Marco Armiliato studierte Klavier am Paganini-Konservatorium seiner Heimatstadt Genua und begann seine Dirigententätigkeit 1989 mit «L’elisir d’amore» in Lima (Peru). 1995 debütierte er mit «Il barbiere di Siviglia» am Teatro La Fenice in Venedig, ein Jahr darauf an der Wiener Staatsoper mit «Andrea Chénier» und an der San Francisco Opera mit «La bohème». Seither führte ihn seine Karriere weiter an die renommiertesten Opernhäuser, darunter die Bayerische Staatsoper München, die Deutsche Oper Berlin, das Royal Opera House Covent Garden, die Opéra National de Paris, das Teatro Real in Madrid, das Gran Teatre del Liceu in Barcelona, die Mailänder Scala und die Lyric Opera of Chicago. Bei den Salzburger Festspielen dirigierte er u. a. «Tosca» und «Andrea Chénier» sowie konzertante Aufführungen von «Manon Lescaut», «Lucrezia Borgia» und «I Capuleti e i Montecchi». 2022 war er Musikalischer Leiter des Festivals Arena di Verona. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Metropolitan Opera New York, wo er seit seinem Debüt 1998 fast 500 Aufführungen geleitet hat, darunter «Il trovatore», «La bohème», «Aida», «Turandot», «Rigoletto» und «Lucia di Lammermoor». Seine Einspielung «Verismo» (2009) mit Renée Fleming wurde mit einem Grammy Award und die Aufnahme «Romantic Arias» (2008) mit Jonas Kaufmann mit einem Diapason d’Or ausgezeichnet. An der Wiener Staatsoper, wo er seit 2019 Ehrenmitglied ist, leitete er bereits eine Vielzahl an Werken des italienischen und französischen Repertoires sowie Galas und Festkonzerte. Am Opernhaus Zürich dirigierte er in jüngerer Zeit «La traviata», «Otello», «La bohème», «Manon», «Simon Boccanegra», «La rondine», «Messa da Requiem» und «Tosca».
La bohème
Giacomo Puccini
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach Henri Murgers «Scènes de la vie de Bohème»
Von 8. März 2020 bis 29. März 2020
-
Dauer:
2 Std. 30 Min. Inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. -
Sprache:
In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. -
Weitere Informationen:
Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Marco Armiliato
Ole Anders Tandberg
Ole Anders Tandberg ist Norweger und gehört zu den profiliertesten Theater und Opernregisseuren Skandinaviens. Nach seiner Ausbildung an der Guildhall School of Music and Drama London, der School of Architecture in Oslo und dem Dramatic Institute in Stockholm machte er ab Mitte der 90erJahre zunächst mit Schauspielinszenierungen u.a. am Nationaltheater Oslo und am Royal Dramatic Theatre Stockholm auf sich aufmerksam. Er hat sich des klassischen Theaterrepertoires von Shakespeare über Ibsen bis hin zu Jon Fosse angenommen. Darüber hinaus adaptierte er zahlreiche Werke für die Bühne, darunter Fuglane von Tarjei Vesaas, Dämonen von Fjodor Dostojewski sowie den Roman Mein Kampf des Norwegers Karl Ove Knausgård, dessen dramatische Fassung er 2015 am Stockholmer Staatstheater zur Aufführung brachte. In den letzten Jahren hat sich Tandberg, der auch als Bühnenbildner tätig ist, zunehmend der Oper zugewandt: An der Oper Oslo inszenierte er Monteverdis L’incoronazione di Poppea und Il ritorno d’Ulisse in patria, Lady Macbeth von Mzensk sowie Rigoletto; an der Königlichen Oper Stockholm Prokofjews Der feurige Engel, Ravels L’Enfant et les sortilèges und die Mozart Opern Le nozze di Figaro, Così fan tutte, Don Giovanni, Die Zauberflöte, Candide und Die lustige Witwe. 2015 debütierte er mit seiner Produktion von Lady Macbeth von Mzensk an der Deutschen Oper Berlin, wohin er 2017 für Carmen und 2018 für Wozzeck zurückkehrte. Zuletzt inszenierte er 2022 Der fliegende Holländer an der Staatsoper in Prag.
Erlend Birkeland
Erlend Birkeland stammt aus Norwegen. Er studierte u.a. an der Kunstschule Kolding in Dänemark, an der Staatlichen Handwerks und Kunstindustrieschule Oslo und der norwegischen Staatlichen Kunstakademie. Noch während seiner Ausbildung entstand die Ausstattung von Dagen vender am Norwegischen Nationaltheater. Er vertrat Norwegen 1999 auf der Internationalen Quadriennale in Prag mit seinem Bühnenbild zu Fuglane. Mit Ole Anders Tandberg verbindet ihn eine langjährige künstlerische Partnerschaft. Mittlerweile hat Erlend Birkeland nahezu hundert Inszenierungen in Norwegen, Schweden und Dänemark ausgestattet, hauptsächlich für das Schauspiel, aber auch zunehmend für Oper und Musiktheater. 2010 war er an der Komischen Oper Berlin für das Bühnenbild von Händels Orlando verantwortlich. 2015 gestaltete er die Bühne für Lady Macbeth von Mzensk an der Deutschen Oper Berlin, La bohème am Opernhaus Zürich, Ibsens Peer Gynt und Klein Eyolf am Nationaltheater in Oslo sowie Ibsens Volksfeind, Die Regenschirme von Cherbourg (Jacques Demy) und Karl Ove Knausgårds Mein Kampf in Stockholm. Zuletzt entstanden die Bühnenbilder für Wozzeck an der Deutschen Oper Berlin, für Tosca an der Oper in Malmö und für Rigoletto an der Königlichen Oper Stockholm. Seit 2015 ist er Professor für Bühnenbild in Oslo.
Maria Geber
Maria Geber stammt aus Schweden. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Gerlesborgs Art School, dem San Francisco Art Institute und an der Beckmanns School of Design in Stockholm. Sie gehört seit langem zu den wichtigsten Kostümdesignerinnen Skandinaviens. Ihr Werk umfasst die Zusammenarbeit mit Choreografen und Regisseuren wie Mats Ek, Brigitta Egerbladh, Ole Anders Tandberg, Suzanne Osten, Etienne Glaser, Mattias Andersson, Rickard Günther, Linus Tunström und Sofia Jupiter (Salome, Die tote Stadt). Neben dem Kostümdesign entwirft sie auch Bühnenbilder. In langjähriger Zusammenarbeit mit Ole Anders Tandberg entstanden u.a. die Kostüme für Der feurige Engel, L’Enfant es les sortilèges, L’incoronazione di Poppea, Il ritorno d’Ulisse in patria, Le nozze di Figaro, Così fan tutte, Die Zauberflöte, Don Giovanni, Lady Macbeth von Mzensk, Rigoletto und Wozzeck. Sie arbeitete u.a. an der Deutschen Oper Berlin, der Königlichen Oper Stockholm und an der Norwegischen Oper in Oslo. Maria Geber lehrt als Assistenzprofessorin Kostümdesign an der Stockholm Academy of Dramatic Arts.
Franck Evin
Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u. a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u. a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieito und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Von 2012/13 bis 2024/25 arbeitete er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Neben seiner Tätigkeit in Zürich wirkte er weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.
Ernst Raffelsberger
Ernst Raffelsberger stammt aus Gmunden, Oberösterreich. Er studierte Musikpädagogik und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien sowie Chordirigieren am Salzburger Mozarteum. Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In dieser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tourneen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA. Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen). 1989 wechselte er als Chordirektor und Kapellmeister an das Theater in Freiburg/Breisgau. Seit Herbst 1993 ist Ernst Raffelsberger am Opernhaus Zürich als Chordirektor engagiert. Hier hat er inzwischen ca. 150 Premieren und unzählige Wiederaufnahmen betreut und mit vielen namhaften Dirigenten wie Marco Armiliato, Riccardo Chailly, Teodor Currentzis, Christoph von Dohnányi, Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Gianandrea Noseda und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet. Gastspiele mit dem Opernhaus Zürich führten ihn nach Wien, London, Paris und Tokio. Ab dem Sommer 2012 begann zusätzlich eine 10 Jahre dauernde Tätigkeit als Chordirektor der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor bei den Salzburger Festspielen. Hier kam es zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit u. a. mit Riccardo Muti, Mariss Jansons und Sir Simon Rattle. Nachdem Ernst Raffelsberger diese Arbeit mit dem Festspielsommer 2021 beendete, ist er seit 2025 auf Wunsch von Maestro Muti wieder für die Choreinstudierung zu dessen Festspielkonzerten in Salzburg verantwortlich. Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren seine Arbeit in Zürich wie in Salzburg.
Fabio Dietsche
Fabio Dietsche studierte Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Querflöte bei Maria Goldschmidt in Zürich und bei Karl-Heinz Schütz in Wien. Erste Erfahrungen als Dramaturg sammelte er 2012/13 bei Xavier Zuber am Konzert Theater Bern, wo er u.a. Matthias Rebstocks Inszenierung von neither (Beckett/Feldman) in der Berner Reithalle begleitete. Seit 2013 ist er Dramaturg am Opernhaus Zürich, wo er sein Studium mit der Produktionsdramaturgie von Puccinis La bohème abschloss. Hier wirkte er u.a. bei den Uraufführungen von Stefan Wirths Girl with a Pearl Earring und Leonard Evers Odyssee, an der Kammeroper Jakob Lenz von Wolfgang Rihm und an der Schweizerischen Erstaufführung von Manfred Trojahns Orest mit. Er arbeitete u.a. mit Robert Carsen, Tatjana Gürbaca, Rainer Holzapfel, Andreas Homoki, Ted Huffman, Mélanie Huber, Barrie Kosky, Hans Neuenfels und Kai Anne Schuhmacher zusammen. Zurzeit studiert er berufsbegleitend Kulturmanagement an der Universität Zürich.
Besetzung
Parpignol Tae-Jin Park
Juan Diego Flórez
Juan Diego Flórez gehört zu den führenden Tenören weltweit. 1973 in Lima geboren, widmete er sich schon früh dem Singen sowie der peruanischen Volks- und Popmusik. Im Alter von 17 Jahren begann er sein Studium im peruanischen National Conservatory und gewann drei Jähre später ein Stipendium für ein Gesangsstudium am Curtis Institut of Music in Philadelphia. 1996 debütierte er beim Rossini Opera Festival in Pesaro, als er in letzter Minute als Corradino in Matilde di Shabran einsprang. Dieses Debüt markierte den Beginn einer eindrucksvollen Gesangskarriere. Drei Monate später gab er sein Debüt – im Alter von nur 23 Jahren – an der Mailänder Scala in der Eröffnungsvorstellung der Saison 1996/1997 unter der Leitung von Riccardo Muti. Seither ist Juan Diego Flórez regelmässiger Gast an allen grossen internationalen Opernhäusern und arbeitet mit den weltweit führenden Dirigenten. 2007 schrieb Juan Diego Flórez Geschichte an der Mailänder Scala, als er eine jahrzehntelange Tradition brach und mit der Arie «Ah, mes amis» aus Donizettis La fille du régiment, die für ihre neun hohen Cs berühmt ist, erstmals seit 1933 eine Zugabe sang. Für eine ähnliche Sensation sorgte er 2008 an der New Yorker Metropolitan Opera. Juan Diego Flórez hat zahlreiche Solo-Alben und Operngesamtaufnahmen auf CD und DVD aufgenommen. Die BBC bezeichnete ihn als einen der besten Tenöre aller Zeiten. Er erhielt etliche Auszeichnungen und Preise, darunter mit dem «Gran Cruz de la Orden del Sol» die grösste Ehrung des Staates Peru. 2012 wurde er zum österreichischen Kammersänger ernannt, 2018 gewann er den «Opus Klassik» als Sänger des Jahres. 2011 gründete Juan Diego Flórez in seiner peruanischen Heimat das Projekt «Sinfonía por el Perú», ein umfassendes Sozialprojekt nach dem Vorbild von Venezuelas El Sistema, mit dem Ziel, die persönliche und künstlerische Entwicklung benachteiligten Kindern und Jugendlichen zu fördern. In Anerkennung seines Engagements wurde er 2012 zum UNESCO Goodwill Ambassador ernannt und erhielt zudem 2014 beim World Economic Forum den Crystal Award.
Yuriy Yurchuk
Yuriy Yurchuk, Bariton, stammt aus der Ukraine und studierte Gesang an der DePaul University in Chicago. Er wurde bei zahlreichen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, darunter die Queen Sonja International Music Competition in Oslo (2015), die Montserrat Caballé International Singing Competition in Spanien (2015) und die Jensen Foundation Vocal Competition in den USA (2014.) Als Mitglied des Jette Parker Young Artists Programme in London war er auf der Bühne des Royal Opera House Covent Garden u.a. als Blazes in Peter Maxwell Davies’ The Lighthouse, als Angelotti in Tosca, als Steuermann in Tristan und Isolde sowie als Germano in Rossinis La scala di seta zu erleben. Bis vor kurzem war Yuriy Yurchuck Ensemblemitglied in Covent Garden, wo er Schlémil in Les Contes d’Hoffmann und Baron Douphol in La traviata sang und als Prinz Yamadori (Madama Butterfly), Mandarin in Turandot sowie in Die Nase zu erleben war. In der Spielzeit 2017/18 sang er Conte Rodolpho in Jacopo Foronis Margherita beim Wexford Opera Festival, die Titelrolle in Jewgeni Onegin an der Ukrainischen Nationaloper in Kiew sowie Ping in Turandot am Opernhaus Zürich.
Konstantin Shushakov
Konstantin Shushakov stammt aus Russland und studierte am Izhevsk Music College und an der Russischen Akademie für Theaterkunst. 2009 wurde er Mitglied des Young Artist Program am Bolschoi-Theater in Moskau. 2011 war er Preisträger des Queen Elisabeth Wettbewerbs in Brüssel und gewann im selben Jahr den 2. Preis beim Operalia Wettbewerb in Moskau. Ein Jahr später wurde er Ensemblemitglied am Bolschoi-Theater, wo er u.a. als Morales (Carmen), Almaviva (Le nozze di Figaro), Marullo (Rigoletto), Malatesta (Don Pasquale), Schaunard und Marcello (La bohème), Lebedjev (Der Idiot), Robert (Iolanta), Papageno und Figaro (Il barbiere di Siviglia) zu erleben war. Gastengagements führten ihn 2014 als Guglielmo (Così fan tutte) an die Scala, 2016 als Ford (Falstaff) nach Genf und als Prinz Afron (Der goldene Hahn) ans Théâtre de la Monnaie in Brüssel. 2018 gastierte er in Vancouver in der Titelrolle von Jewgeni Onegin sowie als Jelezki (Pique Dame) beim Savonlinna Festival und an der Oper in Oslo. Er ist ausserdem regelmässig als Konzertsänger zu erleben; er sang in Brahms’ Ein deutsches Requiem zusammen mit dem Russischen National Orchester in der Tschaikovsky Concert Hall unter Mikhail Pletnev und in Mozarts c-Moll-Messe mit dem Musica Viva Chamber Orchestra Moskau. 2019 bis 2023 gehörte er zum Ensemble am Opernhaus Zürich und war hier u.a. als Don Giovanni, Guglielmo, Malatesta, Marcello, Andrei Tchelkalov (Boris Godunow), Ernesto (Il pirata), Ford, Valentin (Faust) und in Ein deutsches Requiem unter Gianandrea Noseda zu hören.
Dean Murphy
Dean Murphy, Bariton, absolvierte seine Gesangsausbildung an der Hartt School of Music und an der Yale School of Music. Er war Stipendiat der Bel Canto Vocal Scholarship Foundation und der Opera Foundation, in deren Zusammenhang er Mitglied im Ensemble der Deutschen Oper Berlin war. Zudem war er Preisträger beim Lynne Strow Piccolo Award, bei der Amici Vocal Competition und der Classical Singer Competition. 2013/14 war er Ensemblemitglied an der Opera Connecticut, wo er in Gianni Schicchi und in Salieris Kleine Harlekinade zu erleben war. Zudem sang er Melisso in Alcina, Yamadori in Madama Butterfly an der Connecticut Lyric Opera und Peter in Hänsel und Gretel. Auf der Konzertbühne sang er in Brahms’ Ein deutsches Requiem, in Händels Messiah, in Faurés Requiem, in Charpentiers Magnificat und in Händels Esther. An der Deutschen Oper Berlin war er 2017/18 u.a. als Fiorello (Il barbiere di Siviglia), als Dancaïre (Carmen), als zweiter Richter (Das Wunder der Heliane), als Polizist (Lady Macbeth von Mzensk), Silvano (Un ballo in maschera), als Schaunard (La bohème) sowie als Wagner in Faust zu erleben. Von 2018 bis 2020 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios in Zürich und sang hier u.a. den 2. Senator in Schrekers Die Gezeichneten, Schobiak in Le Grand Macabre, Figaro in Il barbiere di Siviglia am Theater Winterthur, Carlotto in Don Pasquale und Schaunard. Im Sommer 2019 gastierte er zudem beim Rossini Festival in Pesaro als Lord Sidney und Don Alvaro in Il viaggio a Reims. Für die Spielzeit 2020/21 kehrte er als Ensemblemitglied zurück an die Deutsche Oper Berlin, wo er u.a. Figaro in Il barbiere di Siviglia singt.
Stanislav Vorobyov
Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Er war Mitglied des Internationalen Opernstudios und ist seit der Spielzeit 2018/19 Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich. Er war hier u. a. als Colline («La bohème»), Alidoro («La Cenerentola»), Oberpriester («Nabucco»), Notar («Der Rosenkavalier»), Reinmar von Zweter («Tannhäuser»), Faust («Der feurige Engel»), Zaretsky («Eugen Onegin»), Cesare Angelotti («Tosca»), Fünfter Jude und 1. Nazarener («Salome»), Lord Rochefort («Anna Bolena»), Dottor Grenvil («La traviata»), Crébillon («La rondine»), Zuniga («Carmen»), Roberto («I vespri siciliani»), Roucher («Andrea Chénier»), Polizeikommissar («Der Rosenkavalier») sowie als Marchese Calatrava («La forza del destino») zu hören. Ausserdem sang er Don Basilio («Il barbiere di Siviglia») bei den Bregenzer Festspielen, Nourabad («Les Pêcheurs de perles») an der Oper Vlaandern und in Luxemburg sowie Ombra di Nino («Semiramide») im Concertgebouw Amsterdam. Bei den Bregenzer Festspielen war er als Onkel Bonzo in «Madama Butterfly» und als Il capitano/L’ispettore in Giordanos «Siberia» zu erleben. 2024 war er zudem als Colline («La bohème») am Tokyo Metropolitan Theater und am ROHM Theatre Kyoto zu Gast.
Ruzan Mantashyan
Ruzan Mantashyan stammt aus Armenien und wurde am Staatlichen Konservatorium Jerewan, an der Accademia di Belcanto von Mirella Freni in Modena sowie in der Klasse von Hedwig Fassbender in Frankfurt ausgebildet. 2013 gewann sie den Concorso Toti Dal Monte in Treviso als Musetta (La bohème). Diese Partie sang sie anschliessend in Treviso, Bolzano, Fermo und Ferrara. Von 2014 bis 2016 war sie Mitglied des Atelier Lyrique an der Pariser Oper. Sie sang u.a. Susanna (Le nozze di Figaro) in Modena, Servilia (La clemenza di Tito) in Reggio Emilia, Echo (Ariadne auf Naxos) an der Opéra de Paris und beim Glyndebourne Festival, Fiordiligi (Così fan tutte) in Paris-Créteil, Lille, an der Bayerischen Staatsoper München, in Seoul, Zürich und Hamburg, Micaëla (Carmen) in Montpellier und Hamburg, Xenia (Boris Godunow) an der Opéra de Paris, Mimì (La bohème) am Grand Théâtre de Genève sowie an der Komischen Oper Berlin, in München und Zürich, Cleofide (Händels Poro) an der Komischen Oper Berlin, die Gräfin (Le nozze di Figaro) in Amsterdam, Marguerite (Faust) und Natascha Rostowa (Krieg und Frieden) in Genf sowie Tatjana (Eugen Onegin) in Hamburg und Lausanne. Zuletzt sang sie u.a. Rachel (La juive) in Genf, Alice Ford (Falstaff) an der Komischen Oper Berlin und Donna Elvira beim Glyndebourne Festival. In der Spielzeit 2023/24 umfassen ihre Engagements Tatjana an der Komischen Oper Berlin und an der Wiener Staatsoper, Mimì am Royal Opera House London, Massenets Cendrillon in Lausanne und die Gräfin an der Hamburgischen Staatsoper.
Olga Kulchynska
Olga Kulchynska wurde in Riwne (Ukraine) geboren. Sie studierte an der Tschaikowsky Musikakademie in Kiew bei Maria Stefiuk. Im dortigen Opernstudio sang sie Giannetta (L’elisir d’amore) und Contessa (Le nozze di Figaro). Olga Kulchynska ist Absolventin mehrerer Meisterkurse und Preisträgerin verschiedener internationaler Wettbewerbe, u.a. des internationalen Hans-Gabor-Belvedere-Gesangswettbewerbs. 2015 gewann sie den renommierten Gesangswettbewerb Francesco Viñas in Barcelona. In der Spielzeit 2013/14 war sie Mitglied im Young Artist Program des Bolschoi-Theaters und debütierte 2014 am Bolschoi-Theater als Marfa in der Neuproduktion von Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut. Im Rahmen einer Tournee sang sie die Produktion auch in konzertanten Aufführungen am Theater an der Wien und in der Avery Fisher Hall (Lincoln Center Festival). Als Ensemblemitglied ist sie am Bolschoi-Theater ab 2014 u.a. als Musetta (La bohème), Susanna (Le nozze di Figaro) und Gilda (Rigoletto) aufgetreten. Ebenfalls als Musetta war sie am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, an der Met in New York, in Amsterdam und in Rom zu hören. In den vergangenen Spielzeiten debütierte sie als Rosina an der Opéra Bastille, als Susanna an der Bayerischen Staatsoper, als Leïla (Les Pêcheurs de perles) in Barcelona, als Ilia (Idomeneo) an den Münchner Opernfestspielen, als Micaëla (Carmen) an der Wiener Staatsoper und sang Pamina an der Bayerischen Staatsoper und Adina in Glyndebourne. Am Opernhaus Zürich war sie bisher als Giulietta (I Capuleti e i Montecchi), Adina (L’elisir d’amore), Zerlina (Don Giovanni), Gretel, Leïla und Blanche (Dialogues des Carmélites) zu sehen.
Valeriy Murga
Der Bass Valeriy Murga studierte an der Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kiew. Sowohl beim 41. Internationalen Gesangswettbewerb in Toulouse (1996) als auch beim 7. Julian-Gayarre-Wettbewerb in Pamplona (1998) gehörte er zu den Finalisten. 1997 gewann er den zweiten Preis beim Maria Callas Grand Prix in Athen und nahm 1999 am Cardiff Singer of the World-Wettbewerb teil. Von 1997 bis 1999 war er Solist an der Ukrainischen Nationaloper in Kiew, wo er u. a. die Rollen Figaro («Le nozze di Figaro»), Escamillo («Carmen»), Schaunard («La bohème») und die Titelpartien in «Jewgeni Onegin», «Don Giovanni» und «Fürst Igor» verkörperte. Sein Repertoire umfasst ausserdem u. a. die Partien des Marchese di Posa («Don Carlo») und Schaklowity («Chowanschtschina»). Am Opernhaus Zürich war Valeriy Murga zunächst Mitglied des Internationalen Opernstudios und trat in dieser Zeit u. a. als Sciarrone und Schliesser («Tosca») sowie als Monterone («Rigoletto») auf. Seit Beginn der Spielzeit 2000/01 ist er festes Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich und war hier seither u. a. als Fürst Jelezki («Pique Dame»), Moralès («Carmen»), Zweiter Soldat («Salome»), Alessio («La sonnambula»), Ali («L’italiana in Algeri»), Wagner («Faust»), Mesner («Tosca»), Butler («La rondine») und Bogdanowitsch («Die lustige Witwe») sowie in Familienopern wie u. a. «Das Gespenst von Canterville», «Robin Hood», «Das verzauberte Schwein», «Jim Knopf» und «Wir pfeifen auf den Gurkenkönig» zu hören. Ausserdem gastierte er in Eugen d’Alberts «Tiefland» am Liceu in Barcelona und in «L’italiana in Algeri» an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.
Philharmonia Zürich
1985 entstand in Folge der Trennung des traditionsreichen Tonhalle- und Theaterorchesters das Orchester der Oper Zürich. 2012, mit Beginn der Intendanz von Andreas Homoki und dem Amtsantritt des neuen Generalmusikdirektors Fabio Luisi, wird das Orchester der Oper Zürich zur Philharmonia Zürich. Pro Saison ist das Orchester in rund 250 Opern- und Ballettvorstellungen des Opernhauses Zürich zu hören. Als Podium für das Konzertrepertoire werden zusätzlich die Philharmonischen Konzerte veranstaltet. Soiréen und Kammermusikmatinéen ergänzen das künstlerische Spektrum des Orchesters. Bevor Fabio Luisi mit der Saison 2012/13 als Generalmusikdirektor die künstlerische Leitung des Orchesters übernommen hat, haben u. a. Franz Welser-Möst (1995-2008, ab 2005 als Generalmusikdirektor) und zuletzt Daniele Gatti als Chefdirigent (2009-2012) das Orchester geleitet. 2000/01 fanden die Beständigkeit der Leistungen des Orchesters der Oper Zürich und die Breite seines Könnens mit der Wahl zum «Orchester des Jahres» in der Umfrage der Zeitschrift «Opernwelt» weit verbreitete internationale Anerkennung.
Mehr Informationen zur Philharmonia Zürich finden Sie hier
SoprAlti der Oper Zürich
Als während der Spielzeit 1999/00 für die verschiedensten Opern und Operetten ausschliesslich die älteren Mitglieder des Kinderchores benötigt wurden, begann das Ensemble durch das häufige gemeinsame Proben bald eine eigene Dynamik zu entwickeln und entsprang schlussendlich im Juli 2002, zur Première von Carmen, definitiv dem Kinderchor: Der Jugendchor war informell geboren. Zu Beginn der Spielzeit 2010/11 wurde der Name des Chores in "SoprAlti der Oper Zürich" umgeändert.Heute ist der Chor fester Bestandteil des Zürcher Opernhauses. Aktuell besteht er aus rund 25 begeisterten Sängerinnen im Alter zwischen etwa 16 und 30 Jahre. Pro Spielzeit hat er durchschnittlich zwischen 40 und 80 Auftritte. Er unterstützt dabei den Kinderchor oder tritt gemeinsam mit dem Zusatz- und dem Berufschor auf. In einigen Opern bestreitet er auch eigene Auftritte, etwa in Königskinder (Kinder des Besenbinders), Le Cid (Jeunes filles) oder Das schlaue Füchslein (Hühner). Zudem sind einzelne Mitglieder in verschiedenen Opern wie Tosca, Macbeth, Tannhäuser, L'Amore dei tre Re und Königskinder als Solistinnen zu hören.Ausserhalb des Opernhauses gehören eigene Konzerte, auswärtige Gastspiele, Messen an kirchlichen Feiertagen oder auch geschlossene Veranstaltungen von Firmen und Stiftungen ebenso zum Jahresprogramm wie Auftritte in den grossen Konzerthäusern.Die intensiven Freundschaften, die im Chor über das musikalische Engagement hinaus gepflegt werden, führen heute zu einem mühelosen aufeinander ab- und einstimmen der Sängerinnen. So entwickelt sich der Chor laufend weiter und kann nebenbei auch den Anforderungen des Spielplans gerecht werden.
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.
Gut zu wissen
Keine grosse Sache
Was für ein Akkord! Eigentlich nichts weiter als ein h-Moll-Dreiklang. Aber die sorgfältige und äusserst sensibel abschattierte Instrumentation lässt den simplen Klang zu etwas Besonderem werden: Die Holzbläser spielen pianissimo in tiefer Lage, drei Hörner treten zunächst ganz zart mit einem kleinen Akzent hervor und gehen dann ebenfalls zum Pianissimo über, während der Klang der Holzbläser erstirbt. Dieser sanft changierende Klang erhält durch einen kaum hörbaren Beckenschlag im vierfachen Piano eine fast unirdische, jenseitige Zartheit.
Und wirklich ist es der Moment des Todes, den dieser Akkord bezeichnet. Die todkranke Mimì ist an den Ort zurückgekehrt, wo sie einmal glücklich war, um dort zu sterben. In den Armen ihres geliebten Rodolfo schläft sie sanft ein und niemand von den fieberhaft um sie bemühten Freunden bemerkt, dass sie in den Schlaf versunken ist, aus dem niemand erwacht. Nur dieser eine Akkord im Orchester lässt ahnen, was gerade geschehen ist. Der Tod, so scheint er zu sagen, ist keine grosse Sache, vielmehr ein alltägliches Ereignis und eins, das jedem von uns bevorsteht. Ein Leben erlischt, das Leben geht weiter.
Und doch – bei aller Zartheit markiert dieser Akkord einen starken Bruch der harmonischen Kontinuität. Die unmittelbar vorhergehende Passage, die Mimìs friedliches Einschlafen schildert, verliert sich in einem dissonanten Akkord, der nach Des-Dur aufgelöst werden müsste. Wenn nach einer langen Stille der h-Moll-Akkord eintritt, der auch den folgenden Dialog der Freunde grundiert, wird hörbar, dass etwas Unwiderrufliches geschehen ist. Denn wie alltäglich der Tod immer sein mag, die Welt ist danach nicht mehr, wie sie war. Ein Mensch fehlt für immer, und das reisst eine Lücke, die nichts schliessen kann.
Mimì geht so unauffällig, still und freundlich aus der Welt, wie sie in ihr gelebt hat. Es war ein kleines, unbedeutendes Leben, in dem wenig Glück war. Ein Leben grosser Not und kleiner Freuden: am Aufblühen des Frühlings, an einem billigen rosa Häubchen, das Rodolfo ihr zu Weihnachten schenkte, an der zärtlichen Zuwendung der Freunde, die sich um die Todkranke bemühen und zuletzt an dem schönen weichen Muff, in den geschmiegt sie aus dem Leben scheidet.
Puccini komponiert den Tod, wie es diesem Leben angemessen ist. Nur einen Akkord schenkt er Mimì, aber dieser eine Klang ist ergreifender als so manches bombastische Requiem, weil Puccini seine ganze eminente Instrumentationskunst auf ihn verwendete, weil er seine ganze Liebe für dieses zarte Wesen in ihn fliessen liess. Puccini, der so oft die kleinen Leute zu Helden seiner Werke machte und immer wieder seine Vorliebe für die kleinen Dinge bekundete, war auch kompositorisch ein «Meister des ganz Kleinen», der präzisen Ausarbeitung winziger und dennoch bedeutender Details, und darin vielleicht Richard Wagner am nächsten. Wie ein bescheidener Grabstein, so bescheiden, dass man ihn fast übersehen könnte, steht dieser eine Akkord in der Partitur, als ein zärtliches Denkmal für die kleine tapfere Frau, deren Leben sich vollendet hat.
Text von Werner Hintze.
Dieser Artikel ist erschienen im MAG 76, Februar 2020.
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Audio-Einführung zu «La bohème»
Synopsis
Erstes Bild
Der Schriftsteller Rodolfo und der Maler Marcello versuchen zu arbeiten. Es ist kalt und sie haben Hunger, da sie mit ihrer Kunst kaum Geld verdienen. Um zu heizen, opfert Rodolfo das Manuskript seines Dramas. Der Philosoph Colline kommt dazu. Am Heiligabend wurden seine Bücher, die er ins Pfandhaus bringen wollte, nicht angenommen. Der Musiker Schaunard hat mit einem skurrilen musikalischen Auftrag ein bisschen Geld verdient. Er bringt Brennholz, Essen und Wein mit. Der Hausbesitzer Benoît überrascht die vier Bohemiens und fordert die Miete. Die Freunde geben ihm zu trinken und fragen ihn über seine Affären aus. Als sich herausstellt, dass er seine Ehefrau betrogen hat, geben sie sich entrüstet und werfen ihn hinaus. Sie beschliessen, den Weihnachtsabend im Quartier zu feiern. Nur Rodolfo will noch einen Moment arbeiten. Als er allein ist, klopft es. Die Nachbarin Mimì bittet ihn, ihre Kerze wieder anzuzünden. Sie wirkt erschöpft und kränklich. Als sie ihren Schlüssel fallen lässt, erlischt, scheinbar zufällig, auch Rodolfos Kerze. Beim Suchen treffen sich ihre Hände. Die beiden kommen sich näher und verlieben sich.
Zweites Bild
Heiligabend in Paris. Im Gedränge einer freudig erregten Menge feilscht Schaunard um ein verstimmtes Horn. Colline kauft ein seltenes Buch und einen Mantel. Rodolfo schenkt Mimì ein Häubchen. Marcello wirbt um die schönen Mädchen. Vor dem Café Momus stellt Rodolfo den Freunden seine neue Liebe Mimì vor. Als sie sich zum Essen niederlassen, kommt Marcellos Freundin Musetta in Begleitung von Alcindoro, einem älteren, reichen Verehrer. Sie erkennt Marcello und schickt Alcindoro unter einem Vorwand fort. Musetta und Marcello fallen sich in die Arme. Die Bohemiens mischen sich unter den allgemeinen Trubel. Als Alcindoro zurückkommt, findet er nur noch deren Rechnung vor.
Drittes Bild
Zwei Monate später, früh an einem kalten Wintermorgen. Mimì sucht nach Marcello und bittet ihn um seinen Rat: Ihr Zusammenleben mit Rodolfo werde durch dessen Eifersucht unerträglich. Marcello rät ihr, sich zu trennen. Rodolfo, der nebenan eingeschlafen ist, wacht auf. Mimì hält sich im Hintergrund. Rodolfo gesteht Marcello ebenfalls, sich von seiner Geliebten trennen zu wollen. Aber nicht nur, weil er eifersüchtig sei, sondern auch wegen Mimìs hoffnungsloser Krankheit. Durch einen Hustenanfall verrät Mimì ihre Anwesenheit. Von Gefühlen überwältigt, beschliessen Mimì und Rodolfo noch bis zum Frühling zusammenzubleiben. Marcello liefert sich indessen eine heftige Eifersuchtsszene mit Musetta.
Viertes Bild
Ein paar Monate später. Rodolfo und Marcello geben vor, zu arbeiten. Insgeheim denken sie an die glücklichen Zeiten, die sie mit Mimì und Musetta verbracht haben. Colline und Schaunard kommen. Sie bringen trockenes Brot und einen Hering mit. Immer ausgelassener albern die vier Bohemiens herum, tanzen und spielen eine Zweikampf-Szene. Auf dem Höhepunkt der Stimmung stürzt Musetta herein. Mimì folgt ihr – sie ist todkrank. Die Bohemiens richten ihr ein Bettlager. Musetta opfert ihre Ohrringe, damit Marcello Medizin besorgen kann. Sie selbst will Mimì einen Muff für deren kalte Hände kaufen. Colline folgt ihrem Beispiel und geht seinen Mantel verkaufen. Schaunard lässt die beiden wiedervereinten Liebenden allein. Mimì und Rodolfo erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit. Als die Freunde zurückkehren und die baldige Ankunft eines Arztes melden, schläft Mimì ein. In Gedanken versunken merkt Rodolfo erst am betretenen Schweigen seiner Freunde, dass Mimì gestorben ist.







