Semele

Oper nach dem Oratorium von Georg Friedrich Händel (1685-1759)
Libretto von William Congreve

Das Video on Demand der Aufzeichnung von «Semele» aus dem Jahr 2007 steht Ihnen hier von Freitag, 7. Mai, um 18.00 Uhr bis Sonntag, 9. Mai 2021, um 24.00 Uhr kostenlos zur Verfügung.

Das Streaming von Semele geniessen Sie kostenfrei. Möchten Sie Ihre Freude und Verbundenheit mit einer Spende zum Ausdruck bringen, dann können Sie dies gerne hier tun. Herzlichen Dank!

Besetzung

Musikalische Leitung William Christie
Inszenierung Robert Carsen
Ausstattung Patrick Kinmonth
Lichtgestaltung Robert Carsen, Peter van Praet
Choreografie Philippe Giraudeau
Einstudierung Regie/ Choreografie Elaine Tyler-Hall
Choreinstudierung Jürg Hämmerli, Ernst Raffelsberger

Semele Cecilia Bartoli
Jupiter Charles Workman
Juno Birgit Remmert
Ino Liliana Nikiteanu
Cadmus / Somnus Anton Scharinger
Athamas Thomas Michael Allen
Iris Isabel Rey

Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Orchestra «La Scintilla» der Oper Zürich

Präsentiert von

Fotogalerie

 

Fotogalerie «Semele»

«Cecilia Bartoli ist als Semele ein Ereignis. Die Aufführung ist ausserdem exemplarisch für die intensive, sorgfältige Barock-Pflege am Opernhaus Zürich, hier durch den Dirigenten William Christie und Regisseur Robert Carsen. Beide sind Künstler, die ich ausserordentlich schätze.»

Andreas Homoki

«Endless pleasure, endless love» – es knistert gehörig zwischen dem Liebespaar Semele und Jupiter – der Oberste der Götter hat sich für einmal eine Sterbliche als Geliebte ausgesucht. Doch Semele wird für ihre Hybris bestraft, denn sie hat die Rechnung ohne Göttergemahlin Juno gemacht: Semele fällt Junos Intrige zum Opfer und muss an Jupiters eigenen Blitzen zugrunde gehen. Regisseur Robert Carsen gelang eine bildmächtige, vor Fantasie überbordende, witzig-satirische Inszenierung dieses zwischen Oper und Oratorium changierenden Werks. Die unverhohlenen Anspielungen im Libretto auf die damalige Mätressenwirtschaft am Hof verknüpft Carsen genüsslich mit dem britischen Königshaus der jüngeren Zeit: seine Juno, die über Jupiters amouröse Eskapaden «not amused» ist, ist der Queen wie aus dem Gesicht geschnitten (hinreissend verkörpert durch die Altistin Birgit Remmert). Charles Workman ist als Jupiter eine beeindruckende Erscheinung und weiss auch stimmlich zu verführen – dieser Gott ist zu tiefen menschlichen Gefühlen fähig. Cecilia Bartoli gestaltet eine Semele voller Lust und Sinnlichkeit, selbstironisch (in der Spiegelbild-Arie «Myself I shall adore») und am Ende schmerzlich berührend. Mit ihrem enormen vokalen Spektrum lotet Cecilia Bartoli jede noch so kleine Seelenregung der Titelfigur aus.

Hochkarätig besetzt sind auch die weiteren Rollen mit Liliana Nikiteanu als Ino, Thomas Michael Allen als Athamas, Anton Scharinger als Schlafgott Somnus sowie Isabel Rey, die als kurzsichtige Sekretärin Iris im Deux-Pièce ein Kabinettstück an Komik abliefert. Ein weiterer wichtiger Akteur ist der Chor der Oper Zürich, der seine Partie beeindruckend bewältigt. Nach vielen gemeinsamen Projekten verstehen sich das Orchestra La Scintilla und Dirigent William Christie, der die Aufführung vom Cembalo aus leitet, beinahe blind – deren erfülltes, sensibles Musizieren macht das Händelglück perfekt.