Curtain Call

Konzert mit Thomas Hampson und Nachwuchskünstler*innen aus dem Internationalen Opernstudio mit Szenen und Arien aus Mozarts «Così fan tutte», wie auch ausgewählte Lieder von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert.

Sopran Erica Petrocelli
Mezzosopran Siena Licht Miller
Tenor Savelii Andreev
Tenor Luca Bernard
Tenor Luis Magallanes
Bariton Thomas Hampson
Bariton Yannick Debus
Bassbariton Andrew Moore

Klavier Joanna Laszczkowska
Klavier William Green
Klavier Adam Rogala
Hammerklavier Enrico Maria Cacciari

An Weihnachten und Neujahr präsentieren wir mit Hilfe der grosszügigen Unterstützung der Zürich Versicherung und der Freunde der Oper Zürich die Serie «Curtain Call». Prominente Sängerpersönlichkeiten treffen sich mit den Nachwuchstalenten des Internationalen Opernstudios auf Augenhöhe und gestalten gemeinsam einen Konzertabend. Diese Konzertreihe ist zudem der Auftakt in unser Jubiläumsjahr – 60 Jahre Freunde der Oper Zürich und 60 Jahre Internationales Opernstudio.

Behind the scenes mit Thomas Hampson und dem IOS

Blicken Sie hinter die Kulissen des Workshops mit Thomas Hampson. Als einer der wichtigsten Liedinterpreten seiner Generation arbeitet der amerikanische Bariton mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern des Internationalen Opernstudios an Ausdruck und Bühnenpräsenz.

Curtain Call mit Thomas Hampson und dem IOS

Geniessen Sie ausgewählte Lieder von Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert sowie Szenen und Arien aus Mozarts «Così fan tutte». Thomas Hampson ist dabei in einer seiner Paraderollen zu erleben: Don Alfonso.

Die Videos sind bis Sonntag, 17. Januar 2021, 24.00 Uhr verfügbar.

Der amerikanische Bariton Thomas Hampson kann auf eine seltene Weltkarriere zurückblicken; die grossen Opernpartien seines Fachs sang er in wegweisenden Interpretationen immer wieder auch am Opernhaus Zürich. Die Initialzündung für seinen musikalischen Lebensweg bildeten in seiner Jugend jedoch die Lieder von Franz Schubert, und der Liedgesang hat ihn seither nicht mehr losgelassen. Heute gilt er als einer der wichtigsten Liedinterpreten seiner Generation; er hat nicht nur das deutschsprachige Lied zu interpretatorischen Höhenflügen geführt, sondern sich auch im Bereich der amerikanischen Musik allerhöchste Verdienste erworben. Seine künstlerischen Leistungen wurden immer wieder durch die wichtigsten Auszeichnungen in der Musikwelt gewürdigt, und zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen bezeugen sein überaus vielfältiges Schaffen.

Aber Thomas Hampson ist nicht nur ein weltweit gefeierter Interpret, er ist auch Musikforscher und leidenschaftlicher Lehrer, der seine langjährige Erfahrung in zahlreichen Meisterkursen kenntnisreich an begabte Nachwuchssängerinnen und -sänger weitergibt. So geht er nicht nur in den USA (unter anderem an der Manhattan School of Music) einer regen Lehrtätigkeit nach, sondern ist auch Gründer und künstlerischer Leiter der Lied-Akademie des Heidelberger Frühlings.

In seinem Meisterkurs wird er Oper und Lied miteinander verbinden und selbst in einer seiner Paraderollen zu erleben sein: Als Don Alfonso aus Mozarts Così fan tutte, als der ältere, lebenserfahrene Freund Ferrandos und Guglielmos also, der die beiden jungen Männer zu der berühmten Wette anstiftet, mit deren Hilfe sie herausfinden sollen, ob ihre Frauen ihnen auch wirklich treu sind.
 

«Curtain Call» wird präsentiert von    
Die Workshops werden ermöglicht durch die Unterstützung der Freunde der Oper Zürich.

Lesen Sie hier das Programmheft:


Sag mal Erica...


Erica Petrocelli

«Wenn ich auf der Bühne stehe, liebe ich es, die Energie des Publikums zu spüren. Jedes Publikum ist wie ein eigenes, einzigartiges Wesen und macht jede Aufführung anders und aufregend. Opernsängerin zu werden erfordert ein unglaubliches Mass an Disziplin, Arbeitsethik, ein wenig Wahnsinn... aber es nährt die Seele.»

Wann und weshalb hast Du dich entschieden, Opernsängerin zu werden?
Ich habe mich in meinem letzten Jahr an der High-School entschieden, Opernsängerin zu werden. Ich trat damals in einem Recital für mein Gesangsstudio auf und da merkte ich, dass ich ohne nicht mehr leben könnte.

Wenn ich nicht Opernsängerin geworden wäre, wäre ich…
… entweder eine Interpretin oder eine bildende Künstlerin.

Was war Deine bisher wertvollste Erfahrung auf der Bühne?
Die Musetta in Barrie Kosky’s «La Bohème» zu singen. Wunderbare Kostüme, die Inszenierung machte Spass, und das Concertato im zweiten Akt ist einfach das Beste. 

… der peinlichste Moment?
Bei einem Auftritt mit dem Chor in «Candide» habe ich den schnellen Wechsel vor El Dorado nicht ganz geschafft… und dann versucht, trotz Glatzkopf (ohne Perücke) und einem kaum geschnürten Korsett Haltung zu bewahren.

… die grösste Herausforderung?
Meine grösste Herausforderung war, bei der Generalprobe von Matt Aucoins «Eurydice» an der Oper von LA einzuspringen, mit kaum einer Probe und vor sehr wichtigen Menschen.

Was wäre karrieremässig Dein grösster Traum?
Mein grösster Traum wäre es aufzutreten, während mein Verlobter dirigiert.

Hast Du einen Glücksbringer oder ein Ritual, bevor Du auf die Bühne gehst?
Ich liebe Yoga und schaue immer, dass ich 30-60 Sekunden wie dort üblich tief durchatme um mich zu beruhigen, bevor ich auf die Bühne gehe.

Meine Geheimwaffe, um Heiserkeit zu verhindern:
Ein Geheimnis von einem lieben Lehrer von mir – heisses Wasser, Olivenöl, Essig und Salz gurgeln. Definitiv widerlich, aber es funktioniert immer!

Mein Idol:
Mirella Freni

Mit welcher Opernrolle identifizierst Du dich am meisten und warum?
Das ist schwierig, da die meisten grossen Operncharaktere sterben, sich selbst das Leben nehmen oder jemand anderen töten… Aber ich würde Der Komponist aus «Ariadne auf Naxos» wählen – auf der Suche nach dem tieferen Sinn des Lebens und die erhabene Musik.

Dieses Lied spricht mir aus dem Herzen:
Das letzte Lied der «Liebesbriefchen» von Korngold – «Fern von dir denk ich dein»

Welcher ist Dein Lieblingsort in Zürich und wieso?
Einfach am See zu sitzen, gleich beim Opernhaus. Schöner kann’s nicht sein.

Welches ist Dein Lieblingswort in Schweizerdeutsch?
«Chuchichästli»

Erica Petrocelli, Sopran, stammt aus den USA. 
Die Achtundzwanzigjährige ist seit der Spielzeit 2O/21 beim IOS.



Sag mal Luis...


Luis Magallanes

«Für mich ist die Oper die grösste darstellende Kunst, die aufregendste und die schönste. Opernsänger zu werden, ist eines der schönsten Geschenke, die mir das Leben gemacht hat. Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich der glücklichste Mensch der Welt.»

Wann und weshalb hast Du dich entschieden, Opernsänger zu werden?
Vor 10 Jahren, als ich ein Video eines Konzertes von Juan Diego Florez geschaut habe, das war die Inspiration.

Wenn ich nicht Opernsänger geworden wäre, wäre ich…
… wahrscheinlich Lehrer. Oder ein Fútbol Journalist (hahaha).

Was war Deine bisher wertvollste Erfahrung auf der Bühne?
Die Letzte, bei einem Vorsingen auf der Hauptbühne des Opernhauses Zürich zu singen.

… der peinlichste Moment?
Oh Gott, meine Hose ist runtergerutscht bei einer Probe von «Così fan Tutte» in Venezuela.

… die grösste Herausforderung?
Die letzte Rossini Coloratura

Was wäre Dein grösster Traum?
Eine schöne Karriere zu haben, beginnend mit einem Debüt am Opernhaus Zürich.

Hast Du einen Glücksbringer oder ein Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?
Wasser trinken, lächeln und los!

Meine Geheimwaffe, um Heiserkeit zu verhindern:
Es ist kein Geheimnis mehr, wenn ich’s verrate (nur Spass): Gut schlafen und genügend Wasser trinken.

Mein Idol:
Meine Mutter.

Mit welcher Opernrolle identifizierst Du dich am meisten und warum?
In Anbetracht der wenigen Rollen, die ich kenne, denke ich, es könnte Nemorino sein.

Dieses Lied spricht mir aus dem Herzen:
Ein Venezuelisches Lied namens: «Tonada del cabestrero»

Welcher ist Dein Lieblingsort in Zürich und wieso?
Das Opernhaus Zürich, weil da magische Dinge passieren.

Welches ist Dein Lieblingswort in Schweizerdeutsch?
Oh Gott! Ich kenne nicht viele, vielleicht «En Guete».

Luis Magallanes, Tenor, stammt aus Venezuela. 
Der Dreissigjährige ist seit der Spielzeit 2O/21 beim IOS.



Sag mal Yannick...


Yannick Debus

«Wenn ich auf der Bühne bin, kann ich sein, wer immer ich will, ich bin frei und erfüllt.»

Wann und weshalb hast Du dich entschieden, Opernsänger zu werden?
Als ich etwa 25 Jahre alt war und bereits an der Universität studierte. Irgendwie fiel es mir leichter, als ein Instrument zu spielen und es machte mir immer sehr viel Spass aufzutreten.

Wenn ich nicht Opernsänger geworden wäre, wäre ich…
Ich wäre Politikwissenschaftler.

Was war Deine bisher wertvollste Erfahrung auf der Bühne?
Im Chor unter der Leitung von Maestro Christoph Eschenbach die «Zweite Symphonie» von Gustav Mahler zu singen.

… der peinlichste Moment?
Das falsche Stück gelernt zu haben für ein Konzert und es dann während der Kostümprobe von der Seite zu lesen.

… die grösste Herausforderung?
Das Studieren und Auswendiglernen der Rolle des Leporello in zweieinhalb Wochen.

Was wäre Dein grösster Traum?
Nie die Liebe zur Musik zu verlieren.

Hast Du einen Glücksbringer oder ein Ritual, bevor Du auf die Bühne gehst?
Ich mache eine kurze Meditation, um mich zu konzentrieren.

Meine Geheimwaffe, um Heiserkeit zu verhindern:
Einen Tag die Woche frei zu nehmen und an diesem Tag überhaupt nicht zu singen.

Mein Idol:
Giorgio Zancanaro, Fritz Wunderlich und Tito Gobbi

Mit welcher Opernrolle identifizierst Du dich am meisten und warum?
Guglielmo von «Così fan tutte». Er denkt er sei cleverer als er eigentlich ist.

Dieses Lied spricht mir aus dem Herzen:
«Du bist die Ruh» (Schubert)

Welcher ist Dein Lieblingsort in Zürich und wieso?
Der See. Das Wasser ist so klar und einen Sommertag am See zu verbringen ist sehr entspannend.

Welches ist Dein Lieblingswort in Schweizerdeutsch?
«Chuchichäschtli»

Yannick Debus, Bariton, stammt aus Deutschland. 
Der Neunundzwanzigjährige ist seit der Spielzeit 2O/21 beim IOS.



Sag mal Andrew...


Andrew Moore

«Für mich ist die Oper ein Ort, an dem ich für eine Nacht jemand anderes sein kann. Eine Möglichkeit für mich, die Geschichte eines anderen zu singen.»

Wann und weshalb hast Du dich entschieden, Opernsänger zu werden?
Ich begann meine Laufbahn in der Musik, indem ich Musikpädagogik studierte, um Musiklehrer zu werden. Die Idee, Musik weiterzugeben und Musik zu unterrichten, gefiel mir sehr gut, denn für mich war Musik etwas, das ich als Heranwachsender sehr schätzte. Erst in meinem letzten College-Jahr beschloss ich nach mehreren überzeugenden Gesprächen mit meinem Gesangslehrer, es mit Auftritten zu versuchen. Es war nach meinem ersten Auftritt in meiner ersten Oper (Guglielmo in «Così fan Tutte»), als ich mir dachte: «Daran könnte ich mich gewöhnen...» Es war so ein bereicherndes Gefühl. In der Lage zu sein, mit meiner Stimme dem Publikum eine Geschichte zu erzählen. Ich habe es geliebt. Seitdem habe ich im Laufe der Jahre viel öfter Auftritte gemacht und bin jetzt in Zürich beim IOS aufgenommen worden.

Wenn ich nicht Opernsänger geworden wäre, wäre ich…
… ein Aromachemiker. Chemie war mein Lieblingsfach in der Schule, und ich wollte in einem lebensmittelwissenschaftlichen Labor arbeiten und neue Wege zur Herstellung von Lebensmitteln und Aromen mit natürlichen und künstlichen Zutaten finden.

Was war Deine bisher wertvollste Erfahrung auf der Bühne?
Ich denke, mein wertvollster Moment war die Chance, einen Teil der Rolle des Papageno auf der Opernbühne von San Francisco zu singen, und das vor einem vollen Haus im Publikum. Es war ein Gefühl wie kein anderes, und ich werde es nie mehr vergessen, denn es war das erste Mal, dass ich auf der Bühne eines grossen Hauses sang.

… der peinlichste Moment?
Einmal war ich in einer Produktion von «Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat». Es gab eine Tanzpause, und in der Vorstellung hatte ich die verrückteste Perücke auf. Während der Tanzpause packte mich eine der Tänzerinnen in ihrer Choreografie am Hals, und als sie sich drehte, nahm sie meine Perücke mit! Und da stand ich nun: mit einem Glatzkopf auf der Bühne. Das ganze Publikum brach in Gelächter aus. Es war trotzdem sehr lustig, ich habe es gut überspielt. Etwas, das ich nie vergessen werde.

… die grösste Herausforderung?
Sprachen. Sprachen waren für mich immer ein Kampf. Ich arbeite besonders hart, um sicherzustellen, dass ich meinen Text wirklich verstehe und dass die Dinge so gut ausgesprochen werden, wie es ein Muttersprachler tun würde. Mir wurde einmal der beste Rat von einem Kollegen gegeben, der sagte «Lerne jeden Tag ein neues Wort in einer anderen Sprache. Auf diese Weise hast du in einem Jahr 365 neue Wörter gelernt». Als er es so formulierte, wurde mein Kampf mit Sprachen zu etwas, das mich herausfordert, mich aber auch motiviert, hart zu arbeiten und mich zu verbessern.

Was wäre Dein grösster Traum?
Ich bin mir nicht ganz sicher, was mein grösster Traum wäre, um ehrlich zu sein. An einem so wunderbaren Ort wie Zürich zu sein, ist etwas, das ich mir vor einem Jahr für mich selbst nie hätte vorstellen können. Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft für mich bereithält, aber ich freue mich auf die Reise, die vor mir liegt.

Hast Du einen Glücksbringer oder ein Ritual, bevor du auf die Bühne gehst?
Jeden Abend vor einer grossen Aufführung nutze ich den kleinen Platz in meinem Schlafzimmer und mache einen mini «Spaziergang» mit Gespräch, bei dem ich die Bewegungen und den Text der Aufführung durchgehe. Es klingt verrückt, aber mit einem guten Gefühl des Selbstvertrauens ins Bett zu gehen, ist der Schlüssel und hilft mir, gut zu schlafen und ausgeschlafen zu sein für den nächsten Tag.

Meine Geheimwaffe, um Heiserkeit zu verhindern:
Viel Schlaf und Schweigen.

Mein Idol:
Sam Ramey

Mit welcher Opernrolle identifizierst du dich am meisten und warum?
Alfredo in «La Traviata». Obwohl ich kein Tenor bin, bin ich zu 100% ein hoffnungsloser Romantiker. Jemand, der nicht aus Heldenmut, sondern aus echter Liebe und Zuneigung handelt. Er liebt tief.

Dieses Lied spricht mir aus dem Herzen:
«An die Musik» (Schubert)

Welcher ist Dein Lieblingsort in Zürich und wieso?
Auf dem Gipfel des Sonnenbergs, hinter dem Dolder, befindet sich ein kleiner Bauernhof namens Adlisberg. Es ist der süsseste Ort und hat ein wirklich gutes Restaurant mit tollem Essen. Ich liebe es hier.

Welches ist Dein Lieblingswort in Schweizerdeutsch?
«Öpfuchüechli»

Andrew Moore, Bassbariton, stammt aus den USA. 
Der Fünfundzwanzigjährige ist seit der Spielzeit 2O/21 beim IOS.