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In the Middle, Somewhat Elevated

Gods and Dogs

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Minus 16

Gods and Dogs

Musik Soundtrack aus «Cha-Cha de Amor»: Dean Martin, Yma Sumac Rolley Polley; Dick Dale, Tractor's Revenge & Ohad Naharin, Antonio Vivaldi, Harold Arlen/Marusha

Dauer 2 Std. 15 Min. inkl. Pausen nach dem 1. Teil nach ca. 30 Min. und nach dem 2. Teil nach ca. 1 Std. 15 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Gut zu wissen

Kurzgefasst

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Gods and Dogs


Gespräch


Alles GAGA. Energie, die niemals versiegt

Der Israeli Ohad Naharin ist ein Weltstar unter den Choreografen und eine der angesehensten Künstlerpersönlichkeiten seines Landes. Mit «Minus 16» präsentiert das Ballett Zürich eine Choreografie des charismatischen Künstlers

Angepasst hat sich Ohad Naharin noch nie. Er brüskiert die Rechten, wenn er mit seiner Compagnie vor Arabern auftritt. Er schockiert die Religiösen, wenn er seine Tänzer in SM-Lederkleidung auf die Bühne schickt. Und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – ist er hoch angesehen im eigenen, in sich zerrissenen Land. Die Batsheva Dance Company leitet Ohad Naharin seit 25 Jahren, es ist das wichtigste Tanzensemble Israels. Bereits vor zehn Jahren erhielt der weltweit bekannte Choreograf den Israel-Preis. Er kam zu Ehrendoktorwürden am Weizman Institute of Science und an der Hebräischen Universität in Jerusalem. Die Stadt Tel Aviv hat ihm vor nicht allzu langer Zeit im armen Süden der Stadt ein Areal zur Verfügung gestellt, wo sein eigenes Tanzzentrum gebaut werden soll – wenn er die noch fehlenden 40 Millionen Dollar auftreibt. Ob er mit weiterer Unterstützung von Stadt und Staat rechnen kann?

Stolz präsentiert Naharin die Baupläne. Sie stammen von dem berühmten britischen Architekten David Adjaye. Toll sehen sie aus. Sollten sie realisiert werden, wird er seine jetzigen Räume im Suzanne Dellal Center im angesagten Stadtteil Neve Tzedek zwar weiter nutzen, aber dann hat er endlich eine eigene Bühne mit 500 Sitzplätzen und genügend Probenräume. Möglicherweise kommt ihm zugute, dass sich sein Ansehen auch in seinem Einkommen widerspiegelt. Naharin nämlich ist der höchstbezahlte Künstler Israels. Kein Dirigent, kein Musiker, kein Schauspieler, kein Sänger verdient so viel wie er, was immer wieder Neider auf den Plan ruft. Und das alles in einer Sparte, die in den deutschsprachigen Kulturnationen, in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland, nach wie vor gegen Oper und Schauspiel anstrampeln muss.

Israel ist Tanzland, obgleich es all jene, die von den fantastischen Ausbildungsmöglichkeiten profitieren und dann dort als Tänzer und Choreografen leben und arbeiten, nicht so sehen. Ohad Naharin gilt als der Botschafter des israelischen zeitgenössischen Tanzes. Er ist sozusagen dessen Synonym, das, zumindest in der westlichen Welt, nur mit Bewunderung ausgesprochen wird. Und nun will Miri Regev, die Kultur- und Bildungsministerin im vierten Kabinett Benjamin Netanjahus, die Künstler im Land auf Linie zwingen und denen, die in den neuralgischen Punkten Palästinenser- und Siedlungspolitik nicht regierungskonform sind, den Geldhahn zudrehen. Unvorstellbar, dass sie sich mit einem vom Renommee eines Naharin ernsthaft anlegen würde. Das würde Israel innen- wie auch aussenpolitisch dramatisch schaden. Es wäre echt gaga.


Naharins Tänzer arbeiten alle nach der Gaga-Methode


Wobei Naharin gegen Gaga nichts hätte. Er mag den Klang dieses Wortes, auch seine zweisilbige Kürze. Gaga steht bei ihm für die Basis, für den Ausgangspunkt seiner Arbeit. Es ist ein Bewegungs- und Trainingssystem, das er in den vergangenen 30 Jahren entwickelt und immer weiter verfeinert hat und das man am besten mit der Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers umschreiben könnte. Man kann Gaga als Nicht-Tänzer nur anhand Videoclips im Internet allenfalls in Ansätzen kennenlernen, denn während des Trainings darf niemand zuschauen. Eine Gaga-Klasse sieht auf den ersten Blick so aus, als könne jeder machen, was er will. Stimmt aber nicht. Egal, ob es sich um Gaga-Klassen für Kinder oder Senioren, Laien oder Profis handelt: Vorn steht einer, der ansagt, was erlaubt und was verboten ist. Selbstverständlich trainieren alle Tänzer der Batsheva Dance Company nach der Gaga-Methode. Und selbst Leute, die diese Methode für eine letztlich nicht erklärbare Spinnerei halten, können nicht leugnen, dass Naharins Tänzer über eine offenbar niemals versiegende Energie und enorme Kraft verfügen. Sie sind biegsam, geschmeidig und ebenso hochtrainiert wie Tanzvirtuosen, die sich täglich an der Stange schinden. Denn Ohad Naharin schätzt Virtuosität ebenso wie den Groove. Mit dem Unterschied, dass seine Tänzer keiner sturen Technik folgen, sondern danach trachten, ihren Körper immer besser kennenzulernen, um ihn dann ganz gezielt und sehr bewusst vielschichtig einsetzen zu können. Auch in der Attacke, und immer ein wenig über die eigenen Grenzen hinaus. Totes Fleisch, wie Ohad Naharin besinnungslos gedrillte Tanzautomaten nennt, mag er nicht.

Seine Tänzer müssen bereit sein, sich ihren Dämonen zu stellen, auf die ein jeder bei kontinuierlicher Selbstinspektion notgedrungen trifft. Sie müssen sich ihren Schwächen stellen, aber auch ihrer Sinnlichkeit, um all das, worauf sie stossen, im Tanz zu sublimieren. Wer tanzend nach innen schaut, braucht keinen Spiegel und erst einmal kein Publikum. Die Selbstbespiegelung der danse d’école weicht der Introspektion. Dennoch garantiert Naharin denen, die sich auf Gaga einlassen, auf die spektakulären Bewegungen wie auch auf die nahezu unsichtbaren Gesten, die der Körper bei gestärkter Wahrnehmung hervorzubringen imstande ist, eine Menge glücklicher Momente.

Ein völlig entspannter und trotzdem ungemein präsenter Künstler


Man sieht das an Naharin selbst, wenn er einen Raum betritt. Er ist, wenn man so will, der perfekte Werbeträger seiner eigenen Methode, wirkt völlig entspannt und dennoch durch seine aktive Körperspannung ungemein präsent. Man schaut automatisch hin und wähnt ein Raubtier auf dem Sprung vor sich. Solch freundliches Entgegenkommen, die Lässigkeit, die Selbstverständlichkeit, mit der er seinen Mitmenschen lächelnd begegnet, die hatte er noch nicht, als er jung war. Zur Jugend gehört die Arroganz. Wer mit 63 – so alt ist Ohad Naharin jetzt – immer noch die blasierte Allüre vor sich herträgt, ist dumm. Und Naharin ist alles andere als dumm. Wer ihn bei Proben beobachtet, wenn er, wie fast alle Regisseure und Choreografen, etwa zehnte Reihe Mitte lümmelt, der gewinnt schnell den Eindruck, Naharin nehme die Welt im Weitwinkel wahr wie ein Pferd. Generalprobe im Juni dieses Jahres im Suzanne Dellal Center in Tel Aviv, wo Naharin und die Batsheva Dance Company seit 1990 beheimatet sind. Bevor er die letzten Anweisungen für sein jüngstes Stück Last Work gibt, fegt ein kleines Mädchen, vielleicht acht oder zehn Jahre alt, über die Bühne, springt und kreiselt wild herum, neckt den Hausfotografen Gadi Dagon, gibt sich ungezügelt seiner Bewegungslust hin. Kinder geniessen in Israel alle Freiheiten. Und als Kind des Choreografen Ohad Naharin, eines alten Vaters, der mit Gleichmut vieles gewährt, gehört die Erfahrung von Freiheit wohl von Beginn an zum Lebensgefühl. Auch die Mutter des Mädchens, die erst 31 Jahre alte Eri Nakamura, ist Tänzerin bei Batsheva (Naharin ist nach dem Tod seiner ersten Frau im Jahr 2002 nun ein zweites Mal verheiratet). Und so hat auch die gemeinsame Tochter die besten Chancen, ihr Talent erblühen zu lassen. Ganz ohne die andressierte Affigkeit so mancher Mädchen im rosa Tutu.

Dabei ist Naharin auch streng. Man könnte sagen, die Tänzer sind ein gemeinschaftlicher Körper mit ganz individuellen Ausprägungen, die er gezielt herausarbeitet. Es ist erst einmal schwer begreiflich, wenn er sagt, dass seine Tänzer nicht nur hochintelligent, sondern auch schwach sein sollten. Wahrscheinlich versteht er unter Schwäche den geringen Widerstand, den die Menschen, mit denen er bevorzugt arbeitet, leisten, wenn sie sich dem eigenen Ich und dessen Untiefen stellen. Stark, selbstreflektiert, sensibel, ja porös, so stellt man sich die Tänzerpersönlichkeiten der Batsheva Dance Company vor. Umso mehr verwundert es, wie Naharin es immer wieder schafft, mit fremden Tanzcompagnien zu arbeiten und seine Stücke dennoch authentisch aussehen zu lassen. Schwer zu sagen, inwieweit er beim Training, bei den Proben manipulativ wirkt. Klar ist: Einer muss oben sein, im Theater gibt es keine Demokratie. Er ist der Kopf, agil, schnell und mit den Augen überall.

Minus 16, das nunmehr vom Ballett Zürich einstudiert wird, hat er 1999 beim Nederlands Dans Theater, also ebenfalls bei einer fremden Compagnie, uraufgeführt, was das Durchdringen ungewohnter Denk- und Bewegungsmuster wahrscheinlich ein wenig erleichtert hat. Minus 16 ist ein Kompendium starker Nummern aus diversen Naharin-Stücken, und es versteht sich von selbst, dass Zürichs vielseitige Compagnie parallel zu den Proben Gaga trainiert.

Erst als 22-Jähriger begann Naharin mit dem Tanzen


Es gibt zwei Brüder in Israel, sie firmieren als Heyman Brothers, beide übrigens total gaga, die haben Ohad Naharin gut zehn Jahre lang ganz ohne Finanzierung gefilmt. Nun ist sie endlich fertig, diese (nach wenigen Ausschnitten zu urteilen) höchstwahrscheinlich grossartige Dokumentation. Naharin freut sich herzlich. Geld floss über Crowd Funding im Netz. Und treffend heisst sie Mr. Gaga. Dabei hat dieser Mr. Gaga, der mittels Gaga nicht nur die Gymnastizierung des Körpers, sondern auch die der Seele und des Geistes praktiziert, vom Schulstil her eine ziemlich harsch reglementierte Tanzausbildung hinter sich.

Ohad Naharin ist ein Sabre, ein gebürtiger Israeli. Er wurde 1952 in eine künstlerisch geprägte Familie geboren, begann aber erst 1974, also sehr spät, mit 22, nach dem obligatorischen dreijährigen Militärdienst, mit der Tanzausbildung bei der Batsheva Dance Company. Zu jener Zeit ahnte noch niemand, dass er eines Tages der Vater des israelischen Tanzes genannt werden würde, am wenigsten er selbst. Zumal da der freie Tanz in Palästina/ Israel, der heuer auf eine Erfolgsgeschichte von exakt hundert Jahren zurückblicken kann, von Frauen geprägt wurde. Es waren zunächst drei Wienerinnen, die diese Tradition begründeten, zunächst Gertrud Kraus, dann die Ornstein-Schwestern, die bereits lang vor der Schoah ins damalige Palästina einwanderten. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948, im Jahr der Staatsgründung, kam Yehudit Arnon mit ihrem Mann nach Israel. Die gebürtige Tschechin hatte Auschwitz überlebt, weil sie tanzen konnte. Und sie brachte mit der Gründung der Kibbuz Dance Company in ihrem Kibbuz Ga’aton nahe der libanesischen Grenze neuen Schwung in den israelischen Tanz, der bis dato einzig und allein vom Ausdruckstanz geprägt war. Den radikalen Umbruch aber schaffte die Modern-Dance-Ikone Martha Graham. Die Mitbegründerin der Batsheva Dance Company, Batsheva de Rothschild, holte Martha Graham, auf dass sie der ersten israelischen Compagnie für zeitgenössischen Tanz auch noch nach dem Gründungsjahr 1964 buchstäblich auf die Beine helfe. Graham war dann auch Naharins Lehrerin und vermittelte ihm die Grundpfeiler seiner Technik: körperliche Kraft und dramatischen Ausdruck. Sie verschaffte ihm ein Stipendium und brachte ihn nach New York, wo er an der School of American Ballet und an der hochberühmten Juilliard School studierte. Erste Engagements führten ihn zurück nach Israel zur Bat-Dor Dance Company und nach Brüssel zur seinerzeit berühmtesten europäischen Modern-dance-Company schlechthin – Maurice Béjarts Ballet du XXème Siècle. Nach ersten eigenen Choreografien gründete er mit seiner ersten Frau Mari Kajiwara, einer grossartigen Tänzerin, Anfang der Achtzigerjahre in New York die Ohad Naharin Dance Company, die bis 1990 bestand.

Aus einem spassigen Lied wird ein Schreckensgesang


Denn in diesem Jahr kehrte er heim, um die Batsheva Dance Company als künstlerischer Leiter zu übernehmen. Fortan wirkte er stilprägend. Wie überall auf der Welt fungiert der zeitgenössische Tanz als Seismograf eben jener Gesellschaft, in der er entsteht. Tanz aus Israel ist dynamisch, hoch energetisch und bisweilen ziemlich aggressiv. Ohad Naharins Choreografien haben allesamt einen politischen oder zumindest gesellschaftskritischen Kern, den er selbst zwar weniger wichtig findet als den Tanz selbst, der im krisen- und kriegsgebeutelten Israel aber fast zwangsläufig ins Zentrum rückt. An dem Lied Echad Mi Yodea aus der Pessach-Erzählung über die Grundfesten des Judentums von 13 Strophen, das wegen seiner Abzählreime vor allem Kinder beim Seder-Abend verzückt, bestrickte ihn der suggestive Rhythmus, sagt er. Der religiöse Inhalt sei ihm egal. Seine Version von im Halbkreis sitzenden Tänzern, die stampfend ihre Kleider von sich werfen, brachte 1988 nach der Uraufführung die Frommen auf den Plan. Sie wollten den Tanz verboten sehen. Denn Naharin macht aus dem spassigen Lied einen gewalttätigen Schreckensgesang: Angetrieben von dunklen Percussion-Schlägen, skandieren Männer und Frauen in schwarzen Anzügen und weissen Hemden eine Art Schlachtruf entfesselter Gotteskrieger. Echad Mi Yodea übrigens ist ein gewichtiger Teil von Minus 16. Auch in Zürich wird das Stück, das Ohad Naharin seiner ersten Frau Mari Kajiwara gewidmet hat, seine suggestive Wirkung nicht verfehlen.

Text von Eva-Elisabeth Fischer

Dieser Artikel ist erschienen im MAG 32, September 2015
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Fotogalerie

 

Szenenbilder «Gods and dogs»


Essay


In the Middle, Somewhat Elevated - William Forsythe

Eine Studie über die «Elemente akademischer Virtuosität» – so hat der amerikanische Choreograf William Forsythe sein Ballett In the Middle, Somewhat Elevated genannt.

Rudolf Nurejew hatte seinerzeit den Auftrag für dieses Stück gegeben, das 1987 vom Ballett der Pariser Oper uraufgeführt wurde. Bis heute gilt es als Forsythes erfolgreichste Choreografie, finden sich doch hier zum ersten Mal alle Elemente seiner choreografischen Ästhetik vereint. Das Ballett lebt von der ungeheuren Dyna mik zwischen Verlangsamung und Beschleunigung. Angespannt-kompakte Körper stemmen ihr Gewicht gegeneinander und lassen beim Ringen um die Balance explosionsartige Entladungen entstehen. Unter stützt von Thom Willems’ elektronischer Musik, verteilt sich die Körperenergie zentri fugal im Raum, während die klassische harmonische Linienführung in neue Dimensionen ausgreift und Altvertrautes plötzlich fremd und neuartig erscheint. Traditionelle Figuren des Balletts verfremdet Forsythe, indem er sie beschleunigt, spiegelt oder in ihre Einzelteile zerlegt. «Das Auseinanderreissen von überlieferten Schrittfolgen und Zusammenhängen», so Forsythe-Spezialist Gerald Siegmund, «verleiht den Bewegungen eine ungeheure Kraft und Dynamik, weil sie gleichsam ohne Vorbereitung getanzt werden. Wird im Ballett zu jeder Figur durch vorbereitende Schritte hingeleitet, spart Forsythe die Übergänge einfach aus und isoliert auf diese Weise die Figuren zu einer Aneinanderreihung von Höhepunkten.»

Dieser Artikel ist erschienen in MAG 32, September 2015
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Essay


Gods and Dogs - Jiří Kylián

Eine flackernde Kerze am Bühnenrand. Ein auf den Bühnenhintergrund projizierter Wolfshund, der auf die Besucher zuhechelt, und ein silbern schimmernder Schnurvorhang – das sind nur drei der Zutaten für eine der magischsten Tanzschöpfungen des tschechischen Choreografen Jiří Kylián.

Das Ballett Gods and Dogs entstand 2008 für das Nederlands Dans Theater, das Kylián als langjähriger Direktor entscheidend geprägt hat. Seine einhundertste Kreation für die renommierte Compagnie aus Den Haag ist ein dunkel-geheimnisvolles Kammerballett für vier Paare, in dem Kylián die Grenzen zwischen Normalität und Wahnsinn reflektiert und nach den Normen fragt, die beides definieren: «In jedem Augenblick kann man der einen oder anderen Kategorie zugeordnet werden. Aber der genaue Moment, an dem man ultimativ über die unsichtbare Grenze ins düstere Reich krankhafter Verrücktheit gestossen wird, entzieht sich unserer Wahrnehmung. Mir ist klar, dass ich nicht der Erste oder Letzte bin, der diese Frage stellt, und dass jede neue Generation jene zwielichtigen Zonen der menschlichen Existenz neu für sich definieren muss. Dennoch ist sicher, dass jede Art von Ent wicklung einen gesunden Schuss Verrücktheit braucht.» Elektroklängen von Kyliáns «Hauskomponisten» Dirk Haubrich sind die beiden ersten  Sätze  aus  Ludwig  van  Beethovens Streichquartett op. 18 Nr. 1 an die  Seite  gestellt, deren melodiöse Schönheit immer wieder von harten Schlägen konterkariert, fast zerrissen wird. In den Niederlanden wurde Gods and Dogs 2009 mit dem Theaterpreis Zwaan als «Beeindruckendste Tanzproduktion des Jahres» ausgezeichnet.

Dieser Artikel ist erschienen in MAG 32, September 2015
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Gods and Dogs

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