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Nabucco

Dramma lirico in vier Teilen von Giuseppe Verdi (1813-1901)
Libretto von Temistocle Solera

Musikalische Leitung Fabio Luisi Inszenierung Andreas Homoki Bühnenbild Wolfgang Gussmann Kostüme Wolfgang Gussmann, Susana Mendoza Bühnenbildmitarbeit Thomas Bruner Lichtgestaltung Franck Evin Choreografische Mitarbeit Kinsun Chan Choreinstudierung Janko Kastelic Dramaturgie Fabio Dietsche

In italienischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Dauer 2 Std. 30 Min. inkl. Pause nach dem 1. Teil nach ca. 1 Std. 10 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Vergangene Termine

September 2019

Di

24

Sep
19.00

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi, Dienstag-Abo B, Misch-Abo C, Verdi-Abo

Fr

27

Sep
20.00

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi, AMAG Volksvorstellung, Italienische Oper-Abo

Oktober 2019

Do

03

Okt
19.00

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi, Donnerstag-Abo B, Wahl-Abo

Do

10

Okt
20.00

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi, Mittwoch-Abo B

So

13

Okt
20.00

Nabucco

Oper von Giuseppe Verdi, Sonntag-Abo D

Gut zu wissen

Kurzgefasst

Nabucco

Kurzgefasst

Nabucco

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Trailer «Nabucco»

Gespräch


Eine Familie in Zeiten des Umbruchs

«Nabucco» ist die Erfolgsoper des jungen Verdi. Ausgehend vom Konflikt zwischen den Babyloniern und den Hebräern entwickeln Andreas Homoki und Fabio Luisi ein Familiendrama mit der Königstochter Abigaille im Zentrum. Ein Gespräch über die Kühnheiten des Dramatikers Verdi, die in «Nabucco» zum ersten Mal zum Ausdruck kommen.

Andreas Homoki und Fabio Luisi, mit Nabucco bringt ihr gemeinsam die erste grosse Erfolgsoper von Giuseppe Verdi auf die Bühne. Was macht den jungen Opernkomponisten Verdi eurer Meinung nach attraktiv?
Fabio Luisi: Unter Verdis frühen Opern ragt Nabucco als ein besonders reifes Werk hervor – reif nicht einmal in musikalischer, sondern vor allem in dramaturgischer Hinsicht. Verdi lehnt sich zwar an Vorbilder wie Donizetti und Bellini an, entfernt sich aber zugleich von ihnen: Er begreift, dass Oper nicht nur eine musikalische Umschreibung von Ereignissen oder eine Zurschaustellung vokaler Virtuosität ist, sondern Theater. Viele Regisseure tun sich ja schwer mit dem dramatischen Rhythmus von Belcanto­-Opern, weil selbst bei sehr gut strukturierten Werken wie beispielsweise Donizettis Lucia di Lammermoor das Augenmerk mehr auf den retardierenden Momenten als auf dem Vorantreiben der Handlung liegt. Mit Nabucco entwickelt Verdi eine ganz neue Einstellung: Hier wird das Essenzielle fokussiert und mit grosser, atemloser Spannung erzählt. Diese Oper ist ein Geniestreich und der Beginn eines Modells, an das Verdi später sehr erfolgreich angeknüpft hat.
Andreas Homoki: Dem kann ich nur zustimmen! Verdis Fokus aufs Wesentliche kommt mir als Regisseur sehr entgegen. Er kümmert sich in Nabucco beispielsweise überhaupt nicht darum, Situationen durch ausgeklügelte Hintergrundinformationen plausibel zu machen. Er lässt die Hintergründe und Motivationen des Geschehens sogar ganz bewusst und konsequent unscharf. Informationen, die nicht die augenblickliche Handlung betreffen, sondern bereits Geschehenes kolportieren, werden ganz schnell abgehandelt und manchmal fast grotesk verkürzt, mit dem Ziel, sofort wieder im dramatischen Jetzt-Moment zu sein. Diese zugespitzte Erzählweise reizt mich als Regisseur sehr, ist aber auch herausfordernd, weil man gezwungen ist, eine Form zu finden, die nicht naturalistisch ist, sondern ganz auf die Regeln des Theaters vertraut. Die Personen treffen wie Spielfiguren aufeinander und müssen aus dem jeweiligen Moment heraus ihre ganze Wirkung entfalten.

Diese Wirkung entfalten sie aber nicht nur in dramatischen Szenen, sondern auch in reflektierenden Arien. Sind das die Momente, die noch eher an die musikalischen Vorgänger Verdis erinnern?
Homoki: Verdi geht von der Form seiner Vorgänger aus, konzentriert sich aber stark auf die Figuren und geht – in Nabucco ganz besonders – ziemlich rücksichtslos gegen Konventionen und Erwartungen vor. Dafür wurde er von einigen Kritikern auch angegriffen und als roh und ungehobelt gescholten. Andererseits wusste Verdi natürlich genau, dass er die Virtuositätsansprüche bedienen und effektvolle Arien schreiben muss, um erfolgreich zu sein.
Luisi: Verdi wollte nicht unbedingt ein Revolutionär sein! Bis zum Erfolg des Nabucco war er ein wenig beachteter junger Komponist. Sein primäres Ziel war es deshalb, eine gute Oper zu schreiben. Allerdings hat er einen wesentlichen Punkt schon damals gut begriffen, nämlich, dass die Kunst nicht im Hinzufügen, sondern im Weglassen besteht. Er bündelt all seine Energie in den Figuren, ihren Emotionen und einer spannungsgeladenen Handlung. Die Konventionen seiner Vorgänger sind also formal noch da, aber nicht mehr wegweisend.

Der Librettist Temistocle Solera ist in Nabucco mit historischen und biblischen Fakten des Stoffes sehr frei umgegangen. Worum geht es im Kern?
Homoki: Um es einmal anders aufzuzäumen, als man es erwarten würde: Es ist die Geschichte einer Familie, nämlich die Geschichte Nabuccos, der zwei Töchter hat. Als Anführer des babylonischen Reichs war dieser Vater einst ein einflussreicher Machtmensch. Doch nun wankt sein System, ihm schwinden die Kräfte, und dem polytheistischen System der Babylonier steht als Utopie ein neues, moderneres System gegenüber, nämlich die monotheistische Weltanschauung der Hebräer. Der persönliche Familienkonflikt findet also vor dem Hintergrund eines grossen Umbruchs statt. Es bricht eine neue Zeit an, welche Babylon letztlich zum Einsturz bringen wird. Abigaille, die vermeintlich erstgeborene Tochter Nabuccos, versucht verzweifelt, das alte System zu retten, indem sie den Vater vom Thron stürzt und selber die Macht übernimmt. Fenena, die andere Tochter, spürt die Zeitenwende und wechselt «die Seiten». An diesem Ablösungsprozess des Alten durch das Neue zerbricht letztlich auch diese Familie. Abigaille ist die Verliererin, weil sie den Untergang des alten Systems nicht aufhalten kann. Wie so oft bei Verdi wird auch hier gezeigt, wie eine Familie durch die Verstrickungen in einen politischen Kontext zerrissen wird.

Das tragische Schicksal der Abigaille scheint Verdi stärker interessiert zu haben als das zukunftsweisende der Fenena. Zwar gibt es in dieser Oper – was bei Verdi selten ist – mit Fenena und Ismael ein Liebespaar, das am Ende auf eine gemeinsame Zukunft hoffen darf. Im Vergleich zu Abigaille sind diese beiden Partien aber relativ klein ausgefallen...
Homoki: Bei der Ausarbeitung der Szenen stelle ich immer wieder fest, dass Abigaille das Zentrum des Stückes bildet. Diese Oper ist die tragische Geschichte der Abigaille, und so werden wir das auch zeigen. Was ich an Verdi so bewundere, und was ihn auszeichnet, ist die Empathie, die er für jede seiner Figuren empfindet. Er bezieht keine Stellung für oder gegen sie, und er verurteilt Abigaille nicht als «machthungrige Furie», wie das fälschlich oft interpretiert wird.
Luisi: Abigaille ist eine ganz grosse Persönlichkeit, eine intelligente und instinktive Kämpferin. Sie hat Züge, die wir später in Verdis Schaffen bei Lady Macbeth oder bei Manrico im Trovatore wiederfinden, sie besitzt eine unglaubliche animalische Kraft. Für Verdi als Komponisten ist ein solcher Charakter natürlich hochattraktiv. Es ist interessant, die Partien von Abigaille und Nabucco musikalisch zu vergleichen, denn die Musik unterstreicht auch den Stand ihrer Macht: Nabuccos Herrschaftsposition ist breit abgestützt, weshalb seine Musik auch eher in die Breite geht. Abigaille hingegen kämpft um ihre Position, was sich musikalisch in vertikalen, völlig überspitzten emotionalen Ausbrüchen äussert.
Homoki: Aber sie hat auch eine ganz weiche Seite, die in ihrer ersten Arie durchbricht, wenn sich herausstellt, dass sie in den gleichen Mann verliebt ist wie ihre Schwester.
Luisi: Das zeigt, wie verletzlich sie eigentlich ist und woher ihre Härte kommt: nämlich aus der privaten Situation, dass sie als Liebende und später auch noch als nicht­leibliche Tochter Nabuccos zurückgewiesen wird.
Homoki: Wobei diese Unterscheidung in eine echte und eine falsche Tochter für mich nicht ins Gewicht fällt. Das ist nur eine kleine Zusatzinformation, die Verdi zu Beginn des zweiten Akts einstreut, die aber gleich in den dramatischen Ereignissen untergeht, welche für mich die eigentlich spannenden Momente des Stücks ausmachen. Entscheidend ist für mich, dass die eine Tochter nicht akzeptiert, dass die Zeiten sich ändern, während die andere versteht, welche Richtung die Veränderungen nehmen.

Macht ist ein Thema, das nur wenige Jahre später in Macbeth ins Zentrum von Verdis Interesse rückt. Liegt sein Augenmerk auch in diesem Stück schon auf den Fragen der Macht?
Homoki: Nein, jedenfalls kommt es in diesem Stück nicht zu Machtkämpfen, die mit Waffen entschieden werden müssen. Die Macht hat man, oder man hat sie nicht. Das wird auch in der Inszenierung sehr zeichenhaft die Königskrone zeigen.
Luisi: In Macbeth zeigt Verdi dann, wie man an die Macht kommt, aber auch wie fragil sie ist, wie kompromisslos man sich ihr verschreiben muss und wie sich Macht durch diese brutale Konsequenz selbst zerstört. In Nabucco sind die Machtverhältnisse hingegen nur eine Nebenschiene dieser Familientragödie, aus deren Spannungsfeld sich das ganze Stück entwickelt.
Homoki: Dieses Spannungsfeld ist für die Inszenierung ganz zentral. Ohne den Fokus auf diesen familiären Konflikt wäre es schwierig, die Motivation der Figuren zu zeigen, besonders dann, wenn sich der Kontrast – was ja immer wieder geschieht – immens vergrössert und durch den Chor, der die beiden Völker der Babylonier und Hebräer repräsentiert, ins Monumentale gesteigert wird.

Dem Chor kommt in dieser Oper eine tragende Rolle zu. Die Szene der in Babylon gefangenen Hebräer, die ihr Schicksal beklagen, der «Gefangenenchor», gehört zu den bekanntesten Stücken von Verdi überhaupt. Oft wurde der Wunsch nach Freiheit, der darin zum Ausdruck kommt, mit dem Willen des italienischen Volkes in Verbindung gebracht, das 1842, im Jahr der Nabucco- Uraufführung, selbst unter der Fremdherrschaft der Österreicher gelitten hat. Fabio, wie stehst du als Dirigent und als Italiener zu dieser Thematik?
Luisi: Dass man Nabucco und insbesondere den Gefangenenchor für politische Zwecke vereinnahmte, hat bereits zu Verdis Lebzeiten begonnen. Dass der Chor in der Folge gar als «heimliche Nationalhymne» Italiens bezeichnet wurde, finde ich aber absurd, denn ein Chor von Gefangenen kann keine Hymne sein. Die Diskussion, «Va pensiero» zur Nationalhymne von Italien zu machen, ist sehr alt – zum Glück ist es nie dazu gekommen!

Trotzdem ist der Gefangenenchor in seiner Rezeptionsgeschichte immer wieder als Zeichen des Widerstands gegen die politische Fremdbestimmung gedeutet worden. Ein prominentes Beispiel findet sich in der Sissi-Trilogie mit Romy Schneider: Als die österreichische Kaiserin die Scala in Mailand besucht, stimmt das Publikum als Protest den «Va pensiero»-Chor an...
Luisi: Diese Abneigung gegenüber der österreichischen Fremdherrschaft gab es in Mailand tatsächlich. Und Verdi, der mit seiner Musik starke Emotionen auslöste, wurde im Lauf der Zeit zu einer wichtigen Identifikationsfigur der italienischen Unabhängigkeitsbewegung stilisiert. Diese Bestrebungen, die österreichische Fremdherrschaft abzustreifen und eine neue Ordnung herbeizuführen, begannen in Italien unmittelbar nach dem Fall Napoleons, also genau in der Zeit, in der Verdi aufgewachsen ist...

... und in dieser Hinsicht ist die Parallele zwischen der Epoche, in der die Handlung von Nabucco angesiedelt ist, und dem Zeitalter Verdis natürlich interessant. Andreas, inwiefern hat das historische Italien des 19. Jahrhunderts eine Bedeutung für die Inszenierung?
Homoki: Den Hintergrund für die privaten Konflikte dieses Stücks bildet, wie wir gesehen haben, die Polarität zwischen einer alten und einer neuen Ordnung. Es war uns wichtig, diesen Kontrast, der sich besonders deutlich über die beiden Chorgruppen erzählen lässt, auch ästhetisch stark hervorzuheben. Und so kam ich zusammen mit meinem Bühnen­ und Kostümbildner Wolfgang Gussmann auf die Idee, den Gegensatz zwischen dem Bürgertum und der als Fremdherrschaft empfundenen Aristokratie in der Zeit Giuseppe Verdis zu zeigen. Es geht uns dabei aber nicht um historischen Realismus oder eine konkrete zeitliche Verortung, sondern um einen ganz plakativen, scharfen Gegensatz. Der Konflikt zwischen der sich restaurierenden Aristokratie und dem Zurückdrängen der bürgerlichen Kräfte ist ein beherrschendes Europa­-Thema des frühen 19. Jahrhunderts; in unserer Inszenierung zeigen wir diesen Konflikt als eine Art Parabel über den Fortschritt...
Luisi: Bei Verdi geht es immer um den Fortschritt. Das sehen wir später auch deutlich in Werken wie I vespri siciliani, Don Carlo oder Simon Boccanegra. Es geht immer um die Idee einer neuen Freiheit, die der alten und verkrusteten Art, ein Volk zu führen, entgegengesetzt ist.
Homoki: Verdi scheint politisch viel bewusster zu denken als seine Vorgängerkollegen, denen es oft reichte, ihre Handlung in einem konfliktreichen Millieu anzusiedeln, wie beispielsweise Bellini in I puritani...
Luisi: In I puritani wird die Ordnung als unveränderbar dargestellt. Bei Verdi hingegen wird sie immer in Frage gestellt. Die Charaktere stehen bei ihm für die verschiedenen Richtungen: Abigaille für das Festhalten an der alten Macht, die Hebräer für den Gedanken der Freiheit.

Eine grosse Partie hat Verdi für Zaccaria, den geistigen Führer der Hebräer, komponiert. Durch seine tiefe Gläubigkeit stärkt er den Mut und die Hoffnung seines geknechteten Volks...
Homoki: Zaccaria und der Oberpriester des Baal sind für uns nur Repräsentanten der jeweiligen Ordnungen. Die Partie des Baal­-Priesters ist viel kleiner, weil er der Sprecher der reaktionären Fraktion ist: er muss seine Ordnung nicht erklären, weil sie die bestehende ist. Zaccaria repräsentiert hingegen die Seite, die für Verdi sympathischer ist, nämlich die neue Idee der Zukunft. Zaccaria formuliert diese neue Ordnung und treibt sie voran. Das bewegt Verdi zu einer grösseren, ausführlicheren Partie, die von uns auch mit mehr Empathie begleitet wird.

Die Geschichte hat uns gezeigt, dass neue Ordnungen nicht immer mit Erfolg einhergehen und nicht immer die besseren sind. Im Nachhinein wurde etwa auch an der Risorgimento-Bewegung kritisiert, dass sie von einer elitären Minderheit und unter geringer Beteiligung der Bevölkerung durchgesetzt wurde. Ist Verdi sich dessen bewusst, wenn er seine Oper mit dem Tod Abigailles tragisch enden lässt?
Luisi: Nein, soweit denkt Verdi als junger Enthusiast nicht. Er vertritt in Nabucco einen idealistischen Standpunkt: Die Tatsache, dass eine neue Ordnung sich gegen eine alte durchsetzen kann, ist für ihn per se positiv.


Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 70, Juni 2019.
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Fotogalerie

 

Szenenbilder «Nabucco»


Gespräch


Wenn Italien die Stimme erhebt

Das Singen ist in Italien politisch und für das Zusammengehörigkeitsgefühl von grosser Bedeutung. Auch der berühmte Gefangenenchor aus Verdis «Nabucco» spielt dabei eine Rolle. Manche stilisierten ihn zur heimlichen Nationalhymne, die Rechtspopulisten benutzten ihn als Propagandalied. Ein Gespräch mit der Journalistin und Italienkennerin Birgit Schönau über die nationale Ikone Verdi und die politischen Stimmlagen der Gegenwart.

Birgit Schönau, zu seinen Lebzeiten war Giuseppe Verdi eine nationale Ikone. Man hat ihn zu einem Protagonisten des Risorgimento, der italienischen Unabhängigkeitsbewegung, verklärt. Wie sieht man Verdi im Italien der Gegenwart?
Verdi ist in Italien auf jeden Fall noch präsent, namentlich in Mailand, wo er 1901, wenige Meter vom Teatro alla Scala entfernt, gestorben ist. Verdi hatte der Stadt ein Altersheim für Künstler gestiftet, das heute noch existiert. Aber nicht nur deshalb wird er wie ein Halbgott verehrt. Vor neun Jahren ist in den Zeitungen beispielsweise eine hitzige Debatte entbrannt, als die neue Spielzeit der Scala nicht mit einer Verdi­-Oper, sondern ausgerechnet mit der Walküre seines grossen Antipoden Richard Wagner eröffnet wurde. Im Geschichtsunterricht wird Verdi nach wie vor in einem Atemzug mit Giuseppe Garibaldi genannt, als ob die beiden gemeinsam das Risorgimento angeführt hätten. Auch wenn eigentlich piemontesische Politiker in der Kommandozentrale der Unabhängigkeitsbewegung sassen: Verdi und Garibaldi waren tatsächlich die beiden grossen Charismatiker des Risorgimento.

Lassen Sie uns kurz über die Hintergründe des Risorgimento sprechen, weil Italiens Unabhängigkeitsstreben ja gerne mit Nabucco, Verdis erster Erfolgsoper, in Verbindung gebracht wird. Das Risorgimento erstreckte sich über mehrere Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts. Was war das Anliegen dieser politischen Bewegung?
Das Kernanliegen des Risorgimento war die Befreiung Italiens von verschiedenen Fremdherrschaften. Nach Napoleons Niederlage und dem Wiener Kongress von 1815 war Italien zum Spielball der europäischen Grossmächte geworden: Norditalien wurde von den Habsburgern, Süditalien von den Bourbonen beherrscht, dazwischen lagen der Kirchenstaat und zahlreiche Satellitenstaaten. Die Idee von einem geeinten Italien gab es als Konstrukt hingegen schon sehr lange: Bereits innerhalb des Römischen Reichs hatte Italien eine Sonderstellung. Zumindest die Stadtstaaten im Mittelalter und der Renaissance konnten sich erfolgreich gegen Fremdherrschaft behaupten. Die Bewegung des Risorgimento hat diese Idee eines unabhängigen Nationalstaats wieder aufgegriffen und vorangetrieben.

Wie war eine einheitliche Bewegung in so unterschiedlich geprägten Teilgebieten möglich?
Das Risorgimento war eine sehr heterogene Bewegung. Es gab ganz unterschiedliche Bestrebungen, die Reichseinigung durchzuführen. Neben unitaristischen wurden auch föderalistische Modelle diskutiert. Hinzu kam eine stark katholisch geprägte Fraktion im Kirchenstaat. Am Ende haben dann die Piemontesen das Rennen gemacht. Sie waren am besten organisiert und in der Lage, ein Heer aufzustellen: Vittorio Emanuele, der König von Piemont, engagierte den erfolgreichen Guerillakämpfer Giuseppe Garibaldi und ging zusammen mit seinem Ministerpräsidenten Cavour daran, den Süden Italiens systematisch zu erobern.

Das klingt aber nicht nach einer friedlichen Vereinigung …
Es war auch keine friedliche Vereinigung! Es wurde später so verbrämt, als wären Garibaldis Truppen überall als Befreier aufgenommen worden. Das stimmt aber nicht. Die kriegerischen Eroberungskämpfe wurden durch – teils vorgetäuschte – Volksbefragungen legitimiert. Aber vor allem in Neapel ist bis heute das Gefühl verbreitet, nicht wirklich zum italienischen Nationalstaat zu gehören. Die Piemontesen und Reichseiniger werden in Süditalien noch immer von vielen als Eroberer angesehen. Selbst Verdi hat dort nicht den Ruf, den er in Mailand geniesst. Die Scala in Mailand wird heute als Nationaltheater Italiens betrachtet; dort ist der Staatspräsident jeweils am 7. Dezember zur Eröffnung der neuen Spielzeit zugegen. Aber zur Spielzeiteröffnung des Teatro San Carlo in Neapel, das eigentlich das grössere, ältere und traditionsreichere Haus ist, fährt er eben nicht hin. Und das wird dort durchaus registriert. Es gibt also auch so viele Jahre nach der Reichseinigung immer noch eine starke Identifizierung der Nationalkultur mit Norditalien.

Sind also die bis heute schwelenden Konflikte zwischen Nord­ und Süditalien die Folge dieser erzwungenen Einigungsbewegung?
Es war ein Problem, dass diese Bewegung vom Norden ausging und von einer elitären Minderheit durchgeführt wurde, denn der Norden war damals kulturell und ökonomisch deutlich weiter entwickelt als der Süden. Man orientierte sich an Nordeuropa, und in Norditalien entstand bald ein florierendes Manufakturwesen. So sind zum Beispiel die Angehörigen der Familie Agnelli, die später das Fiat­-Werk begründeten, während des Risorgimento durch Seidenraupenzucht zu sehr reichen Grossgrundbesitzern geworden. Der Süden Italiens war hingegen nach wie vor absolut feudal geprägt. Dort herrschten zum Teil bis nach dem Zweiten Weltkrieg ökonomische Zustände wie im Mittelalter. Und das Schlimme ist, dass Süditalien noch heute lediglich die Hälfte des Sozialprodukts des Nordens erwirtschaftet, aber doppelt so viele Arbeitslose hat. Der Süden ist heute abgehängter als je zuvor. Das Risorgimento hat also mit Erfolg zum Abstreifen der Fremdherrschaft geführt, während es eine Einheit Italiens bis heute nicht gibt.

Existiert also immer noch die Sehnsucht nach der Einheit der italienischen Nation?
Ja, auf jeden Fall! Heute sogar stärker als früher. Zwischen Turin und Palermo liegen zwar immer noch 1500 Kilometer, aber wenigstens kann man heute miteinander reden. Das war im 19. Jahrhundert nicht so. Damals waren die Dialekte so verschieden, dass man sich überhaupt nicht verständigen konnte. Man hatte andere historische Voraussetzungen, unterschiedliche Wirtschaftssysteme und verschiedene Sprachen.

Eine überregional verständliche Sprache war hingegen die Musik. Kommen wir noch einmal konkreter auf die Rolle Giuseppe Verdis im Risorgimento zurück. Was war sein Beitrag?
Verdi war kein politischer Kopf dieser Bewegung, aber ein extrem wichtiger Kommunikator. Die starken und bewegenden Werke des jungen Verdi, zu denen Nabucco in besonderem Mass zählt, stiessen in den politisch bewegten Zeiten auf Begeisterung. Es ist also nicht erstaunlich, dass sich ein Mythos um Verdi und um besonders beliebte Stücke von ihm bildete, wie beispielsweise um den eingängigen Gefangenenchor aus Nabucco. Dabei ist sein eigentliches Risorgimento­-Werk, die Oper La battaglia di Legnano, im Revolutionsjahr 1848 entstanden, also in einer Zeit, in der diese politische Bewegung schon weiter fortgeschritten war. Darin kolportiert Verdi die Ereignisse um die Lega Lombarda, jene Vereinigung der norditalienischen Städte, die sich im 12. Jahrhundert gegen den römisch­deutschen Kaiser Barbarossa verschworen haben und sein Heer in der Schlacht von Legnano besiegten. Genau darauf berief sich viel später auch die in den 1980er-­Jahren entstandene Separatistenbewegung Lega Lombarda.

Als Lega Nord zog sie Anfang der neunziger Jahre ins italienische Parlament ein und trat 1994 als Koalitionspartner in die erste Regierung von Silvio Berlusconi ein.
Genau. Und hier kommt in musikalischer Hinsicht eine perfide Wendung ins Spiel: Genau diese Separatistenbewegung, die sich von Italien loslösen und ihren eigenen Staat Padanien gründen wollte, machte den Gefangenenchor «Va pensiero» zu ihrer Hymne! Durch diese Vereinnahmung seiner Musik wurde Verdi also aus der Rolle einer nationalen Identifikationsfigur gerissen und zur Ikone einer norditalienischen Autonomiebewegung gemacht.

Eine inhaltlich unsinnige und völlig verdrehte Propaganda­-Massnahme …
… mit einer neuen, interessanten Volte: Seit der Rechtspopulist und aktuelle Innenminister Italiens, Matteo Salvini, die Führung der Lega übernommen hat, hat Verdis Chor nämlich ausgedient. Wenn heute Salvini auftritt, dann erklingt «Nessun dorma», und selbst­verständlich geht es dabei nicht um historische Bezüge oder den Kontext dieser Arie in Giacomo Puccinis Turandot, sondern um den entscheidenden Slogan. Diese Arie gipfelt und endet im pathetisch auftrumpfenden letzten Wort «vincerò», «ich werde gewinnen», nur das zählt für Salvini. Der Gefangenenchor aus Nabucco wirkt neben «Nessun dorma» wie ein zarter Stossseufzer. Viel zu kompliziert für die populistische Propaganda im heutigen Italien. Salvini hat aus der Separatisten­-Lega eine landesweit agierende Rechtspartei gemacht, aber mit Verdi und dem Risorgimento hat das nichts mehr zu tun.

Ist die Kultur der Oper also ausge­rechnet im Land ihrer einstigen Hochblüte nur noch ein trauriges Kapitel? Während den Opernhäuser das Geld fehlt, müssen ihre Melodien für politische Propaganda hinhalten?
Italiens Opernhäuser werden, wie die gesamte Kultur, von der Politik sträflich kaputtgespart. Trotzdem darf man nicht unterschätzen, welche Wirkung die Musik in Italien nach wie vor hat. Nehmen wir das Festival della canzone italiana, das alljährlich in San Remo stattfindet und vier Abende lang im Staatsfernsehen übertragen wird. Als dort 2010 Emmanuele Filiberto di Savoia, der letzte Spross des Königshauses von Savoyen auftrat, löste das einen Skandal aus. Nicht wegen des kitschigen Songs «Italia, amore mio», sondern weil viele Italiener die Rückkehr der Savoyer aus dem Exil skandalös fanden. Wegen ihrer Verbindungen zum Faschismus durften sie jahrzehntelang nicht nach Italien einreisen: Und kaum war das Verbot aufgehoben, da sang einer der ihren in San Remo! Aber auch in diesem Jahr gab es wieder einen Skandal, weil das Festival von einem jungen Sänger namens Mahmood gewonnen wurde. Mahmood, der Italien unlängst auch beim Eurovision Song Contest vertreten hat, ist Sohn einer Italienerin und eines Ägypters und hat immer in Mailand gelebt. Die Rechtspopulisten hetzten gegen ihn. Ein Sänger mit seiner Herkunft dürfe nicht in San Remo gewinnen. Musik spaltet also in Italien nach wie vor die Gemüter und löst wichtige Debatten aus. Und wenn man von der Vereinnahmung durch die Rechtspopulisten absieht, dann ist gerade doch der Stolz auf die Kunst und insbesondere auf die Musik immens wichtig für ein Gefühl der Zusammengehörigkeit.

Es ist doch auffällig, dass Italien auf eine sehr reiche Geschichte der Musik und der bildenden Kunst, aber nicht unbedingt der Literatur zurückblicken kann …
Das hängt vermutlich mit der Rolle der Kirche zusammen – und mit dem früher riesigen Anteil an Analphabeten. Um 1860, also zur Zeit der Reichsgründung, waren im Piemont 80 Prozent der Katholiken Analphabeten; in Sizilien konnte bis weit in die Nachkriegszeit die Hälfte der Bevölkerung nicht lesen und schreiben.

Erklärt das nicht ein stückweit die besondere Stellung der Musik in Italien und macht verständlich, wa­rum Giuseppe Verdi stärker als alle anderen Komponisten seiner Zeit zu einer nationalen Musikikone geworden ist?
Natürlich. Aber was gibt es denn Schöneres als einen nationalen Mythos, der sich um eine Opernmelodie wie Verdis Gefangenenchor rankt? Zumal sein Text «Va, pensiero, sull’ ali dorate», «Flieg’, Gedanke, auf goldenen Flügeln» kein bisschen nationalistisch ist. Im deutschen Sprachraum entstand um dieselbe Zeit das inhaltlich ganz ähnliche Lied «Die Gedanken sind frei».


Das Gespräch führte Fabio Dietsche.
Dieser Artikel ist erschienen in MAG 70, Juni 2019.
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Videos 

Hinter dem Vorhang

Regisseur Andreas Homoki und Generalmusikdirektor Fabio Luisi sprechen über die Besonderheiten von Verdis «Nabucco»

Audio-Einführung zu «Nabucco»

  1. Audio-Einführung zu «Nabucco»
    Unser Dramaturg Fabio Dietsche gibt einen Einblick in die Oper «Nabucco». Live-Einführungen finden jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung im Opernhaus statt.

Programmbuch

Nabucco

Nabucco

Synopsis

Nabucco

Synopsis

Nabucco

Programmbuch

Nabucco

Nabucco

Biografien


Fabio Luisi, Musikalische Leitung

Fabio Luisi

Fabio Luisi stammt aus Genua. Er ist Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich, Chefdirigent des Danish National Symphony Orchestra, Musikdirektor des Maggio Musicale Fiorentino und designierter Music Director des Dallas Symphony Orchestra ab 2020. Von 2011 bis 2017 war Fabio Luisi Principal Conductor der Metropolitan Opera in New York, zuvor Chefdirigent der Wiener Symphoniker (2005-2013), Generalmusikdirektor der Staatskapelle Dresden und der Sächsischen Staatsoper (2007-2010), Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des MDR Sinfonieorchesters Leipzig (1999-2007) und Musikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande (1997-2002), mit dem er zahlreiche CDs aufnahm (Poulenc, Respighi, Mahler, Liszt, eine Gesamtaufnahme der sinfonischen Werke von Arthur Honegger und Verdis Jérusalem und Alzira). Er ist Musikdirektor des «Festival della Valle d’Itria» in Martina Franca (Apulien) und Gastdirigent renommierter Klangkörper, darunter das Philadelphia Orchestra, das Cleveland Orchestra, das NHK Tokio, die Münchener Philharmoniker, die Filarmonica della Scala, das London Symphony Orchestra, das Concertgebouw Orkest Amsterdam, das Saito Kinen Orchester sowie zahlreiche namhafte Opernorchester. Bei den Salzburger Festspielen trat er mit Richard Strauss’ Die Liebe der Danae und Die Ägyptische Helena hervor. Zu seinen bedeutendsten Dirigaten am Opernhaus Zürich zählen bisher u.a. die Neuproduktionen von drei Bellini-Opern sowie Rigoletto, Fidelio, Wozzeck und Verdis Messa da Requiem. Wichtige CD-Aufnahmen sind Verdis Aroldo, Bellinis I puritani und I Capuleti e i Montecchi, sämtliche Sinfonien von Robert Schumann sowie Sinfonien und das Oratorium Das Buch mit sieben Siegeln des vergessenen österreichischen Komponisten Franz Schmidt. Ausserdem liegen verschiedene sinfonische Dichtungen von Richard Strauss und eine hochgelobte Aufnahme von Bruckners 9. Sinfonie mit der Staatskapelle Dresden vor. Für die Einspielungen von Siegfried und Götterdämmerung mit dem Orchester der Met erhielt er einen Grammy, 2013 wurde ihm der begehrte italienische Kritikerpreis Premio Franco Abbiati und 2014 der Grifo d’Oro der Stadt Genua verliehen. Er ist Träger des Bruckner-Ringes der Wiener Symphoniker sowie Kavalier der italienischen Republik. Im 2015 neu gegründeten Label «Philharmonia Records» der Philharmonia Zürich erschienen unter seiner Leitung bisher Werke von Berlioz, Wagner, Verdi, Rachmaninow, Bruckner, Rimski-Korsakow und Frank Martin sowie die DVDs zu Rigoletto (Regie: Tatjana Gürbaca), Wozzeck (Regie: Andreas Homoki), I Capuleti e i Montecchi (Regie: Christof Loy), die Messa da Requiem (Regie/Choreografie: Christian Spuck) und Das Land des Lächelns (Regie: Andreas Homoki).

Beethoven / Wagner10 Nov 2019 Beethoven / Debussy / Ravel23 Feb 2020 Beethoven / Bruckner12 Jul 2020 Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 La traviata29 Sep; 06, 11 Okt 2019 Messa da Requiem22 Dez 2019 Arabella04, 07, 11, 15, 19, 22, 28 Mär 2020 Operettengala03, 05 Jun 2020 I vespri siciliani24, 27 Jun; 01, 04, 07, 10 Jul 2020


Andreas Homoki, Inszenierung

Andreas Homoki

Andreas Homoki wurde als Sohn einer ungarischen Musikerfamilie 1960 in Deutschland geboren und studierte Schulmusik und Germanistik in Berlin (West). 1987 ging Andreas Homoki als Regieassistent und Abendspielleiter an die Kölner Oper, wo er bis 1993 engagiert war. In den Jahren 1988 bis 1992 war er ausserdem Lehrbeauftragter für szenischen Unterricht an der Opernschule der Musikhochschule Köln. Hier entstanden erste eigene Inszenierungen. 1992 führte ihn seine erste Gastinszenierung nach Genf, wo seine Deutung der Frau ohne Schatten internationale Beachtung fand. Die Inszenierung, die später auch am Pariser Théâtre du Châtelet gezeigt wurde, erhielt den französischen Kritikerpreis des Jahres 1994. Von 1993 bis 2002 war Andreas Homoki als freier Opernregisseur tätig und inszenierte u.a. in Köln, Hamburg, Genf, Lyon, Leipzig, Basel, Berlin, Amsterdam und München. Bereits 1996 debütierte er an der Komischen Oper Berlin mit Falstaff, es folgten Die Liebe zu drei Orangen (1998) sowie im Jahre 2000 Die lustige Witwe. 2002 wurde Andreas Homoki als Nachfolger von Harry Kupfer zum Chefregisseur der Komischen Oper Berlin berufen, deren Intendant er 2004 wurde. Neben seinen Regiearbeiten an der Komischen Oper Berlin inszenierte er während seiner Intendanz u.a. am Théâtre du Châtelet in Paris, an der Bayerischen Staatsoper München, am New National Theatre Tokyo, an der Sächsischen Staatsoper Dresden und der Hamburgischen Staatsoper. Im Juli 2012 inszenierte er unter der musikalischen Leitung von William Christie David et Jonathas von Marc-Antoine Charpentier für das Festival in Aix-en-Provence – eine Produktion, die später auch u.a. in Edinburgh, Paris und New York gezeigt wurde. Seit Beginn der Spielzeit 2012/13 ist Andreas Homoki Intendant des Zürcher Opernhauses und inszenierte seither Der fliegende Holländer (Koproduktion mit der Mailänder Scala und der Norwegischen Staatsoper Oslo), Lady Macbeth von Mzensk, Fidelio, Juliette, Lohengrin (Koproduktion mit der Wiener Staatsoper), Luisa Miller (Hamburgische Staatsoper), Wozzeck, My Fair Lady (Komische Oper Berlin), I puritani, Medée, Das Land des Lächelns, Lunea, welche von der Zeitschrift „Opernwelt“ zur Uraufführung des Jahres 2017/18 gekürt wurde, sowie zuletzt Sweeney Todd von Stephen Sondheim. Andreas Homoki ist seit 1999 Mitglied der Akademie der Künste Berlin.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 Fidelio25, 29 Jan; 09 Feb 2020 Iphigénie en Tauride04, 06, 08, 11, 16, 20, 23, 28 Feb 2020 Wozzeck12, 15, 18 Feb 2020 Lohengrin02, 05, 08, 11 Jul 2020


Wolfgang Gussmann, Bühnenbild / Kostüme

Wolfgang Gussmann

Wolfgang Gussmann arbeitet seit seiner ersten eigenständigen Ausstattung am Staatstheater Darmstadt 1979 freischaffend als Bühnen- und Kostümbildner. Eine langjährige Zusammenarbeit ver­bindet ihn vor allem mit den Regisseuren Willy Decker und Andreas Homoki. Insgesamt schuf er bisher über 180 Gesamtausstattungen als regelmässiger Gast an der Wiener Staatsoper, der Bayerischen Staatsoper München, der Hamburgischen Staatsoper, der Semperoper Dresden, der Staatsoper Stuttgart, der Deutschen Oper Berlin und der Komischen Oper Berlin, der Ruhrtriennale, bei den Salzburger Festspielen, an der Opéra Bastille und am Théâtre du Châtelet in Paris, in Amsterdam, Mailand sowie an anderen führenden Opernhäusern in Italien, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und dem Teatro Real in Madrid, den Opernhäusern von Genf, Oslo, Kopenhagen und Brüssel, der San Francisco Opera und der Metropolitan Opera New York. Viele seiner Produktionen wurden in europäische, amerikanische und japanische Opernhäuser übernommen. Neben Kritikerpreisen in Frankreich, Italien und Spanien wurde ihm für seine Verdienste um das kulturelle Leben in Frankreich im Jahre 2002 in Paris der Orden «Chevalier des Arts et des Lettres» verliehen. In Zürich stattete er Willy Deckers Inszenierung von Il ritorno d’Ulisse in patria aus, Andreas Homokis Inszenierungen des Fliegenden Holländers, Lohengrin und Das Land des Lächelns sowie Brittens The Turn of the Screw und Das verzauberte Schwein.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 Lohengrin02, 05, 08, 11 Jul 2020


Susana Mendoza, Kostüme

Susana Mendoza

Susana Mendoza begann ihre Karriere als Kostümassistentin bei den Bühnen der Stadt Köln, wo sie u.a. mit Gottfried Pilz und Andreas Reinhardt zusammenarbeitete. Von 1991 bis 1997 studierte sie Kostümbild an der Hochschule der Künste in Berlin. In dieser Zeit begann ihre Zusammenarbeit mit Wolfgang Gussmann, die sie u.a. an die Deutsche Oper Berlin, die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper, die Pariser Opéra Bastille und die Nederlandse Opera in Amsterdam führte. Ausserdem kreierte sie die Kostüme für Manon Lescaut an der Nationale Reisopera in Rotterdam. Sie arbeitete u.a. mit Reto Nickler und seit 1998 intensiv mit der Regisseurin Sabine Hartmannshenn bei Produktionen wie Peter Grimes an der Hamburgischen Staatsoper, Cavalleria rusticana/Pagliacci und Schule der Frauen am Theater Lübeck, Lulu an der Oper Göteborg, Werther am Staatstheater Nürnberg in Koproduktion mit Oslo und Santander sowie Lucia di Lammermoor am Staatstheater Kassel. Weitere Arbeiten führten sie nach Hamburg, Amsterdam, Innsbruck, Salzburg, Wien, Barcelona, nach Rheinsberg, zur Ruhrtriennale, nach New York, Düsseldorf und Köln (Rinaldo). Zuletzt entwarf sie das Kostümbild für The Rake’s Progress an der Deutschen Oper am Rhein, für Falstaff am Deutschen Nationaltheater Weimar, für Il tabarro in Köln, für den Fliegenden Holländer, Il ritorno d’Ulisse in patria, The Turn of the Screw, Das verzauberte Schwein und Das Land des Lächelns am Opernhaus Zürich, für Giovanna d’Arco sowie Romeo und Julia auf dem Lande in Bielefeld, für Lohengrin in Düsseldorf, für Die Fledermaus in Weimar, das Weisse Rössl in Bern, für Lulu an der Wiener Staatsoper und für Sigfried in Chemnitz.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 Lohengrin02, 05, 08, 11 Jul 2020


Franck Evin, Lichtgestaltung

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u.a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u.a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieto und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. Im März 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Seit Sommer 2012 arbeitet er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Franck Evin wirkt neben seiner Tätigkeit in Zürich weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Girl with a Pearl Earring28 Mai; 01, 07, 14, 17, 19 Jun 2020 La traviata29 Sep; 06, 11 Okt 2019 Così fan tutte26, 30 Okt; 02, 08 Nov 2019 Coraline24, 29 Nov; 01, 10, 13, 14 Dez 2019; 02 Jan; 01, 08, 16, 29 Feb; 17, 26 Apr 2020 Don Pasquale12, 15, 21, 26, 29 Dez 2019; 01, 04, 09 Jan 2020 Fidelio25, 29 Jan; 09 Feb 2020 Iphigénie en Tauride04, 06, 08, 11, 16, 20, 23, 28 Feb 2020 La bohème12, 18, 22, 25, 29 Mär 2020 Faust14, 17, 20, 23 Mai 2020 Don Giovanni06, 10, 13 Jun 2020 I vespri siciliani24, 27 Jun; 01, 04, 07, 10 Jul 2020 Il mondo della luna02, 06, 08, 10 Mai 2020 Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 Wozzeck12, 15, 18 Feb 2020 Lohengrin02, 05, 08, 11 Jul 2020


Kinsun Chan, Choreografische Mitarbeit

Kinsun Chan

Kinsun Chan, geboren in Vancouver/Kanada, studierte Kunst, Grafikdesign und Tanz in den USA. Als Tänzer war er u.a. Mitglied des Balletts Zürich unter Heinz Spoerli sowie des Ballets Basel unter Richard Wherlock, wo er als Solist in Choreografien von Jiří Kylián, William Forsythe, Nacho Duato, Heinz Spoerli, Hans van Manen, Richard Wherlock und Ed Wubbe zu erleben war. Seine ersten eigenen Choreografien entstanden für die Reihe «Junge Choreografen» des Balletts Zürich sowie im Rahmen der Noverre-Gesellschaft am Stuttgarter Ballett. Kinsun Chans Arbeiten wurden seither vom Ballett Basel, dem Singapore Dance Theatre, dem Ballett der Staatsoper Hannover, der Royal Ballet School Antwerpen, der John Cranko Ballet School, der Hong Kong Academy of Performing Arts, der Ballett Akademie München, der Tanz Akademie Zürich sowie am Tiroler Landestheater, am Staatstheater Kassel und am Luzerner Theater aufgeführt. Die Choreografie Black on Black, kreiert für das Hong Kong Ballet, wurde zum Jacobs Pillow Dance Festival (USA) und zum Festival des Arts de Saint Sauveur (Kanada) eingeladen. Kinsun Chan ist zudem als Choreograf für Tanz und Opern tätig. Zu den OpernregisseurInnen mit denen er bisher zusammen arbeitete, gehören Jens-Daniel Herzog, Michael Sturminger, Götz Friedrich, Dominique Mentha, Bernd Mottl, Frank Hilbrich, Tatjana Gürbaca, Sebastian Baumgarten und Andreas Homoki. Kinsun Chan ist seit Beginn der Spielzeit 2019/20 Leiter der Tanzkompanie am Theater St. Gallen.

Die Zauberflöte16, 18, 24, 26 Jan 2020 Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019


Janko Kastelic, Choreinstudierung

Janko Kastelic

Janko Kastelic ist seit Mai 2017 als Nachfolger von Jürg Hämmerli Chordirektor am Opernhaus Zürich. Der slowenisch-kanadische Pianist, Organist und Dirigent, studierte Komposition, Dirigieren und Musiktheorie an der University of Toronto, Faculty of Music. Nach seinem Studium zog es Janko Kastelic nach Europa, wo er unter anderem an der Pariser Opéra National als Korrepetitor und an der Wiener Staatsoper als Korrepetitor, zweiter Chordirektor und stellvertretender Leiter der Opernschule tätig war. Von 2008 bis 2011 war er Generalmusikdirektor und Operndirektor des Slowenischen Nationaltheaters Maribor. 2011 kehrte er nach Wien zurück, wo er an der Wiener Staatsoper die musikalische Leitung der Kinderopern Aladdin und die Wunderlampe und Die Feen übernahm. Von 2012 bis 2013 war er Gastchordirektor an der Staatsoper Hamburg und seit 2013 ist er künstlerischer Leiter des von ihm mitbegründeten CULTUREpoint Piran. 2015-17 war er an der Kammeroper des Theaters an der Wien als Studienleiter tätig. Ebenfalls seit 2015 ist er Kapellmeister der Wiener Hofmusikkapelle. Janko Kastelic hat sich als freischaffender Dirigent, Korrepetitor und Komponist neben der barocken Musik ebenfalls der modernen Musik gewidmet. Sein vielseitiges musikalisches Schaffen umfasst neben zahlreichen Arrangements auch Kompositionen von Pop- und Filmmusik sowie Solo- und Kammermusik. Es ist ihm ein Anliegen, junges Publikum für Musik zu begeistern und die Liebe zur Musik an die nächste Generation weiterzugeben.

Die Csárdásfürstin08, 11, 13, 16, 18, 24, 26, 29 Apr; 03 Mai 2020 Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 La traviata29 Sep; 06, 11 Okt 2019 Belshazzar06, 09, 15, 17, 21, 23, 30 Nov; 06 Dez 2019 Hänsel und Gretel20, 26 Dez 2019; 05, 10, 19 Jan 2020 Fidelio25, 29 Jan; 09 Feb 2020 Iphigénie en Tauride04, 06, 08, 11, 16, 20, 23, 28 Feb 2020 Wozzeck12, 15, 18 Feb 2020 Otello21, 27 Mär; 01, 04, 07 Apr 2020 Don Giovanni06, 10, 13 Jun 2020 I vespri siciliani24, 27 Jun; 01, 04, 07, 10 Jul 2020 Lohengrin02, 05, 08, 11 Jul 2020 Carmen09, 12 Jul 2020


Dalibor Jenis, Nabucco

Dalibor Jenis

Dalibor Jenis stammt aus der Slowakei und studierte am Konservatorium in Bratislava Gesang. 1990 war er dreifacher Preisträger des Gesangswettbewerbs Belvedere in Wien. Sein Repertoire umfasst die grossen Bariton-Partien in den Opern Bellinis, Rossinis, Mozarts und Verdis. Nabucco sang er u.a. an der Deutschen Oper Berlin, in der Arena di Verona, an der Slowakischen Nationaloper in Bratislava und der Bayerischen Staatsoper in München. Als Rigoletto war er am Sydney Opera House, an der Oper Leipzig, der Staatsoper Stuttgart und beim Savonlinna Opera Festival zu erleben und in der Titelpartie von Macbeth in Zürich, am Teatro Regio di Torino, beim Edinburgh Festival und am Théâtre des Champs-Élysées in Paris. 2018 sang er an der Scala in Mailand Paolo Albiani (Simon Boccanegra), an der Wiener Staatsoper Jago (Otello), an der Deutschen Oper Berlin Alfio und Tonio (Cavalleria rusticana und Pagliacci), an der Nationaloper in Bratislava Giorgio Germont (La traviata) und am Bolschoi-Theater in Moskau Lescaut (Manon Lescaut). Er arbeitete mit Dirigenten wie James Conlon, Asher Fisch, Daniele Gatti, Gianandrea Noseda, Renato Palumbo und Alberto Zedda zusammen. Es liegen zahlreiche CD-Einspielungen mit Dalibor Jenis vor, darunter Gianni Schicchi, Christoph Columbus, Edgar, Marion Delmore, Die Rheinnixen sowie die DVD-Aufnahme von Il barbiere di Siviglia aus der Pariser Bastille-Oper.

Nabucco27 Sep; 03, 10 Okt 2019


Plácido Domingo, Nabucco

Plácido Domingo

Plácido Domingo ist als vielseitiger und einflussreicher Sänger, Dirigent sowie als Generaldirektor der Los Angeles Opera weltweit bekannt. Der zwölffache Preisträger der Grammy Awards sang in über 3.900 Vorstellungen an die 150 Rollen. Neben Musikclips drehte er drei Opernfilme: Carmen, La traviata und Otello. Seine TV-Fassung von Tosca an den Originalschauplätzen in Rom wurde in 117 Ländern ausgestrahlt und von mehr als einer Milliarde Zuschauern gesehen. 1990 gründete er mit José Carreras und Luciano Pavarotti die «Drei Tenöre», die durch ihren weltweiten Erfolg neues Publikum für die Oper begeistern konnten. Als Dirigent leitete er über 500 Opernvorstellungen und Konzerte, dabei dirigierte er u. a. die Wiener und Berliner Philharmoniker sowie die Staatskapelle Berlin. Im Sommer 2018 debütiert er bei den Bayreuther Festspielen als musikalischer Leiter von Die Walküre. 1993 schuf er den Gesangswettbewerb «Operalia», der für die Karrieren vieler Sänger, die inzwischen international erfolgreich sind, bedeutend war. 2009 sang Plácido Domingo mit Simon Boccanegra seine erste Baritonpartie. Seitdem sind u. a. Rigoletto, Nabucco und Gianni Schicchi dazugekommen. Die Oxford University verlieh ihm für sein künstlerisches Engagement den Ehrendoktortitel. In der Spielzeit 2018/19 sang er u.a. Giorgio Germont an der Met in New York, der Scala in Mailand, am Royal Opera House in London und am Royal Opera House in Muscat sowie die Titelrollen in Gianni Schicchi (New York), Simon Boccanegra (Wien) und Macbeth (Staatsoper Berlin).

Nabucco13 Okt 2019


Otar Jorjikia, Ismaele

Otar Jorjikia

Otar Jorjikia stammt aus Georgien. Er studierte Gesang am Konservatorium in Tiflis und be­suchte Meisterkurse von Renato Bruson und Edda Moser. In der Spielzeit 2016/17 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios am Opernhaus Zürich und war da als Malcolm (Macbeth), Gustavo III / Giudice (Un ballo in maschera) und als Conte di Lerma (Don Carlo) zu erleben. An der Oper Tiflis sang er Partien wie Don Alvaro (La forza del destino) und Don José (Carmen), im Konzertsaal von Tiflis war er als Duca (Rigoletto) und Lenski (Eugen Onegin) zu hören. 2014 debütierte er als Alfredo (La traviata) am Teatro Giuseppe Verdi in Busseto und am Teatro Regio di Parma. Ein Höhepunkt seiner bisherigen Karriere war das Debüt am Mariinski-Theater, wo er 2016 an der Seite von Plácido Domingo die Partie des Gabriele Adorno in Verdis Simon Boccanegra sang. Als Foresto in Verdis Attila kehrt er 2016 ans Mariinski-Theater zurück. 2017 gab er sein Debüt am Bolshoi Theater in Moskau als Alfredo und sang 2018 am Opernhaus in Sidney Don José. In der Spielzeit 2018/19 gastierte er in Simon Boccanegra am Teatro delle Muse in Ancona und am Teatro Regio di Parma, als Pinkerton in der Neuproduktion von Madame Butterfly am Theater Basel, als Macduff (Macbeth) in Toulouse, erneut als Alfredo am Bolshoi sowie als Don José und Ricardo (Un ballo in maschera) an der Oper in Paliashvili in Georgien.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019


Vitalij Kowaljow, Zaccaria

Vitalij Kowaljow

Vitalij Kowaljow, Bass, hat sich als führender Interpret von über 40 Rollen seines Faches etabliert und trat an renommierten Häusern wie der Metropolitan Opera New York, dem Teatro alla Scala in Mailand, dem Royal Opera House Covent Garden, der Bayerischen Staatsoper, der Wiener Staatsoper sowie der San Francisco Opera Opéra auf. 2010 feierte er sein Debüt als Wotan und Wanderer in einer Neuproduktion des Rings in Los Angeles, worauf er ein Jahr später von Daniel Barenboim für die Walküre an die Mailänder Scala eingeladen wurde. Er war überdies als Filippo II (Don Carlo), Jacopo Fiesco (Simon Boccanegra), Banco (Macbeth), Zaccaria (Nabucco) Ramphis (Aida), Kaspar (Der Freischütz), Méphistophélès (Faust) und Sarastro (Die Zauberflöte) zu erleben sowie im russischen Repertoire als Fürst Igor, Pimen (Boris Godunow) und Gremin (Eugen Onegin). Unlängst sang er Die Meistersinger von Nürnberg (Veit Pogner) unter Christian Thielemann bei den Salzburger Osterfestspielen, Iolanta im Palau de Les Arts in Valencia sowie der New Yorker Met, La forza del destino an der Semperoper Dresden, Aida in der Arena di Verona sowie an der Mailänder Scala und Lucia di Lammermoor, ebenfalls an der New Yorker Met. 2019/20 sind u.a. Nabucco in Dresden und München, Don Carlo in Paris, Die Meistersinger von Nürnberg in Dresden sowie der Fliegende Holländer in Toronto geplant. Bei den Salzburger Festspielen singt er in der Neuproduktion von Cherubinis Médée.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019


Oksana Dyka, Abigaille

Oksana Dyka

Die in der Ukraine geborene Sopranistin Oksana Dyka studierte am Konservatorium in Kiew. Von 2003 bis 2007 war sie Solistin an der Ukrainischen Nationaloper. 2003 gewann sie den Internationalen Opernwettbewerb von Marseille und wurde daraufhin im März 2005 als Tosca an die Opéra National de Montpellier eingeladen. Seither interpretierte sie diese Rolle auf zahlreichen internationalen Opernbühnen, darunter die Estnische Nationaloper in Tallinn, die Mailänder Scala, das Palau des Arts in Valencia, die Oper Frankfurt, das ROH Covent Garden, das Teatro dell’Opera in Rom (Regie: Franco Zeffirelli), die Opéra National de Paris wie auch das Puccini-Festival in Torre del Lago. Ebenfalls sehr gefragt sind ihre Interpretationen der Aida, mit der sie an der Mailänder Scala, in der Arena di Verona, an der Berliner Staatsoper, der New Yorker Metropolitan Opera, in Buenos Aires, Paris und Rom gastierte. Weitere Höhepunkte der letzten Zeit waren u.a. ihre Interpretation der Tatjana in einer Neuproduktion von Eugen Onegin in Los Angeles unter James Conlon, Lady Macbeth (Macbeth) in Turin und Edinburgh, Amelia (Un ballo in maschera) in Turin, Mailand, Tokio und Palermo, Lisa (Pique Dame) am Teatro dell’Opera in Rom, Cio-Cio San (Madama Butterfly) an der Wiener Staatsoper, in Verona, Paris, Berlin Los Angeles, Bologna, Graz und Valencia sowie Jenůfa und Turandot an der Met. Diese Rolle sang sie in der Spielzeit 2018/19 ebenfalls in Hong Kong, Venedig und Madrid. Zudem war sie als Abigaill an der Staatsoper Hamburg zu erleben. In Zürich war sie 2016 als Lisa in Pique Dame zu erleben.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019


Veronica Simeoni, Fenena

Veronica Simeoni

Veronica Simeoni, geboren in Rom, studierte Gesang am Konservatorium in Adria und bei Raina Kabaivanska. Als Gewinnerin zahlreicher Gesangswettbewerbe debü­tier­te sie als Cuniza in Verdis Oberto auf einer Japan-Tour­nee des Teatro Lirico Sperimentale di Spoleto. Seither sang sie an allen grossen ita­lie­ni­schen Opernhäusern un­ter Dirigenten wie Riccar­do Chailly, Asher Fisch, Lorin Maazel u.a. Unter Valery Gergiev verkörperte sie die Dido in Berlioz’ Les Troyens in Valencia in der Regie von La Fura dels Baus. Sie sang Fenena (Nabucco) und Giulietta (Les Contes d’Hoffmann) an der Mailänder Scala, Elisabetta (Maria Stuarda) in Bilbao, Hedwige (Guillaume Tell) beim Rossini Opera Festival in Pesaro, Adalgisa (Norma) in Madrid, Savonlinna und Turin, Azucena (Il trovatore) und Sélika (L’Africaine) in Venedig, Suzuki (Ma­dama Butterfly) in Verona und Verdis Requiem in Valencia unter Riccardo Chailly. Als Carmen war sie in Venedig, Bologna, Turin, Florenz, Rom und in der Arena di Verona zu erleben. 2017 sang sie Charlotte in Werther an der Met in New York und am Teatro Massimo di Palermo und Preziosilla (La forza del destino) in Amsterdam. In der Spielzeit 2018/19 war sie als Eboli (Don Carlo) in Bologna, in Beethovens 9. Sinfonie unter Zubin Mehta in Neapel und als Preziosilla am Royal Opera House London zu erleben. Am Opernhaus Zürich sang Veronica Simeoni u.a. Isoletta (Bellinis La straniera), Eboli, Sara (Roberto Devereux), Amneris (Aida), Giovanna Seymour (Anna Bolena) und zuletzt im Ballett Messa da Requiem. Auf CD ist sie im Verdi-Requiem unter Yuri Temirkanov zu hören.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019


Stanislav Vorobyov, Der Oberpriester des Baal

Stanislav Vorobyov

Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Colline und Benoît (La bohème), Spinelloccio (Gianni Schicchi), Galitsky (Prinz Igor) sowie Gremin und Zaretsky (Jewgeni Onegin). 2014 gewann er den ersten Preis bei der «Theatre Assemblies International Festival Competition» in Moskau sowie den Grand Prix beim Internationalen Wettbewerb «Open Europe – Open Planet» und 2015 den dritten Preis beim 7. Internationalen Wettbewerb für Operngesang «Sankt Petersburg». Von 2016-2018 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios in Zürich und war in der Zeit als Gualtiero Valton (I puritani), Araldo (Otello), Faust (Der feurige Engel) sowie in Lohengrin, Jewgeni Onegin und Madama Butterfly zu hören. Seit der Spielzeit 2018/19 gehört er zum Ensemble des Zürcher Opernhauses, wo er als Colline (La bohème), als kaiserlicher Kommissar (Madame Butterfly), als Notar (Der Rosenkavalier), als Reinmar von Zweter (Tannhäuser) und als Oberpriester (Nabucco) zu erleben war. Im Sommer 2018 sang er bei den Bregenzer Festspielen Don Basilio (Il barbiere di Siviglia) und im Herbst 2018 Nourabad (Les Pêcherus de perles) an der Oper Vlaandern.

La Cenerentola02, 05, 12 Jan 2020 Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 La bohème12, 18, 22, 25, 29 Mär 2020


Leonardo Sánchez, Abdallo

Leonardo Sánchez

Leonardo Sánchez stammt aus Mexiko, wo er seinen Bachelor an der Universidad De Las Americas Puebla abschloss. Er gewann als einer der jüngsten Sänger des Landes das Plácido Domingo Stipendium. Zudem war er Preisträger verschiedener Gesangswettbewerbe in Mexiko (u.a. Sinaloa International Singing Competition und Carlo Morelli Gesangswettbewerb). 2016 debütierte er als Arturo in Lucia di Lammermoor im Palacio de Bellas Artes in Mexiko-Stadt. 2017/18 war er als Alfredo (La traviata) am Teatro Bicentenario, als Don Anchise in La finta giar­diniera mit dem National Chamber Orchestra Mexico und als Don Ottavio (Don Giovanni) im Teatro Estatal de Yucatan zu hören. Zu seinem Repertoire gehören ausserdem Rinuccio in Puccinis Gianni Schicchi, Nemorino in Donizettis L’elisir d’amore und Rafael in Serranos La dolorosa. Leonardo Sánchez war zudem als Solist in Beethovens 9. Sinfonie und in Saint-Saëns Weihnachtsoratorium zu hören. Seit 2018/19 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios Zürich. Hier sang er in Macbeth, Der Rosenkavalier und Lucia di Lammermoor. In der IOS-Produktion Il barbiere di Siviglia war er zuletzt als Graf Almaviva zu erleben.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019 Il turco in Italia13, 19, 28 Dez 2019; 03 Jan 2020 I vespri siciliani24, 27 Jun; 01, 04, 07, 10 Jul 2020 Il mondo della luna02, 06, 08, 10 Mai 2020


Ania Jeruc, Anna

Ania Jeruc

Ania Jeruc stammt aus Polen und studierte dort in Suwalki und in Breslau Gesang. Die Sopranistin ist Preisträgerin des «Gerard Arnhold Award» und wurde beim Wexford Opera Festival 2012 für ihre Interpretatation der Pamina in der Zauberflöte als beste Nachwuchssängerin ausgezeichnet. Sie sang zudem Violetta (La traviata) am selben Festival sowie beim Dorset Opera Festival und war als Fiordiligi (Così fan tutte) und Micaela (Carmen) beim London Opera Festival zu hören. Weiter Rollen ihres Repertoires umfassen u.a. Magda (La rondine), Musetta (La bohème) und Donna Elvira (Don Giovanni). Jüngst war Ania Jeruc an der Polnischen Nationaloper in Warschau als Hanna in The Haunted Manor und als Mathilde (Guillaume Tell), beides in der Regie von David Pountney, zu erleben, als Donna Elvira in Don Giovanni der English Touring Opera, als Hélène in Jérusalem (Regie: Calixto Bieto) am Theater Freiburg, als Adina (L’elisir d’amore) beim Lismore Opera Festival, als Hélène d’Egmont in Le Duc d’Albe an der Opera Vlaandern in Gent und als Giselda in I Lombardi alla prima crociata bei den Opernfestspielen in Heidenheim. Sie ist zudem regelmässig auf verschiedenen Konzertbühnen zu Gast. So war sie u.a. Solistin in Verdis Requiem beim Shaldon Festival und am Konzert Theater Bern, in Elgars The Spirit of England, in Vaughan Williams Dona Nobis Pacem, in Bachs St John Passion im Bath Abbey mit dem Bournemouth Symphony Chorus und der Southern Sinfonia und bei einem Galakonzert in der Royal Festival Hall in London mit dem Royal Philharmonic Orchestra.

Nabucco27 Sep; 03, 10, 13 Okt 2019