La bohème

Giacomo Puccini

Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach Henri Murgers «Scènes de la vie de Bohème»

Von 16. Juni 2027 bis 10. Juli 2027

  • Dauer:
    2 Std. 30 Min. Inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std.
  • Sprache:
    In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Musikalische Leitung:
Andrés Oroczo-Estrada

Andrés Oroczo-Estrada

Andrés Orozco-Estrada wurde in Kolumbien geboren und absolvierte sein Dirigentenstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Seit der Saison 2023/24 ist er Chefdirigent des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI in Turin, mit dem er im Herbst 2025 auf Spanien-Tournee ging. Davor hatte er Chefpositionen beim Houston Symphony Orchestra, dem hr-Sinfonieorchester sowie bei den Wiener Symphonikern inne. Seit Herbst 2025 ist Andrés Orozco-Estrada zudem Generalmusikdirektor der Stadt Köln und Gürzenich-Kapellmeister, wo er in seiner Antrittssaison Werke von Brahms, Mahler und Strauss sowie an der Oper Köln «Manon Lescaut» und «Le nozze di Figaro» dirigierte. Ab der Spielzeit 2026/27 übernimmt er die Position des Chefdirigenten beim Swedish Radio Symphony Orchestra. Er gastierte an renommierten Opernhäusern wie der Wiener Staatsoper, der Staatsoper Unter den Linden in Berlin, der Semperoper Dresden und der Mailänder Scala und arbeitete mit Orchestern wie den Berliner und Wiener Philharmonikern, dem London Philharmonic Orchestra, dem New York Philharmonic, dem Boston Symphony Orchestra sowie in Asien mit dem NHK Symphony Orchestra und dem Hongkong Philharmonic Orchestra. Jüngst debütierte er beim Tanglewood Festival und war Fokuskünstler des Rheingau Musikfestivals. Aktuelle Engagements umfassen Gastdirigate beim Tonhalle-Orchester Zürich, dem Concertgebouw-Orchester Amsterdam, dem Orchestre de Paris, dem San Francisco Symphony Orchestra und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra. Seit 2022 ist Andrés Orozco-Estrada Professor für Orchesterdirigieren an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien.

La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027
Inszenierung:
Ole Anders Tandberg

Ole Anders Tandberg

Der Norweger Ole Anders Tandberg gehört zu den profiliertesten Theater­ und Opernregisseuren Skandinaviens. Nach seiner Ausbildung an der Guildhall School of Music and Drama in London, der School of Architecture in Oslo und dem Dramatic Institute in Stockholm machte er ab Mitte der 1990er­Jahre zunächst mit Schauspielinszenierungen u. a. am Nationaltheater Oslo und am Royal Dramatic Theatre Stockholm auf sich aufmerksam, wo er sich dem Repertoire von Shakespeare über Ibsen bis hin zu Jon Fosse annahm. Darüber hinaus adaptierte er zahlreiche Werke für die Bühne, darunter «Fuglane» von Tarjei Vesaas und «Dämonen» von Fjodor Dostojewski. Seitdem wandte sich Ole Anders Tandberg, der auch als Bühnenbildner tätig ist, zunehmend der Oper zu. An der Oper Oslo inszenierte er Monteverdis «L’incoronazione di Poppea» und «Il ritorno d’Ulisse in patria» sowie «Lady Macbeth von Mzensk» und «Rigoletto», an der Königlichen Oper in Stockholm Prokofjews «Feuriger Engel», Ravels «L’enfant et les sortilèges», «Le nozze di Figaro», «Così fan tutte», «Don Giovanni», «Die Zauberflöte», «Candide» und «Die lustige Witwe». 2015 debütierte er mit seiner Inszenierung von «Lady Macbeth von Mzensk» an der Deutschen Oper Berlin, wohin er 2017 für «Carmen» und 2018 für «Wozzeck» zurückkehrte. An der Staatsoper in Prag inszenierte er 2022 «Der fliegende Holländer» und am Opernhaus Zürich «La bohème».

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Bühnenbild:
Erlend Birkeland

Erlend Birkeland

Erlend Birkeland stammt aus Norwegen. Er studierte u.a. an der Kunstschule Kolding in Dänemark, an der Staatlichen Handwerks­ und Kunstindustrieschule Oslo und der norwegischen Staatlichen Kunstakademie. Noch während seiner Ausbildung entstand die Ausstattung von Dagen vender am Norwegischen Nationaltheater. Er vertrat Norwegen 1999 auf der Internationalen Quadriennale in Prag mit seinem Bühnenbild zu Fuglane. Mit Ole Anders Tandberg verbindet ihn eine langjährige künstlerische Partnerschaft. Mittlerweile hat Erlend Birkeland nahezu hundert Inszenierungen in Norwegen, Schweden und Dänemark ausgestattet, hauptsächlich für das Schauspiel, aber auch zunehmend für Oper und Musiktheater. 2010 war er an der Komischen Oper Berlin für das Bühnenbild von Händels Orlando verantwortlich. 2015 gestaltete er die Bühne für Lady Macbeth von Mzensk an der Deutschen Oper Berlin, La bohème am Opernhaus Zürich, Ibsens Peer Gynt und Klein Eyolf am Nationaltheater in Oslo sowie Ibsens Volksfeind, Die Regenschirme von Cherbourg (Jacques Demy) und Karl Ove Knausgårds Mein Kampf in Stockholm. Zuletzt entstanden die Bühnenbilder für Wozzeck an der Deutschen Oper Berlin, für Tosca an der Oper in Malmö und für Rigoletto an der Königlichen Oper Stockholm. Seit 2015 ist er Professor für Bühnenbild in Oslo.

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Kostüme:
Maria Geber

Maria Geber

Maria Geber stammt aus Schweden. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Gerlesborgs Art School, dem San Francisco Art Institute und an der Beckmanns School of Design in Stockholm. Sie gehört seit langem zu den wichtigsten Kostümdesignerinnen Skandinaviens. Ihr Werk umfasst die Zusammenarbeit mit Choreografen und Regisseuren wie Mats Ek, Brigitta Egerbladh, Ole Anders Tandberg, Suzanne Osten, Etienne Glaser, Mattias Andersson, Rickard Günther, Linus Tunström und Sofia Jupiter (Salome, Die tote Stadt). Neben dem Kostümdesign entwirft sie auch Bühnenbilder. In langjähriger Zusammenarbeit mit Ole Anders Tandberg entstanden u.a. die Kostüme für Der feurige Engel, L’Enfant es les sortilèges, L’incoronazione di Poppea, Il ritorno d’Ulisse in patria, Le nozze di Figaro, Così fan tutte, Die Zauberflöte, Don Giovanni, Lady Macbeth von Mzensk, Rigoletto und Wozzeck. Sie arbeitete u.a. an der Deutschen Oper Berlin, der Königlichen Oper Stockholm und an der Norwegischen Oper in Oslo. Maria Geber lehrt als Assistenzprofessorin Kostümdesign an der Stockholm Academy of Dramatic Arts.

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Lichtgestaltung:
Franck Evin

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u. a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u. a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieito und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Von 2012/13 bis 2024/25 arbeitete er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Neben seiner Tätigkeit in Zürich wirkte er weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 / 9 März 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Siegfried12 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027
Choreinstudierung:
Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit absolvierte ihr Klavierstudium am Conservatorio di Musica Luigi Boccherini in Lucca und setzte ihre Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz fort, wo sie 2018 ihren Bachelor in Chorleitung mit Auszeichnung abschloss. Während dieser Zeit sammelte sie ihre ersten Erfahrungen in der Opernwelt als Chorrepetitorin am Landestheater Linz. 2017 nahm sie an der Riccardo Muti Italian Opera Academy teil und war während der Spielzeit 2018/19 Korrepetitorin an der Orchesterakademie des Opernhaus Zürich. In der Spielzeit 2019/20 folgte ein Engagement als stellvertretende Kinderchorleiterin und Gastpianistin an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Anschliessend führte sie ihre Tätigkeit an das Staatstheater Darmstadt, wo sie in den Jahren 2020–2022 als stellvertretende Chordirektorin und Kinderchorleiterin wirkte. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung setzte sie ihre akademische Ausbildung fort: 2021 schloss sie an der Kunstuniversität Graz ihren Master in Dirigieren und Musiktheaterkorrepetition ab, 2022 folgte ein berufsbegleitender Master in Kulturmanagement (EMAA) an der Universität Zürich. Als Kulturmanagerin war sie Stipendiatin der Deutschen Bank Stiftung (AMH) und gründete 2024 die Künstleragentur ArteMIS. Von 2023 bis 2025 war Alice Lapasin Zorzit Chordirektorin mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Coburg und wirkte im Sommer 2025 als Chorassistentin bei den Bayreuther Festspielen mit. Seit Januar 2026 ist sie stellvertretende Chordirektorin am Opernhaus Zürich.

Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Tosca11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Le nozze di Figaro2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Herr der Diebe27 Feb. / 2 / 4 / 6 / 7 / 9 / 10 / 11 März 2027
Dramaturgie:
Fabio Dietsche

Fabio Dietsche

Fabio Dietsche studierte Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Querflöte bei Maria Goldschmidt in Zürich und bei Karl-Heinz Schütz in Wien. Erste Erfahrungen als Dramaturg sammelte er 2012/13 bei Xavier Zuber am Konzert Theater Bern, wo er u.a. Matthias Rebstocks Inszenierung von neither (Beckett/Feldman) in der Berner Reithalle begleitete. Seit 2013 ist er Dramaturg am Opernhaus Zürich, wo er sein Studium mit der Produktionsdramaturgie von Puccinis La bohème abschloss. Hier wirkte er u.a. bei den Uraufführungen von Stefan Wirths Girl with a Pearl Earring und Leonard Evers Odyssee, an der Kammeroper Jakob Lenz von Wolfgang Rihm und an der Schweizerischen Erstaufführung von Manfred Trojahns Orest mit. Er arbeitete u.a. mit Robert Carsen, Tatjana Gürbaca, Rainer Holzapfel, Andreas Homoki, Ted Huffman, Mélanie Huber, Barrie Kosky, Hans Neuenfels und Kai Anne Schuhmacher zusammen. Zurzeit studiert er berufsbegleitend Kulturmanagement an der Universität Zürich.

Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Monster's Paradise12 Apr. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Rinaldo14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027

Besetzung

Rodolfo Long Long 16, 18, 23 Jun


Rodolfo Joshua Guerrero 04, 07, 10 Jul

Marcello Mihai Damian


Schaunard Yannick Debus


Colline Stanislav Vorobyov

Mimì Carolina López Moreno 16, 18, 23 Jun


Mimì Anna Netrebko 04, 07, 10 Jul

Musetta Elena Villalón


Alcindoro Valeriy Murga

Joshua Guerrero

Joshua Guerrero absolvierte seine Gesangsausbildung an der University of California in Los Angeles. Er ist Preisträger beim «Operalia»-Gesangswettbewerb 2014 sowie bei weiteren internationalen Wettbewerben. 2016 erhielt er den Richard Tucker Career Grant. Er ist regelmässig an der Los Angeles Opera zu Gast, wo er u.a. bereits die Partien Macduff (Macbeth), Greenhorn (Jake Heggies Moby Dick), Steve Hubbell (A Streetcar Named Desire) und Normanno (Lucia di Lammermoor) gesungen hat. Sein Debüt an der English National Opera gab er als Duca di Mantova (Rigoletto), weitere Auftritte in Europa führten ihn als Gabriele Adorno (Simon Boccanegra) an die Opéra National de Bordeaux und als Nemorino (L’elisir d’amore) ans Teatro de la Maestranza. An der Santa Fe Opera debütierte er als Romeo (Roméo et Juliette). Im Konzert war er in Beethovens 9. Sinfonie mit dem Simón Bolivar Orchestra unter der Leitung von Gustavo Dudamel zu hören sowie in Haydns Schöpfung mit dem Los Angeles Philharmonic, ebenfalls unter der Leitung von Dudamel. Zuletzt war er als Alfredo Germont (La traviata) an der San Diego Opera und als Duca di Mantova an der English National Opera zu erleben.

Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La bohème4 / 7 / 10 Juli 2027

Yannick Debus

Yannick Debus studierte Gesang an der Musikhochschule Lübeck, an der Hochschule für Musik Basel und an der Schola Cantorum Basiliensis. Zu seinen ersten Engagements zählen der Vater in «Hänsel und Gretel» am Schloss Weikersheim, Guglielmo in «Così fan tutte» an der Kammeroper Schloss Rheinsberg, der Kaiser in Ullmanns «Der Kaiser von Atlantis» sowie Figaro in Milhauds «La mère coupable» am Theater Basel und Emireno in Händels «Ottone» bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Von 2020 bis 2022 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit René Jacobs, unter dessen Leitung er u. a. als Jesus («Johannes-Passion») im Concertgebouw Amsterdam, als Apollo (Händels «Apollo e Dafne»), als Kilian und Ottokar («Der Freischütz») u. a. in der Elbphilharmonie Hamburg, in Händels «Israel in Egypt» in der Philharmonie de Paris, dem Konzerthaus Freiburg und der Berliner Philharmonie sowie in der Titelpartie in Monteverdis «Orfeo» mit dem Freiburger Barockorchester u. a. in der Berliner Philharmonie, der Philharmonie de Paris und am Liceu in Barcelona zu erleben war. Ebenfalls mit dem Freiburger Barockorchester sang er Jesus («Matthäus-Passion») unter Francesco Corti auf Tour u. a. in Frankfurt, Madrid, Budapest, Zürich und Seoul. Seit der Spielzeit 2024/25 gehört er zum Ensemble des Opernhauses Zürich. Hier sang er zuletzt Harlekin («Ariadne auf Naxos»), Lesbo («Agrippina»), die Titelpartie in Wolfgang Rihms «Jakob Lenz», Schaunard in «La bohème», Lescaut in Massenets «Manon» und Dr. Falke in der «Fledermaus».

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 Okt. 2025 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. 2026 Johannes-Passion24 März 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027 Le nozze di Figaro2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027

Stanislav Vorobyov

Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Er war Mitglied des Internationalen Opernstudios und ist seit der Spielzeit 2018/19 Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich. Er war hier u. a. als Colline («La bohème»), Alidoro («La Cenerentola»), Oberpriester («Nabucco»), Notar («Der Rosenkavalier»), Reinmar von Zweter («Tannhäuser»), Faust («Der feurige Engel»), Zaretsky («Eugen Onegin»), Cesare Angelotti («Tosca»), Fünfter Jude und 1. Nazarener («Salome»), Lord Rochefort («Anna Bolena»), Dottor Grenvil («La traviata»), Crébillon («La rondine»), Zuniga («Carmen»), Roberto («I vespri siciliani»), Roucher («Andrea Chénier»), Polizeikommissar («Der Rosenkavalier»), Marchese Calatrava («La forza del destino») Tom («Un ballo in machera»), Brühlmann («Werther») sowie als Faust («Der feurige Engel») und Goldhändler («Cardillac») zu erleben. Ausserdem sang er Don Basilio («Il barbiere di Siviglia») bei den Bregenzer Festspielen, Nourabad («Les Pêcheurs de perles») an der Oper Vlaandern und in Luxemburg sowie Ombra di Nino («Semiramide») im Concertgebouw Amsterdam. Bei den Bregenzer Festspielen war er als Onkel Bonzo in «Madama Butterfly» und als Il capitano/L’ispettore in Giordanos «Siberia» zu erleben. 2024 war er zudem als Colline («La bohème») am Tokyo Metropolitan Theater und am ROHM Theatre Kyoto zu Gast. Am Opernhaus Zürich ist er als Méphistophélès in der konzertanten Aufführung von «Damnation de Faust» zu erleben.

Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027

Anna Netrebko

Anna Netrebko hat sich im Lauf ihrer glanzvollen Karriere zu einer der bedeutendsten Primadonnen des 21. Jahrhunderts entwickelt. Mit Saisoneröffnungen an der Mailänder Scala oder der Metropolitan Opera in New York, oder als Solistin bei der Eröffnungszeremonie der Olympischen Winterspiele hat sie sich innerhalb und ausserhalb der Opernwelt einen Namen gemacht. Ihre Interpretationen reichen von Mozart über Belcanto (darunter Bellinis «La sonnambula» und Donizettis «Anna Bolena») bis hin zu französischen Opern (Massenets «Manon» und Gounods «Roméo et Juliette»), Verdi (von «La traviata» über «Aida» bis «Macbeth» und «Nabucco»), Puccini (von «La bohème» bis «Turandot»), Ponchiellis «La Gioconda», Verismo («Andrea Chénier» und «Adriana Lecouvreur»), Tschaikowski (von «Iolanta» bis «Eugen Onegin») und Wagners «Lohengrin». Zu ihren jüngsten Rollendebüts zählen Lisa in Tschaikowskis «Pique Dame» und Amelia in Verdis «Un ballo in maschera». Anna Netrebko ist nicht nur an den weltweit führenden Opernhäusern zu sehen, sondern hat auch zahlreiche Konzerte und Liederabende auf fünf Kontinenten gegeben. Seit 2003 ist sie Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon, und ihre umfangreiche Diskographie umfasst komplette Opern, Konzertrepertoire und zahlreiche Soloalben. Zu ihren Preisen und Auszeichnungen zählen drei Grammy-Nominierungen, der deutsche Bambi sowie die britischen Classical BRIT Awards als «Sängerin des Jahres» und «Künstlerin des Jahres». Anna Netrebko ist weltweite Botschafterin für Chopard-Schmuck. Netrebko wurde 1971 im russischen Krasnodar geboren, studierte Gesang am St. Petersburger Konservatorium und absolvierte das Merola Opera Program in San Francisco. Als engagierte Mutter setzt sie sich seit vielen Jahren leidenschaftlich für die Belange benachteiligter Kinder ein und unterstützt verschiedene Vereine.

La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 Nov. 2025 La bohème4 / 7 / 10 Juli 2027

Valeriy Murga

Der Bass Valeriy Murga studierte an der Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kiew. Sowohl beim 41. Internationalen Gesangswettbewerb in Toulouse (1996) als auch beim 7. Julian-Gayarre-Wettbewerb in Pamplona (1998) gehörte er zu den Finalisten. 1997 gewann er den zweiten Preis beim Maria Callas Grand Prix in Athen und nahm 1999 am Cardiff Singer of the World-Wettbewerb teil. Von 1997 bis 1999 war er Solist an der Ukrainischen Nationaloper in Kiew, wo er u. a. die Rollen Figaro («Le nozze di Figaro»), Escamillo («Carmen»), Schaunard («La bohème») und die Titelpartien in «Jewgeni Onegin», «Don Giovanni» und «Fürst Igor» verkörperte. Sein Repertoire umfasst ausserdem u. a. die Partien des Marchese di Posa («Don Carlo») und Schaklowity («Chowanschtschina»). Am Opernhaus Zürich war Valeriy Murga zunächst Mitglied des Internationalen Opernstudios und trat in dieser Zeit u. a. als Sciarrone und Schliesser («Tosca») sowie als Monterone («Rigoletto») auf. Seit Beginn der Spielzeit 2000/01 ist er festes Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich und war hier seither u. a. als Fürst Jelezki («Pique Dame»), Moralès («Carmen»), Zweiter Soldat («Salome»), Alessio («La sonnambula»), Ali («L’italiana in Algeri»), Wagner («Faust»), Mesner («Tosca»), Butler («La rondine») und Bogdanowitsch («Die lustige Witwe») sowie in Familienopern wie u. a. «Das Gespenst von Canterville», «Robin Hood», «Das verzauberte Schwein», «Jim Knopf» und «Wir pfeifen auf den Gurkenkönig» zu hören. Ausserdem gastierte er in Eugen d’Alberts «Tiefland» am Liceu in Barcelona und in «L’italiana in Algeri» an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Hänsel und Gretel20 / 23 Nov. / 2 / 16 / 18 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 28 Nov. 2026 / 2 / 8 / 17 Jan. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Herr der Diebe27 Feb. / 2 / 4 / 6 / 7 / 9 / 10 / 11 März 2027
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Kinderchor der Oper Zürich

Der Kinderchor der Oper Zürich wurde 1985 für Jean-Pierre Ponnelles Neuproduktion von  Bizets Carmen gegründet und gastierte mit dieser erfolgreichen Inszenierung schon bald darauf in Dresden und Athen. Mit der Zeit entwickelte sich ein festes Ensemble, welches in den verschiedensten Produktionen im Opernhaus, aber auch im Zürcher Hallenstadion bei Puccinis Turandot und Mussorgskis Boris Godunow (in russischer Sprache) auftrat.
Inzwischen wirken ca. 50 Kinder regelmässig in diesem Ensemble mit. Einzelne von ihnen übernehmen in einigen Opern sogar kleinere Solopartien. Die Zahl der Auftritte in immer aufwendigeren Inszenierungen am Opernhaus beträgt gegenwärtig 10 bis 15 verschiedene Werke pro Jahr.
Ausserhalb des Opernhauses ist der Kinderchor in den letzten Jahren immer wieder mit eigenen Kirchenkonzerten unter seinen Leitern Jürg Hämmerli und Ernst Raffelsberger aufgetreten, darüber hinaus aber auch in Anna Jenatsch von Martin Derungs unter Räto Tschupp, in Berlioz’ Te Deum unter Alex Hug in der Zürcher Tonhalle sowie im Rahmen eines Konzertes von Céline Dion im Letzigrundstadion.
Gastspielreisen führten den Kinderchor nach Deutschland (Krefeld), Italien (Verona) und Grossbritannien (London).

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 / 2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Rinaldo14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 Tannhäuser26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026

Kurzgefasst

Rodolfo, ein junger erfolgloser Schriftsteller, sucht Inspiration, als unerwartet eine junge Frau auf der Türschwelle steht: Mimì will nur ihre erloschene Kerze wieder anzünden, doch die Begegnung der beiden eröffnet eine der bewegendsten Liebesgeschichten der Opernliteratur. Der Regisseur Ole Anders Tandberg erzählt «La bohème» als poetische Fanta sie von vier Provinzkünstlern, die vom grossen Erfolg träumen und sich plötzlich im Künstlermythos von Paris wiederfinden. Giacomo Puccinis Partitur vereint einige der berühmtesten Arien Puccinis und berührt mit ungebrochener emotionaler Kraft. Als Mimì ist Anna Netrebko in mehreren Vorstellungen zu erleben.

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Trailer «La bohème»


Pressestimmen «La bohème»

«Tandberg siedelt das Geschehen in einer phantastischen Welt zwischen Realität und Traum an»

NZZ, 02.11.2015


Fotogalerie «La bohème»


Gut zu wissen

Ein Traum vom Künstlerleben

Der Norweger Ole Anders Tandberg inszeniert «La bohème» von Giacomo Puccini. Vor der Premiere 2015 führte Fabio Dietsche mit ihm ein Gespräch über nordische Paris-Fantasien, Trugbilder von kreativen Karrieren und freier Liebe und die Muse als Lieblings-Illusion aller Künstler.

Ole Anders Tandberg, «La bohème» ist Ihre erste Inszenierung am Opernhaus Zürich. Worum geht es in diesem Stück, und was fasziniert Sie daran?
Als Atheist und Existenzialist berührt es mich, wie in diesem Stück die Fragilität des Lebens dargestellt wird. Es geht um eine junge Liebe, die mit dem tragischen Tod von Mimì abrupt endet. Mimì stirbt, bevor sie wirklich gelebt hat. Innerhalb einer sehr kurzen und intensiven Zeitspanne erfahren Rodolfo und Mimì das höchste Liebesglück. Und in dieser Liebe zueinander finden sie den Sinn des Lebens. Aber es zeichnet sich schon ab, dass Mimì sterben wird. Wenn sie am Ende der Oper, nach der Trennung von Rodolfo, zu ihm zurückkommt, um zu sterben, finden wir die gegenteilige Situation vor: Das Leben hat jeden Sinn verloren. Für einen Moment flackert er noch einmal auf – aber der Tod naht unausweichlich.

Liegt es an dieser Spannung zwischen höchstem Liebesglück und dem Wissen um dessen Endlichkeit, dass Puccinis Oper uns immer wieder so stark berührt?
Ich denke ja – und zwar weil uns gezeigt wird, wie das Leben nun einmal ist. Universal betrachtet, ist dem Einzelnen eine ungeheuer kurze Lebenszeit beschieden. Innerhalb dieser kurzen Zeit leben, lieben und sterben wir. Puccinis Oper lässt uns zwar nicht direkt über diese grossen Fragen nachdenken, aber sie lässt sie uns fühlen. Und diese Gefühle gehen jeden Interpreten und jeden Zuschauer unmittelbar etwas an. Deshalb ist das Werk so beliebt.

Weil die Oper so beliebt ist, hat sich in den Köpfen der Zuschauer eine genaue Vorstellung festgesetzt, wie «La bohème» zu sein habe. Im 20. Jahrhundert hat insbesondere die Inszenierung von Franco Zeffirelli die Rezeption geprägt. Was bedeutet es für einen Regisseur, sich einem solch bekannten Stück zu stellen?
Ich glaube, dass diese Vorstellung, wie eine «Bohème»-Inszenierung sein soll, vor allem damit zusammenhängt, dass die Handlung in Paris spielt, einem Ort mit grosser mythischer Ausstrahlung. Gerade kulturinteressierte Menschen haben eine genaue Vorstellung von Paris – und zwar von dem Paris, das sie aus der Kunst, dem Film, der Literatur und den Anekdoten kennen. Viele haben eine romantische Vorstellung vom Mythos Paris – und wenn eine Inszenierung von «La bohème» dieser Vorstellung gerecht wird, fühlt es sich richtig an. Dazu kommt, dass Puccini es wie kaum ein anderer verstand, für das Theater zu schreiben. Seine Partitur, die er mit höchster Präzision bis ins Detail ausgearbeitet hat, impliziert oft schon die szenischen Vorgänge, und das Libretto ist voll von realistischen Details. Zu diesem Realismus muss man sich als Regisseur verhalten. Es hat für mich keinen Sinn, sich diametral dagegenzustellen. Um zu einer eigenen Interpretation von Puccinis Werk zu kommen, habe ich mich deshalb gefragt, inwiefern das Stück etwas mit meinem eigenen Leben zu tun hat.

Und haben Sie Parallelen gefunden?
Zum Glück habe ich die Situation von Rodolfo nie erlebt, der dabei zusehen muss, wie seine grosse Liebe vor seinen Augen stirbt! Aber für mich ist wichtig, dass «La bohème» ein Stück über die Zeit der Jugend ist, in der noch alles im Leben möglich zu sein scheint. Die Gruppe von Bohemiens, um die es in diesem Stück geht, setzt sich aus sehr jungen Menschen zusammen, die ihre ersten Liebeserfahrungen machen und die noch voller Optimismus davon träumen, die Welt verändern und beherrschen zu können. Und das erinnert mich stark daran, wie ich selbst als Jugendlicher war. Ich habe in Norwegen gelebt und verzweifelt davon geträumt, nach Paris zu gehen und ein berühmter Künstler zu werden! Und Erlend, meinem Bühnenbildner, ging es damals genauso. Er wollte ein berühmter Maler werden …

Sie haben also die Situation, in der sich die vier Künstlerfreunde zu Beginn von Puccinis Oper befinden, in Ihrer Jugend selbst erlebt?
… wie wahrscheinlich viele andere junge Menschen auch, die davon träumen, grosse Künstler zu werden! Puccinis Oper beginnt mit dem Thema des Scheiterns. Rodolfo versucht, an einem Drama zu schreiben, und Marcello malt an einem Bild; aber ihre Wohnung ist eiskalt, weil sie mit ihrer Arbeit kein Geld verdienen und weder Brennholz noch Essen kaufen, geschweige denn ihre Miete bezahlen können. Von einem grossen Künstlerdasein sind sie also weit entfernt. Aufgrund der Parallelen zu meiner eigenen Jugend beginnt das Stück bei uns in einem kleinen norwegischen Volkshaus, auf dessen Bühne die vier Künstlerfreunde ihr eigenes Theater zur Aufführung bringen wollen. Rodolfo schreibt das Stück, Marcello entwirft das Bühnenbild, Schaunard ist für die Musik und Colline, der Philosoph, für die Dramaturgie zuständig.

Das zweite Bild der Oper spielt im Quartier Latin, wo die Bohemiens den Weihnachtsabend feiern. Wie finden Sie in Ihrer Inszenierung den Weg aus dem norwegischen Volkshaus nach Paris?
Mit dem zweiten Bild komponierte Puccini eine grandiose Grossstadtszene, die in einer Stadt spielt, in der er bis dahin nie gewesen war. Seine eigenen Erfahrungen mit der Grossstadt machte er in Mailand – damals selber noch ein erfolgloser Musikstudent. Was Puccini in Musik umsetzt, ist also nicht seine reale Paris-Erfahrung, sondern seine Paris-Fantasie! Und genau so geht es in unserer Inszenierung Rodolfo. Aus der Trunkenheit der ersten Begegnung mit Mimì träumt er den Traum vom Künstlerleben in Paris. Dieser Traum, als Künstler in Paris zu leben, ist ja auch zu einem Mythos geworden, den wir in unserer Inszenierung thematisieren. Die fast absurd vielschichtige Musik, die Puccini für dieses zweite Bild schrieb, bestätigt uns in unserem Vorhaben, dieses Bild, das aus lauter gleichzeitigen, sich überlagernden Handlungen besteht, als grosse Traumsequenz zu entwerfen.

Befinden wir uns im dritten Bild wieder auf dem Boden der Tatsachen?
Zu Beginn des dritten Bilds etabliert Puccini eine neue Atmosphäre, die schon darauf hindeutet, dass sich die Stimmung zwischen Mimì und Rodolfo verändert hat. Der Ort der Handlung, ein Zollhäuschen am Pariser Stadtrand, mag etwas seltsam gewählt erscheinen, aber für die Atmosphäre ist er genau richtig; es herrscht eine eisige, unangenehme Kälte. Nach dem grossen Künstlertraum im zweiten Bild herrscht hier wieder das Thema des Scheiterns vor. Musetta und Marcello streiten, Rodolfo ist eifersüchtig und realisiert gleichzeitig, dass Mimì sehr krank ist – und dass er dieser Situation nicht gewachsen ist. Die beiden entscheiden, sich zu trennen. In unserer Inszenierung ist der ganze Beginn des Bilds mit den Zöllnern, Milchfrauen und Marktfahrern Teil des Theaterstücks, das Rodolfo und Marcello auf die Bühne des Volkshauses zu bringen versuchen. Aber Rodolfo ist unzufrieden mit dem Ergebnis. Auch seine künstlerischen Ambitionen drohen zu scheitern …

Als Bohemien ist Rodolfo von seinen künstlerischen Ambitionen besessen. Opfert er ihnen seine grosse Liebe Mimì?
Es gibt eine Anekdote über Edvard Munch, der zum Kreis der Osloer Bohème gehörte. Als er nach einem romantischen Rendezvous mit einer Frau ins Bett gehen wollte und sie gerade dabei war, ihre Strümpfe auszuziehen, bat er sie, in dieser Position zu bleiben. Er begann, sie zu zeichnen – und als er damit fertig war, bedankte er sich und schickte sie weg. Er hatte komplett vergessen, wozu sie eigentlich da war! Auch Rodolfo sieht Mimì immer im Kontext seines künstlerischen Schaffens. Wenn er sie im zweiten Bild seinen Freunden vorstellt, sagt er: «Ich bin der Poet, und sie ist die Poesie» …

Das heisst also, Mimì ist in Puccinis Oper eine konstruierte Idealfigur. Puccini und seine Librettisten verschmolzen in ihr die Charaktere von zwei verschiedenen Frauen aus Henri Murgers Vorlage. Wie gehen Sie in Ihrer Inszenierung mit dieser Frauengestalt um, in der Rodolfo «den Traum, den er immer träumen wollte» erkennt?
Ich habe zunächst tatsächlich darüber nachgedacht, ob Mimì nur in den Träumen des Dichters existiert, oder ob sie eine Frau aus dem Drama sein könnte, das er gerade schreibt. Ich habe dann aber gemerkt, dass der tragische Schluss der Oper seine Wirkung verlieren würde, wenn Mimì keine real existierende Figur wäre. Das Problem liegt darin, dass Rodolfo Mimì idealisiert. Er stilisiert sie zu einem Teil seines perfekten Lebenstraums – und verliebt sich in diese idealisierte Frau. Im dritten Bild stellt sich jedoch heraus, dass Mimì krank ist und wirkliche Liebe, Zuwendung und Fürsorge benötigt. Um diese Realität zu begreifen und sich ihr zu stellen, ist Rodolfo zu jung. Weil er mit der Realität überfordert ist, reagiert er mit Eifersucht und völlig unerwachsen. Er sieht zu diesem Zeitpunkt keine andere Möglichkeit, als sich von ihr zu trennen.

Und wenn er schliesslich realisiert, was passiert, ist es zu spät …
Das ist die grosse Tragik dieses Stücks. Und der eigentliche Konflikt des Bohemiens: Einerseits will er erwachsen werden und etwas erreichen – und auf der anderen Seite will er völlige Freiheit haben und tun und lassen können, was er will.

Im vierten Bild leben die vier Bohemiens noch einmal ausgelassen ihre Freiheit aus, geben sich ganz dem Spiel hin …
… und dann kommt plötzlich der volle Ernst des Lebens zur Tür herein. Um dem Traum zu entfliehen und sich der Realität zu stellen, ist es dann zu spät. Es bleiben nur wenige Stunden bis zu Mimìs Tod. Das Paradoxe dieser Schlusssituation ist, dass erst die Gewissheit, dass Mimì sterben wird, der vergangenen Zeit der Liebe ihre volle Bedeutung gibt!

Neben der zentralen Liebesgeschichte zwischen Mimì und Rodolfo gibt es in «La bohème» aber mit Marcello und Musetta ein zweites Paar, das eine ganz andere Vorstellung von Liebe zu haben scheint …
Wenn Musetta im zweiten Bild mit ihrem alten reichen Liebhaber Alcindoro auftritt und alle Blicke auf sich zieht, gibt sie sich eigentlich als Exhibitionistin preis. Man kann das so interpretieren, als würde sie das nur tun, um Marcello eifersüchtig zu machen. Ich glaube aber, dass sie das wirklich geniesst! Die freie Vorstellung von Liebe, die Musetta und Marcello haben, hängt für mich wieder mit meiner eigenen Jugend zusammen: Ich bin während der 70er-Jahre aufgewachsen. Viele von uns hatten damals das Gefühl, dass wir durch unsere Vorstellungen von freier Liebe die Welt revolutionieren würden! Aber im Grunde waren wir genau so eifersüchtig wie alle anderen auch. Ich glaube, wenn Musetta und Marcello vor das gleiche existenzielle Problem gestellt würden wie Rodolfo und Mimì, würde ihnen ihre freie Einstellung in der Liebe – die vordergründig besser zu funktionieren scheint – nicht viel bringen.

Henri Murger beschreibt im Vorwort zu seinen «Scènes de la vie de bohème» das Leben der falschen Bohème, das in der Bedeutungslosigkeit endet, und das Leben der wahren Bohème, das nur ein Übergangsstadium zum Erfolg ist. Im letzten Kapitel von Murgers Buch sind Rodolfo und Marcello etablierte Künstler geworden. Zeichnet sich diese Entwicklung auch in der Oper ab?
Was Rodolfo angeht, glaube ich, dass er nach dem Tod von Mimì endlich sein Drama schreiben kann. Die Muse inspiriert nur dann, wenn sie abwesend ist und wenn man von ihr träumen kann. Wenn sie krank im Zimmer steht und einen mit den realen Problemen des Lebens konfrontiert, ist das nicht möglich … Aber Mimì ist doch keine Muse, sie ist eine reale Frau! Die Muse ist eine grosse Einbildung des westlichen Künstlers, die ihm im besten Fall zum Erfolg verhilft; und sie ist eine Lieblingsgestalt des westlichen Publikums, weil die Geschichten, die von einer Muse inspiriert sind, die schönsten sind!

Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Foto von Danielle Liniger.
Dieses Interview erschien in MAG 33 (Oktober 2015).

Keine grosse Sache

Ein Akkord in Giacomo Puccinis «La bohème».

Was für ein Akkord! Eigentlich nichts weiter als ein h-Moll-Dreiklang. Aber die sorgfältige und äusserst sensibel abschattierte Instrumentation lässt den simplen Klang zu etwas Besonderem werden: Die Holzbläser spielen pianissimo in tiefer Lage, drei Hörner treten zunächst ganz zart mit einem kleinen Akzent hervor und gehen dann ebenfalls zum Pianissimo über, während der Klang der Holzbläser erstirbt. Dieser sanft changierende Klang erhält durch einen kaum hörbaren Beckenschlag im vierfachen Piano eine fast unirdische, jenseitige Zartheit.

Und wirklich ist es der Moment des Todes, den dieser Akkord bezeichnet. Die todkranke Mimì ist an den Ort zurückgekehrt, wo sie einmal glücklich war, um dort zu sterben. In den Armen ihres geliebten Rodolfo schläft sie sanft ein und niemand von den fieberhaft um sie bemühten Freunden bemerkt, dass sie in den Schlaf versunken ist, aus dem niemand erwacht. Nur dieser eine Akkord im Orchester lässt ahnen, was gerade geschehen ist. Der Tod, so scheint er zu sagen, ist keine grosse Sache, vielmehr ein alltägliches Ereignis und eins, das jedem von uns bevorsteht. Ein Leben erlischt, das Leben geht weiter.

Und doch – bei aller Zartheit markiert dieser Akkord einen starken Bruch der harmonischen Kontinuität. Die unmittelbar vorhergehende Passage, die Mimìs friedliches Einschlafen schildert, verliert sich in einem dissonanten Akkord, der nach Des-Dur aufgelöst werden müsste. Wenn nach einer langen Stille der h-Moll-Akkord eintritt, der auch den folgenden Dialog der Freunde grundiert, wird hörbar, dass etwas Unwiderrufliches geschehen ist. Denn wie alltäglich der Tod immer sein mag, die Welt ist danach nicht mehr, wie sie war. Ein Mensch fehlt für immer, und das reisst eine Lücke, die nichts schliessen kann.

Mimì geht so unauffällig, still und freundlich aus der Welt, wie sie in ihr gelebt hat. Es war ein kleines, unbedeutendes Leben, in dem wenig Glück war. Ein Leben grosser Not und kleiner Freuden: am Aufblühen des Frühlings, an einem billigen rosa Häubchen, das Rodolfo ihr zu Weihnachten schenkte, an der zärtlichen Zuwendung der Freunde, die sich um die Todkranke bemühen und zuletzt an dem schönen weichen Muff, in den geschmiegt sie aus dem Leben scheidet.

Puccini komponiert den Tod, wie es diesem Leben angemessen ist. Nur einen Akkord schenkt er Mimì, aber dieser eine Klang ist ergreifender als so manches bombastische Requiem, weil Puccini seine ganze eminente Instrumentationskunst auf ihn verwendete, weil er seine ganze Liebe für dieses zarte Wesen in ihn fliessen liess. Puccini, der so oft die kleinen Leute zu Helden seiner Werke machte und immer wieder seine Vorliebe für die kleinen Dinge bekundete, war auch kompositorisch ein «Meister des ganz Kleinen», der präzisen Ausarbeitung winziger und dennoch bedeutender Details, und darin vielleicht Richard Wagner am nächsten. Wie ein bescheidener Grabstein, so bescheiden, dass man ihn fast übersehen könnte, steht dieser eine Akkord in der Partitur, als ein zärtliches Denkmal für die kleine tapfere Frau, deren Leben sich vollendet hat.

Text von Werner Hintze.
Dieser Artikel ist erschienen im MAG 76, Februar 2020.
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Audio-Einführung zu «La bohème»

Unser Dramaturg Fabio Dietsche gibt einen Einblick in die Oper «La bohème».

Synopsis

Erstes Bild
Der Schriftsteller Rodolfo und der Maler Marcello versuchen zu arbeiten. Es ist kalt und sie haben Hunger, da sie mit ihrer Kunst kaum Geld verdienen. Um zu heizen, opfert Rodolfo das Manuskript seines Dramas. Der Philosoph Colline kommt dazu. Am Heiligabend wurden seine Bücher, die er ins Pfandhaus bringen wollte, nicht angenommen. Der Musiker Schaunard hat mit einem skurrilen musikalischen Auftrag ein bisschen Geld verdient. Er bringt Brennholz, Essen und Wein mit. Der Hausbesitzer Benoît überrascht die vier Bohemiens und fordert die Miete. Die Freunde geben ihm zu trinken und fragen ihn über seine Affären aus. Als sich herausstellt, dass er seine Ehefrau betrogen hat, geben sie sich entrüstet und werfen ihn hinaus. Sie beschliessen, den Weihnachtsabend im Quartier zu feiern. Nur Rodolfo will noch einen Moment arbeiten. Als er allein ist, klopft es. Die Nachbarin Mimì bittet ihn, ihre Kerze wieder anzuzünden. Sie wirkt erschöpft und kränklich. Als sie ihren Schlüssel fallen lässt, erlischt, scheinbar zufällig, auch Rodolfos Kerze. Beim Suchen treffen sich ihre Hände. Die beiden kommen sich näher und verlieben sich.

Zweites Bild
Heiligabend in Paris. Im Gedränge einer freudig erregten Menge feilscht Schaunard um ein verstimmtes Horn. Colline kauft ein seltenes Buch und einen Mantel. Rodolfo schenkt Mimì ein Häubchen. Marcello wirbt um die schönen Mädchen. Vor dem Café Momus stellt Rodolfo den Freunden seine neue Liebe Mimì vor. Als sie sich zum Essen niederlassen, kommt Marcellos Freundin Musetta in Begleitung von Alcindoro, einem älteren, reichen Verehrer. Sie erkennt Marcello und schickt Alcindoro unter einem Vorwand fort. Musetta und Marcello fallen sich in die Arme. Die Bohemiens mischen sich unter den allgemeinen Trubel. Als Alcindoro zurückkommt, findet er nur noch deren Rechnung vor.

Drittes Bild
Zwei Monate später, früh an einem kalten Wintermorgen. Mimì sucht nach Marcello und bittet ihn um seinen Rat: Ihr Zusammenleben mit Rodolfo werde durch dessen Eifersucht unerträglich. Marcello rät ihr, sich zu trennen. Rodolfo, der nebenan eingeschlafen ist, wacht auf. Mimì hält sich im Hintergrund. Rodol­fo gesteht Marcello ebenfalls, sich von seiner Geliebten trennen zu wollen. Aber nicht nur, weil er eifersüchtig sei, sondern auch wegen Mimìs hoffnungsloser Krankheit. Durch einen Hustenanfall verrät Mimì ihre Anwesenheit. Von Gefühlen überwältigt, beschliessen Mimì und Rodolfo noch bis zum Frühling zusammenzubleiben. Marcello liefert sich indessen eine heftige Eifersuchtsszene mit Musetta.

Viertes Bild
Ein paar Monate später. Rodolfo und Marcello geben vor, zu arbeiten. Insgeheim denken sie an die glücklichen Zeiten, die sie mit Mimì und Musetta verbracht haben. Colline und Schaunard kommen. Sie bringen trockenes Brot und einen Hering mit. Immer ausgelassener albern die vier Bohemiens herum, tanzen und spielen eine Zweikampf-Szene. Auf dem Höhepunkt der Stimmung stürzt Musetta herein. Mimì folgt ihr – sie ist todkrank. Die Bohemiens richten ihr ein Bettlager. Musetta opfert ihre Ohrringe, damit Marcello Medizin besorgen kann. Sie selbst will Mimì einen Muff für deren kalte Hände kaufen. Colline folgt ihrem Beispiel und geht seinen Mantel verkaufen. Schaunard lässt die beiden wiedervereinten Liebenden allein. Mimì und Rodolfo erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit. Als die Freunde zurückkehren und die baldige Ankunft eines Arztes melden, schläft Mimì ein. In Gedanken versunken merkt Rodolfo erst am betretenen Schweigen seiner Freunde, dass Mimì gestorben ist.