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Entropy

Impulse

Choreografie Craig Davidson Musik Nicholas Robert Thayer Bühnenbild Craig Davidson Kostüme Alana Sargent Lichtgestaltung Martin Gebhardt Dramaturgie Michael Küster

Pure Coincidence

Impulse

Choreografie Bryan Arias Musik Wolf Hoeyberghs, Carlos Cipa, The Invincibles, Taylor Deupree, His Name is Alive Bühnenbild Bryan Arias Kostüme Bregje van Balen Lichtgestaltung Martin Gebhardt Dramaturgie Michael Küster

Union in Poetry

Impulse

Choreografie Juliano Nunes Musik Ezio Bosso, Arvo Pärt, Frédéric Chopin Bühnenbild Juliano Nunes Kostüme Juliano Nunes Lichtgestaltung Martin Gebhardt Dramaturgie Michael Küster

Dauer 1 Std. 52 Min. inkl. Pausen nach dem 1. Teil nach ca. 25 Min. und nach dem 2. Teil nach ca. 1 Std. 15 Min.

Termine & Tickets

Oktober 2021

Fr

22

Okt
20.00

Impulse

Das Junior Ballett präsentiert Choreografien von Bryan Arias, Craig Davidson und Juliano Nunes
Preise H

So

31

Okt
14.00

Impulse

Das Junior Ballett präsentiert Choreografien von Bryan Arias, Craig Davidson und Juliano Nunes
Preise H
Ballett-Abo Gross

Gut zu wissen

Der Abonnementverkauf für die Saison 21/22 hat bereits begonnen. Informationen über die Abo-Serien finden Sie hier. Einzelkarten für Vorstellungen im September werden ab dem 4. September 2021 verkauft. Weitere Informationen zum Verkauf von Einzelkarten finden Sie hier.

Kurzgefasst

Impulse

Kurzgefasst

Impulse

Trailer «Impulse»

«These young dancers have the technique to handle the very demanding choreography while never letting skill overwhelm artistry and personal warmth.» Seeing Dance zu Impulse am 7. März 2021

«Verschmelzende Körper, vor Begeisterung strahlende Augen, Eleganz bis in die Fingerspitzen: Das Publikum zu Hause ist hautnah dabei und bekommt immer die schönsten Perspektiven auf den Bildschirm geliefert.»
Der Landbote zu Impulse am 3. März 2021

Fotogalerie

 

Impulse


Craig Davidson


Anpassung und Veränderung

Craig Davidson über seine Choreografie «Entropy»

Mit jungen Tänzerinnen und Tänzern zu arbeiten, ist wohl für jeden Choreografen eine besonders spannende Aufgabe. Von Anfang an hatte ich mir für meine Arbeit mit dem Junior Ballett vorgenommen, den kreativen Prozess so umfassend und reichhaltig zu gestalten, wie ich es auch bei erfahreneren Tänzern machen würde. Einfach um den Berufsanfängern eine möglichst umfassen­de Erfahrung zu bieten und ihnen bestimmte Werkzeuge und Techniken zu ver­mitteln, die ihnen während ihrer gesamten Karriere von Nutzen sein könnten. Die Anforderungen von vornherein herunterzuschrauben, so war meine Sorge, hätte das kreative Niveau unnötig gedrosselt. Mir kam es viel mehr darauf an, offen zu bleiben für all die schönen Dinge, die aus der Arbeit mit einer jüngeren Tänzergruppe entstehen können.

Das Junior Ballett hat mich vom ersten Moment an überrascht in der Art, wie sich die hochtalentierten Tänzerinnen und Tänzer mit Elan und Furcht­losigkeit in jede Herausforderung hineingestürzt haben. Dabei haben sie mich in ihrer Vielseitigkeit als Choreografen herausgefordert. In einem immer anregenden, gegenseitigen Austausch ist ein hochkomplexes Stück entstanden. Die Impulse, von denen der Titel dieses Ballettabends spricht, haben wir uns gegenseitig gegeben, und Entropy ist das Resultat dieses konstruktiven Dialogs.

Die Begleitumstände einer weltweiten Pandemie haben uns in Sachen Spontaneität, Erfindergeist und Improvisationsvermögen immer wieder heraus­gefordert. Dabei hat es der relativ lange Probenzeitraum den Tänzerinnen und Tänzern ermöglicht, meinen Bewegungsstil zu verinnerlichen und mich gleichzeitig in meinem Entscheidungsprozess zu beeinflussen.

Das klassische Vokabular ist ein wichtiger Bestandteil meiner choreogra­fischen Sprache. In meinen Arbeiten versuche ich, es immer wieder zu hinterfragen und in einem zeitgenössischen Geist weiterzudenken. Auch was die Musikalität betrifft, hat mich mein eigener Hintergrund als Tänzer im Royal Ballet of Flanders, dem Ballett der Dresdner Semperoper und am Luzerner Theater ebenso beeinflusst wie meine Liebe zum Stepptanz und viele weitere Theatererfahrungen. Für mich ist es immer spannend zu sehen, auf welch unterschiedliche Art sich dieser Hintergrund in jeder neuen Kreation niederschlägt.

Entropy ist das Ergebnis eines Gesprächs über unsere Gegenwart, in der wir gerade jeden Tag erleben, wie sich die Zeit verschiebt und sich unsere Wahr­nehmung von Zeit verändert. Die Choreografie nimmt uns mit auf eine Reise durch verschiedene Stadien von Emotionen und Konfrontationen. Sie versucht eine Antwort auf die Frage, wie wir uns anpassen und mit Veränderungen umgehen. 


Probentrailer «Entropy»

Choreografie Craig Davidson


Bryan Arias


Alles Zufall?

Der in Basel lebende amerikanische Choreograf Bryan Arias im Gespräch mit Michael Küster

Bryan, das neue Programm des Junior Balletts trägt den Titel Impulse. Welche Impulse willst du diesem Dreierabend geben?
Schon vor Beginn meiner Arbeit mit dem Junior Ballett habe ich darüber nachgedacht, was ich den jungen Tänzerinnen und Tänzern als Choreograf mit auf den Weg geben möchte. In der sich immer schneller verändernden Welt des Balletts scheinen mir Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl besonders wichtig zu sein. Deshalb nehme ich mir immer viel Zeit für Gespräche. Unter den sehr speziellen Probenbedingungen während der Corona­-Pandemie hatten wir dafür sogar besonders viel Zeit. Zuzuhören ist eine wichtige Voraussetzung meiner Arbeit. Die Informationen aus diesen Gesprächen fliessen in meine Stücke ein. Ich habe am Beginn eines Kreationsprozesses keine feste Vorstellung, wie eine Choreografie am Ende aussehen soll. Ich versuche, so viel wie möglich offen zu lassen, damit sowohl Tänzer als auch das Publikum ihre eigenen Antworten finden können. Im Prozess des Fragens und Zuhörens entsteht nach und nach ganz organisch ein Erkundungsraum. In dieser sehr freien und kreativen Atmosphäre erfahre ich viel über die Tänzer und Tänze­rinnen, ihre Art zu denken, wie sie miteinander umgehen, lerne ihren Ernst kennen, höre ihr Lachen. Das ebnet mir den Weg zu einer besonderen Qualität, nach der ich in meinen Stücken suche – menschlich, verletzlich, expressiv.

2020 hast du grosse Aufmerksamkeit in der Theaterwelt bekommen: Du bist mit dem renommierten deutschen Theaterpreis «Der Faust» für die beste Choreografie ausgezeichnet worden. 29 May 1913 ist 2019 beim Hessischen Staatsballett in Wiesbaden herausgekommen. Was war das für ein Stück?
Es war Teil eines Ballettabends, der Strawinskys «Le Sacre du printemps» gewidmet war. Die Pariser Uraufführung 1913 war bekanntlich einer der grössten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. Mich hat vor allem die Rolle des Publikums interessiert. Was haben die Leute im Théâtre des Champs-Élysées damals erwartet, und welche Rolle spielen wir als Publikum heute, wenn wir ins Theater gehen? Sind wir so unabhängig und abgetrennt vom Bühnengeschehen, wie wir glauben, oder sind wir nicht selbst ein wesentlicher Teil der Aufführung? In meinem Stück hat sich das Publikum auf einem Screen im Bühnenbild die ganze Zeit selbst gesehen und ist so zum Bestandteil meiner Choreografie geworden.

Du stammst aus Puerto Rico, bist in New York aufgewachsen, hast in Crystal Pites Company «Kidd Pivot» und im Nederlands Dans Theater getanzt. Heute lebst du in Basel. Wie hat sich all das auf deine choreografische Sprache ausgewirkt?
Wenn ich daran denke, wo etwa meine Eltern herkommen, bin ich oft selbst davon überrascht, an welchem Punkt ich heute stehe. Wie die Dinge geschehen, hat für mich auch immer den Hauch von etwas Mysteriösem. Ich hätte nie vorhersagen können, wie mein Weg als Künstler verläuft. Wenn ich zurückblicke, bin ich im Grunde immer meinem Bauchgefühl, meinem Instinkt, gefolgt. Das hat mich an all die unglaublichen Orte geführt und mich mit all den tollen Choreografen und Tänzerkollegen zusammengebracht, von denen ich wahnsinnig viel gelernt habe. Sie alle sind bis heute in meiner Arbeit präsent. Wenn ich zum Beispiel einem jungen Tänzer zuschaue, der mich in seiner Art der Bewegung an jemanden erinnert, den ich im NDT oder bei «Kidd Pivot» bewundert habe… Oder wenn ich an einem Ort bin, der mich an einen Bühnenraum bei Jiří Kylián oder Crystal Pite erinnert.
Als ich mit dem Choreografieren anfing, 2013 oder 2014, habe ich mich erstmal sehr auf Dinge bezogen, die ich bis dahin selbst getanzt hatte. Aber inzwischen arbeite ich nicht mehr so. Ich habe versucht, authentischer und ehrlicher mit mir selbst zu sein. Heute arbeite ich sehr kollaborativ, und darum sind mir die Gespräche mit den Tänzerinnen und Tänzern so wichtig. Sie sollen sie selbst sein und nicht wie eine Kopie von mir aussehen. Aus diesem Grund sind die Spiegel in meinen Proben verhängt. Die Tänzer müssen sich auf ihre eigene Empfindung verlassen und finden so zu einer anderen Authentizität.

In deinen Choreografien verbinden sich abstrakte und narrative Elemente. Das ist auch in deinem neuen Stück für das Junior Ballett so, in dem uns drei Männer und drei Frauen begegnen. Welche Beziehung besteht zwischen diesen sechs Figuren?
Es sind sechs sehr unterschiedliche Charaktere, die sehr typenhaft gezeichnet und miteinander verbunden sind. Die Choreografie spürt ihren Beziehungen nach, aber es stellt sich immer die Frage, ob das, was wir sehen, schon die ganze Wahrheit ist. Täglich erleben wir, dass alles im Leben mit einer Konsequenz geschieht, dass alles eine Folge von etwas ist. Das hat für mich etwas Tröstliches und birgt eine besondere Art von Schönheit und Poesie, die ich in dieses Stück zu übertragen versucht habe.

Die sechs Typen in deinem Ballett erinnern mich an ein legendäres Stück von Luigi Pirandello. In Sechs Personen suchen einen Autor (1921) er­findet der sizilianische Autor eine verbindende Handlung für sechs individuelle Charaktere. Kann man das mit deiner Arbeit vergleichen?
Die Figuren sind bei mir nicht nur durch den Tanz, sondern auch durch verschiedene Requisiten verbunden. Das sind zum Teil sehr poetische Dinge wie ein kleiner Heissluftballon, ein Goldfischglas oder ein Spielzeugmond. Beim Blick auf diese Gegenstände stellen sich im Kopf der Tänzer, aber auch des Publikums ja automatisch bestimmte Bilder ein, die sich wiederum mit der Choreografie verbinden.
Hier in Zürich arbeite ich jetzt mit sechs Mitgliedern des Junior Balletts, aber die Idee zu diesen Requisiten kam mir, als ich beim Bolschoi-Ballett in Moskau ein ziemlich klassisches Stück für ein riesiges vierzigköpfiges Ensemble choreografiert habe. Dort ist mir noch einmal sehr klar geworden, welch riesige Rolle die sozialen Medien wie Instagram und Facebook im Leben von jungen Tänzerinnen und Tänzern spielen. Die Welt der Klicks und Likes wird allzu leicht mit Realität verwechselt. In einem Chat postete irgendjemand Fotos von einem Ausflug mit einem Heissluftballon, und ich musste sofort an die Gefühle bei solch einem Flug denken: das Schweben, die Ruhe und Meditation beim Blick in den Himmel und auf die Erde da unten. Das war der Ausgangspunkt für die verschiedenen Arten von Begegnungen in diesem Stück, die so, aber vielleicht auch ganz anders hätten verlaufen können. Es sind diese Zufälligkeiten, die mich immer wieder faszinieren…

… und die deinem Stück seinen fast seinen Titel gegeben hätten. Es heisst jetzt Pure Coincidence, aber auch über den Titel «G.U.T.» hast du nachgedacht. Was hat es damit auf sich?
In New York bin ich vor zwei Jahren mit meiner Mutter auf einem Obstmarkt gewesen und wurde dort von einer alten Frau angesprochen. Sie bat mich, mein Handy benutzen zu dürfen, weil sie Opfer eines Diebstahls geworden sei. Ich liess sie telefonieren und kam dann mit ihr ins Gespräch, in dessen Verlauf sie schliesslich auf die Grand Unified Theory (G.UT.), eine komplizierte physikalische Feldtheorie, zu sprechen kam. In ihrer Weisheit und Intelligenz erwies sie sich als einer der interessantesten Menschen, denen ich in New York begegnet bin. Es sind solche Situationen, die ich in der Erinnerung mit mir herumtrage, und die dann plötzlich irgendwo in einem Kreationsprozess auftauchen und durch mich und die Tänzer, mit denen ich arbeite, eine neue Interpretation erfahren.

Überraschend ist deine Musikauswahl: Sie setzt auf starke Kontraste und stilistische Diversität. Das Ganze ist eine Mischung aus Soul, Klavier­klängen und atmosphärischen Geräuschen. Welche choreografischen Türen öffnet dir die Musik?
Das funktioniert ähnlich wie bei den Requisiten, von denen ich gesprochen habe. Wie viel Risiko will ich den Tänzern zumuten, und wie fordere ich mich mit einer Musikauswahl auch selbst heraus? Wie kann ich meine Grenzen erweitern? Mich interessiert keine Musik, die mir das Leben als Choreograf erleichtert. Ich brauche Musik, die mich zum Widerspruch und zur Auseinandersetzung anregt.

In deinen Proben mit dem Junior Ballett war Aufrichtigkeit ein wichtiges Thema. Was meint das in Bezug auf den Tanz?
Ehrlichkeit ist ein viel strapazierter Begriff, aber ich benutze ihn trotzdem. Im Tanz kannst du schnell jemandem etwas vormachen mit einer interessanten Bewegung oder einer komplizierten Schrittkombination. Aber ich merke ziemlich rasch, wenn jemand lügt. Gerade für die jungen Tänzerinnen und Tänzer, die ganz am Anfang ihrer Karriere stehen, ist das Suchen nach tänzerischer Wahrheit eine wichtige Erfahrung. Aus der Ballettschule sind sie gewohnt, dass ihnen ständig jemand sagt, etwas sei richtig oder falsch. Das versuche ich zu vermeiden und ermutige sie, ihre eigene Wahrheit zu finden.


Probentrailer «Pure Coincidence»

Choreografie Bryan Arias


Juliano Nunes


Freiheit in der Bewegung finden

Juliano Nunes über seine Choreografie «Union in Poetry»

In meiner Arbeit als Choreograf komme ich bei den unterschiedlichen Compagnien mit ganz verschiedenen Typen von Tänzerinnen und Tänzern in Berührung. Das ist eine schöne Situation, weil ich so nicht Gefahr laufe, mich choreografisch zu wiederholen. Auch bei meiner Zusammenarbeit mit dem Junior Ballett habe ich den Impuls empfunden, etwas Neues zu kreieren, was in dieser Form nur mit diesem Ensemble möglich ist.

In Union in Poetry möchte ich eine Einheit für die Tänzer schaffen. Vor dem Hintergrund der aktuellen pandemischen Situation ist Zusammengehörig­keitsgefühl ein kostbares Gut. In den letzten Wochen ist uns allen sehr klar geworden, wie sehr wir einander brauchen, um weiterzugehen. Schönheit zu finden in der Freiheit der Bewegung, in Verbindung mit der Musik. Beim Hören klassischer Musik achtet man in erster Linie auf die Melodie, aber eine Choreografie kann Auge und Ohr für weitere Details öffnen.

Es gibt viele Wege, wie man Poesie schreiben, ausdrücken und erleben kann. Mit den Tänzerinnen und Tänzern des Junior Balletts habe ich versucht, Freiheit in der Bewegung zu finden. Obwohl sie in dieser Choreografie eine gemeinsame Richtung verfolgen, sind sie doch keine Armee von Robotern, sondern ganz unterschiedliche Persönlichkeiten. Deshalb versuche ich immer, die Freiheit der Bewegung aus der Individualität der verschiedenen Einzelpersönlichkeiten zu gewinnen.

Für meine Choreografie ist die Verbindung zu den Tänzerinnen und Tänzern, mit denen ich arbeite, sehr wichtig. Ich stelle mich auf sie ein und ver­suche herauszufinden, in welche Richtung wir zusammen gehen wollen und wie ich ihren tänzerischen Horizont erweitern kann. Gerade der Begriff der Schönheit steht in unseren Proben immer wieder zur Diskussion. Ich ermutige die Tänzer, nicht einem unerreichbaren Ideal von Schönheit nachzustreben, sondern Schönheit womöglich auch in einer Art von Hässlichkeit zuzulassen.

Die junge Tänzergeneration erlebe ich als technisch sehr gut vorbereitet für die unterschiedlichsten Arten von Choreografie. Mich beeindruckt ihre Frische, ihr Elan und ihr ständiger Wunsch, alles lernen zu wollen und das Bestmögliche zu geben. Selbst unter den herausfordernden Bedingungen der aktuellen Situation! Ich leide jedes Mal, wenn ich Tänzer mit Masken vor dem Mund sehe. Gleichzeitig bin ich überrascht, wie schnell wir uns an diese neue Realität gewöhnen und in unseren Kreationen auf diese neuen Bedingungen reagieren. An das Gefühl, wie es vorher war, kann ich mich schon fast nicht mehr erinnern. Dennoch wir realisieren gerade noch einmal sehr stark, wie wichtig die Gesichter der Tänzerinnen und Tänzer sind, weil wir mit ihnen so viel zeigen, so viel aus ihnen erfahren können. Gesichtsausdruck ist nichts Aufgesetztes oder Antrainiertes. Als Resultat der Gesamtkörperbewegungen ist er ein wesentlicher Bestandteil der Choreografie. 


Probentrailer «Union in Poetry»

Choreografie Juliano Nunes

Biografien


Bryan Arias, Choreografie / Bühnenbild

Bryan Arias

Bryan Arias wurde in Puerto Rico geboren und wuchs in New York auf. Dort absolvierte er seine Tanzausbildung an der La Guardia High School für Darstellende Kunst. Als Tänzer trat Bryan Arias mit dem Nederlands Dans Theater (NDT) und «Kidd Pivot», der Compagnie von Crystal Pite, auf. Für seine Choreografie Without Notice gewann er den Ersten Preis und den Publikumspreis beim 6. Internationalen Choreografie-Wettbewerb in Kopenhagen. Ausserdem wurde er mit dem Princess Grace Choreography Fellowship-Preis 2017 und dem Jacob's Pillow Fellowship-Preis 2018/19 ausgezeichnet. Bryan Arias hat für die New Yorker Juilliard School, das NDT  2, das Scottish Ballet, das Ballett am Theater Luzern, das Ballett Basel, das Hessische Staatsballett, das Staatstheater Nürnberg Ballett, das Charlotte Ballet und das Bolschoi-Ballett in Moskau choreografiert. 2013 gründete Bryan Arias die eigene ARIAS Company, mit der er abendfüllende Produktionen kreiert und international auf Tournee geht. Für seine Choreografie 29 May 1913 beim Hessischen Staatsballett wurde er 2020 mit dem Theaterpreis «Der Faust» ausgezeichnet.

Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021


Juliano Nunes, Choreografie / Bühnenbild / Kostüme

Juliano Nunes

Juliano Nunes wurde am brasilianischen Tanzkonservatorium in Rio de Janeiro ausgebildet und setzte sein Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Mannheim fort. Engagements als Tänzer führten ihn zum Royal Ballet of Flanders, zum Leipziger Ballett, ans Badische Staatstheater Karlsruhe und zu Gauthier Dance in Stuttgart. Dort ist er in Choreografien von William Forsythe, Christopher Wheeldon, Hans van Manen, Jirí Kylián, Ohad Naharin, Sidi Larbi Cherkaoui, Yuri Grigorovich und Akram Khan aufgetreten. Als Choreograf kreierte er Stücke für das Royal Ballet in London, das Nederlands Dans Theater (NDT2), Acosta Danza, das Pennsylvania Ballet, das Atlanta Ballet, das Mariinski-Ballett in St. Petersburg, das Ballett Jazz in Montréal, das Ballett des Staatstheaters Hannover, das Origen Festival Cultural und das Ballett des Teatro San Carlo in Neapel. Ausserdem choreografierte er für die Netflix-Serie Tiny Pretty Things.

Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021


Craig Davidson, Choreografie / Bühnenbild

Craig Davidson

Der in Australien geborene Choreograf Craig Davidson erhielt seine Tanzausbildung an der New Zealand School of Dance. Er tanzte im Finnischen Nationalballett und als Solist im Royal Ballet of Flanders. Von Dance Europe wurde er mit dem Critics' Choice Award als bester Tänzer für seine Leistung in Impressing the Czar von William Forsythe ausgezeichnet. Weitere Engagements führten Craig Davidson zu Tanz Luzerner Theater und als Solist ans Semperoper Ballett in Dresden. Als Choreograf arbeitete er u.a. mit dem Royal Ballett of Flanders, dem Queensland Ballet, dem West Australian Ballet, dem Ballett Dortmund, dem Atlanta Ballet und am New York Choreographic Institute mit Tänzern des New York City Ballet.

Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021


Wolf Hoeyberghs, Musik

Wolf Hoeyberghs

Wolf Hoeyberghs stammt aus Belgien. Seine Ausbildung erhielt er an der Royal Ballet Scool in Antwerpen und an der European School of Ballet (ESB) in Amster­dam. 2017 war er Gewinner der Munich International Ballet Competition und Preisträger beim Tanzolymp Berlin. Er tanzte in Aufführungen des Royal Ballet of Flanders, des Dutch National Ballet und des Balletts Zürich. Seit voriger Saison ist er Mitglied des Junior Balletts.

Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021 Dornröschen27 Mär 2021


Nicholas Robert Thayer, Musik

Nicholas Robert Thayer

Nicholas Robert Thayer stammt aus London und arbeitet heute als Komponist und Produzent von neoklassischer bzw. elektronischer Musik in den Niederlanden. Er ist Musikdirektor von «House of Makers», einer in Amsterdam ansässigen interdisziplinären Performance-Company. Nicholas Robert Thayer schuf Kompositionen für Het Nationale Ballet (Niederlande), die Houston Metropolitan Dance Company (USA) und die Sydney Dance Company (Australien). Kurzfilme mit seiner Beteiligung wurden beim San Francisco Dance Film Festival und bei Cinedans Amsterdam gezeigt. Der Film of silence wurde beim Experimental Dance and Music Film Festival in Toronto als «Bester Film» ausgezeichnet. Nicholas Robert Thayer arbeitete ferner mit der Bad-Boy-Rock-Band «Motley Crue» und ist Produzent und Tournee-Mitglied der elektronischen Punkrock-Band «The Bloody Beetroots». Zurzeit absolviert er ein Studium am Prins-Claus-Konservatorium in Groningen, wo er sich mit dem Bedeutungstransfer in der Kunst sowie Verbindungen von Musik, Mythologie und Mathematik beschäftigt.

Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021


Bregje van Balen, Kostüme

Bregje van Balen

Bregje van Balen wurde im niederländischen Haarlem geboren und an der Nationalen Ballettakademie in Amsterdam zur Tänzerin ausgebildet. Achtzehn Jahre war sie Mitglied des Nederlands Dans Theaters. Schon während ihrer aktiven Zeit als Tänzerin war sie wiederholt als Kostümbildnerin tätig und absolvierte nach ihrem Abschied von der Bühne die Amsterdamer Baruch Fashion Academy. Sie entwarf Kostümbilder für Tanz und Theater, so u.a. für das Nederlands Dans Theater, das Norwegische Nationalballett, das Gothenburg Ballet, das Hamburg Ballett, Introdans, Aterballetto, das Győr Ballett, das Royal Swedish Ballet, das Royal Danish Ballet , das Bolschoitheater, das Stanislavski-Theater Moskau, die Opéra de Lyon, Les Grands Ballets Canadiennes, das Alvin Ailey Dance Theatre, das Staatstheater Mainz, das Theater am Gärtnerplatz und das Nationaltheater Mannheim. Dabei arbeitete sie mit Choreografen wie Patrick Delcroix, Jorma Elo, Medhi Walerski, Cathy Marston, Alexander Ekman, Johan Inger und Jo Strømgren zusammen.

Balcão de Amor16, 17, 20, 22, 24, 27, 29, 30, 31 Jan 2021 Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021


Alana Sargent, Kostüme

Alana Sargent

Alana Sargent stammt aus Neuseeland. Nach ihrem Studium an der New Zealand School of Dance tanzte sie vier Jahre in der Sydney Dance Company. Dort arbeitete sie mit international renommierten Choreografen zusammen, darunter Jacopo Godani, Andonis Foniadakis, Alexander Ekman, Emanuel Gat und Stephanie Lake. 2016 wechselte sie zum Australian Dance Collective (ADC) und wurde in der Critics' Choice Survey 2018 als «Most Outstanding Dancer» nominiert. Als Kostümbildnerin arbeitete sie für die Sydney Dance Company und das Australian Dance Collective sowie für die Choreografen Liesel Zink, Craig Davidson, Melanie Lane und Jack Lister.

Impulse20, 24 Mai; 22, 31 Okt 2021


Martin Gebhardt, Lichtgestaltung

Martin Gebhardt

Martin Gebhardt war Lichtgestalter und Beleuchtungsmeister bei John Neumeiers Hamburg Ballett. Ab 2002 arbeitete er mit Heinz Spoerli und dem Ballett Zürich zusammen. Ballettpro­duk­­­tionen der bei­den Compagnien führten ihn an re­­­­nom­­­mierte Theater in Eu­ro­­pa, Asien und Amerika. Am Opernhaus Zürich schuf er das Lichtdesign für In­szenie­run­gen von Jürgen Flimm, Grischa Asagaroff, Matthias Hartmann, David Pountney, Moshe Leiser/Patrice Caurier, Da­miano Mi­chie­­letto und Achim Freyer. Bei den Salzburger Festspielen kreierte er die Lichtgestaltung für La bohème und eine Neufassung von Spoerlis Der Tod und das Mädchen. Seit der Spielzeit 2012/13 ist Martin Gebhardt Leiter des Beleuchtungswesens am Opernhaus Zürich. Eine enge Zu­sam­men­arbeit verbindet ihn heute mit dem Cho­reo­grafen Christian Spuck (u.a. Win­ter­­reise, Nussknacker und Mause­könig, Messa da Requiem, Anna Karenina, Woy­zeck, Der Sandmann, Leonce und Lena, Das Mädchen mit den Schwefelhölzern, Dornröschen). In jüngster Zeit war er ausserdem Lichtdesigner für die Choreografen Edward Clug (u.a. StringsLe Sacre du printemps und Faust in Zürich; Petruschka am Moskauer Bolschoitheater), Alexei Ratmansky, Wayne McGregor, Marco Goecke und Douglas Lee. Mit Christoph Mar­tha­ler und Anna Viebrock arbeitete er beim Händel-Abend Sale, Rossinis Il viaggio a Reims und Glucks Orfeo ed Euridice in Zürich sowie bei Lulu an der Hamburgischen Staatsoper zu­sam­men. 2020 gestaltete er das Licht an der Oper Genf für Les Huguenots in der Regie von Jossi Wieler und Sergio Morabito. 2021 folgte Christian Spucks Orlando am Moskauer Bolschoitheater.

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