Entdecken Sie das Kernstück jeder Geschichte: Unsere Synopsen geben Orientierung zur Handlung des Stückes und Konflikten, die seine Charakteren bewegen.
1. Akt
Vitellia, Tochter des getöteten Imperators Vitellius, trägt sich mit Racheplänen. Sesto, der sie leidenschaftlich liebt, soll einen Anschlag auf den neuen römischen Machthaber Tito ausführen, dessen Vater Vitellius töten liess. Doch noch ist alles in der Schwebe. Vitellia wirft Sesto vor, sie mit der Umsetzung des Planes hinzuhalten. Tatsächlich ist Sesto seinem Gönner und Förderer Tito durch tiefe Freundschaft verbunden. Sesto errät den wahren Grund von Vitellias Zorn: Vitellia ist eifersüchtig, weil Tito mit Berenice eine andere Frau heiraten will. Als Vitellia droht, Sesto ihre Liebe zu entziehen, lenkt Sesto ein. Er verspricht auszuführen, was immer Vitellia von ihm verlangt.
Da erscheint Sestos Freund Annio und teilt den beiden mit, dass sich Tito von Berenice, die Ausländerin ist und dem Senat missfiel, getrennt habe. Vitellia schöpft neue Hoffnung und weist Sesto an, nichts Weiteres zu unternehmen. Sestos Verdacht, nur ihr Instrument zu sein, kann Vitellia gekonnt entkräften.
Annio liebt Sestos Schwester Servilia und bittet ihn, sich bei Tito für eine Heirat einzusetzen. Als Annio und Sesto vor Tito erscheinen, kommt ihnen Tito zuvor: Im Sinne der Öffentlichkeit und als Zeichen seiner Verbundenheit zu Sesto eröffnet er ihnen, Servilia heiraten zu wollen. Sesto ist beschämt. Der erschütterte Annio traut sich nicht, dem Machthaber zu widersprechen und bei dessen Plänen im Wege zu stehen. Als jedoch Servilia von den Hochzeitsplänen erfährt, will sie nichts davon wissen. Sie sucht Tito auf und bekennt sich zu Annio. Tito ist hocherfreut, endlich einen ehrlichen Menschen in seinem Umfeld anzutreffen und verzichtet auf seinen Anspruch.
Vitellia ahnt von den jüngsten Entwicklungen noch nichts und hält Servilia für die neue Rivalin. Sie fühlt sich erneut von Tito gedemütigt und zur Bedeutungslosigkeit verurteilt. Vitellia drängt Sesto, dem sie Feigheit vorwirft, endlich das Kapitol in Brand zu setzen und Tito zu ermorden. Als Vitellia jedoch von Annio und Titos engstem Mitarbeiter Publio erfährt, dass sie selbst Titos neue Auserwählte ist, ist es zu spät: Der Aufruhr hat begonnen, Vitellia kann Sesto nicht mehr zurückrufen. Als sie wenig später auf Sesto trifft, verkündigt er ihr verstört die Ermordung Titos. Im letzten Moment kann Vitellia, deren Hauptsorge ihr eigenes Schicksal ist, ihn davon abhalten, sich als Täter zu stellen. Rom beklagt den Tod des Imperators.
2. Akt
Annio teilt dem ungläubigen Sesto mit, dass der Mordanschlag auf einen anderen verübt worden sei und Tito unversehrt geblieben sei. Sesto, der von seinem schlechten Gewissen gequält wird, gesteht Annio, der Hauptschuldige des Aufruhrs gewesen zu sein. Annio möchte Sesto davon abhalten, zu fliehen und überredet ihn, Tito seine Schuld zu bekennen, um guten Willen zu zeigen. Vitellia hingegen drängt Sesto zur Flucht, da sie glaubt, dass Sesto sie verraten werde. Da erscheint Publio und lässt Sesto verhaften, auf den bereits ein schwerer Verdacht gefallen ist.
Tito wartet ungeduldig auf das Ergebnis von Sestos Verhör im Senat. Er kann es nicht glauben, von seinem Freund verraten worden zu sein. Publio ermahnt Tito, nicht zu vertrauensselig zu sein. Kurz darauf teilt Publio das Ergebnis der Untersuchung im Senat mit: Sesto hat gestanden und wird zum Tode verurteilt. Nun fehlt nur noch Titos Unterschrift. Annio, der Publios Nachricht gehört hat, bittet Tito um die Begnadigung seines Freundes. Obwohl Tito zutiefst enttäuscht ist, will er Sesto noch einmal unter vier Augen anhören. Doch Sesto, der Vitellia nicht verraten möchte, gibt ihm keine weiteren Anhaltspunkte für sein Motiv. Er betont einzig seine Schuld und dass er unter dem Bruch ihrer Freundschaft leide. Wütend lässt Tito Sesto zur Hinrichtung abführen. Kaum allein, ringt Tito mit seinem Gewissen: Soll er seiner Politik der Milde treu sein und einen Freund schützen oder kaltblütig ausführen, was die Gesetze bei Staatsverrat verlangen? Annio und Servilia versuchen Vitellia verzweifelt zu überreden, sich als Titos neue Braut für Sesto einzusetzen. Vitellia spürt allmählich, dass sie im Falle von Sestos Tod für immer schuldbeladen wäre. Auch die Aussicht auf eine Heirat mit Tito hinterlässt in ihr ein schales Gefühl. Sie entscheidet, Tito alles zu gestehen.
Die Römer warten auf die öffentliche Hinrichtung Sestos. Als Tito das Urteil über Sesto verkündigen möchte, unterbricht ihn Vitellia mit dem Geständnis, Sesto zum Mordanschlag angestiftet zu haben. Tito, der sich von allen verraten fühlt, zeigt trotzdem Milde: Er spricht Vitellia frei und begnadigt auch Sesto.