Manon Lescaut

Giacomo Puccini

Libretto von Domenico Oliva, Luigi Illica u. a.
nach Abbé Prévosts «Histoire du Chevalier Des Grieux
et de Manon Lescaut»

Von 11. Dezember 2026 bis 26. Dezember 2026

  • Dauer:
    2 Std. 30 Min. Inkl. Pause.
  • Sprache:
    In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Musikalische Leitung:
Francesco Ivan Ciampa

Francesco Ivan Ciampa

Francesco Ivan Ciampa, geboren in Avellino, Kampanien, studierte Dirigieren am Konservatorium Santa Cecilia in Rom und war Assistent von Antonio Pappano und Daniel Oren. 2010/11 gewann er den National Arts Award und den ersten Preis beim Dirigierwettbewerb des italienischen Ministeriums für Unterricht, Universitäten und Forschung. Er leitete u. a. bereits die Münchner Philharmoniker, die Filarmonica Arturo Toscanini, das Orchestra of the Royal Northern College of Music in Manchester, das Italian Youth Orchestra, das Orchester der Opéra Bastille in Paris, das Orchester der Deutschen Oper Berlin, das Santa Cecilia Orchester «I Solisti di Napoli», das Valencia Symphony Orchestra sowie i Pomeriggi Musicali. An der Opéra Bastille, am Teatro La Fenice in Venedig, am Teatro Regio in Turin sowie am Opernhaus Zürich dirigierte er «La traviata», an der Deutschen Oper Berlin «Nabucco», «Maria Stuarda» und «Madama Butterfly», an der Wiener Staatsoper «L’elisir d’amore», an der Hamburgischen Staatsoper «Manon Lescaut», «Don Pasquale» und «Turandot» sowie an der Bayerischen Staatsoper u. a. «Il trovatore», «Otello» und «Aida». Gastengagements führten ihn ausserdem u. a. an das Teatro Colón in Buenos Aires sowie nach Bilbao und Tel Aviv. Am Puccini-Festival in Torre del Lago übernahm er die musikalische Leitung von «Turandot» und «Madama Butterfly» sowie am Verdi-Festival in Parma von «Il Corsaro», «I Masnadieri» und «Nabucco». Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit dem Bariton Leo Nucci in Piacenza sowie mit der Sopranistin Diana Damrau in Paris, Barcelona, Genua und Monaco. Von 2020 bis 2022 war Francesco Ivan Ciampa Leiter des Orchestra Filarmonica di Benevento.

Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026
Inszenierung:
Barrie Kosky

Barrie Kosky

Barrie Kosky war von 2012 bis 2022 Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Er inszeniert u. a. an Opernhäusern wie der Bayerischen Staatsoper, der Pariser Oper, dem Royal Opera House Covent Garden und der Wiener Staatsoper, bei den Salzburger und den Bayreuther Festspielen, dem Glyndebourne Festival sowie an Schauspielhäusern wie dem Deutschen Theater Berlin und dem Schauspiel Frankfurt. 1996 war er Künstlerischer Leiter des Adelaide Festivals und von 2001 bis 2005 Co-Direktor des Schauspielhauses Wien. Seine preisgekrönte Inszenierung der «Zauberflöte» (zusammen mit 1927) an der Komischen Oper Berlin war mittlerweile weltweit in über 45 Städten zu sehen. Für «Aus einem Totenhaus» an der Staatsoper Hannover erhielt er 2009 den Theaterpreis «Der Faust», für «Castor et Pollux» an der English National Opera 2011 den Laurence Olivier Award. Seine Bayreuther Inszenierung von «Die Meistersinger von Nürnberg» wurde 2017 in der Kritikerumfrage der Opernwelt zur «Aufführung des Jahres» gewählt. Unter seiner Leitung wurde die Komische Oper Berlin für die Spielzeit 2012/13 zum «Opernhaus des Jahres» ernannt, 2015 folgte der International Opera Award in der Kategorie «Ensemble des Jahres». Barrie Kosky wurde mehrfach als «Regisseur des Jahres» ausgezeichnet, u. a. 2014 bei den International Opera Awards, 2016 in der Kritikerumfrage der Opernwelt und 2020 von der Zeitschrift Die deutsche Bühne. 2022 erhielt er den Verdienstorden Berlins und wurde 2024 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am Opernhaus Zürich inszenierte Barrie Kosky «La fanciulla del West», «Macbeth», «Eugen Onegin», «Die Gezeichneten», «Boris Godunow» und «Manon Lescaut».

Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027
Bühnenbild:
Rufus Didwiszus

Rufus Didwiszus

Rufus Didwiszus studierte Bühnen- und Kostümbild in Stuttgart bei Jürgen Rose und ar­bei­­tet seither als freier Bühnenbildner in Theater-, Opern- und Tanz­produktio­­­nen, u. a. mit Barrie Kosky (La Belle Hélène, Die Perlen der Cleopatra und Anatevka an der Komischen Oper Berlin; La fan­ciul­la del West, Die Gezeichneten und Boris Godunow am Opernhaus Zü­­­rich; Orphée aux enfers, Salzburger Festspiele; Fürst Igor, Opéra de Paris; Der Ro­senkavalier, Bayerische Staatsoper), Tho­mas Ostermeier (u.a. Shop­pen &Ficken in der Baracke des Deutschen Theaters Berlin mit Einladung zum Berliner Theatertreffen und nach Avignon; Der blaue Vogel am Deutschen Theater, Feuergesicht am Schauspiel­haus Hamburg, Der Name bei den Salzburger Festspielen und an der Ber­li­ner Schau­­bühne, The Girl on the Sofa beim Edinburgh Interna­tio­nal Festival und an der Schaubühne, Vor Son­nen­­auf­gang an den Münchner Kammer­spie­len), Sasha Waltz, Tom Kühnel, Christian Stückl, Stefan Larsson, Tomas Alfredson und Christian Lollike. Seit 2004 entwirft und inszeniert Rufus Didwiszus mit Joanna Dud­ley eigene Musik-Theater-Performances, u. a. in den So­phien­sae­len, an der Schaubühne und im Ra­dial­system in Berlin sowie im BO­ZAR in Brüssel. Mit seiner Band «Friedrichs» war er in Der weisse Wolf am Staats­theater Stuttgart zu sehen. Zudem war er als Gastdozent an der Aka­­demie der Bildenden Künste München und an der Kunsthochschule Berlin-Weissensee tätig. Für Christian Spuck entstanden die Bühnenbilder zu Der fliegende Hol­län­­der an der Deutschen Oper Berlin, Nussknacker und Mause­könig, Winter­reise, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern,  Dornröschen und Monteverdi beim Ballett Zürich sowie Orlando am Moskauer Bolschoitheater.

Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027
Kostüme:
Klaus Bruns

Klaus Bruns

Klaus Bruns, geboren in Mülheim an der Ruhr, studierte Bühnenbild und Kostümdesign am Mozarteum in Salzburg. Engagements als Kostümbildner führten ihn u. a. an die Staatsoper Unter den Linden in Berlin, das Schauspielhaus Graz, die Hamburgische Staatsoper, die Oper Frankfurt, die Komische Oper Berlin, die Wiener Staatsoper, das Theater an der Wien, die Niederländische Nationaloper, das Teatro Regio in Turin, das Teatro Massimo Bellini in Catania und an die Metropolitan Opera in New York sowie zu den Festspielen in Bayreuth und Salzburg. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit Barrie Kosky, mit dem er Produktionen u. a. an der Komischen Oper Berlin sowie an der Staatsoper Hannover, dem Schauspiel Frankfurt und an der Bayerischen Staatsoper München schuf. Für die Kostüme von Koskys Bayreuther Inszenierung von «Die Meistersinger von Nürnberg» wurde Klaus Bruns von der Zeitschrift Opernwelt 2018 zum Kostümbildner des Jahres gewählt. Weitere Zusammenarbeiten verbinden ihn mit Regisseur:innen wie Harry Kupfer, Peter Mussbach, Götz Friedrich, Kirsten Harms, Jetske Mijnssen und Christof Loy. Für Damiano Michieletto entwarf er u. a. die Kostüme zur Uraufführung von Alexander Raskatovs «Animal Farm» in Amsterdam, wofür er 2024 mit einem Oper! Award ausgezeichnet wurde. Am Opernhaus Zürich entstanden mit Barrie Kosky «La fanciulla del West», «Macbeth», «Die Gezeichneten», «Jewgeni Onegin», «Boris Godunow» und «Manon Lescaut».

La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026
Lichtgestaltung:
Franck Evin

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café-Théâtre Le Connétable und begann, sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Verbindung von Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Dort arbeitete er u. a. mit Ken Russell und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. In dieser Zeit verband ihn eine enge Zusammenarbeit mit Werner Schröter und dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u. a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort für sämtliche Neuproduktionen verantwortlich. Wichtige künstlerische Partner waren in dieser Zeit u. a. Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieito und Hans Neuenfels. 2006 wurde Franck Evin mit dem Deutschen Bühnenpreis Opus in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Von 2012 bis 2025 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung am Opernhaus Zürich. Neben seiner Tätigkeit in Zürich arbeitete er weiterhin an internationalen Produktionen, u. a. an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München und Graz, an der Opéra Bastille, am Teatro alla Scala, am Teatro La Fenice, an der Vlaamse Opera sowie bei den Bayreuther Festspielen.

Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni / 26 / 27 / 29 / 30 Aug. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027
Choreinstudierung:
Klaas-Jan de Groot

Klaas-Jan de Groot

Klaas-Jan de Groot ist ein niederländischer Dirigent und Chorleiter. Seit der Spielzeit 2025/26 ist er Chordirektor des Opernhauses Zürich. Nach seinem Studium in Den Haag und Cardiff war er von 2016 bis 2022 Assistent der Chordirektorin Ching-Lien Wu an der Niederländischen Oper in Amsterdam, wo er mit dem Opernchor mehrere Produktionen und Projekte einstudierte. Seit 2018 arbeitet er regelmässig mit dem Niederländischen Rundfunkchor (Groot Omroepkoor) zusammen. Von 2018 bis 2024 war er jährlich als Assistent von Chordirektor Eberhard Friedrich bei den Bayreuther Festspielen tätig. Er dirigierte verschiedene Konzerte und Aufführungen mit der Opera Zuid sowie mit dem Orchestra of the 18th Century und den Essener Philharmonikern. Von 2022 bis 2025 war er Chordirektor des Aalto-Theaters in Essen. Seit 2023 arbeitet er regelmässig mit dem NDR Vokalensemble in Hamburg. 2024 gab er sein Debüt beim MDR-Rundfunkchor sowie beim Rundfunkchor Berlin. Im Rahmen der Förderung von Nachwuchstalenten wurde Klaas-Jan de Groot 2021 mit dem renommierten niederländischen Dirigierpreis des Anton Kersjes-Fonds ausgezeichnet.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni / 26 / 27 / 29 / 30 Aug. 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Cardillac18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Europa-Tournee 2026 «Messa da Requiem»22 / 23 / 25 / 26 / 29 / 31 März 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 Die Fledermaus29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Ascanio in Alba13 / 20 März 2027 L'elisir d'amore25 / 27 / 29 Apr. / 2 / 6 / 9 / 12 / 14 / 17 / 21 Mai 2027 Requiem pour Ophélie4 / 7 / 9 Mai 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027
Dramaturgie:
Fabio Dietsche

Fabio Dietsche

Fabio Dietsche studierte Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste sowie Querflöte bei Maria Goldschmidt in Zürich und bei Karl-Heinz Schütz in Wien. Erste Erfahrungen als Dramaturg sammelte er 2012/13 bei Xavier Zuber am Konzert Theater Bern, wo er u.a. Matthias Rebstocks Inszenierung von neither (Beckett/Feldman) in der Berner Reithalle begleitete. Seit 2013 ist er Dramaturg am Opernhaus Zürich, wo er sein Studium mit der Produktionsdramaturgie von Puccinis La bohème abschloss. Hier wirkte er u.a. bei den Uraufführungen von Stefan Wirths Girl with a Pearl Earring und Leonard Evers Odyssee, an der Kammeroper Jakob Lenz von Wolfgang Rihm und an der Schweizerischen Erstaufführung von Manfred Trojahns Orest mit. Er arbeitete u.a. mit Robert Carsen, Tatjana Gürbaca, Rainer Holzapfel, Andreas Homoki, Ted Huffman, Mélanie Huber, Barrie Kosky, Hans Neuenfels und Kai Anne Schuhmacher zusammen. Zurzeit studiert er berufsbegleitend Kulturmanagement an der Universität Zürich.

Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni / 26 / 27 / 29 / 30 Aug. 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Monster's Paradise12 Apr. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Rinaldo22 / 24 / 26 / 28 Feb. / 14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027

Besetzung


Manon Lescaut Sonya Yoncheva


Lescaut Lauri Vasar


Il cavaliere Des Grieux Joshua Guerrero


Geronte di Ravoir Shavleg Armasi


Edmondo Daniel Norman

Un musico Marcela Rahal


Il maestro di ballo Salvador Villanueva

Ninetta Tautvydas Slizauskas

Un comandante Theodore McAlindon

Sonya Yoncheva

Die Sopranistin Sonya Yoncheva stammt aus Bulgarien. Sie studierte Klavier und Gesang in ihrer Heimatstadt Plovdiv sowie in Genf und ist Absolventin der Akademie Le Jardin des Voix. 2010 gewann sie den ersten Preis von Plácido Domingos Operalia-Wettbewerb, 2015 den ECHO Klassik als «Nachwuchskünstlerin des Jahres» und 2021 den Opus Klassik als «Sängerin des Jahres». Ihr breit gefächertes Repertoire umfasst Werke des Barock ebenso wie u. a. die Partien Gilda («Rigoletto»), Mimì («La bohème»), Violetta («La traviata»), Desdemona («Otello»), Marguerite («Faust»), Imogene («Il pirata») und die Titelpartien in «Norma», «Tosca» und «Luisa Miller». Sie gastiert regelmässig auf den wichtigsten internationalen Bühnen, darunter die Metropolitan Opera in New York, das Royal Opera House Covent Garden, die Staatsopern in Berlin, München und Wien sowie die Opéra National de Paris und das Teatro Real in Madrid. Bei den Salzburger Festspielen war sie als Poppea («L’incoronazione di Poppea») zu erleben und gab 2020 einen Konzertabend an der Mailänder Scala. Jüngste Engagements umfassen Lisa («The Queen of Spades») an der Metropolitan Opera, ihr Japan-Debüt als Floria Tosca in Yokohama and Tokio sowie Rezitals und Konzertabende in São Paulo, an den Staatsopern von Berlin und Wien, bei der Salzburger Mozartwoche, im Konzerthaus Wien, der Elbphilharmonie Hamburg, beim Gstaad Menuhin Festival und in der Pariser Philharmonie. Seit 2020 ist sie auch als Produzentin tätig. Bei ihrem Label SY11 Productions sind ihr Soloalbum «The Courtesan» (2023) sowie ihr Buch «Fünfzehn Reflexionen» erschienen und eine Konzertreihe in Sofia entstanden. Sonya Yoncheva ist Botschafterin von UNICEF Bulgarien.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 13 / 17 Mai 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026

Lauri Vasar

Der estnische Bassbariton Lauri Vasar studierte in Tallinn und am Mozarteum Salzburg. Sein Bühnendebüt gab er 2003 bei den Salzburger Festspielen in «Die Bakchantinnen» und «Don Carlos». Zu seinen bedeutenden Engagements zählen Gunther und Donner in Wagners «Ring»-Zyklus, Orest in «Elektra», Amfortas in «Parsifal», die Titelpartie in «Le nozze di Figaro» und Sharpless in «Madama Butterfly» an der Staatsoper Unter den Linden, Olivier in «Capriccio» an der Opéra national de Paris, an der Opéra de Lyon und an La Monnaie, Gunther in «Götterdämmerung» am Teatro Real Madrid, Kovalyov in «Die Nase» am Opernhaus Zürich, Wolfram in «Tannhäuser» bei den Budapester Wagner-Tagen sowie die Titelpartie in «Il prigioniero» an der Oper Athen, der Staatsoper Hannover, der Royal Festival Hall London, De Nationale Opera und der Opéra de Lyon. In der vergangenen Saison war er als Schelkalow in «Boris Godunow» an der Staatsoper Hamburg, als Orest und Amfortas an der Staatsoper Unter den Linden sowie als Wolfram bei den Budapester Wagner-Tagen zu hören. Zu seinen jüngsten Erfolgen zählen Papageno in «Die Zauberflöte» an der San Francisco Opera, Sharpless am Royal Ballet and Opera, Graf von Gloster in «Lear» am Teatro Real Madrid und King in «Lessons in Love and Violence» am Opernhaus Zürich. Für seine Darstellung des Billy Budd an der Deutschen Oper am Rhein wurde er für den Deutschen Theaterpreis «Der Faust» nominiert.

Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026

Joshua Guerrero

Der mexikanisch-amerikanische Tenor Joshua Guerrero wurde in Las Vegas geboren und ist Absolvent des Domingo-Colburn-Stein Young Artist Program der Los Angeles Opera. Ausserdem erhielt er den Eva and Marc Stern Artist Award. 2014 gewann er den 2. Preis beim Operalia-Wettbewerb und erhielt ein Stipendium der Richard Tucker Music Foundation. Zudem wurde er für die Einspielung von Coriglianos «The Ghosts of Versailles» mit einem Grammy ausgezeichnet. Sein Repertoire umfasst zentrale Tenorpartien von Verdi und Puccini, darunter Don José in «Carmen», Radamès in «Aida», Pinkerton in «Madama Butterfly», Cavaradossi in «Tosca», Rodolfo in «La bohème», Luigi in «Il tabarro» und Gabriele Adorno in «Simon Boccanegra». Zu seinen jüngsten Debüts und Höhepunkten zählen Auftritte an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper, der Opéra national de Paris, am Royal Opera House Covent Garden und an der Lyric Opera of Chicago.

Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La bohème4 / 7 / 10 Juli 2027

Shavleg Armasi

Der georgische Bass Shavleg Armasi studierte Gesang in seiner Heimatstadt Tiflis, wo er bereits während seines Studiums als Solist an der Staatlichen Oper engagiert wurde. Anschliessend absolvierte er ein ergänzendes Studium im Opernstudio der Kunstuniversität Graz und wurde im darauffolgenden Jahr Ensemblemitglied der Oper Graz. Er war Finalist beim X. Internationalen Gesangswettbewerb «Ferruccio Tagliavini», Preisträger der internationalen Opernwerkstatt im Schloss Laubach sowie Stipendiat des American Institute of Musical Studies und der Richard Wagner-Stiftung. Seit der Spielzeit 2006/07 ist er Ensemblemitglied der Staatsoper Hannover, wo er u.a. die Partien Filippo II (Don Carlo), Banco (Macbeth), Méphistophélès (Faust), Padre Guardiano (La forza del destino), Mefistofele (Boitos Mefistofele), Raimondo Bidebent (Lucia di Lammermoor), Figaro (Le nozze di Figaro), Don Magnifico (La Cenerentola), Osmin (Die Entführung aus dem Serail), Fasolt (Das Rheingold), Gurnemanz (Parsifal), Gremien (Eugen Onegin) und Ramfis (Aida) sowie die Solostimme in Verdis Messa da Requiem sang. Gastengagements führten ihn als Don Basilio (Il barbiere di Siviglia) an die Sommerfestspiele Savonlinna, als Boris (Boris Godunow) und Hagen (Götterdämmerung) an das Staatstheater Wiesbaden sowie u.a. an die Opern in Frankfurt, Stuttgart, Lissabon, Basel, Hamburg, Tokio und Berlin.

Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026

Daniel Norman

Der englische Tenor Daniel Norman begann seine musikalische Laufbahn als Knabensopran der Kathedrale von Lichfield und als Chorstipendiat am New College in Oxford. Er studierte zunächst Ingenieurswissenschaften, bevor er seine Gesangsausbildung u. a. in Tanglewood fortsetzte und Liedgesang an der Britten-Pears School studierte. Anschliessend war er Mitglied des Opernstudios der Royal Academy of Music London. Sein besonderes Engagement für den Liedgesang führte ihn für Konzerte u. a. in die Wigmore Hall, den Kings Place in London sowie zum Oxford Lieder Festival. Im Opernfach war Daniel Norman u. a. an Opernhäusern wie dem Royal Opera House Covent Garden, der English National Opera, Nederlandse Reisopera, Opera Boston, Opéra National de Paris, Bayerischen Staatsoper München, New Israeli Opera, Scottish Opera Glasgow, Arena di Verona und dem Mariinsky Theater in St. Petersburg zu Gast. Sein Repertoire reicht vom frühen Barock bis zu zeitgenössischen Werken, mit besonderem Schwerpunkt in der Musik von Benjamin Britten. Eine Solo-CD erschien mit Brittens «Winter Words» und «Who Are These Children». In jüngster Zeit debütierte er mit «Nixon in China» an der Staatsoper Hannover und gastierte am Opernhaus Zürich in «Barkouf», Sondheims «Sweeney Todd» sowie im «Rosenkavalier» und in Massenets «Manon».

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026

Marcela Rahal

Besetzung

Alice im Wunderland19 / 21 / 26 Nov. 2026 / 2 Jan. 2027 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027

Salvador Villanueva

Salvador Villanueva ist ein mexikanischer Tenor. Er absolvierte seine Gesangsausbildung an der Universidad de Sonora sowie anschliessend am Mexican Opera Studio. Dort sang er u. a. Goro in «Madama Butterfly» und Remendado in «Carmen». In den Spielzeiten 2023/24 und 2024/25 war er Mitglied des Opernstudios an der Oper Amsterdam, wo er Partien wie Gastone («La traviata»), Borsa («Rigoletto»), die Tenor-Rolle in Tom Johnsons «The Four Note Opera» und den Seemann («Dido und Aeneas») übernahm. 2024 kehrte er als Titelfigur in Gounods «Roméo et Juliette» nach Mexiko zurück. Salvador Villanueva war Finalist in Gesangswettbewerben in Mexiko City und ’s-Hertogenbosch. Er ist seit der Spielzeit 2025/26 Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich.

Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Der Rosenkavalier1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027

Tautvydas Slizauskas

Besetzung

Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Un ballo in maschera26 / 27 / 29 / 30 Aug. 2026

Theodore McAlindon

Besetzung

Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Le nozze di Figaro2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027
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Orchester der Oper Zürich

Besetzung

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Tugan Sokhiev12 Juli 2026 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Capuçon & Bihlmaier4 Okt. 2025 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni / 26 / 27 / 29 / 30 Aug. 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 / 2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Oiseaux Rebelles12 / 18 / 23 / 25 / 31 Okt. / 1 / 9 / 13 Nov. / 2 / 5 / 6 / 9 Dez. 2025 / 11 / 13 / 16 / 18 / 27 Sept. 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Ehnes & Noseda23 Nov. 2025 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Clara13 / 14 / 19 / 20 / 26 / 28 Dez. 2025 / 11 / 12 / 17 / 19 / 24 Apr. 2026 Countertime5 / 7 / 14 Sept. 2025 Altstaedt & Chan11 Jan. 2026 Jussen & Rustioni8 Feb. 2026 Festkonzert zum 85. Geburtstag von Ralf Weikert22 Feb. 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026 Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Romeo und Julia23 / 29 / 30 Mai / 4 / 6 / 7 / 10 / 12 / 14 / 23 / 26 Juni / 20 / 27 / 29 Nov. / 6 / 13 / 19 / 26 / 27 Dez. 2026 Open-Air-Konzert28 Juni 2026 / 4 Juli 2027 Europa-Tournee 2026 «Mühlemann & Noseda»21 / 28 März / 1 Apr. 2026 Europa-Tournee 2026 «Messa da Requiem»22 / 23 / 25 / 26 / 29 / 31 März 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Ein Sommernachtstraum26 Sept. / 11 / 16 / 18 / 25 / 28 / 29 / 31 Okt. / 12 / 13 / 14 Nov. 2026 / 19 / 22 / 29 Juni / 3 Juli 2027 Mutter & González-Granados3 Okt. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Das Rheingold29 Nov. / 4 / 12 / 17 Dez. 2026 Gabetta & Noseda7 Nov. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Fuchs & Jordan1 / 2 Jan. 2027 Trifonov & Järvi16 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Sorita & Lyniv14 Feb. 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 L'elisir d'amore25 / 27 / 29 Apr. / 2 / 6 / 9 / 12 / 14 / 17 / 21 Mai 2027 Balanas & Peltokoski18 Apr. 2027 Requiem pour Ophélie4 / 7 / 9 Mai 2027 See the music, hear the dance22 / 28 Mai / 6 / 10 / 12 / 15 / 25 / 26 / 27 Juni 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 Viotti29 Mai 2027 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 Benefiz «amiamusica»2 Okt. 2026

Chor der Oper Zürich

Der Chor der Oper Zürich bildet mit seinen 60 festangestellten Mitgliedern und der Mitwirkung von bis zu 160 Vorstellungen pro Saison einen wesentlichen Eckpfeiler des künstlerischen Ensembles am Opernhaus Zürich. Er vereinigt unter dem Dach des traditionsreichsten schweizerischen Opernhauses Sängerinnen und Sänger auf höchstem professionellen Niveau, deren musikalische und stilistische Versiertheit sich mit darstellerischer Gestaltungskraft und spontaner Spielfreude verbinden. Regelmässig stellen seine Mitglieder auch als Solisten ihr künstlerisches Format unter Beweis. Der Chor spiegelt in seiner internationalen Zusammensetzung den Anspruch und die Strahlkraft der Oper Zürich wieder, die sich durch zahlreiche DVD-Aufnahmen erwiesen haben und 2104 mit dem Preis der «Opera Company of the Year» ausgezeichnet wurden. Wichtige musikalische Impulse erhielten die Chormitglieder durch die Arbeit mit Dirigenten wie Nello Santi, Nikolaus Harnoncourt, Franz Welser-Möst, Bernard Haitink, Riccardo Chailly, Valery Gergiev, Daniele Gatti, Zubin Mehta und Fabio Luisi. Ihre schauspielerischen Fähigkeiten entwickelten sie im Dialog mit Regisseuren wie David Pountney, Robert Wilson, Harry Kupfer, Peter Stein, Peter Konwitschny oder Andreas Homoki. Gastspiele führten den Chor nach Tokio (Der Rosenkavalier und La traviata), London (Die Meistersinger von Nürnberg, Tannhäuser, Der fliegende Holländer), Paris (La cenerentola, Fierrabras), Athen (Carmen, Idomeneo) oder nach Rom, wo er anässlich einer Papstmesse zur Feier des 500-jährigen Bestehens der Schweizer Garde Mozarts Krönungsmesse aufführte. Als «International Chamber Vocalists» wirkte der Chor der Oper Zürich in der 2014 mit einem Echo-Preis ausgezeichneten Neueinspielung von Vincenzo Bellinis Norma mit.

Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 / 7 / 10 / 12 / 16 / 18 / 21 März 2027 Tannhäuser21 / 24 / 27 Juni / 2 / 5 / 8 / 11 Juli / 26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 La Damnation de Faust10 / 14 / 17 Mai 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni / 26 / 27 / 29 / 30 Aug. 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 Fidelio3 / 6 / 10 / 14 / 16 Mai 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Messa da Requiem20 / 22 / 28 Feb. / 1 / 5 / 7 März / 6 Apr. 2026 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Europa-Tournee 2026 «Messa da Requiem»22 / 23 / 25 / 26 / 29 / 31 März 2026 Die Zauberflöte20 / 25 Sept. / 6 / 18 / 21 / 24 / 30 Okt. 2026 / 2 / 8 / 18 / 20 / 23 Apr. 2027 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Rachmaninov – Die drei Opern1 / 4 / 8 / 15 / 18 / 21 / 28 Nov. 2026 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 L'elisir d'amore25 / 27 / 29 Apr. / 2 / 6 / 9 / 12 / 14 / 17 / 21 Mai 2027 Requiem pour Ophélie4 / 7 / 9 Mai 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 / 2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Rinaldo22 / 24 / 26 / 28 Feb. / 14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 Tannhäuser26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026 Doctor Atomic7 / 11 / 14 / 20 / 24 / 28 Feb. 2027

Kurzgefasst

Mit «Manon Lescaut» begründete Giacomo Puccini jene Reihe tragischer Frauenfiguren, in denen sich leidenschaftliche Hingabe und existenzielle Verlorenheit verbinden. In vier grossen, filmisch montierten Bildern schildert er die Lebensstationen der Titelfigur: die rauschhafte Liebe zum Studenten Des Grieux, ein Leben in luxuriöser Pariser Gesellschaft sowie schliesslich Verbannung und Tod in einer amerikanischen Wüste. Die Flüchtigkeit dieses Lebensentwurfs unterstreicht Regisseur Barrie Kosky, indem er die Handlung als fortlaufende, fiebertraumhafte Reise erzählt: Bereits bei der ersten Begegnung von Manon und Des Grieux sitzt der Tod auf dem Kutscherbock. Nach ihrer gefeierten Tosca kehrt die Sopranistin Sonya Yoncheva als Manon an das Opernhaus Zürich zurück.

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Trailer «Manon Lescaut»


Pressestimmen «Manon Lescaut»

«Die glückliche Hand, die das Opernhaus seit einigen Spielzeiten mit Puccini-Premieren hat – sie bewährt sich hier ein weiteres Mal.»

NZZ, 11.02.25

«Barrie Kosky inszeniert Puccinis Oper mit Meisterhand»

Tagesanzeiger, 10.02.25


Fotogalerie «Manon Lescaut»


Gut zu wissen

Seine Opern sind wie Fieberträume

Mit «La fanciulla del West» hat Barrie Kosky vor zehn Jahren seine szenische Auseinandersetzung mit den Opern von Giacomo Puccini am Opernhaus Zürich begonnen. Mit «Manon Lescaut» schliesst er sie nun auch in Zürich ab. Ein Gespräch über einen Komponisten mit einem untrüglichen Theaterinstinkt, der – entgegen aller Vorurteile – nie kitschig ist.

Barrie, du hast deine erste Puccini-Oper verhältnismässig spät in deiner Karriere inszeniert, nämlich 2014 hier am Opernhaus Zürich. Warum erst dann?
Ja, das ist merkwürdig. Puccini stand nämlich schon sehr früh ganz oben auf meiner Liste. Das Problem war, dass die meisten Opernhäuser eine altbewährte und beliebte Inszenierung von «Tosca» oder «La bohème» im Repertoire haben. Als Andreas Homoki mich fragte, welches Stück ich hier als erstes machen möchte, sagte ich deshalb: «La fanciulla del West». Und das haben wir dann gemacht. An der Komischen Oper gab es ebenfalls beliebte Inszenierungen von «La bohème», zuerst von Walter Felsenstein, dann von Harry Kupfer. Da ich mit Beginn meiner Berliner Intendanz entschieden hatte, mit der Tradition zu brechen, dass an diesem Haus alles auf Deutsch gesungen wird, konnte ich dort aber eine erste «Bohème» auf Italienisch machen – Puccini muss man nicht auf Deutsch singen, das ist doch Folter! Seither habe ich «Tosca», «Il trittico» und «Turandot» in Amsterdam inszeniert, und mit «Manon Lescaut» endet meine Puccini-Reise nun am Opernhaus Zürich. Und wieder arbeite ich mit dem Dirigenten Marco Armiliato, mit dem ich bereits «La fanciulla del West» gemacht habe. Wir haben kürzlich festgestellt, dass wir diese beiden Opern von Puccini am liebsten haben! «Madama Butterfly» möchte ich nicht inszenieren. Und «La rondine» ist zwar ein interessantes Operetten-Experiment, aber ebenfalls not my cup of tea.

Dein Interesse für Puccini geht aber sehr viel weiter zurück?
Ironischerweise war «Madama Butterfly» die erste Oper, die ich mit sieben Jahren gesehen habe. Es ist vielleicht eine Frechheit, das zu sagen, aber später hat mich diese Geschichte nie berührt. Von der Puccini-Klangwelt war ich allerdings sofort hingerissen. Sie hat mein Leben verändert. Puccini gehört für mich neben Mozart, Monteverdi und Janáček zu den Komponisten, deren Musik sehr stark mit dem Wort verbunden ist. Sehr ähnlich wie bei Janáček gibt es bei Puccini viel Konversation, die aber nie realistisch gedacht ist. Beide sind Meister darin, mit den Mitteln der Musik die Essenz von Konversationen emotional zum Ausdruck zu bringen. Dazu kommt bei Puccini der unglaubliche Instinkt für das Theater. Man spürt bei ihm, dass er beim Komponieren die ganze Inszenierung vor sich sieht. Er sieht innerlich jeden Schritt, den ein Darsteller macht. Ich glaube, das konnte sonst kein Komponist.

Puccini denkt fast filmisch, obwohl es zur Zeit von «Manon Lescaut» in Italien noch keinen Film gab. Das merkt man auch daran, dass am Libretto neben ihm selbst sieben Autoren mitgeschrieben und die Dramaturgie geprägt haben …
Puccini ist der Komponist, der uns in das 20. Jahrhundert begleitet. «Manon Lescaut» wurde 1893 uraufgeführt. In vielen Stücken dieses letzten Jahrzehnts riecht man schon die Moderne. Puccinis «Manon Lescaut» hat nichts mehr mit der «Manon»-Oper von Jules Massenet zu tun, die tief mit der bürgerlichen Tradition der Belle Époque verbunden ist. Puccini gibt bereits einen Vorgeschmack auf das 20. Jahrhundert, auf die Emanzipation der Frauen, und er spürt, was das Publikum braucht, nämlich diese melodramatische Kombination aus Gewalt und Erotik. Und die Form des Melodramas prägt dann auch sehr bald den frühen Film, der die grosse Zeit der Oper in gewisser Weise auch vernichtet. In ihrer emotional überhöhten Darstellung ritualisierter Geschichten steht die Oper in dieser Zeit auf ihrem absoluten Höhepunkt.

Das Melodrama wird aber oft als kitschig und sentimental abgetan. Kann man das Puccinis «Manon Lescaut» auch zum Vorwurf machen?
Ich finde es eine sehr deutsche Mentalität, Puccini so aufzufassen. Für mich ist das falsch. Sentimental ist Puccini nur mit einem schlechten Dirigenten oder mit einem Sänger, der viel Rubato machen möchte. Die Struktur, der Rhythmus, das Storytelling und die Psychologie seiner Stücke sind für mich absolut nicht kitschig. Puccinis Musik ist leidenschaftlich, italienisch von Kopf bis Fuss.

«Manon Lescaut» gilt als sein erster grosser Erfolg. Er hat mit diesem Stück zu sich selber gefunden. Wie äussert sich das?
Puccini präsentiert in dieser Oper wie auf einem Büffet alles, was man in seiner späteren Sprache wiederfindet. Es ist noch nicht alles perfekt. Man kann genau beobachten, an welchen Stellen er noch am Suchen ist. Im ersten Akt gibt es wunderbare, typische Puccini-Momente. Man erkennt seine Sprache sofort. Aber insgesamt ist dieser Akt zu fragmentarisch. Zu viel Exposition. Dann kommt der zweite Akt. Der ist wunderbar. Hier webt er seine musikalischen Ideen schon zu einem ziemlich perfekten Teppich, parodiert ironisch das 18. Jahrhundert mit Madrigalen und Menuetten. Das Zentrum des Akts ist das grosse Liebesduett zwischen Manon und Des Grieux. Diese Melodien, diese Verzweiflung – wie zwei Tiere in einem Käfig! Da kann man schon den zweiten Akt von «Tosca» erahnen. Der dritte Akt ist gut gebaut – und dann kommt der vierte Akt, der radikal neu ist. Das ist eine Post-Verdi-Welt. In diesem Akt geht die Krone der italienischen Oper von Verdi zu Puccini über. Zwei Menschen, die im letzten Akt allein auf der Bühne sind und eigentlich ein einziges grosses Duett singen, diese absolute Hoffnungslosigkeit, in der sie sterben, das ist sehr modern. Puccinis «Manon Lescaut» ist für mich ein nicht perfektes Meisterstück.

Wie erzählt Puccini diese Geschichte eines jungen Paars, das gemeinsam durchbrennt?
Puccini erzählt die Geschichte viel besser als die Oper von Massenet. Die Handlung wird nicht konsequent, sondern sehr sprunghaft erzählt. Wir sehen fast Bilder vor uns: Erstes Bild: Des Grieux und Manon verlieben sich und fliehen nach Paris. Zweites Bild: Manon lebt bei dem reichen Geronte, ist aber gelangweilt von dem ganzen Reichtum. Sie flieht erneut mit Des Grieux. Da sie Schmuck und Geld mitgehen lässt, wird sie aber verhaftet. Drittes Bild: Manon wird auf ein Schiff gebracht, das sie in eine Strafkolonie nach Amerika bringen soll. Des Grieux schafft es, ebenfalls mitzufahren. Viertes Bild: Manon stirbt vor den Augen von Des Grieux hoffnungslos in der Wüste.

Die Hauptfigur ist Manon. Wie siehst du diese Frau?
Manon ist für mich sehr nah bei Wedekinds Lulu. Sie ist eine männliche Projektionsfigur. Sie steht für alles, was Männer begehren, aber auch wovor sie sich fürchten. Auf der anderen Seite ist sie aber auch eine radikal ehrliche Frau: Ich möchte Geld, ich möchte Sex, ich möchte mein Schicksal selbst bestimmen und nicht ins Kloster gehen, wie es mein Vater will, ich möchte meinen Mann selbst wählen, ich bin manchmal widersprüchlich und manchmal unsympathisch. Es gibt diesen atemberaubenden Moment im zweiten Akt, in dem sie singt, dass sie Des Grieux immer noch liebt. Und nach dieser hochemotionalen Stelle dreht sie sich zu ihrem Bruder und sagt: «Steht mir dieses Kleid wirklich?» Sie ist sehr ambivalent. Oft wird ihr das als Koketterie angelastet. Auch wenn sie am Ende des zweiten Akts nur an die Juwelen und den Reichtum denkt, den sie jetzt verlassen muss. Aber ich finde das keinen schlechten Charakterzug. Natürlich will sie die Juwelen. Warum denn nicht? Wenn sie am Ende des Stücks einsam und verarmt stirbt, weiss sie, dass sie einen riesigen Fehler gemacht hat! Ich glaube, man ist am Schluss von ihrem Schicksal berührt, weil sie – wie King Lear, Macbeth oder Ödipus – ein Bewusstsein für ihr eigenes Versagen hat. Das macht sie zur tragischen Figur.

Manon wird oft als eine verführerische Frau verstanden, die keine Moral hat und Des Grieux mit ins Verderben reisst. Siehst du das auch so?
Nein. Sie ist keine femme fatale, gegen die Des Grieux machtlos wäre. Des Grieux ist für mich ein Dichter. Er ist eine Künstlernatur, er spielt und trinkt, ist unglücklich. Er ist eine Niete. Kein Revolutionär wie Cavaradossi, kein radikaler Cowboy wie Dick Johnson … Des Grieux ist eher mit dem träumerischen Rodolfo verwandt. Er ist blind verliebt in Manon. Er will nur sie haben. Völlig besessen. Er zerstört sich dadurch selbst.

Die weiteren Figuren leiden im Vergleich zum ursprünglichen Roman von Prévost etwas unter der sprunghaften Dramaturgie. Etwa Lescaut, Manons Bruder …
Lescaut ist hier fast eine männliche Version von Manon. Die beiden sind fast Zwillinge. Beide ambivalent. Lescaut reist mit seiner Schwester und benutzt sie. Er hat kein Problem, sie dem reichen Alten Geronte zuzuspielen. Gleichzeitig führt er sie später wieder mit Des Grieux zusammen. Lescaut verliert sich dann aufgrund der Dramaturgie, wie auch Geronte, der eine stereotype Figur ist: the dirty old man. Man braucht ihn für die Handlung. Aber Puccini ist eigentlich nur an den beiden Hauptfiguren interessiert, mit denen er den ganzen letzten Akt gestaltet. Die Oper ist fast ein Duett.

Der dritte Akt ist insofern ungewöhnlich, als Puccini aus einer unwichtigen Episode, der Einschiffung Manons in Le Havre, einen ganzen Akt macht. Warum?
Dafür gibt es ein paar Gründe. Zum einen braucht Puccini eine Brücke zwischen dem Paris-Akt und dem ungewöhnlichen Schlussakt in Amerika. Ausserdem will er den Untergang Manons betonen. Er will zeigen, wie sie zusammen mit anderen Prostituierten und Kriminellen fortgeschafft wird. Er will vielleicht auch einen kleinen Erfolgsmoment von Des Grieux zeigen, dem es am Ende des Aktes gelingt, mit Manon an Bord zu gehen. Nicht zuletzt scheinen Puccini solche Durchgangsorte zu gefallen, an denen Bewegung vorhanden ist und etwas «passiert». Das sieht man auch im dritten Akt von «La bohème», der vor einem Zollhäuschen spielt.

Apropos Bewegung: Bei den Proben hast du gesagt, dass die Sängerinnen und Sänger bei Puccini konstant in Bewegung sein müssen. Du verwendest auch deutlich mehr Zeit für die Konversationen und die Textgestaltung als für die grossen Arien …
Puccinis Welt ist viel weniger statisch als die Verdis. Seine Musik ist instabil. Sein Begriff von Liebe ist viel instabiler als der von Verdi. Der Körper muss deswegen immer im Kampf mit dem Kopf und mit dem Herz sein – sie müssen miteinander in einem Dialog stehen. Die Arien brauchen weniger Bewegung. Die Arbeit fällt, genau wie bei Mozart, in den Rezitativen an, wo die Handlung fortschreitet. Puccini schreibt sehr klar, was er will. Es geht aber nicht nur darum, das musikalisch korrekt zu singen, sondern auch genau zu differenzieren, wo musikalische Emotion im Vordergrund steht und wo es um den Text und die Konversation geht.

Puccini schreibt auch szenisch sehr vieles vor … Wie gehst du damit um?
Ich habe viele Inszenierungen von «Manon Lescaut» gesehen, und ausser Hans Neuenfels’ Inszenierung in München waren sie fast alle gleich. Man sieht die üblichen Klischees: das Wirtshaus, die Studenten, dann die Kurtisanenwelt im zweiten Akt, Manon im Boudoir, ein Tanzmeister, der Friseur etc. Aber mich interessiert dieser ganze Detailreichtum des 18. Jahrhunderts nicht. Manon hasst Madrigale, und sie hasst den Tanzunterricht. Sie will ihren eigenen Tanz machen, weist den Tanzmeister ab und erniedrigt Geronte. Wir versuchen aber nicht nur im zweiten Akt von diesen Klischees wegzukommen. Ich wollte diese Bilder generell nicht haben. Meine Erfahrung sagt mir, dass man Puccini nicht realistisch inszenieren sollte. Die Musik braucht Raum, und man muss andere Metaphern finden.

In meiner «Tosca» habe ich bei Scarpias «Te Deum» beispielsweise nicht eine ganze Kirche auf die Bühne gebracht, sondern ein grosses Fantasie-Triptychon, in dem die Köpfe des Chors als Engel und Teufel zu sehen sind. So etwas Ähnliches wollten wir auch für «Manon Lescaut» finden. Der Chor wird hier als ein grosser Karnevalsumzug zu sehen sein, mit Masken, Kostümen und Instrumenten, die von dem Künstler James Ensor inspiriert sind. Diese Masse, die das Stück wie ein griechischer Chor durchzieht, die Handlung beobachtet und Teil davon wird, gibt dem Stück eine andere Dimension. Ich glaube, der Verismo muss in der Ästhetik nicht verdoppelt werden.

Du hast diesen Chor auch einmal als Fiebertraum beschrieben …
Alle Puccini-Stücke haben für mich etwas von einem fever dream. Für mich ist das wie eine Mischung aus Tennessee Williams und Alfred Hitchcock, das heisst: die feucht-unfokussierte gesellschaftliche Qualität von Williams’ Stücken gepaart mit den Thriller-Qualitäten von Hitchcock. Diese Mischung ergibt für mich ungefähr die Welt von Puccini. Seine Opern spielen in einer besonderen Atmosphäre, in einer Welt, die wiedererkennbar ist, aber nicht realistisch.


Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Dieses Interview erschien in MAG 118 (Januar 2025).

Das Klischee von der koketten Frau

Manon Lescaut gehört zu den ikonischen Opernfiguren wie Salome, Carmen oder Lulu. Sie will lieben, selbstbestimmt und unabhängig sein. Seit dem 18. Jahrhundert wird sie von Schriftstellern und Komponisten nicht nur als faszinierende, sondern auch als moralisch verwerfliche Frau dargestellt. Die Musikwissenschaftlerin Inken Meents hat sich in einem Buch kritisch mit diesen Manon-Fiktionen auseinandergesetzt, die auch damalige Frauenbilder im realen Leben widerspiegeln.

Frau Meents, Sie haben sich intensiv mit der Figur Manon Lescaut auseinandergesetzt. Kann man Manon mit ikonischen Opernfiguren wie Carmen, Salome oder Lulu in eine Reihe stellen?

Manon ist etwas weniger populär. Aber Giacomo Puccini hat mit diesem Stoff seinen Durchbruch geschafft, und Manon ist natürlich auch ein bisschen der Auftakt zu seinen weiteren, viel diskutierten Frauenfiguren. Das macht es interessant, sie etwas genauer zu betrachten. Ich würde schon sagen, dass Manon mit den von Ihnen genannten Figuren verwandt ist, weil sie auch diesen femme-fatale-Aspekt in sich trägt, also eine Frau ist, die als chaotisch, verführerisch und zerstörerisch gelesen wird.

Eng verwandt ist sie aber auch mit der Kameliendame von Dumas, die als Verdis «La traviata» zu einer der bekanntesten Opernfiguren überhaupt wurde. Im Roman von Dumas ist Manon sogar ein Vorbild für die Kameliendame: Sie liest den «Manon-Lescaut»-Roman von Prévost und macht sich Gedanken über deren Leben.

Die «Traviata» ist eher eine – allerdings sehr willensstarke und resiliente – femme fragile, die sich aus Liebe der patriarchalen Welt beugt und ihre Wünsche und Bedürfnisse hinter die ihres Geliebten zurücksteckt. Manon wiederum wird ein ambivalenter Charakter zugeschrieben: Sie ist sowohl femme fatale als auch fragile und wird oft als «wankelmütig» beschrieben.

Sie verwenden für diese Ambivalenz Manons den Begriff «femme à parties». Woher stammt er und inwiefern hilft er, diese Figur genauer zu begreifen?

Der Begriff stammt aus einem Brief von Émile Zola aus dem Jahr 1861 und lässt sich meiner Meinung nach sehr gut auf Manon anwenden. Mit dem Begriff «fille à parties» beschreibt Zola dort eine Prostituierte, die er aus dem realen Leben kennt und zugleich zu einer Romanfigur machen will.

Er schreibt, dieses Mädchen habe von Geburt aus «gute Eigenschaften», die «Gewohnheit» habe ihr aber eine «zweite Natur» gegeben, die ihre ursprünglichen Eigenschaften überschatte. Das Schlechte würde bei ihr immer das Gute auslöschen.

In dieser Beschreibung steckt sehr viel drin: Zum einen zeigt sie, wie solche Figuren aus einer männlichen Perspektive beschrieben und zugleich moralisch bewertet werden. Zum anderen zeigt sie, dass in der Konstruktion solcher Figuren Realität und Fiktion ineinanderfliessen und widersprüchliche Frauenfiguren erzeugen. Es kollidieren die Eigenschaften der realen Person mit dem Wunschdenken, wie sie laut männlicher Brille zu sein habe.

Geschaffen hat die Manon-Figur der französische Autor Abbé Prévost. Sein Roman «Histoire du Chevalier Des Grieux et de Manon Lescaut» stammt aus dem Jahr 1731. Wie erzählt er diese Geschichte?

Prévosts Roman gehört in den literarischen Bereich der Sitten- und Erziehungsromane, die sich an das Verhalten und die Gefühle junger Männer richten. Im Zentrum steht deshalb der junge Mann Des Grieux, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Des Grieux verliebt sich leidenschaftlich in Manon, die ebenfalls sehr jung ist und eigentlich gerade in ein Kloster eintreten soll, und brennt mit ihr durch, obwohl die beiden kaum Geld besitzen. Manon flieht dann mehrfach aus dieser Beziehung, weil sie sich vom Reichtum anderer Männer angezogen fühlt.

Prévost will mit Des Grieux also einen Mann darstellen, der sich von dieser Frau verführen und blenden lässt. Die Geschichte soll abschrecken. Auf so eine Frau soll man sich nicht einlassen!

Bei Prévost ist also Des Grieux der psychologisch fein gezeichnete Charakter. In den folgenden Jahrzehnten wird der Stoff aber oft für die Theaterbühne adaptiert. Wie verändert sich dadurch die Figur Manons?

Die dramatische Struktur von Theaterstücken und Opern verlangte von den Autoren, dass sie aus Manon einen darstellbaren Charakter machen. Besonders die musikalischen Darstellungen führten dazu, dass Manon eine eigene Emotionalität erhält, die bei Prévost noch wenig ausgeprägt ist.

Jeder Komponist muss also über die Gefühle und Affekte Manons nachdenken und eine musikalische Sprache dafür finden, die ihr Hin- und Hergerissensein zwischen ihrem Geliebten und einem Leben in Reichtum zum Ausdruck bringt.

Das komplexe Manon-Bild, das im Lauf der Jahre entsteht, ist dabei deutlich durch zwei Aspekte geprägt: Zum einen werden ihr Charakter und ihre Emotionalität fast ausnahmslos durch männliche Autoren, Librettisten und Komponisten gezeichnet. Es ist deshalb schwer abzuschätzen, wie eine Frau selbst diese Geschichte und die damit verbundenen Gefühle geschildert hätte.

Zum anderen war der Stoff von Anfang an stark durch die Zensur geprägt. Dadurch werden möglicherweise auch die Absichten der Autoren verfälscht. In der ersten Bühnenfassung Ende des 18. Jahrhunderts wird Manon zwar zum ersten Mal als Kurtisane bezeichnet, allerdings gleich mit dem Zusatz «tugendhaft». Es gibt also von Beginn an Versuche, dieser Figur «positive» und «negative» Charakterzüge zu geben.

Als treue Geliebte und Hausfrau wird sie positiv bewertet, als Frau, die sich reichen Männern anbietet, negativ – selbst wenn sie dies für das gemeinsame Wohl tut, um nicht in Armut zu enden.

Im 19. Jahrhundert rückt die Figur der Manon noch einmal deutlich stärker ins Interesse der Literatur und der Kunst. Es entstehen etwa die Opern von Auber, Massenet und Puccini. Woran liegt das?

Das hat unter anderem mit der Stadt Paris zu tun, die sich in diesem Jahrhundert zu einem grossen Magneten entwickelt, in dem verschiedene Gesellschaftsschichten, Theater, Mode und wirtschaftlicher Aufschwung eine grosse Rolle spielen.

Die Prostitution wird in Paris zu einem florierenden Gewerbe, das im öffentlichen Diskurs, in Abhandlungen und auch in der Literatur eine Rolle spielt. Das führt auch dazu, dass es verschiedene «Typen» von Kurtisanen gibt, die dann etwa auch Lorette oder Grisette heissen.

Diese Frauen gehören der sogenannten demimonde an, der Halbwelt. Sie stehen also oft zur Hälfte in einer unteren Gesellschaftsschicht und zur anderen in der bürgerlichen Welt, in der sie durch ihre Dienste reich werden, sich schöne Kleider und Schmuck kaufen können oder geschenkt bekommen.

Vor diesem Hintergrund war es leicht, das Klischee von der koketten, gefallsüchtigen Frau zu erschaffen, die nur auf ihr Äusseres bedacht ist – und das passierte insbesondere dadurch, dass vermehrt solche Stoffe wie «Manon Lescaut» auf die Theater- und Opernbühnen gebracht wurden.

Eine zentrale Stellung nimmt in dieser Zeit die Kameliendame ein, die Sie bereits genannt haben …

Die Kameliendame ist ein sehr gutes Beispiel für die enge Verschränkung von Realität und Fiktion. Man wusste damals natürlich, dass dieser Stoff auf ein reales Vorbild zurückgeht: Dumas verarbeitet darin seine Begegnung mit der begehrten Kurtisane Marie Duplessis.

Und das hat die Leute interessiert. Das war der Gossip von damals.

Am Beispiel der Kameliendame, die dann von Verdi auch sehr zeitnah auf die Opernbühne gebracht wurde, zeigt sich deutlich die gesellschaftliche Widersprüchlichkeit, mit der solche Frauen bewertet wurden: Aus Gründen der Konvention musste man die Kurtisanen verteufeln, und andererseits war man fasziniert von ihnen, wollte einen voyeuristischen Blick auf sie werfen und so etwas vielleicht auch selbst einmal erleben.

Dabei ist das Kurtisanenleben der «Traviata» vergleichsweise harmlos dargestellt. Man sieht sie auf Partys, sie hat ein paar Liebhaber oder «Kunden». Nur ihre Krankheit, deren Ursache jedoch nicht erwähnt wird, lässt die Schattenseite durchschimmern. Dass sie dieser Krankheit erliegt, ist wie eine Bestrafung für den Lebenswandel zu deuten; doch da sie «einsichtig» war, stirbt sie zumindest moralisch erlöst.

Sie gibt ihr Kurtisanenleben für ihren Geliebten auf! Das unterscheidet sie auch von Manon …

Genau, das ist ein grosser Unterschied. Violetta, die Kameliendame, nimmt das Kurtisanenleben nur zum Schein wieder auf, um die Familienehre ihres Geliebten zu retten. Das ist völlig selbstlos.

Manon hingegen wird bei Prévost mehrfach «rückfällig». Sie liebt Des Grieux und unterhält trotzdem mehrere Beziehungen zu anderen Männern.

Und hier kommt eben die Frage der Perspektive ins Spiel: Manon wird oft als kokett und anfällig für Luxus beschrieben. Man könnte es aber auch so sehen, dass sie diese Kurtisanen-Beziehungen dazu nutzt, Geld für sich und Des Grieux zu beschaffen und damit für ihren Unterhalt zu sorgen.

Bei Puccini ist für Manon völlig klar, dass sie ihn weiterhin liebt, und sie will ihm auch klarmachen: «Guck mal, das habe ich für uns gemacht, das alles ist auch für dich.»

Aber im 19. Jahrhundert war eine solche Tätigkeit eben nicht gesellschaftlich akzeptiert. Man(n) wollte sexuelle Verfügbarkeit gegen Geld, aber Frau durfte nicht sexuell gegen Geld verfügbar sein. Klassische Doppelmoral.

Gibt es denn alternative, weibliche Perspektiven auf die Manon-Figur?

Es ist schade, dass wir nicht mit Manon selbst sprechen können.

Ich habe mich im Rahmen meiner Untersuchungen aber mit zwei Kurtisanen des 19. Jahrhunderts auseinandergesetzt, die ihr Leben autobiografisch beschreiben.

Im Vergleich fällt auf, dass die männlichen Kurtisanen-Erzählungen meistens ausblenden, aus welchen Gründen eine Frau überhaupt zur Kurtisane wird.

Die aus ärmlichen Verhältnissen stammende Céleste Mogador beschreibt in ihrer umfangreichen Biografie etwa, dass ihre Mutter mehrmals unglücklich verheiratet war, unter anderem mit einem Mann, der versuchte, Céleste zu vergewaltigen. Céleste wollte nicht dasselbe Leben führen wie ihre Mutter, und als sie vom Leben der höheren Kurtisanen hörte, die ein selbständiges Leben in Reichtum führten, entschied sie sich für diesen Weg.

Es geht hier also darum, eine gesellschaftliche Stellung zu erreichen, an die eine Frau im 19. Jahrhundert anders nicht – oder nur durch eine Heirat und stärkere Abhängigkeit – gekommen wäre.

Die andere Kurtisane, Cora Pearl, schildert hingegen, dass sie sich bei ihrer Arbeit als Kurtisane immer ganz bewusst verstellt hat. Sie beschreibt es als Teil des Jobs, den Kunden Liebe oder Zärtlichkeit vorzutäuschen.

Das zeigt: Was einer Figur wie Manon gerne als Charakterschwäche unterstellt wird, ist anders betrachtet pure Notwendigkeit für eine Frau, um in dieser Zeit an Geld zu kommen und unabhängig zu sein. Prostituierte verkaufen bewusst eine Scheinwelt, um für ihr Leben aufzukommen.

Wie würde man eine Frau wie Manon heute bewerten?

Ich glaube schon, dass die Moralvorstellungen allgemein lockerer geworden sind und dass es heute mehr Verständnis für verschiedene Lebensmodelle und Beziehungsformen gibt.

Aber das Thema Prostitution ist immer noch umstritten, und ich glaube, dass da noch viel Diskussionsbedarf ist. Auch wenn es heute teilweise ein legaler und akzeptierter Beruf ist, schwingen da noch viele Wertungen mit.

Mit Kurtisanentum kann man die Prostitution heute natürlich nicht mehr vergleichen. Aber es gibt noch immer sehr grosse Unterschiede in den Verhältnissen. Eine gutgestellte Edelprostituierte hat ganz andere Bedingungen als eine Zwangsprostituierte, die keine Perspektive hat.

Doch meist werden auch heute noch alle Formen abschätzig bewertet. Obwohl es vor allem Männer sind, die die Dienste in Anspruch nehmen, werden weiterhin die Frauen abschätzig bewertet, auf ihr Äusseres reduziert, zu Schuldigen degradiert und zu Opfern von Eifersuchtsdramen. Stichwort: Femizid. Wann hört das endlich auf?

Kommen wir noch einmal auf die Ambivalenz der Manon-Figur zurück. Gibt es eine Möglichkeit, sie von dieser Gut-/Schlecht-Bewertung zu lösen?

Dafür gibt es den Begriff «kognitive Dissonanz». Dabei geht es darum, dass wir unvereinbare Gefühle oder Gedanken in uns verspüren, die mit einer Wertung zu tun haben.

Ein einfaches Beispiel: Ich finde es falsch, Fleisch zu essen, mache es aber trotzdem.

Vielleicht wäre es interessant, diesen Begriff auch auf eine Figur wie Manon anzuwenden. Wenn ein Mann bei sich verspürt, dass er eine Prostituierte gleichzeitig verurteilt, aber auch anziehend findet, sollte er vielleicht einmal diesem Störgefühl bei sich selbst nachgehen.

Man kann ja andere Personen nicht ändern. Man kann ihnen höchstens dabei helfen.

Wenn Des Grieux ein Problem mit dem Lebenswandel von Manon hat und damit, dass sie ihn «verführt», dann soll er sich eben nicht auf sie einlassen.

Und das ist ja sogar der Ausgangspunkt von Prévosts Roman: die Warnung vor einer Bindung mit einem Menschen, der ein Leben führt, das nicht mit dem eigenen vereinbar ist.

Zum Glück sind die «Red Flags» heute andere und wir queer-feministisch emanzipierter. Aus heutiger Sicht wäre vermutlich Des Grieux’ Verhalten eine «Red Flag» für Manon: Wenn er nicht akzeptiert, wie sie leben möchte und was sie dafür tun muss, kann die Beziehung nur toxisch sein. Und tschüss!


Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Dr. Inken Meents ist Dramaturgin an der Oper Leipzig. Sie studierte Musikwissenschaft und veröffentlichte 2016 das Buch «La femme à parties. Manon Lescaut als Opernfigur».

Dieses Interview erschien in MAG 118 (Januar 2025).