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Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni (*1959) für Kinder ab 7 Jahren
Libretto von Paolo Madron nach «Alice in Wonderland» von Lewis Carroll
Deutsche Fassung von Hanna Francesconi
Auftragswerk des Opernhauses Zürich

Musikalische Leitung Michael Richter Inszenierung Nadja Loschky Konzeptionelle Mitarbeit Yvonne Gebauer Bühnenbild Etienne Pluss Kostüme Irina Spreckelmeyer Lichtgestaltung Franck Evin Choreinstudierung Ernst Raffelsberger Dramaturgie Beate Breidenbach
Lina Dambrauskaité (22 Nov / 05, 10, 27 Dez / 02 Jan / 07 Feb)
Herzogin / Raupe
Gary Martin (22 Nov / 05, 26 Dez / 22, 23 Jan / 07 Feb)
Märzhase / Zwiddeldei
Savelii Andreev (22 Nov / 05, 27 Dez / 15, 23 Jan)
Schlafmaus / Zwiddeldum
Andrew Moore (22 Nov / 26 Dez / 10, 22 Jan / 07 Feb)
Herzkönigin
Roswitha Christina Müller (22 Nov / 26 Dez / 22, 23 Jan / 07 Feb)
Der verrückte Hutmacher
Omer Kobiljak (14 Nov / 05, 10, 27 Dez / 10 Jan)
Das weisse Kaninchen

In deutscher Sprache mit deutscher Übertitelung. Dauer ca. 2 Std. 15 Min. inkl. Pause.

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Termine & Tickets

November 2020

Sa

14

Nov
17.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren, Uraufführung
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

So

22

Nov
11.15

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Dezember 2020

Sa

05

Dez
11.15

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Do

10

Dez
11.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Keine Tickets erhältlich

Sa

26

Dez
14.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

So

27

Dez
11.15

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Januar 2021

Sa

02

Jan
11.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

So

10

Jan
14.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Fr

15

Jan
19.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Fr

22

Jan
11.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Keine Tickets erhältlich

Sa

23

Jan
11.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Februar 2021

So

07

Feb
14.00

Alice im Wunderland

Märchenoper von Pierangelo Valtinoni ab 7 Jahren
Kinderpreise: CHF 35 / 25 / 20 / 18 / 13; Erwachsenenpreise: CHF 60 / 50 / 40 / 30 / 20

Gut zu wissen


Bei dieser Produktion erleben Sie das Orchester live aus dem Orchestergraben.

Kurzgefasst

Alice im Wunderland

Kurzgefasst

Alice im Wunderland


Alice im Wunderland


Auf dem Weg zu sich selbst

Am 14. November hat unsere neue Familienoper «Alice im Wunderland» nach Lewis Carroll Premiere. Ein Gespräch mit der Regisseurin Nadja Loschky über die Faszination dieses Stoffes, der schon so viele Künstlerinnen und Künstler inspiriert hat.

Nadja, wann bist du der Figur Alice und ihrer Reise ins Wunderland zum ersten Mal begegnet?
Als Kind habe ich den wunderbaren alten Zeichentrickfilm von Walt Disney gesehen. Besonders beeindruckt hat mich damals die lilafarbene Katze, an die kann ich mich immer noch sehr gut erinnern!

Was gefällt dir heute an diesem Stoff?
Ich finde toll, dass diese Geschichte sowohl für Kinder als auch für Erwachsene interessant ist. Kinder sehen sicher andere Aspekte darin als Erwachsene, aber die Geschichte funktioniert für beide gleichermassen – das ist wirklich ein universaler Stoff! Ausserdem erforsche ich in meinen Arbeiten grundsätzlich gerne doppelte Realitäten, Traumzustände und surreale Welten, und da kommt mir dieser Stoff natürlich sehr entgegen.

Hast du dich während der Vorbereitung deiner Inszenie­rung mit anderen Bearbeitungen des Stoffes beschäftigt und alle Filme angeschaut, die es so gibt?
Nein, gar nicht. Den Film von Tim Burton habe ich zwar angefangen, dann aber nach einer halben Stunde wieder aufgehört, weil ich gemerkt habe, dass mich ganz andere Aspekte der Geschichte interessieren und mich der Film gar nicht inspiriert. Wir sind dann zusammen mit meinem Team sehr schnell auf eine eigene Bildwelt gekommen und hatten unsere eigenen Fantasien zu den Figuren.

Was fasziniert dich an Alice?
Zu Beginn ist Alice erst mal ganz das Kind ihrer Eltern: Sie ist sehr verwachsen mit den Regeln, die in ihrem Elternhaus gelten. Das spürt man in der Erzählung von Lewis Carroll auch an ihrem etwas gestelzten Tonfall. Am Anfang habe ich mich beim Lesen daran gestossen und mich gefragt, warum dieses Mädchen eigentlich ständig wie eine 50-jährige Gouvernante redet. Dann ist mir eingefallen, dass ich – laut den Erzählungen meiner Mutter – als kleines Mädchen auch eine sehr altkluge Phase hatte, in der ich Wörter benutzt habe, die ich irgendwo aufgeschnappt hatte, aber noch gar nicht richtig anwenden konnte. So ähnlich ist das bei Alice auch, und das hat durchaus etwas sehr Liebenswertes. Im Laufe der Geschichte findet Alice immer mehr zu sich selbst und entwickelt ein starkes Selbstbewusstsein, sie lernt sich zu behaupten, wird immer frecher und durchbricht mehr und mehr die Konventionen. Sie entwickelt ihren eigenen Blick auf die Welt und geht zusehends experimenteller damit um. Das mag ich sehr.

In was für einer Welt spielt Alice im Wunderland in deiner Inszenierung? Hat die Entstehungszeit der Erzählung – sie ist 1865 erstmals erschienen – bei der Entwicklung des Bühnenbildes und der Kostüme für dich eine Rolle gespielt?
Die Welt des 19. Jahrhunderts fasziniert mich sehr. Das war eine Zeit, die von Dunkelheit und Strenge geprägt war und für Kinder, gerade diejenigen aus reicheren Haushalten, nicht wirklich Platz hatte. Ein Kind musste vor allem lernen, hatte sich zu benehmen und durfte auf keinen Fall stören. Alice’ Realität ist geprägt von Zucht, Ordnung und Repression. Es gibt dort ein sehr starkes Regelwerk, das ein Kind schier erdrücken kann. Das war interessant als Ausgangspunkt, weil man dazu eine tolle Gegenwelt entwerfen kann. Dieser ganze Stoff atmet eine andere Zeit, und diese Zeit haben wir im Kostüm und im Bühnenbild aufgenommen. Die Parallelen zu unserer heutigen Welt, in der die Eltern keine Zeit für ihre Kinder haben, weil sie permanent mit Smartphone oder Computer beschäftigt sind, ergeben sich dann von ganz allein.

Und im Wunderland werden alle diese Regeln ausser Kraft gesetzt?
Im ersten Moment könnte man denken, im Wunderland ist alles nur noch schön und angenehm und genau so, wie Kinder sich das erträumen würden. Bei genauerer Betrachtung ist das aber gar nicht so! Alice trifft nämlich auf sehr viele ziemlich unsympathische Figuren, die ihr erstmal Angst machen. Die Herzkönigin zum Beispiel möchte ja viele ihrer Untertanen sofort köpfen lassen. Das ist teilweise gruselig, aber auch faszinierend und vor allem herausfordernd. Alice erlebt im Wunderland die Fülle des Lebens in verzerrter Form; alles wächst ins Monströse, Groteske, Humorvolle. Sie fällt von einer Emotion in die andere, wächst aber daran. Es ist toll, zu beobachten, wie es irgendwann nicht mehr die Situationen sind, die Alice kontrollieren, sondern wie sie Oberwasser gewinnt und beginnt, die bedrohlichen Situationen mit Witz zu unterwandern. Darin zeigt sich ein Adoleszenzprozess, der nicht nur Kinder betrifft, sondern auch für Erwachsene, die dafür offen sind, immer weiterläuft.

Was sind das für Figuren, denen Alice im Wunderland begegnet?
Die Wunderland-Figuren sind allesamt Zerrspiegel von Figuren, die sie aus dem realen Leben kennt. Ihre Mutter zum Beispiel wird im Wunderland zur Herzkönigin, eine Dame, die diese ganze Welt okkupiert, die eine grosse Faszination hat, aber auch etwas Abschreckendes. Die Butler werden zu Zwiddeldei und Zwiddeldum, zwei in der Realität im übertragenen Sinn ziemlich aufgeblasene Typen, die sich im Wunderland dann zu riesigen Kugeln aufblähen und kaum noch bewegen können. Die Gouvernante, die Alice in der realen Welt Unterricht gibt, wird zur verrückten Herzogin. Das weisse Kaninchen ist in der Realität Alice’ heissgeliebter Stoffhase, der ihr abhandenkommt, eine schreckliche Odyssee durch den Haushalt durchläuft, schliesslich in der Waschmaschine landet und als grosser, «realer» Hase wieder rauskommt. Er wird sie dann durch die Welt des Wunderlandes begleiten. In den Kostümen von Irina Spreckelmeyer wird man immer etwas entdecken können, was die Wunderland-Figur mit der Figur aus Alice’ Realität verbindet.

Was machst du anders, wenn du für Kinder inszenierst? Worauf kommt es dir an?
Ich habe ja schon einige Kinderopern inszeniert, hier in Zürich die Schatzinsel und vorher an der Komischen Oper Berlin Mikropolis. Mir hat das immer grossen Spass gemacht. Wenn man den Stoff Alice im Wunderland für Erwachsene erzählen würde, würde sicher das Psychoanalytische eine viel wichtigere Rolle spielen. Das würde aber vor allem das Stück selbst betreffen. In der Umsetzung der Szenen arbeite ich genauso, wie ich das bei einer Oper für Erwachsene machen würde. Inzwischen bin ich als Regisseurin sehr stark auf die grossen, tragischen Stoffe gebucht, und da macht es mir grosse Freude, ein Stück zu inszenieren, das auch das Abgründige beinhaltet, genauso aber auch die Momente, in denen Groteske, Leichtigkeit und Komik im Vordergrund stehen.

Was macht für dich eine gute Kinderoper aus?
Mir ist es ganz wichtig, die Kinder ernst zu nehmen und nicht zu unterfordern. Mein Sohn ist jetzt drei Jahre alt, und ich habe mich schon oft über Kinderbücher oder Kinderfilme geärgert, weil ich dachte: Kind zu sein heisst doch nicht, dass man stupide, flache und möglichst bunte Dinge toll findet! Kinder können sehr viel aufnehmen. Sie sehen dann vielleicht andere Aspekte als Erwachsene, aber ich finde, man muss mit einer grossen Ernsthaftigkeit an Stücke für Kinder herangehen. Ich kann mich gut erinnern, dass ich in meiner Kindheit und Jugend vor allem Bücher und Filme gemocht habe, die eine gewisse Vielschichtigkeit und Reichhaltigkeit mitgebracht haben und bei denen ich über mehrere Jahre jeweils unterschiedliche Aspekte wahrgenommen habe. Manche dieser Bücher und Filme mag ich bis heute.

Am Schluss des Stückes kommt Alice wieder in der realen Welt an; was hat sich nach dieser Reise für sie verändert?
Ich glaube, sie hat durch ihre Erfahrungen im Wunderland gelernt, dass dieses Wunderland überall sein kann – man muss nur die richtige Tür aufmachen. Wie sagt Erich Kästner? «Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.»

Das Gespräch führte Beate Breidenbach.
Dieser Artikel ist erschienen im MAG 79, November 2020.
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Editorial


Mit Musikern im Graben

Verehrtes Publikum, wenn man an einer Opern-Produktion mitarbeitet und in den Proben wochenlang die immergleichen Musikstücke hört, lebt man mit Ohrwürmern. Man kriegt die Melodien einfach nicht mehr aus dem Kopf, nimmt sie mit in den Supermarkt, mit nach Hause und nicht selten sogar mit ins Bett.

Bei der Arbeit an unserer Operette Die Csárdásfürstin war das ein ernstes Problem. Ich habe Emmerich Kálmáns Schlagermelodien verflucht, mich mit aller Kraft gegen sie gewehrt, und trotzdem fing, natürlich stets zur Unzeit, eine innere Stimme fröhlich an zu trällern: «Ohne Weiber geht die Chose nicht.» Das war sehr unangenehm. Aber jetzt bin ich davon erlöst, denn ich habe kein Operettenschmalz mehr im Ohr, sondern Arien von Giovanni Battista Pergolesi! Wir proben unsere neue Barock-Produktion, die am 1. November Premiere hat, und ich kann von der Musik nicht genug bekommen.
Was ist dieser Pergolesi, der nur 26 Jahre alt wurde und sein gesamtes Opern-Œuvre in fünf Jahren schrieb, für ein fantastischer Komponist! Seine Bravournummern sprühen vor Temperament und virtuosem Raffinement, die lyrischen Arien sind von herzerweichender Schönheit. Alles ist persönlich im Ausdruck und tief empfunden, nichts routiniert heruntergeschrieben. Die Musik seines Haupt- und Meisterwerks L’Olimpiade schlägt fast durchweg Töne an, die zum Besten gehören, was die italienische Barockoper zu bieten hat. Umso erstaunlicher, dass die Werke des Neapolitaners, einmal abgesehen von seinem berühmten Stabat mater und seiner Buffa La serva padrona, nur vergleichsweise selten aufgeführt werden.
Pergolesi zu hören ist eine Offenbarung – allemal wenn er von so erfahrenen Interpreten dargeboten wird wie in unserer Produktion: Mit Anna Bonitatibus und Vivica Genaux stehen gleich zwei Grandes Dames des Barockgesangs auf der Bühne, und unser Orchestra La Scintilla wird geleitet von Ottavio Dantone, der den neapolitanischen Opernstil so gut kennt wie kaum ein anderer Dirigent. Der in Berlin lebende Regisseur David Marton wiederum, der zum ersten Mal am Opernhaus Zürich inszeniert, wagt – coronabedingt – ein ganz aussergewöhnliches Konzept für die szenische Realisierung: Er kombiniert Pergolesis Arien mit Dokumentarfilmaufnahmen und installationsartigen Bühnensituationen. Ausserdem werden Sie es bestimmt sehr zu schätzen wissen, dass bei L’Olimpiade das Orchester live und ohne Übertragungstechnik zu hören sein wird, denn die Barock-Besetzung ist klein genug, dass die Scintilla-MusikerInnen im Graben den gebotenen Abstand einhalten können.
Das Gleiche gilt für unsere zweite Neuproduktion, die im November Premiere hat: Auch bei unserer Familienoper Alice im Wunderland sitzt das Orchester im Graben. Nachdem der italienische Komponist Pierangelo Valtinoni vor vier Jahren mit Der Zauberer von Oz einen grossen Erfolg am Opernhaus feiern konnte, haben wir ihn gleich gebeten, eine neue Familienoper für uns zu schreiben, die nun zur Uraufführung kommt. Alice im Wunderland wird inszeniert von der deutschen Regisseurin Nadja Loschky, die damit ihre dritte Inszenierung am Opernhaus Zürich präsentiert und ein Faible für das Fantastische und den grotesken Humor hat, die den berühmten Stoff von Lewis Carroll so attraktiv machen.

Text von Claus Spahn.
Dieser Artikel ist erschienen im MAG 79, November 2020.
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Alice im Wunderland


Frei von Logik und Moral

Der italienische Komponist Pierangelo Valtinoni hat mit «Alice im Wunderland» nach dem «Zauberer von Oz» zum zweiten Mal eine Familienoper für das Opernhaus Zürich geschrieben. Im Gespräch erzählt er, was aus seiner Sicht eine gute Familienoper ausmacht und warum es nicht einfach für ihn war, als Komponist seinen eigenen Weg zu gehen.

Pierangelo, du hast bereits vier Kinderopern geschrieben; die erfolgreichste bisher war Pinocchio – er wurde in viele Sprachen übersetzt und hat die Kinderherzen von Berlin und Venedig über Moskau bis Hongkong erobert. Warum hast du dir nun Lewis Carrolls Alice im Wunderland ausgesucht?
Vor Alice schrieb ich neben Pinocchio die Schneekönigin und den Zauberer von Oz, der ja hier in Zürich uraufgeführt wurde. In allen drei Stücken ist die Hauptfigur auf der Suche nach etwas oder jemandem: Pinocchio sucht seinen Vater, Gerda sucht Kai, und Dorothy sucht ihr Zuhause. In Alice im Wunderland ist das ein bisschen anders – Alice ist vor allem auf der Suche nach sich selbst. Das hat mich sofort fasziniert, neben der Tatsache, dass diese Geschichte so viel Nonsens enthält und so wunderbar Moral-frei daherkommt. Es war allerdings nicht so ganz einfach, diesen Stoff in Musik zu setzen.

Warum?
Die Geschichte besteht aus Episoden, die sich nicht aufeinander beziehen und genauso gut auch in einer anderen Reihenfolge erzählt werden könnten. Es gibt keine Logik. Das ist für die Musik – für meine Musik – ein Problem: Sie kann sich nicht ohne eine gewisse innere Logik weiterentwickeln. Ich musste also ein System erfinden, einen Trick, um der Musik zu einer Logik zu verhelfen, während der Text unlogisch blieb. Die Lösung war für mich dann die Form der Variation: Der Schluss des ersten Aktes und der Epilog entsprechen dem Prolog. Die Idee ist immer dieselbe, aber sie wird variiert, und dem Zuhörer ist das vielleicht gar nicht bewusst. Für mich ist es wichtig, dass in einer Oper, die 90 Minuten dauert, die Musik sich so entwickelt, dass die einzelnen Teile nicht einfach austauschbar sind. Sonst empfinde ich das nicht als organisch.

Im Wunderland passieren ja in der Tat vor allem Dinge, die die Logik, die Alice bis dahin gewohnt war, auf den Kopf stellen...
Ja, denken wir zum Beispiel an die Grinsekatze: Alice sagt etwas, und die Katze sagt etwas vollkommen anderes, was überhaupt keinen Bezug hat zu dem, was vorher gesagt wurde. Alice geht ja durchaus bewusst ins Wunderland – ohne zu wissen, was sie dort erwartet –, weil sie sich in ihrer Welt, der Welt der Erwachsenen, ganz schrecklich langweilt. Im Verlauf dieser Reise wird Alice immer selbstbewusster, und schliesslich traut sie sich sogar, der Herzkönigin zu widersprechen. Es ist also auch eine Geschichte über das Erwachsenwerden.

Alice im Wunderland ist ein Stoff, der schon sehr oft bearbeitet wurde; hattest du bei der Stoffwahl keine Angst, dass deine neue Oper mit all den schon existierenden Versionen verglichen wird?
Doch, ein bisschen schon. Ich habe mich bemüht, jegliche Referenz an die Filme oder andere Bearbeitungen des Stoffes, die ich gesehen habe, zu vermeiden. Es gibt ja auch eine Oper nach diesem Stoff von Unsuk Chin, aber das ist eher eine Oper für Erwachsene und etwas ganz anderes. Zusammen mit meinem Librettisten Paolo Madron habe ich versucht, einen eigenen, originellen Umgang mit dem Stoff zu finden, und hoffe natürlich, dass das auch so wahrgenommen werden wird.

Was kann eine Oper deiner Meinung nach besser als ein Film?
In der Oper ist es immer die Musik, die die Situation bestimmt. Wenn ich den Text aus meinen Opern entfernen würde, würde das an der Musik nichts ändern. Und die Musik kann zwar die Geschichte vielleicht nicht so genau erzählen, ist immer ganz direkt emotional erfahrbar und zumindest für mich viel poetischer.

Du hast mir von weiteren Aufträgen für Kinderopern erzählt, die dich in Zu­ kunft erwarten; was gefällt dir daran, für Kinder zu komponieren?
Es ist für mich kein Unterschied, ob ich Musik für Kinder oder für Erwachsene schreibe. Meine musikalische Sprache ändert sich nicht. Für mich besteht die Her­ausforderung einer Kinderoper vor allem darin, die Kinder nicht zu langweilen. Ich bemühe mich deshalb, mit unterschiedlichen Emotionen zu arbeiten. Eine lang­same Arie, die eine Viertelstunde dauert, funktioniert in einer Kinderoper nicht. Wenn ich einen Auftrag für eine Oper für Erwachsene bekommen würde, dann würde ich das gerne machen. Aber im Moment habe ich mit Kinderopern sehr viel Erfolg; «Alice» wird nach Zürich auch am Hongkong Arts Festival zu sehen sein. Ich habe das Gefühl, dass ich meine Fantasie sehr viel mehr ausleben kann, wenn ich für Kinder schreibe. Ich fühle mich dabei sehr frei.

Dir ist ja die Kommunikation mit dem Publikum sehr wichtig, und Kinder reagieren oft viel direkter als Erwachsene.
Als Komponist habe ich – wie die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen – verschiedene Phasen durchlaufen. Als junger Mensch habe ich mich sehr an der Avantgarde orientiert und im Stil Ligetis komponiert, was mir auch durchaus gelungen ist. Aber dann bin ich an einen Punkt gekommen, an dem ich nicht mehr verstanden habe, warum ich Musik schreiben soll, die mich persönlich nicht zufriedenstellt. Die zeitgenössische Musik erzählt – so ist jedenfalls mein Eindruck – ausschliesslich von dunklen, hässlichen Dingen, von Albträumen, vom Tod. Das hat mit der Art ihrer musikalischen Sprache zu tun. Mir hat das überhaupt nicht entsprochen. Also habe ich mich entschieden, anders zu komponieren. Das war riskant. Aber das war mir lieber, als weiter Musik zu schreiben, mit der ich mich nicht identifizieren konnte.

Bist du für diese Entscheidung von deinen Kolleginnen und Kollegen kritisiert worden?
Ja, durchaus. Meine Musik steht ja schliesslich überhaupt nicht im Einklang mit der Musik der Avantgarde. Und am Anfang war es auch nicht ganz einfach für mich. Inzwischen ist mir das egal. Für mich ist wichtig, dass man ehrlich zu sich selbst ist und seinen eigenen Weg geht. 

Du hast mal gesagt, du schreibst Musik, um verstanden zu werden...
Es geht mir dabei aber nicht um den Applaus. Ich schreibe einfach so, wie es mir gefällt. Ich möchte mit meiner Musik kommunizieren, Emotionen bei den Menschen hervorrufen. Und das geht am besten, wenn die Musik, die ich schreibe, auch bei mir selbst Emotionen erzeugt.

Für die Kommunikation mit dem Publikum eignet sich Theatermusik natürlich sehr gut. Man merkt deiner Musik an, dass du das Theater liebst, deine Musik ist sehr gestisch und immer für die Bühne gedacht.
Man hat mir oft gesagt, dass man auch in meiner Instrumentalmusik das Theater spürt. Ja, ich liebe das Theater.

Kommen wir noch einmal zurück auf Alice im Wunderland. Hier gibt es viele klar erkennbare Motive, die den einzelnen Figuren zugeordnet sind; die Katze zum Beispiel hat ein prägnantes Klarinettenmotiv. Hast du dich von Prokofjews Peter und der Wolf inspirieren lassen?
Ja, das habe ich. Natürlich hätte ich auch ein anderes Instrument wählen können. Aber die Klarinette hat wunderbar für die Katze funktioniert! Und für die Katze wollte ich ein besonders einprägsames Instrument mit einem charakteris­tischen Motiv verwenden, weil die Katze eine Figur ist, die nur spricht und nicht singt. Deshalb musste ihre Musik umso besser erkennbar sein.

Sehr einprägsam ist auch das orientalische Motiv der Raupe...
Darauf bin ich gekommen, weil es bei Lewis Caroll heisst, dass die Raupe Wasser­pfeife raucht. Da war so ein Motiv natürlich naheliegend.

Daneben scheint es in deiner Musik auch den Einfluss des Jazz und der Unter­haltungsmusik zu geben.
Als ich mich dazu entschied, mich von der Avantgarde abzuwenden, habe ich auch entschieden, dass ich mich von jeder Art Musik beeinflussen lassen möchte, die ich als Jugendlicher gehört habe, und das waren neben klassischer Musik eben auch Jazz und Pop. Für mich ist die sogenannte Unterhaltungsmusik nicht grundsätz­lich weniger wert als eine Sinfonie von Beethoven. Deshalb finden sich auch in meiner Musik die unterschiedlichsten Einflüsse.

Auch Tanzrhythmen spielen in deiner Musik eine wichtige Rolle.
Da habe ich mich ein bisschen von Bach inspirieren lassen, was sicher auch mit meiner Vergangenheit als Organist zu tun hat. Bach schreibt zum Beispiel Me­nuette, deren Rhythmus klar erkennbar ist, die aber viel komplexere Strukturen haben als ein Menuett, das als Tanzmusik gedacht ist. Bei mir gibt es Passagen, in denen man sofort den Walzerrhythmus erkennt, die aber in ihrer inneren Struktur über einen Walzer hinausweisen. Solche Tanzrhythmen – es gibt noch viele weitere in Alice im Wunderland – sind deshalb wichtig für mich, weil sie direkt in den Körper gehen.

Siehst du eigentlich die Szenen vor dir, wenn du sie komponierst?
Ja, ich sehe alles sehr konkret vor mir. Aber ich kann das, was ich beim Kom­ponieren gesehen habe, dann auch wieder vergessen. Leichter wird das für mich, wenn mir das, was sich die Regisseurinnen und Regisseure ausgedacht haben, gefällt. Bisher haben mir bis auf eine Aufführung eigentlich alle In­szenierungen meiner Kinderopern gefallen. Ich bin also guten Mutes, dass das auch bei unserer Alice wieder so sein wird, und ich freue mich sehr darauf.

Das Gespräch führte Beate Breidenbach.
Dieser Artikel ist erschienen im MAG 79, November 2020.
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Sandra Hamaoui

Sandra Hamaoui singt die Titelrolle in «Alice im Wunderland». Im Interview erzählt sie aus dem Nähkästchen.

Aus welcher Welt kommen Sie gerade?
Aus dem Wunderland!

Worauf freuen Sie sich in der Neu­ produktion Alice im Wunderland? 
Man spürt gerade eine ganz besondere Energie auf den Proben – nicht
zuletzt deswegen, weil wir nach dieser Zwangspause endlich wieder auf der Bühne stehen dürfen! Ich freue mich sehr auf diese Produktion, weil sie ganz auf theatrale Mittel setzt und auf jeden Einzelnen von uns, egal ob Sängerin, Schauspieler oder Statistin – es geht um die Menschen auf der Bühne und um die Beziehungen der Figuren zueinan­der. Es ist ein Tribut an die Bühnen­kunst, an das Live­-Erlebnis Theater mit all seiner Magie.

Welches Bildungserlebnis hat Sie be­sonders geprägt?
Ich musste erst lernen, meiner inneren Stimme und meinem Instinkt zu ver­trauen. Viele der Entscheidungen, die ich in einem frühen Stadium meiner Karriere getroffen habe, waren vielleicht ein bisschen unkonventionell, aber sie haben es mir erlaubt, meinen eigenen Weg zu gehen. Ausserdem hatte ich grosses Glück mit meinen Mentoren – ich arbeite nun schon seit über 10 Jahren mit demselben Team. Ohne meinen Coach, Joan Dornemann, und meinen Gesangslehrer, Cesar Ulloa, wäre ich gar nichts.

Welches Buch würden Sie niemals weggeben?
Eine sehr alte Ausgabe von Charles Baudelaires Les Fleurs du mal. Dieses Buch ist schon an viele Orte mit mir gereist, und ich habe es schon viele, viele Male gelesen.

Welche CD hören Sie immer wieder?
Pink Floyd höre ich seit meiner Kind­heit. Generell mag ich es, mich mit ganz unterschiedlichen Musik­-Genres zu beschäftigen, wenn ich nicht im Theater bin; das finde ich sehr erfrischend. 

Welchen überflüssigen Gegenstand in Ihrer Wohnung lieben Sie am meisten?
Getöpfertes und Keramik! Ich hatte nie vor, so viel davon zu besitzen; aber ich liebe einfach die Flohmärkte in Paris und komme jedes Mal mit mindestens drei neuen Vasen oder Schüsseln zu­rück...

Mit welchem Künstler würden Sie gerne essen gehen, und worüber würden Sie reden?
Kann ich auch zwei auswählen...? Monet und Rothko! Verschiedene Perspektiven der bildenden Kunst inspi­rieren mich ausserhalb der Opern­-Welt sehr, und Malerei liebe ich besonders. Ich würde während des Essens wohl selbst gar nicht viel sagen, sondern gebannt dem grossen Wissen solch ein­drucksvoller Dinner­-Gäste lauschen.

Nennen Sie drei Gründe, warum das Leben schön ist!
Da gibt es sicher Millionen... gerade im Moment geniesse ich den Farbwechsel in der Natur; die Tatsache, dass es Musik gibt und wir sie live zum Klingen bringen können; und die vollkommene Schönheit der Liebe.


Biografien


Michael Richter, Musikalische Leitung

Michael Richter

Michael Richter wurde in Wien geboren und studierte Orchesterdirigieren bei Leopold Hager sowie Korrepetition bei Konrad Leitner an der dortigen Universität für Musik und Darstellende Kunst. 2000-2003 war er als Solokorrepetitor mit Dirigierverpflichtung am Badischen Staatstheater Karlsruhe engagiert und dirigierte dort u.a. Aufführungen von Le nozze di Figaro, Die Fledermaus und Prokofjews Romeo und Julia. Seit 2003 ist Michael Richter am Opernhaus Zürich engagiert, zunächst als Solokorrepetitor, seit 2012 als Studienleiter. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten wie Franz Welser-Möst, Ingo Metzmacher, Fabio Luisi und Heinz Holliger sowie mit Sängern wie Neil Shicoff, Jonas Kaufmann und Peter Seiffert, gab Konzerte als Pianist und Dirigent in verschiedenen Ländern Europas und arbeitete für die Salzburger Festspiele wie auch für das Lucerne Festival. 2017/18 dirigierte er die Uraufführung von Xavier Dayers Der Traum von Dir auf der Studiobühne des Opernhauses Zürich; 2018/19 sowie in der folgenden Spielzeit leitete er Vorstellungen von Humperdincks Hänsel und Gretel.

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Nadja Loschky, Inszenierung

Nadja Loschky

Nadja Loschky studierte Musiktheaterregie an der HfM Hanns Eisler in Berlin. Parallel zu ihrem Studium assistierte sie Hans Neuenfels und arbeitete als freie Regisseurin an den Städtischen Bühnen Osnabrück. An diesem Theater entstanden in den folgenden Jahren unter ihrer Regie erste Inszenierungen im Bereich Kinder- und Jugendtheater. 2006 wurde ihre Interpretation von Frieds Monooper Das Tagebuch der Anne Frank zum Theatertreffen der Jugend nach Berlin eingeladen. Es folgten Engagements u.a. am Staatstheater Kassel, am Theater Heidelberg, dem Theater Aachen, dem Oldenburgischen Staatstheater, der Oper Graz und dem Luzerner Theater. 2011 debütierte sie mit der Uraufführung der Familienoper Mikropolis von Christian Jost an der Komischen Oper Berlin. 2014 entstand am Theater Bielefeld Madama Butterfly, wofür sie 2015 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet wurde. Die dort 2016 entstandene Produktion von Death in Venice erhielt im Jahresheft der Fachzeitschrift «Opernwelt» eine Nominierung in der Kategorie ‚Beste Regie‘. 2018 wurde sie Hausregisseurin am Theater Bielefeld, wo sie seither u.a. Rihms Jakob Lenz, La traviata und Orpheus in der Unterwelt inszenierte. Im Frühjahr 2019 debütierte sie an der Oper Köln mit Rusalka. Neben ihrer Regietätigkeit ist sie projektbezogen auch als Dozentin an der Hochschule für Musik Hanns Eisler sowie der UDK Berlin tätig. Seit der Spielzeit 2019/2020 hat Nadja Loschky die künstlerische Leitung des Musiktheaters am Theater Bielefeld inne. In Zürich inszenierte sie 2012 Die Schatzinsel von Frank Schwemmer und 2015 die Uraufführung Rote Laterne von Christian Jost.

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Yvonne Gebauer, Konzeptionelle Mitarbeit

Yvonne Gebauer

Yvonne Gebauer studierte Germanistik, Philosophie und Religionswissenschaft an der Freien Universität Berlin und arbeitet seit 1998 gleichermassen in Schauspiel und Oper als Dramaturgin. Eine regelmässige Zusammenarbeit verbindet sie mit den RegisseurInnen Hans Neuenfels, Kazuko Watanabe, Claus Guth, Johan Simons, Christof Loy, Nadja Loschky, Frank Hilbrich, Tobias Kratzer und David Hermann. Sie war Dozentin für Dramaturgie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft in Hamburg, an der Akademie für Angewandte Kunst in Wien und am Mozarteum in Salzburg. Von 2001 bis 2008 war sie freie Mitarbeiterin der Süddeutschen Zeitung im Ressort Literatur. Anschliessend arbeitete sie bis 2018 an der Bayerischen Staatsoper als Bilddramaturgin und war Bildredakteurin des hauseigenen Magazins «Max Joseph». Zuletzt war sie für Pique Dame bei den Salzburger Festspielen, für Rusalka an der Oper Köln, für Orlando am Staatstheater Darmstadt, für Heart Chamber an der Deutschen Oper Berlin und für Leonore an der Wiener Staatsoper als Gastdramaturgin engagiert.

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Etienne Pluss, Bühnenbild

Etienne Pluss

Etienne Pluss wurde in der Schweiz geboren. Er gründete und leitete von 1989 bis 1993 zunächst eine Kunstgalerie in Genf, bevor er 1992 an der Hochschule der Künste in Berlin sein Bühnenbildstudium aufnahm. 1997 begann er am Burgtheater in Wien eine Bühnen- und Kostümassistenz und wechselte dann 1999 zum Berliner Ensemble. Seit 2000 entstehen eigene Bühnenbilder u. a. in Wien (Burgtheater, Akademietheater, Theater in der Josefstadt, Volkstheater), an den Staatsopern Berlin und Hannover, an der Oper Frankfurt, an der Oper Leipzig, an den Staatstheatern Mainz und Kassel, am Nationaltheater Prag, am Theater Basel sowie an den Schauspielhäusern in Düsseldorf, Hamburg, Weimar, Stuttgart, Oslo und am Berliner Ensemble. 1999 erhielt er am Akademie Theater Wien den Förderpreis zur Kainz Medaille, wurde 2004 für den Nestroy-Theaterpreis nominiert und im selben Jahr im Rahmen einer Kritikerumfrage in NRW zum Bühnenbildner des Jahres gekürt. In der Spielzeit 2018/19 war er für die Bühnenbilder von Falstaff am Staatstheater Kassel, von La bohème am Stadttheater Klagenfurt, von Elektra am Theater Bonn sowie von Claus Guths Inszenierung von Violetter Schnee an der Staatsoper Unter den Linden verantwortlich, welche vom Deutschen Bühnenverein mit dem Theaterpreis DER FAUST 2019 ausgezeichnet wurde. In der Spielzeit 2019/20 entwarf er die Bühnenbilder für Tristan und Isolde an der Oper Leipzig, für Simon Boccanegra am Stadttheater Klagenfurt und für Samson et Dalila an der Staatsoper Berlin. Ausserdem arbeitet er regelmässig als Szenograf für Modeschauen (Adidas, Joop, Michalsky, Hugo Boss) und Ausstellungen (Brafa Brüssel, PAD London, Tefaf NY, Frieze Masters London).

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Irina Spreckelmeyer, Kostüme

Irina Spreckelmeyer

Irina Spreckelmeyer absolvierte ihr Bachelorstudium im Fach Kostümbild bei Prof. Maren Christensen an der Hochschule Hannover und schloss mit Jelineks Prinzessinnendramen das Studium ab. An der Universität der Künste Berlin setzte sie 2016 ihr Masterstudium bei Florence von Gerkan fort. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB) sind seit 2017 verschiedene Kurzfilme entstanden, u.a. mit dem Regisseur Gian Suhner (Abdrift, Der Besuch) und mit der Regisseurin Florinda Frisardi (Die andere Welt). 2017 entwarf sie am Schauspiel Frankfurt die Kostüme für Andreas Kriegenburgs Inszenierung von Drei Tage auf dem Land. Seit 2017 arbeitet sie regelmässig mit Nadja Loschky zusammen. Nach der Oper Jakob Lenz am Theater Bielefeld führte sie ihr gemeinsamer Weg im März 2019 mit der Produktion Rusalka an die Oper Köln. In der Spielzeit 2019/20 setzte sich die Zusammenarbeit mit Aida am Theater Bielefeld fort, zudem schuf sie in der gleichen Spielzeit das Kostümbild von Wolfgang Nägeles Inszenierungen von Paradise Reloaded am Theater Bielefeld und Le vin herbé im Gartentheater Herrenhausen der Staatsoper Hannover. Für Mieczysław Weinbergs Oper Die Passagierin, die an der Oper Graz die Spielzeit 2020/21 eröffnet, arbeitet Irina Spreckelmeyer erneut mit Nadja Loschky zusammen.

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Franck Evin, Lichtgestaltung

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u.a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u.a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieto und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. Im März 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Seit Sommer 2012 arbeitet er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Franck Evin wirkt neben seiner Tätigkeit in Zürich weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Boris Godunow20, 23, 26 Sep; 09, 16, 20 Okt 2020 Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021 Simon Boccanegra06, 10, 13, 16, 19, 22 Dez 2020; 03, 08, 12 Jan 2021 Les Contes d’Hoffmann11, 14, 18, 22, 25, 28 Apr; 04, 08, 13, 16 Mai 2021 I puritani27 Feb; 02, 06, 09, 17 Mär 2021 Capriccio24, 27, 30 Mai; 03, 06, 10, 13 Jun 2021 Don Pasquale16, 20, 26 Mär; 03, 10, 18 Apr 2021 Jewgeni Onegin23, 27 Apr; 02, 09, 14 Mai 2021 Madama Butterfly06, 09, 12, 19, 22, 25 Jun 2021 Idomeneo29 Jun; 02, 04, 08 Jul 2021 Sweeney Todd17, 19, 21, 23, 26, 31 Jan 2021


Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

Ernst Raffelsberger

Ernst Raffelsberger, Chorleitung, stammt aus Gmunden, Oberösterreich. Er studierte Mu­sikpädagogik und Kirchenmusik an der Hoch­schule für Musik und dar­stel­lende Kunst in Wien (Chor­leitung bei Prof. Erwin Ortner) und anschlies­send Chor­dirigieren am Salzburger Mozarteum bei Prof. Walter Hagen-Groll. Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In die­ser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tourneen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA. Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen). 1989 wurde er von Donald Runnicles als Chordirektor und Kapellmeister an das Theater in Freiburg/Breis­gau berufen. Seit Herbst 1993 ist Ernst Raffelsberger am Opernhaus Zürich als Chordirektor engagiert. Hier hat er inzwischen über 100 Pre­mieren betreut und mit vielen nam­haften Dirigenten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta, Franz Welser-Möst und Teodor Currentzis zusammengearbeitet. Gastspiele mit dem Opernhaus Zürich führten ihn nach Wien, London, Paris und Tokio. Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren diese Arbeit. Im Sommer 2012 begann zusätzlich seine Tätigkeit als Chordirek­tor der Salzburger Festspiele. Er ist dort für die Produktionen der Konzertver­einigung Wiener Staats­opernchor verant­wort­lich. Dort kam es u.a. zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Riccardo Muti, Sir Simon Rattle und Mariss Jansons.

Boris Godunow20, 23, 26 Sep; 09, 16, 20 Okt 2020 Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021 I puritani27 Feb; 02, 06, 09, 17 Mär 2021 Il barbiere di Siviglia24, 28 Jan; 02, 06, 12 Feb 2021 Brahms07 Feb 2021 Orphée et Euridice14, 18, 21, 26, 28 Feb; 05, 14, 19, 23 Mär 2021 Don Pasquale16, 20, 26 Mär; 03, 10, 18 Apr 2021 Jewgeni Onegin23, 27 Apr; 02, 09, 14 Mai 2021 La donna del lago25, 29 Apr; 02 Mai 2021 Madama Butterfly06, 09, 12, 19, 22, 25 Jun 2021 Manon22, 25, 28 Nov; 03, 05 Dez 2020 Maria Stuarda27 Sep; 07, 11, 15 Okt 2020


Sandra Hamaoui, Alice

Sandra Hamaoui

Sandra Hamaoui, französisch-amerikanische Sopranistin, studierte am Konservatorium San Francisco und an der Juilliard School of Music in New York. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe; u.a. war sie Finalistin bei den Metropolitan Opera National Council Auditions und gewann jeweils den ersten Preis bei den New England Regional Finals, beim West Bay Opera Leage Wettbewerb und beim Mary Trueman Gesangswettbewerb. Zudem war sie Stipendiatin der Opera Foundation, der Schuyler Foundation und vom Henry & Maria Holt Memorial Fund. Noch während ihrer Studienzeit sang sie die Titelpartie von Gounods Roméo et Juliette mit dem Canadian Vocal Arts Institute und Adina in L’Elisir d’amore mit dem San Francisco Conservatory of Music am Kennedy Center. In der Spielzeit 2017/18 war sie Mitglied des Ensembles der Deutschen Oper Berlin, wo sie u.a. Annina (La traviata), Ninetta (Die Liebe zu den drei Orangen), Die Vertraute (Elektra) und Pamina sang. Im Sommer 2018 gastierte sie am Verbier Festival, wo sie in Adriana Lecouvreur und in Rigoletto zu hören war. Im selben Jahr gab sie ihr Debüt an der Opéra de Dijon in Schuberts Stabat Mater sowie in Zürich als Gretel in Hänsel und Gretel. In der Spielzeit 2019/20 war sie in Zürich wieder als Gretel sowie in der Titelrolle von Coraline von Mark Anthony Turnage zu hören. In der Spielzeit 2020/21 singt sie in Zürich die Titelrolle in Alice im Wunderland, Modestina in Il viaggio a Reims, Sophie in Werther und eine italienische Sängerin in Capriccio.

Alice im Wunderland14 Nov; 26 Dez 2020; 10, 15, 22, 23 Jan 2021 Capriccio24, 27, 30 Mai; 03, 06, 10, 13 Jun 2021 Il viaggio a Reims15, 20, 23, 27, 30 Dez 2020; 01, 03 Jan 2021 Werther28 Mär; 05, 08, 16, 24 Apr 2021


Lina Dambrauskaité, Alice

Lina Dambrauskaité

Lina Dambrauskaité stammt aus Litauen und hat ihre Gesangsaubildung bei Sigute Stonyte an der Litauischen Musik- und Theaterakademie abgeschlossen. Aktuell belegt sie Kurse bei Lillian Watson und Jonathan Papp an der Royal Academy Opera, wo sie 2017 ihr Londoner Debüt als Zerlina in Mozarts Don Giovanni gab. Zuvor debütierte sie 2015 als Barbarina in Mozart’s Le Nozze di Figaro am Litauischen Nationaltheater für Oper und Ballett. Zu ihrem Repertoire gehören Thais in Händels Das Alexanderfest, Yniold in Debussys Pelléas et Mélisande sowie die Titelpartie in Händels Semele. Zudem hat sie an der Weltaustellung «Expo 2015» in Mailand Litauen repräsentiert und diverse Solopartien in Konzerten gesungen. Im Frühjahr 2019 hat Lina Dambrauskaité die Titelrolle in Leoš Janáčeks Das schlaue Füchslein an der Royal Academy Opera gesungen und im Herbst 2019 Cunigonde (Candide) am Litauischen Nationaltheater. Seit der Spielzeit 2019/20 ist sie Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich und war hier bisher in Belshazzar, Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse, der Zauberflöte und Iphigénie en Tauride zu hören.

Boris Godunow20, 23, 26 Sep; 09, 16, 20 Okt 2020 Alice im Wunderland22 Nov; 05, 10, 27 Dez 2020; 02 Jan; 07 Feb 2021 Sweeney Todd17, 19, 21, 23, 26, 31 Jan 2021 Johannes-Passion08 Mär 2021 Viva la mamma08, 12, 14, 16, 19 Mai 2021 Galakonzert Internationales Opernstudio05 Jul 2021


Ruben Drole, Herzogin / Raupe

Ruben Drole

Ruben Drole stammt aus Winterthur und studierte an der Musikhochschule Zürich bei Jane Thorner Mengedoht. 2004 wurde er ins Internationale Opernstudio und 2005 ins Ensemble des Opernhauses Zürich aufgenommen, wo er u.a. als Lucio Cinna (J.C. Bachs Lucio Silla), Haly (L’italiana in Algeri), Argante (Rinaldo), Wurm (Luisa Miller) und als Papageno in der von Nikolaus Harnoncourt geleiteten Zauberflöte zu erleben war. Als Papageno hat er 2015 auch sein Debüt an der Semperoper Dresden gegeben. Weitere Projekte mit Harnoncourt waren u.a. Kezal (Die verkaufte Braut) und Haydns Schöpfung bei der Styriarte Graz, Beethovens Christus am Ölberg in Wien und Luzern, eine Japan-Tournee (Mozarts Requiem und Händels Messiah) sowie Leporello (Don Giovanni) am Theater an der Wien. Im Zürcher Zyklus der Mozart/Da Ponte-Opern von Sven-Eric Bechtolf und Franz Welser-Möst wirkte er als Guglielmo (Così fan tutte), Figaro (Le nozze di Figaro) und Leporello (Don Giovanni) mit. Dieselben Partien interpretierte er unter Welser-Möst auch mit dem Cleveland Orchestra. Bei den Salzburger Festspielen 2012 sang er den Achilla (Giulio Cesare) und trat dort 2013 in Haydns Il ritorno di Tobia und in Walter Braunfels’ Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna auf. Auf dem Konzertpodium ist er u.a. unter Ton Koopman, Nikolaus Harnoncourt und Emmanuelle Haïm aufgetreten. In Zürich war er zuletzt u.a. als Figaro, Lord Rochefort (Anna Bolena), Papageno, Leporello, Alaskawolfjoe (Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny), in Die Gezeichneten, als Peter in Hänsel und Gretel, als Biterolf in Tannhäuser, als Guru in der Uraufführung Last Call und als Theatermaschinist in Die Sache Makropulos zu sehen.

Alice im Wunderland14 Nov; 10, 27 Dez 2020; 02, 10, 15 Jan 2021 Das tapfere Schneiderlein20, 27 Sep; 28, 29 Nov; 06 Dez 2020; 24, 30 Jan 2021 Amerika07, 10, 18, 21, 27 Mär; 01, 05 Apr 2021 Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny13, 15, 19, 22, 28 Mai 2021


Gary Martin, Herzogin / Raupe

Gary Martin

Gary Martin, Bariton, stammt aus den USA und war von 1993 bis 1995 Mitglied des Young Artists Program der Chicago Lyric Opera, wo er u.a. Falke (Die Fledermaus) und Ramiro (L’heure espagnole) sang. Später gastierte er an dem Haus, u.a. an der Seite von Placido Domingo in Fedora. Gary Martins Debüt an der Metropolitan Opera in New York erfolgte in der Spielzeit 98/99 in den Produktionen von Lohengrin und Carmen. Im Jahr 2000 kam er von den USA nach Europa, um ein Festengagement am Staatstheater am Gärtnerplatz in München anzutreten. Bis 2012 sang er dort Partien wie Don Giovanni, Figaro (Barbiere di Siviglia), Il Conte (Le nozze di Figaro), Escamillo (Carmen), Giorgio Germont (La traviata), Ford (Falstaff), Tonio (Baiazzo), Jaroslav Prus (Die Sache Makropulos), Marcello, The Traveller (Death in Venice), Nick Shadow (The Rake’s Progress), Leander (Die Liebe zu den drei Orangen) sowie 2015 die Titelrolle in Detlev Glanerts Josef Süß. Im Juli 2013 gab er sein Debut als Wotan, Wanderer und Gunther in Der Ring an einem Abend in Bayreuth. Im Oktober 2013 sang er Carmina Burana in Berlin mit den Berliner Symphonikern, 2014 die Titelrolle in Sweeney Todd am Gärtnerplatztheater. 2015 trat er in der Verdi-Trilogie an einem Abend (Rigoletto, Il trovatore, La traviata) am Theater an der Rott auf, 2016 folgte am Theater Münster Ford in Verdis Falstaff. Zu seinem Repertoire im Konzertbereich gehören zudem Partien in Verdis Requiem, Händels Messias und Beethovens 9. Sinfonie.

Alice im Wunderland22 Nov; 05, 26 Dez 2020; 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Andrei Skliarenko, Märzhase / Zwiddeldei

Andrei Skliarenko

Andrei Skliarenko wurde in Russland geboren, wo er am Tschaikovsky Music College in Jekaterinburg und am Jekaterinburg State Mussorgsky Konservatorium studierte. Nach seinem Abschluss war er Mitglied des Young Artist Program am Bolshoi Theater. Sein Debüt auf der Bühne des Bolshoi Theaters gab er 2017 als Gast von Laura in der Oper Der steinerne Gast von Alexander Dargomyschski. Er sang zudem in zahlreichen Kammerkonzerten in der Beethoven Halle des Bolshoi Theaters. Im November 2018 sang er in Rossinis Stabat Mater am Teatro Comunale di Cagli und im Februar 2019 nahm er beim 12. Winter International Arts Festival in Sochi teil. Im selben Jahr sang er Don Ottavio in Don Giovanni in der Suzhou Jinji Lake Concert Hall in China. Er gewann 2014 den zweiten Preis der Tolyatti International Music Competiotion, 2016 bekam er das Diplom «Beste Gesangsleistung» der militärischen Streitkräfte der Russischen Föderation und 2017 war er Preisträger des Wettbewerbs der Gesangsabsolventen Russlands. Ab der Spielzeit 20/21 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios.

I puritani27 Feb; 02, 06, 09, 17 Mär 2021 Il viaggio a Reims15, 20, 23, 27, 30 Dez 2020; 01, 03 Jan 2021 Sweeney Todd17, 19, 21, 23, 26, 31 Jan 2021 La donna del lago25, 29 Apr; 02 Mai 2021 Alice im Wunderland14 Nov; 10, 26 Dez 2020; 02, 10, 22 Jan; 07 Feb 2021 Galakonzert Internationales Opernstudio05 Jul 2021 Johannes-Passion08 Mär 2021


Savelii Andreev, Märzhase / Zwiddeldei

Savelii Andreev

Savelii Andreev wurde in Sankt Petersburg geboren und studierte am Glinka Choral College Gesang, Dirigat und Klavier. 2015 schloss er sein Studium in Chorleitung ab und studierte anschliessend in Sankt Petersburg am Rimski-Korsakov Konservatorium Gesang. In der Music Hall in Sankt Petersburg war er seit 2017 regelmässig als Solist zu hören. 2017 war er Teilnehmer des Festivals «14th German Week» in St. Petersburg und sang dort eine Solopartie in der Bach-Kantate Lasst uns sorgen, lasst uns wachen. 2018 gewann er den ersten Preis in der Tenor-Kategorie bei dem Wettbewerb «Great Opera. Voices of the Future». 2019 war er Teilnehmer eines Studienprogramms des Teatro del Maggio Musicale in Florenz. Ab der Spielzeit 2020/21 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios.

Boris Godunow20, 23, 26 Sep; 09, 16, 20 Okt 2020 Simon Boccanegra06, 10, 13, 16, 19, 22 Dez 2020; 03, 08, 12 Jan 2021 Werther28 Mär; 05, 08, 16, 24 Apr 2021 Don Carlo27, 30 Jun; 03, 06, 09 Jul 2021 Alice im Wunderland22 Nov; 05, 27 Dez 2020; 15, 23 Jan 2021 Galakonzert Internationales Opernstudio05 Jul 2021


Valeriy Murga, Schlafmaus / Zwiddeldum

Valeriy Murga

Valeriy Murga studierte an der Ukrainischen Nationalen Musikakademie Kiew. Sowohl beim 41. Concours International de Chant in Toulouse 1996 als auch beim 7. Julian-Gayarre-Wettbewerb in Pamplona 1998 gehörte er zu den Finalisten. 1997 gewann er den zweiten Preis beim Maria Callas Grand Prix in Athen und konnte am 1999 Cardiff Singer of the World-Wettbewerb (BBC) teilnehmen. 1997–1999 war er Solist der Ukrainischen Nationaloper Kiew, wo er neben vielen anderen Rollen Figaro und Don Giovanni, Germont, Escamillo, Onegin, den Fürsten Igor und Schaunard in La bohème verkörperte. In seinem Repertoire befinden sich ausserdem Partien wie der Marchese di Posa (Don Carlo) und Schaklowity (Chowanschtschina). Am Opernhaus Zürich sang Valeriy Murga noch als Mitglied des IOS u.a. in Tosca (Sciarrone, Schliesser) und Rigoletto (Monterone); seit Beginn der Spielzeit 2000/01 ist er hier fest engagiert und war u.a. in Pique Dame (Jelezki), Carmen (Moralès), Salome (2. Soldat), Il barbiere di Siviglia (Fiorello/Ufficiale), La sonnambula (Alessio), Rigoletto (Marullo und Monterone) und L’italiana in Algeri (Ali) zu hören. In Tiefland gastierte er am Liceu Barcelona und in L’italiana in Algeri an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Zuletzt war er in Zürich in Tosca (Angelotti), in Faust (Wagner), in Lady Macbeth von Mzensk als Polizeichef, als Sid (Fanciulla del West) und als Marchese d’Obigny in La Traviata zu erleben. Ebenso sang er in den Familienopern Das Gespenst von Canterville (Dr. Bürkli), Robin Hood (Little John) und Das verzauberte Schwein (Schwein).

Alice im Wunderland14 Nov; 05, 10, 27 Dez 2020; 02, 15, 23 Jan 2021 Les Contes d’Hoffmann11, 14, 18, 22, 25, 28 Apr; 04, 08, 13, 16 Mai 2021 Boris Godunow20, 23, 26 Sep; 09, 16, 20 Okt 2020


Andrew Moore, Schlafmaus / Zwiddeldum

Andrew Moore

Andrew Moore, Bass-Bariton, studierte am Curtis Institute of Music in Philadelphia. Er war 2017 Finalist beim New Jersey State Opera Alfredo Silipigni Wettbewerb und sang im gleichen Jahr mit den New Jersey Chamber Singers die Baritonpartie im Requiem von Fauré. 2018 nahm er am Merola Opera Program in San Francisco teil, wo er u.a. beim Schwabacher Summer Concert und in The Rake’s Progress sang. 2019 war er Teilnehmer der Metropolitan Opera National Council Auditions und erreichte das New England Region Finale, wo er mit dem Susan Eastman Encouragement Award ausgezeichnet wurde. Im gleichen Jahr sang er an der Santa Fe Opera in den Produktionen La bohème, Così fan tutte und Jenůfa. Ab der Spielzeit 2020/21 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios.

Alice im Wunderland22 Nov; 26 Dez 2020; 10, 22 Jan; 07 Feb 2021 Il viaggio a Reims15, 20, 23, 27, 30 Dez 2020; 01, 03 Jan 2021 Sweeney Todd17, 19, 21, 23, 26, 31 Jan 2021 Don Carlo27, 30 Jun; 03, 06, 09 Jul 2021 Viva la mamma08, 12, 14, 16, 19 Mai 2021 Galakonzert Internationales Opernstudio05 Jul 2021


Kjell Brutscheidt, Grinsekatze

Kjell Brutscheidt

Kjell Brutscheidt, geboren 1996 in Düsseldorf, absolvierte von 2014 bis 2018 sein Schauspielstudium an der Theaterakademie August Everding in München. Bereits vor seinem Studium war er in Iwan Turgenews Väter und Söhne (Regie: Frank Abt) am Düsseldorfer Schauspielhaus zu sehen. Seit seinem Studium folgten Gastengagements u.a. am Residenztheater München in Friedrich Schillers Die Räuber (Regie: Ulrich Rasche / eingeladen zum Theatertreffen Berlin 2017), an den Münchner Kammerspielen in Gläserne Bienen nach Ernst Jünger (Regie: Jacquelin Reddington) sowie als Karl Moor in Die Räuber am Theater Hagen. In der Spielzeit 2019/20 war er Teil des ersten spartenübergreifenden Studios am Theater Bielefeld und spielte dort u.a. in Aida in der Regie von Nadja Loschky. Zudem hat er 2020 in dem Fernsehfilm Spreewaldkrimi – Tödliche Fastnacht und in dem Kinospielfilm Der junge Häuptling Winnetou mitgespielt.

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Irène Friedli, Herzkönigin

Irène Friedli

Irène Friedli, Alt, ist in Räuchlisberg, Schweiz, aufgewachsen. Sie studierte an der Musikakademie in Basel, wo sie mit dem Solistendiplom abschloss. Sie ergänzte ihre Studien in der Interpretationsklasse von Dietrich Fischer-Dieskau in Berlin, nahm an Meisterkursen von Brigitte Fassbaender teil und bildete sich bei Helen Keller weiter. Sie gewann zahlreiche Preise bei internationalen Liedwettbewerben. Seit 1994/95 ist sie Ensemblemitglied des Opernhauses Zürich, wo sie u.a. als Suzuki, 2. und 3. Zauberflöten-Dame, Mercédès, Titelheldin in Ravels L’Enfant et les sortilèges, Elsbeth in Schlafes Bruder (UA), Lily in Harley (UA), Tisbe (La cenerentola), Annina und Flora (La traviata), Flosshilde (Rheingold, Götterdämmerung), Polina, Hänsel, Marcellina (Le nozze di Figaro), Emilia (Otello) und Lucia (Cavalleria rusticana) zu hören war. 2012 gastierte Irène Friedli an der Opéra Bastille in Paris. Am Opernhaus Zürich war sie in letzter Zeit u.a. als Olga in Peter Eötvös’ Drei Schwestern, als Marthe in Gounods Faust, als Margret (Wozzeck), als Lovis in Ronja Räubertochter von Jörn Arnecke, als Tasse und als Libelle in L’Enfant et les sortilèges, als 6. Blumenmädchen und Stimme aus der Höhe in Parsifal, als Mercédès in Carmen, als Gertrud / Knusperhexe in Hänsel und Gretel, als Annina in Der Rosenkavalier, als Clotilde in Norma und als Mutter / Andermutter in Coraline zu hören.

Boris Godunow20, 23, 26 Sep; 09, 16, 20 Okt 2020 Alice im Wunderland14 Nov; 05, 10, 27 Dez 2020; 02, 10, 15 Jan 2021 Amerika07, 10, 18, 21, 27 Mär; 01, 05 Apr 2021


Roswitha Christina Müller, Herzkönigin

Roswitha Christina Müller

Roswitha Christina Müller studierte an der Hochschule für Musik und Theater München und am Mozarteum Salzburg Gesang und schloss ihr Studium mit Auszeichnung ab. Feste Engagements führten sie anschliessend ans Landestheater Salzburg und ans Theater Lübeck. Zudem gastierte sie u.a. an der Staatsoper Hamburg, der Bayerischen Staatsoper München, den Staatstheatern Saarbrücken, Karlsruhe und Stuttgart, dem Nationaltheater Weimar, der Deutschen Oper Berlin, der Oper Köln, am Tschechischen Nationaltheater Prag, dem Nationaltheater Taipeh, dem Teatro Comunale in Ferrara sowie mehrfach an der Deutschen Oper am Rhein. 2011 wechselte Roswitha Christina Müller ins dramatische Fach und wurde ab 2012 Ensemblemitglied am Staatstheater Nürnberg. Als Prinzessin Eboli (Don Carlos), Amneris (Aida) und Azucena (Il trovatore) hat sie sich die wichtigsten Verdi-Mezzopartien erarbeitet. Es folgten Partien wie Judith in Herzog Blaubarts Burg, Fremde Fürstin in Rusalka, Adelaide in Arabella, Herodias in Salome, Marguerite in La Damnation de Faust, die Titelpartie in Carmen, Cassandre in Les Troyens, Brangäne in Tristan und Isolde, Fricka in Rheingold sowie Walküre und Waltraute in Götterdämmerung. 2019 gastiert sie am Grand-Théâtre de Genève als Rossweisse (Die Walküre) und 2. Norn (Götterdämmerung), als Wellgunde (Das Rheingold) an der Deutschen Oper am Rhein, als Gräfin (Pique Dame) bei den Opernfestspielen Heidenheim und als Rossweisse in einer konzertanten Aufführung von Die Walküre am Concertgebouw in Amsterdam.

Alice im Wunderland22 Nov; 26 Dez 2020; 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Nathan Haller, Der verrückte Hutmacher

Nathan Haller

Nathan Haller stammt aus Kanada und studierte Gesang an der Juilliard School in New York. 2013 war er Teilnehmer bei der Internationalen Meistersinger Akademie (IMA), wo er mit dem Münchner Rundfunkorchester unter Paul Hofstetter und als Solist in Bachs h-Moll Messe unter Helmuth Rilling sang. Er war von 2015 bis 2017 Mitglied des Opernstudios OperAvenir am Theater Basel, wo er u.a. als Tamino (Zauberflöte), als Romeo in Blachers Romeo und Julia, in der Uraufführung Melancholia von Sebastian Nübling und Ives Thuwis, als Enoch Snow (Carousel) und als Oronte in Alcina zu erleben war. Im Sommer 2016 sang er Belmonte (Entführung aus dem Serail) am Akko Opera Festival in Israel. Auf der Konzertbühne war er u.a. am New York Festival of Song in der Carnegie Hall, mit dem russischen Kammerorchester St. Petersburg, in La Resurrezione unter William Christie und mit Masaaki Suzuki in Boston, New York, Leipzig und London zu hören. 2017/18 gastierte er an der Neuen Oper Wien als Francois in Leonard Bernsteins A Quiet Place, 2018/19 in Die Gezeichneten am Opernhaus Zürich, als Graf Albert in Erich Wolfgang Korngolds Die tote Stadt mit der Nederlandse Reisopera und als Albazar in Il turco in Italia am Opernhaus Zürich. In der Spielzeit 2019/20 sang er zudem einen der vier Knappen in Parsifal am Teatro Massimo di Palermo.

Capriccio24, 27, 30 Mai; 03, 06, 10, 13 Jun 2021 Das tapfere Schneiderlein20, 27 Sep; 08, 28, 29 Nov; 03, 06 Dez 2020; 24, 31 Jan 2021 Alice im Wunderland22 Nov; 26 Dez 2020; 02, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021


Omer Kobiljak, Der verrückte Hutmacher

Omer Kobiljak

Omer Kobiljak stammt aus Bosnien und wurde von 2008-2013 von David Thorner am Kon­servatorium Winterthur ausgebildet. 2010 erhielt er u.a. den Kulturpreis des Rotaryclubs Oberthurgau. Im gleichen Jahr folgte ein Gastauftritt im Schweizer Fernsehen in «Die Gröss­ten Schweizer Hits». Seit 2010 besucht er Meisterkurse von Jane Thor­ner-Menge­doht, David Thorner und Jens Fuhr. 2012 erhielt er beim Thurgauer Musikwettbewerb den 1. Preis mit Auszeichnung, im Jahr darauf sang er bei den Salzburger Festspielen einen Lehr­buben (Die Meistersinger von Nürnberg) unter Daniele Gatti. Seit 2014 studiert er an der Kalaidos Fachhochschule Aarau Gesang bei David Thorner. 2016 debütierte er als Baron von Kronthal (Lortzings Der Wildschütz) an der Operettenbühne Hombrechtikon. 2017 sang er an der Mailänder Scala in Die Meistersinger von Nürnberg. Ab 2017/18 war er Mitglied im IOS und war bisher u.a. in Salome, Ronja Räubertochter, La fanciulla del West, Parsifal, Der fliegende Holländer sowie in La traviata zu erleben. In der Spielzeit 2018/19 sang er einen Gardes in Manon, Lord Arturo Buklaw in Lucia di Lammermoor sowie den Notar in der konzertanten Aufführung von La sonnambula. Seit der Spielzeit 2019/20 gehört er zum Ensemble des Opernhauses Zürich und war hier zuletzt als Abdallo in Nabucco zu erleben.

Les Contes d’Hoffmann11, 14, 18, 22, 25, 28 Apr; 04, 08, 13, 16 Mai 2021 Alice im Wunderland14 Nov; 05, 10, 27 Dez 2020; 10 Jan 2021


Daniel Hajdu, Das weisse Kaninchen

Daniel Hajdu

Daniel Hajdu, geboren in Göttingen, erhielt seine Schauspielausbildung an der Folkwang-Hochschule in Essen. Er gastierte zunächst an den Schauspielhäusern in Düsseldorf und Essen. Feste Engagements führten ihn dann von Wuppertal über Basel nach Heidelberg, unterbrochen von Gastrollen am Zürcher Neumarkttheater und dem Volkstheater München. In den letzten Jahren gastierte Daniel Hajdu am Schauspielhaus Zürich und regelmässig am Theater Biel Solothurn. Er wirkte in zahlreichen TV-Filmen und Fernsehserien mit, so war er u.a. im Tatort und in der Serie Bella Block zu sehen. 1988 spielte er eine Hauptrolle im international ausgezeichneten Fernsehmehrteiler Die Bertinis (nach dem Roman von Ralph Giordano, Regie: Egon Monk). 
Daniel Hajdu war am Theater Kanton Zürich in Jordi Galcerans Karneval und in Ben Jonsons Volpone zu sehen.

Alice im Wunderland14, 22 Nov; 05, 10, 26, 27 Dez 2020; 02, 10, 15, 22, 23 Jan; 07 Feb 2021