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La bohème

Oper in vier Bildern von Giacomo Puccini (1858-1924)
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica nach den «Scènes de la vie de bohème» von Henri Murger

Musikalische Leitung Speranza Scappucci Inszenierung Ole Anders Tandberg Bühnenbild Erlend Birkeland Kostüme Maria Geber Lichtgestaltung Franck Evin Choreinstudierung Ernst Raffelsberger Dramaturgie Fabio Dietsche

In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 30 Min. inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Termine & Tickets

September 2018

Sa

29

Sep
19.00

La bohème

Oper von Giacomo Puccini, Wiederaufnahme
Preise E: CHF 230 / 192 / 168 / 95 / 35 / 29
Misch-Abo A, Italienische Oper-Abo

Oktober 2018

Fr

05

Okt
19.30

La bohème

Oper von Giacomo Puccini
Preise H
AMAG Volksvorstellung

So

07

Okt
20.00

La bohème

Oper von Giacomo Puccini
Preise E: CHF 230 / 192 / 168 / 95 / 35 / 29
Sonntag-Abo C, Wahl-Abo

Do

11

Okt
19.30

La bohème

Oper von Giacomo Puccini
Preise E: CHF 230 / 192 / 168 / 95 / 35 / 29
Donnerstag-Abo A

So

14

Okt
14.00

La bohème

Oper von Giacomo Puccini
Preise E: CHF 230 / 192 / 168 / 95 / 35 / 29
Verismo-Abo

Gut zu wissen

Kurzgefasst

La bohème

Kurzgefasst

La bohème

Video 
Trailer «La bohème»

Gespräch


Ein Traum vom Künstlerleben

Der Norweger Ole Anders Tandberg inszeniert «La bohème» von Giacomo Puccini. Vor der Premiere führte Fabio Dietsche mit ihm ein Gespräch über nordische Paris-Fantasien, Trugbilder von kreativen Karrieren und freier Liebe und die Muse als Lieblings-Illusion aller Künstler.

Ole Anders Tandberg, La bohème ist Ihre erste Inszenierung am Opernhaus Zürich. Worum geht es in diesem Stück und was fasziniert Sie daran?
Als Atheist und Existenzialist berührt es mich, wie in diesem Stück die Fragilität des Lebens dargestellt wird. Es geht um eine junge Liebe, die mit dem tragischen Tod von Mimì abrupt endet. Mimì stirbt, bevor sie wirklich gelebt hat. Innerhalb einer sehr kurzen und intensiven Zeitspanne erfahren Rodolfo und Mimì das höchste Liebesglück. Und in dieser Liebe zueinander finden sie den Sinn des Lebens. Aber es zeichnet sich schon ab, dass Mimì sterben wird. Wenn sie am Ende der Oper, nach der Trennung von Rodolfo, zu ihm zurückkommt, um zu sterben, finden wir die gegenteilige Situation vor: das Leben hat jeden Sinn verloren. Für einen Moment flackert er noch einmal auf – aber der Tod naht unausweichlich.

Liegt es an dieser Spannung zwischen höchstem Liebesglück und dem Wissen um dessen Endlichkeit, dass Puccinis Oper uns immer wieder so stark berührt?
Ich denke ja – und zwar weil uns gezeigt wird, wie das Leben nun einmal ist. Universal betrachtet, ist dem Einzelnen eine ungeheuer kurze Lebenszeit beschieden. Innerhalb dieser kurzen Zeit leben, lieben und sterben wir. Puccinis Oper lässt uns zwar nicht direkt über diese grossen Fragen nachdenken, aber sie lässt sie uns fühlen. Und diese Gefühle gehen jeden Interpreten und jeden Zuschauer  unmittelbar etwas an. Deshalb ist das Werk so beliebt.

Weil die Oper so beliebt ist, hat sich in den Köpfen der Zuschauer eine genaue Vorstellung festgesetzt, wie La bohème zu sein habe. Im 20. Jahrhundert hat insbesondere die Inszenierung von Franco Zeffirelli die Rezeption geprägt. Was bedeutet es für einen Regisseur, sich einem solch bekannten Stück zu stellen?
Ich glaube, dass diese Vorstellung, wie eine Bohème-Inszenierung sein soll, vor allem damit zusammenhängt, dass die Handlung in Paris spielt, einem Ort mit grosser mythischer Ausstrahlung. Gerade kulturinteressierte Menschen haben eine genaue Vorstellung von Paris – und zwar von dem Paris, das sie aus der Kunst, dem Film, der Literatur und den Anekdoten kennen. Viele haben eine romantische Vorstellung vom Mythos Paris – und wenn eine Inszenierung von La bohème dieser Vorstellung gerecht wird, fühlt es sich richtig an. Dazu kommt, dass Puccini es wie kaum ein anderer verstand, für das Theater zu schreiben. Seine Partitur, die er mit höchster Präzision bis ins Detail ausgearbeitet hat, impliziert oft schon die szenischen Vorgänge,  und das Libretto ist voll von realistischen Details. Zu diesem Realismus muss man sich als Regisseur verhalten. Es hat für mich keinen Sinn, sich diametral dagegenzustellen. Um zu einer eigenen Interpretation von Puccinis Werk zu kommen, habe ich mich deshalb gefragt, inwiefern das Stück etwas mit meinem eigenen Leben zu tun hat.

Und haben Sie Parallelen gefunden?
Zum Glück habe ich die Situation von Rodolfo nie erlebt, der dabei zusehen muss, wie seine grosse Liebe vor seinen Augen stirbt! Aber für mich ist wichtig, dass La bohème ein Stück über die Zeit der Jugend ist, in der noch alles im Leben möglich zu sein scheint. Die Gruppe von Bohemiens, um die es in diesem Stück geht, setzt sich aus sehr jungen Menschen zusammen, die ihre ersten Liebeserfahrungen machen und die noch voller Optimismus davon träumen, die Welt verändern und beherrschen zu können. Und das erinnert mich stark daran, wie ich selbst als Jugendlicher war. Ich habe in Norwegen gelebt und verzweifelt davon geträumt, nach Paris zu gehen und ein berühmter Künstler zu werden! Und Erlend, meinem Bühnenbildner, ging es damals genauso. Er wollte ein berühmter Maler werden...

Sie haben also die Situation, in der sich die vier Künstlerfreunde zu Beginn von Puccinis Oper befinden, in Ihrer Jugend selbst erlebt?
...wie wahrscheinlich viele andere junge Menschen auch, die davon träumen, grosse Künstler zu werden! Puccinis Oper beginnt mit dem Thema des Scheiterns. Rodolfo versucht an einem Drama zu schreiben, und Marcello malt an einem Bild; aber ihre Wohnung ist eiskalt, weil sie mit ihrer Arbeit kein Geld verdienen und weder Brennholz noch Essen kaufen, geschweige denn ihre Miete bezahlen können. Von einem grossen Künstlerdasein sind sie also weit entfernt. Aufgrund der Parallelen zu meiner eigenen Jugend beginnt das Stück bei uns in einem kleinen norwegischen Volkshaus, auf dessen Bühne die vier Künstlerfreunde ihr eigenes Theater zur Aufführung bringen wollen. Rodolfo schreibt das Stück, Marcello entwirft das Bühnenbild, Schaunard ist für die Musik und Colline, der Philosoph, für die Dramaturgie zuständig.

Das zweite Bild der Oper spielt im Quartier Latin, wo die Bohemiens den Weihnachtsabend feiern. Wie finden Sie in Ihrer Inszenierung den Weg aus dem norwegischen Volkshaus nach Paris?
Mit dem zweiten Bild komponierte Puccini eine grandiose Grossstadt-Szene, die in einer Stadt spielt, in der er bis dahin nie gewesen war. Seine eigenen Erfahrungen mit der Grossstadt machte er in Mailand – damals selber noch ein erfolg loser Musikstudent. Was Puccini in Musik umsetzt, ist also nicht seine reale Paris-Erfahrung, sondern seine Paris-Fantasie! Und genau so geht es in unserer Inszenierung Rodolfo. Aus der Trunkenheit der ersten Begegnung mit Mimì träumt er den Traum vom Künstlerleben in Paris. Dieser Traum, als Künstler in Paris zu leben, ist ja auch zu einem Mythos geworden, den wir in unserer Inszenierung thematisieren. Die fast absurd vielschichtige Musik, die Puccini für dieses zweite Bild schrieb, bestätigt uns in unserem Vorhaben, dieses Bild, das aus lauter gleichzeitigen,  sich überlagernden Handlungen besteht, als grosse Traumsequenz zu entwerfen.

Befinden wir uns im dritten Bild wieder auf dem Boden der Tatsachen?
Zu Beginn des dritten Bilds etabliert Puccini eine neue Atmosphäre, die schon darauf hindeutet, dass sich die Stimmung zwischen Mimì und Rodolfo verändert hat. Der Ort der Handlung, ein Zollhäuschen am Pariser Stadtrand, mag etwas seltsam gewählt erscheinen, aber für die Atmosphäre ist er genau richtig; es herrscht eine eisige, unangenehme Kälte. Nach dem grossen Künstlertraum im zweiten Bild herrscht hier wieder das Thema des Scheiterns vor. Musetta und Marcello streiten, Rodolfo ist eifersüchtig und realisiert gleichzeitig, dass Mimì sehr krank ist – und dass er dieser Situation nicht gewachsen ist. Die beiden entscheiden, sich zu trennen. In unserer Inszenierung ist der ganze Beginn des Bilds mit den Zöllnern, Milchfrauen und Marktfahrern, Teil des Theaterstücks, das Rodolfo und Marcello auf die Bühne des Volkshauses zu bringen versuchen. Aber Rodolfo ist unzufrieden mit dem Ergebnis. Auch seine künstlerischen Ambitionen drohen zu scheitern...

Als Bohemien ist Rodolfo von seinen künstlerischen Ambitionen besessen. Opfert er ihnen seine grosse Liebe Mimì?
Es gibt eine Anekdote über Edvard Munch, der zum Kreis der Osloer Boheme gehörte. Als er nach einem romantischen Rendezvous mit einer Frau ins Bett gehen wollte und sie gerade dabei war, ihre Strümpfe auszuziehen, bat er sie, in dieser Position zu bleiben. Er begann, sie zu zeichnen – und als er damit fertig war, bedankte er sich und schickte sie weg. Er hatte komplett vergessen, wozu sie eigentlich da war! Auch Rodolfo sieht Mimì immer im Kontext seines künstlerischen Schaffens. Wenn er sie im zweiten Bild seinen Freunden vorstellt, sagt er: «Ich bin der Poet, und sie ist die Poesie»...

Das heisst also, Mimì ist in Puccinis Oper eine konstruierte Idealfigur. Puccini und seine Librettisten verschmolzen in ihr die Charaktere von zwei verschiedenen Frauen aus Henri Murgers Vorlage. Wie gehen Sie in Ihrer Inszenierung mit dieser Frauengestalt um, in der Rodolfo «den Traum, den er immer träumen wollte» erkennt?
Ich habe zunächst tatsächlich darüber nachgedacht, ob Mimì nur in den Träumen des Dichters existiert, oder ob sie eine Frau aus dem Drama sein könnte, das er gerade schreibt. Ich habe dann aber gemerkt, dass der tragische Schluss der Oper seine Wirkung verlieren würde, wenn Mimì keine real existierende Figur wäre. Das Problem liegt darin, dass Rodolfo Mimì idealisiert. Er stilisiert sie zu einem Teil seines perfekten Lebenstraums – und verliebt sich in diese idealisierte Frau. Im dritten Bild stellt sich jedoch heraus, dass Mimì krank ist und wirkliche Liebe, Zuwendung und Fürsorge benötigt. Um diese Realität zu begreifen und sich ihr zu stellen, ist Rodolfo zu jung. Weil er mit der Realität überfordert ist, reagiert er mit Eifersucht und völlig unerwachsen. Er sieht zu diesem Zeitpunkt keine andere Möglichkeit, als sich von ihr zu trennen.

Und wenn er schliesslich realisiert, was passiert, ist es zu spät...
Das ist die grosse Tragik dieses Stücks. Und der eigentliche Konflikt des Bohemiens: Einerseits will er erwachsen werden und etwas erreichen – und auf der anderen Seite will er völlige Freiheit haben, und tun und lassen können, was er will.

Im vierten Bild leben die vier Bohemiens noch einmal ausgelassen ihre Freiheit aus, geben sich ganz dem Spiel hin...
...und dann kommt plötzlich der volle Ernst des Lebens zur Tür herein. Um dem Traum zu entfliehen und sich der Realität zu stellen ist es dann zu spät. Es bleiben nur wenige Stunden bis zu Mimìs Tod. Das Paradoxe dieser Schlusssituation ist, dass erst die Gewissheit, dass Mimì sterben wird, der vergangenen Zeit der Liebe ihre volle Bedeutung gibt!

Neben der zentralen Liebesgeschichte zwischen Mimì und Rodolfo gibt es in La bohème aber mit Marcello und Musetta ein zweites Paar, das eine ganz andere Vorstellung von Liebe zu haben scheint...
Wenn Musetta im zweiten Bild mit ihrem alten reichen Liebhaber Alcindoro auftritt und alle Blicke auf sich zieht, gibt sie sich eigentlich als Exhibitionistin preis. Man kann das so interpretieren, als würde sie das nur tun, um Marcello eifersüchtig zu machen. Ich glaube aber, dass sie das wirklich geniesst! Die freie Vorstellung von Liebe, die Musetta und Marcello haben, hängt für mich wieder mit meiner eigenen Jugend zusammen: ich bin während der 70er-Jahre aufgewachsen. Viele von uns hatten damals das Gefühl, dass wir durch unsere Vorstellungen von freier Liebe die Welt revolutionieren würden! Aber im Grunde waren wir genau so eifersüchtig wie alle anderen auch. Ich glaube, wenn Musetta und Marcello vor das gleiche existenzielle Problem gestellt würden wie Rodolfo und Mimì, würde ihnen ihre freie Einstellung in der Liebe – die vordergründig besser zu funktionieren scheint – nicht viel bringen.

Henri Murger beschreibt im Vorwort zu seinen Scènes de la vie de bohème das Leben der falschen Boheme, das in der Bedeutungslosigkeit endet, und das Leben der wahren Boheme, das nur ein Übergangsstadium zum Erfolg ist. Im letzten Kapitel von Murgers Buch sind Rodolfo und Marcello etablierte Künstler geworden. Zeichnet sich diese Entwicklung auch in der Oper ab?
Was Rodolfo angeht, glaube ich, dass er nach dem Tod von Mimì endlich sein Drama schreiben kann. Die Muse inspiriert nur dann, wenn sie abwesend ist und wenn man von ihr träumen kann. Wenn sie krank im Zimmer steht und einen mit den realen Problemen des Lebens konfrontiert, ist das nicht möglich... Aber Mimì ist doch keine Muse, sie ist eine reale Frau! Die Muse ist eine grosse Einbildung des westlichen Künstlers, die ihm im besten Fall zum Erfolg verhilft; und sie ist eine Lieblingsgestalt des westlichen Publikums, weil die Geschichten, die von einer Muse inspiriert sind, die schönsten sind!


Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Foto von Danielle Liniger.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 33, Oktober 2015.
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Fotogalerie

 

Szenenbilder «La bohème»


Porträt


Mimì ist ein Teil von mir

Guanqun Yu gilt als eine der grossen Sopranhoffnungen der jüngeren Generation und ist regelmässiger Gast an den internationalen Opernhäusern. Bei der Premiere 2015 war Puccinis Mimì ihre bisher persönlichste Rolle.

Ein Apfel zwischen Probe und Interview müsse genügen, sagt Guanqun Yu bei der Begrüssung. Sie kommt an diesem Nachmittag als Zuhörerin aus einer Norma-Probe und beginnt zu leuchten, als sie von der Hauptdarstellerin spricht. Cecilia Bartolis Bühnenpräsenz sei «umwerfend», alles, was sie mit der italienischen Operntradition in Verbindung bringe, setze diese Darstellerin um. «Stimme, Körpersprache und die musikalische Dramaturgie sind eins.» Hier könne sie anknüpfen, «beobachten und lernen». Das gilt auch dann, wenn sie selbst auf der Bühne steht und sich mit den Kolleginnen und Kollegen des Ensembles auf die Suche nach einer gemeinsamen Spielhaltung begibt.

Zur Zeit wird La bohème geprobt, Guanqun Yu verkörpert zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn Mimì und wird mit einem neuen Zugang zur Figur konfrontiert. Ole Anders Tandberg, der Regisseur, habe die Vision, Mimì als «starke» und lebenskluge Frau zu zeigen. Statt die Figur als Opfer ihrer Verhältnisse ins Licht zu stellen, wird ihr Lebensdurst betont. Sie packt trotz Krankheit die Chance beim Schopf, liebt – und ist für einen kurzen Moment in ihrem Leben glücklich. Selbst in der Sterbeszene denkt sie pragmatisch. Den lang ersehnten Muff deutet sie als Geschenk Rodolfos und versieht ihren Dank mit dem Hinweis auf den unverschämten Preis des Prunkstücks. Wer Puccini aufmerksam liest, stösst auf die Brüche in der zur Märtyrerin der Liebe stilisierten Mimì – und auf die Banalität des Realen bis in den Tod hinein. Den Muff hat in Wirklichkeit Musetta beschafft und dafür ihren Schmuck veräussert. Sie deckt die Notlüge Rodolfos.

«Mimì ist ein Teil von mir», sagt Guanqun Yu. Sie hat in der Zeit, als sie Mitglied des Opernstudios am Teatro Comunale in Bologna war, selbst eine ungeheizte Unterkunft bewohnt und weiss inzwischen, wie ungemütlich es in Norditalien werden kann, wenn es Bindfäden regnet und der Nebel durch die Ritzen kriecht. Auch Mimì friert in der Kälte jenes entscheidenden Weihnachtsabends, als sie Rodolfo kennenlernt. Darin eine Parallele zu sehen, klinge vielleicht anmas send, sagt Guanqun Yu und sucht nach differenzierteren Worten über das «Reale» in dieser Figur, die ihr viel näher sei als die vielen «vornehmen Contessen» der Opernliteratur.

Das Leben einer working poor, wie es die Blumenstickerin Mimì verkörpert, ruft nach einer besonderen Musik. Denn die Figur verkörpert stets das Andere. Höchst ökonomisch verfährt der Komponist, der auch Szenograf ist, mit dem Einsatz seiner Mittel. Die letzte Szene etwa gleicht einer in Musik gesetzten Krankengeschichte. Diese greift auf Reminiszenzen von früher zurück und führt diese mit der Erzählerin zusammen in die Degression. Meisterhaft. Die Interpretin der Mimì redet sich ins Feuer. «Puccini komponiert magische Musik. Sie trifft mich ungeschützt.»

Wir unterhalten uns auf Englisch, das sich Guanqun Yu wie das Italienische in kurzer Zeit angeeignet hat. Hinter dieser Leichtigkeit verbirgt sich ein gerüttelt Mass an Intelligenz und ebensolches Durchsetzungsvermögen. Denn der Weg zur erfolgreichen Sängerin war keineswegs vorgezeichnet. Die Chinesin Guanqun Yu wuchs in der Provinz in einer Durchschnittsfamilie auf, in der die Musik Nebensache war. «Ich spielte zwar Akkordeon, tat dies aber ungern. Der Klang war einfach nicht meine Sache.» Ausserdem gesteht sie freimütig, sie sei schlicht zu «faul» gewesen, um «neun» Stunden am Tag zu üben. Zum Singen hatte sie ein Lehrer ermuntert, als sie im Rahmen ihrer Ausbildung als Musiklehrerin auf der Suche nach sich selbst war. Damals begegnete sie auch zum ersten Mal einer Oper – Bizets Carmen in einer Aufnahme mit Agnes Baltsa. «Das hat mein Leben verändert. Ich wusste: das will ich machen. Singen!»

Dabei durfte sie auf Menschen zählen, denen sie viel verdankt. An erster Stelle erwähnt sie «Madame Zou», eine Doyenne der westlichen Oper und deren Vermittlung. Sie sei heute «99 Jahre alt und unterrichtet immer noch. Sie hat die Grundlage für meinen Gesang geschaffen. Damals war ich zwanzig Jahre alt und ahnungslos». Als ihren «Musikcoach» wiederum bezeichnet sie Fugen Wei, einen ausgewiesenen Pianisten und Opernspezialisten, den sie bis heute regelmässig auf sucht, wenn etwa eine neu Rolle ansteht und es darum geht, deren musikalische Faktur zu ergründen. Linienführung und Spannungsbögen erschliessen sich aus der Partitur und werden dann in die eigene Stimme überführt – und nicht umgekehrt, betont Guanqun Yu.

Ebenso regelmässig trifft sie in China die Gesangspädagogin Dandan Li, um mit ihr ganz konkrete stimmliche Sachverhalte zu klären: Konsonanten etwa verschwenden Luft. Wie kann man deutlich artikulieren und trotzdem Atem sparen? Wie weit bzw. eng soll der Rachenraum sein, damit Luft und Ton natürlich fliessen? Jeder Kiefer und jede Gesichtsform ist anders, die Kopfhaltung ist entsprechend anzupassen, um eine Überstreckung bzw. eine Kompression des Rachenraums zu vermeiden.

Man fühlt sich an den 1906 verstorbenen Manuel García und seine einzigartige Gesangsmethode erinnert. Er gilt als der wegweisende Gesangslehrer des 19. Jahrhunderts, ist jedoch im Laufe des 20. Jahrhunderts und der Etablierung sogenannt grosser Stimmen in Vergessenheit geraten. Ein aufgerissener Rachen unterstütze weder das Singen tiefer noch hoher Töne, hielt er in einem seiner Lehrwerke fest. «Im letzteren Fall kann es den Sänger dazu verleiten zu schreien, aber das ist kein Gesang. Das Gesicht verliert seinen Reiz, und die Stimme produziert einen gewalttätigen und gewöhnlichen Ton. Der Rachen sollte als wahrer Mund des Sängers betrachtet werden.»

Singen ohne überflüssige Muskelbewegung ist gewissermassen Kunst, die Kunst verbirgt. Sie wird in jüngster Zeit wieder vermehrt gefördert und bahnt sich ihren Weg auch zum traditionellen Repertoire. Fanden sich bewegliche Stimmen, denen Leichtigkeit attestiert wird, vor allem im Umfeld der historisch informierten Praxis und der zeitgenössischen Musik ein, treten sie heute auch auf den Bühnen traditionsreicher Opernhäuser auf. Guanqun Yu zählt dazu und verkörpert eine Sängerinnengeneration, die sehr wohl schätzt, was ihre Vorgängerinnen geleistet haben und leisten. Dennoch liegt ihr viel daran, sie selbst zu sein und mit der Stimme sorgfältig umzugehen. Dazu gehöre, sich regelmässig ausserhalb des Opernbetriebs zu bewegen und die Aussensicht von Personen des Vertrauens einzuholen, so die Sängerin.

Dafür reist sie nach China, obwohl sie ihren Wohnsitz 2009 nach Bologna verlegt hat. Ihre Kultur sei ihr wichtig, auch wenn ihre Praxiserfahrungen mit der Darstellungskunst der traditionellen Peking-Oper weit zurückliegen und sie nicht gedenke, darauf zurückzukommen. Bologna ist zu ihrem Rückzugsort geworden. Dort lege sie die Füsse hoch und huldige dem «dolce far niente», sagt Guanquan Yu in lupenreinem Italienisch. Die italienische Küche, die aus einer einfachen Pasta ein himmlisches Gericht zaubert, erinnert sie an die Alchemie der Garküchen ihres Landes. Auch in China haben Essen und Geselligkeit einen hohen Stellenwert. Dabei wird ausführlich, laut und mit den Händen geredet. So betrachtet, ist sie auch in Bologna immer ein stückweit zu Hause.


Text von Corinne Holtz.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 33, Oktober 2015
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Die geniale Stelle


Es klopft

Ein Akkord aus Giacomo Puccinis «La bohème»

Manchmal sind es die kleinen, unwichtigen Geschehnisse, die uns ankündigen, dass unserem Leben eine Veränderung bevorsteht: Jemand spricht ein eigentlich bedeutungsloses Wort aus, es kommt zu einer zufälligen Berührung oder – es klopft. Im ersten Bild seiner Oper La Bohème gestaltet Puccini einen solchen Moment: Rodolfo, der sich als Dichter vorzustellen pflegt, arbeitet an einem Zeitungsartikel. Da klopft es an der Tür, und im selben Moment ist alles anders. Sowohl die junge Nachbarin, die noch vor der Tür steht, als auch Rodolfo, der noch nicht wissen kann, wer da klopft, spüren, dass mit diesem Klopfen etwas geschehen ist, das ihr Leben grundlegend verändern wird. Extrem reduziert sind die orchestralen Mittel, die Puccini einsetzt, um die grosse Dimension dieses kleinen Augenblicks in Musik zu setzen und dem Zuhörer zu vermitteln, was sich hinter diesem scheinbar banalen Vorgang verbirgt: Ihm genügt ein ausgehaltener Akkord der Streicher, der ein verzauberndes Licht über die Szene wirft, sie in einen Klang taucht, der sich stark unterscheidet von allem, was man bisher gehört hat. Dieser äusserst zarte Akkord (im vierfachen Piano!) lässt augenblicklich die angestrengte Witzigkeit und prahlerische Aufgeblasenheit der vier Bohèmiens verschwinden, die bisher für die quirlige Aufgedrehtheit der Musik gesorgt haben. Ein Augenblick der Stille, ein Augenblick der Wahrheit, der die Oberflächlichkeit des bisherigen Geschehens entlarvt und den Blick öffnet in eine Zukunft, die vielleicht ein anderes, ehrlicheres, erfüllteres Leben bringen kann. So paradox Puccinis Komposition der Szene anmuten mag (müsste Rodolfo Mimì nicht zunächst einmal sehen, bevor er von ihr bezaubert sein kann?), soviel Menschenkenntnis zeigt sich darin: Indem wir Rodolfos scheinbar verfrühte Reaktion erleben, verstehen wir unmittelbar, dass er auf ein grosses Ereignis wartet und darauf vorbereitet ist. Anscheinend fühlt er, dass er sein Leben ändern muss. Mit dem Klopfen an der Tür erkennt er blitzartig, dass sich ihm die Chance auftut, seiner Existenz eine neue Richtung zu geben. Allerdings wird er nicht in der Lage sein, diese Chance zu nutzen. Und auch das Scheitern ist in diesem kurzen Moment schon angelegt: Mimìs Klopfen wird im Orchester von einer deutlichen harmonischen Rückung von H-Dur nach D-Dur markiert: Mit Mimìs Eindringen in Rodolfos Leben wird dieser mit etwas konfrontiert, das ihm bisher fremd war. Die Entfernung zwischen den Harmonien, die für seine und ihre Sphäre stehen, deutet aber auch an, dass er nicht in der Lange sein wird, diese Chance zu nutzen. Und die Zartheit des Akkords, mit dem Mimì in Rodolfos Leben tritt, und die zerbrechliche Schönheit ihres Motivs, das sich vorsichtig und schüchtern entwickelt, lässt ahnen, wer den Preis dafür zahlen wird. Puccini nannte sich selbst gern den Schilderer der kleinen Dinge des Lebens. Sein eminenter Theaterverstand ermöglichte ihm aber, sichtbar zu machen, wie bedeutungsvoll Vorgänge sein können, die auf den ersten Blick unwichtig erscheinen. So kann er uns die Augen öffnen für das Bedeutsame in den kleinen Dingen unseres Lebens – wenn wir ihm nur zuhören wollen.


Text von Werner Hintze.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 06, Februar 2013
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Meine Rolle


Angst um die Liebe

Der Tenor Benjamin Bernheim spricht vor der Wiederaufnahme 2017 über seine Rolle als Rodolfo in «La bohème»

Seit meinem Rodolfo-Debüt hier am Opernhaus Zürich habe ich die Partie auch an der Semperoper in Dresden gesungen und werde sie in der nächsten Saison in einer Neuproduktion mit dem Regisseur Claus Guth an der Pariser Oper erarbeiten. Es ist eine Partie, in der ich mich musikalisch sehr wohl fühle, und ich wünsche mir, dass ich sie noch viele Jahre singen und dabei immer wieder neu entdecken darf!

Erstaunlich ist an Puccinis Musik, dass sie zwar mit grosser Akribie notiert ist, aber dem Sänger trotzdem – oder gerade deshalb – unglaublich viele Freiheiten lässt. Rodolfos berühmte Arie «Che gelida manina» ist beispielsweise keine klassische Arie, sondern ein musikalischer Monolog, den jeder Sänger anders interpretiert.

An Rodolfo gefällt mir, dass er ein Dickschädel ist – genau wie seine Künstlerfreunde auch. Die Bohémiens, zu denen Rodolfo gehört, sind alle mittellos, leben von ihren Träumen und müssen sich ständig durchs Leben schlagen. Aber genau die Chuzpe, die dazu nötig ist, macht die Figuren dieser Oper so stark!

Rodolfo lernt man im ersten Bild von La bohème besser kennen, wenn er sich seiner Nachbarin Mimì vorstellt, die plötzlich an die Tür seiner Wohnung klopft und um Feuer für ihre erloschene Kerze bittet: Dichter sei er, und er verschwende in seiner «frohen Armut» Reime und Liebeslieder. Die Szene, in der sich Mimì und Rodolfo verlieben, dauert nur eine Viertelstunde: Das ist wirklich Liebe auf den ersten Blick! Doch dieser Glücksmoment ist nicht von langer Dauer. Schon im zweiten Bild der Oper deutet sich an, dass Rodolfo ein eifersüchtiger Charakter ist. Als er beobachtet, wie die leichtlebige Musetta mit den Männern umgeht, warnt er Mimì: Untreue würde er ihr nie verzeihen!

Das dritte Bild zeigt Rodolfo und Mimì bereits mitten in einer grossen Beziehungskrise: Beide sind unsicher, ob und wie es mit ihnen weitergehen kann. Und sie suchen Rat beim Maler und Freund Marcello. Hier geht es um etwas anderes, das ich an dieser Geschichte sehr mag: Sie zeigt nämlich auch, wie  wichtig gute Freundschaften im Leben sind: Während Rodolfo vor Marcello zunächst seine Männlichkeit beweisen und keine Gefühle zeigen will, so gelingt es ihm schliesslich doch, dem Freund seinen wahren Seelenzustand zu offenbaren, und wir erkennen: Rodolfo ist nicht nur eifersüchtig, sondern er hat furchtbare Angst um Mimì, weil er ahnt, dass sie todkrank ist. Er fühlt sich miserabel, weil er ihr als armer, erfolgloser Künstler in dieser Situation nicht einmal ein anständig geheiztes Zimmer bieten kann. Das Einzige, das Rodolfo Mimì schenken kann, ist sein Herz. Und ich glaube, dass gerade dieser Umstand La bohème zu einer emotional so berührenden Oper macht: Wenn Rodolfo am Ende der Oper fassungslos über der toten Mimì zusammensinkt und verzweifelt ihren Namen ruft, dann verstehen wir, wie wichtig die Liebe vor allen anderen Dingen auf dieser Welt ist – und wie sehr es schmerzt, wenn der geliebte Mensch plötzlich fehlt.

In der Inszenierung, die der Norweger Ole Anders Tandberg hier am Opernhaus Zürich geschaffen hat, ist es aber auch wichtig, zu verstehen, dass Rodolfo Mimì vor allem als künstlerische Muse begreift. Über seinen jugendlich-idealistischen Träumereien, ein grosser Künstler zu werden, verzerrt sich sein Blick für die Realität. Und erst am Ende, wenn Mimì gestorben ist, begreift er, dass er nicht nur eine Muse, sondern auch einen Menschen verloren hat.


Dieser Artikel ist erschienen in MAG 47, März 2017
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Programmbuch

La bohème

Synopsis

La bohème

Synopsis

La bohème

Biografien


Speranza Scappucci, Musikalische Leitung

Speranza Scappucci

Speranza Scappucci gehört zur jungen Generation der international gefragten Dirigenten. Seit der Spielzeit 2017/18 ist sie Chefdirigentin der Opéra Royale de Wallonie in Liège. Sie studierte an der New Yorker Juilliard School sowie am Conservatorio di Musica Santa Cecilia in Rom und gab danach ihr Debüt an der Wiener Staatsoper mit La traviata und La cenerentola. Seither dirigierte sie u.a. Don Giovanni an der Finnischen Nationaloper und La traviata beim Macerata Opera Festival, kehrte mit Don Pasquale an die Wiener Staatsoper zurück und leitete Konzerte in Tokio, Paris, Parma, Basel, im Fest­spielhaus Baden-Baden sowie beim Rheingau Musik Festival. Bevor sie die aktuelle Spielzeit in Liège mit Manon Lescaut eröffnete, dirigierte sie dort 2016/17 eine Neuproduktion von Verdis Jérusalem. In jüngster Zeit dirigierte sie zudem Così fan tutte in Rom, Il turco in Italia beim Rossini Opera Festival Pesaro, La bohème an der Los Angeles Opera, La cenerentola an der Washington Opera sowie am Teatro Regio in Turin, Attila am Mariinsky Theater St. Petersburg und eine Neuproduktion von La Fille du régiment an der Santa Fé Opera. Ihre erste CD – Mozartarien mit der lettischen Sopranistin Marina Rebeka und dem Royal Liverpool Orchestra – erschien 2013. 2016 folgte das Album Il mio canto mit Saimir Pirgu und dem Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino. Projekte der aktuellen Spielzeit umfassen u.a. Carmen und Manon Lescaut in Liège, Attila konzertant am Liceu Barcelona, La sonnambula am Teatro dell’Opera in Rom sowie La bohème an der Wiener Staatsoper.

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018


Ole Anders Tandberg, Inszenierung

Ole Anders Tandberg

Ole Anders Tandberg ist Norweger und gehört zu den profiliertesten Theater­ und Opernregisseuren Skandinaviens. Nach seiner Ausbildung an der Guildhall School of Music and Drama London, der School of Architecture in Oslo und dem Dramatic Institute in Stockholm machte er ab Mitte der 90er­Jahre zunächst mit Schauspielinszenierungen u.a. am Nationaltheater Oslo und am Royal Dramatic Theatre Stockholm auf sich aufmerksam. Er hat sich des klassischen Theaterrepertoires von Shakespeare über Ibsen bis hin zu Jon Fosse angenommen. Darüber hinaus adaptierte er zahlreiche Werke für die Bühne, darunter Fuglane von Tarjei Vesaas, Dämonen von Fjodor Dostojewski sowie den Roman Mein Kampf des Norwegers Karl Ove Knausgård, dessen dramatische Fassung er 2015 am Stockholmer Staatstheater zur Aufführung brachte. In den letzten Jahren hat sich Tandberg, der auch als Bühnenbildner tätig ist, zunehmend der Oper zugewandt: An der Oper Oslo inszenierte er Monteverdis L’incoronazione di Poppea und Il ritorno d’Ulisse in patria sowie Schostakowitschs Lady Macbeth von Mzensk; an der Königlichen Oper Stockholm Prokofjews Der feurige Engel, Ravels L’enfant et les sortilèges und die Mozart­Opern Le nozze di Figaro, Così fan tutte, Don Giovanni und Die Zauberflöte. 2015 debütierte er mit seiner Produktion von Lady Macbeth von Mzensk an der Deutschen Oper Berlin, wohin er 2017 zurückkehren wird.

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Erlend Birkeland, Bühnenbild

Erlend Birkeland

Erlend Birkeland ist Norweger. Er studierte u.a. an der Kunstschule Kolding in Dänemark, an der Staatlichen Handwerks­ und Kunstindustrieschule Oslo und der norwegischen Staatlichen Kunstakademie. Noch während seiner Ausbildung entstand die Ausstattung von Dagen vender am Norwegischen Nationaltheater. Er vertrat Norwegen 1999 auf der Internationalen Quadriennale in Prag mit seinem Bühnenbild zu Fuglane. Mit Ole Anders Tandberg verbindet ihn eine langjährige künstlerische Partnerschaft. Mittlerweile hat Erlend Birkeland nahezu hundert Inszenierungen in Norwegen, Schweden und Dänemark ausgestattet, hauptsächlich für das Schauspiel, aber auch zunehmend für Oper und Musiktheater. 2010 war er an der Komischen Oper Berlin für das Bühnenbild von Händels Orlando verantwortlich. In der letzten Spielzeit gestaltete er die Bühne für Lady Macbeth von Mzensk an der Deutschen Oper Berlin, Ibsens Peer Gynt und Klein Eyolf am Nationaltheater in Oslo sowie Ibsens Volksfeind, Die Regenschirme von Cherbourg (Jacques Demy) und Karl Ove Knausgårds Mein Kampf in Stockholm. 2017 wird er mit Ole Anders Tandberg an die Deutsche Oper Berlin zurückkehren. Seit 2015 ist er Professor für Bühnenbild in Oslo.

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Maria Geber, Kostüme

Maria Geber

Maria Geber stammt aus Schweden. Ihre Ausbildung erhielt sie an der Gerlesborgs Art School, dem San Francisco Art Institute und an der Beckmanns School of Design. Sie gehört seit langem zu den wichtigsten Kostümdesignern Skandinaviens. Ihr gefeiertes Werk umfasst die Zusammenarbeit mit Choreografen und Regisseuren wie Mats Ek, Brigitta Egerbladh, Ole Anders Tandberg, Suzanne Osten, Etienne Glaser, Mattias Andersson, Rickard Günther, Linus Tunström und Sofia Jupiter (Salome, Die tote Stadt). Neben dem Kostümdesign entwirft sie auch Bühnenbilder. In langjähriger Zusammenarbeit mit Ole Anders Tandberg entstanden u.a. die Kostüme für Der feurige Engel, L’enfant es les sortilèges, L’incoronazione di Poppea, Il ritorno d’Ulisse in patria, Le nozze di Figaro, Così fan tutte, Die Zauberflöte, Don Giovanni und Lady Macbeth von Mzensk. Maria Geber lehrt als Assistenzprofessorin Kostümdesign an der Stockholm Academy of Dramatic Arts. 2017 ist eine weitere Zusammenarbeit mit Ole Anders Tandberg an der Deutschen Oper Berlin geplant.

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Franck Evin, Lichtgestaltung

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u.a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u.a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieto und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. Im März 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Seit Sommer 2012 arbeitet er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Franck Evin wirkt neben seiner Tätigkeit in Zürich weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Sweeney Todd13, 16, 21, 23, 28, 30 Dez 2018; 02, 05, 11 Jan 2019 Die Gezeichneten26 Sep; 02, 09, 12, 17, 20, 23 Okt 2018 La verità in cimento28, 30 Sep; 04 Okt 2018 La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018 Die Entführung aus dem Serail26, 28 Okt; 03 Nov 2018 Così fan tutte08, 11, 13, 16, 21, 24, 28 Nov; 01 Dez 2018 Madama Butterfly30 Nov; 02, 08, 14 Dez 2018 Hippolyte et Aricie22, 24, 30 Mai; 02, 07, 14 Jun 2019 Nabucco26, 29 Jun; 02, 05, 09, 12 Jul 2019 La forza del destino04, 07, 10, 13 Jul 2019


Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

Ernst Raffelsberger

Ernst Raffelsberger, Chorleitung, stammt aus Gmunden, Oberösterreich. Er studierte Musikpädagogik und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien (Chorleitung bei Prof. Erwin Ortner) und anschliessend Chordirigieren am Salzburger Mozarteum bei Prof. Walter Hagen-Groll. Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In dieser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tourneen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA. Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen). 1989 wurde er von Donald Runnicles als Chordirektor und Kapellmeister an das Theater in Freiburg/Breisgau berufen. Seit Herbst 1993 ist Ernst Raffelsberger am Opernhaus Zürich als Chordirektor engagiert. Hier hat er inzwischen über 100 Premieren betreut und mit vielen nam­haften Dirigenten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet. Gastspiele mit dem Opernhaus Zürich führten ihn nach Wien, London, Paris und Tokio. Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren diese Arbeit. Im Sommer 2012 begann zusätzlich seine Tätigkeit als Chordirek­tor der Salzburger Festspiele. Er ist dort für die Produktionen der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor verantwortlich. In seiner ersten Festspielsaison kam es u.a. zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Riccardo Muti und Sir Simon Rattle.

Il turco in Italia02, 05, 10, 14, 18, 23, 26, 29 Mai 2019 Così fan tutte08, 11, 13, 16, 21, 24, 28 Nov; 01 Dez 2018 Madama Butterfly30 Nov; 02, 08, 14 Dez 2018 Nussknacker und Mausekönig15, 26, 29 Dez 2018; 01 Jan 2019 Semele02, 04, 06, 08 Jan 2019 Le Grand Macabre07, 10, 13, 16, 21, 24 Feb; 02 Mär 2019 Der Rosenkavalier23, 27 Feb; 03 Mär 2019 Tannhäuser27, 31 Mär; 05 Apr 2019 Manon10, 13, 18, 22, 26 Apr; 04, 12, 15 Mai 2019 La sonnambula05, 09, 12 Mai 2019 Norma05, 08, 12, 15, 20 Jun 2019 Il barbiere di Siviglia17, 19, 22, 25 Mai 2019 Macbeth30 Sep; 07, 14, 19 Okt 2018 La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018


Benjamin Bernheim, Rodolfo

Benjamin Bernheim

Benjamin Bernheim, geboren in Paris, studierte Gesang bei Gary Magby in Lausanne und besuchte Meisterkurse bei Giacomo Aragall und Carlo Bergonzi. In der Saison 2008/09 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich und sang während dieser Zeit Rollen wie Edmondo (Manon Lescaut) und Rinuccio (Gianni Schicchi) an der Opéra de Lyon. Von 2010 bis 2015 gehörte er dem Ensemble des Opernhauses Zürich an, wo er u.a. als Emmanuele (Gesualdo), Arminio (I masnadieri), Bob Boles (Peter Grimes), Capito (Mathis der Maler) und Sinowij (Lady Macbeth von Mzensk) zu erleben war. Seither ist er hier regelmässig zu Gast und war in letzter Zeit als Osburgo (La straniera), Narraboth (Salome), Cassio (Otello), Agenore (Il re pastore), Arturo (Lucia di Lammermoor), Tebaldo (I Capuleti e i Montecchi) und Rodolfo (La bohème) zu hören. An der Deutschen Oper Berlin sang er unlängst Lenski (Eugen Onegin), an der Semperoper Dresden Rodolfo (La bohème) und an der Lettischen Nationaloper debütierte er als Faust.

Bei den Oster-, Pfingst- und Sommerfestspielen in Salzburg war er seit 2012 u.a. als Agenore, Eginhard in Schuberts Fierrabras, Nicias (Thaïs) und Cassio zu erleben. In der Spielzeit 2017/18 gab er als Rodolfo sein Debüt am Londoner Covent Garden, debütierte als Alfredo (La traviata) an der Deutschen Oper Berlin und der Berliner Staatsoper, sang Rodolfo an der Opéra de Paris, Faust in Chicago und gab als Nemorino (L’elisir d’amore) sein Debüt an der Wiener Staatsoper. In der Spielzeit 2018/19 singt er in Zürich erneut Rodolfo sowie Ismaele (Nabucco).

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018 Nabucco26, 29 Jun; 02, 05, 09, 12 Jul 2019


Yuriy Yurchuk, Marcello

Yuriy Yurchuk

Der ukrainische Bariton Yuriy Yurchuck studierte Gesang an der DePaul University in Chicago. Er wurde bei zahlreichen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, darunter die Queen Sonja International Music Competition in Oslo (2015), die Montserrat Caballé International Singing Competition in Spanien (2015) und die Jensen Foundation Vocal Competition in den USA (2014.) Als Mitglied des Jette Parker Young Artists Programme in London war er auf der Bühne des Royal Opera House Covent Garden u.a. als Blazes in Peter Maxwell Davies’ The Lighthouse, als Angelotti in Tosca, als Steuermann in Tristan und Isolde sowie als Germano in Rossinis La scala di seta zu erleben. Bis vor Kurzem war Yuriy Yurchuck Ensemblemitglied in Covent Garden, wo er Schlémil in Les Contes d’Hoffmann und Baron Douphol in La traviata sang und als Prinz Yamadori (Madama Butterfly), Mandarin in Turandot sowie in Die Nase zu erleben war. In der Spielzeit 2017/18 sang er bisher Conte Rodolpho in Jacopo Foronis Melodramma semiserio Margherita beim Wexford Opera Festival sowie die Titelrolle in Eugen Onegin an der Ukrainischen Nationaloper in Kiew.

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018 Manon10, 13, 18, 22, 26 Apr; 04, 12, 15 Mai 2019


Huw Montague Rendall, Schaunard

Huw Montague Rendall

Huw Montague Rendall ist Engländer. Er studierte bei Russell Smythe am Royal College of Music in London. Mit der British Youth Opera sang er u.a. Figaro (Le nozze di Figaro), Archibald Grosvenor (in Sullivans Patience), Aeneas (Dido und Aeneas) und Dr. Falke (Die Fledermaus). An der Garsington Opera war er in Brittens Death in Venice zu erleben. 2016 sang er als «Jerwood Young Artist» den Fiorello (Il barbiere di Siviglia) beim Glyndebourne Festival sowie bei den BBC Proms und wurde dafür mit dem John Christie Award 2016 ausgezeichnet. Seit der Spielzeit 2016/17 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios und war hier u.a. als Ramiro in L’Heure espagnole sowie in Don Carlo, Lady Macbeth von Mzensk und Lohengrin zu hören. Im Sommer 2017 war er zudem als 2. Handwerksbursche (Wozzeck) unter Vladimir Jurowski bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Als Mitglied des IOS wird er in der Spielzeit 2017/18 u.a. Nardo in Mozarts La finta giardiniera singen. Ausserdem wird er als Harlekin (Ariadne auf Naxos) beim Festival d’Aix-en-Provence debütieren und mit dem RTE National Symphony Orchestra mit Duruflé’s Requiem zu hören sein. Weitere Engagements sind am Théâtre des Champs-Élysées, an der Komischen Oper Berlin und an der Garsington Opera geplant.

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018


Stanislav Vorobyov, Colline

Stanislav Vorobyov

Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Colline und Benoît (La bohème), Spinelloccio (Gianni Schicchi), Galitsky (Prinz Igor) sowie Gremin und Zaretsky (Jewgeni Onegin). 2014 gewann er den ersten Preis bei der «Theatre Assemblies International Festival Competition» in Moskau sowie den Grand Prix beim Internationalen Wettbewerb «Open Europe – Open Planet» und 2015 den dritten Preis beim 7. Internationalen Wettbewerb für Operngesang «Sankt Petersburg». Seit der Saison 2016/17 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios und war bisher u. a. als Gualtiero Valton (I puritani), Araldo (Otello), Faust (Der feurige Engel) sowie in Lohengrin, Jewgeni Onegin und Madama Butterfly zu hören.

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018 Der Rosenkavalier23, 27 Feb; 03 Mär 2019 Tannhäuser27, 31 Mär; 05 Apr 2019 Nabucco26, 29 Jun; 02, 05, 09, 12 Jul 2019


Guanqun Yu, Mimì

Guanqun Yu

Guanqun Yu stammt aus China. Sie gehört zu den vielversprechendsten Sopranistinnen der jüngeren Generation und ist regelmässig an internationalen Opernhäusern zu Gast. Sie war 2008 Gewinnerin beim Belvedere Gesangswettbewerb und wurde im selben Jahr Mitglied des Opernstudios am Teatro Comunale di Bologna. Seither debütierte sie u.a. in Honeggers Jeanne d’Arc au bûcher im Wiener Musikverein, sang Mimì (La bohème) unter Fabio Luisi beim Pacific Festival in Sapporo und Donna Elvira (Don Giovanni) in Bologna. 2012 gab sie ihr Debüt an der Metropolitan Opera als Leonora (Il trovatore) und wurde Preisträgerin des Plácido Domingo Operalia Wettbewerbs. Es folgte Lucrezia (I due Foscari) an Domingos Seite in Valencia, wo sie auch als Desdemona (Otello) unter Zubin Metha zu erleben war. Weitere Höhepunkte waren u.a. ihre Debüts als Gräfin (Le nozze di Figaro) in Peking, als Mathilde (Guillaume Tell) an der Hamburgischen Staatsoper und als Contessa (Le nozze di Figaro) an der Bayerischen Staatsoper. Sie war als Desdemona an der Deutschen Oper Berlin und an der Oper Köln, als Mimì am Opernhaus Zürich sowie als Liù (Turandot) bei den Bregenzer Festspielen und in Köln zu erleben. 2015 sang sie Contessa sowie Rosina (The Ghosts of Versailles) in Los Angeles und wurde für ihre Interpretation der Rosina mit einem Grammy ausgezeichnet. 2016/17 sang sie u.a. Micaëla (Carmen) und Donna Anna (Don Giovanni) an der Oper Frankfurt. In der Saison 2017/18 war sie bereits als Liù an der Met und am Opernhaus Zürich, als Amelia Grimaldi (Simon Boccanegra) in Hamburg, als Mimì in München und als Elettra (Idomeneo) in Zürich zu erleben.

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018


Pavel Daniluk, Benoît

Pavel Daniluk

Pavel Daniluk war Preisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe, u.a. des Russischen Schaljapin-Wettbewerbs und des Francisco-Viñas-Wettbewerbs in Barcelona. 1994 folgten sein europäisches (bei den Salzburger Fest­spie­­len) und sein amerikanisches Debüt (als Ruslan in Glinkas Ruslan und Ludmila in der Carnegie Hall). Seither ist er in Wien, Genf, Berlin, Moskau, St. Petersburg, Prag, Bern, Madrid, Lissabon, Stuttgart, Köln, Dublin, Athen, Mannheim, Brüssel, Liège und Nancy aufgetreten. Verschiedentlich gastierte er bei den Bregenzer Festspielen. Sein Repertoire umfasst die Basspartien in Macbeth, Rigoletto, Aida, Nabucco, Turandot, La bohème, Lucia di Lammermoor, Don Giovanni, Il barbiere di Siviglia, Don Carlo, Ein Leben für den Zaren, I due Foscari, Dvořáks Armida, Vanda sowie Rusalka, Boris Godunow, Die Zarenbraut, Kitesch und Der Dämon (beide nahm er auf CD auf), Der feurige Engel, Eugen Onegin, Iolanta, Pique Dame, Fürst Igor, Dargomyschskis Rusalka u.a. Im Konzert sang er Werke von Verdi (Requiem), Dvořák (Stabat Mater, Requiem), Janáček (Glagolitische Messe), Schostakowitsch (14. Sinfonie) und Gretschaninow (Demestwennaja Liturgia). Seit 1999 ist Pavel Daniluk am Opernhaus Zürich engagiert, wo er u.a. als Warlaam, Pimen, Basilio, Raimondo, Fafner, Dossifei, Gremin, Timur, Alvise, Sparafucile, Wesener und Titurel zu hören war. Zuletzt war er als Dorfrichter (Jenůfa), Il re (Aida), Ashby (La fanciulla del West), Alter Araber/Alter Matrose (Juliette),  1. Handwerksbursch (Wozzeck), Benoît (La bohème), Sparafucile und Kuno (Der Freischütz) zu erleben. Zudem gastierte als Wesener am Hessischen Staatstheater Wiesbaden.

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018 Rigoletto20, 23, 30 Jan; 06, 09 Feb 2019


Valeriy Murga, Alcindoro

Valeriy Murga

Valeryi Murga studierte an der Ukrainischen Nationalen Musikakademie Kiew. Sowohl beim 41. Concours International de Chant in Toulouse 1996 als auch beim 7. Julian-Gayarre-Wettbewerb in Pamplona 1998 gehörte er zu den Finalisten. 1997 gewann er den zweiten Preis beim Maria Callas Grand Prix in Athen und konnte am 1999 Cardiff Singer of the World-Wettbewerb (BBC) teilnehmen. 1997–1999 war er Solist der Ukrainischen Nationaloper Kiew, wo er neben vielen anderen Rollen Figaro und Don Giovanni, Germont, Escamillo, Onegin, den Fürsten Igor und Schaunard in La bohème verkörperte. In seinem Repertoire befinden sich ausserdem Partien wie der Marchese di Posa (Don Carlo) und Schaklowity (Chowanschtschina). Am Opernhaus Zürich sang Valeriy Murga noch als Mitglied des IOS u.a. Tosca (Sciarrone, Schliesser) und Rigoletto (Monterone); seit Beginn der Spielzeit 2000/01 ist er hier fest engagiert und war u.a. in Pique Dame (Jelezki), Carmen (Moralès), Salome (2. Soldat), Il barbiere di Siviglia (Fiorello/Ufficiale), La sonnambula (Alessio), Rigoletto (Marullo und Monterone) und L’italiana in Algeri (Ali) zu hören. In Tiefland gastierte er am Liceu Barcelona und in L’italiana in Algeri an der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Zuletzt war er in Zürich in Tosca (Angelotti), in Faust (Wagner) und in Lady Macbeth von Mzensk als Polizeichef zu erleben. Ebenso sang er in den Familienopern Das Gespenst von Canterville (Dr. Bürkli), Robin Hood (Little John) und Das verzauberte Schwein (Schwein).

La bohème05, 07, 11, 14 Okt 2018 Rigoletto20, 23, 30 Jan; 06, 09 Feb 2019 Le nozze di Figaro16, 28 Jun; 03, 06 Jul 2019 Konrad oder das Kind aus der Konservenbüchse23, 30 Sep; 03 Okt; 02, 05, 12, 16, 22, 23 Dez 2018; 13 Jan 2019