La clemenza di Tito

Wolfgang Amadeus Mozart

Opera seria in zwei Akten
Libretto von Caterino Mazzolà nach Pietro Metastasio

Von 26. April 2026 bis 25. Mai 2026

  • Dauer:
    2 Std. 35 Min. Inkl. Pause.
  • Sprache:
    In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
    Preview: 18 Apr 2026

    © Plakatmotiv von Hans Aichinger (Die Lücke im Traum)

Musikalische Leitung:
Marc Minkowski

Marc Minkowski

Marc Minkowski studierte Fagott, bevor er sich dem Dirigieren zuwandte. Bereits im Alter von 19 Jahren gründete er das Ensemble Les Musiciens du Louvre, deren Künstlerischer Leiter er bis heute ist. Zudem leitet er das Festival Ré-Majeure, war von 2016 bis 2021 Generaldirektor der Opéra National de Bordeaux, von 2013 bis 2017 Künstlerischer Leiter der Mozartwoche in Salzburg und von 2018 bis 2022 Künstlerischer Berater des Orchesters Ensemble Kanazawa in Japan, mit dem er weiterhin zusammenarbeitet. 2018 wurde er mit dem Orden der französischen Ehrenlegion ausgezeichnet. Als Gastdirigent erhielt er Einladungen an die international bedeutenden Bühnen, u. a. an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, die Wiener Staatsoper, die Royal Opera in London, die Mailänder Scala, die Opéra National de Paris, das Théâtre des Champs-Elysées, das Festival von Aix-en-Provence und an die Salzburger Festspiele. Er leitete Orchester wie die Wiener Philharmoniker und Symphoniker, die Berliner Philharmoniker, das NRD Elbphilharmonie Orchester, die Staatskapelle Dresden, das Dresdner Festspielorchester, das Cleveland Orchestra, das Los Angeles Philharmonic und das Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra sowie Originalklang-Ensembles wie das Kammerorchester Basel, Musique of the Baroque in Chicago und die English Baroque Soloists. Jüngste Projekte umfassen Offenbachs «Robinson Crusoé» am Théâtre des Champs-Elysées, «Così fan tutte» an der Berliner Staatsoper, «Giulio Cesare in Egitto» am Palau de les Arts Reina Sofía in Valencia sowie konzertante Aufführungen von Händels «Orlando» mit Les Musiciens du Louvre in Paris und Spanien.

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026
Inszenierung:
Damiano Michieletto

Damiano Michieletto

Damiano Michieletto studierte Opern- und Theaterregie in Mailand und Literatur an der Universität seiner Heimatstadt Venedig. 2003 gewann er für seine Inszenierung von Jaromír Weinbergers Oper «Schwanda» beim Wexford Festival den ESB Theatre Award der Irish Times. Es folgten Arbeiten für das Rossini Festival in Pesaro, das Teatro Olimpico in Vicenza sowie u. a. für die Opern in Bologna, Verona, Venedig, Neapel, Turin, Graz, Genf und Leipzig. Für das New National Theatre in Tokio inszenierte er «Così fan tutte» sowie für das Theater an der Wien u. a. «Il trittico» und «Idomeneo». 2012 debütierte er mit «La bohème» bei den Salzburger Festspielen und inszenierte dort in der Folge «Falstaff» und «La Cenerentola». Weitere Engagements führten ihn u. a. an die Opern in Berlin, Paris, Barcelona, Madrid, London und Moskau sowie zum Glyndebourne Festival. 2022 kreierte er die immersive Installation «Archèus. Labirinto Mozart» für die Biennale in Venedig und zeichnete 2025 für das Programm des Caracalla Festivals am Teatro dell’Opera di Roma verantwortlich. Jüngere Arbeiten umfassen «Messiah» an der Komischen Oper Berlin, «La Fille du régiment» an der Bayerischen Staatsoper München sowie die Uraufführungen von Alexander Raskatovs «Animal Farm» in Amsterdam und Francesco Filideis «Il nome della rosa» an der Mailänder Scala. Neben seiner Tätigkeit als Opernregisseur widmet sich Damiano Michieletto auch dem Schauspiel, insbesondere am Teatro Stabile del Veneto und Piccolo Teatro in Mailand. 2025 veröffentlichte er seinen ersten Film «Primavera». Am Opernhaus Zürich inszenierte er u. a. «La scala di seta», «Il Corsaro», «Lucia di Lammermoor» und «Luisa Miller».

La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027
Bühnenbild:
Paolo Fantin

Paolo Fantin

Paolo Fantin studierte Bühnenbild am Istituto Statale d’Arte in Venedig und erwarb sein Diplom an der Accademia di Belle Arti di Venezia. 2005 begann seine enge Zusammenarbeit mit dem Regisseur Damiano Michieletto mit der Teilnahme am Ring Award in Graz. Seither entstanden gemeinsam u. a. ein Mozart-/Da Ponte-Zyklus und Gounods «Roméo et Juliette» am Teatro La Fenice in Venedig, Puccinis «Trittico» in Wien und Kopenhagen, «L’elisir d’amore» in Madrid und Graz, «La scala di seta» beim Rossini Opera Festival in Pesaro, «Un ballo in maschera» an der Mailänder Scala sowie im Schauspiel Gogols «Revisor» und die «Dreigroschenoper». 2011 gewann er mit der Kostümbildnerin Carla Teti den renommierten Premio Franco Abbiati. 2012 gab Paolo Fantin mit Damiano Michieletto sein Salzburger Festspieldebüt mit «La bohème» und erarbeitete mit dem Regisseur dort auch «Falstaff», «La Cenerentola» und «Alcina». Weitere Zusammenarbeiten umfassen «Idomeneo» am Theater an der Wien und in Tokio, «The Rake’s Progress» in Leipzig und Venedig, «Samson et Dalila» und «Don Pasquale» in Paris, Martinůs «Greek Passion» in Palermo, «Guillaume Tell», «Cavalleria rusticana», «Les Contes d’Hoffmann» und «Carmen» an der Royal Opera in London, «Giulio Cesare» am Théâtre des Champs-Élysées, «Animal Farm» an der Niederländischen Nationaloper, «Madama Butterfly» am Teatro Regio in Turin, «Aida» und «La fille du régiment» an der Bayerischen Staatsoper München sowie «La damnation de Faust», «West Side Story» und «Lohengrin» am Teatro dell’Opera in Rom. Am Opernhaus Zürich sind bereits «Lucia di Lammermoor», «Il corsaro», «Luisa Miller» und «Poliuto» entstanden.

La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027
Kostüme:
Klaus Bruns

Klaus Bruns

Klaus Bruns, geboren in Mülheim an der Ruhr, studierte Bühnenbild und Kostümdesign am Mozarteum in Salzburg. Engagements als Kostümbildner führten ihn u. a. an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, das Schauspielhaus Graz, die Hamburgische Staatsoper, die Oper Frankfurt, die Komische Oper Berlin, die Wiener Staatsoper, das Theater an der Wien, die Niederländische Nationaloper, das Teatro Regio in Turin, das Teatro Massimo Bellini in Catania und an die Metropolitan Opera in New York sowie zu den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Barrie Kosky, mit dem er Produktionen u. a. an der Komischen Oper Berlin sowie an der Staatsoper Hannover, dem Schauspiel Frankfurt und an der Bayerischen Staatsoper München schuf. Für die Kostüme von Koskys Bayreuther Inszenierung von «Die Meistersinger von Nürnberg» wurde Klaus Bruns von der Zeitschrift Opernwelt 2018 zum Kostümbildner des Jahres gewählt. Weitere Zusammenarbeiten verbinden ihn mit Regisseur:innen wie Harry Kupfer, Peter Mussbach, Götz Friedrich, Kirsten Harms, Jetske Mijnssen und Christof Loy. Für Damiano Michieletto entwarf er u. a. die Kostüme zur Uraufführung von Alexander Raskatovs «Animal Farm» in Amsterdam, wofür er 2024 mit einem Oper! Award ausgezeichnet wurde. Am Opernhaus Zürich entstanden mit Barrie Kosky «La fanciulla del West», «Macbeth», «Die Gezeichneten», «Jewgeni Onegin», «Boris Godunow» und «Manon Lescaut».

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026
Choreinstudierung:
Ernst Raffelsberger

Ernst Raffelsberger

Ernst Raffelsberger stammt aus Gmunden, Oberösterreich. Er studierte Musikpädagogik und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien sowie Chordirigieren am Salzburger Mozarteum. Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In dieser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tourneen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA. Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen). 1989 wechselte er als Chordirektor und Kapellmeister an das Theater in Freiburg/Breisgau. Seit Herbst 1993 ist Ernst Raffelsberger am Opernhaus Zürich als Chordirektor engagiert. Hier hat er inzwischen ca. 150 Premieren und unzählige Wiederaufnahmen betreut und mit vielen namhaften Dirigenten wie Marco Armiliato, Riccardo Chailly, Teodor Currentzis, Christoph von Dohnányi, Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Gianandrea Noseda und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet. Gastspiele mit dem Opernhaus Zürich führten ihn nach Wien, London, Paris und Tokio. Ab dem Sommer 2012 begann zusätzlich eine 10 Jahre dauernde Tätigkeit als Chordirektor der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor bei den Salzburger Festspielen. Hier kam es zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit u. a. mit Riccardo Muti, Mariss Jansons und Sir Simon Rattle. Nachdem Ernst Raffelsberger diese Arbeit mit dem Festspielsommer 2021 beendete, ist er seit 2025 auf Wunsch von Maestro Muti wieder für die Choreinstudierung zu dessen Festspielkonzerten in Salzburg verantwortlich. Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren seine Arbeit in Zürich wie in Salzburg.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026
Lichtgestaltung:
Alessandro Carletti

Alessandro Carletti

Der Lichtdesigner Alessandro Carletti wurde in Rom geboren und studierte Fotografie und Malerei. Seit 2008 arbeitet er regelmässig mit dem Regisseur Damiano Michieletto zusammen. Zu den wichtigsten Produktionen der letzten Zeit gehören «Il trittico» und «Otello» am Theater an der Wien, «Don Carlo» an der Wiener Staatsoper, «Cavalleria rusticana» am Teatro San Carlo in Neapel, «Un ballo in maschera» an der Mailänder Scala, «Il viaggio a Reims» an der Niederländischen Nationaloper, «Divine parole» und die «Dreigroschenoper» am Piccolo Teatro di Milano, «Die Zauberflöte» am Teatro La Fenice in Venedig und «Jenůfa» an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie «Il trittico» am Teatro dell’Opera di Roma. An der Royal Opera in London schuf er das Licht zu Daniele Abbados «Nabucco» sowie zu Michielettos «Les Contes d’Hoffmann», «Carmen» und zum Doppelabend «Cavalleria rusticana/Pagliacci», der bei den Laurence Olivier Awards als beste Opernproduktion ausgezeichnet wurde. Für «Guillaume Tell» in London gewann er 2015 den Knight of Illumination Award. Weitere Zusammenarbeiten mit Damiano Michieletto führten ihn u. a. an die Opéra de Paris, das Rossini Opera Festival in Pesaro, das Théâtre des Champs-Élysées sowie zu den Salzburger Festspielen. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn auch mit Barrie Kosky, u. a. für Produktionen an der Komischen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München und am Opernhaus Zürich.

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027
Dramaturgie:
Kathrin Brunner

Kathrin Brunner

Kathrin Brunner wurde in Zürich geboren. Sie studierte in ihrer Heimatstadt sowie an der Humboldt-Universität Berlin Germanistik, Musikwissenschaft und Französisch. Nach diversen Regiehospitanzen (u. a. «Die Dreigroschenoper» am Luzerner Theater; Regie: Vera Nemirova) und Dramaturgiehospitanzen ist sie seit 2008 Dramaturgin am Opernhaus Zürich. Hier arbeitete sie mit Regisseur:innen wie Achim Freyer («Moses und Aron»), Harry Kupfer («Die Meistersinger von Nürnberg», «Tannhäuser»), Stephan Müller, Guy Joosten, Damiano Michieletto, Christof Loy («La straniera», «Alcina», «I Capuleti e i Montecchi», «Don Pasquale», «La rondine»), Willy Decker («Il ritorno d'Ulisse in patria», «The Turn of the Screw»), Andreas Homoki («Wozzeck», «Das Land des Lächelns», «La forza del destino»), Christoph Marthaler («Il viaggio a Reims», «Orphée et Euridice»), Barrie Kosky («Die Gezeichneten», «Boris Godunow»), Nadja Loschky, Nina Russi, Jan Essinger und Jetske Mijnssen («Idomeneo», «Hippolyte et Aricie», «Platée»). Bei den Salzburger Festspielen 2012 erarbeitete sie «La bohème» mit Damiano Michieletto. Während der Corona-Pandemie war sie Co-Gründerin der Konzertreihe «Altchemie live» in der Alten Chemie Uetikon. 2025 betreute sie als Dramaturgin Jetske Mijnssens Inszenierung von Francesco Cavallis «La Calisto» beim Festival d’Aix-en-Provence.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Cardillac18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 Angels in America7 / 9 / 19 / 21 / 23 Mai 2027

Besetzung


Tito Vespasiano Pene Pati


Vitellia Margaux Poguet


Servilia Yewon Han


Sesto Lea Desandre


Annio Siena Licht Miller


Publio Andrew Moore

Pene Pati

Pene Pati wurde in Samoa geboren und wuchs in Neuseeland auf. Er studierte an der University of Auckland und an der Wales International Academy of Voice in Cardiff. Er ging u. a. bei den Gesangswettbewerben Bel Canto, Neue Stimmen und Operalia als Preisträger hervor und wurde 2017 in das Adler Fellowship-Programm der San Francisco Opera aufgenommen. Sein Debütalbum mit italienischen und französischen Arien brachte ihm den Opus Klassik Newcomer of the Year Award, den Titel «Best Male Singer» bei den Opera Critics’ Awards und den Opera Magazine Readers’ Award ein. 2025 gewann er den Preis der New Zealand Arts Foundation und wurde für sein zweites Album «Nessun Dorma» mit dem Opus Klassik in der Kategorie Solo Recording of the Year ausgezeichnet. Im selben Jahr ist sein drittes Album «Serenata a Napoli» erschienen. Er ist auf international führenden Bühnen aufgetreten, darunter die Opéra national de Paris, die Royal Opera in London, die Hamburgische Staatsoper, die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Bayerische Staatsoper München, das Festival d’Aix-en-Provence, die Salzburger Festspiele und die Metropolitan Opera in New York. Dabei umfasst sein Repertoire Rollen von Mozart bis Massenet, Donizetti, Gounod, Puccini und Verdi. Aktuelle Engagements umfassen Rollendebüts als Hoffmann («Les Contes d’Hoffmann») an der Berliner Staatsoper und als Werther an der Opéra-Comique in Paris sowie das Hausdebüt als Edgardo («Lucia di Lammermoor») an der Mailänder Scala.

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026

Margaux Poguet

Margaux Poguet studierte am Konservatorium von Bourges Fagott, Theater und Gesang. Anschliessend absolvierte sie ihre Ausbildung am DSJC/Jeune chœur de Paris und am CNSMD in Paris. 2024/25 debütierte sie mit mehreren Mozart-Rollen, darunter Elvira («Don Giovanni»), Fiordiligi («Così fan tutte«) und Vitellia («La clemenza di Tito») an Opernhäusern wie dem Pariser Théâtre de l’Athénée, Opéra de Reims, in Massy, Tourcoing oder Compiègne. Unter der Leitung von Marc Minkowski und Musiciens du Louvre gab sie in Chantilly im Rahmen der Reihe «Coups de coeur» ein Konzert mit Mozart-Arien. 2025/26 sang sie u. a. Donna Elvira auf einer Tournee mit Concert de la Loge sowie Fiordiligi, Eurydice (Glucks «Orphée et Eurydice») mit dem Ensemble Miroirs Étendus sowie das «Mozart-Requiem» in Compiègne. Sie gab ausserdem ihr Debüt am Théâtre des Champs-Élysées mit Concert de la Loge in Cherubinis «Médée». Als Leonore («Fidelio») wird sie beim Festival de Saint-Céré zu hören sein, interpretiert beim 30-jährigen Jubiläum des Festivals de Pâques de Deauville Bergs «Sieben frühe Lieder» sowie den Sopranpart in Mahlers Sinfonie Nr. 4 unter Gabriel Durliat. Margaux Poguet arbeitet regelmässig mit jungen Komponist:innen und wirkte zudem bei Musicalprojekten mit. Sie ist Preisträgerin der Fondation Royaumont, der Académie du Festival Ravel und der Académie Musicale Villecroze. Für ihre erste CD «Dans notre nuit» nahm sie Alban Bergs «Sieben frühe Lieder» auf, Lieder von Kurt Weill sowie Werke von Viktor Ullmann. Margaux Poguet hat zudem einen Master-Abschluss in Philosophie der Universität Paris Panthéon-Sorbonne.

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026

Yewon Han

Yewon Han ist eine südkoreanische Sopranistin. Sie absolvierte ihr Bachelorstudium an der Seoul National University und setzte ihre Ausbildung im Young Artist Program des Korea National Opera Studio sowie 2022 bis 2024 im Internationalen Opernstudio Zürich fort. Sie hat eine Vielzahl von Rollen in Korea und Europa interpretiert, darunter Lauretta in «Gianni Schicchi», Papagena in «Die Zauberflöte», Adele in «Die Fledermaus», Romilda in «Serse», Li Si in «Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer», Titania in «A Midsummer Night’s Dream» sowie Najade in «Ariadne auf Naxos». 2025 war sie als Ophelia in «Hamlet» beim Buxton International Festival zu erleben. Sie wurde mit zahlreichen Auszeichnungen geehrt, darunter der erste Preis beim 60. Concurso Tenor Viñas (2023), der dritte Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb Neue Stimmen (2022) sowie mehrere erste Preise bei bedeutenden Gesangswettbewerben in Südkorea. Seit 2025/26 ist sie festes Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich und war hier jüngst in «Hänsel und Gretel», «Manon» und «Carmen» zu erleben.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Hänsel und Gretel20 / 23 Nov. / 2 / 4 / 16 / 18 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli 2026

Lea Desandre

Die Mezzosopranistin Lea Desandre studierte in Venedig, nahm 2015 an William Christies Le Jardin des Voix teil und wurde im Jahr darauf in die Akademie des Festivals d’Aix-en-Provence aufgenommen. Sie ist Trägerin mehrerer Preise, u. a. 2021 des Victoires de la Musique, 2022 des Opus Klassik und 2024 des Prix de la Critique. 2017 gab sie ihr Debüt in der Titelrolle von «Alcione» an der Opéra-Comique und trat 2018 erstmals bei den Salzburger Festspielen auf, wohin sie seither jedes Jahr zurückkehrte, u. a. als Cherubino, Despina, Annio («La clemenza di Tito»), Vénus («Orphée aux Enfers»), Abel (Caldaras «La Morte d’Abel») und Myrrah/Echo im Vivaldi-Pasticcio «Hotel Metamorphosis» sowie mehrfach in Konzerten. Sie arbeitete mit Dirigent:innen wie Gustavo Dudamel, Sir John Eliot Gardiner, Joana Mallwitz, Thomas Dunford und Raphaël Pichon sowie mit Regisseur:innen wie Sir David McVicar, Barrie Kosky, Robert Carsen, Christof Loy und Jetske Mijnssen. Zu ihrem Repertoire gehören zudem Rosina («Il barbiere di Siviglia»), Idamante («Idomeneo»), die Titelrollen in «Ariodante» und Charpentiers «Médée» und Dido («Dido und Aeneas»). Konzerte und Liederabende führten sie u. a. in die Wigmore und die Carnegie Hall, den Wiener Musikverein, die Philharmonie de Paris, die Tschaikowski-Konzerthalle in Moskau und in die Shanghai Symphony Hall. In der Saison 2025/26 war sie u. a. als Händels Theodora unter Thomas Dunford zu hören sowie als Mélisande («Pelléas et Mélisande») an der Opéra de Monte-Carlo. Bei den diesjährigen Salzburger Festspielen wird sie erneut als Despina zu erleben sein. Ihre Diskografie umfasst u. a. das Soloalbum «Amazone», welches mit einem Gramophone Editor’s Choice Award ausgezeichnet wurde, sowie die 2025 erschienene Einspielung «Songs of Passion» mit dem Lautenisten Thomas Dunford. Am Opernhaus Zürich sang sie zuletzt Poppea («Agrippina»).

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026

Siena Licht Miller

Siena Licht Miller, deutsch-amerikanische Mezzosopranistin, studierte am Curtis Institute of Music und am Oberlin Conservatory of Music Gesang. Sie vervollständigte ihre Ausbildung mit Kursen an der Opera Philadelphia, der Santa Fe Opera, dem Opera Theatre of St. Louis und beim Aspen Music Festival. Sie ist Stipendiatin der Bagby Foundation, Preisträgerin der Metropolitan Opera National Council Auditions, der Marilyn Horne Rubin Foundation und der Gerda Lissner Foundation. Höhepunkte ihrer bisherigen Karriere waren die Rollendebüts als Hermia in «A Midsummer Night’s Dream», Zweite Dame in «Die Zauberflöte» und eine der zwei Solopartien in der Uraufführung von «Denis and Katya» von Philip Venables an der Opera Philadelphia. Am Aspen Opera Center sang sie die Titelrolle in Ravels «L’Enfant et les sortilèges» unter der Leitung von Robert Spano. Regelmässig widmet sie sich zudem dem Liedgesang. So sang sie bei der Reihe «The Song Continues» in der Carnegie Hall zur Feier ihrer Mentorin Marilyn Horne und ging mit einem Rezital zusammen mit dem Pianisten Kevin Murphy auf USA-Tournee. In der Spielzeit 2020/21 war sie Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich und sang hier u. a. in «Maria Stuarda», «Simon Boccanegra», «Viva la mamma», «Salome», «Odyssee», im Ballett «Monteverdi», in «L’italiana in Algeri» sowie Flosshilde in «Das Rheingold». Seit der Spielzeit 2022/23 gehört sie zum Ensemble des Opernhauses Zürich, wo sie zuletzt u. a. als Lucilla («La scala di seta») und Hänsel («Hänsel und Gretel») zu erleben war.

La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Hänsel und Gretel20 / 23 Nov. / 2 / 16 / 18 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Die Fledermaus29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027

Andrew Moore

Andrew Moore, amerikanischer Bassbariton aus New Jersey, erhielt seine Ausbildung an der Rutgers University (Mason Gross School of the Arts) sowie am renommierten Curtis Institute of Music in Philadelphia. 2019 erreichte er das New England Region Finale der Metropolitan Opera National Council Auditions und wurde dort mit dem Susan Eastman Encouragement Award ausgezeichnet. Weitere wichtige künstlerische Stationen waren das Merola Opera Program in San Francisco sowie die Santa Fe Opera, wo er als Apprentice Singer u. a. in «La bohème», «Così fan tutte» und «Jenůfa» auftrat. Von 2020 bis 2022 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios Opernhaus Zürich. Anschliessend wurde er in das Ensemble des Hauses übernommen, dem er seit der Spielzeit 2022/23 angehört. Hier war er seither u. a. als Figaro («Le nozze di Figaro»), Paolo Albiani («Simon Boccanegra»), Don Fernando («Fidelio»), De Brétigny («Manon»), Marullo («Rigoletto»), Paris («Roméo et Juliette»), Marchese d’Obigny («La traviata»), Pritschitsch («Die lustige Witwe»), Johann («Werther») sowie Fix («In 80 Tagen um die Welt») zu erleben. Zu den jüngsten internationalen Engagements zählen sein Debüt bei der Warsaw Philharmonic als Basssolist in Beethovens 9. Sinfonie sowie sein Salzburg-Debüt als Marchese d’Obigny («La traviata»). Im Sommer 2026 wird er bei den Salzburger Festspielen als Johann («Werther») zu erleben sein. Zu seinem Repertoire zählen ausserdem Partien wie Leporello («Don Giovanni»), Guglielmo («Così fan tutte») und Rocco («Fidelio»).

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 Alice im Wunderland21 / 26 Nov. / 6 Dez. 2026 / 7 / 10 Jan. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 L'elisir d'amore25 / 27 / 29 Apr. / 2 / 6 / 9 / 12 / 14 / 17 / 21 Mai 2027
Ganze Besetzung anzeigen Weniger anzeigen

Enrico Maria Cacciari

Enrico Maria Cacciari studierte Klavier an den Konservatorien von Bologna und Milano sowie Kammermusik in Fiesole bei Dario De Rosa und Maureen Jones. Als Pianist, Cembalist und Organist ist er in zahlreichen Kammermusikformationen und Orchestern aufgetreten, darunter das Mahler Chamber Orchestra, das Orchestra Mozart und das Lucerne Festival Orchestra. 1997 wurde er am Teatro alla Scala in Mailand als Korrepetitor engagiert, seit 2000 ist er in derselben Funktion am Opernhaus Zürich tätig. Als Gast arbeitete er an so renommierten musikalischen Institutionen wie dem Rossini Festival Pesaro, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Teatro Real Madrid, dem Edinburgh Festival, dem Cleveland Orchestra, den Salzburger Festspielen und dem Lucerne Festival. Dabei arbeitete er mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Chailly, Christoph Eschenbach, Daniele Gatti, Daniel Harding, Franz Welser-Möst, Nello Santi und Marcello Viotti zusammen. Rezitals gab er mit Sängerinnen und Sängern wie Elena Moşuc, Barbara Frittoli, Javier Camarena, Massimo Cavalletti, Carlo Colombara und José Cura.

Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026

Robert Pickup

Der Klarinettist Robert Pickup wurde in Grossbritannien geboren und übersiedelte im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern nach Südafrika. Dort studierte er Klarinette bei Herbert Klein und Mario Trinchero und erwarb neben dem Klarinettendiplom auch den „Bachelor of Music“ (Musikwissenschaft) an der Universität von Südafrika. Er war stellvertretender Solo-Klarinettist des Sinfonieorchesters der South African Broadcasting Corporation und Tenor im SABC Kammerchor und trat 1994 als Klarinettist und Sänger bei Nelson Mandelas Einführung auf. Weitere Studien führten ihn zu Thomas Friedli nach Genf, wo ihm 1998 am Conservatoire de Musique ein erster Preis und das Solisten-Diplom verliehen wurden. Er ist mehrfacher Preisträger von Musikwettbewerben und gewann 1995 den Young Artist Award der International Clarinet Society und 1997 den ersten Preis im Swiss Concours National d’Exécution Musicale. Robert Pickup war stellvertretender Solo-Klarinettist des Brabants Orkest Eindhoven, bevor er 1999 als Solo-Klarinettist ins Orchester der Oper Zürich engagiert wurde. Als Gast hat er u.a. mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Koninklijk Concertgebouworkest, Chamber Orchestra of Europe und dem Concentus Musicus Wien gespielt. Seit 2020 ist Robert Pickup Professor für Klarinette an der Hochschule Luzern.

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026

Chor der Oper Zürich

Der Chor der Oper Zürich bildet mit seinen 60 festangestellten Mitgliedern und der Mitwirkung von bis zu 160 Vorstellungen pro Saison einen wesentlichen Eckpfeiler des künstlerischen Ensembles am Opernhaus Zürich. Er vereinigt unter dem Dach des traditionsreichsten schweizerischen Opernhauses Sängerinnen und Sänger auf höchstem professionellen Niveau, deren musikalische und stilistische Versiertheit sich mit darstellerischer Gestaltungskraft und spontaner Spielfreude verbinden. Regelmässig stellen seine Mitglieder auch als Solisten ihr künstlerisches Format unter Beweis. Der Chor spiegelt in seiner internationalen Zusammensetzung den Anspruch und die Strahlkraft der Oper Zürich wieder, die sich durch zahlreiche DVD-Aufnahmen erwiesen haben und 2104 mit dem Preis der «Opera Company of the Year» ausgezeichnet wurden. Wichtige musikalische Impulse erhielten die Chormitglieder durch die Arbeit mit Dirigenten wie Nello Santi, Nikolaus Harnoncourt, Franz Welser-Möst, Bernard Haitink, Riccardo Chailly, Valery Gergiev, Daniele Gatti, Zubin Mehta und Fabio Luisi. Ihre schauspielerischen Fähigkeiten entwickelten sie im Dialog mit Regisseuren wie David Pountney, Robert Wilson, Harry Kupfer, Peter Stein, Peter Konwitschny oder Andreas Homoki. Gastspiele führten den Chor nach Tokio (Der Rosenkavalier und La traviata), London (Die Meistersinger von Nürnberg, Tannhäuser, Der fliegende Holländer), Paris (La cenerentola, Fierrabras), Athen (Carmen, Idomeneo) oder nach Rom, wo er anässlich einer Papstmesse zur Feier des 500-jährigen Bestehens der Schweizer Garde Mozarts Krönungsmesse aufführte. Als «International Chamber Vocalists» wirkte der Chor der Oper Zürich in der 2014 mit einem Echo-Preis ausgezeichneten Neueinspielung von Vincenzo Bellinis Norma mit.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Europa-Tournee 2026 «Messa da Requiem»22 / 23 / 25 / 26 / 29 / 31 März 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 L'elisir d'amore25 / 27 / 29 Apr. / 2 / 6 / 9 / 12 / 14 / 17 / 21 Mai 2027 Requiem pour Ophélie4 / 7 / 9 Mai 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027

Orchestra La Scintilla

Die Pflege der historischen Aufführungspraxis hat am Opern­haus Zürich seit dem Monteverdi-Zyklus in den 1970er Jahren Tradition. Bei der folgenden Reihe der Mozart-Opern mit dem Lei­tungs­­­team Harnoncourt/Ponnelle wurde weiter Pio­nierarbeit geleistet, und die Musikerinnen und Musiker passten ihre Spieltechnik den neue­sten Erkenntnissen der historischen Aufführungspraxis an. 1996 formierte sich aus dem Orchester der Oper ein eigenständiges Ensemble von erstklassigen spezialisierten MusikerInnen, das sich einen hervorragenden Ruf erwerben konnte. Der Funke der Begeisterung an neuer «Alter Musik» gab dem Ensemble seinen Namen: La Scintilla – der Funke. Aufführungen mit Koryphäen des Faches wie Nikolaus Har­non­court (u.a. Il ritorno d’Ulisse in patria, Idomeneo), William Christie (u.a. Orphée et Euridice, Les Indes galantes, Orlando), Mark Minkowski (Les Boréades, Giulio Cesare), Reinhard Goebel und Giuliano Carmignola gerieten so erfolgreich, dass das Opernhaus Zürich alle barocken und fast alle aus der klassischen Zeit stammenden Opern von seiner Barockforma­tion La Scintilla spielen liess und lässt. Ausserdem konzertiert das Orchestra La Scintilla der Oper Zürich mit namhaften Solisten – Instrumentalisten wie Sängern – und tritt unter der Leitung von Ada Pesch regelmässig in den gros­­sen Konzertsälen Europas wie der Londoner Royal Festival Hall, dem Concertgebouw Am­sterdam, der Philharmonie Berlin und dem KKL Luzern auf. Äusserst erfolgreich begleitete das Orchester Cecilia Bartoli auf mehrwöchigen Konzertreisen in Nordamerika und Europa (u.a. in der Carnegie Hall).

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 2. Konzert La Scintilla15 Dez. 2025 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 3. Konzert La Scintilla18 Mai 2026 Bezuidenhout & Minasi15 März 2026 Aci, Galatea e Polifemo20 / 29 März 2026 Johannes-Passion24 März 2026 1. Konzert La Scintilla19 Okt. 2026 2. Konzert La Scintilla21 Dez. 2026 Rinaldo14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 3. Konzert La Scintilla26 Apr. 2027 c-Moll-Messe17 März 2027 Gringolts & Corti & Fischer11 Juli 2027

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 / 2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Rinaldo14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 Tannhäuser26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026

Kurzgefasst

Ein Putschversuch und der beste Freund ein Verschwörer – doch Tito will lieber auf sein Herrscheramt verzichten, als seine Macht auf Furcht und Schrecken zu gründen. «La clemenza di Tito» ist ein Werk, das die zeitlosen Fragen nach dem Umgang mit der Macht stellt, nach Schuld und Verzeihen. Wolfgang Amadeus Mozarts späte Opera seria enthält einige seiner schönsten Arien und Ensembles. Dirigent Marc Minkowski kehrt mit dieser Neuproduktion zurück ans Opernhaus Zürich, ebenso der italienische Regisseur Damiano Michieletto.

Mehr lesen Weniger anzeigen

Fotogalerie «La clemenza di Tito»


Gut zu wissen

Synopsis

Entdecken Sie das Kernstück jeder Geschichte: Unsere Synopsen geben Orientierung zur Handlung des Stückes und Konflikten, die seine Charakteren bewegen.

1. Akt

Vitellia, Tochter des getöteten Imperators Vitellius, trägt sich mit Racheplänen. Sesto, der sie leidenschaftlich liebt, soll einen Anschlag auf den neuen römischen Machthaber Tito ausführen, dessen Vater Vitellius töten liess. Doch noch ist alles in der Schwebe. Vitellia wirft Sesto vor, sie mit der Umsetzung des Planes hinzuhalten. Tatsächlich ist Sesto seinem Gönner und Förderer Tito durch tiefe Freundschaft verbunden. Sesto errät den wahren Grund von Vitellias Zorn: Vitellia ist eifersüchtig, weil Tito mit Berenice eine andere Frau heiraten will. Als Vitellia droht, Sesto ihre Liebe zu entziehen, lenkt Sesto ein. Er verspricht auszuführen, was immer Vitellia von ihm verlangt.

Da erscheint Sestos Freund Annio und teilt den beiden mit, dass sich Tito von Berenice, die Ausländerin ist und dem Senat missfiel, getrennt habe. Vitellia schöpft neue Hoffnung und weist Sesto an, nichts Weiteres zu unternehmen. Sestos Verdacht, nur ihr Instrument zu sein, kann Vitellia gekonnt entkräften.

Annio liebt Sestos Schwester Servilia und bittet ihn, sich bei Tito für eine Heirat einzusetzen. Als Annio und Sesto vor Tito erscheinen, kommt ihnen Tito zuvor: Im Sinne der Öffentlichkeit und als Zeichen seiner Verbundenheit zu Sesto eröffnet er ihnen, Servilia heiraten zu wollen. Sesto ist beschämt. Der erschütterte Annio traut sich nicht, dem Machthaber zu widersprechen und bei dessen Plänen im Wege zu stehen. Als jedoch Servilia von den Hochzeitsplänen erfährt, will sie nichts davon wissen. Sie sucht Tito auf und bekennt sich zu Annio. Tito ist hocherfreut, endlich einen ehrlichen Menschen in seinem Umfeld anzutreffen und verzichtet auf seinen Anspruch.

Vitellia ahnt von den jüngsten Entwicklungen noch nichts und hält Servilia für die neue Rivalin. Sie fühlt sich erneut von Tito gedemütigt und zur Bedeutungslosigkeit verurteilt. Vitellia drängt Sesto, dem sie Feigheit vorwirft, endlich das Kapitol in Brand zu setzen und Tito zu ermorden. Als Vitellia jedoch von Annio und Titos engstem Mitarbeiter Publio erfährt, dass sie selbst Titos neue Auserwählte ist, ist es zu spät: Der Aufruhr hat begonnen, Vitellia kann Sesto nicht mehr zurückrufen. Als sie wenig später auf Sesto trifft, verkündigt er ihr verstört die Ermordung Titos. Im letzten Moment kann Vitellia, deren Hauptsorge ihr eigenes Schicksal ist, ihn davon abhalten, sich als Täter zu stellen. Rom beklagt den Tod des Imperators.

 

2. Akt

Annio teilt dem ungläubigen Sesto mit, dass der Mordanschlag auf einen anderen verübt worden sei und Tito unversehrt geblieben sei. Sesto, der von seinem schlechten Gewissen gequält wird, gesteht Annio, der Hauptschuldige des Aufruhrs gewesen zu sein. Annio möchte Sesto davon abhalten, zu fliehen und überredet ihn, Tito seine Schuld zu bekennen, um guten Willen zu zeigen. Vitellia hingegen drängt Sesto zur Flucht, da sie glaubt, dass Sesto sie verraten werde. Da erscheint Publio und lässt Sesto verhaften, auf den bereits ein schwerer Verdacht gefallen ist.

Tito wartet ungeduldig auf das Ergebnis von Sestos Verhör im Senat. Er kann es nicht glauben, von seinem Freund verraten worden zu sein. Publio ermahnt Tito, nicht zu vertrauensselig zu sein. Kurz darauf teilt Publio das Ergebnis der Untersuchung im Senat mit: Sesto hat gestanden und wird zum Tode verurteilt. Nun fehlt nur noch Titos Unterschrift. Annio, der Publios Nachricht gehört hat, bittet Tito um die Begnadigung seines Freundes. Obwohl Tito zutiefst enttäuscht ist, will er Sesto noch einmal unter vier Augen anhören. Doch Sesto, der Vitellia nicht verraten möchte, gibt ihm keine weiteren Anhaltspunkte für sein Motiv. Er betont einzig seine Schuld und dass er unter dem Bruch ihrer Freundschaft leide. Wütend lässt Tito Sesto zur Hinrichtung abführen. Kaum allein, ringt Tito mit seinem Gewissen: Soll er seiner Politik der Milde treu sein und einen Freund schützen oder kaltblütig ausführen, was die Gesetze bei Staatsverrat verlangen? Annio und Servilia versuchen Vitellia verzweifelt zu überreden,  sich als Titos neue Braut für Sesto einzusetzen. Vitellia spürt allmählich, dass sie im Falle von Sestos Tod für immer schuldbeladen wäre. Auch die Aussicht auf eine Heirat mit Tito hinterlässt in ihr ein schales Gefühl. Sie entscheidet, Tito alles zu gestehen.

Die Römer warten auf die öffentliche Hinrichtung Sestos. Als Tito das Urteil über Sesto verkündigen möchte, unterbricht ihn Vitellia mit dem Geständnis, Sesto zum Mordanschlag angestiftet zu haben. Tito, der sich von allen verraten fühlt, zeigt trotzdem Milde: Er spricht Vitellia frei und begnadigt auch Sesto.

Pene Pati im Porträt

Der Tenor Pene Pati macht gerade eine Weltkarriere. Als Kind kam er aus Samoa nach Neuseeland. Zum Gesang fand er über den Schulchor, der die Bedingung dafür war, in der Rugbymannschaft zu spielen. Jetzt gastiert Pene Pati zum ersten Mal am Opernhaus Zürich, wo er als Mozarts Herrscher Tito zu erleben ist. Volker Hagedorn hat mit dem sympathischen Sänger gesprochen.

Manche Gespräche sind so gut, dass man irgendwann auch verrückte Fragen stellen kann. Und das tue ich eine knappe halbe Stunde, nachdem ein bestens gelaunter 38-jähriger in einer Airbnb-Wohnung irgendwo in Zürich sein Smartphone fürs Zoomtreffen auf den Tisch gestellt hat, ein breitschultriger, bärtiger Typ im weissen T-Shirt, mit kurzen schwarzen Haaren und breitem Lächeln – Pene Pati, der Titelheld in der neuen Produktion von «La clemenza di Tito». So richtig begann seine Tenorkarriere, als er vor neun Jahren an der San Francisco Opera den Duca in Verdis «Rigoletto» sang, und darum wage ich die «funny question»: Wie klingt «La donna è mobile» auf Samoanisch? Pene Pati reagiert mit einer Mischung aus Lachanfall und Nachdenkpause, blickt versonnen an die Decke und sagt dann: «Le fafine e fa’apea… That’s what I would say. Le fafine e fa’apea.» Wirft sich zurück in den Stuhl, die Arme über der Brust verschränkt, und lacht wieder unbändig. «Auf Samoanisch, darauf bin ich noch nie gekommen! That’s kind of funny. Ja, die Klänge der Vokale im Samoanischen und Italienischen sind genau dieselben, das macht es mir leicht, auf Italienisch zu singen.» Aber natürlich liegt es nicht nur daran, dass Pene Pati als erster von allen, die je im winzigen Inselstaat Samoa im Pazifik zur Welt kamen, seit knapp einem Jahrzehnt die internationale Opernwelt erobert.

Nervt es ihn nicht, dass Journalist:innen ihn eben nicht nur als Tenor befragen, sondern auch als Tenor aus Samoa? «Nein, ich finde, auf die Art lässt sich auch ganz gut erfahren, was es jenseits von Europa und Amerika noch gibt. Wie um alles in der Welt kommt ein Samoaner zur Oper? Diese Frage stelle ich mir ja selbst. Ich finde sie rather opening.» Es spiele dabei auch eine Rolle, «dass der polynesische Gesang, ob Samoanisch oder Maori, ein sehr offenes, vollstimmiges Singen mit dem ganzen Körper ist. Das ist der Oper nicht fern, auch wenn die Harmonik sehr, sehr einfach ist und wir überhaupt keine Streichinstrumente benutzen. Und auch bei uns geht es um das story telling.»

Zuallererst ist Pene, als Kind noch, von seiner Geburtsstadt Apia auf der östlichen der beiden grösseren Inseln von Samoa nach Neuseeland gekommen, weil in Auckland sein Vater die Leitung eines Altenheims übernahm. Und zur Freude der Bewohner seine Kinder dazu brachte, jeden Freitag für sie zu singen. «Mein jüngerer Bruder, ich und unsere beiden älteren Schwestern, wir machten das etwa fünfzehn Jahre lang. Bis ich neunzehn war.» Zu der Zeit war Penes Stimme schon im Schulchor aufgefallen, in den er allerdings nur ging, weil das die Bedingung war, um auch in der Rugbymannschaft mitzuspielen. «Der Chorleiter hat meine Stimme entdeckt. Und mit 20, 21 Jahren dachte ich, vielleicht sollte ich versuchen, aus dieser Stimme etwas zu machen.»

Etwa zu der Zeit erlebte er seine erste Oper auf der Bühne – die gerade erst gegründete New Zealand Opera zeigte in Auckland «La bohème». «Ich kann mich nicht an die Sänger erinnern, nicht an die Inszenierung, nicht mal an die Musik – wobei ich die inzwischen ja gut kenne. Das einzige, woran ich mich erinnere, ist, wie ich aus dem Theater kam. Ich war so berührt. Ich weinte und verstand das nicht, denn ich war ja Rugbyspieler. Ich war ein starker Mann, der nicht weint. Und dann sagte ich mir: I want to do this. I want to do this.»

Was nicht so einfach ist, wenn keine richtigen Gesangslehrer in der Nähe sind. Pene studierte an der Auckland University erstmal Informatik, sang im Universitätschor mit und traf auf sein erstes Vorbild – Luciano Pavarotti. Auf Youtube. «Youtube hatte gerade erst begonnen, 2005. Ich zoomte an Pavarottis Gesicht heran: Was tut er? Ich habe sehr gute Ohren und fragte mich, wie schafft er es, so die Stimmregister zu verbinden, ohne dass es schwierig aussieht?» Pene modelliert mit der Hand das Auf und Ab einer Stimme. «Also begann ich, seine Technik zu imitieren. Ich war auch wirklich angetan von vielen seiner Auftritte. Er war ja nicht der beste aller Schauspieler, bei seiner Grösse hatte er auch keine Wahl. Die Stimme war emotional, nicht der Körper. Das hat mich gepackt, denn so ein Typ bin ich auch.»

«Der polynesische Gesang, ob Samoanisch oder Maori, ist ein sehr offenes, vollstimmiges Singen mit dem ganzen Körper. Das ist der Oper nicht fern.»

Als Pene 23 Jahre alt war, nahm er an einem Sängerwettstreit in Neuseeland teil, gewann ihn, kam dadurch zu einem weiteren Wettbewerb in Australien, wurde wieder Erster und lernte Kiri Te Kanawa kennen, «das Rollenmodell für alle Sänger:innen aus Neuseeland». Sie empfahl ihn an die Gesangsakademie im walisischen Cardiff zu Dennis O’Neill. «Das Geld für die Reise hatte ich durch den Wettbewerb.» Um das weitere Studium zu finanzieren, gründete er mit seinem Bruder Amitai und einem Cousin – ebenfalls beide auf dem Weg zum Opernprofi – ein Crossover-Trio, «Sol3Mio», das ungeheuer erfolgreich war. «Unser erstes Album war das meistverkaufte in der Geschichte Neuseelands!»

Es liegt also wirklich nicht nur an der Ähnlichkeit der Vokale im Samoanischen und Italienischen, dass hier ein Hochbegabter vom – europäisch gesehen! – Rand des Universums auf die Bühnen in dessen Mitte zusteuerte. Es ist eine Menge Entschlossenheit und Unerschrockenheit dabei, wie sie auch Penes Agentin erlebte. Shirley Thomson hatte ihn an der Akademie in Cardiff singen gehört und keineswegs gleich die Unterstützung der Agentur Harrison Parrott angeboten, sondern nur Tipps gegeben. «Zwei Jahre später bin ich unangemeldet in ihrem Büro erschienen und habe gesagt, ich bin so weit, wir können unterschreiben. Sie war schockiert, so macht das ja keiner.» Er lacht.

Shirley managt ihn noch heute. Sie hatte ihm auch geraten, Stipendiat in San Francisco zu werden – was zu seinem fulminanten und folgenreichen Debüt im «Rigoletto» führte. Sieben Jahre lebte er dort mit seiner Frau, der Sopranistin Amina Edris. Inzwischen sind sie nach Paris gezogen. San Francisco, meint er, sei eine vibrierende Stadt gewesen – bis zur Pandemie. Doch von der Krise infolge der Lockdowns habe sich der Ort noch nicht wieder erholt. Wie ging es ihm selbst in der Zeit der entleerten Bühnen und Säle? «Darüber habe ich noch nie richtig gesprochen. Meine Frau, mein Bruder und ich waren gerade erst aufgefallen als Newcomer. Dann schlug Covid zu – aber wir waren gerade in Neuseeland. Die Insel wurde vom Rest der Welt total abgekoppelt, aber dafür konnte man sich dort frei bewegen, die Theater spielten, also haben wir da gesungen. Als dann die Opernhäuser in der Welt neu starteten, wollten sie natürlich erstmal die grossen Stars, Kaufmann, Netrebko, aber sie wollten auch die Newcomer, die schon einen gewissen Namen hatten, wie wir. Wir hatten unfassbares Glück.» Für ihn wurde Paris zum Zentrum seiner Arbeit, und dort hat ihn vor Kurzem eine Partie so mitgenommen wie selten zuvor. «Ich sang Werther an der Opéra comique, es war so berührend und real. Ted Huffman hat das so wahrhaftig inszeniert. Das war kein Schauspiel mehr. Es war, als erlebte man das Leben eines Menschen aus nächster Nähe mit. Ich konnte das einen Monat lang nicht abschütteln und fand kaum in meine nächste Rolle hinein.»

Und wie geht es ihm in Zürich mit Mozarts Tito? Auf den ersten Blick ist dieser Kaiser ja nicht die aufregendste Gestalt – ein Wunder an Gutwilligkeit, Geduld und Nachsicht mit Verrätern. «Er kann langweilig sein, aber wenn man in die Nuancen hineingeht, wird er komplex. Was ich in Damianos Konzept mag, ist, dass Tito nicht unbedingt ein guter Mensch ist, sondern die Milde einsetzt, um seine Macht zu behalten. Wie kriege ich das hin, fragt er sich, ohne dass mich jemand zu töten versucht? Auch an der Spitze geht es nicht ohne Diplomatie.»

«In Damianos Konzept ist Tito nicht unbedingt ein guter Mensch, sondern er setzt Milde ein, um seine Macht zu behalten.»

Pene geht nicht mit festen Vorstellungen an so eine Rolle heran, «ich versuche zumindest, nah an das heranzukommen, was die Regisseure wollen. Und dann versuche ich, mich zu dieser Figur zu machen, nicht umgekehrt. Das Stück heisst ja nicht La clemenza di Pene Pati.» Und doch wird viel von ihm in Mozarts nicht nur mildem Herrscher Tito stecken. «Ich komme von einer kleinen Insel, die nichts von Opern weiss. Ich singe Tito so, wie ich fühle. Ich kann nicht sagen, ja, das Stück hat schon mein Opa im Radio gehört. Jemand wie ich blickt anders auf die Opernwelt als die Leute, die damit aufgewachsen sind.»

Das wird auch deutlich, als ich ihn auf den jüngsten Aufreger in der Opernwelt anspreche, den Oscar-Aspiranten Timothée Chalamet, der in einem Interview meinte, Ballett und Oper interessierten keinen mehr. «Er ist jung, und was er sagte, hat er wahrscheinlich schon bereut. Ich glaube, dahinter steckte sein Eindruck, dass er nicht dazugehört, weil die Opernpuristen unter sich bleiben wollen. Gegen dieses Stereotyp gehe ich an, weil ich ja auch nicht zur operatic community gehöre.»Die Ironie an der ganzen Sache sei, findet Pene, «dass die Filmindustrie, zu der Chalamet gehört, wahrscheinlich zuallererst in trouble gerät durch das, was Künstliche Intelligenz ermöglicht. Man kann inzwischen einen ganzen Film ohne Schauspieler drehen. Jeder Filmschauspieler ist in grösserer Gefahr als Ballett und Oper. Wenn es so weitergeht, werden diese Metiers sogar immer notwendiger. Wir wollen ja etwas sehen, das von Menschen gemacht wird und live ist und ganz sicher nicht KI. Der einzige Weg, etwas Authentisches zu finden, ist also, echte menschliche Emotion auf der Bühne zu erleben! Wir könnten sagen, uns geht’s gut, wir sterben nicht aus, wir leben schon seit hunderten von Jahren - aber wir hätten gern mehr Unterstützung.»

Damiano Michieletto inszeniert «La clemenza di Tito»

Wie geht gutes Regieren? Welche Auswirkungen hat das Private auf die grosse Politik? Die Fragen, die in Mozarts «La clemenza di Tito» gestellt werden, sind zeitlos. Regisseur Damiano Michieletto erläutert im Gespräch seine Sicht auf das Werk und Mozarts Figuren.

Damiano Michieletto, «La clemenza di Tito» wird im Vergleich zu Mozarts «Die Zauberflöte», die zeitgleich entstanden ist, seltener gespielt. Bis heute hält sich das Vorurteil, die «Clemenza»-Figuren seien wegen Mozarts Rückgriff auf die Opera seria eindimensional gezeichnet, die Handlung konfliktarm. Ist da etwas dran?

Überhaupt nicht. Dieser Blick ist schon allein deshalb falsch, weil «La clemenza di Tito» auf der römischen Historie basiert. Und die ist bekanntlich voller Konflikte – sowohl politischer als auch privater Natur. Mozarts Charaktere sind, wie könnte es anders sein in der vorletzten Oper von Mozart, alles andere als eindimensionale Opera-seria-Figuren, sondern echte Menschen. Es geht vielleicht nicht um die grossen Effekte, dafür aber um intensive innere Prozesse. Mozart behandelt die Form der Opera seria vollkommen frei und unkonventionell. Und auch wenn die Oper auf einem fast 40 Jahre alten Libretto von Metastasio basiert, das zur Zeit Mozarts bereits x-mal vertont wurde, hat der von Mozart und seinem Librettisten Caterino Mazzolà umgearbeitete Text die dramatischen Qualitäten eines Theaterstücks.

Im Zentrum der Oper steht der Herrscher Tito, gegen den ein Komplott geschmiedet wird, in das auch sein bester Freund involviert ist. Tito schwankt, doch am Ende verzeiht er allen. Ist «La clemenza di Tito» ein politisches Werk?

Für mich ist diese Oper vor allem eine Geschichte über Beziehungen und darüber, wie Menschen sich gegenseitig beeinflussen und benutzen. Alles hängt miteinander zusammen. Derjenige, der Macht ausübt, ist genauso abhängig von dem, auf den Macht ausgeübt wird. Die Figuren sind verbunden durch ein Netz von Loyalität, Freundschaft und Verrat. Man kann diese Oper auf verschiedene Arten inszenieren – in einer eher symbolischen Lesart oder sich auf die Figuren konzentrieren. Ich persönlich bevorzuge einen psychologischen Ansatz: Mich interessieren die inneren Konflikte und die emotionalen Hintergründe der Figuren. Die Handlung lässt sich problemlos in die Gegenwart übertragen. Es geht um Gefühle und tief menschliche Erfahrungen. Bereits in der ersten Szene wird man mit Vitellia und Sesto in eine intensive, hochemotional aufgeladene Situation hineingeworfen: ein Paar, das sich streitet.

Die Oper beginnt sogar mit einem Ereignis, das noch vor der eigentlichen Handlung stattgefunden hat. Vitellia behauptet, dass man ihr den Thron geraubt habe...

Diese Geschichte steht in einer langen Tradition politischer Gewalt. Vitellius, der Vater von Vitellia, war einer der vier Kaiser des sogenannten «Vierkaiserjahres». Gegen ihn erhob sich Widerstand, Titos Vater und Tito selbst waren darin involviert. Vitellius wurde gefoltert, öffentlich gedemütigt und brutal getötet, genau wie Julius Cäsar, als er auf dem Höhepunkt seiner Macht war. Das alles führt zu einer Welt, in der Vertrauen kaum möglich ist, in eine Atmosphäre permanenter Alarmbereitschaft. Für Vitellia muss der demütigende Tod des Vaters eine traumatische Erfahrung gewesen sein. Vitellia ist getrieben von ihrem Schmerz, den sie nach aussen projiziert. Sie will Rache und will den Thron, der ihr ihrer Meinung nach zusteht. Andererseits wird angedeutet, dass zwischen ihr und Tito etwas war, oder zumindest schwebte diese Möglichkeit im Raum. Tito hat sich jedoch mit Berenice für eine andere Frau entschieden, die er aufgrund des politischen Drucks wieder verliess – das aber weiss Vitellia zunächst nicht. Sie ist wie ein verletztes Raubtier, ihre Eifersucht und ihr Machtstreben ein explosiver Cocktail.

Vitellia agiert nicht alleine. Sie hat eine Beziehung mit Sesto, einem rätselhaften, in sich gekehrten Charakter. Wie stehen die beiden zueinander?

Vitellia manipuliert Sesto, der ihr völlig hörig ist. Sie weiss, dass er Tito und damit der Macht sehr nah steht und nutzt das gezielt aus. Solche Dynamiken kennt man auch aus der Realität: Menschen in Machtpositionen werden ja nicht selten von Akteuren im Hintergrund beeinflusst. Die Beziehung zwischen Vitellia und Sesto ist, modern gesprochen, zutiefst toxisch. Man könnte fast von einer Konstellation aus narzisstischer und co-narzisstischer Abhängigkeit sprechen. Aus dieser schwierigen Beziehung heraus resultieren sämtliche Ereignisse der Handlung. Vitellia bringt Sesto dazu, zum Attentäter an seinem Freund und Wohltäter Tito zu werden. Man kann beobachten, wie Sesto in seiner Abhängigkeit zu Vitellia zunehmend seine Identität und sein Selbstvertrauen verliert. Irgendwann ist er sogar bereit, für sie zu sterben, um sie nicht zu verraten. Damit ist ein menschlicher Tiefpunkt in dieser Oper erreicht.

Das erinnert an eine ähnlich tragische Situation in Mozarts früherer Opera seria «Idomeneo»: Dort ist Idamante an einem bestimmten Punkt bereit, für seinen Vater in den Tod zu gehen. Im letzten Moment greift eine unbekannte Stimme von aussen ein und eröffnet allen einen Ausweg. In «La Clemenza» hingegen wird die Situation von Vitellia schliesslich selbst aufgelöst. Sie gesteht Tito, dass sie hinter dem Mordkomplott steht. Wie bewertest du ihr Einschreiten?

Vitellia handelt hier wirklich aus eigener Einsicht. Dass Sesto für sie bereit ist, die Todesstrafe auf sich zu nehmen, ohne sie verraten zu haben, berührt sie offensichtlich zutiefst. Zum ersten Mal benutzt sie explizit das Wort «Liebe». Vitellia geht hart mit sich selbst ins Gericht und erkennt, dass sie nach Sestos Tod Schuld empfinden würde und mit dieser Schuld nicht leben könnte. Ihr Handeln ist erstaunlich, denn zu diesem Zeitpunkt hat sie eigentlich alles erreicht: Sie wird die Frau des Herrschers und hätte Macht, Status und Sicherheit. Niemand würde ihre Schuld aufdecken. Gerade deshalb ist ihr Geständnis Tito gegenüber so bedeutend. Vielleicht ist das ihre Art der «Clemenza». Wir wissen nicht genau, was passiert wäre, hätte sich Vitellia nicht als Drahtzieherin zu erkennen gegeben. Vielleicht hätte Tito Sesto vergeben, vielleicht auch nicht. Vitellia übernimmt Verantwortung, auch wenn sie weiss, dass sie dadurch alles verliert.

Eine ganz andere Beziehung als Vitellia und Sesto führen Annio – ein Freund Sestos – und Sestos Schwester Servilia. Das zeigen allein schon ihre Duette und Arien, die zwar immer sehr kurz sind, aber unendlich zart und anrührend klingen.

Annio und Servilia sind die helle Farbe, die Insel in diesem Stück, sie sind zutiefst ehrlich, ganz bei sich und ihrer Liebe. Servilia ist sogar so selbstbewusst und ihre Liebe zu Annio so stark, dass sie sich dem Kaiser Tito widersetzt, als dieser sie zu seiner Frau nehmen möchte. Tito wird nicht wütend auf sie, sondern ist ihr dankbar dafür, endlich einen ehrlichen Menschen in seinem Umfeld anzutreffen. Servilia ist es auch, die Vitellia als einzige den Spiegel vorhält. Sie sagt Vitellia ganz direkt, dass es auch eine Form der Grausamkeit darstellen kann, in Bezug auf Sestos Todesurteil nicht zu handeln.

Tito wird von Sesto als fürsorglicher Herrscher beschrieben. Tito selbst inszeniert sich als Führungspersönlichkeit, die lieber Geld für die notleidende Bevölkerung spendet, als ein von Steuern finanziertes Denkmal für sich zu errichten. Seine Herrschaft soll nicht grausam sein und nicht auf Angst gründen. Heute, im Zeitalter einer neuen Härte, möchte man das doch auch den aktuellen Machthabern entgegenschleudern: Seid milde, gütig und grosszügig zueinander!

Das ist ohne Frage der Appell, den dieses Stück an uns richtet, die Utopie, wenn man so will. Doch wie wir aus der Realpolitik wissen, kann selbst das Bemühen, immer das Richtige tun zu wollen, human und grosszügig zu sein, zuweilen zu Problemen führen. Es ist möglich, dass Entscheidungen kurzfristig gut, doch langfristig falsch sind und umgekehrt. Tito möchte den Menschen gefallen – er war derjenige, der das Kolosseum zur Unterhaltung des Volkes bauen liess. Er möchte die Dinge ruhig halten und Konflikte vermeiden. Titos vielgepriesene Milde kann auch eine Strategie, politisches Kalkül sein. Die Personen in seinem Umfeld können nie sicher sein, ob er wirklich konsequent milde regiert oder diese Milde nur situativ einsetzt, denn Milde bedeutet im Kontext dieser Oper, jemandem zu verzeihen, obwohl das Gesetz etwas anderes vorschreibt wie ein Todesurteil. Publio aus Titos engstem Umfeld deutet seinen Regierungsstil jedenfalls zunehmend als Schwäche, die Rom Zerstörung bringt. Man muss sich zudem fragen: Wie kommt jemand zu einer Machtposition? Ist es überhaupt möglich, ohne Schuld zu regieren? Der historische Tito jedenfalls hat Blut an den Händen, durch die Ermordung von Vitellias Vater oder als Oberbefehlshaber im Jüdischen Krieg, den er vor seiner Regierungszeit geführt hat.

Tito handelte auch gegen das eigene Herz, indem er sich von seiner eigentlichen Liebe, Berenice, getrennt hat. Er unterwirft sich damit dem Senat Roms, der keine Ausländerin duldet. Was macht das mit Tito?

Er wollte diese Frau wirklich haben, er hat sie nach Rom gebracht, wollte sie heiraten. Er musste damit abschliessen, um die Erwartungen der Menschen an ihn als Herrscher zu erfüllen. Ob Tito nun Servilia oder Vitellia heiratet, macht für ihn keinen Unterschied mehr, denn es geht nicht mehr um Liebe. Innerlich ist er sicher zutiefst zerrüttet. Tito lebt in einer unentwegten Spannung zwischen seiner öffentlichen Rolle, die er als grosse Last empfindet, und seinen privaten Emotionen. Tito versucht, anstelle der Liebe das Konzept der Freundschaft zu setzen. Doch für eine Führungsperson ist das nie unproblematisch. Es macht ihn verwundbar – umso mehr, als ihn sein engster Freund, zu dem er wirklich so etwas wie Liebe empfand, verrät und Tito lange nicht weiss, warum. Dementsprechend hadert er mit seinem Urteil Sesto gegenüber. Er ist hin- und hergerissen zwischen der Stimme seines Herzens und der Stimme, die ihm seine offizielle Position als Herrscher eingibt. Tito ist sehr einsam.

Wo stehen die Figuren am Ende der Oper?

Das Resultat ist ernüchternd. Sämtliche Figuren sind an den Abgrund ihrer selbst geraten. Nichts von dem, was sie begehrt haben, hat sich eingelöst. Titos Vergebung mag das Schlimmste verhindert haben, aber ein ungebrochenes Happy End gibt es nicht. Sesto wird sein Leben lang Schuldgefühle gegenüber Tito haben, und ich bezweifle, ob es zwischen Sesto und Vitellia je so etwas wie echte Liebe geben kann. Tito, der von seinem besten Freund verraten wurde, wird misstrauischer werden – wem könnte er jetzt noch glauben?

Das Gespräch führte Kathrin Brunner