Orphée et Euridice

Video on Demand: Orphée et Euridice

Die Produktion ist bis 5. April 2021 als Video on Demand verfügbar.

For english subtitles click here.


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Tragédie (Drame-héroïque) in vier Akten von Christoph Willibald Gluck (1714-1787)
Bearbeitung von Hector Berlioz (1859)
Libretto von Pierre-Louis Moline nach Ranieri de’ Calzabigi

Besetzung

Musikalische Leitung Stefano Montanari
Inszenierung Christoph Marthaler
Regiemitarbeit Joachim Rathke
Ausstattung Anna Viebrock
Lichtgestaltung Martin Gebhardt
Choreinstudierung Ernst Raffelsberger
Dramaturgie Malte Ubenauf, Kathrin Brunner
Bühnenbildassistenz Anna Scheffel-Brotánková
Kostümassistenz Iva Ivanova


Orphée Nadezhda Karyazina
Euridice Chiara Skerath
L’Amour Alice Duport-Percier
Selige und unselige Geister
Sebastian Zuber
Graham F. Valentine
Bérengère Bodin
Marc Bodnar
Liliana Benini
Raphael Clamer
Bernhard Landau

Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

Dauer ca. 1 Std. 35 Min.

Mit freundlicher Unterstützung der Freunde der Oper Zürich

Orpheus, der Musiker, in dem sich das tiefe archaische Staunen über die Macht der Töne personifiziert, bezaubert nicht nur Menschen, sondern auch Tiere, Bäume und Felsen. Wenn er singt und spielt, hört der Wind auf zu wehen. Eurydike ist seine Liebe. Als sie stirbt, kennt Orpheus’ Wehklagen keine Grenzen. Er erweicht schliesslich die Götter, die ihm ein Zugeständnis machen, das zugleich Prüfung ist: Will er seine Frau wiederhaben, muss er nicht nur die Hadeswächter versöhnlich stimmen, sondern Eurydike ohne ein Wort der Erklärung und ohne sie anzusehen, wieder aus dem Totenreich herausführen – ein Akt der äussersten Selbstdisziplin. Doch in den Irrgängen des Hades gibt er dem Schmerz Eurydikes nach, die sich von ihm nicht mehr geliebt glaubt. Orpheus dreht sich – gegen alle Vernunft – um. Bei Christoph Willibald Glucks Version des berühmten Mythos ist dieser Moment Ausdruck tiefster Menschlichkeit und einer grenzenlosen Sehnsucht nach Intimität. Den psychischen Ausnahmezustand malt Gluck mit unvermuteten Affektumschlägen und raschen Tempowechseln; seine Musiksprache ist hochemotional und gleichzeitig schlicht. Die Wiener Uraufführung in italienischer Sprache von 1762 blieb noch ohne Resonanz, doch die französischsprachige Fassung für Paris 1774 leitete den Erfolg der Oper ein. Sie richtete der Gluckverehrer Hector Berlioz 1859 neu ein und schrieb den Part des Orphée, der in der französischen Fassung ein hoher Tenor war, für die Altistin Pauline Viardot um.

Nach Gioachino Rossinis Europastück Il viaggio a Reims und dem feinsinnigen Händel-Pasticcio Sale darf man sich mit Orphée et Euridice bereits auf die dritte Arbeit von Regisseur Christoph Marthaler und Bühnenbildnerin Anna Viebrock am Opernhaus Zürich freuen sowie auf eine Gruppe von Marthaler-Figuren, die Ober- und Unterwelten von Glucks Oper als Zeugen der Ereignisse bevölkern werden. Stefano Montanari, einer der interessantesten Dirigenten und Barockgeiger der jüngeren Generation, leitet die Philharmonia Zürich. Als Orphée stellt sich die junge russische Mezzosopranistin Nadezhda Karyazina am Opernhaus Zürich vor, als Euridice ist die schweizerisch-belgische Sopranistin Chiara Skerath zu hören.

Trailer «Orphée et Euridice»

Gespräch: «Orphée et Euridice»

Im Einführungsgespräch zur Neuproduktion «Orphée et Euridice» von Christoph Willibald Gluck sprechen Kathrin Brunner, Dramaturgin am Opernhaus Zürich, und Malte Ubenauf, Dramaturg des Regisseurs Christoph Marthaler, über die Besonderheiten dieser Oper.

Handlung

Orpheus beklagt den Tod Eurydikes und fleht Gott Jupiter an, er möge die geliebte Gefährtin zurück ins Leben holen. Sollte Jupiter sich verweigern, werde er, Orpheus, in den Hades hinabsteigen und Eurydike selbst aus dem Totenreich herausführen. Wenig später erscheint der Liebesgott Amor und berichtet Orpheus, dass ihm die Befreiung Eurydikes gestattet werde. Allerdings müsse Orpheus zunächst die Wächter des Hades für sich einnehmen und dürfe sich auf dem Rückweg keinesfalls nach Eurydike umsehen.

Orpheus begibt sich in den Hades und trifft dort auf die Furien, die den Eingang des Totenreichs bewachen. Mit seinem Gesang versucht er, die wilden Gestalten zu besänftigen, was ihm nach einiger Zeit gelingt.

Im Elysium besingen Eurydike und einige selige Geister die Schönheit dieses himmlischen Ortes. Als Orpheus eintrifft, ist Eurydike zunächst nicht zu sehen. Als sie schliesslich erscheint, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch als Orpheus ihrem Blick ausweicht, gerät sie in Zweifel. Liebt Orpheus sie noch? Weshalb hat er den Weg auf sich genommen, wenn er sie nicht mehr ansehen möchte?

Orpheus ignoriert schliesslich die Bedingung der Götter und dreht sich zu Eurydike um. In diesem Moment stirbt die Geliebte. Als Orpheus dies erkennt, entscheidet er, sich selbst zu töten, um bei Eurydike sein zu können. Da erscheint erneut Gott Amor und führt Eurydike zurück ins Leben.

Fotogalerie

 

Szenenbilder «Orphée und Euridice»

Pressestimmen

«Eine Art zweite Wirklichkeit, eine Mischung aus klassischer 
Opernübertragung und surreal anmutendem «Geisterspiel»» 
Neue Zürcher Zeitung, 16.02.2021 

«Diese Inszenierung, seine dritte am Opernhaus Zürich, ist ein echter, lustiger, trauriger Marthaler.» 
Tagesanzeiger, 15.02.2021

«Eine sehr ambivalente Inszenierung, die nachdenkt über unsere 
Sterblichkeit, über unser Leben und die Liebe.»
Deutschlandfunk Kultur, 14.02.2021

«Marthaler ist ein unerhört musikalischer Regisseur. Er lässt die sensationelle Altstimme von Nadeshda Karjasina als Orphée in ihrer ultravioletten Tiefe und ihrer infraroten Wärme wirken, gönnt ihr Ruhe für ihre Wahnsinnskade Ankernz beim Entschluss, in die Unterwelt zu fahren, um die tote Euridice wieder ins Leben zu holen; er schafft Ruhe, damit die harmonischen Ellipsen und figurativen Abbrüche in der Orchestermusik ihre eigene erzählerische Kraft entfalten können.» 
Frankfurter Allgemeine, 16.02.2021