Giulio Cesare in Egitto

Georg Friedrich Händel

Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Nicola Francesco Haym
nach Giacomo Francesco Bussani

Von 11. März 2026 bis 28. März 2026

  • Sprache:
    In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
    Im Rahmen von Zürich Barock
    Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo
    © Plakatmotiv (Ausschnitt) von Huang Ko Wei (Scatter)

Musikalische Leitung:
Gianluca Capuano

Gianluca Capuano

Gianluca Capuano studierte Orgel, Komposition und Orchesterleitung am Konservatorium seiner Heimatstadt Mailand sowie historische Aufführungspraxis an der Civica Scuola di Musica. 2015 debütierte er an der Semperoper Dresden mit Händels «Orlando», 2016 am Opernhaus Zürich mit Haydns «Orlando paladino». Im selben Jahr dirigierte er «Norma» mit Cecilia Bartoli in der Titelrolle zur Eröffnung des Edinburgh Festival, gefolgt von Aufführungen in Paris und Baden-Baden. 2017 folgte eine Europatournee von «La Cenerentola» mit Cecilia Bartoli. Er leitete u. a. «Ariodante» und «Alcina» bei den Salzburger Festspielen, das «Weihnachtsoratorium» und «L’elisir d’amore» an der Staatsoper Hamburg, «Orfeo ed Euridice» in Rom, «Il matrimonio segreto» in Amsterdam, «L’elisir d’amore» am Teatro Real in Madrid, «La finta giardiniera», «La Cenerentola», «Iphigénie en Tauride» und «L’italiana in Algeri» in Zürich, «Le nozze di Figaro» am Bolschoi-Theater in Moskau sowie «Il turco in Italia», «Semele», «Norma» und «La Cenerentola» an der Bayerischen Staatsoper. Jüngste Engagements umfassen «La clemenza di Tito» und «Das Rheingold» an der Opéra de Monte-Carlo, «Hotel Metamorphosis» bei den Salzburger Festspielen, «La Cenerentola» am Teatro alla Scala, «Il barbiere di Siviglia» an der Wiener Staatsoper und «Die Entführung aus dem Serail» am Teatro Regio di Parma. 2022 erhielt er den Premio Abbiati als «Dirigent des Jahres». Mit seinem 2005 gegründeten Ensemble Il canto di Orfeo beschäftigt er sich hauptsächlich mit Werken der späten Renaissance und des Barock. Seit 2019 ist er Chefdirigent des Ensembles Les Musiciens du Prince – Monaco, mit dem zuletzt die CD-Einspielung «Rhapsody» erschien.

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Inszenierung:
Davide Livermore

Davide Livermore

Davide Livermore ist seit über 20 Jahren als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, Lichtdesigner, Sänger, Tänzer, Schauspieler und Theaterautor tätig. Er arbeitete mit Künstlerpersönlichkeiten wie Luciano Pavarotti, Plácido Domingo, José Carreras, Mirella Freni, Luca Ronconi, Zubin Mehta und Zhang Yimou zusammen. In seinem Heimatland Italien inszenierte er an Häusern wie dem Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, dem Teatro Regio in Turin, dem Teatro San Carlo in Neapel, dem Teatro Carlo Felice in Genua, dem Teatro La Fenice in Venedig und beim Rossini Opera Festival in Pesaro. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Mailänder Scala, an der er von 2018 bis 2022 mit Verdis «Attila», «Tosca», dem Galakonzert «A riveder le stelle» und «Macbeth» viermal hintereinander die Spielzeit eröffnete. Darüber hinaus arbeitete er an den Opernhäusern von Philadelphia, Montpellier und Avignon, am Palacio de la Ópera in A Coruña, am Teatro Arriaga in Bilbao und am Teatro de la Zarzuela in Madrid sowie am Bunka Kaikan in Tokio und im Kunstzentrum in Seoul. Von 2015 bis 2017 war er Künstlerischer Direktor des Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, wo er auch das Ausbildungsprogramm Centre de Perfeccionament Plácido Domingo leitete. 2016 wurde er zum Ufficiale dell’Ordine della Stella d’Italia ernannt. Seit 2020 ist er Direktor des Teatro Nazionale in Genua. Jüngere Regiearbeiten umfassen Händels «Giulio Cesare» und «Das Rheingold» an der Opéra de Monte-Carlo, den Doppelabend «La lupa/Il berretto a sonagli» von Marco Tutino am Teatro Massimo Bellini in Catania, «Don Carlo» an der Royal Danish Opera, «Turandot» an der Mailänder Scala und «The Turn of the Screw» in Genua.

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Bühnenbild:
Giò Forma

Giò Forma

Giò Forma wurde 1998 von Florian Boje, Cristiana Picco und Claudio Santucci gegründet. Das interdisziplinäre Mailänder Studio legt einen besonderen Fokus auf Architektur, Konzerte, Events und Bühnenbild. Das Team ist weltweit tätig, u. a. in Dubai, Saudi-Arabien, Singapur, Sydney, Chicago und vielen weiteren Städten. In den letzten Jahren entwarf Giò Forma gemeinsam mit Davide Livermore Bühnenbilder für zahlreiche Opern in einigen der renommiertesten Opernhäuser der Welt, darunter die Mailänder Scala (für die sie als erstes Studio überhaupt vier Premieren in Folge realisierten), das Bolschoi-Theater in Moskau, das Sydney Opera House, das Gran Teatre del Liceu Barcelona, ​​das Opernhaus von Maskat (Oman), die Oper von São Paulo, die Opéra de Monte Carlo, das Maggio Musicale Fiorentino, das Teatro dell'Opera in Rom und die Opera San Carlo in Neapel. Für Giò Forma hat alles Potenzial, zu einer Bühne zu werden und tiefgründiges Storytellung zu entwickeln. Dieses Prinzip überträgt das Studio auch auf die Architektur und kreierte preisgekrönte Entwürfe, u. a. den Cartier-Pavillon «Legendary Thrill» in Mailand, die Maraya Concert Hall (Oase Al-Ula, Saudi-Arabien) und die weltweit erste Biennale für Islamische Kunst in Dschidda (Saudi-Arabien).

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Kostüme:
Mariana Fracasso

Mariana Fracasso

Mariana Fracasso wurde in Turin geboren, wo sie Sprach- und Literaturwissenschaft studierte, bevor sie sich dem Modedesign zuwandte. Sie arbeitete bei Mediterranea, einer Biennale für junge Künstler:innen, und für das Modeevent Pitti Trend in Florenz, wo ihre Zusammenarbeit mit führenden Modehäusern begann. Sie entwarf Kleidung, Schuhe und Modeartikel für Marken wie Coccapani, Piacenza Cashmere, Max Mara, Casadei, Lancetti, Roccobarocco und Ferrari. 2023 schuf sie die Kostüme für den Werbefilm «The O!» von Dolce & Gabbana. Ausserdem entwarf sie Interieurs für Prototypen begehrter italienischer Automarken wie Bertone, Fiat und Alfa Romeo. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie auch für die Bühne. Engagements führten sie u. a. an die Mailänder Scala, das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, Bolschoi-Theater in Moskau, Teatro Colón in Buenos Aires, Teatro Real in Madrid, Sydney Opera House, Royal Opera House in Maskat, Teatro de la Zarzuela in Madrid, an den Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, die ABAO Bilbao Ópera und zu den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Für den Regisseur Davide Livermore erarbeitete sie in jüngerer Zeit die Kostüme zu Delibes’ «Lakmé» am National Centre of Performing Arts in Peking, «Giulio Cesare» in Monte-Carlo, zur Uraufführung des Opern-Doppelabends «La Lupa/Il berretto a sognali» von Marco Tutino am Teatro Massimo Bellini in Catania sowie zu «Turandot» an der Mailänder Scala, «Don Carlo» an der Royal Danish Opera und im Frühjahr 2025 zur «Walküre», erneut in Peking.

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Lichtgestaltung:
Antonio Castro

Antonio Castro

Antonio Castro wurde in Cambil-Jaén, Andalusien, geboren und begann seine Karriere als Lichtgestalter nach einer Ausbildung in Elektrotechnik sowie ersten Erfahrungen am Teatro Cánovas in Málaga. Nach seinem Abschlussprojekt, für das er eine Bühne ausstattete, arbeitete er mit mehreren Theatercompagnien zusammen, zuerst als Techniker auf Tourneen und anschliessend als Lichtgestalter für Theater, Tanz und Live-Musik. Er arbeitete u. a. mit den Tanz- und Kunsthochschulen in Málaga sowie mit dem Andalusischen Forschungszentrum für Performative Künste zusammen. Seit 2006 ist er Lichtdesigner am Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, wo er regelmässig Produktionen renommierter Regisseur:innen betreut. Daneben ist er als freischaffender Lichtgestalter tätig, u. a. am Centre de Perfeccionament des Palau de les Arts für «Le nozze di Figaro», «Dido und Aeneas», «L’incoronazione di Poppea», «Juditha Triumphans», «Lucio Silla», «Café Kafka», «Bastien und Bastienne» und «Il tutore burlato». Weitere Arbeiten an unterschiedlichen Theatern, meist in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Davide Livermore, umfassen «La bohème», «Otello», «Norma», «Idomeneo», «Tamerlano», «Un ballo in maschera», «Attila», «Don Giovanni», «Madama Butterfly», «Tosca», «Die Zauberflöte», «Luisa Fernanda», «Rigoletto», «Idalma», «La traviata», «Giovanna d’Arco», «Macbeth», «La Gioconda», «Aida» und «Les Contes d’Hoffmann». Die Produktion «La forza del destino» wurde 2014 mit einem Campoamor Award als «Beste Opernproduktion in Spanien» ausgezeichnet. An der Opéra de Monte-Carlo entwarf er das Licht zu «The Telephone», «Amelia al ballo» und «Giulio Cesare in Egitto».

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Video:
D-Wok

D-Wok

D-Wok ist ein Unternehmen, das sich auf kreative und innovative Formate für Shows und Veranstaltungen sowie auf Videodesigns spezialisiert hat. Die Arbeit von D-Wok reicht von Opern und Konzerten bis hin zu Museumstouren oder Fernsehformaten. Seit mehr als zehn Jahren besteht zwischen dem künstlerischen Leiter der Compagnie Paolo Gep Cucco und dem Regisseur Davide Livermore eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsam sind vier Produktionen für die Mailänder Scala sowie Dutzende Opernabende für die renommiertesten Häuser entstanden, darunter das Bolshoi-Theater in Moskau, das Sidney Opera House oder das Royal Opera House Muscat. Gemeinsame Arbeiten umfassen ausserdem u. a. «Idomeneo» und «Norma» für den Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, «Narciso» bei der Innsbrucker Festspieloper, «La bohème» in den Terme di Caracalla in Rom und an der Opera Philadelphia, «Falstaff» für das Theatro Municipal de São Paulo und «Le nozze di Figaro» für das Teatro Colón di Buenos Aires.

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Choreinstudierung:
Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit absolvierte ihr Klavierstudium am Conservatorio di Musica Luigi Boccherini in Lucca und setzte ihre Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz fort, wo sie 2018 ihren Bachelor in Chorleitung mit Auszeichnung abschloss. Während dieser Zeit sammelte sie ihre ersten Erfahrungen in der Opernwelt als Chorrepetitorin am Landestheater Linz. 2017 nahm sie an der Riccardo Muti Italian Opera Academy teil und war während der Spielzeit 2018/19 Korrepetitorin an der Orchesterakademie des Opernhaus Zürich. In der Spielzeit 2019/20 folgte ein Engagement als stellvertretende Kinderchorleiterin und Gastpianistin an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Anschliessend führte sie ihre Tätigkeit an das Staatstheater Darmstadt, wo sie in den Jahren 2020–2022 als stellvertretende Chordirektorin und Kinderchorleiterin wirkte. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung setzte sie ihre akademische Ausbildung fort: 2021 schloss sie an der Kunstuniversität Graz ihren Master in Dirigieren und Musiktheaterkorrepetition ab, 2022 folgte ein berufsbegleitender Master in Kulturmanagement (EMAA) an der Universität Zürich. Als Kulturmanagerin war sie Stipendiatin der Deutschen Bank Stiftung (AMH) und gründete 2024 die Künstleragentur ArteMIS. Von 2023 bis 2025 war Alice Lapasin Zorzit Chordirektorin mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Coburg und wirkte im Sommer 2025 als Chorassistentin bei den Bayreuther Festspielen mit. Seit Januar 2026 ist sie stellvertretende Chordirektorin am Opernhaus Zürich.

Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026
Dramaturgie:
Lea Vaterlaus

Besetzung


Giulio Cesare Carlo Vistoli


Cleopatra Cecilia Bartoli


Tolomeo Max Emanuel Cencic


Cornelia Anne Sofie von Otter


Sesto Kangmin Justin Kim


Achilla Renato Dolcini


Nireno Karima El Demerdasch


Curio Evan Gray


Dienerin der Cleopatra Sina Friedli


Dienerin der Cleopatra Valentina Rodenghi


Diener des Tolomeo Francesco Guglielmino

Carlo Vistoli

Der Countertenor Carlo Vistoli studierte am Frescobaldi-Konservatorium in Ferrara, an der Universität von Bologna und gab 2012 sein Bühnendebüt als Zauberin («Dido und Aeneas»). 2015 wurde er in die Barockakademie Le Jardin des Voix unter der Leitung von William Christie aufgenommen, mit dem er seither zusammenarbeitet. 2017 nahm er an John Eliot Gardiners Projekt «Monteverdi 450» teil, das international auf Tournee ging. In jüngerer Zeit war er u. a. in «Orlando furioso» am Teatro La Fenice in Venedig, Idraspe in Cavallis «Erismena» beim Festival d’Aix-en-Provence, «L'incoronazione di Poppea» bei den Salzburger Festspielen, «Orfeo ed Euridice» in der Inszenierung von Robert Carsen in Rom und «Semele» in Paris, London und Mailand zu erleben. 2021 sang er den Goffredo in «Rinaldo» an der Opéra de Lausanne sowie die Partie des Tolomeo in «Giulio Cesare» am Théatre des Champs-Élysées an der Seite von Philippe Jaroussky. Weitere Opernproduktionen waren «La rappresentatione di Anima et di Corpo» am Theater an der Wien und «Orfeo ed Euridice» an der Komischen Oper Berlin. 2022 gab er sein Debüt als Ruggiero in «Alcina» am Maggio Musicale Fiorentino mit Cecilia Bartoli und unter der Leitung von Gianluca Capuano, in der Inszenierung von Damiano Michieletto. Wiederum zusammen mit Bartoli und Capuano sang er Pergolesis «Stabat Mater» auf Tournee und die Titelfigur in «Giulio Cesare» an der Wiener Staatsoper. 2024 gab er sein Amerika-Debüt als Arsace («Partenope») an der Oper von San Francisco, wo er zudem als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde. Carlo Vistoli hat mehrere CD-Einspielungen aufgenommen, u. a. für die Labels Erato, Harmonia Mundi, Brilliant, Ricercar und Arcana.

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Cecilia Bartoli

Cecilia Bartoli hat sich mit ihrer grandiosen, seit über 40 Jahren andauernden Bühnenkarriere als eine der weltweit führenden klassischen Musikerinnen etabliert. In Rom geboren und ausgebildet von ihrer Mutter, der Gesangslehrerin Silvana Bazzoni, wurde sie von Daniel Barenboim, Herbert von Karajan und Nikolaus Harnoncourt entdeckt. Meilensteine waren u. a. 1997 die allererste Inszenierung von Rossinis «Cenerentola» an der New Yorker Met, das legendäre, seit 1999 millionenfach verkaufte «Vivaldi Album», 2008 der Pariser Konzertmarathon zu Maria Malibrans 200. Geburtstag, 2013 ihr radikal neuer Zugang zu Bellinis «Norma», dessen Ergebnis auch eine wissenschaftliche Edition der rekonstruierten Originalpartitur war, sowie 2022 eine umjubelte Rossini-Woche an der Wiener Staatsoper. Seit 2012 ist Cecilia Bartoli Künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele, wo sie u. a. in Werken von Händel, Gluck, Rossini, Bellini und Bernstein zu erleben war. Seit 2023 ist sie Intendantin der Opéra de Monte-Carlo, als erste Frau in der Geschichte dieses Hauses. Ebenfalls in Monte-Carlo wurde 2016 das Ensemble Les Musiciens du Prince – Monaco gegründet, mit dem Cecilia Bartoli sowohl am Heimatsitz als auch auf grossen Tourneen in ganz Europa auftritt. Bartolis CDs und DVDs wurden mehr als zwölf Millionen Mal verkauft; allein fünfmal wurde ihr der «Grammy» verliehen. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die sie erhielt, finden sich der Léonie-Sonning-Musikpreis, der Herbert von Karajan Musikpreis und der Polar Music Prize. Seit 2022 ist sie Präsidentin von Europa Nostra, wurde 2023 zur Österreichischen Kammersängerin ernannt und betreibt überdies die Cecilia Bartoli – Musikstiftung.

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Max Emanuel Cencic

Der Countertenor Max Emanuel Cencic begann seine musikalische Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben. Er singt an den grossen Opern- und Konzerthäusern sowie bei führenden Festivals und arbeitet regelmässig mit Dirigent:innen wie William Christie, René Jacobs, Ottavio Dantone, George Petrou, Emmanuelle Haïm und Riccardo Muti zusammen. Sein Repertoire umspannt alle Epochen von Monteverdi bis Aribert Reimann. Er sang u. a. an der Wiener Staatsoper, Mailänder Scala, Opéra de Paris, dem Teatro Real Madrid, Gran Teatre del Liceu Barcelona, an den Staatsopern von Berlin und München sowie u. a. im Musikverein Wien, der Carnegie Hall New York, im Concertgebouw Amsterdam, Barbican Centre London und in der Suntory Hall Tokyo. Als Künstlerischer Leiter von Parnassus Arts Productions bringt er in Vergessenheit geratene Werke des italienischen Barocks wieder zur Aufführung. Die Einspielungen dieser Opern wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Echo Klassik, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik und dem Diapason d’or. Seit seiner Inszenierung von Hasses «Siroe» in Versailles im Jahr 2014 tritt Max Emanuel Cencic auch als Regisseur in Erscheinung. Seit 2020 ist er zudem Intendant des Bayreuth Baroque Opera Festivals, das 2024 in Amsterdam mit einem Oper! Award als «Bestes Festival» ausgezeichnet wurde. Seine Bayreuther Inszenierungen von «Carlo il Calvo» und «Alessandro nell’Indie» wurden 2020 bzw. 2022 vom Magazin Forum Opéra als «Beste Opernproduktion des Jahres» ausgezeichnet. Max Emanuel Cencic ist «Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres» und erhielt 2021 für sein Lebenswerk den Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie «Klassik».

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Anne Sofie von Otter

Die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter ist eine der meistaufgenommenen Künstlerinnen der Gegenwart und blickt auf eine unvergleichliche Karriere zurück, die sie seit mehr als vier Jahrzehnten an der Spitze ihres Fachs führt. Aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon sind zahlreiche gefeierte Aufnahmen hervorgegangen, darunter die Grammy-prämierte Einspielung von Mahlers «Des Knaben Wunderhorn» mit Claudio Abbado oder das Album «For the Stars» mit der Pop-Legende Elvis Costello. 2010 sind bei Naïve Classique die «Love Songs» mit dem Jazz-Pianisten Brad Mehldau erschienen. Zu ihren wichtigsten Partien gehören Octavian («Der Rosenkavalier»), den sie weltweit sang, bis hin zu Leonora in der Uraufführung von Thomas Adès’ «The Exterminating Angel» bei den Salzburger Festspielen und am Royal Opera House in London. Jüngere Höhepunkte waren Marcellina («Le nozze di Figaro») an der Bayerischen Staatsoper München, Mérope («Oedipe») an der Opéra national de Paris, Gräfin («Pique Dame») am La Monnaie sowie Adelaide («Arabella») am Teatro Real in Madrid. Der Komponist Mikael Karlsson schrieb für sie den Liederzyklus «So We Will Vanish» sowie Partien in den Uraufführungen der Opern «Melancholia» (2023) und «Fanny and Alexander» (2024). In Köln sang sie 2025 in Philippe Manourys neuer Oper «Die letzten Tage der Menschheit». Weitere Engagements führten sie u. a. an die Nederlandse Opera, Metropolitan Opera New York, Deutsche Oper Berlin, das Theater an der Wien sowie nach Aix-en-Provence und Glyndebourne. Ihre ebenso erfolgreiche Konzertkarriere umfasst Werke von Berlioz, Bach und Kurt Weill sowie Lieder von Schubert, Schumann, Hugo Wolf und Mahler.

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Kangmin Justin Kim

Kangmin Justin Kim, Countertenor, wurde in Südkorea geboren und wuchs in Evanston, Illinois, auf. Er studierte an der dortigen Universität und an der Royal Academy of Music in London. Erste Engagements hatte er als Orlofsky («Die Fledermaus») an der Opéra Comique und als Oreste («La belle Hélène») am Théâtre du Châtelet in Paris. Seither ist er auf den grossen Opernbühnen zu Gast und sang u. a. Nerone («L’incoronazione di Poppea») an der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, am Teatro La Fenice, in New York, Paris, Berlin, Chicago, Edinburgh und Luzern, Annio («La clemenza di Tito») am Theater an der Wien, Orlofsky an der Oper Köln, Orfeo in Händels «Parnasso in festa», Epitide in Giacomellis «La Merope» und Amanzio in Vivaldis «Il Giustino» im Amsterdamer Concertgebouw sowie Ottone in Vivaldis «La Griselda», Gilade in Vivaldis «Farnace» und Hyacinthus in Mozarts «Apollo et Hyacinthus» am Teatro La Fenice in Venedig. An der Wiener Staatsoper debütierte er in Henzes «Das verratene Meer», beim Glyndebourne Festival in «Giulio Cesare» und am Teatro San Carlo in Neapel in Brittens «Canticles». 2019 erregte er als erster männlicher Interpret des Cherubino («Le nozze di Figaro») in der Geschichte des Royal Opera House Covent Garden in London grosses Aufsehen. Jüngst sang er Natascha (Eötvös’ «Drei Schwestern») bei den Salzburger Festspielen und debütierte an den Opern in Boston, Dallas sowie an der Opéra du Rhin. An der Hamburgischen Staatsoper sang er Annio, Despina («Così fan tutte») sowie in der Uraufführung von Unsuk Chins «Die dunkle Seite des Mondes». Sesto («Giulio Cesare») sang er bereits in Wien, Monte-Carlo, Luxemburg, Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln.

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Renato Dolcini

Der Bariton Renato Dolcini, in Mailand geboren, erhielt seine Gesangsausbildung bei Vincenzo Manno und absolvierte gleichzeitig ein Musikwissenschaftsstudium an der Universität von Pavia. An der Gstaad Vocal Academy arbeitete er 2009 und 2010 mit Cecilia Bartoli. 2015 wurde er in William Christies Akademie «Le Jardin des Voix» aufgenommen. Die anschliessende Tournee mit Les Arts Florissants führte ihn durch Europa, in die USA, nach Russland, Australien, Korea, China und Japan. Seither verbindet ihn mit Christie eine enge Zusammenarbeit. Unter ihm gab er u. a. 2018 sein Salzburger Festspieldebüt als Seneca («L’incoronazione di Poppea») und war in Bachs «Johannes-Passion» auf einer Europa-Tournee zu hören. Renato Dolcini ist vor allem für seine Interpretation des Repertoires des 17. und 18. Jahrhunderts bekannt. Er sang u. a. Vivaldis «Bajazet» und Caldaras «Dafne» am La Fenice in Venedig, Cavalieris «La Rappresentatione di Anima e di Corpo» am Theater an der Wien, die Titelpartie in «L’Orfeo» in Monte-Carlo und Salzburg, Cavallis «Hipermestra» in Glyndebourne und Landis «La Morte di Orfeo» in Amsterdam. Unter den Händel-Partien finden sich Farasmane («Radamisto») auf einer Europa-Tournee mit Il pomo d’oro, Curio («Giulio Cesare») an der Mailänder Scala sowie Pallante («Agrippina») in Hamburg. Im französischen Repertoire sang er u. a. in «Platée» am Opernhaus Zürich, «Les Indes galantes» am Grand Théâtre de Genève und in Lullys «Armide» an der Drottningholm Opera in Schweden. Seine Diskografie umfasst u. a. die Einspielungen «Stravaganza d’amore» (2022) mit Raphaël Pichon und dem Ensemble Pygmalion sowie «Dido und Aeneas» (2022) und «Dixit Dominus» (2024) mit Les Argonautes.

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Karima El Demerdasch

Karima El Demerdasch ist eine deutsch-ägyptische Mezzosopranistin. Sie studierte in Kairo sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London bei John Evans. 2024 war sie Finalistin bei den Kathleen Ferrier Awards und nahm 2023 an der Georg Solti Accademia teil. In Hochschulproduktionen der Guildhall School war sie u. a. als Prinz Orlofsky («Die Fledermaus») und als Dido («Dido und Aeneas») zu erleben. In einer Produktion der Opera Kipling verkörperte sie 2023 die Titelpartie in «La Cenerentola» im Londoner Theater Upstairs at the Gatehouse. 2025 nahm sie am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil und debütierte in der Londoner Barbican Hall. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Evan Gray

Evan Gray ist ein Schweizer Bassbariton aus Winterthur. Er begann seine musikalische Ausbildung als Altist bei den Zürcher Sängerknaben und wechselte später in das Stimmfach Bass. Nach erstem Gesangsunterricht am Konservatorium Winterthur studierte er am renommierten Curtis Institute in Philadelphia. Zu seinen bisherigen Rollen gehören u. a. der Förster («Das schlaue Füchslein»), Figaro («Le nozze di Figaro») und Leporello («Don Giovanni»). Als versierter Liedsänger führte er Schuberts «Winterreise» und Vaughan Williams’ «Songs of Travel» mehrfach auf und arbeitete mit Künstlern wie Julius Drake und Robert Holl. In den Jahren 2023-25 war er zu Gast beim Marlboro Music Festival, wo er eine enge Beziehung zur Pianistin Mitsuko Uchida pflegt, die ihn für die Ausgabe im Sommer 2026 erneut eingeladen hat. Seit der Spielzeit 2025/26 ist Evan Gray Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Sina Friedli

Die Schweizerin Sina Friedli absolvierte ihre klassische Ballettausbildung an der Tanz Akademie Zürich bei Steffi Scherzer und Oliver Matz. Es folgte ihr erstes Engagement bei der Cinevox Junior Company unter der Leitung von Malou Fenaroli Leclerc, in der sie zwei Spielzeiten lang als Solistin tanzte. In ihrer Zeit mit Cinevox arbeitete Sina Friedli mit Choreograf:innen wie Franz Brodmann, Jacqueline Beck, Gisela Rocha und Felix Duméril und tanzte auf Bühnen in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Brasilien. Seit ein paar Jahren ist sie als freischaffende Tänzerin tätig und arbeitete unter anderem bei Projekten mit dem Zürcher Kammerorchester, der LIT Dance Company (Choreografie Neel Jansen) sowie der Pizzi Dance Art Company (Choreografie Aliana Pizzi) und tanzte verschiedene Choreografien von u.a. Jochen Heckmann, Adriana Mortelliti und Dominika Knapik. Sie hat bei Projekten mit Jacqueline Beck und Jochen Heckmann ihre ersten Erfahrungen als choreografische Assistentin und Inspizientin gemacht und erarbeitete mehrere eigene Choreografien für das Wilhelmina Fest der Künste. Am Opernhaus Zürich war sie bereits in verschiedenen Produktionen mit Choreografien von Pim Veulings, Thomas Wilhelm und Kinsun Chan zu sehen.

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Valentina Rodenghi

Valentina Rodenghi wurde 2000 in Mailand geboren und begann ihre professionelle Tanzausbildung am CFPESD OFFJAZZ Nizza, wo sie das EAT-Diplom «examen d'aptitude technique» für zeitgenössischen Tanz erhielt. Später schloss sie sich dem Area Jeune Ballet in Genf an. Im Juli 2023 erwarb sie schliesslich ihren Bachelorabschluss in zeitgenössischem Tanz an der Zürcher Hochschule der Künste. Während ihres Studiums konnte sie mit verschiedenen Choreografen wie Nadav Zelner, Dunja Jocic, Bryan Arias, Alba Castillo, Antonin Rioche, Luca Signoretti, Tiago Manquinho und Marine Besnard arbeiten. Dabei sammelte sie Bühnenerfahrungen in verschiedenen Theatern in der Schweiz sowie während des Holland Dance Festivals im Konzo Theater in Den Haag. In der Spielzeit 2022/23 war sie als Praktikantin in der Tanzkompanie des Theaters St. Gallen unter der künstlerischen Leitung von Kinsun Chan engagiert. Hier tanzte sie in Produktionen von Kinsun Chan, Mauro Astolfi, Francesca Frassinelli, Julian Nicosia und Giovanni Insaudo. Zurzeit ist sie freischaffend tätig und tanzte bei SPRUNGBRETT 23 am Theater Chur. Ausserdem ist sie bei Platée am Opernhaus Zürich beteiligt. Parallel zu ihrem Tanzabschluss erwarb Valentina ein zweijähriges Universitätsdiplom in Management für körperliche und künstlerische Aktivitäten an der Universität Claude Bernard in Lyon, Frankreich.

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Francesco Guglielmino

Francesco Guglielmino absolvierte seine Ausbildungen in Tanz und Schauspiel in den USA. Im Verlauf seiner Karriere wirkte er in Musicals sowie in verschiedenen Fernsehproduktionen mit und übernahm Nebenrollen in mehreren Filmen. Jüngst war er im Film «Il Regalo» zu sehen. Am Opernhaus Zürich war er bisher an «Così fan tutte», «Il trovatore», «Dialogues des Carmélites» und «Roberto Devereux» beteiligt.

Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026
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Orchestra La Scintilla

Die Pflege der historischen Aufführungspraxis hat am Opern­haus Zürich seit dem Monteverdi-Zyklus in den 1970er Jahren Tradition. Bei der folgenden Reihe der Mozart-Opern mit dem Lei­tungs­­­team Harnoncourt/Ponnelle wurde weiter Pio­nierarbeit geleistet, und die Musikerinnen und Musiker passten ihre Spieltechnik den neue­sten Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis an. 1996 formierte sich aus dem Orchester der Oper ein eigenständiges Ensemble von erstklassigen spezialisierten MusikerInnen, das sich einen hervorragenden Ruf erwerben konnte. Der Funke der Begeisterung an neuer «Alter Musik» gab dem Ensemble seinen Namen: La Scintilla – der Funke. Aufführungen mit Koryphäen des Faches wie Nikolaus Har­non­court (u.a. Il ritorno d’Ulisse in patria, Idomeneo), William Christie (u.a. Orphée et Euridice, Les Indes galantes, Orlando), Mark Minkowski (Les Boréades, Giulio Cesare), Reinhard Goebel und Giuliano Carmignola gerieten so erfolgreich, dass das Opernhaus Zürich alle barocken und fast alle aus der klassischen Zeit stammenden Opern von seiner Barockforma­tion La Scintilla spielen liess und lässt. Ausserdem konzertiert das Orchestra La Scintilla der Oper Zürich mit namhaften Solisten – Instrumentalisten wie Sängern – und tritt unter der Leitung von Ada Pesch regelmässig in den gros­­sen Konzertsälen Europas wie der Londoner Royal Festival Hall, dem Concertgebouw Am­sterdam, der Philharmonie Berlin und dem KKL Luzern auf. Äusserst erfolgreich begleitete das Orchester Cecilia Bartoli auf mehrwöchigen Konzertreisen in Nordamerika und Europa (u.a. in der Carnegie Hall).

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 2. Konzert La Scintilla15 Dez. 2025 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 3. Konzert La Scintilla18 Mai 2026 Bezuidenhout & Minasi15 März 2026 Aci, Galatea e Polifemo20 / 29 März 2026 Johannes-Passion24 März 2026

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026

Kurzgefasst

Verführung und Intrigen: Die Romanze zwischen Cleopatra und Caesar bei dessen Unterwerfung von Ägypten gehört zu den berühmtesten Liebesaffären der Welt. Mit seiner Oper nach dieser Geschichte gelang Georg Friedrich Händel ein sensationeller Erfolg. «Schönheit aller Art im Überfluss», attestierten die Zeitgenossen des Komponisten. Auch heute wirkt der Zauber dieser Musik ungebrochen. In der Produktion der Opéra de Monte-Carlo verlegt Regisseur Davide Livermore die Handlung auf einen luxuriösen Nil-Kreuzer. Cecilia Bartoli singt mit Cleopatra eine ihrer Glanzrollen.

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Backstage bei «Giulio Cesare in Egitto»


Fotogalerie «Giulio Cesare»


Gut zu wissen

«Hört doch diese fantastische Musik…!»

Cecilia Bartoli ist eine der herausragendsten Interpretinnen unserer Zeit und seit drei Jahren Intendantin der Opéra de Monte-Carlo. Nach Zürich kehrt sie als Cleopatra zurück – eine ihrer Paraderollen.

Cecilia Bartoli, der grosse Dramatiker Arthur Schnitzler lässt eine seiner Bühnenfiguren feststellen, dass alle Künstler:innen durch ihr Wirken letztlich nach Unsterblichkeit streben. Geht es Ihnen auch so?

Für mich sehe ich dies nicht, jedenfalls hoffe ich, dass ich damit nicht einer Selbsttäuschung zum Opfer falle… Meine Rolle ist vielmehr die eines Katalysators zwischen den Komponist:innen von damals und dem Publikum von heute. Wenn mich die Leidenschaft für eine bestimmte Musik packt, will ich den Leuten im Saal zurufen: «Hört doch diese fantastische Musik…!» Ich wünsche mir, dass der Opernkomponist Vivaldi unsterblich wird, der italienische Gluck, dass Salieri rehabilitiert wird oder Haydn – nicht ich. Unsterblich sollte die klassische Musik sein, weil sie die Menschen berühren kann.

Was war Ihrer Meinung nach der Grund, dass Barockopern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder einen wichtigen Stellenwert in den Spielplänen bekommen haben?

Es gibt eine Reihe von Gründen. Zunächst ganz praktische: Ursprünglich war die historische Aufführungspraxis ein Sektor für vielfach belächelte Nerds und Amateure. Selbst die Anfänge des Concentus Musicus Wien oder einige Jahrzehnte später, ebenfalls inspiriert von Nikolaus und Alice Harnoncourt, das Zürcher Orchestra La Scintilla: Gleichgesinnte setzten sich zusammen, probierten Dinge aus, lernten, feilten, forschten, bauten sich Instrumente und wagten sich schliesslich auf die Bühne. Oder man denke an die ersten Barocksänger und Countertenöre, deren technische und expressive Möglichkeiten noch weit entfernt von dem waren, was wir heute erleben dürfen.

Inzwischen gibt es an allen grossen Musikhochschulen hervorragend geführte Abteilungen für Alte Musik. Sogar wer sich nicht speziell dort eingeschrieben hat, muss sich zumindest mit Fragen der Aufführungspraxis auseinandersetzen: junge Pianist:innen ornamentieren Klavierkonzerte von Mozart oder Beethoven, dasselbe tun wir Sänger:innen – das gehört inzwischen einfach dazu. Zufällig vollzogen sich in der Popmusik ähnliche Veränderungen, welche die barocke Oper prägen: die Mischung von Musik und Tanz, die wenig linearen Erzählweisen, sich ähnelnde Geschichten in neuem Gewand, das Ersetzen von Realismus durch Strass und Glitzer. Das Schillernde, Androgyne, Überbordende – wie bei Michael Jackson, Freddy Mercury, David Bowie, Cher, Madonna oder Lady Gaga. Neben der Üppigkeit fürs Auge brachte uns die barocke Bewegung eine umwerfende neue Palette an Farben, Dynamiken und Details fürs Ohr, aber auch Leichtigkeit und Tempo. Ich stelle mir das so vor, wie man heute viel seltener Viergänger und schwere Saucen isst, sondern farbige, frische Salate, weg von dem Schlagrahm, hin zu neuen Geschmacksrichtungen und knackigen Texturen! Und schliesslich spricht die barocke Musik viele junge Menschen an, weil ihre Strukturen (Wiederholung, Symmetrie, Rhythmus, Improvisation) der Popmusik und dem Jazz entsprechen.

Eine lange Zeit spielte man barocke Musik romantisch, dann mischten Dirigenten wie Nikolaus Harnoncourt die Welt auf und lehrten uns, Alte Musik neu zu hören. Wie historisch informiert muss, darf oder soll barocke Musik heute klingen?

Man muss stets vollumfänglich informiert sein, wissen, was man tut und wieso. Aber die Zeiten der Authentiker, die nur die geschriebene Note gelten liessen, sind vorbei. Was eh absurd war, wenn man weiss, wie viel die Komponisten im 18. Jahrhundert nicht aufschrieben, weil die Musiker es ohnehin wussten oder weil man davon ausging, dass frei ornamentiert wurde. Dies habe ich übrigens von Harnoncourt gelernt. Heute switchen die besten Musiker:innen zwischen Perioden, Stilen und Genres, ohne die eigene Persönlichkeit zu verleugnen. Darum arbeite ich so gerne mit dem Dirigenten Gianluca Capuano. Er ist unglaublich gebildet, aber in der Aufführung kommt das spontan Musikantische zum Vorschein und ein mitreissendes Temperament.

In Monte-Carlo produzierten wir im letzten Jahr übrigens «Das Rheingold» mit Les Musiciens du Prince und Gianluca Capuano, die erste vollumfängliche Inszenierung einer Wagneroper, die von historischen Instrumenten begleitet wird. Zwischen den Vorstellungen aber konnte man sich mit dem Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo unter Philippe Jordan eine konzertante Version des zweiten Akts von «Tristan und Isolde» anhören und somit die beiden Zugänge direkt vergleichen. Das ist es, was mich wirklich interessiert, und ich bin extrem stolz auf dieses Projekt!

Schon bei der Uraufführung war «Giulio Cesare» beim Publikum ein Hit, zudem ist das Werk nie ganz aus den Spielplänen verschwunden. Woran liegt das Ihrer Meinung nach? An der Geschichte? Der Musik?

Die durch den Titel hervorgerufenen Assoziationen und die Namen der Hauptfiguren – die übrigens mit ihren historischen Vorbildern kaum etwas zu tun haben, sondern vielmehr mit romantisierten Abbildern in der Kunst wie Shakespeares Tragödie «Antonius und Cleopatra» – spielten da schon eine wichtige Rolle. Und welche Sängerin träumt nicht von Elizabeth Taylors umwerfenden Kostümen… Aber Händels Musik ist in dieser Oper extrem abwechslungsreich, das Werk enthält fantastische Arien, auch spektakuläre, und darüber hinaus sehr schöne Duette und ungewöhnliche Einfälle wie die Zaubermusik auf dem Musenberg Parnass oder die kriegerischen Rufe des Chors hinter der Bühne.

Händel war einem harten Konkurrenzkampf unterworfen und daher auch zu Zugeständnissen an den Publikumsgeschmack gezwungen. Die grosse künstlerische Freiheit à la Wagner und Beethoven war das dann nicht, oder doch?

Nein – das waren damals keine romantischen Künstler, die sich und ihr «Genie» verwirklichen wollten, sondern Handwerker oder später Unternehmer bzw. Impresari. Kein Hauch von Übernatürlichem. Vielleicht kommen wir hier zu Ihrer allerersten Frage zurück. So, wie wir uns heute als Katalysatoren für die Komponist:innen sehen, waren damals Komponist:innen die Katalysatoren für das unglaubliche Talent bestimmter Bühnenskünstler:innen, die man aus Begeisterung und Leidenschaft im besten Licht zeigen wollte. Gut, Händel wollte einmal seine Primadonna aus dem Fenster werfen, aber generell hat er wohl kaum darunter gelitten. Komponist:in oder Musiker:in zu sein war wohl ein Beruf wie jeder andere.

War das Publikum zur Entstehungszeit des «Giulio Cesare» nicht musikalisch gebildeter als heute? Kann das Publikum von heute diese Musik überhaupt genauso «verstehen», wie es das zeitgenössische Publikum sie verstanden hatte?

Ich glaube, im Unterschied zu heute waren den Leuten von damals die Geschichten und die Rhetorik bekannter. Man erkannte sofort eine Sturmarie oder eine Jagdarie und was sie im Kontext bedeutet, man wusste um die Symbolik einzelner Instrumente, zum Beispiel Blockflöte: pastoral, Trompete: royal usw. Wir müssen das halt durch unser Musizieren vermitteln und – im Idealfall – durch die Inszenierung, die ja heute viel präziser und ausdrucksreicher sein kann als früher. In erster Linie sollten wir an barocke Opern aber direkt herangehen und uns fragen, wie wir dem Publikum unmittelbar vermitteln, was die Musik erzählt. Wie können wir berühren? Wir geben keine Lektion in Musikwissenschaft, das ist für die Bibliotheken, aber nicht für die Opernbühne.

Wie viele von Händels Koloraturen sind überliefert, wie viele sind «original Bartoli»? Muss oder kann man heute andere Koloraturen präsentieren als zur Entstehungszeit und gibt es Richtlinien für all die Auszierungen?

Über Stil und Verzierungen kann man viel lesen und man lernt natürlich auch in der Praxis, in der Zusammenarbeit mit grossen Dirigent:innen und Kolleg:innen. Es gilt, zunächst den Notentext genau zu studieren, um sich danach davon zu befreien und der Fantasie freien Lauf zu lassen, immer im Rahmen des Stils. Also nicht wirklich anders als beim Musizieren überhaupt. Ich selber singe gerne beim ersten Mal die Noten, die geschrieben sind, und variiere sie erst bei der Wiederholung, aber andere sehen das anders und verzieren von Anfang an. Dies ist eine Frage des Geschmacks und der künstlerischen Persönlichkeit.

Wer ist Cleopatra in Händels Oper? Eine Strategin? Liebt sie Cesare? Wie entwickelt sie sich psychologisch?

Cleopatra ist nicht die historische Figur – ägyptische Königin aus der griechisch-makedonischen Dynastie der Ptolemäer –, sondern das abstrahierte Idealbild einer schönen, klugen, mächtigen und leidenschaftlichen Frau. Das Interessante ist, dass Händel dieser Figur eine ungewöhnlich breite Auswahl an Arien gegeben hat (plus ein wunderbar leichtes, verliebtes Duett), sodass es tatsächlich gelingen kann, eine dramaturgische Linie aufzubauen von der hochmütigen, berechnenden Herrscherin zur leidenschaftlich liebenden Frau. Solche Gelegenheiten hat man in der barocken Oper nicht oft – ein weiteres, wunderbares Beispiel wäre die Alcina – weil dies dem Aufbau und Charakter dieses Genres eigentlich widerspricht. Und gerade deswegen liebe ich Händel so sehr, weil er dann doch die Quadratur dieses Kreises schafft.

Als Publikum darf man sich auf Berührendes wie «V’adoro pupille» oder auf spektakuläre Koloraturen wie «Al lampo dell’armi» freuen. Auf welche der Arien freut sich Cecilia Bartoli?

Die Szene auf dem Parnass mit «V’adoro pupille» ist ein Traum, aber «Se pietà di me non senti» und «Piangerò» sind für mich die inneren Eckpfeiler der ganzen Oper. Da soll die Zeit stillstehen. Wobei ich in dieser Inszenierung etwa Neues ausprobieren wollte in der Tempodramaturgie: in der Regel werden sie beide im selben getragenen Tempo, einem Largo, gesungen. Bei dieser Inszenierung dachte ich, ich würde die beiden langsamen Arien unterschiedlich schnell singen, weil es hier in den Kontext passt und so die Intensität Richtung «Piangerò», der Hauptarie dieser Oper, kontinuierlich zunimmt. Aber mal sehen, vielleicht ändern wir das wieder. Das ist ja das Schöne am kreativen Prozess, dass man mit solchen Dingen spielen kann.

In der Besetzung wird die Cleopatra als Sopranistin ausgewiesen. Wie hoch liegt die Tessitura der Partie?

In der damaligen Zeit gab es ja noch keine Stimmfächer im heutigen Sinn. Alle – selbst Kastraten – waren Sopran; wenige Ausnahmen mit einer tiefer gelegenen Stimme waren Alti. Unterteilt wurden die Solist:innen vielmehr nach ihrem «box office value»: also Primadonna (erste Dame), dann zweite Dame usw. Die erste Cleopatra war die Cuzzoni, deren Tessitur sich angeblich vom ein- zum dreigestrichenen C erstreckte. Ich betrachte mich zwar eindeutig als Mezzosopran, aber ihre Rollen liegen mir in der Regel sehr gut in der Kehle, genauso übrigens wie das Repertoire von Händels anderer Primadonna, der Strada del Pò, die unter anderem die erste Alcina war und die Cleopatra in der Londoner Wiederaufnahme von 1730. Sie wissen ja sicher, dass ich mich gegen das strikte Fachdenken wehre, sondern finde, man sollte das singen (und spielen!), wozu einen seine Physis führt.

Die Kastraten hatten eine ganz spezielle Klangfärbung. Inwieweit entspricht das Zusammenspiel der heutigen Stimmen dem Original des 18. Jahrhunderts?

Also, es gibt ja Aufnahmen des letzten Kastraten Moreschi von Anfang des 20. Jahrhunderts, die kann man sich auf YouTube anhören. Er war Solist in der Sixtinischen Kapelle, muss also ein sehr guter Sänger gewesen sein. Aber bei so alten Aufnahmen kann man die Qualität der Stimme nicht wirklich beurteilen, eher Fragen des Stils zum Beispiel. Ich versuche jeweils, mir aufgrund der Partituren ein Bild von der Stimme der Kastraten zu machen, weil die ja einem bestimmten Sänger auf den Leib geschrieben wurden. Man sieht da sehr deutlich, was für einen unglaublich langen Atem die Kastraten hatten, den Stimmumfang, ihre technischen Möglichkeiten. Mit unserer Physis können wir uns dem nur annähern, gerade wir Frauen, denn unsere Lungenkapazität lässt sich niemals mit den Kastraten vergleichen, deren Oberkörper als Folge der «Hormonverwirrung» nach der Operation oft überdimensionale Ausmasse annahm. Aber wir tun unser Bestes. Ich bin stolz, dass wir Ihnen mit grandiosen Countertenören wie Carlo Vistoli, Max Emanuel Cenčić und Kangmin Justin Kim einen zumindest annähernden, spektakulären Eindruck von der Kunst dieser grandiosen Künstler vermitteln können.

Programmbuch

Das Programmbuch betrachtet das Werk aus seinen historischen und künstlerischen Zusammenhängen heraus. Es zeigt, wie Musik und Szene miteinander verflochten sind und welche Fragen daraus für die heutige Interpretation entstehen.