Philharmonia Zürich

Philharmonia Zürich

1985 entstand in Folge der Trennung des traditionsreichen Tonhalle- und Theaterorchesters das Orchester der Oper Zürich. Mit Beginn der Intendanz von Andreas Homoki und der Amtszeit von Fabio Luisi (Generalmusikdirektor von 2012 bis 2021) wurde das Orchester zur Philharmonia Zürich. Generalmusikdirektor ist ab 2021 Gianandrea Noseda.

Pro Saison ist das Orchester in rund 250 Opern- und Ballettvorstellungen des Opernhauses Zürich zu hören. Als Podium für das Konzertrepertoire werden zusätzlich die Philharmonischen Konzerte veranstaltet. Soiréen und Kammermusikmatinéen ergänzen das künstlerische Spektrum des Orchesters.

Vor Fabio Luisi haben zuletzt u. a. Franz Welser-Möst (1995-2008, ab 2005 als Generalmusikdirektor) und Daniele Gatti als Chefdirigent (2009-2012) das Orchester geleitet. 2000/01 fanden die Beständigkeit der Leistungen des Orchesters der Oper Zürich und die Breite seines Könnens mit der Wahl zum «Orchester des Jahres» in der Umfrage der Zeitschrift Opernwelt weit verbreitete internationale Anerkennung.

Viele renommierte Dirigentenpersönlichkeiten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Heinz Holliger, Zubin Metha, Ingo Metzmacher, Georges Prêtre, Nello Santi, Ralf Weikert und viele andere kommen regelmässig, um mit dem Orchester in Oper und/oder Konzert zu arbeiten. Immer wieder stehen auch Auftritte im Ausland auf dem Programm, so u. a. im Wiener Musikverein, in der Alten Oper Frankfurt, der Royal Festival Hall London und in Tokio.

Eine Besonderheit der Philharmonia Zürich ist das Originalklangensemble «Orchestra La Scintilla», das sich aus Musikern der Philharmonia Zürich zusammensetzt und die Zürcher Kulturszene mit Opernaufführungen auf historischen Instrumenten bereichert. Es entstand aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt. Das «Orchestra La Scintilla» arbeitet mit Dirigenten wie William Christie, Thomas Hengelbrock und Marc Minkowski. Unter der Leitung von Ada Pesch ist es regelmässig in den grossen Konzertsälen der Welt zu erleben und konzertiert mit namhaften Solisten; so begleitete es Cecilia Bartoli auf mehrwöchigen Konzertreisen.

Die Philharmonia Zürich beweist sich immer wieder in der ganzen Bandbreite von der Barockmusik bis zur zeitgenössischen Musik als stilsicherer, engagiert spielender Klangkörper – ob im Orchestergraben oder auf dem Podium.


Geschichte

DIE
GESCHICHTE
DER
PHILHARMONIA
ZÜRICH

1834
Gründung des Aktientheaters Zürich an den Unteren Zäunen; hier dirigiert Richard Wagner in den frühen 1850er Jahren u.a. Aufführungen seiner eigenen Opern Der fliegende Holländer und Tannhäuser. Gründung des Orchestervereins, eines ständigen Berufsensembles mit 31 Musikern, das für die Allgemeine Musikgesellschaft und das Aktientheater spielt.

1868
Gründung des Zürcher Tonhalle-Orchesters, das bis 1944 sowohl Sinfoniekonzerte gibt als auch Opern spielt.

1890
Das Aktientheater brennt ab.

1891
Neubau des Stadttheaters Zürich (ab 1964 Opernhaus Zürich); zu den Dirigenten des Orchesters gehören unter anderem Richard Strauss und Wilhelm Furtwängler.

1895
Neubau der Tonhalle; das Orchester erlebt musikalische Höhepunkte unter der Leitung seines ersten Chefdirigenten Friedrich Hegar und dessen Freund Johannes Brahms; unter dem späteren Tonhalle-Chef Volkmar Andreae arbeitet das Orchester intensiv mit Ferruccio Busoni zusammen.

1944
Die SRG entlässt ihr in Zürich beheimatetes Rundfunkorchester; die Musiker werden in das Tonhalle-Orchester eingegliedert. Das nun aus 142 Musikerinnen und Musikern bestehende Orchester wird in eine Konzert- und eine Theaterformation aufgeteilt und heisst fortan Tonhalle- und Theaterorchester (TTO) Zürich. Höhepunkte in der Geschichte der Theaterformation des TTO sind der Monteverdi- und der Mozart-Zyklus in den 1970er Jahren mit Nikolaus Harnoncourt (musikalische Leitung) und Jean-Pierre Ponnelle (Regie). Dirigenten wie Nello Santi (Musikdirektor von 1958 bis 1969, seither ständiger Gastdirigent) und Ferdinand Leitner (musikalischer Oberleiter am Opernhaus Zürich von 1969 bis 1984) prägen das Orchester.

1985
Ralf Weikert wird Chefdirigent des TTO (bis 1992); unter seiner Leitung wurde das Orchester ständig vergrössert. Trennung des TTO in das Tonhalle-Orchester und das Orchester der Oper Zürich.

1994
Innerhalb des Orchesters bildet sich das Ensemble «La Scintilla», das auf Originalinstrumenten spielt.

1995
Bis 2008 ist Franz Welser-Möst Chefdirigent (ab 2005 als Generalmusikdirektor); Gastdirigenten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, John Eliot Gardiner, Valery Gergiev, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Heinz Holliger, Zubin Mehta, Ingo Metzmacher, Georges Prêtre, Nello Santi, Ralf Weikert und Ivan bzw. Adam Fischer arbeiten regelmässig mit dem Orchester.

2009
Daniele Gatti wird bis 2012 Chefdirigent des Orchesters.

2012
Das Orchester der Oper Zürich erhält mit Beginn der Intendanz von Andreas Homoki und dem Amtsantritt des neuen Generalmusikdirektors Fabio Luisi einen neuen Namen: Es heisst nun Philharmonia Zürich.

Generalmusikdirektor Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda ist ab der Spielzeit 2021/22 Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich. Gegenwärtig ist er zudem Musikdirektor des National Symphony Orchestra (Washington, D.C.) sowie Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra und des Israel Philharmonic Orchestra, Erster Dirigent des Orquestra de Cadaqués und Künstlerischer Leiter des Stresa Festivals in Italien. Von 2007 bis 2018 war er Musikdirektor des Teatro Regio Torino, wo er mit seinen Produktionen, Tourneen und Aufnahmen international für Aufsehen sorgte. Zuvor war er ausserdem u.a. Principal Guest Conductor und damit Inhaber des für ihn geschaffenen «Victor de Sabata Chair» beim Pittsburgh Symphony Orchestra, Erster Gastdirigent der Rotterdamer Philharmoniker sowie des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI. Als Gastdirigent arbeitete er u.a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris und dem Orchestre National de France und folgte Einladungen an so renommierte Opernhäuser wie die Mailänder Scala, das Royal Opera House oder die Metropolitan Opera. Gianandrea Nosedas Diskografie umfasst mehr als 60 CDs; eine besondere Stellung nimmt dabei das Projekt «Musica Italiana» ein, in dessen Rahmen er das italienische Repertoire des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Der in Mailand geborene Noseda ist Cavaliere Ufficiale al Merito della Repubblica Italiana. Im Jahr 2015 wurde er als Musical America’s Conductor of the Year geehrt und bei den International Opera Awards 2016 zum Dirigenten des Jahres ernannt.

Mitglieder

Generalmusikdirektor
Gianandrea Noseda
Persönliche Assistentin des Generalmusikdirektors Marie Wolfram-Zweig

Orchesterdirektor
Heiner Madl
Orchesterdisponent / Stellvertretender Orchesterdirektor Dominique Ehrenbaum
Orchesterdisponentin / Mitarbeiterin Administration Sara Waegner
Bibliothekarinnen Anja Bühnemann, Sophia Gustorff
Leiter Orchestertechnik Sebastian Lange
Orchestertechniker Thomas Bossart, Mathias Hannus, Andres Martinez, Markus Metzig

1. Violine
Konzertmeister*innen Bartlomiej Niziol, Ada Pesch, Hanna Weinmeister, Keisuke Okazaki, Xiaoming Wang, Vera Lopatina;
Jonathan Allen, Michal Bielenia, Josiane Clematide, Franziska Eichenberger, Juliana Georgieva, Lisa Gustafson, Ulrike Jacoby, Judit Morvay, Jakub Nitsche, Tatjana Pak, Seraina Pfenninger, Dmitry Serebrennikov, Janet van Hasselt, Anne Battegay*, Mireia Castro Real*, Carolin Forster Borioli*, Heidi-Maria Makkonen*, Yuka Kiryu-Tsuboi*, Samuel Jimenez Collazos**, Katarzyna Seremak**

2. Violine
Solo Maya Kadosh, Anahit Kurtikyan, Yuko Arakaki-Krachler, Michael Salm;
Andrea Bossow, Cornelia Brandis, Martina Goldmann, Regine Guthauser, Daniel Kagerer, Nadezhda Korshakova, Anne-Frédérique Léchaire, Sibylle Matzinger-Franzke, Ursula Meienberg, Mikolaj Tomaszewski, Marina Yakovleva Häfliger, Chen Yu, Ignazio Atzori*, Samuel Jimenez Collazos**, Katarzyna Seremak**

Viola
Solo Karen Forster, Valérie Szlávik, Sebastian Eyb, Rumjana Schamlieva;
Louis Chaintreuil, Maria Clément, Daniel Hess, Florian Mohr, Natalia Mosca, Valentyna Pryshlyak, Nada Anderwert*, Hugo Bollschweiler*, Ladina Zogg**

Violoncello
Solo Claudius Herrmann, Lev Sivkov, Xavier Pignat, Christine Theus;
Luzius Gartmann, Alexander Gropper, Christof Mohr, Barbara Uta Oehm, Andreas Plattner, Seiji Yokota, Daniel Schaerer*, Eleonore Willi*, Noémie Akamatsu**

Kontrabass
Solo Viorel Alexandru, Dariusz Mizera, Ruslan Lutsyk, Roman Patkoló;
Wolfgang Hessler, Hayk Khachatryan, Dieter Lange, Bruno Peier, Wiktoria Czyzewska**

Flöte
Solo Maurice Heugen, Rute Daniela Pereira Fernandes;
Andrea Kollé, Pamela Stahel, Nieves Inmaculada Aliano Ramos**

Oboe
Solo Bernhard Heinrichs, Philipp Mahrenholz, Martin Danek;
Maria Alba Carmona Tobella, Clément Noël, Artemii Cholokian**

Klarinette
Solo Rita Karin Meier, Robert Pickup, Nina Sara Höhn;
Filipa Margarida Sacramento Nunes, Raül Verdù Sellés**

Fagott
Solo Urs Dengler, Anne Gerstenberger, Artan Hürsever;
Elisabeth Göring, Marc Jacot, Michele Ruggeri**

Horn
Solo Glen Borling, László Szlávik, Tomas Gallart;
Irene Lopez del Pozo, Lionel Pointet, Hanna Rasche, Andrea Siri, Alejandro Cela Camba**

Trompete
Solo Balàzs Nemes, Laurent Tinguely, Evgeny Ruzin;
Albert Benz, Paul Muff, José Ferreira Pereira**

Posaune
Solo David García, Tobias Lang, Sergio Zordan;
René Meister, Alexander Apfler, Raphaël Long**

Tuba
Florian Hatzelmann

Pauke
Norbert Himstedt, Renata Walczyna, Felix Birnbaum**

Schlagzeug
Hans-Peter Achberger, Didier Chevallier, Michael Guntern, Dominic Hermann, Felix Birnbaum**

Harfe
Julie Palloc, Una Prelle

Tasteninstrumente
Anna Pismak**


*Ad interim
**Orchesterakademie

Orchester-Akademie

Seit der Spielzeit 1997 / 1998 gibt es die Orchester-Akademie am Opernhaus Zürich, die herausragenden jungen Musikerinnen und Musikern aus der Schweiz und aus dem Ausland die Möglichkeit gibt, während zwei Jahren erste Erfahrungen in einem professionellen Orchesterbetrieb zu sammeln. Die Akademistinnen und Akademisten sind aktiv in den Betrieb der Philharmonia Zürich eingegliedert, bereiten sich unter Anleitung ihrer MentorInnen, StimmführerInnen und SolistInnen aus dem Orchester, auf die jeweiligen Stücke vor, werden fachspezifisch auf Probespiele vorbereitet und haben die Möglichkeit, Kammermusik in den vielfältigsten Zusammensetzungen zu spielen. Viele ehemalige AkademistInnen haben bereits den Sprung in beste Orchester geschafft.

Mehr Informationen

Falls es Vakanzen in der Orchester-Akademie gibt, finden Sie diese unter Stellen.

Orchestra La Scintilla

Die Pflege der historischen Aufführungspraxis hat am Opernhaus Zürich seit vielen Jahrzehnten Tradition. So formierte sich aus dem Orchester der Oper, der heutigen Philharmonia Zürich, ein eigenständiges Ensemble von erstklassigen spezialisierten MusikerInnen, das sich einen hervorragenden Ruf schaffen konnte. Der Funke, der die Begeisterung für neue Alte Musik entfachte, gab dem 1998 gegründetem Ensemble schliesslich seinen Namen: La Scintilla – Der Funke.

Mehr Informationen

Gastspiele der Philharmonia Zürich 2021/22

Brahms/Dvořák

So 31 Okt 2021 19:30 Stadtcasino, Basel
Mo 1 Nov 2021 19:30 Casino, Bern


Gianandrea Noseda, Dirigent
Daniil Trifonov, Klavier
Philharmonia Zürich

Programm
Johannes Brahms
Klavierkonzert Nr. 1 op. 15 d-moll
Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Philharmonia Records

Die Philharmonia Zürich gründete zu ihrem dreissigjährigen Jubiläum 2015 ein eigenes Label, über das Live- und Studio-Aufnahmen weltweit online und im Fachhandel vertrieben werden. Erfahren Sie mehr auf der Philharmonia Records-Website.

Fotogalerie

 

Philharmonia Zürich Musikerportraits