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Geschäftsberichte


Drei Fragen an Andreas Homoki


Rekordauslastung

Seit sechs Jahren ist Andreas Homoki Intendant am Opernhaus Zürich. Er zieht eine Bilanz zur Spielzeit 2017/18.

Herr Homoki, der Geschäftsbericht der Spielzeit 2017/18 liegt vor. Wie sieht die wirtschaftliche Bilanz des Opernhauses Zürich aus?
In wirtschaftlicher Hinsicht war es eine äusserst erfolgreiche Spielzeit. Auf der Hauptbühne hatten wir mit 90 Prozent eine Rekordauslastung, was im Ver­gleich zum Vorjahr einer Steigerung um 4,9 Prozentpunkte entspricht. Besonders erfreulich ist, dass die Auslastung sowohl im Bereich der Oper als auch in der Sparte Ballett stark gestiegen ist: Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Auslastung in der Oper von 84,7 Prozent auf 88,3 Prozent erhöht. Das Ballett Zürich konnte im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 8,2 Prozent auf phänomenale 98 Prozent Auslastung vor­weisen. Das bedeutet nichts anderes, als dass in der letzten Spielzeit jede Ballettvorstellung ausverkauft war – eine grosse Bestätigung für die fantastische Arbeit von Christian Spuck und seinem wunderbaren Ballett! Uns ist sehr wichtig, auch in der Eigenfinanzierung einen hohen Wert zu erreichen. Das ist uns mit einem Eigenwirtschaftlichkeitsgrad von 37,4 Prozent mehr als gelungen, denn die Vorgabe des Kantons Zürich sieht hier zwischen 30 bis 35 Prozent vor. Im Bereich des Sponsorings konnten wir mit Einnahmen von 9,2 Mio. Franken einen neuen Rekordwert erzielen. Insgesamt sind diese Zahlen ein schönes Zeichen dafür, dass unsere Arbeit angenommen und geschätzt wird.

Sie haben eine Million Franken als Reserve für Immobilienprojekte getätigt. Was hat es damit auf sich?
Das Opernhaus Zürich hat viele Immobilien, die gepflegt werden müssen und Investitionen erfordern. Seit einem Jahr sanieren wir nun unser Ausstattungslager Kügeliloo komplett und erhöhen auch dessen Lagerkapazität auf das Doppelte. Das ist ein sehr grosses Projekt, wofür unser technisches Team eine ausgezeichnete Arbeit leistet. Die Sanierung kostet insgesamt 28,5 Mio. Franken. Vom Kanton Zürich erhalten wir dafür 16 Mio. Franken, während das Opernhaus 12,5 Mio. Franken beisteuern muss. Dafür haben wir in den letzten Jahren Geld gespart. Mit der Million des letzten Jahres liegen wir aktuell bei 11 Mio. Franken und befinden uns hier nun auf der Zielgeraden …

Nun haben wir über Zahlen gesprochen. Doch wie sieht die künstlerische Bilanz der vergangenen Spielzeit aus?
Da wir ein Repertoiretheater sind, ist für uns die Pflege und Erneuerung des Repertoires eine besonders wichtige Aufgabe. In der letzten Spielzeit haben wir, wie ich finde, überaus gelungene und repertoirefähige Inszenierungen von Schlüsselwerken der Opernliteratur präsentieren können, darunter Jewgeni Onegin, Madama Butterfly sowie den Beginn einer neuen Tudor-­Trilogie von Donizetti mit Diana Damrau als Maria Stuarda. Beim Ballett möchte ich den neuen Nussknacker erwähnen, mit dem wir sogar im Bolschoi-­Theater, der Hochburg des klassischen Balletts, gastierten. Ich habe mich aber auch gefreut, dass einige Produktionen des sogenannten Randrepertoires sehr schön umgesetzt wurden, dazu gehören Weill/ Brechts Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny oder der fulminante Saisonabschluss mit Monteverdis L’incoronazione di Poppea, einem sehr passenden Beitrag des Opernhauses für die Festspiele Zürich zum Thema «Schönheit und Wahnsinn». Eine persönliche Herzensangelegenheit war für mich die Uraufführung Lunea von Heinz Holliger, dem wohl wichtigsten Schweizer Komponisten. Dass wir dafür kürzlich die Auszeichnung «Uraufführung des Jahres» in der Zeitschrift Opernwelt erhalten haben, freut mich ganz besonders.


Dieser Artikel ist erschienen in MAG 65, Januar 2019.
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