Giulio Cesare in Egitto

Georg Friedrich Händel

Dramma per musica in drei Akten
Libretto von Nicola Francesco Haym
nach Giacomo Francesco Bussani

Von 11. März 2026 bis 28. März 2026

  • Dauer:
    ca. 3 Std. 20 Min. Inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. 15 Min.
  • Sprache:
    In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
    Im Rahmen von Zürich Barock
    Koproduktion mit der Opéra de Monte-Carlo
    © Plakatmotiv (Ausschnitt) von Huang Ko Wei (Scatter)

Musikalische Leitung:
Gianluca Capuano

Gianluca Capuano

Gianluca Capuano studierte Orgel, Komposition und Orchesterleitung am Konservatorium seiner Heimatstadt Mailand sowie historische Aufführungspraxis an der Civica Scuola di Musica. 2015 debütierte er an der Semperoper Dresden mit Händels «Orlando», 2016 am Opernhaus Zürich mit Haydns «Orlando paladino». Im selben Jahr dirigierte er «Norma» mit Cecilia Bartoli in der Titelrolle zur Eröffnung des Edinburgh Festival, gefolgt von Aufführungen in Paris und Baden-Baden. 2017 folgte eine Europatournee von «La Cenerentola» mit Cecilia Bartoli. Er leitete u. a. «Ariodante» und «Alcina» bei den Salzburger Festspielen, das «Weihnachtsoratorium» und «L’elisir d’amore» an der Staatsoper Hamburg, «Orfeo ed Euridice» in Rom, «Il matrimonio segreto» in Amsterdam, «L’elisir d’amore» am Teatro Real in Madrid, «La finta giardiniera», «La Cenerentola», «Iphigénie en Tauride» und «L’italiana in Algeri» in Zürich, «Le nozze di Figaro» am Bolschoi-Theater in Moskau sowie «Il turco in Italia», «Semele», «Norma» und «La Cenerentola» an der Bayerischen Staatsoper. Jüngste Engagements umfassen «La clemenza di Tito» und «Das Rheingold» an der Opéra de Monte-Carlo, «Hotel Metamorphosis» bei den Salzburger Festspielen, «La Cenerentola» am Teatro alla Scala, «Il barbiere di Siviglia» an der Wiener Staatsoper und «Die Entführung aus dem Serail» am Teatro Regio di Parma. 2022 erhielt er den Premio Abbiati als «Dirigent des Jahres». Mit seinem 2005 gegründeten Ensemble Il canto di Orfeo beschäftigt er sich hauptsächlich mit Werken der späten Renaissance und des Barock. Seit 2019 ist er Chefdirigent des Ensembles Les Musiciens du Prince – Monaco, mit dem zuletzt die CD-Einspielung «Rhapsody» erschien.

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Inszenierung:
Davide Livermore

Davide Livermore

Davide Livermore ist seit über 20 Jahren als Regisseur, Bühnen- und Kostümbildner, Lichtdesigner, Sänger, Tänzer, Schauspieler und Theaterautor tätig. Er arbeitete mit Künstlerpersönlichkeiten wie Luciano Pavarotti, Plácido Domingo, José Carreras, Mirella Freni, Luca Ronconi, Zubin Mehta und Zhang Yimou zusammen. In seinem Heimatland Italien inszenierte er an Häusern wie dem Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, dem Teatro Regio in Turin, dem Teatro San Carlo in Neapel, dem Teatro Carlo Felice in Genua, dem Teatro La Fenice in Venedig und beim Rossini Opera Festival in Pesaro. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Mailänder Scala, an der er von 2018 bis 2022 mit Verdis «Attila», «Tosca», dem Galakonzert «A riveder le stelle» und «Macbeth» viermal hintereinander die Spielzeit eröffnete. Darüber hinaus arbeitete er an den Opernhäusern von Philadelphia, Montpellier und Avignon, am Palacio de la Ópera in A Coruña, am Teatro Arriaga in Bilbao und am Teatro de la Zarzuela in Madrid sowie am Bunka Kaikan in Tokio und im Kunstzentrum in Seoul. Von 2015 bis 2017 war er Künstlerischer Direktor des Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, wo er auch das Ausbildungsprogramm Centre de Perfeccionament Plácido Domingo leitete. 2016 wurde er zum Ufficiale dell’Ordine della Stella d’Italia ernannt. Seit 2020 ist er Direktor des Teatro Nazionale in Genua. Jüngere Regiearbeiten umfassen Händels «Giulio Cesare» und «Das Rheingold» an der Opéra de Monte-Carlo, den Doppelabend «La lupa/Il berretto a sonagli» von Marco Tutino am Teatro Massimo Bellini in Catania, «Don Carlo» an der Royal Danish Opera, «Turandot» an der Mailänder Scala und «The Turn of the Screw» in Genua.

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Bühnenbild:
Giò Forma

Giò Forma

Giò Forma wurde 1998 von Florian Boje, Cristiana Picco und Claudio Santucci gegründet. Das interdisziplinäre Mailänder Studio legt einen besonderen Fokus auf Architektur, Konzerte, Events und Bühnenbild. Das Team ist weltweit tätig, u. a. in Dubai, Saudi-Arabien, Singapur, Sydney, Chicago und vielen weiteren Städten. In den letzten Jahren entwarf Giò Forma gemeinsam mit Davide Livermore Bühnenbilder für zahlreiche Opern in einigen der renommiertesten Opernhäuser der Welt, darunter die Mailänder Scala (für die sie als erstes Studio überhaupt vier Premieren in Folge realisierten), das Bolschoi-Theater in Moskau, das Sydney Opera House, das Gran Teatre del Liceu Barcelona, ​​das Opernhaus von Maskat (Oman), die Oper von São Paulo, die Opéra de Monte Carlo, das Maggio Musicale Fiorentino, das Teatro dell'Opera in Rom und die Opera San Carlo in Neapel. Für Giò Forma hat alles Potenzial, zu einer Bühne zu werden und tiefgründiges Storytellung zu entwickeln. Dieses Prinzip überträgt das Studio auch auf die Architektur und kreierte preisgekrönte Entwürfe, u. a. den Cartier-Pavillon «Legendary Thrill» in Mailand, die Maraya Concert Hall (Oase Al-Ula, Saudi-Arabien) und die weltweit erste Biennale für Islamische Kunst in Dschidda (Saudi-Arabien).

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Kostüme:
Mariana Fracasso

Mariana Fracasso

Mariana Fracasso wurde in Turin geboren, wo sie Sprach- und Literaturwissenschaft studierte, bevor sie sich dem Modedesign zuwandte. Sie arbeitete bei Mediterranea, einer Biennale für junge Künstler:innen, und für das Modeevent Pitti Trend in Florenz, wo ihre Zusammenarbeit mit führenden Modehäusern begann. Sie entwarf Kleidung, Schuhe und Modeartikel für Marken wie Coccapani, Piacenza Cashmere, Max Mara, Casadei, Lancetti, Roccobarocco und Ferrari. 2023 schuf sie die Kostüme für den Werbefilm «The O!» von Dolce & Gabbana. Ausserdem entwarf sie Interieurs für Prototypen begehrter italienischer Automarken wie Bertone, Fiat und Alfa Romeo. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet sie auch für die Bühne. Engagements führten sie u. a. an die Mailänder Scala, das Teatro del Maggio Musicale Fiorentino, Bolschoi-Theater in Moskau, Teatro Colón in Buenos Aires, Teatro Real in Madrid, Sydney Opera House, Royal Opera House in Maskat, Teatro de la Zarzuela in Madrid, an den Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, die ABAO Bilbao Ópera und zu den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Für den Regisseur Davide Livermore erarbeitete sie in jüngerer Zeit die Kostüme zu Delibes’ «Lakmé» am National Centre of Performing Arts in Peking, «Giulio Cesare» in Monte-Carlo, zur Uraufführung des Opern-Doppelabends «La Lupa/Il berretto a sognali» von Marco Tutino am Teatro Massimo Bellini in Catania sowie zu «Turandot» an der Mailänder Scala, «Don Carlo» an der Royal Danish Opera und im Frühjahr 2025 zur «Walküre», erneut in Peking.

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Lichtgestaltung:
Antonio Castro

Antonio Castro

Antonio Castro wurde in Cambil-Jaén, Andalusien, geboren und begann seine Karriere als Lichtgestalter nach einer Ausbildung in Elektrotechnik sowie ersten Erfahrungen am Teatro Cánovas in Málaga. Nach seinem Abschlussprojekt, für das er eine Bühne ausstattete, arbeitete er mit mehreren Theatercompagnien zusammen, zuerst als Techniker auf Tourneen und anschliessend als Lichtgestalter für Theater, Tanz und Live-Musik. Er arbeitete u. a. mit den Tanz- und Kunsthochschulen in Málaga sowie mit dem Andalusischen Forschungszentrum für Performative Künste zusammen. Seit 2006 ist er Lichtdesigner am Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, wo er regelmässig Produktionen renommierter Regisseur:innen betreut. Daneben ist er als freischaffender Lichtgestalter tätig, u. a. am Centre de Perfeccionament des Palau de les Arts für «Le nozze di Figaro», «Dido und Aeneas», «L’incoronazione di Poppea», «Juditha Triumphans», «Lucio Silla», «Café Kafka», «Bastien und Bastienne» und «Il tutore burlato». Weitere Arbeiten an unterschiedlichen Theatern, meist in Zusammenarbeit mit dem Regisseur Davide Livermore, umfassen «La bohème», «Otello», «Norma», «Idomeneo», «Tamerlano», «Un ballo in maschera», «Attila», «Don Giovanni», «Madama Butterfly», «Tosca», «Die Zauberflöte», «Luisa Fernanda», «Rigoletto», «Idalma», «La traviata», «Giovanna d’Arco», «Macbeth», «La Gioconda», «Aida» und «Les Contes d’Hoffmann». Die Produktion «La forza del destino» wurde 2014 mit einem Campoamor Award als «Beste Opernproduktion in Spanien» ausgezeichnet. An der Opéra de Monte-Carlo entwarf er das Licht zu «The Telephone», «Amelia al ballo» und «Giulio Cesare in Egitto».

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Video:
D-Wok

D-Wok

D-Wok ist ein Unternehmen, das sich auf kreative und innovative Formate für Shows und Veranstaltungen sowie auf Videodesigns spezialisiert hat. Die Arbeit von D-Wok reicht von Opern und Konzerten bis hin zu Museumstouren oder Fernsehformaten. Seit mehr als zehn Jahren besteht zwischen dem künstlerischen Leiter der Compagnie Paolo Gep Cucco und dem Regisseur Davide Livermore eine enge Zusammenarbeit. Gemeinsam sind vier Produktionen für die Mailänder Scala sowie Dutzende Opernabende für die renommiertesten Häuser entstanden, darunter das Bolshoi-Theater in Moskau, das Sidney Opera House oder das Royal Opera House Muscat. Gemeinsame Arbeiten umfassen ausserdem u. a. «Idomeneo» und «Norma» für den Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia, «Narciso» bei der Innsbrucker Festspieloper, «La bohème» in den Terme di Caracalla in Rom und an der Opera Philadelphia, «Falstaff» für das Theatro Municipal de São Paulo und «Le nozze di Figaro» für das Teatro Colón di Buenos Aires.

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Choreinstudierung:
Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit absolvierte ihr Klavierstudium am Conservatorio di Musica Luigi Boccherini in Lucca und setzte ihre Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz fort, wo sie 2018 ihren Bachelor in Chorleitung mit Auszeichnung abschloss. Während dieser Zeit sammelte sie ihre ersten Erfahrungen in der Opernwelt als Chorrepetitorin am Landestheater Linz. 2017 nahm sie an der Riccardo Muti Italian Opera Academy teil und war während der Spielzeit 2018/19 Korrepetitorin an der Orchesterakademie des Opernhaus Zürich. In der Spielzeit 2019/20 folgte ein Engagement als stellvertretende Kinderchorleiterin und Gastpianistin an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Anschliessend führte sie ihre Tätigkeit an das Staatstheater Darmstadt, wo sie in den Jahren 2020–2022 als stellvertretende Chordirektorin und Kinderchorleiterin wirkte. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung setzte sie ihre akademische Ausbildung fort: 2021 schloss sie an der Kunstuniversität Graz ihren Master in Dirigieren und Musiktheaterkorrepetition ab, 2022 folgte ein berufsbegleitender Master in Kulturmanagement (EMAA) an der Universität Zürich. Als Kulturmanagerin war sie Stipendiatin der Deutschen Bank Stiftung (AMH) und gründete 2024 die Künstleragentur ArteMIS. Von 2023 bis 2025 war Alice Lapasin Zorzit Chordirektorin mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Coburg und wirkte im Sommer 2025 als Chorassistentin bei den Bayreuther Festspielen mit. Seit Januar 2026 ist sie stellvertretende Chordirektorin am Opernhaus Zürich.

Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026
Dramaturgie:
Lea Vaterlaus

Besetzung


Giulio Cesare Carlo Vistoli


Cleopatra Cecilia Bartoli


Tolomeo Max Emanuel Cencic


Cornelia Anne Sofie von Otter


Sesto Kangmin Justin Kim


Achilla Renato Dolcini


Nireno Karima El Demerdasch


Curio Evan Gray


Dienerin der Cleopatra Sina Friedli


Dienerin der Cleopatra Valentina Rodenghi


Diener des Tolomeo Francesco Guglielmino

Carlo Vistoli

Der Countertenor Carlo Vistoli studierte am Frescobaldi-Konservatorium in Ferrara, an der Universität von Bologna und gab 2012 sein Bühnendebüt als Zauberin («Dido und Aeneas»). 2015 wurde er in die Barockakademie Le Jardin des Voix unter der Leitung von William Christie aufgenommen, mit dem er seither zusammenarbeitet. 2017 nahm er an John Eliot Gardiners Projekt «Monteverdi 450» teil, das international auf Tournee ging. In jüngerer Zeit war er u. a. in «Orlando furioso» am Teatro La Fenice in Venedig, Idraspe in Cavallis «Erismena» beim Festival d’Aix-en-Provence, «L'incoronazione di Poppea» bei den Salzburger Festspielen, «Orfeo ed Euridice» in der Inszenierung von Robert Carsen in Rom und «Semele» in Paris, London und Mailand zu erleben. 2021 sang er den Goffredo in «Rinaldo» an der Opéra de Lausanne sowie die Partie des Tolomeo in «Giulio Cesare» am Théatre des Champs-Élysées an der Seite von Philippe Jaroussky. Weitere Opernproduktionen waren «La rappresentatione di Anima et di Corpo» am Theater an der Wien und «Orfeo ed Euridice» an der Komischen Oper Berlin. 2022 gab er sein Debüt als Ruggiero in «Alcina» am Maggio Musicale Fiorentino mit Cecilia Bartoli und unter der Leitung von Gianluca Capuano, in der Inszenierung von Damiano Michieletto. Wiederum zusammen mit Bartoli und Capuano sang er Pergolesis «Stabat Mater» auf Tournee und die Titelfigur in «Giulio Cesare» an der Wiener Staatsoper. 2024 gab er sein Amerika-Debüt als Arsace («Partenope») an der Oper von San Francisco, wo er zudem als Nachwuchskünstler ausgezeichnet wurde. Carlo Vistoli hat mehrere CD-Einspielungen aufgenommen, u. a. für die Labels Erato, Harmonia Mundi, Brilliant, Ricercar und Arcana.

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Cecilia Bartoli

Cecilia Bartoli hat sich mit ihrer grandiosen, seit über 40 Jahren andauernden Bühnenkarriere als eine der weltweit führenden klassischen Musikerinnen etabliert. In Rom geboren und ausgebildet von ihrer Mutter, der Gesangslehrerin Silvana Bazzoni, wurde sie von Daniel Barenboim, Herbert von Karajan und Nikolaus Harnoncourt entdeckt. Meilensteine waren u. a. 1997 die allererste Inszenierung von Rossinis «Cenerentola» an der New Yorker Met, das legendäre, seit 1999 millionenfach verkaufte «Vivaldi Album», 2008 der Pariser Konzertmarathon zu Maria Malibrans 200. Geburtstag, 2013 ihr radikal neuer Zugang zu Bellinis «Norma», dessen Ergebnis auch eine wissenschaftliche Edition der rekonstruierten Originalpartitur war, sowie 2022 eine umjubelte Rossini-Woche an der Wiener Staatsoper. Seit 2012 ist Cecilia Bartoli Künstlerische Leiterin der Salzburger Pfingstfestspiele, wo sie u. a. in Werken von Händel, Gluck, Rossini, Bellini und Bernstein zu erleben war. Seit 2023 ist sie Intendantin der Opéra de Monte-Carlo, als erste Frau in der Geschichte dieses Hauses. Ebenfalls in Monte-Carlo wurde 2016 das Ensemble Les Musiciens du Prince – Monaco gegründet, mit dem Cecilia Bartoli sowohl am Heimatsitz als auch auf grossen Tourneen in ganz Europa auftritt. Bartolis CDs und DVDs wurden mehr als zwölf Millionen Mal verkauft; allein fünfmal wurde ihr der «Grammy» verliehen. Unter den zahlreichen Auszeichnungen, die sie erhielt, finden sich der Léonie-Sonning-Musikpreis, der Herbert von Karajan Musikpreis und der Polar Music Prize. Seit 2022 ist sie Präsidentin von Europa Nostra, wurde 2023 zur Österreichischen Kammersängerin ernannt und betreibt überdies die Cecilia Bartoli – Musikstiftung.

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Max Emanuel Cencic

Der Countertenor Max Emanuel Cencic begann seine musikalische Ausbildung bei den Wiener Sängerknaben. Er singt an den grossen Opern- und Konzerthäusern sowie bei führenden Festivals und arbeitet regelmässig mit Dirigent:innen wie William Christie, René Jacobs, Ottavio Dantone, George Petrou, Emmanuelle Haïm und Riccardo Muti zusammen. Sein Repertoire umspannt alle Epochen von Monteverdi bis Aribert Reimann. Er sang u. a. an der Wiener Staatsoper, Mailänder Scala, Opéra de Paris, dem Teatro Real Madrid, Gran Teatre del Liceu Barcelona, an den Staatsopern von Berlin und München sowie u. a. im Musikverein Wien, der Carnegie Hall New York, im Concertgebouw Amsterdam, Barbican Centre London und in der Suntory Hall Tokyo. Als Künstlerischer Leiter von Parnassus Arts Productions bringt er in Vergessenheit geratene Werke des italienischen Barocks wieder zur Aufführung. Die Einspielungen dieser Opern wurden mit mehreren Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Echo Klassik, dem Preis der deutschen Schallplattenkritik und dem Diapason d’or. Seit seiner Inszenierung von Hasses «Siroe» in Versailles im Jahr 2014 tritt Max Emanuel Cencic auch als Regisseur in Erscheinung. Seit 2020 ist er zudem Intendant des Bayreuth Baroque Opera Festivals, das 2024 in Amsterdam mit einem Oper! Award als «Bestes Festival» ausgezeichnet wurde. Seine Bayreuther Inszenierungen von «Carlo il Calvo» und «Alessandro nell’Indie» wurden 2020 bzw. 2022 vom Magazin Forum Opéra als «Beste Opernproduktion des Jahres» ausgezeichnet. Max Emanuel Cencic ist «Chevalier dans l'Ordre des Arts et des Lettres» und erhielt 2021 für sein Lebenswerk den Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik in der Kategorie «Klassik».

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Anne Sofie von Otter

Die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter ist eine der meistaufgenommenen Künstlerinnen der Gegenwart und blickt auf eine unvergleichliche Karriere zurück, die sie seit mehr als vier Jahrzehnten an der Spitze ihres Fachs führt. Aus ihrer langjährigen Zusammenarbeit mit der Deutschen Grammophon sind zahlreiche gefeierte Aufnahmen hervorgegangen, darunter die Grammy-prämierte Einspielung von Mahlers «Des Knaben Wunderhorn» mit Claudio Abbado oder das Album «For the Stars» mit der Pop-Legende Elvis Costello. 2010 sind bei Naïve Classique die «Love Songs» mit dem Jazz-Pianisten Brad Mehldau erschienen. Zu ihren wichtigsten Partien gehören Octavian («Der Rosenkavalier»), den sie weltweit sang, bis hin zu Leonora in der Uraufführung von Thomas Adès’ «The Exterminating Angel» bei den Salzburger Festspielen und am Royal Opera House in London. Jüngere Höhepunkte waren Marcellina («Le nozze di Figaro») an der Bayerischen Staatsoper München, Mérope («Oedipe») an der Opéra national de Paris, Gräfin («Pique Dame») am La Monnaie sowie Adelaide («Arabella») am Teatro Real in Madrid. Der Komponist Mikael Karlsson schrieb für sie den Liederzyklus «So We Will Vanish» sowie Partien in den Uraufführungen der Opern «Melancholia» (2023) und «Fanny and Alexander» (2024). In Köln sang sie 2025 in Philippe Manourys neuer Oper «Die letzten Tage der Menschheit». Weitere Engagements führten sie u. a. an die Nederlandse Opera, Metropolitan Opera New York, Deutsche Oper Berlin, das Theater an der Wien sowie nach Aix-en-Provence und Glyndebourne. Ihre ebenso erfolgreiche Konzertkarriere umfasst Werke von Berlioz, Bach und Kurt Weill sowie Lieder von Schubert, Schumann, Hugo Wolf und Mahler.

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Kangmin Justin Kim

Kangmin Justin Kim, Countertenor, wurde in Südkorea geboren und wuchs in Evanston, Illinois, auf. Er studierte an der dortigen Universität und an der Royal Academy of Music in London. Erste Engagements hatte er als Orlofsky («Die Fledermaus») an der Opéra Comique und als Oreste («La belle Hélène») am Théâtre du Châtelet in Paris. Seither ist er auf den grossen Opernbühnen zu Gast und sang u. a. Nerone («L’incoronazione di Poppea») an der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen, am Teatro La Fenice, in New York, Paris, Berlin, Chicago, Edinburgh und Luzern, Annio («La clemenza di Tito») am Theater an der Wien, Orlofsky an der Oper Köln, Orfeo in Händels «Parnasso in festa», Epitide in Giacomellis «La Merope» und Amanzio in Vivaldis «Il Giustino» im Amsterdamer Concertgebouw sowie Ottone in Vivaldis «La Griselda», Gilade in Vivaldis «Farnace» und Hyacinthus in Mozarts «Apollo et Hyacinthus» am Teatro La Fenice in Venedig. An der Wiener Staatsoper debütierte er in Henzes «Das verratene Meer», beim Glyndebourne Festival in «Giulio Cesare» und am Teatro San Carlo in Neapel in Brittens «Canticles». 2019 erregte er als erster männlicher Interpret des Cherubino («Le nozze di Figaro») in der Geschichte des Royal Opera House Covent Garden in London grosses Aufsehen. Jüngst sang er Natascha (Eötvös’ «Drei Schwestern») bei den Salzburger Festspielen und debütierte an den Opern in Boston, Dallas sowie an der Opéra du Rhin. An der Hamburgischen Staatsoper sang er Annio, Despina («Così fan tutte») sowie in der Uraufführung von Unsuk Chins «Die dunkle Seite des Mondes». Sesto («Giulio Cesare») sang er bereits in Wien, Monte-Carlo, Luxemburg, Paris, Brüssel, Amsterdam und Köln.

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Renato Dolcini

Der Bariton Renato Dolcini, in Mailand geboren, erhielt seine Gesangsausbildung bei Vincenzo Manno und absolvierte gleichzeitig ein Musikwissenschaftsstudium an der Universität von Pavia. An der Gstaad Vocal Academy arbeitete er 2009 und 2010 mit Cecilia Bartoli. 2015 wurde er in William Christies Akademie «Le Jardin des Voix» aufgenommen. Die anschliessende Tournee mit Les Arts Florissants führte ihn durch Europa, in die USA, nach Russland, Australien, Korea, China und Japan. Seither verbindet ihn mit Christie eine enge Zusammenarbeit. Unter ihm gab er u. a. 2018 sein Salzburger Festspieldebüt als Seneca («L’incoronazione di Poppea») und war in Bachs «Johannes-Passion» auf einer Europa-Tournee zu hören. Renato Dolcini ist vor allem für seine Interpretation des Repertoires des 17. und 18. Jahrhunderts bekannt. Er sang u. a. Vivaldis «Bajazet» und Caldaras «Dafne» am La Fenice in Venedig, Cavalieris «La Rappresentatione di Anima e di Corpo» am Theater an der Wien, die Titelpartie in «L’Orfeo» in Monte-Carlo und Salzburg, Cavallis «Hipermestra» in Glyndebourne und Landis «La Morte di Orfeo» in Amsterdam. Unter den Händel-Partien finden sich Farasmane («Radamisto») auf einer Europa-Tournee mit Il pomo d’oro, Curio («Giulio Cesare») an der Mailänder Scala sowie Pallante («Agrippina») in Hamburg. Im französischen Repertoire sang er u. a. in «Platée» am Opernhaus Zürich, «Les Indes galantes» am Grand Théâtre de Genève und in Lullys «Armide» an der Drottningholm Opera in Schweden. Seine Diskografie umfasst u. a. die Einspielungen «Stravaganza d’amore» (2022) mit Raphaël Pichon und dem Ensemble Pygmalion sowie «Dido und Aeneas» (2022) und «Dixit Dominus» (2024) mit Les Argonautes.

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Karima El Demerdasch

Karima El Demerdasch ist eine deutsch-ägyptische Mezzosopranistin. Sie studierte in Kairo sowie an der Guildhall School of Music and Drama in London bei John Evans. 2024 war sie Finalistin bei den Kathleen Ferrier Awards und nahm 2023 an der Georg Solti Accademia teil. In Hochschulproduktionen der Guildhall School war sie u. a. als Prinz Orlofsky («Die Fledermaus») und als Dido («Dido und Aeneas») zu erleben. In einer Produktion der Opera Kipling verkörperte sie 2023 die Titelpartie in «La Cenerentola» im Londoner Theater Upstairs at the Gatehouse. 2025 nahm sie am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil und debütierte in der Londoner Barbican Hall. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Evan Gray

Evan Gray ist ein Schweizer Bassbariton aus Winterthur. Er begann seine musikalische Ausbildung als Altist bei den Zürcher Sängerknaben und wechselte später in das Stimmfach Bass. Nach erstem Gesangsunterricht am Konservatorium Winterthur studierte er am renommierten Curtis Institute in Philadelphia. Zu seinen bisherigen Rollen gehören u. a. der Förster («Das schlaue Füchslein»), Figaro («Le nozze di Figaro») und Leporello («Don Giovanni»). Als versierter Liedsänger führte er Schuberts «Winterreise» und Vaughan Williams’ «Songs of Travel» mehrfach auf und arbeitete mit Künstlern wie Julius Drake und Robert Holl. In den Jahren 2023-25 war er zu Gast beim Marlboro Music Festival, wo er eine enge Beziehung zur Pianistin Mitsuko Uchida pflegt, die ihn für die Ausgabe im Sommer 2026 erneut eingeladen hat. Seit der Spielzeit 2025/26 ist Evan Gray Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026

Sina Friedli

Die Schweizerin Sina Friedli absolvierte ihre klassische Ballettausbildung an der Tanz Akademie Zürich bei Steffi Scherzer und Oliver Matz. Es folgte ihr erstes Engagement bei der Cinevox Junior Company unter der Leitung von Malou Fenaroli Leclerc, in der sie zwei Spielzeiten lang als Solistin tanzte. In ihrer Zeit mit Cinevox arbeitete Sina Friedli mit Choreograf:innen wie Franz Brodmann, Jacqueline Beck, Gisela Rocha und Felix Duméril und tanzte auf Bühnen in der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Brasilien. Seit ein paar Jahren ist sie als freischaffende Tänzerin tätig und arbeitete unter anderem bei Projekten mit dem Zürcher Kammerorchester, der LIT Dance Company (Choreografie Neel Jansen) sowie der Pizzi Dance Art Company (Choreografie Aliana Pizzi) und tanzte verschiedene Choreografien von u.a. Jochen Heckmann, Adriana Mortelliti und Dominika Knapik. Sie hat bei Projekten mit Jacqueline Beck und Jochen Heckmann ihre ersten Erfahrungen als choreografische Assistentin und Inspizientin gemacht und erarbeitete mehrere eigene Choreografien für das Wilhelmina Fest der Künste. Am Opernhaus Zürich war sie bereits in verschiedenen Produktionen mit Choreografien von Pim Veulings, Thomas Wilhelm und Kinsun Chan zu sehen.

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Valentina Rodenghi

Valentina Rodenghi wurde 2000 in Mailand geboren und begann ihre professionelle Tanzausbildung am CFPESD OFFJAZZ Nizza, wo sie das EAT-Diplom «examen d'aptitude technique» für zeitgenössischen Tanz erhielt. Später schloss sie sich dem Area Jeune Ballet in Genf an. Im Juli 2023 erwarb sie schliesslich ihren Bachelorabschluss in zeitgenössischem Tanz an der Zürcher Hochschule der Künste. Während ihres Studiums konnte sie mit verschiedenen Choreografen wie Nadav Zelner, Dunja Jocic, Bryan Arias, Alba Castillo, Antonin Rioche, Luca Signoretti, Tiago Manquinho und Marine Besnard arbeiten. Dabei sammelte sie Bühnenerfahrungen in verschiedenen Theatern in der Schweiz sowie während des Holland Dance Festivals im Konzo Theater in Den Haag. In der Spielzeit 2022/23 war sie als Praktikantin in der Tanzkompanie des Theaters St. Gallen unter der künstlerischen Leitung von Kinsun Chan engagiert. Hier tanzte sie in Produktionen von Kinsun Chan, Mauro Astolfi, Francesca Frassinelli, Julian Nicosia und Giovanni Insaudo. Zurzeit ist sie freischaffend tätig und tanzte bei SPRUNGBRETT 23 am Theater Chur. Ausserdem ist sie bei Platée am Opernhaus Zürich beteiligt. Parallel zu ihrem Tanzabschluss erwarb Valentina ein zweijähriges Universitätsdiplom in Management für körperliche und künstlerische Aktivitäten an der Universität Claude Bernard in Lyon, Frankreich.

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Francesco Guglielmino

Francesco Guglielmino absolvierte seine Ausbildungen in Tanz und Schauspiel in den USA. Im Verlauf seiner Karriere wirkte er in Musicals sowie in verschiedenen Fernsehproduktionen mit und übernahm Nebenrollen in mehreren Filmen. Jüngst war er im Film «Il Regalo» zu sehen. Am Opernhaus Zürich war er bisher an «Così fan tutte», «Il trovatore», «Dialogues des Carmélites» und «Roberto Devereux» beteiligt.

Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026
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Orchestra La Scintilla

Die Pflege der historischen Aufführungspraxis hat am Opern­haus Zürich seit dem Monteverdi-Zyklus in den 1970er Jahren Tradition. Bei der folgenden Reihe der Mozart-Opern mit dem Lei­tungs­­­team Harnoncourt/Ponnelle wurde weiter Pio­nierarbeit geleistet, und die Musikerinnen und Musiker passten ihre Spieltechnik den neue­sten Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis an. 1996 formierte sich aus dem Orchester der Oper ein eigenständiges Ensemble von erstklassigen spezialisierten MusikerInnen, das sich einen hervorragenden Ruf erwerben konnte. Der Funke der Begeisterung an neuer «Alter Musik» gab dem Ensemble seinen Namen: La Scintilla – der Funke. Aufführungen mit Koryphäen des Faches wie Nikolaus Har­non­court (u.a. Il ritorno d’Ulisse in patria, Idomeneo), William Christie (u.a. Orphée et Euridice, Les Indes galantes, Orlando), Mark Minkowski (Les Boréades, Giulio Cesare), Reinhard Goebel und Giuliano Carmignola gerieten so erfolgreich, dass das Opernhaus Zürich alle barocken und fast alle aus der klassischen Zeit stammenden Opern von seiner Barockforma­tion La Scintilla spielen liess und lässt. Ausserdem konzertiert das Orchestra La Scintilla der Oper Zürich mit namhaften Solisten – Instrumentalisten wie Sängern – und tritt unter der Leitung von Ada Pesch regelmässig in den gros­­sen Konzertsälen Europas wie der Londoner Royal Festival Hall, dem Concertgebouw Am­sterdam, der Philharmonie Berlin und dem KKL Luzern auf. Äusserst erfolgreich begleitete das Orchester Cecilia Bartoli auf mehrwöchigen Konzertreisen in Nordamerika und Europa (u.a. in der Carnegie Hall).

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 2. Konzert La Scintilla15 Dez. 2025 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 3. Konzert La Scintilla18 Mai 2026 Bezuidenhout & Minasi15 März 2026 Aci, Galatea e Polifemo20 / 29 März 2026 Johannes-Passion24 März 2026

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026

Kurzgefasst

Verführung und Intrigen: Die Romanze zwischen Cleopatra und Caesar bei dessen Unterwerfung von Ägypten gehört zu den berühmtesten Liebesaffären der Welt. Mit seiner Oper nach dieser Geschichte gelang Georg Friedrich Händel ein sensationeller Erfolg. «Schönheit aller Art im Überfluss», attestierten die Zeitgenossen des Komponisten. Auch heute wirkt der Zauber dieser Musik ungebrochen. In der Produktion der Opéra de Monte-Carlo verlegt Regisseur Davide Livermore die Handlung auf einen luxuriösen Nil-Kreuzer. Cecilia Bartoli singt mit Cleopatra eine ihrer Glanzrollen.

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Backstage bei «Giulio Cesare in Egitto»


Fotogalerie «Giulio Cesare»


Gut zu wissen

Cecilia Bartoli ist Cleopatra

Cecilia Bartoli kehrt in Zürich zu ihrer Paraderolle der Cleopatra zurück – mit der Erfahrung einer Weltkarriere und dem Blick einer Intendantin.

Cecilia Bartoli ist spät dran, die Zugverbindung hat sie aufgehalten. Unbemerkt möchte sie sich in die letzte Reihe stellen, hinter Davide Livermore, der auf der Probebühne am Escher-Wyss- Platz gerade zum Probenbeginn von «Giulio Cesare» begrüsst, um nicht zu stören. Doch zu gross ist ihre herzliche Ausstrahlung und zu auffällig sind ihr aufgeschlossenes Auftreten und die Entourage an Assistentinnen und Organisatorinnen, die sie sogleich umschwirren. Die Rede wird unterbrochen, es fliegen Dutzende Luftküsse durch den Raum, im Sekundentakt wird sich ausgetauscht: «Come va?» – «Bene! E tu?» – «Benissimo, grazie!». Doch Bartoli ist schon wieder auf dem Sprung: Im Nebenzimmer erwartet sie die erste Kostümanprobe. Die Mezzosopranistin nimmt die enge Disposition gelassen entgegen. An das durchgetaktete Leben und den vollen Terminkalender ist sie gewöhnt: Seit 2023 tritt Cecilia Bartoli nicht nur auf der Bühne auf, sondern führt als Intendantin der Opéra de Monte-Carlo zusätzlich die Fäden hinter den Kulissen zusammen – eine langfristige Strategie, sich im Opernbetrieb auf allen Ebenen halten zu können. Das erinnert an Händel: Auch er sicherte sich als Opernimpresario und Konzertveranstalter in London ein zweites Karrierestandbein.

Hier in Zürich zu sein, ist für Bartoli ein mehrfaches Heimspiel: Der Weg vom Ufer des Zürichsees, Bartolis Schweizer Wahlheimat, an das Opernhaus Zürich ist kurz. Seit Jahrzehnten ist sie dem Haus verbunden, stellte sich hier bereits mit Anfang zwanzig als Cherubino in «Le nozze di Figaro» vor. Auf die Anfänge in Zürich folgte eine Weltkarriere, und die Verbindung zum Opernhaus blieb. Einige Rollen sang sie auf dieser Bühne zum ersten Mal, darunter im April 2005 die gefürchtet virtuose Partie der Cleopatra in Händels «Giulio Cesare in Egitto». Die Resonanz war enorm: Von Marc Minkowski dirigiert und mit dem relativ neu gegründeten Orchestra La Scintilla lobte man Bartoli für ihre «perfekte Koloraturakrobatik» und dafür, der Rolle aus dem monumentalen Barockwerk neue Facetten abzugewinnen. Cecilia Bartoli sieht Partituren aus dem Barock nicht als historische Artefakte, sondern nimmt den flexiblen Notentext als Ausgangslage für eigene Verzierungen und Koloraturen. Dazu angeregt hat sie der Dirigent Nikolaus Harnoncourt, ihr wichtiger Mentor für die Alte Musik. Bartolis Barockarien sind mutig, virtuos, experimentierfreudig, nie austauschbar und damit genauso lebendig wie der Umgang Händels mit seinen eigenen Opernpartituren, die er mehrfach überarbeitete und auf die Stimmen seines Ensembles zuschnitt. Als «Katalysator» beschreibt sich Bartoli in dieser Vermittlungsfunktion zwischen Vergangenheit und Heute, zwischen Händels Primadonnen und der eigenen Stimme.

Fast genau 21 Jahre später steht Cecilia Bartoli wieder als Cleopatra in Zürich auf der Bühne, in einer Inszenierung aus der «eigenen Werkstatt», der Oper in Monte-Carlo. Im Januar 2024 fand dort die Premiere statt, im selben Jahr wurde die Produktion von Davide Livermore für ein Gastspiel an die Wiener Staatsoper verfrachtet. Gemeinsam mit dem Chefdirigenten ihres Hausorchesters Les Musiciens du Prince, Gianluca Capuano, und dem Regisseur bildet Bartoli ein seit Jahren eingespieltes Team, das sich nicht nur auf die Barockoper beschränkt, sondern derzeit auch einen neuen «Ring»-Zyklus für Monaco produziert – ebenfalls auf alten Instrumenten. Die Arbeit an der historischen Aufführungspraxis, insbesondere im Barock, ist ein zentraler Pfeiler in Bartolis Karriere. Sie hat in diesem Bereich viel erreicht, sich für Urtexteditionen eingesetzt und Originalpartituren studiert. Seit Monaten ist sie mit Les Musiciens du Prince und Glucks «Orfeo ed Euri dice» immer wieder auf Konzerttournee durch ganz Europa; 2007 gründete sie in Zürich eine eigene Stiftung, die die Musikforschung unterstützt. Darüber hinaus programmiert sie seit 2012 jedes Jahr die Salzburger Pfingstfestspiele, deren Intendanz sie damals als Sängerin eröffnete – in der Rolle der Cleopatra. Eine Doppelfunktion, die auf beiden Seiten hervorragend gelingt. Was Cecilia Bartoli anpackt, ist immer langfristig gedacht – ein Operngeschäft mit Zukunftsvision.

Den Mythos aufbrechen

Althistorikerin Dr. Ann-Cathrin Harders im Gespräch mit Lea Vaterlaus über Cleopatra

Warum beschäftigt uns der Mythos der Cleopatra seit Tausenden von Jahren?

Die Geschichte der Cleopatra ist eine Geschichte von Liebe, Macht und Tod. Aber sie ist eine unvollständige Erzählung mit zahlreichen Leerstellen, die es erlauben, das Narrativ über ihr Leben zu verändern. Auch ihr früher Tod, den sie vermutlich selbst zum Selbstmord mit der Giftschlange als pharaonischem Herrschaftssymbol stilisierte, hat bedeutend zu dieser Mythenbildung beigetragen. Schon in der Antike wusste man nicht genau, wie Cleopatra eigentlich starb, ihre Grabstätte ist bis heute unentdeckt. Das Ungewisse lässt Raum für Fantasie und Bebilderung. Unsere heutige Cleopatra-Rezeption ist ein Amalgam aus Antike, Mittelalter, Renaissance, dem 19. Jahrhundert und vor allem der Popkultur der Moderne. Sämtliche Epochen schufen eigene ästhetische Ideale der ägyptischen Herrscherin, in allen Sparten, von der Oper über das Ballett, die Literatur und die bildende Kunst, ab dem 19. Jahrhundert bis hin zu den Massenmedien, der Fotografie, dem Film, Videospielen und AI-Avataren. Inzwischen sind wir bei Cleopatra als Werbeikone und Spielzeugpuppe angelangt. Dabei gibt es nichts, was sich mit Cleopatra nicht verkaufen liesse. Die exotisierenden ägyptischen Elemente mit goldenem Kopfschmuck, Schlange und Pyramide finden ihren Ursprung vor allem in der Ägyptomanie des 19. Jahrhunderts; sie wurden mit dem Aufkommen des Films verbreitet und verstetigt. Mit Cleopatra schwingt seit der Antike immer sehr viel Rezeptionsballast um die historische Person mit. Im Umgang mit diesem Stoff ist es daher wichtig, diese verschiedenen Schichten aufzubrechen.

Wir sprechen von Cleopatra VII. Philopator. Wer waren ihre Vorfahren und in welche familiären Machtstrukturen wurde sie hineingeboren?

Cleopatra gehörte den Ptolemäern an, einer makedonisch-griechischen Dynastie. Diese hatten Anfang des 4. Jahrhunderts vor Christus unter Alexander dem Grossen Ägypten von den Persern erobert und es von der Statthalterschaft in eine monarchische Herrschaftsstruktur überführt. Dabei gelang der Familie ein herrschaftspolitischer Spagat, der auch noch Cleopatra ihre Position sicherte: Einerseits positionierten sich die Ptolemäer auf internationaler Ebene militärisch, politisch sowie durch ihren gesamten Lebensstil als hellenistische Könige in der Nachfolge Alexanders. Dazu kam der Blick nach innen, in das eigene Land, denn dort galt es, von den Priesterschaften akzeptiert zu werden und die jahrtausendealte Tradition der Pharaonenherrschaft fortzuführen. Die Ptolemäer verstanden es, geschickt zwischen ägyptischem und griechischem Auftreten zu changieren. Doch ein politisches System von Grund auf neu aufzubauen, ist eine schwierige Aufgabe. Um die Dynastie zu stärken, begannen die Ptolemäer-Geschwister untereinander zu heiraten. Diese Geschwisterehe führte dazu, dass alle Nachkommen der Ptolemäer – auch Frauen – in Ägypten Herrschaftsansprüche erheben konnten. Auch Cleopatra führte zwei solcher Inzestehen, mit ihren Brüdern Ptolemaios XIII. und XIV. Was uns merkwürdig erscheint, war ein herrschaftspolitisches Spezifikum der Ptolemäer.

Die Quellenlage über Cleopatra ist stark von der römischen Geschichtsschreibung geprägt. Woran macht sich das fest?

Cleopatras Leben lässt sich leider fast nur aus ihrer Beziehung zu Römern rekonstruieren, ägyptische Quellen interessieren sich eher für kultische Dinge. In Rom aber war die Regierung durch eine Frau undenkbar, sodass vor allem die Schriften kaiserzeitlicher Autoren über Cleopatra skandalisierend und voller Misogynie sind. Die ägyptische Königin wird dort als Verführerin dargestellt, die sowohl Caesar als auch später Marcus Antonius um den Verstand gebracht haben soll. Für die Römer war ein idealer Mann selbstbeherrscht und agierte rational, unberührt von Liebe und Lust. Dem steht Cleopatra entgegen: Ihr Palast wird als katastrophale Verführung beschrieben, als eine Überwältigung der Sinne mit Wein, Tanz, Musik und Erotik. Diese Unterwerfung vor Eros und einer Königin wird zum politischen Problem für Caesar, und vor allem für Marcus Antonius, dem seine Gegner dadurch die Handlungsfähigkeit als römischer Magistrat absprechen. Die erotische Verstrickung mit Marcus Antonius war politisch noch brisanter und hat auch nachträglich das Bild der Beziehung zu Caesar diskreditiert. In Caesars eigenen Schriften erfahren wir nichts über die Beziehung zu Cleopatra, was auch für sich spricht. Der römische Dichter Lucan betont dagegen Caesars amouröse Ausschweifungen, und noch Plutarch belehrt seine Leserschaft, sich nicht in solche emotionalen Abhängigkeiten zu begeben.

Händels Oper setzt im Jahr 48 vor Christus an. Was war in dieser Zeit die politische Ausgangslage?

Rom war im griechischen Osten im 1. Jahrhundert vor Christus die Hegemonialmacht: Keine Stadt, kein König konnte mehr ohne römische Patronage regieren. Die Ptolemäer in Alexandria waren ebenfalls auf römische Unterstützung angewiesen, auch in innenpolitischen Belangen. Das System brannte dort lichterloh, denn Cleopatra stritt mit ihrem jüngeren Brudergemahl um die Herrschaft und wollte sich nicht durch dessen Berater lenken lassen. Sie wurde aus Ägypten vertrieben und stellte im syrischen Exil neue Streitkräfte zusammen, um den Thron wiederzugewinnen. Gleichzeitig hatte Rom zu dieser Zeit mit zahlreichen Problemen zu kämpfen, die mittlerweile nicht nur in Italien, sondern auch im griechischen Osten ausgetragen wurden. Das republikanisch aristokratische System war lange durch den Machtwillen starker Einzelpersönlichkeiten überlastet und ausgehöhlt worden. So stand Caesar im Konflikt mit dem Feldherrn Pompeius Magnus, den er von Rom über Makedonien bis nach Ägypten verfolgte, wo Pompeius verraten und getötet wurde. Seinen Kopf präsentierte man Caesar in Alexandria. Hier trafen beide Konflikte aufeinander: Der Streit um die ägyptische Herrschaft und der Bürgerkrieg der Römer.

War die berühmte Begegnung zwischen Caesar und Cleopatra in Alexandria demnach eine politische «solutio optima» für beide Seiten?

Herrscherin trifft auf Herrscher, Frau auf Mann – daraus hat sich eine erotisierte und romantisierte Vignette entwickelt. Die berühmte Teppichgeschichte, nach der Cleopatra eingerollt in den Palast zu Caesar geschmuggelt wurde – was übrigens ein Übersetzungsfehler ist, eher war es ein Bettsack –, und dass sie dann einige Monate später ein Kind mit dem Namen «Caesarion» zur Welt brachte, taten ihr Übriges. Ich deute diese Begegnung eher als eine zusätzliche Ebene in einer eng verstrickten politischen Beziehung. Cleopatra und Caesar mögen durchaus fasziniert voneinander gewesen sein, was nicht verwundert. Immerhin trafen hier die Herrscherin eines der ältesten, mächtigsten und reichsten Länder der antiken Welt und der zu diesem Zeitpunkt mächtigste Römer aufeinander. Cleopatra wusste genau, was sie tat. Sie residierte in der reichsten und glanzvollsten Stadt im Mittelmeerraum, Rom war dagegen erst am Anfang, zur Stadt aus Marmor zu werden. Caesar verfolgte eine weitaus grössere politische Agenda im gesamten Mittelmeerraum. Dafür brauchte er eine Vertrauensperson, die ihm den Rücken freihielt und die er – so wie auch später Marcus Antonius – in der Ptolemäerin fand. Letztendlich verbrachten die beiden nur kurze Zeit miteinander, zuerst in Alexandria und in den Jahren 46 und 44 v. Chr. in Rom.

In welchem Kontext steht Händels Beschäftigung mit diesem Stoff im 18. Jahrhundert?

Die Handlung der Oper ist unglaublich dramatisch, nicht wahr? Historisch gesehen sind viele Ereignisse hier falsch, und die meisten Personen sind sich so nie begegnet. Fact-Checking machen Historiker:innen ja immer gerne, auch bei Historienfilmen. Aber darum geht es bei Händel überhaupt nicht. Im Barock wurde das Hochleben, das Cleopatra am alexandrinischen Palast geführt haben soll, zelebriert. Die berühmte Anekdote, nach der die Königin eine unschätzbar wertvolle Perle in Essig aufgelöst und getrunken haben soll, passte perfekt in die Dekadenz und Üppigkeit des Barock. Cleopatras Leben war das Abbild des eigenen Hofideals; Liebe und Verführung wurden in dieser Zeit eher positiv konnotiert. So konnte auch Shakespeare aus den gerade erst wiederentdeckten und neu übersetzten Schriften des Griechen Plutarch aus einem Moralstück eine tragische Liebesgeschichte erdichten und Cleopatra in den Liebestod gehen lassen. Plutarchs Biografien über Griechen und Römer boten sich für Dramatisierungen deutlich besser an als dokumentarische Quellen wie Steuerbefreiungen beispielsweise, die auch Cleopatra erlassen hat. Zu Händels Zeit waren Shakespeares Römerdramen «Julius Caesar» und «Antonius und Cleopatra» in England verbreitet und bekannt. Insofern ist es erstaunlich, dass sich Händel nicht für eine tragische Cleopatra-Antonius-Oper entschied, sondern die Figur des Caesar in den Mittelpunkt rückte.

Cleopatra soll unfassbar schön gewesen sein. Wissen wir, wie die ägyptische Königin tatsächlich aussah?

Interessant ist der Vergleich mit Nofretete, der anderen berühmten ägyptischen Königin, die über ein Jahrtausend vor Cleopatra lebte. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ihre Büste entdeckt, die seither als Inbegriff von Schönheit und Ausstrahlung gilt, über Nofretete selbst aber haben wir kaum Geschichten. Vielmehr hat das Bild die Imagination angeregt und Narrative entwickeln lassen. Bei Cleopatra ist es andersherum: Wir haben zahlreiche Anekdoten über sie, aber nur wenige Bilder. Bei Plutarch wird ihr Aussehen sogar als eher durchschnittlich beschrieben; auf Münzen erscheint sie seltsam harsch und mit grosser Nase, aber das liegt daran, dass auf der Rückseite Marcus Antonius prangt. Um die politische Allianz zu betonen, ähnelte man die Gesichtszüge der Königin dem Römer an. Die Bildnisse aus der Antike sind deshalb mit Vorsicht zu deuten. In jüngerer Zeit prägte Elizabeth Taylor mit ihrer Darstellung im Film von 1963 unsere Vorstellung von Cleopatra mit schwarzem, kinnlangen Bob und türkis-goldenem Lidstrich. Wenn die antiken Autoren die Königin beschreiben, dann steht jedoch weniger das Äussere im Vordergrund als ihre unglaubliche Intelligenz und Ausstrahlung: Sie sprach neben Griechisch mindestens acht weitere Sprachen, verstand als erste Ptolemäerin Ägyptisch, hatte einen umwerfenden Charme und konnte Situationen ungemein gut einschätzen. Das machte sie zu einer sehr guten Politikerin.

Trotzdem waren all diese Machtfiguren, sowohl Pompeius als auch Caesar, Cleopatra und Marcus Antonius am Schluss dem Tod geweiht. Überspitzt könnte man behaupten, dass Tyrannei und Alleinherrschaften keine langlebigen Strukturen sind …

Ja, diese Ereignisse liegen über 2000 Jahre zurück, sind trotzdem immer noch aktuell und können gerade heute effektvoll erzählt werden. Wären diese dramatischen Geschichten nicht wahr, müsste man sagen, sie wären sehr gut erfunden. Es hätte aber auch anders kommen können – zumindest in Alexandria. Hätte sich Cleopatras jüngerer Bruder durchgesetzt, dann wären wir um eine Geschichte von Eros, Tod und Politik ärmer. Doch in Alexandria und Rom hätte es weiterhin das Ringen machthungriger Männer um die Herrschaft gegeben. Für den Cleopatra-Mythos ist das Entscheidende, dass die Themen des Umsturzes und des Machtkampfs über die Kategorien von Geschlecht, Liebe und Vernunft hinausgehen.

«Wären diese Geschichten nicht wahr, wären sie gut erfunden.»

Für mich ist Händel der Shakespeare der Musik

Dirigent Gianluca Capuano im Gespräch mit Lea Vaterlaus

«Giulio Cesare in Egitto» aus dem Jahr 1724 ist die fünfte Oper, die Händel für die von ihm mitbegründete Royal Academy of Music in London schuf. Auf welche Resonanz stiess der Komponist mit seinen italienischen Opern beim englischen Publikum?

In England liebte man den italienischen Gesang. Umgekehrt emigrierten Sänger:innen von Italien nach England für die Kunst, mit der Aussicht auf eine höfische Anstellung oder ein Engagement am öffentlichen Theater. Fast alle Sänger:innen im damaligen London kamen aus Italien und die Hauptstadt, deren Bevölkerung immerhin mehr als eine halbe Million zählte, gehörte zu den wichtigsten Handels- und Musikzentren Europas. Im frühen 18. Jahrhundert war die Oper dem öffentlichen Publikum erst seit rund achtzig Jahren zugänglich und befand sich in einer spannenden Phase: Überall entstanden neue Theater und das Publikum strömte in Scharen herbei. Das King’s Theatre am Londoner Haymarket, in dem Händels meiste Opern uraufgeführt wurden, war 1705 eröffnet worden. Mit dem Aufziehen der italienischen Operntradition füllte der Deutsche Händel ab den 1710er-Jahren in England ein grosses Vakuum: Seit dem Tod Purcells 1695 hatte es in diesem Land praktisch keine eigene Operntradition mehr gegeben. Dass das Publikum der italienischen Sprache nur minder mächtig war, machte nichts, denn am Eingang wurden Handzettel mit englischen Übersetzungen der Texte verteilt. Auch Händel sprach kein perfektes Italienisch, das ist an der falschen Betonung einiger Silben aus der Partitur ersichtlich.

Händel steuerte sein Unternehmen wie ein Geschäftsmann und führte es durch Krisen und Erfolge …

Der Geschmack des englischen Publikums war flüchtig. Opern blieben nur wenige Jahre auf dem Spielplan, bevor sie verschwanden, und die grosse Begeisterung für die italienische Oper flachte wenige Jahre später bereits wieder ab. Aber Händel war ein guter Unternehmer, wusste sich bei seinen Geldgebern geschickt zu positionieren und verhandelte seine Verträge klug. Das fing schon 1710 am Hof von Hannover an: Dort trat er eine Stelle mit der Klausel an, zuerst nach London reisen zu dürfen, wo er bekanntlich blieb. Dass einige Jahre später Händels Arbeitgeber, der Kurfürst von Hannover, auch noch König von England wurde, war Glück, vielleicht auch strategische Planung. In London baute Händel mit seinen Opernakademien ein eigenes Unternehmen auf. Als die italienische Oper an Popularität einbüsste, widmete sich Händel verstärkt dem Oratorium. Komponisten bekleideten zu dieser Zeit vielseitige Posten. In Händels Komponistenumkreis fanden sich so auch gleichzeitige Kunstsammler, Impresari oder Juristen. Dazu kam, dass Händel ein gutes Gespür für die besten Sänger:innen seiner Zeit hatte. Er konnte den deutschen und italienischen Theatern Grössen wie den Kastraten Senesino, der die Titelrolle in «Giulio Cesare» gab, oder die Sopranistinnen Francesca Cuzzoni – die erste Cleopatra – und Margherita Durastanti abwerben. Das Publikum ging ins Theater, um diese Sänger:innen zu hören, deren aufregendes Leben in der Presse rege dokumentiert wurde.

Händels eigener Weg nach England führte zuvor durch Deutschland und Italien. Wie wurde er zum Opernkomponisten?

Angefangen hat Händels Opernkarriere an der Hamburger Oper am Gänsemarkt, dem ersten öffentlichen Theater Deutschlands. Diese Periode ist weniger erforscht als andere in Händels Leben, aber ich denke, die Berührung mit der deutschen Operntradition, vor allem unter Reinhard Keiser, dem Intendanten des Theaters, war für Händel prägend. Auch die Freundschaft zu den Komponisten Johann Mattheson und Georg Philipp Telemann beeinflusste ihn: Man tauschte sich über Musiktheorie, Sprache und Rhetorik aus, und Mattheson und Telemann öffneten Händel die Tore zur Opernwelt. In Hamburg wurde 1705 Händels erste Oper «Almira» uraufgeführt. Doch die Arbeitsbedingungen am Gänsemarkttheater waren einem beinharten Konkurrenzkampf unterworfen. So kam es zum berühmten Duell zwischen Händel und Mattheson, das sich an einer Aufführung von Matthesons Oper «Cleopatra» entzündet hatte: Händel weigerte sich, seinem Kollegen im Orchestergraben den Platz am Cembalo zu überlassen, worauf sich die beiden vor dem Opernhaus in jugendlichem Übermut duellierten. Eine lächerliche Situation, die wirklich hätte schiefgehen können, wäre Matthesons Degen nicht glücklicherweise an Händels Jackenknopf abgerutscht.

Als junger Komponist schien Händel alles in sich aufzunehmen, was ihm musikalisch begegnete. Woran macht sich diese Vielseitigkeit später fest?

In Italien kam Händel mit Anfang zwanzig mit dem «Dramma per musica» in Berührung, der italienischen Opera seria mit ihren typischen Da-Capo-Arien, was ihn zum Experimentieren anregte. Seine ersten beiden Opern in diesem Stil, «Rodrigo» und «Agrippina», waren in Venedig riesige Erfolge. Sie lehnten sich vor allem an die Operntradition Alessandro Scarlattis an. Mit diesen Kenntnissen schrieb Händel die englische Operngeschichte später über dreissig Jahre hinweg fort. Aber in Italien herrschte eine komplizierte Situation: Das Opernschaffen blühte zwar in Städten wie Venedig, Neapel oder Florenz, doch in Rom hatte der Papst die Aufführung von Opern verboten. Also beschäftigte sich Händel in Rom stattdessen mit der Kantate und dem Oratorium – Formen, auf die er Jahrzehnte später in England zurückgriff. Hierbei lernte er von Arcangelo Corelli, dem damaligen Vorbild italienischer Instrumentalmusik. Das Oratorium «Il trionfo del Tempo e del Disinganno», das erste grosse Werk, das er in Italien schrieb, ist von diesem Einfluss deutlich geprägt. Auch in «Giulio Cesare in Egitto» finden sich viele Jahre später Bezüge zu Corelli, zum Beispiel zu Beginn des dritten Akts: Die instrumentale Sinfonia ist geprägt von Corellis Stil. Und dann gibt es weitere Einflüsse: französische Elemente, etwa in der Schlussszene in «Giulio Cesare», die an die Trios französischer Tanzsätze erinnert, oder in der Ouvertüre der Oper, die mit langsamer Einleitung und einem fugierten zweiten Teil in der französischen Barocktradition steht. Händel gelang die geschickte Synthese der zu dieser Zeit verbreiteten Stilrichtungen.

Händel komponierte in der barocken Tradition der Affektenlehre, nach der gewisse musikalische Eigenschaften mit Gemütszuständen oder Charakterzügen verbunden werden. Wo zeigt sich das in «Giulio Cesare»?

Die Rolle der Leidenschaften ist in diesem Stück riesig. Das Politische rückt in den Hintergrund – Liebe, Verrat und Wut sind die ewigen Themen dieser Oper, und diese drücken sich musikalisch aus. Bereits zu Beginn ist die Musik unglaublich stark, wie eine Ohrfeige an das Publikum. Auf die Ouvertüre folgt ein grosser Huldigungschor, der den Erfolg Cesares besingt, doch die Musik schwenkt mit der Präsentation des ermordeten Pompeo gleich in Rache und Wut um. Später kehrt diese Brutalität zurück, wenn Cesare aufgrund einer Morddrohung musikalisch zur Flucht gezwungen wird. Auch die Wahl der Tonarten sagt viel über die Figuren aus: Cesares Auftrittsarie steht in D-Dur, in der Affektenlehre die Tonart des Sieges, der Stärke und des Selbstbewusstseins. Die Figur Cornelia hingegen zeichnet Händel sehr melancholisch. Durch die ganze Oper weint sie ihrem ermordeten Gatten Pompeo nach. Ihre erste Arie steht ebenfalls in D-Dur, allerdings ohne die glorreichen Pauken und Trompeten, und ist somit sehr doppelbödig. Sesto hingegen ist die wütendste Figur der Oper. Er wird dazu instrumentalisiert, den Tod seines Vaters an den Ägyptern zu rächen. Deshalb hasst er Tolomeo und schmiedet Mordpläne. Sein Rachewille treibt ihn an. Jedoch hat auch diese Figur intime musikalische Momente: die Arie «Cara speme», in der er über den angedachten Mord sinniert, oder das Duett mit seiner Mutter Cornelia am Ende des ersten Akts. Hier legen beide ihre Masken ab und öffnen ihr Herz.

Welche Charaktereigenschaften lernen wir bei Cleopatra kennen?

Cleopatra hat viele Gesichter. Nicht umsonst stehen drei ihrer acht Arien in E-Dur, einer eher ungewöhnlichen Kreuztonart mit vier Vorzeichen, was die Komplexität dieser Figur markiert. Ihre erste Arie beginnt mit einer verspielten Imitation des Lachens («Non disperar, chi sa?») über Tolomeo, ihren eifersüchtigen Bruder. Dieser ist nicht nur politisch, sondern auch musikalisch ihr Gegenbild: Er hat im Vergleich zu ihr keine einzige langsame oder kantable Arie. Cleopatra liebt es, sich zu verstellen und zu verkleiden. So gibt sie sich als Dienerin Lydia aus, um an Cesare zu gelangen. Diese Parnass-Szene zu Beginn des zweiten Akts ist ein grossartiges Abbild ihrer Verführungskünste – begleitet wird sie hier von einem zusätzlichen Orchester auf der Bühne. An anderen Stellen spürt man bei ihr echten Schmerz, beispielsweise in den grossen Momenten «Se pietà di me non senti» oder «Piangerò la sorte mia», in denen sie um Cesares Schicksal fürchtet. Händel deutete den Text seines Librettisten Nicola Francesco Haym gerade bei Cleopatra in aller emotionaler Tiefe aus. Ich sage immer, dass Händel der Shakespeare der Musik war. Seine Musik hat genauso dramatischen Erzählgehalt und psychologische Tiefe wie die Texte des berühmten Dichters.

Die Entstehungsgeschichten der Händelopern sind häufig komplex, da der Komponist sie immer wieder für wechselnde Besetzungen umschrieb. Wie heterogen ist das Material von «Giulio Cesare»?

Händel schrieb seine Musik seinem Ensemble auf die Stimme und passte die Arien in Hinblick auf Virtuosität, Koloraturen und Stimmumfang immer neu an. So hatte Francesca Cuzzoni eine besondere Stimmqualität, eine andere Stimme eine ganz andere … Die Partituren sind ein lebendiges, sich ständig veränderndes Sammelsurium an Versionen und Umarbeitungen. Gerade im Fall von «Giulio Cesare» ist die Situation kompliziert. Bereits vor der Uraufführung am 20. Februar 1724 kam es während der Proben zu Umbesetzungen. Und ein Jahr später stand Händel bei der zweiten Aufführungsserie ein neues Sängerensemble zur Verfügung, an welches er das Notenmaterial anpasste. So wurde die Rolle des Sesto nicht mehr von der Durastanti, sondern von einem Tenor gesungen und musste transponiert werden. Wir sehen auch, dass Geschlechterrollen im Barock flexibel verhandelt wurden: Hatte der Altkastrat Gaetano Berenstadt noch den Tolomeo bei der Uraufführung gegeben, wurde die Rolle jetzt mit der Altistin Anna Vincenza Dotti besetzt, die über ihre eigene Koloraturtechnik verfügte. Die Tradition der Sängerkastraten wie Senesino oder Berenstadt trug massgeblich zu dieser Ambiguität von Sexualität und Geschlecht und der Heterogenität der Partituren bei. Für Zürich haben wir uns für eine Mischung aus den Fassungen von 1724 und 1725 entschieden. So singt Cornelia bei ihrem zweiten Auftritt beispielsweise eine Arie in f-Moll von 1725, die sehr selten aufgeführt wird, die Trauer und den Kummer der Figur aber wirklich schön einfängt.

 

«Mit der italienischen Operntradition füllte der Deutsche Händel in England ein Vakuum.»

Audio-Einführung

Unsere Dramaturgin Lea Vaterlaus gibt einen Einblick in die Oper «Giulio Cesare in Egitto». Live-Einführungen finden jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung im Opernhaus statt.