Tosca

Giacomo Puccini

Melodramma in drei Akten
Libretto von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica
nach Victorien Sardou

Von 11. April 2027 bis 17. Mai 2027

  • Dauer:
    ca. 2 Std. 35 Min. Inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 55 Min.
  • Sprache:
    In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung.
  • Weitere Informationen:
    Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Musikalische Leitung:
Carlo Rizzi

Carlo Rizzi

Carlo Rizzi stammt aus Mailand und begann seine internationale Dirigentenkarriere als Gewinner des ersten Toscanini-Wettbewerbs. Von 1992 bis 2001 und erneut ab 2005 war er Musikalischer Leiter der Welsh National Opera und ist dort seit 2015 Dirigent Laureate. Seit 1996 ist Carlo Rizzi regelmässiger Gast beim Edinburgh Festival und seit 2019 Musikdirektor von Opera Rara, mit der er sich dem vernachlässigten Opernrepertoire widmet. Langjährige Zusammenarbeiten verbinden ihn zudem u. a. mit der Mailänder Scala, der Royal Opera London, der Metropolitan Opera in New York, der Opéra national de Paris, dem Teatro Real Madrid, dem Rossini Opera Festival in Pesaro, der Lyric Opera of Chigaco, dem New National Theatre in Tokio und dem La Monnaie in Brüssel. Auf dem Konzertpodium trat er u. a. mit dem London Philharmonic, dem Los Angeles Philharmonic, dem Hong Kong Philharmonic und dem Orchester der Mailänder Scala auf. Jüngere Dirigate im Bereich der Oper umfassen «La fiamma» an der Deutschen Oper Berlin, «Rigoletto» und «Turandot» an der Wiener Staatsoper, «La bohème» an der Bayerischen Staatsoper München, «Il trittico» in Paris, «Il trovatore» in London sowie «Turandot» und «Madama Butterfly» an der Met. Seine Diskografie umfasst die Opern «Faust», «Káťa Kabanová», «Rigoletto» und «Un ballo in maschera» an der Welsh National Opera und «La traviata» bei den Salzburger Festspielen sowie für den Gramophone Award nominierte Aufnahmen mit Joyce El-Khoury und Michael Spyres. 2024 veröffentlichte er Donizettis «L’esule di Roma» mit Opera Rara und wurde bei den International Opera Awards als «Dirigent des Jahres» nominiert. Er ist Träger des italienischen Ehrentitels «Grande Ufficiale».

Tosca11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027
Inszenierung:
Robert Carsen

Robert Carsen

Robert Carsen, geboren in Kanada, gehört zu den weltweit gefragtesten Regisseuren, Bühnen- und Lichtdesigner für Theater und Oper. Nach einer Ausbildung als Schauspieler an der York University in Toronto und an der Bristol Old Vic Theatre School hatte er als Regisseur erste Erfolge an den Opern in Genf, Paris und Antwerpen. Seither inszeniert er an den grossen Bühnen der Welt, u. a. «Die tote Stadt» an der Komischen Oper Berlin, «Der Rosenkavalier» und «Falstaff» am Royal Opera House London und an der Metropolitan Opera New York, «Jewgeni Onegin» in Rom, «La traviata» am La Fenice in Venedig, «A Midsummer Night’s Dream» und «Rigoletto» beim Festival d’Aix-en-Provence, «Wozzeck», «Agrippina» und «Platée» am Theater an der Wien, «Rinaldo» und «L’incoronazione di Poppea» in Glyndebourne, «Tannhäuser», «Elektra», «Rusalka», «Lohengrin» und «Manon Lescaut» an der Pariser Oper, «Salome» und «Idomeneo» in Madrid, «Falstaff», «Don Giovanni» und «Alcina» an der Mailänder Scala sowie u. a. «Tosca», «Semele» und «Arabella» am Opernhaus Zürich. Er inszenierte ausserdem Theater- und Musicalproduktionen, u. a. «Singin’ in the Rain», «My Fair Lady» und «Candide» am Theatre du Châtelet sowie die Uraufführung von Andrew Lloyd Webbers «The Beautiful Game» im Londoner West End. Robert Carsen wirkte als Kurator und Szenograph u. a. im Grand Palais, im Musée d’Orsay und an der Opéra Garnier, an der Royal Academy of Arts, am Art Institute of Chicago sowie beim Filmfestival von Cannes. Er ist «Officier des Arts et des Lettres» und «Officer of the Order of Canada», erhielt 2021 den Opera Award als «Bester Regisseur» und 2023 den ersten Grand Prix de l’Académie des beaux-arts in Paris.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026
Ausstattung:
Anthony Ward

Anthony Ward

Anthony Ward wurde in Cambridge, Grossbritannien, geboren und studierte Bühnenbildgestaltung an der Wimbledon School of Art. Engagements führten ihn an zahlreiche Theater in der britischen Hauptstadt wie u. a. an das Royal National Theatre, die Royal Shakespeare Company, das Donmar Warehouse, das Almeida Theatre und das Royal Opera House Covent Garden in London. Zudem arbeitete er an international renommierten Opernhäusern wie u. a. der Opera North in Manchester, der Metropolitan Opera in New York und der Opéra National de Paris. Anthony Ward arbeitete mir Regisseuren wie u. a. Sam Mendes, Adrian Noble, Jonathan Kent und Robert Carsen.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027
Ausstattungsmitarbeit:
Alexander Lowde

Alexander Lowde

Der Bühnen- und Kostümbildner Alex Lowde arbeitet in den Bereichen Oper, Tanz und Theater. Seine ersten Arbeiten entstanden in kleinen experimentellen Theatern Londons wie dem Yard und dem Gate. In den letzten Jahren erweiterte sich sein Wirkungskreis und er war u. a. für das Young Vic, Leeds Playhouse, den Manchester Exchange, die Opera North, die Schottische Nationaloper, das Linbury Studio des Royal Opera House Covent Garden, das National Theatre London und für die English National Opera tätig. Zu seinen jüngsten Produktionen gehören «A View from the Bridge» am Met Theatre Tokio (2023), «Blue» an der English National Opera (2023) sowie «The School for Scandal» und «The New Real» bei der Royal Shakespeare Company (2024). Alex Lowde wurde mit zwei Preisen der Critics Scotland ausgezeichnet und in der Kategorie «Bestes Bühnendesign» für die TMA Awards, die Irish Times Awards, die Manchester Theatre Awards und die Broadway World Awards nominiert. «Blue» an der ENO wurde für die Olivier Awards 2024 in der Kategorie «Beste neue Opernproduktion» nominiert.

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Lichtgestaltung:
Davy Cunningham

Davy Cunningham

Der gebürtige Schotte Davy Cunningham entwarf über 250 Lichtdesigns in über 26 Ländern für Opernproduktionen an den renommiertesten Häusern wie der Metropolitan Opera in New York, dem Royal Opera House Covent Garden in London, der Opéra National de Paris, dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, der Nationale Opera in Amsterdam, dem Opernhaus Zürich, der Oper Frankfurt, Semperoper Dresden, Oper Leipzig und an den Staatsopern in München, Hamburg und Berlin. Seine Arbeiten umfassen sowohl grossdimensionierte Lichtinstallationen (über 25 Jahre lang für die Bregenzer Festspiele) als auch intime Designs u. a. für die Mozart-Aufführungen im Wiener Schloss Schönbrunn. Er war regelmässig für Theaterkompagnien in Schottland, Irland, England und Russland tätig. Wichtige Zusammenarbeiten verbinden ihn mit Regisseuren wie Robert Carsen, David Pountney, Keith Warner, Guy Joosten, Rolando Villazón, Olivier Tambosi oder Philipp Himmelmann. Davy Cunningham ist Preisträger der tschechischen Bohuslav-Martinů-Gesellschaft.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027
Choreinstudierung:
Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit

Alice Lapasin Zorzit absolvierte ihr Klavierstudium am Conservatorio di Musica Luigi Boccherini in Lucca und setzte ihre Ausbildung an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz fort, wo sie 2018 ihren Bachelor in Chorleitung mit Auszeichnung abschloss. Während dieser Zeit sammelte sie ihre ersten Erfahrungen in der Opernwelt als Chorrepetitorin am Landestheater Linz. 2017 nahm sie an der Riccardo Muti Italian Opera Academy teil und war während der Spielzeit 2018/19 Korrepetitorin an der Orchesterakademie des Opernhaus Zürich. In der Spielzeit 2019/20 folgte ein Engagement als stellvertretende Kinderchorleiterin und Gastpianistin an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Anschliessend führte sie ihre Tätigkeit an das Staatstheater Darmstadt, wo sie in den Jahren 2020–2022 als stellvertretende Chordirektorin und Kinderchorleiterin wirkte. Parallel zu ihrer beruflichen Entwicklung setzte sie ihre akademische Ausbildung fort: 2021 schloss sie an der Kunstuniversität Graz ihren Master in Dirigieren und Musiktheaterkorrepetition ab, 2022 folgte ein berufsbegleitender Master in Kulturmanagement (EMAA) an der Universität Zürich. Als Kulturmanagerin war sie Stipendiatin der Deutschen Bank Stiftung (AMH) und gründete 2024 die Künstleragentur ArteMIS. Von 2023 bis 2025 war Alice Lapasin Zorzit Chordirektorin mit Dirigierverpflichtung am Landestheater Coburg und wirkte im Sommer 2025 als Chorassistentin bei den Bayreuther Festspielen mit. Seit Januar 2026 ist sie stellvertretende Chordirektorin am Opernhaus Zürich.

Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 La traviata20 / 23 / 29 Dez. 2026 / 1 / 3 / 6 / 9 / 12 / 15 / 19 / 23 Jan. 2027 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Tosca11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Le nozze di Figaro2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Don Pasquale23 / 27 / 30 Mai / 4 / 6 / 11 Juni 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Herr der Diebe27 Feb. / 2 / 4 / 6 / 7 / 9 / 10 / 11 März 2027

Besetzung


Floria Tosca Maria Agresta 11, 14, 17, 21, 24 Apr


Floria Tosca Sonya Yoncheva 13, 17 Mai


Mario Cavaradossi Charles Castronovo 11, 14, 17, 21, 24 Apr


Mario Cavaradossi Yusif Eyvazov 13, 17 Mai


Baron Scarpia Ludovic Tézier 11, 14, 17, 21, 24 Apr


Baron Scarpia Gabriele Viviani 13, 17 Mai

Cesare Angelotti Vladyslav Buialskyi


Mesner Valeriy Murga

Sciarrone Benjamin Suran

Un carceriere Mikayel Sargsyan

Maria Agresta

Maria Agresta, geboren in Vallo della Lucania, studierte Gesang in Salerno und später in Modena. Ihre internationale Karriere begann 2011 am Teatro Regio in Turin mit I vespri siciliani unter der Leitung von Gianandrea Noseda. Es folgten Norma in Tel Aviv, La bohème in der Arena di Verona, München, Turin und beim Puccini-Festival in Torre del Lago, Donizettis Gemma di Vergy in Bergamo und Don Giovanni an der Mailänder Scala. Später kehrte sie mit grossem Erfolg u.a. als Mimì (La bohème) und Liù (Turandot) an die Scala zurück. Sie sang u.a. Leonora (Il tro­vatore) in Valencia, Madrid und Mailand, Nor­ma in Turin, Paris, Madrid sowie Zürich, Amelia (Simon Boccanegra) in Rom und Dresden, Desdemona (Otello) in Valencia, Zürich und Genua, Elvira (I puritani) an der Opéra Bastille in Paris, Lucrezia (I due Foscari) am Londoner Royal Opera House Covent Garden, Elisabetta (Don Carlo) in Madrid und Venedig, Tosca an der Opéra National de Paris und am Teatro Real in Madrid, Adriana Lecouvreur an der Scala sowie Madama Butterfly in London und an der ABAO Bilbao Opera. 2022 gab sie als Maddalena di Coigny (Andrea Chénier) ihr Hausdebüt an der Wiener Staatsoper und debütierte im darauffolgenden Jahr als Giorgetta (Il tabar­ro) am Teatro dell’Opera di Roma. Konzerte führten die Sopranistin nach Graz, Dresden, Rom, Venedig, Neapel, Berlin und Valencia zu Dirigenten wie Riccardo Muti, Zubin Mehta und Nicola Luisotti. 2014 wurde sie mit dem Premio Franco Abbiati als «Beste Sopranistin» ausgezeichnet und erhielt 2021 den Premio Luigi Illica.

Tosca11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. 2027

Sonya Yoncheva

Die Sopranistin Sonya Yoncheva stammt aus Bulgarien. Sie studierte Klavier und Gesang in ihrer Heimatstadt Plovdiv sowie in Genf und ist Absolventin der Akademie Le Jardin des Voix. 2010 gewann sie den ersten Preis von Plácido Domingos Operalia-Wettbewerb, 2015 den ECHO Klassik als «Nachwuchskünstlerin des Jahres» und 2021 den Opus Klassik als «Sängerin des Jahres». Ihr breit gefächertes Repertoire umfasst Werke des Barock ebenso wie u. a. die Partien Gilda («Rigoletto»), Mimì («La bohème»), Violetta («La traviata»), Desdemona («Otello»), Marguerite («Faust»), Imogene («Il pirata») und die Titelpartien in «Norma», «Tosca» und «Luisa Miller». Sie gastiert regelmässig auf den wichtigsten internationalen Bühnen, darunter die Metropolitan Opera in New York, das Royal Opera House Covent Garden, die Staatsopern in Berlin, München und Wien sowie die Opéra National de Paris und das Teatro Real in Madrid. Bei den Salzburger Festspielen war sie als Poppea («L’incoronazione di Poppea») zu erleben und gab 2020 einen Konzertabend an der Mailänder Scala. Jüngste Engagements umfassen Lisa («The Queen of Spades») an der Metropolitan Opera, ihr Japan-Debüt als Floria Tosca in Yokohama and Tokio sowie Rezitals und Konzertabende in São Paulo, an den Staatsopern von Berlin und Wien, bei der Salzburger Mozartwoche, im Konzerthaus Wien, der Elbphilharmonie Hamburg, beim Gstaad Menuhin Festival und in der Pariser Philharmonie. Seit 2020 ist sie auch als Produzentin tätig. Bei ihrem Label SY11 Productions sind ihr Soloalbum «The Courtesan» (2023) sowie ihr Buch «Fünfzehn Reflexionen» erschienen und eine Konzertreihe in Sofia entstanden. Sonya Yoncheva ist Botschafterin von UNICEF Bulgarien.

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 13 / 17 Mai 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026

Charles Castronovo

Charles Castronovo, geboren in New York, wurde nach ersten Engagements an der Los Angeles Opera in das Lindemann Young Artists Development Program der Met New York aufgenommen, wo er 1999 sein Debüt als Beppe in Pagliacci gab. Seither tritt er an den bedeutendsten Opernhäusern auf, darunter das Royal Opera House London, die Opéra de Paris, die Metropolitan Opera, die Staatsopern in Wien, Berlin und München, das Teatro Real in Madrid sowie die Opernhäuser von San Francisco und Chicago. Zu den grundlegenden Partien seines Repertoires zählen Mozarts Tamino, Don Ottavio (Don Giovanni) und Ferrando (Così fan tutte), Belcanto-Rollen wie Edgardo (Lucia di Lammermoor), Nemorino (L’elisir d’amore), Tebaldo (I Capuleti e i Montecchi) und Ernesto (Don Pasquale), zudem Verdi-Rollen wie Alfredo (La traviata), Fenton (Falstaff) oder Duca di Mantova (Rigoletto). In jüngerer Zeit sang er Partien wie Rodolfo (Luisa Miller), Pinkerton (Madama Butterfly), Cavaradossi (Tosca), Des Grieux (Manon), Jason (Cherubinis Médée) sowie Don Carlos. Am Opernhaus Zürich war er bisher in der Titelpartie von Gounods Faust zu erleben. 2024/25 singt er u. a. Riccardo (Un ballo in maschera) und Carlo (I masnadieri) an der Bayerischen Staatsoper München und ist ausserdem als Don Carlos in Paris, als Don José (Carmen) in London sowie als Macduff (Macbeth) bei den Salzburger Festspielen zu erleben. Konzertant ist er 2025 u.a. in Berlin, Paris und Baden-Baden mit seinem Debüt als Max (Der Freischütz) mit der Kammerakademie Potsdam unter Antonello Manacorda zu hören.

Tosca11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. 2027

Yusif Eyvazov

Yusif Eyvazov stammt aus Aserbaidschan und studierte in seiner Heimatstadt Baku und in Italien. Er ist regelmässig an den weltweit renommiertesten Opernhäusern und Festivals zu Gast, u.a. am Royal Opera House in London, den Staatsopern in München, Berlin und Wien, der Mailänder Scala, der Opéra National de Paris, dem Teatro Real in Madrid, dem Bolschoi-Theater, der Met in New York, dem Teatro Colón in Buenos Aires, in der Arena die Verona und bei den Salzburger Festspielen. Zu den Partien seines Repertoires zählen u.a. Alfredo («La traviata»), Manrico («Il trovatore»), Riccardo («Un ballo in maschera»), Duca di Mantova («Rigoletto»), Don Alvaro («La forza del destino»), Radamès («Aida»), Don Carlo, Des Grieux («Manon Lescaut»), Rodolfo («La bohème»), Cavaradossi («Tosca»), Dick Johnson («La fanciulla del West»), Calaf («Turandot»), Hermann («Pique Dame»), Maurice («Adriana Lecouvreur») und die Titelpartie in «Andrea Chénier». Seine Diskografie umfasst u.a. eine Live-Aufnahme von Puccinis «Manon Lescaut» von den Salzburger Festspielen und das Album «Romanza» mit Anna Netrebko. 2017 wurde ihm der Titel «People’s Artist of Azerbaijan» verliehen. Zuletzt war er u.a. als Otello am Teatro Massimo in Palermo, als Cavaradossi am Teatro dell'Opera in Rom, als Alfredo am Royal Opera House Muscat, als Manrico an der Staatsoper Berlin, als Hermann an der Wiener Staatsoper, als Don José und Radamès in der Arena di Verona sowie in zahlreichen Konzerten mit Anna Netrebko u.a. in Sofia, Budapest, Paris, Wien und Istanbul zu erleben.

La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 Nov. 2025 Tosca13 / 17 Mai 2027

Ludovic Tézier

Ludovic Tézier wurde in Marseille geboren und gehört zu den weltweit führenden Baritonen. Er gastiert regelmässig an den grossen Bühnen der Welt, darunter die Metropolitan Opera New York, Wiener Staatsoper, Opéra national de Paris, Deutsche Oper Berlin, Mailänder Scala, Liceu Barcelona, Teatro Real in Madrid, Grand Théâtre de Genève, Royal Opera House, London, Bayerische Staatsoper, Salzburger Oster- und Sommerfestspiele sowie die Festspiele in Bregenz und das Glyndebourne Festival. Sein Repertoire umfasst die Titelpartien in Hamlet, Eugen Onegin, Don Giovanni, Rigoletto und Simon Boccanegra sowie Conte (Le nozze di Figaro), Renato (Un ballo in maschera), Ford (Falstaff), Jeletski (Pique Dame), Germont (La traviata), Wolfram (Tannhäuser), Posa (Don Carlo), Don Carlo di Vargas (La forza del destino), Scarpia (Tosca) und Amfortas (Parsifal). Zu den grossen Erfolgen des Sängers in jüngerer Zeit gehören Wolfram, Rigoletto und Almaviva an der Bayerischen Staatsoper in München, Don Giovanni und Amfortas (Parsifal) an der Wiener Staatsoper, Graf Luna (Il trovatore) am Gran Teatre del Liceu Barcelona, Lescaut (Manon) an der Pariser Opéra sowie Macbeth beim Festival Verdi in Parma. An der Scala in Mailand sang er 2020 beim Galakonzert A riveder le stelle und 2021 einen Liederabend. Im Sommer 2021 war er als Scarpia bei den Salzburger Festspielen zu erleben und gab an der Bayerischen Staatsoper einen Liederabend zusammen mit dem Pianisten Helmut Deutsch.

Tosca11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. 2027

Gabriele Viviani

Gabriele Viviani, geboren in Lucca/Italien, studierte bei Graziano Plidori am Konservatorium seiner Heimatstadt und besuchte Meisterklassen u.a. bei Regina Resnik. Er war Gewinner zahlreicher Wettbewerbe, u.a. der Teatro Lirico die Cagliari Mozart Competition in dessen Folge er als Don Giovanni und Figaro (Le nozze di Figaro) zu erleben war. Zu seinem Repertoire zählen weiterhin Partien wie Malatesta (Don Pasquale), Enrico (Lucia di Lammermoor), Marcello (La bohème), Valentin (Gounods Faust), Sharpless (Madama Butterfly) und Chorèbe (Les Troyens). Er war zu Gast an international bedeutenden Opernhäusern wie der San Francisco Opera, der Lyric Opera Chicago, am Royal Opera House Covent Garden in London, in der Arena di Verona und in Tokio. Aufgefallen ist Gabriele Viviani in letzter Zeit durch seine Interpretationen von Malatesta am Théâtre des Champs-Elysées, Miller (Luisa Miller) an der Deutschen Oper in Berlin, Giorgio Germont (La traviata) bei den Wiener Festwochen, Renato (Un ballo in maschera) in Turin, Mailand und Wien, Marcello beim Puccini Festival in Torre del Lago, mit seinem Debüt als Guido Monforte (I vespri siciliani) im Teatro Regio in Turin und feierte einen grossen Erfolg als Belcore (L’elisir d’amore) an der Mailänder Scala. Auch war er in letzter Zeit als Marcello am Royal Opera House in London, Rodrigo (Don Carlo) in Florenz, Scarpia (Tosca) in Torre del Lago, Giorgio Germont in Oviedo und mit Verdis Attila in Shanghai zu erleben. Geplant sind Madama Butterfly an der Opéra Bastille, I puritani in Bilbao und La bohème in Tel Aviv.

Tosca13 / 17 Mai 2027

Valeriy Murga

Der Bass Valeriy Murga studierte an der Nationalen Musikakademie der Ukraine in Kiew. Sowohl beim 41. Internationalen Gesangswettbewerb in Toulouse (1996) als auch beim 7. Julian-Gayarre-Wettbewerb in Pamplona (1998) gehörte er zu den Finalisten. 1997 gewann er den zweiten Preis beim Maria Callas Grand Prix in Athen und nahm 1999 am Cardiff Singer of the World-Wettbewerb teil. Von 1997 bis 1999 war er Solist an der Ukrainischen Nationaloper in Kiew, wo er u. a. die Rollen Figaro («Le nozze di Figaro»), Escamillo («Carmen»), Schaunard («La bohème») und die Titelpartien in «Jewgeni Onegin», «Don Giovanni» und «Fürst Igor» verkörperte. Sein Repertoire umfasst ausserdem u. a. die Partien des Marchese di Posa («Don Carlo») und Schaklowity («Chowanschtschina»). Am Opernhaus Zürich war Valeriy Murga zunächst Mitglied des Internationalen Opernstudios und trat in dieser Zeit u. a. als Sciarrone und Schliesser («Tosca») sowie als Monterone («Rigoletto») auf. Seit Beginn der Spielzeit 2000/01 ist er festes Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich und war hier seither u. a. als Fürst Jelezki («Pique Dame»), Moralès («Carmen»), Zweiter Soldat («Salome»), Alessio («La sonnambula»), Ali («L’italiana in Algeri»), Wagner («Faust»), Mesner («Tosca»), Butler («La rondine») und Bogdanowitsch («Die lustige Witwe») sowie in Familienopern wie u. a. «Das Gespenst von Canterville», «Robin Hood», «Das verzauberte Schwein», «Jim Knopf» und «Wir pfeifen auf den Gurkenkönig» zu hören. Ausserdem gastierte er in Eugen d’Alberts «Tiefland» am Liceu in Barcelona und in «L’italiana in Algeri» an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Hänsel und Gretel20 / 23 Nov. / 2 / 16 / 18 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 La rondine24 / 27 Sept. / 1 / 10 / 15 Okt. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 28 Nov. 2026 / 2 / 8 / 17 Jan. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Herr der Diebe27 Feb. / 2 / 4 / 6 / 7 / 9 / 10 / 11 März 2027
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Kinderchor der Oper Zürich

Der Kinderchor der Oper Zürich wurde 1985 für Jean-Pierre Ponnelles Neuproduktion von  Bizets Carmen gegründet und gastierte mit dieser erfolgreichen Inszenierung schon bald darauf in Dresden und Athen. Mit der Zeit entwickelte sich ein festes Ensemble, welches in den verschiedensten Produktionen im Opernhaus, aber auch im Zürcher Hallenstadion bei Puccinis Turandot und Mussorgskis Boris Godunow (in russischer Sprache) auftrat.
Inzwischen wirken ca. 50 Kinder regelmässig in diesem Ensemble mit. Einzelne von ihnen übernehmen in einigen Opern sogar kleinere Solopartien. Die Zahl der Auftritte in immer aufwendigeren Inszenierungen am Opernhaus beträgt gegenwärtig 10 bis 15 verschiedene Werke pro Jahr.
Ausserhalb des Opernhauses ist der Kinderchor in den letzten Jahren immer wieder mit eigenen Kirchenkonzerten unter seinen Leitern Jürg Hämmerli und Ernst Raffelsberger aufgetreten, darüber hinaus aber auch in Anna Jenatsch von Martin Derungs unter Räto Tschupp, in Berlioz’ Te Deum unter Alex Hug in der Zürcher Tonhalle sowie im Rahmen eines Konzertes von Céline Dion im Letzigrundstadion.
Gastspielreisen führten den Kinderchor nach Deutschland (Krefeld), Italien (Verona) und Grossbritannien (London).

Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027

Statistenverein am Opernhaus Zürich

Der Statistenverein am Opernhaus Zürich wurde im Jahr 1900 gegründet und dürfte damit einer der traditionsreichsten Vereine auf dem Kulturplatz Zürich sein. Rund hundert Frauen und Männer im Alter von 16 bis 70 Jahren bereichern das Bühnengeschehen in zahlreichen Inszenierungen.Statisten, früher auch als Figuranten bezeichnet, haben generell nicht sprechende Rollen. Ihre Einsätze am Opernhaus Zürich fallen je nach Inszenierung unterschiedlich umfangreich aus. Während früher Massenszenen im Vordergrund standen, sind die Statistinnen und Statisten seit der Ära Pereira und der Intendanz von Andreas Homoki zunehmend auch für aufwändigere Einzelauftritte sowie für anspruchsvolle technische Einsätze gefragt. Die Mitglieder des Statistenvereins üben ihre Einsätze in der Freizeit und ohne finanzielle Interessen aus. Sie bringen Begeisterung für Musik und Theater mit.

Manon24 / 27 Sept. / 3 / 7 / 10 Okt. 2025 La scala di seta25 / 28 Sept. / 19 / 24 Okt. 2025 Tosca28 Sept. / 2 / 8 / 11 / 15 / 19 Okt. 2025 / 11 / 14 / 17 / 21 / 24 Apr. / 13 / 17 Mai 2027 Madama Butterfly30 Dez. 2025 / 3 / 9 / 11 / 13 / 16 Jan. 2026 Rigoletto20 / 23 / 27 Dez. 2025 / 1 / 4 Jan. 2026 Le nozze di Figaro24 / 29 Jan. / 1 / 5 / 7 / 10 / 14 Feb. 2026 / 2 / 6 / 8 / 15 / 19 Mai 2027 Werther14 / 19 Juni / 1 / 4 / 10 Juli 2026 Così fan tutte3 / 7 / 9 / 12 Juli 2026 Macbeth8 / 11 / 14 / 19 / 22 / 30 Nov. 2025 Arabella14 / 18 / 22 / 25 / 28 Apr. 2026 Der Rosenkavalier21 / 26 Sept. / 1 / 5 / 14 / 17 / 21 / 26 Okt. 2025 La clemenza di Tito26 / 29 Apr. / 3 / 8 / 15 / 17 / 20 / 25 Mai 2026 Cardillac15 / 18 / 21 / 25 Feb. / 1 / 6 / 10 März 2026 Hänsel und Gretel16 / 20 / 23 / 28 / 30 Nov. / 2 / 4 / 11 / 16 / 18 / 21 Dez. 2025 / 2 / 24 / 25 / 31 Jan. 2026 Carmen18 / 21 / 23 / 27 / 31 Jan. 2026 Un ballo in maschera22 / 28 / 31 Mai / 7 / 13 Juni 2026 Die Fledermaus7 / 10 / 12 / 14 / 18 / 26 / 28 / 31 Dez. 2025 / 2 / 4 / 6 / 10 Jan. / 29 Sept. / 8 / 17 / 23 / 25 Okt. 2026 Giulio Cesare in Egitto11 / 13 / 15 / 17 / 21 / 25 / 28 März 2026 Scylla et Glaucus27 / 29 / 31 März / 2 / 6 / 30 Apr. / 2 Mai 2026 La forza del destino2 / 7 / 12 / 15 / 18 / 21 / 26 / 29 Nov. / 17 / 21 Dez. 2025 Sillons de Mémoires5 / 6 / 7 Feb. 2026 Gianni Schicchi2 / 6 / 8 / 10 / 13 Mai 2026 Monster's Paradise8 / 14 / 18 März / 10 / 12 Apr. 2026 Alice im Wunderland8 / 15 / 19 / 21 / 26 / 28 Nov. / 6 Dez. 2026 / 2 / 7 / 8 / 10 / 17 Jan. 2027 Manon Lescaut11 / 15 / 18 / 22 / 26 Dez. 2026 Die lustige Witwe27 / 31 Dez. 2026 / 3 / 7 / 10 / 13 Jan. 2027 Die Walküre24 / 31 Jan. / 3 / 6 Feb. / 10 März 2027 Roméo et Juliette12 / 19 / 21 Feb. / 2 / 5 März 2027 Götterdämmerung14 März 2027 La bohème16 / 18 / 23 Juni / 4 / 7 / 10 Juli 2027 Don Carlo1 / 6 / 8 / 11 Juli 2027 La fanciulla del west25 / 28 Feb. / 3 / 7 März / 4 / 7 / 10 / 16 Apr. 2027 Elektra22 / 26 Nov. / 2 / 5 / 10 / 13 / 16 Dez. 2026 Rinaldo14 / 19 / 23 / 25 / 27 / 29 März 2027 Samson et Dalila13 / 17 / 20 / 24 / 27 / 30 Juni / 2 / 9 Juli 2027 Tannhäuser26 Sept. / 4 / 9 / 13 Okt. 2026

Kurzgefasst

«Tosca» ist ein Opernthriller über Begierde, Verrat und Macht missbrauch. Mit der Titelheldin schuf Puccini eine Figur, die ihr Leben ganz der Bühne gewidmet hat. Robert Carsen inszeniert ein hintergründiges Spiel über Sein und Schein, Theater und Wirklichkeit. Unter der musikalischen Leitung von Carlo Rizzi stehen Maria Agresta und Sonya Yoncheva ab wechselnd in der Titelrolle auf der Bühne, Charles Castronovo und Yusif Eyvazov singen Cavaradossi, Ludovic Tézier und Gabriele Viviani den machtbesessenen Scarpia.

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Fotogalerie «Tosca»


Gut zu wissen

Scarpia aus Puccinis «Tosca»

Liebe, Macht und Gewalt: In Puccinis «Tosca» prallen sie mit unerbittlicher Wucht aufeinander. Baron Scarpia, der mächtige Polizeichef, will nicht nur gehorcht, sondern auch geliebt werden – und scheitert an der Grenze seiner Macht. Was er erzwingen möchte, bleibt ihm verwehrt. Gerade darin zeigt sich, wie tief menschliche Bindungen unser Leben prägen – und wie zerstörerisch es wirkt, wenn sie missachtet oder pervertiert werden.

Das Motiv der erzwungenen Liebe kommt in vielen Opern vor, etwa in Mozarts Entführung aus dem Serail, wo Bassa Selim grossmütig darauf verzichtet, die Liebe zu Konstanze zu erzwingen. Oder in der Zauberflöte bei Sarastro, der Pamina gefangen hält und in einer schönen Arie verrät, wie es um ihn steht: «Zur Liebe will ich dich nicht zwingen, doch geb’ ich dir die Freiheit nicht.» Wenn wir uns daran erinnern, dass es im Unbewussten kein Nein gibt, sagt Sarastro: Wenn ich nur könnte – ich würde dich zwingen. Aber ich bin weise genug, zu erkennen, dass ich das, was ich eigentlich begehre, auf diesem Weg nicht finden werde.

Und dann Tosca. Die Szene des Konflikts ist modern: Ein diktatorisches Regime erpresst durch Folter Verrat. So soll in kaltem Kalkül, das auf die Macht der Angst setzt, jeder Widerstand gebrochen werden. Dann begegnen wir dem Riss im System. Baron Scarpia ist mit der Macht nicht zufrieden, die ihm seine Spitzel und seine Grausamkeit verschaffen – er will auch noch Liebe haben. Hybris, einst ein Fall für die Rache der Götter.

Der mächtige Mann, der Furcht weckt und sich Liebe wünscht, ist eine tragische Figur, die nur durch den Verzicht Grösse gewinnen kann. Wenn er die Macht behalten will, muss er bereit sein, auf die Liebe zu verzichten; das hat bereits Machiavelli unmissverständlich klar gemacht. Scarpia möchte mit den liebevollen Bindungen, die er mit heftigem Neid beobachtet, sein Machtspiel treiben – und doch etwas von ihnen abhaben. Er lässt Cavaradossi foltern, und während dieser schweigt, kann Tosca das Leid des Geliebten nicht ertragen und wird zur Verräterin. Das ist psychologisch gut beobachtet: Eigener Schmerz lässt sich leichter verarbeiten als das Leid eines geliebten Menschen.

Die menschliche Liebe ist aus zwei Elementen komponiert: der sexuellen Lust und der zärtlichen Bindung, die in der Nähe von Mutter und Kind wurzelt. Im Tierversuch hat sich gezeigt, dass Säugetiere (in den Experimenten meist Ratten) für ihre Kinder Schmerzen in Kauf nehmen, die sie weder für Nahrung noch für Sexualpartner riskieren. Menschen sind da nicht besser, aber auch nicht schlechter. Für unsere Bindungen opfern wir mehr als für alles andere. Toscas Angst, Cavaradossi zu verlieren, überkreuzt sich mit der Angst Scarpias, Tosca nicht zu gewinnen. Die stolze Frau, die ihn verachtet, wird für ihn zum Symbol einer Drohung, die er um jeden Preis aus der Welt schaffen möchte.

Wer rätselt, was mächtige Männer antreibt, Liebe zu erzwingen, kann von Scarpia lernen. Es ist nicht so sehr Lust, die er begehrt, es ist vor allem die Angst, der Grenze seiner Macht zu begegnen. Wenn die männliche Machtfantasie derart aufgebläht ist, wie Diktaturen das versprechen, genügt die geringste Ohnmachtserfahrung, um das Selbstgefühl bis in seine Grundfesten zu erschüttern.

Ja, Liebe ist riskant und kann enttäuscht werden. Aber wer auf sie vertraut, gewinnt ein Stück lebendiger Intensität, nach dem sich der Machtmensch vergeblich sehnt. Wo in Trennungskonflikten moderner Paare Liebesenttäuschung nicht betrauert werden kann, sondern in Misstrauen und Vernichtungswillen umschlägt, tragen die Kinder ihr Leben lang eine Last. Sie mögen wissen, dass ihre Eltern sich einmal geliebt haben müssen. Aber erlebt haben sie diese Liebe nie. Wir wissen nicht, ob Scarpia einmal ein solches Kind war, aber es ist gut dokumentiert, dass Menschen durch erlebte Bindungen bindungsfähig werden und Eltern, die vor allem mit Hass beschäftigt sind, wenig Raum für Empathie haben.

         Text: Wolfgang Schmidbauer, Psychoanalytiker und Buchautor
         Illustration: Anita Allemann

Audio Werkeinführung

Eine Einführung zu «Tosca».Von Felix Michel, gesprochen von Christoph Betulius. Live-Einführungen finden jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung im Opernhaus statt.

Auf dem Pult

Unsere Solo-Klarinettistin Rita Karin Meier über ihr Solo im 3. Akt in Puccinis Oper

Das grosse Klarinettensolo im dritten Akt ist eine Oase in Puccinis «Tosca», die ansonsten von einem nervösen Grundton dominiert wird: Die Ereignisse überstürzen sich, es fallen schnelle Entscheidungen. Wenn hingegen der zum Tode verurteilte Cavaradossi auf der Engelsburg zu seinem Abschiedsbrief ansetzt, bleibt mit den ersten drei Tönen der Klarinette, die die Arie «E lucevan le stelle» anstimmt, die Zeit stehen. Noch eine Stunde hat Cavaradossi zu leben. All seine Sinne sind äusserst empfänglich, wie es typisch für Menschen in Extremsituationen ist. Er sieht («Und es leuchteten die Sterne»), riecht («die Erde duftete») und hört intensiv («das Tor zum Garten knarrte, Schritte huschten über den Kies»). Cavaradossi erinnert sich in diesem Moment nur an die schönen Dinge, die er mit Tosca erlebt hat, an die süssen Küsse, das sehnsuchtsvolle Liebkosen. Er bereut nichts in seinem Leben. Dies alles muss ich mit der Klarinette transportieren. Wichtig ist es, die Melodie ganz fein und leise anzufangen. Man braucht einen butterzarten Ton und ein schönes Legato, denn die Melodie darf nicht auseinanderfallen. Puccini schreibt mehrmals «rubando», es ist also teilweise sehr erwünscht, nicht streng mathematisch zu interpretieren, sondern mit grosser Flexibilität und vielleicht mit einem Hauch «Italianità». Denn jede Vorstellung ist anders, jeder Sänger des Cavaradossi ist anders, und Dirigentinnen und Dirigenten geben einem unterschiedliche Freiheiten. Die Stelle ist für eine A-Klarinette geschrieben, die ein etwas dunkleres Timbre als die B-Klarinette hat und natürlich sehr passend für eine nächtliche Szene ist – Puccini hatte ein unfassbar gutes Gespür für Instrumente und die Instrumentation. Für mich ist diese Arie jedes Mal wie ein Zückerchen. Ich freue mich den ganzen Tag darauf.

Rita Karin Meier

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Synopsis

Erster Akt
Innenraum der Kirche Sant’Andrea della Valle
Der aus den Verliesen der Engelsburg entflohene politische Gefangene Cesare Angelotti sucht in der Privatkapelle seiner Schwester, der Marchesa Attavanti, Schutz vor seinen Verfolgern. Nacheinander erscheinen der Mesner und der Maler Cavaradossi, der an einem Madonnenbild arbeitet. Ohne sie zu kennen, hat er die Marchesa Atta­vanti während ihrer Kirchgänge beobachtet und heimlich als Modell für seine Magdalena benutzt. Schwärmerisch vergleicht der Maler die Schönheit seiner Geliebten, der gefeierten Primadonna Floria Tosca, mit der von ihm gemalten Magdalena.
Kaum hat sich der Mesner entfernt, verlässt Angelotti sein Versteck. Cava­radossi erkennt ihn und erklärt sich bereit, ihm bei der Flucht zu helfen. Doch als von draussen Toscas Rufe zu hören sind, muss sich Angelotti erneut ver­bergen. Die eifersüchtige Diva ist überzeugt, dass Cavaradossi mit einer ande­ren Frau zusammen war. Besorgt um Angelotti, gelingt es Cavaradossi, ihre Verdächtigungen zu zerstreuen. Für den Abend wird ein Stelldichein verab­redet. Im Gehen erkennt Tosca in der Madonna auf Cavaradossis Gemälde die Marchesa Attavanti. Der Maler versichert ihr, dass es sich nur um eine unbe­kannte Kirchgängerin handele. Halbwegs beruhigt verlässt Tosca die Kirche.
Angelotti kommt erneut aus seinem Versteck. Während Cavaradossi ihm den Weg zu seiner Villa erklärt, verkündet ein Kanonenschuss, dass die Flucht entdeckt worden ist. Zusammen verlassen beide die Kirche. Der Mesner stürzt mit den Kapellsängern herein: Der Erzfeind Napoleon ist besiegt worden! Für den Abend ist eine Siegesfeier anberaumt, bei der Tosca als Solistin in einer neuen Kantate auftreten soll.
Unerwartet erscheint Baron Scarpia, der Chef der Polizei. Gemeinsam mit sei­nem Gefolgsmann Spoletta hat er Angelotti bis in die Kirche verfolgt. Das Verhör des Mesners bestärkt Scarpia in der Vermutung, dass der als Sympathisant der Republikaner bekannte Cavaradossi dem entflohenen Gefangenen geholfen hat.
Tosca kehrt zurück, um ihrem Geliebten mitzuteilen, dass die abendliche Verabredung wegen der Siegesfeier nicht stattfinden könne. Scarpia, der Tosca begehrt, ergreift die Gelegenheit, Toscas Eifersucht zu wecken und so Ange­lottis Versteck in Erfahrung zu bringen. Er zeigt ihr den Fächer der Marchesa Attavanti, den er kurz zuvor entdeckt hat. Rasend vor Eifersucht stürzt Tosca davon, um ihren Liebhaber zur Rede zu stellen – Scarpias Spione folgen ihr. Der Polizeichef geniesst die Vorfreude auf den Triumph, Cavaradossi am Gal­gen und Tosca in seinen Armen zu sehen.

Zweiter Akt
Scarpias Gemächer im Palazzo Farnese
Scarpia hofft, sein Verlangen nach Tosca stillen zu können und sendet ihr, die im gleichen Gebäude bei der königlichen Siegesfeier auftritt, ein Billett, in dem er sie zu sich bittet.
Der Agent Spoletta bringt die Nachricht, dass man Angelotti nicht gefun­den habe, wohl aber sei Cavaradossi festgenommen worden. Von Scarpia be­fragt, leugnet der Maler, mit Angelot tis Flucht zu tun zu haben. Gleich darauf betritt Tosca den Raum. Bevor Cavaradossi zur Folter gebracht wird, beschwört er sie, das Versteck Angelottis nicht zu verraten.
In wilder Auseinandersetzung mit Scarpia weigert sich die Sängerin, ihr Wissen preiszugeben, doch als er anordnet, die Folterqualen zu verstärken, ver­rät sie das Versteck. Cavaradossi wird hereingeschleppt. Er stösst Tosca als Ver­räterin zurück.
Sciarrone, ebenfalls ein Agent Scarpias, meldet die Wende in der Schlacht von Marengo: Napoleon ist Sieger! Cavaradossis Freudenausbruch beendet Scarpia, indem er ihn zur Hinrich tung abführen lässt.
Auf die Frage der Sängerin, was Cavaradossis Befreiung koste, nennt Scarpia seinen Preis: Tosca selbst.
Ihr Hass schürt seine Begierde. Vom Himmel im Stich gelassen, willigt sie gebrochen ein: Sie will für ihren Geliebten das Opfer bringen, sich Scarpia hinzugeben.
Der Polizeichef erklärt, dass er Cavaradossi nicht ohne weiteres freilassen könne und man deshalb eine Scheinhinrichtung inszenieren müsse. Tosca ver­langt von Scarpia noch einen Geleitbrief für sich und den Geliebten. Nachdem Scarpia das Dokument ausgestellt hat und er seinen Preis einfordern will, er­sticht ihn Tosca.

Dritter Akt
Plattform der Engelsburg
Cavaradossi erwartet seine Hinrichtung. In Gedanken an Tosca und ihre ge­meinsame Liebe schreibt er ihr einen letzten Brief. Da erscheint sie selbst. Sie zeigt Cavaradossi den Geleitbrief, schildert ihm, was geschehen ist, und gibt ihm Instruktionen für die bevorstehende Scheinhinrichtung.
Das Hinrichtungskommando erscheint. Die Soldaten feuern, Cavaradossi fällt. Als das Kommando abgezogen ist, stürzt Tosca zu Cavaradossi. Voller Entsetzen muss sie feststellen, dass der Geliebte tot und sie einem Betrug zum Opfer gefallen ist. Vor den nahenden Häschern springt Tosca in den Tod.

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