese Platten mitgebracht. Wir hörten eine, und das war so ein Moment, den ich nie vergessen werde. Ich habe ihn angeguckt und gesagt: Was ist DAS denn?» «Das ist Oper.» Es war Luciano Pavarotti, der «E lucevan le stelle» aus Puccinis «Tosca» sang. Bis dahin kannte Eric nur Pop und Rock. «Für mich war sofort klar, ich muss mehr hören.» Er besorgte sich Nachschub aus der Bibliothek in Des Moines, und bald wurde es ernst mit der «love affair», wie er seine Opernliebe nennt. Er machte sich vertraut mit dem Gesang grosser Tenöre wie Pavarotti, Björling, Gedda, Di Stefano, Wunderlich. Er zog nach Decorah im Norden von Iowa, wo das Luther College bekannt für gute Chorarbeit war. Eric bekam dort Gesangsunterricht, und er lernte schnell. Es gab auch kleine Opernproduktionen, ohne Orchester. «Wir haben «L’elisir d’amore» gemacht, ich den Nemorino, und danach ging es zur MET.»

Moment mal. Was hat eigentlich diesen Flash begleitet, dieses «ich muss mehr hören»? War etwas Abenteuerliches dabei? «Ich hoffe, dass es nicht komisch klingt», sagt Eric, auf dessen Wunsch wir Deutsch sprechen, «aber das war etwas, das schon in mir drin war. Als hätte ich das schon immer gekannt. Ich kann das nicht anders beschreiben.» Mit diesem Gefühl muss er 1998 auch an der MET vorgesungen haben für das Young Artist Development Program. Der 22-Jährige aus der Provinz, mit so gut wie keiner Solistenerfahrung, gewann einen Wettbewerb, 10’000 Dollar und eine dreijährige Ausbildung am Haus.

Haben seine Eltern diesen Weg unterstützt? «Für meine Mutter war es immer schwer zu verstehen. Oper ist nicht ihre Welt, bis heute. Am Anfang sagte sie: Was ist das denn? Kannst du damit Geld verdienen? Aber dann gewann ich diese 10’000 Dollar, okay, da war sie an Bord.» Und Eric Cutler, aus dem Mittleren Westen nach Manhattan katapultiert, lernte die Welt der Oper direkt auf deren amerikanischem Olymp kennen. Der 92-jährige Hauskorrepetitor Walter Taussig, Emigrant aus Wien, der schon die Callas gecoacht hatte, hämmerte ihm die erste kleine Partie ein, mit der er unter James Levine auftreten durfte: Scaramuccio in Strauss’ «Ariadne». Danach war Eric bereit für die Welt. Seine Stimme schien wie geschaffen für die Opern des Belcanto, beweglich und schlank, vor allem mit Mozart fiel er auf, bald auch jenseits des Atlantiks. Und als Tamino in der «Zauberflöte» fiel er 2006 in Edinburgh der Liebe seines Lebens in die Arme: Die Pamina wurde von Julia Kleiter gesungen, der Eric zwei Jahre später nach Deutschland folgte. Im Gegensatz zu ihm ist sie in einem Gärkessel der Sangeskunst aufgewachsen, der Chorstadt Limburg. Als er beschloss, das Stimmfach zu wechseln, war das erste Kind der beiden schon drei Jahre alt. Und warum wollte ein erfolgreicher lyrischer Tenor ins «schwere» Fach gehen, zu Wagner? Nach all den Taminos und Ottavios, den Edgardos und Alfredos, den Romeos und Fausts, dem Raoul der «Hugenotten», dem Don José der «Carmen»?

«Es wurde unangenehm in dieser Belcantolage, als ich Mitte dreissig war. Ich konnte all die Partien singen, aber wie ich das tat, war falsch. Mein Kehlkopf war oben, alles war oben. Es gibt bei jedem Sänger, der länger auf der Bühne steht, eine Krise, dies war meine. Ich ging zu einem Gesangslehrer in New York, Michael Paul. Er sagte: Du bist ein Heldentenor, kein lyrischer. Ich hielt das für einen Witz. Aber ich bin 1,94 Meter gross, und ich hatte nie mit meinem ganzen Körper gesungen. Ich habe für fast ein Jahr alles abgesagt und bei ihm studiert, zuerst ein paar Wochen in New York und dann über Facetime und alle verfügbaren Medien.» Bis heute ist Michael Paul sein vokaler Mentor.

Das bringt mich auf Stephen Gould, den amerikanischen Heldentenor, der etwa im selben Alter dieses Fach für sich entdeckte, fünfzehn Jahre früher. «Ja, aber er ist einer der Tenöre, die von unten kommen, vom Bariton her. Für mich passen eher Tenöre wie Peter Seiffert oder Gösta Winbergh als Vorbilder. Sie haben all die Mozartpartien gesungen, viel Belcanto, ehe sie Heldentenöre wurden. Wir können nicht so eingedunkelt singen. Man muss seiner Stimme immer treu bleiben. Und es dauert lange, sie zu entwickeln, das ist wie mit Wein.» Da ist es gut, dass Wagners Welt Tenorpartien unterschiedlicher Wucht bereithält – mit Siegfried einzusteigen wäre ein aussichtsloser Suizidversuch.

Eric Cutler begann seinen neuen Weg zu Wagner vor einigen Jahren mit «Lohengrin» in Brüssel. Und das Bayreuther Publikum erlebte ihn als Erik im «Holländer», der endlich mal gefährlich ist und stark genug, um eine Dreiecksgeschichte zu tragen. Den kann nicht einmal eine Ohrfeige von Asmik Grigorian als Senta zum Schwanken bringen. Von Sieglinde muss der Siegmund in der «Walküre» so etwas nicht befürchten. Doch eine grössere Herausforderung ist die Partie nicht nur wegen des «Wälse»-Rufs, dem beliebig ausdehnbaren Ges und G, mit dem Wotans unehelicher Sohn nach seinem Vater ruft. Den hat Eric Cutler auch seiner Frau vorgesungen, sie coachen einander gegenseitig. «Es gibt viele Sängerpaare, die das nicht machen, aber wir sind ein Team. Oper und Musik und Theater und die Kinder, alles gehört dazu.» Einfach ist das nicht, denn mitunter sind beide Sänger zugleich unterwegs. Dann kümmern sich Erics Schwiegereltern um den Zwölfjährigen und die Neunjährige. Und manche Engagements müssen sich die Eltern verkneifen, mal er, mal sie. «Ein Monat Daddyzeit ist ein Geschenk», meint Eric. «Dann habe ich eine Riesenchance, ihnen Englisch beizubringen.» Seufzend erzähle ich von der norddeutschen Provinz, wo so ein Modell exotisch sei, weil es immer noch üblich ist, dass Ehefrauen höchstens halbtags arbeiten. Er tröstet mich: «In Hessen auch.»

Abends sehe ich ihn wieder, immer noch in Jeans und schwarzem T-Shirt, aber im strahlend weissen Interieur des ersten Aufzugs der Zürcher «Walküre». Da vibriert schon etwas zwischen Siegmund und Sieglinde, und deren Ehemann Hunding wirkt aggressiv. Nicht aber der Flüchtling in seinem Haus. Da steht und geht, Orientierung suchend, ein Siegmund, der zwar nichts fürchtet, aber nicht ahnt, welche Kraft ihm noch zuwachsen wird. Man könnte an einen grossen Kerl aus Iowa denken. Wenn da nicht diese Stimme wäre, die mehr weiss und schon ganz andere Bögen spannt.

Das Gespräch führte Volker Hagedorn.

Dieses Interview erschien erstmals in MAG 95 (September 2022).

Wintersturm hinter der Wand

Manchmal fällt es mir sehr schwer, komplexe Bühnenbilder zu beschreiben, da sie eben kompliziert, ineinander verschachtelt und auch mit 1000 Worten nicht greifbar sind. Bei der Walküre ist es anders: Dieses Bühnenbild besteht aus vier Wänden, die sich in der Mitte der Drehscheibe treffen und im 90° Winkel zueinander stehen. Von oben drauf geschaut einfach ein Kreuz oder ein Pluszeichen.

Zwischen den Wänden stehen dann mal ein riesiger Baum, ein paar grosse Baumstämme (symbolisieren Wald), lange goldene Tische oder ein grosser Felsen (für Wagnerianer selbstverständlich: der Walkürenfelsen). Während das Publikum von vorne auf das Bühnenbild schaut, baut die Technik hinter den sichtbaren Wänden um, und wenn sich die Scheibe dreht, kommt dann z. B. der Baum in Sicht, und die Tische drehen aus der Sicht heraus.
Sie wundern sich jetzt wahrscheinlich darüber, dass ich über solch eine technische Banalität schreibe, und warten darauf, dass ich erwähne, dass Bäume, Felsen, Tische etc. tonnenschwer sind und mittels ausgefeiltester Raffinesse hinten leise von der Drehscheibe geschoben werden, während vorne auf der Bühne grade eine Arie hingehaucht wird. Genauso ist es zwar (lediglich am «leise» arbeiten wir grad noch, da haben die Bühnentechnik und der Regisseur noch unterschiedliche Auffassungen darüber, was «leise» bedeutet), aber um diese Raffinesse geht es nicht: Der wirkliche Bühnenzauber besteht darin, dass sich zum Ende des ersten Akts die Wände des Bühnenbildes plötzlich in der Mitte öffnen: Das Kreuz auf der Bühne teilt sich, die beiden Wände links und rechts schwingen wie Türflügel auf und geben den Blick auf die Hinterbühne frei, auf der die Baumstämme stehen und es schneit.
Das geht so, dass wir in die Wände pneumatische Heberollen eingebaut haben, die auf Hebeldruck Rollen nach unten ausfahren, und somit die Wände auf Rollen stehen und verschoben werden können. Natürlich heben sich die Wände nur wenige Millimeter, damit das Publikum das nicht mitbekommt. Damit die Wände sich nicht zu früh öffnen, sind in die Wandflügel starke Magnete eingebaut, die die Wände vor der Öffnung zusammenhalten. Auf Knopfdruck können die Maschinisten mittels Stromfluss die Magnete entmagnetisieren, und die Bühnentechnik öffnet dann die Wände gleich zwei grossen Türflügeln.
Die Verwandlungen im zweiten und dritten Aufzug sind noch komplexer: Zur Vorbereitung stellen wir die Wände wieder wie zu Beginn als «+» auf die Bühne. Dann schrauben wir zwei der vier aneinanderstossenden Wände zu einer langen Wand zusammen und verankern diese in der Drehscheibe. Dazu werden lange Schrauben durch die Unterkonstruktion der Wand und die Drehscheibe gesteckt und aus der Untermaschinerie fest mit der Drehscheibe verbunden.
Während des zweiten Aktes können wir nun in Deckung dieser langen Wand (leise!) Stützräder an der nach hinten stehenden Wand anbringen, per Hebeldruck nur diese Wand auf Rollen heben und nach hinten (leise!) wegrollen. Nun sind noch drei Wände auf der Scheibe, von denen zwei unsere lange feste Wand bilden, während die dritte senkrecht dazu steht und von der langen Wand gestützt wird. Nach einer 180° Drehung der Scheibe kann die Technik auch diese Wand mit Stützrädern versehen, sehr leise von der langen Wand lösen und nach hinten wegfahren.
Bei der nächsten Drehung ist nur noch eine sieben Meter hohe, frei stehende Wand auf der Scheibe: Eine komplexe Aufgabe wurde raffiniert gelöst. Ich musste darüber schreiben, sonst merkt es niemand, und das wäre ein Jammer!


Dieser Artikel ist erschienen in MAG 95, September 2022.
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