0/0
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:
Jewgeni Onegin. Foto:

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski (1840-1893)
Lyrische Szenen
Libretto von Konstantin Schilowski und Pjotr Tschaikowski
Nach dem gleichnamigen Versroman von Alexander Puschkin

Musikalische Leitung Stanislav Kochanovsky Inszenierung Barrie Kosky Spielleitung Jan Eßinger Bühnenbild Rebecca Ringst Kostüme Klaus Bruns Lichtgestaltung Franck Evin Choreinstudierung Ernst Raffelsberger Dramaturgie Beate Breidenbach
Larina, Gutsbesitzerin
Tatjana, Larinas Tochter
Olga, LarinasTochter
Filippjewna, Kinderfrau
Jewgeni Onegin
Fürst Gremin
Ein Hauptmann, Saretzki
Philharmonia Zürich
Chor der Oper Zürich
Statistenverein am Opernhaus Zürich

In russischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Spieldauer 2 Std. 55 Min. Pause nach dem 2. Akt nach ca. 1 Std. 55 Min. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.
Koproduktion mit Komische Oper Berlin.

Einführungsmatinee am 10 Sep 2018.

Vergangene Termine

September 2017

So

24

Sep
19.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Premiere, Preise F, Premieren-Abo A

Mi

27

Sep
19.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Premieren-Abo B

Sa

30

Sep
19.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise H, AMAG-Volksvorstellung

Oktober 2017

So

08

Okt
19.30

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Sonntag-Abo C, Misch-Abo C

Fr

13

Okt
19.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Freitag-Abo B

Do

19

Okt
20.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Donnerstag-Abo A

So

22

Okt
14.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Misch-Abo B, Wahl-Abo

Mi

25

Okt
19.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Mittwoch-Abo B

Sa

28

Okt
19.00

Jewgeni Onegin

Oper von Pjotr Tschaikowski, Preise E, Samstag-Abo

Gut zu wissen

Kurzgefasst

Jewgeni Onegin

Kurzgefasst

Jewgeni Onegin

Video 
Trailer Jewgeni Onegin

Gespräch


Onegin geht immer bis zum Äussersten

Als Mozarts Don Giovanni und als Rodrigo in Verdis Don Carlo hat er das Zürcher Publikum begeistert; nun kehrt Peter Mattei als Jewgeni Onegin ans Opernhaus Zürich zurück. Im Gespräch gibt er Auskunft über seine widersprüchliche Beziehung zu dieser schillernden Opernfigur.

Peter Mattei, Sie gelten zurzeit als der Onegin weltweit. Sie singen die Rolle nicht nur am Opernhaus Zürich, sondern auch an der Wiener Staatsoper, an der Opéra de Paris, an der Metropolitan Opera in New York und an weiteren grossen Opernhäusern. Können Sie sich an Ihre erste Begegnung mit dieser Partie erinnern?
Das muss etwa 2003 gewesen sein, in Brüssel. Der Onegin war keine Rolle, von der ich geträumt hatte. Es war sogar so, dass ich das Stück damals kaum kannte: Als ich die Anfrage bekam, suchte ich zuerst mal eine bestimmte Arie im Klavierauszug, die ich im Ohr hatte; ich dachte, das sei eine Arie von Onegin. Wie sich dann herausstellte, war es die Arie von Jeletzki aus Pique Dame - da war ich erst mal enttäuscht.. 

Aber die Rolle akzeptierten Sie trotzdem?
Ja, das tat ich. Aber es war nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. 

Warum nicht?
Onegin ist eine schwierige Figur. Mit Don Giovanni, den ich auch sehr oft gesungen habe, fühle ich mich viel freier: Er muss die Frauen verführen, und wenn er das gut macht und die Frauen auch bekommt, dann gibt es kein richtig oder falsch. Mit Onegin ist es komplizierter. Da ist zunächst Puschkin, der in seinem berühmten Versroman eine bestimmte Figur zeichnet, und dann ist da Tschaikowski, der wieder ganz andere Schwerpunkte setzt, indem er der Figur durch seine Musik viel mehr Emotionen gibt. Onegin unterdrückt diese Emotionen aber die meiste Zeit, sie sind also zwar hörbar, müssen aber in den ersten beiden Akten fast unsichtbar in ihm brodeln. In dieser Inszenierung, die wir hier in Zürich erarbeiten, fühle ich mich wohl mit der Figur, ich habe nicht dieses ambivalente Verhältnis zu ihr, das ich in anderen Inszenierungen manchmal hatte. Das hat auch damit zu tun, dass ich nicht in das Korsett der Verhaltensmuster eines Adligen aus dem 19. Jahrhunderts eingezwängt bin, weil unsere Inszenierung nicht so konkrett in einer bestimmten Zeit verortet ist. 

Fällt es Ihnen schwer, sich auf immer wieder andere Regisseure und neue Inszenierungskonzepte einzulassen?
Nicht unbedingt. Eine Oper zu machen, die man gut kennt, hat auch viele Vorteile. Man fängt nicht wieder von null an. Momentan ist die Herausforderung für mich, dass ich hin und wieder ganz anders spielen muss, als ich singe. In der Musik ist beispielsweise Legato gefordert, schauspielerisch aber etwas anderes. Wir spielen ja das ganze Stück auf einer Wiese im Wald. Das ist, als ob man die Figuren in die falsche Umgebung verpflanzt hätte, als ob wir in Badehosen in der Antarktis wären oder in Winterkleidung in der Wüste. Es gibt auf dieser Bühne nichts zum Anlehnen, wir Darsteller sind sehr ausgestellt, quasi nackt. Aber es macht mir Spass. Wenn das nicht so wäre, wäre ich nicht mehr hier. Denn das ist mein Prinzip: Entweder ich gebe 100 Prozent, oder ich gehe nach Hause. Ich werde mir selbst keine Gewalt antun, und ich werde auch die Produktion nicht dadurch zerstören, dass ich nicht alles gebe, weil ich nicht dahinter stehen kann. 

Haben Sie schon mal alles hingeschmissen und sind abgereist?
Nein. Aber ich würde es tun.

Gehört die Partie den mittlerweile zu Ihren Lieblingsrollen?
Nein, das tut sie nicht. 

Aber Sie singen sie doch sehr häufig...?
Manchmal hilft es, wenn die Rolle, die man singt, nicht die Lieblingsrolle ist. Wenn ich mir aussuchen könnte, ob ich meine Lieblingsrolle oder eine andere Rolle singe, die nicht unbedingt meine Lieblingsrolle ist, würde ich mich  für letztere entscheiden. 

Warum?
Weil es dann nicht so persönlich ist für mich, weil es mir nicht so nahe geht und ich vielleicht auch nicht so genaue Vorstellungen davon habe, wie es sein muss, damit ich zufrieden bin. Dann fühle ich mich weniger unter Druck. Ich finde es generell besser, nicht so hohe Erwartungen zu haben. Wenn ich denk: Endlich werde ich diese oder jene Rolle machen, von der ich so lange geträumt habe, dann ist es viel schwieriger für mich. Damit meine ich nicht, dass ich mich für eine Rolle wie den Onegin weniger anstrengen würde. Im Gegenteil. Ich muss mich sogar mehr anstrengen, um der Sache gerecht zu werden. Wenn es mir mit dieser Partie gelungen ist, einen Bogen zu spannen von der ersten bis zur letzten Szene, wenn ich das Gefühl habe, dass mir die Vorstellung sängerisch und schauspielerisch gelungen ist, dann ist das für mich sogar die grössere Befriedigung. 

Was erfordert die meiste Anstrengung, wenn Sie diese Partie singen?
Dass Onegin in jedem seiner Auftritte wie eine völlig andere Figur erscheint. Man würde nicht denken, dass der Onegin des ersten und der Onegin des letzten Aktes derselbe Mensch ist!

War es denn auch kompliziert für Sie, in die russische Sprache einzutauchen?
Sehr! Und es ist ein Prozess, der jedes Mal, wenn ich diese Partie singe, von vorne beginnt. Wenn man einen guten Dirigenten hat - so wie wir in dieser Produktion -, dann hilft das sehr. Ich werde alles, was mir Stanislav Kochanovsky beigebracht har, bis zur letzten Vorstellung behalten und danach sofort wieder vergessen. Bis zum nächsten Onegin. Das macht ja auch den Reiz aus, sich immer wieder neu mit der Partie zu beschäftigen. Diese Produktion hier in Zürich ist mir persönlich übrigens am nächsten von allen Inszenirungen, die ich bisher gemacht habe. Es fällt mir leicht, auf meine eigene Erfahrungen zurückzugreifen und sie in meine Darstellung der Figur einfliessen zu lassen. 

Können Sie sich hineinversetzen in das, was Onegin tut, verstehen Sie, wie er sich verhält?
Nein, das kann ich nicht. Und er ist nicht unbedingt eine Person, mit der ich gern viel Zeit verbringen würde!

Wie würden Sie ihn denn beschreiben?
Wenn ich sagen sollte, welche Person des heutigen öffentlichen Lebens Onegin am nächsten kommt, dann würde ich wahrscheinlich Hob Dylan nennen. Hob Dylan als Person mag ich auch nicht. Aber ich mag seine Musik. Heide, Onegin und Hob Dylan, haben diese Rastlosigkeit, dieses Getriebensein; beide verhalten sich nicht so, wie man es von ihnen erwartet, und verweigern sich den gesellschaftlichen Konventionen. Onegin ist kein bösartiger Mensch. Ich denke, er ist jemand, der seelisch verwundet ist. Er hatte weder Mutter noch Vater, wurde in seiner Kindheit nicht geliebt. Er wird sein ganzes Leben lang auf der Suche nach dieser Liebe sein. Zudem ist er sehr intelligent, was sein Problem noch grösser macht. Sein Gehirn kocht ununterbrochen. Alles, was er tut, geht schief. Das quält ihn.

Im ersten Akt gesteht Tatjana Onegin in der berühmten Briefszene ihre Liebe; er jedoch weist sie kalt zurück. Im letzten Akt, als er nach einigen Jahren Exil zurückkommt nach Russland und Tatjana wieder trifft, ist sie mit Fürst Gremin verheiratet; nun plötzlich entdeckt Onegin seine Liebe zu ihr. Warum?
Ich denke, wenn Tatjana noch frei wäre, würde er sich nicht plötzlich in sie verlieben. Das ist keine echte Liebe. Letzen Endes ist Onegin immer vor allem mit sich selbst beschäftigt. Er nimmt seine Umgebung kaum richtig wahr.

Was macht ihn zum Aussenseiter der Gesellschaft?
Er ist sehr gebildet, er weiss sich zu benehmen, er kennt die gesellschaftlichen Codes - das alles ist es also nicht, was ihn zum Aussenseiter macht.
Ich denke, es ist eher ein selbstgewähltes Aussenseitertum. In gewisser Weise möchte er gar nicht dazugehören.

Wie kann es dazu kommen, dass Onegin seinen besten Freund Lenski im Duell tötet?
Zur Zeit Puschkins gab es häufig Duelle. Auch Puschkin selbst ist mit nur 38 Jahren in einem Duell gestorben. In unserer Inszenierung sind Onegin und Lenski beide unmittelbar vor dem Duell vollkommen betrunken, sie sind in einem Zustand, in dem sie nicht mehr Herr ihrer selbst sind. Ein Duell, wie es Mitte des 19. Jahr­hunderts stattgefunden hat, ist natürlich heute nicht mehr zcitgemäss. Aber dass zwei betrunkene Männer sich gegenseitig wegen einer Frau provozieren, dass ein Wort das andere gibt und es schliesslich zu einer gewalttätigen Auseinanderset­zung kommt, die mit dem Tod des einen endet, das kann man sich auch heute sehr gut vorstellen.

Sie haben vorhin gesagt, dass Onegin kein bösartiger Mensch sei; aber in der Ballszene tanzt er mit Olga, die mit Lenski verlobt ist, und das geschieht doch im vollen Bewusstsein dessen, dass er seinen besten Freund damit furchtbar verletzt.
Das hat mit Onegins Selbstekel zu tun und mit der Frustration, die ihm diese Um­gebung bereitet. In gewisser Weise verachtet Onegin Lenski dafür, dass er - so empfindet es Onegin jedenfalls - keinen so guten Geschmack hat wie er selbst, auch in Bezug auf die Frauen. In unserer Produktion ist Onegin auf kindliche Weise gemein, er benimmt sich wie ein Idiot. Er ist keine düstere Figur, wie ich sie in anderen Produktionen gespielt habe. Es ist eher eine spontane, spielerische Art von Bosheit. Wenn Onegin ein Boot hätte, würde er immer mitten in die grössten Wellen hineinfahren. Er muss die Grenzen testen. Wüsste er, dass er Lenski in ein paar Stunden töten würde, würde er aufhören, ihn zu provozieren. Wenn er Tatjana am Schluss des Stückes seine Liebe gesteht, ist das eine ganz ähnliche Energie. Auch hier muss er bis an die Grenzen gehen und darüber hinaus.

Also gäbe es Ihrer Meinung nach keine Zukunft für Tatjana und Onegin?
Nein, absolut nicht. Alles, was Onegin tut, ist furchtbar egoistisch. Er denkt einzig und allein an sich selbst.

In welchem Zustand kommt Onegin zurück aus dem Exil?
Ich habe mal eine Produktion gemacht, in der ich in einem schrecklichen, billigen Hotelzimmer in New York ununterbrochen vor dem Fernseher sass und nur noch rausging, um mir schnell etwas zu essen holen. Das war für mich ein sehr gutes Bild für den Zustand, in dem Onegin nach dem Duell ist. «Auf Reisen sein» klingt so schön: Eine Weltreise machen, Chinesisch lernen... nein, das ist es nicht.

Warum kommt Onegin überhaupt zurück?
Ich weiss es nicht. Er hätte genauso gut weg bleiben können. Tatjanas Leben wäre sicher einfacher gewesen, wenn er nicht zurückgekommen wäre. Aber sie ist stark, sie wird das überleben. Und vielleicht gibt ihr seine Rückkehr sogar die Chance zu verstehen, dass sie die richtige Fmtscheidung getroffen hat. Für Onegin dagegen ist am Schluss des Stückes wirklich alles zuende. Es gibt nichts mehr, was er tun kann. Alles ist verbraucht. Und alles ist sinnlos geworden.

Das Gespräch führte Beate Breidenbach.

Dieser Beitrag ist erschienen im MAG 51, September 2017.
MAG, das Magazin des Opernhauses, können Sie hier abonnieren.


Fotogalerie

 

Szenenbilder Jewgeni Onegin


Gespräch


Clash der Emotionen

Barrie Kosky ist wieder da: Nach Verdis «Macbeth», für den er von der Zeitschrift «Opernwelt» zum Regisseur des Jahres gewählt wurde, setzt er sich nun mit Tschaikowskis «Jewgeni Onegin» auseinander. Ein Gespräch mit dem Regisseur über seine Kindheit mit Tschaikowski, verpasste Chancen und Marmelade.

Barrie Kosky, Sie haben einmal ge­sagt, Sie seien «Tschaikowski-Freak». Was verbindet Sie mit diesem Kom­ponisten?
Mein russischer Grossvater starb, als mein Vater noch sehr jung war, ich kannte also meinen Grossvater nicht. Aber er hinterliess mir seine
Schallplattensammlung. Mehr als die Hälfte dieser Schallplatten waren Einspielungen mit Musik von Tschaikowski, neben sehr vielen Aufnahmen der Sinfonien auch Jewgeni Onegin, Pique Dame und Nussknacker. Als ich unge­fähr fünf oder sechs Jahre alt war, hörte ich zum ersten Mal den Nussknacker und führte ihn anschliessend immer wieder zusammen mit meiner Schwester als Tanztheater auf. Besonders der arabi­sche und der chinesische Tanz hatten mich tief beeindruckt. Als ich ein biss­chen älter war, hörte ich die Vierte und Fünfte Sinfonie, und mit etwa 14 dann zum ersten Mal den Onegin. Tschaikowski war ein grosser und wichtiger Teil meiner Kindheit.

Und obwohl dieser Komponist so wichtig für Sie war, inszenieren Sie mit dem Jewgeni Onegin nun zum ersten Mal in Ihrer Karriere eine Oper von Tschaikowski...
Ich habe es mir immer gewünscht, Onegin, Pique Dame oder Mazeppa zu inszenieren, aber entweder kam das entsprechende Angebot nicht, oder ich war gerade nicht frei.

Was fasziniert Sie an Jewgeni Onegin?
Jewgeni Onegin
gehört zu einer kleinen Gruppe von Opern, in denen man keinen einzigen Takt ändern möchte, weil nichts überflüssig oder unverständ­lich erscheint. Bei dieser Oper habe ich das Gefühl: Das Stück kann nur so sein und nicht anders! Das liegt zum einen am Zusammenspiel von Text und Musik - die Geschichte, die Psycholo­gie, die Musik, alles ist unglaublich per­fekt kombiniert. Man denkt ja oft, Tschaikowski habe sich mit Tatjana identifiziert. Das hat er zweifellos getan, aber genauso hat er sich mit Onegin identifiziert. In der Musik spüre ich eine tiefe autobiografische Verbindung des Komponisten mit beiden Figuren - the loved and the not loved. Tschaikowski hat diese Oper nicht nur komponiert, er hat sie gelebt. Während der Arbeit am Onegin hat er seine ehemalige Schülerin Antonina Miljukowa geheiratet, nach­dem sie ihm einige Liebesbriefe geschrieben hatte; nach drei Monaten trennte er sich wieder von ihr, weil er es einfach nicht mehr aushielt. Aber es geht hier nicht nur um die Homo­sexualität des Komponisten, es geht vor allem auch um seine Einsamkeit, um sein geradezu klaustrophobisches Gefühl innerhalb der Gesellschaft, die Sehnsucht nach Liebe und die Unmög­lichkeit, sie zu finden. «Lyrische Szenen» hat Tschaikowski sein Stück genannt, nicht einfach Oper - ein grossartiger, absolut passender Titel. Sowohl Tatjana als auch Onegin sind sehr komplexe Figuren von grosser Tiefe und vor allem voller Menschlichkeit. Ich bin immer sehr berührt von diesem Stück; egal, ob es eine furchtbare Inszenierung ist oder ob schlecht gesungen wird, am Schluss bin ich immer in Tränen aufgelöst.

Viele Zeitgenossen kritisierten Tschaikowski, weil sein Onegin an­geblich wenig bühnenwirksam sei. Tschaikowski selbst meinte, er habe ja «bekanntermassen keine szenische Ader». Wie sehen Sie das?
Den Vorwurf kann ich nicht nachvollziehen. Ich finde den Onegin total bühnenwirksam. Natürlich gibt es keine spektakulären Szenen wie beispielsweise im Barocktheater, auch keine Kriegssze­nen und keine Opernklischees, wie man sie im 19. Jahrhundert liebte. Man muss das auch im Zusammenhang sehen mit der Entwicklung im Sprechtheater bei Ibsen und Strindberg: Es findet eine Verinnerlichung des Dramas statt. Und das Drama im Onegin entsteht durch den Clash der Emotionen. Es ist ein unglaubliches Emotionsgewitter, das hier stattfindet!

In einem Portrait über Sie habe ich gelesen, die Arbeit an einer neuen Inszenierung beginne für Sie immer mit einem Bild. Was für ein Bild war das bei der Konzeption von Onegin?
Ich hatte immer das Gefühl, dass man die Figuren in einer Landschaft sehen muss. Das war der Ausgangspunkt, von dem aus wir dan
n zu dieser Welt aus Gras und Bäumen kamen. Wichtiger war aber vielleicht noch das Einmachglas.
Im ersten Gespräch mit meinem Team habe
ich gesagt: Normalerweise ignorieren wir ja alle Regieanweisungen.
Aber in
diesem Fall bin ich sehr beeindruckt von diesem Bild: Zwei Frauen kochen Marmelade. Das ist ein bisschen wie bei Marcel Proust in «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» und den berühmten Madeleines: Der Geruch und der Geschmack von frisch gekochter Marmelade lost alle möglichen Erinnerungen aus. In diesem Stück wird von der ersten Szene an sehr viel über die Vergangenheit gesprochen, über das, was hätte sein können, über die Zukunftsträume, die sich nicht erfüllt haben. Und über der Erinnerung an die Vergangenheit vergessen die Figuren, in der Gegenwart zu leben.
Übr
igens bin ich immer wieder überrascht davon, wie komplex Tschaikowskis Idee von der Liebe war. Nur bei Wagner findet man eine vergleichbare Komplexität, natürlich in einer anderen Norm. Für mich hat Tschaikowski die Themen Liebe und Liebesbeziehungen so tief ausgeleuchtet wie fast kein ande­rer Komponist. Es ist so einfach für uns, die wir im 21. Jahrhundert leben, uns mit diesen Figuren zu identifizieren!

Also denken Sie, dass die Emotionen, die Puschkin und vor allem Tschai­kowski beschreiben, in unserer heuti­gen Welt ganz ähnlich sind?
Auf jeden Fall. Man hat die Chance verpasst, man hat das Falsche gesagt, man hat falsch reagiert, man war unhöf­lich und bereut es später. Das alles ist absolut heutig.

Trotzdem haben Sie sich dagegen entschieden, die Inszenierung in der Gegenwart anzusiedeln...
Man konnte sicherlich einen wunder­baren Film machen, der diese Geschichte komplett in die Gegenwart holt. Aber da das Thema Vergangenheit in Jewgeni Onegin eine so wichtige Rolle spielt, fand ich es schöner, die Oper so aufzuführen, dass eigentlich offen bleibt, wann und wo sie genau spielt. Würde man sie in der heutigen Zeit spielen, müsste man auch die elektronischen Kommunikationsmittel wie E-Mail und SMS verwenden. Aber das funktioniert für mich nicht in diesem Stück. Mir war es wichtig, auf der Bühne eine Welt zu erschaffen, die den Zuschauer gar nicht darüber nachdenken lässt, wann und wo das Stück spielt, sondern die es ermöglicht, sich auf die Ge­schichte, die Figuren und ihre Bezie­hungen zu konzentrieren.

Onegin ist eine Figur, die oft kalt und herablassend auftritt. Wie sehen Sie ihn?
Ich mochte vor allem nicht, dass Onegin von Beginn der Oper bis zum Schluss nur eine einzige Emotion zeigen kann. Man darf das Ende noch nicht am Anfang zeigen! Weder die Charaktere auf der Bühne noch die Zuschauer wissen, was am Ende wirklich passiert. Onegin ist ein Aussenseiter. Aber er ist bei uns am Anfang trotzdem guter Laune. Er ist voller Frustrationen und Ängste, aber er ist nicht böse. Er weiss nicht so genau, wer er ist; er sucht seine Identität, genauso wie Tatjana. Am Anfang hat man das Gefühl, die beiden konnten vielleicht ein interessan­tes Paar werden. Man muss Wider­sprüche zeigen, Rastlosigkeit, Schlaf­losigkeit. Onegin ist ein Gejagter, doch er weiss selbst nicht, wovon er eigent­lich gejagt wird. Heute würde man ihn vielleicht als bipolar bezeichnen. Onegin muss auch ein Sympathieträger sein, sonst funktioniert das Stück für mich nicht. Man muss Mitleid mit ihm haben, man sollte nicht denken:
You got what you deserved. Das ist nicht die Geschichte.

Diese Inszenierung hatte letztes Jahr in Berlin an der Komischen Oper Premiere, nun studieren Sie sie für das Opernhaus Zürich mit anderen Sängern neu ein. Was verändert sich mit der neuen Besetzung?
Mein Onegin in Berlin war Günter Papendell, ein noch recht junger Sänger, der in dieser Inszenierung sein Rollen debüt feierte. Peter Mattei, der die Rolle hier in Zürich singt, ist ein sehr erfahrener Onegin. Beide haben - und das ist wichtig für diese Rolle - so­wohl als Menschen als auch als Künstler ein gewisses Geheimnis. Ich weiss nicht, was Peter denkt, ich möchte es auch nicht wissen, denn es ist nicht wichtig. Wichtig ist nur, dass er es auf die Bühne bringt. Peter Mattei ist vielleicht der beste Onegin der Welt momentan, aber zugleich sehr offen. Neues auszuprobieren. Es macht grossen Spass, mit ihm zu arbeiten. So behält die Inszenierung ihre Strukturen, aber viele Details entwickeln sich mit Peter Mattei ganz anders, schon allein dadurch, dass er äusserlich ein anderer Typ ist. Ausser­dem ist er nicht mehr ganz so jung und hat mehr Lebenserfahrung. Die Figur Onegin wird bei ihm vielleicht etwas mehr Bitterkeit ausstrahlen.

Onegin bringt seinen besten Freund Lenski im Duell um; anschliessend muss er für eine Weile das Land verlassen. Als er zurückkommt, ist Tatjana mit dem Fürsten Gremin verheiratet. Diese Ehe will und kann sie nicht aufgeben, obwohl sie Onegin noch immer liebt - und ob­wohl auch er ihr nun seine Liebe gesteht...
Um die Liebe Tatjanas zu Onegin zu verstehen, muss man an die Idee der «Liebe auf den ersten Blick» glau­ben. Tatjana träumt von einem Mann und von der Liebe, von der sie in vielen Romanen gelesen hat und dann taucht Onegin auf. Für sie geht es zunächst gar nicht um den Menschen Onegin; sie projiziert alle ihre Träume auf ihn, und wenn er nicht gekommen wäre, hätte sie sich in einen anderen verliebt. Wenn sie in der letzten Szene sagt, dass sie Onegin liebt, dann geht es für einmal nicht um die Vergangenheit, sondern um die Liebe, die sie in diesem Moment für ihn empfindet, wenn sie ihn nach Jahren wiedertrifft. In dieser Szene muss für ein paar Sekunden eine Verbindung zwi­schen Onegin und Tatjana aufscheinen - man muss das ahnen, was hätte sein können. Vieles bleibt offen am Ende des Stückes; es schliesst mit einem Fragezeichen. Das Stück hat eine faszi­nierende Architektur. Am Schluss ist Onegin genau da, wo Tatjana war, als sie ihm ihren glühenden Liebesbrief schrieb.

Sie haben vorhin gesagt, Onegin sei ein Aussenseiter; welchen Anteil hat die Gesellschaft daran, dass die Liebe von Onegin und Tatjana keine Chance bekommt?
Ich glaube nicht, dass Tschaikowski Interesse daran hatte, Gesellschaftskritik zu üben. In Puschkins Vorlage ist das natürlich anders, aber Tschaikowski hat sich vor allem für die beiden Hauptfiguren interessiert. Olga und Lenski - Tatjanas Schwester und Onegins bester Freund - sind wichtige Figuren, weil sie eine andere Art von Liebe zeigen; aber auch sie sind - ebenso wie der Chor - letztlich nur eine Folie für die Entwicklung der Beziehung von Tatjana und Onegin. Diese Beziehung darf übrigens nie sentimental wirken...

... eher melancholisch ...
Ja, melancholisch auf jeden Fall. Aber auch nicht romantisch. Ich würde sogar sagen, Onegin ist ein anti-roman­tisches Stück.

Das Gespräch führte Beate Breidenbach, Dramaturgin am Opernhaus Zürich. 

Dieser Artikel ist erschienen in MAG 51, September 2017
Das Mag können Sie hier abonnieren


Programmbuch

Jewgeni Onegin

Audio-Einführung

  1. Audio-Einführung zu «Jewgeni Onegin»
    Unsere Dramaturgin Beate Breidenbach gibt einen Einblick in die Produktion «Jewgeni Onegin» (Dauer: 8 Minuten). Live-Einführungen finden jeweils 45 Minuten vor der Vorstellung im Opernhaus statt.
Video 
Video Hinter dem Vorhang: Regen im Theater

Biografien


Stanislav Kochanovsky, Musikalische Leitung

Stanislav Kochanovsky

Stanislav Kochanovsky wurde in St. Petersburg geboren und erhielt seine Ausbildung am dortigen Rimsky-Korsakow-Konservatorium. 2010-15 war er Chefdirigent des Staatlichen Philharmonischen Orchesters in Safonow. Mittlerweile dirigierte er in Russland Orchester wie das Mariinsky Symphony Orchestra, National Philharmonic Orchestra of Russia, the State Symphony Orchestra Novaya Rossiya, State Academic Cappella und das Hermitage Orchestra und arbeitete mit Solisten wie Mikhail Pletnev, Victoria Mullova, Anna Netrebko, Olga Borodina, Evgeny Nikitin, Peter Mattei und anderen. Auch seine internationale Karriere entwickelt sich schnell; so dirigierte er in den letzten Jahren u.a. Orchester wie Rotterdam Philharmonic Orchestra, Orchestra del Maggio Musicale Fiorentino, Filarmonica Arturo Toscanini, Orchestre National de Lyon, Stuttgart Radio Orchestra, Orchestra della Svizzera Italiana, Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI, Royal Flemish Philharmonic Orchestra, Orchestre National d’Ile de France, NHK Symphony Orchestra und die Hamburger Symphoniker. Im April 2014 debütierte er mit grossem Erfolg beim Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom. Beim Verbier Festival 2017 dirigierte er halbszenische Aufführungen von Jewgeni Onegin. Für die nächste Zukunft sind sein Debüt beim Melbourne Symphony Orchestra sowie u.a. Konzerte mit dem Netherlands Radio Philharmonic Orchestra und dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia geplant. Am Opernhaus Zürich war er bereits in der Spielzeit 2015/16 als Dirigent von Tschaikowskis Pique Dame zu erleben.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017


Barrie Kosky, Inszenierung

Barrie Kosky

Barrie Kosky ist Schauspiel- und Musiktheaterregisseur sowie Intendant und Chefregisseur an der Komischen Oper Berlin. Er inszeniert an Opernhäusern wie der Bayerischen Staatsoper in München, dem Teatro Real Madrid, der Oper Frankfurt, dem Royal Opera House Covent Garden in London, dem Opernhaus Zürich und dem Opernhaus Amsterdam, bei den Bayreuther Festspielen und dem Glyndebourne Festival sowie an Schauspielhäusern wie dem Deutschen Theater Berlin und dem Schauspiel Frankfurt. 1996 war er Künstlerischer Leiter des Adelaide Festivals, von 2001 bis 2005 Co-Direktor des Wiener Schauspielhauses, seit 2012 ist er Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin. Für seine Inszenierung von Aus einem Totenhaus an der Staatsoper in Hannover erhielt er 2009 den Theaterpreis Der Faust, für seine Inszenierung von Castor et Pollux an der English National Opera 2011 den Laurence Olivier Award. 2014 wurde er in der Kategorie Regisseur des Jahres mit dem International Opera Award ausgezeichnet und 2016 in der Kritikerumfrage der internationalen Zeitschrift Opernwelt zum Regisseur des Jahres gewählt. Die Komische Oper Berlin wurde in derselben Zeitschrift für die Spielzeit 2012/13 zum Opernhaus des Jahres ernannt, 2015 folgte der International Opera Award in der Kategorie Ensemble des Jahres. Am Opernhaus Zürich inszenierte Barrie Kosky bereits Puccinis La fanciulla del West und Macbeth. Im Sommer 2017 debütierte er mit einer Inszenierung von Wagners Die Meistersinger von Nürnberg bei den Bayreuther Festspielen.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 La fanciulla del WestVorstellung am 21, 26, 30 Dez 2017; 07, 12 Jan 2018


Jan Eßinger, Spielleitung

Jan Eßinger

Jan Eßinger, geboren in Darmstadt, studierte bis 2010 Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Während seines Studiums wurden seine Arbeiten u.a. im Thalia Theater/Gaußstrasse sowie bei der Münchner Biennale gezeigt, bevor er es mit Pfitzners Das Christ-Elflein abschloss. Regiemitarbeiten und -assistenzen führten ihn u.a. an die Opernhäuser in Wien, Leipzig, Karlsruhe, Nizza und Genf sowie zu den Wiener Festwochen und zu den Bregenzer Festspielen. Von 2010 bis 2013 war er Spielleiter an der Komischen Oper Berlin und ist seitdem in gleicher Funktion am Opernhaus Zürich engagiert. Nach seinem Regiedebüt am Opernhaus Zürich mit Zweimal Alexander (Bohuslav Martinů) in der Spielzeit 2013/14 übernahm er dort im darauffolgenden Herbst als Einspringer für den erkrankten Willy Decker die Regie für Benjamin Brittens The Turn of the Screw. 2015 inszenierte er mit dem IOS die Schweizer Erstaufführung der Oper Fälle. Ab kommender Spielzeit wird er als freischaffender Regisseur tätig sein und u.a. mit Nachwuchssängern bei den Bregenzer und Salzburger Festspielen arbeiten.

L'Heure espagnole / L'Enfant et les sortilègesVorstellung am 19, 21, 26, 28 Jan; 01 Feb 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017


Rebecca Ringst, Bühnenbild

Rebecca Ringst

Rebecca Ringst wurde 1975 in Berlin geboren. 2003 beendete sie ihr Studium an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden bei Andreas Reinhardt. 2006 traf sie auf den Regisseur Calixto Bieito. Ihre Zusammenarbeit führte sie an zahlreiche internationale Opern- und Theaterhäuser wie zum Beispiel die Komische Oper Berlin, die Bayerische Staatsoper und das Residenztheater, die English National Opera London, das Nationaltheater und Den Norske Opera Oslo, das Goodman Theatre Chicago, das Birmingham Repertory Theatre, das Opera Teatro Argentina, die Oper Zürich, die Oper Stuttgart, die Vlaamse Opera, das Theater Freiburg, das Staatstheater Nürnberg, die Teatros del Canal Madrid, das Betty Nansen Teatret Kopenhagen u.a. 2010 wurde Rebecca Ringst für die Produktion Der Rosenkavalier (Regie: Stefan Herheim) von der Zeitschrift «Opernwelt» zur Bühnenbildnerin des Jahres gewählt. Sie gewann ausserdem den spanischen Theaterpreis Premio Max für das Bühnenbild von Forests (Regie: Calixto Bieito) und 2016 den Publikumspreis der «Opernwelt». Seit 2015 arbeitet sie mit Barrie Kosky an der Bayerischen Staatsoper und an der Komischen Oper Berlin. Derzeit bereitet sie mit ihm Die Meistersinger von Nürnberg für das Festspielhaus Bayreuth vor. Für Calixto Bieitos Inszenierung von Zimmermanns Oper Die Soldaten am Opernhaus Zürich entwarf sie das Bühnenbild.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 L'incoronazione di PoppeaVorstellung am 24, 27, 30 Jun; 03, 05, 08, 12 Jul 2018


Klaus Bruns, Kostüme

Klaus Bruns

Klaus Bruns, geboren in Mühlheim/Ruhr, studierte am Mozarteum Salzburg Bühnenbild und Kostümentwurf. Es folgten einige Hospitanzen und Kostümassistenzen u.a. an der Deutschen Oper Berlin, der Schaubühne Berlin, am Deutschen Theater Berlin, der Oper Frankfurt, am Burgtheater Wien und am Théâtre de la Monnaie Brüssel. Seit 1992 arbeitet Klaus Bruns als Kostümbildner an Opern- und Schauspielhäusern wie dem Teatro Regio Turin, dem Staatstheater Mannheim, der Hamburgischen Staatsoper, dem Teatro Massimo Bellini Catania, der Oper Nürnberg, der Oper Frankfurt, der Deutschen Oper Berlin, der Bayerischen Staatsoper München, der Vlaamse Opera Antwerpen, der Staatsoper Unter den Linden Berlin, dem Theater an der Wien, der Oper Amsterdam, der Oper Leipzig sowie an der Schaubühne Berlin, am Bayerischen Staatstheater München, am Thalia The­ater Hamburg, am Schauspielhaus Bochum, am Burgtheater Wien, am Schauspielhaus Köln, am Schauspielhaus Zürich, an den Münchner Kammerspielen, am Staatstheater Stuttgart oder am Schauspielhaus Hamburg. Klaus Bruns hat mit namhaften Regisseuren wie Götz Friedrich, Guy Joosten, Harry Kupfer, Karin Henkel u.v.a. zusammen gearbeitet. Zu seinen zahlreichen Zusammenarbeiten mit Barrie Kosky der letzten Jahre gehören der Ring an der Staatsoper Hannover, Traumspiel am Deutschen Theater Berlin, Der Kaufmann von Venedig am Schauspiel Frankfurt, Rusalka und Moses und Aron an der Komischen Oper Berlin, Der feurige Engel an der Bayerischen Staatsoper in München, La fanciulla del West am Opernhaus Zürich sowie Die Meistersinger von Nürnberg am Festspielhaus Bayreuth.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 LuneaVorstellung am 04, 08, 13, 15, 18, 23, 25 Mär 2018 La fanciulla del WestVorstellung am 21, 26, 30 Dez 2017; 07, 12 Jan 2018


Franck Evin, Lichtgestaltung

Franck Evin

Franck Evin, geboren in Nantes, ging mit 19 Jahren nach Paris, um Klavier zu studieren. Nachts begleitete er Sänger im Café Théâtre Le Connetable und begann sich auch für Beleuchtung zu interessieren. Schliesslich entschied er sich für die Kombination aus Musik und Technik. Dank eines Stipendiums des französischen Kulturministeriums wurde er 1983 Assistent des Beleuchtungschefs an der Opéra de Lyon. Hier arbeitete er u.a. mit Ken Russel und Robert Wilson zusammen. Am Düsseldorfer Schauspielhaus begann er 1986 als selbstständiger Lichtdesigner zu arbeiten und legte 1993 die Beleuchtungsmeisterprüfung ab. Besonders eng war in dieser Zeit die Zusammenarbeit mit Werner Schröter und mit dem Dirigenten Eberhard Kloke. Es folgten Produktionen u.a. in Nantes, Strassburg, Paris, Lyon, Wien, Bonn, Brüssel und Los Angeles. Von 1995 bis 2012 war er Künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung der Komischen Oper Berlin und dort verantwortlich für alle Neuproduktionen. Hier wurden besonders Andreas Homoki, Barrie Kosky, Calixto Bieto und Hans Neuenfels wichtige Partner für ihn. Im März 2006 wurde Franck Evin mit dem «OPUS» in der Kategorie Lichtdesign ausgezeichnet. Seit Sommer 2012 arbeitet er als künstlerischer Leiter der Beleuchtungsabteilung an der Oper Zürich. Franck Evin wirkt neben seiner Tätigkeit in Zürich weiterhin als Gast in internationalen Produktionen mit, etwa an den Opernhäusern von Oslo, Stockholm, Tokio, Amsterdam, München, Graz sowie der Opéra Bastille, der Mailänder Scala, dem Teatro La Fenice, der Vlaamse Opera und bei den Bayreuther Festspielen.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 LuneaVorstellung am 04, 08, 13, 15, 18, 23, 25 Mär 2018 FidelioVorstellung am 26, 30 Nov; 03, 08, 13 Dez 2017 Ronja RäubertochterVorstellung am 18, 26, 30 Nov; 03, 08, 09, 12, 31 Dez 2017; 02, 14 Jan; 22, 25 Apr 2018 Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 La fanciulla del WestVorstellung am 21, 26, 30 Dez 2017; 07, 12 Jan 2018 IdomeneoVorstellung am 04, 07, 10, 13, 16, 18, 23, 27 Feb; 02 Mär 2018 La forza del destinoVorstellung am 27, 30 Mai; 02, 07, 10, 13, 17, 20, 28 Jun 2018 Das Land des LächelnsVorstellung am 10, 16, 19, 22, 26, 29 Jun 2018 L'incoronazione di PoppeaVorstellung am 24, 27, 30 Jun; 03, 05, 08, 12 Jul 2018 La traviataVorstellung am 06, 08, 11, 13, 15 Jul 2018 Der fliegende HolländerVorstellung am 18, 21, 24, 28, 31 Mär 2018


Ernst Raffelsberger, Choreinstudierung

Ernst Raffelsberger

Ernst Raffelsberger, Chorleitung, stammt aus Gmunden, Oberösterreich. Er studierte Musikpädagogik und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien (Chorleitung bei Prof. Erwin Ortner) und anschliessend Chordirigieren am Salzburger Mozarteum bei Prof. Walter Hagen-Groll. Von 1983 bis 1986 war er Kapellmeister der Wiener Sängerknaben. In dieser Zeit leitete er das Ensemble in Wien und auf Tourneen durch Europa, Südafrika, Kanada und die USA. Ab 1986 war Ernst Raffelsberger Chordirektor und Kapellmeister am Landestheater Salzburg (Mitwirkung bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen). 1989 wurde er von Donald Runnicles als Chordirektor und Kapellmeister an das Theater in Freiburg/Breisgau berufen. Seit Herbst 1993 ist Ernst Raffelsberger am Opernhaus Zürich als Chordirektor engagiert. Hier hat er inzwischen über 100 Premieren betreut und mit vielen nam­haften Dirigenten wie Riccardo Chailly, Christoph von Dohnányi, Vladimir Fedoseyev, Sir John Eliot Gardiner, Daniele Gatti, Bernard Haitink, Nikolaus Harnoncourt, Zubin Mehta und Franz Welser-Möst zusammengearbeitet. Gastspiele mit dem Opernhaus Zürich führten ihn nach Wien, London, Paris und Tokio. Zahlreiche CD- und DVD-Aufnahmen dokumentieren diese Arbeit. Im Sommer 2012 begann zusätzlich seine Tätigkeit als Chordirek­tor der Salzburger Festspiele. Er ist dort für die Produktionen der Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor verantwortlich. In seiner ersten Festspielsaison kam es u.a. zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit Riccardo Muti und Sir Simon Rattle.

Nussknacker und MausekönigVorstellung am 14, 20, 29 Okt; 03, 10, 11 Nov; 09, 12, 15, 17 Dez 2017; 02, 03, 28 Feb; 01, 16, 17 Mär; 13, 15 Apr 2018 Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 La fanciulla del WestVorstellung am 21, 26, 30 Dez 2017; 07, 12 Jan 2018 FidelioVorstellung am 26, 30 Nov; 03, 08, 13 Dez 2017 IdomeneoVorstellung am 04, 07, 10, 13, 16, 18, 23, 27 Feb; 02 Mär 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 Galakonzert Edita GruberovaVorstellung am 18 Feb 2018 Das Land des LächelnsVorstellung am 10, 16, 19, 22, 26, 29 Jun 2018 L'Heure espagnole / L'Enfant et les sortilègesVorstellung am 19, 21, 26, 28 Jan; 01 Feb 2018 Maria StuardaVorstellung am 08, 11, 14, 17, 20, 26, 29 Apr; 02, 05, 09, 12 Mai 2018 ParsifalVorstellung am 25 Feb; 03, 07, 11 Mär 2018 ToscaVorstellung am 21, 27, 29 Okt; 01, 04 Nov 2017 WertherVorstellung am 10, 13, 18, 21, 24, 29 Mai 2018 Die ZauberflöteVorstellung am 26, 29 Sep; 05, 10, 15 Okt 2017


Liliana Nikiteanu, Larina, Gutsbesitzerin

Liliana Nikiteanu

Liliana Nikiteanu begann ihre Gesangsausbildung 1977, zunächst im Musikgymnasium, dann im Konservatorium in Bukarest. Ihr erstes Festengagement erhielt sie 1986 im Musiktheater Galati. Sie gewann zahlreiche internationale Preise: 1984 Barcelona «Francesco Viñas», 1986 Belgrad, 1989 Wien «Belvedere» und 1991 Genf. Ihr Repertoire beinhaltet über 80 Rollen, die sie in Zürich, wo sie seit 1991 Mitglied des Ensembles ist, oder in anderen wichtigen Opernhäusern gesungen hat: Octavian (Der Rosenkavalier) an der Bastille in Paris, der Wiener und Hamburger Staatsoper, Ježibaba (Rusalka) in Montreal, Sextus (La clemenza di Tito) in Dresden, Rosina (Il barbiere di Siviglia) in Wien und München; Dorabella (Così fan tutte) in Dresden, München, Salzburg, Aix-en-Provence, Fjodor (Boris Godunow) in Salzburg, Orfeo (Gluck) in Cité de la Musique in Paris, Margarethe (La Damnation de Faust) in Bruxelles, Dulcinee (Don Quichotte) im Theater an der Wien, usw. In Zürich verkörperte sie alle Mozartpartien ihres Faches: Idamante, Cherubino, Dorabella, Despina, Zerlina, Don Ramiro, Cecilio, Giacinta, Annio, Marcellina und sang auch Partien im dramatischeren Fach so u.a. Ljubascha (Die Zarenbraut), Die Amme (Dukas’ Blaubart) und Fricka (Das Rheingold). Als Konzertsängerin hat sie ein Repertoire von Bach bis Berio. In Bamberg sang sie Scena di Berenice von Haydn unter Adam Fischer, in Paris Berlioz’ Les Nuits d’Été unter Heinz Holliger, in São Paulo Mozarts Requiem, in Kopenhagen Verdis Requiem unter Aldo Ceccato und in Tel Aviv und Haifa sowie Bruckners Te Deum unter Zubin Mehta. 2005 sang sie im Petersdom in Rom zur 500-Jahr-Feier der «Schweizergarde des Papstes». Zu den Dirigenten, die sie geprägt haben, gehören Nikolaus Harnoncourt, Claudio Abbado, John Eliot Gardiner, Fabio Luisi, Franz Welser-Möst, Vladimir Fedosejew, Philippe Jordan u.a.

La Fille du régimentVorstellung am 16, 19, 22 Dez 2017 Der fliegende HolländerVorstellung am 18, 21, 24, 28, 31 Mär 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 Le Comte OryVorstellung am 31 Dez 2017; 02, 04, 06, 09 Jan 2018


Olga Bezsmertna, Tatjana, Larinas Tochter

Olga Bezsmertna

Olga Bezsmertna absolvierte ihr Studium an der Kiew National Academy of Music in der Ukraine im Jahr 2010. Bereits 2011 hatte sie den Wettbewerb «Neue Stimmen» der Bertelsmann Stiftung unter dem Juryvorsitz von Dominique Meyer gewonnen. Seit 2012 ist sie Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper, an der sie mit einem Aufsehen erregenden Hausdebüt als Dame in Hindemiths Cardillac unter der Leitung von Franz Welser-Möst auf sich aufmerksam machte. Ebenfalls an der Staatsoper war sie u.a. als Contessa (Le nozze di Figaro) unter Jérémie Rhorer und Adam Fischer, als Rusalka, Rachel (La Juive), Donna Elvira, Pamina sowie als Solistin in Strauss’ Vier letzte Lieder zu erleben. 2015 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen als Marzelline in der Neuproduktion von Beethovens Fidelio (Regie: Claus Guth, Dirigent: Franz Welser-Möst) neben Jonas Kaufmann und Adrienne Pieczonka. Ebenfalls 2015 debütierte sie an der Deutschen Oper Berlin als Contessa. 2016 war sie als Europa (Die Liebe der Danae) erneut bei den Salzburger Festspielen zu Gast. In der Spielzeit 2016/17 ist sie an der Wiener Staatsoper u.a. als Liù (Turandot), Phénice (Armide), Pamina, Donna Elvira, Tatjana und Mélisande (Pelléas et Mélisande) zu hören.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017


Ksenia Dudnikova, Olga, LarinasTochter

Ksenia Dudnikova

Ksenia Dudnikova stammt aus Andijan, Usbekistan. Ihre Gesangsausbildung absolvierte sie am Staatlichen Konservatiorium Moskau. 2011 debütierte sie am Stanislavsky und Nemirovich-Danchenko Theater in Moskau, wo sie seither regelmässig in Partien wie Marfa (Chowanschtschina), Amneris (Aida), Pauline (Pique Dame), Olga (Eugen Onegin) und Lyubasha (Die Braut des Zaren) zu erleben ist. Für ihre Interpretation der Amneris (Inszenierung: Peter Stein) wurde sie 2015 für die Goldene Maske als beste Hauptdarstellerin nominiert. 2016 debütierte sie am Bolshoi-Theater in Moskau als Maddalena (Rigoletto), wo sie in derselben Spielzeit auch Marguerite (La Damnation de Faust) verkörperte. Ebenfalls 2016 sang sie die Titelpartie in Carmen in Jekaterinburg sowie im Stanislavsky-Theater in Moskau. In der Spielzeit 2016/17 folgte ihr Hausdebüt an der Royal Opera in London als Fürstin von Bouillion (Adriana Lecouvreur) an der Seite von Angela Gheorghiu. Ausserdem war Ksenia Dudnikova am Theater Genf in einer konzertanten Aufführung in der Titelpartie von Tschaikowskis Die Jungfrau von Orleans zu hören. Zu ihrem Repertoire gehören die Partien des Wanja (Glinkas Iwan Susanin), Frosia (Prokofjews Semyon Kotko), Dalila (Samson et Dalila), Marina (Boris Godunow), Leonor (La Favorite) sowie Verdis Requiem und Lennox Berkeleys Stabat Mater. Im Sommer 2017 trat sie als Amneris mit dem Théâtre Royale de la Monnaie in Brüssel auf und debütierte als Sonyetka in Lady Macbeth von Mzensk an den Salzburger Festspielen. In der laufenden Saison wird sie La principessa di Bouillon in Adriana Lecouvreur am Teatro de la Maestranza in Sevilla singen.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017


Margarita Nekrasova, Filippjewna, Kinderfrau

Margarita Nekrasova

Margarita Nekrasova stammt aus Russland. Sie absolvierte ihre Gesangsausbildung am Staatlichen Konservatorium Moskau. Seit 1994 ist sie als Solistin für die Neue Oper Moskau tätig, wo sie auch an mehreren CD-Aufnahmen beteiligt war. Die Mezzosopranistin war an zahlreichen Opernhäusern und Musikfestivals zu Gast, so u.a. am Teatro Comunale in Florenz, der Scala di Milano, der Staatsoper und der Komischen Oper Berlin, dem Liceu in Barcelona sowie auf weiteren Bühnen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Israel, Japan und in Tschechien. Sie arbeitete u.a. mit den Dirigenten Vladimir Jurowski, Semyon Bychkov, Riccardo Muti, Eri Klas, Marco Boemi, Daniel Barenboim, Vladimir Fedoseev, Kirill Petrenko, Kent Nagano, Kazushi Ono. Zu ihrem Repertoire zählen die Rollen der Herodias (Salome), Konchakovna (Borodins Prinz Igor), Xenias Amme sowie die Schenkwirtin (Mussorgskis Boris Godunow), der Engel (Rubinsteins Der Dämon), Lyubasha (Rimsky-Korsakows Die Zarenbraut), Amneris (Aida), Fenena (Nabucco), Ulrica (Un ballo in maschera), Polina und Gräfin (Tschaikowskis Pique Dame), die Hexe (Dido und Äneas), Elisabetta (Maria Stuarda), Marfa (Mussorgskis Chowanschtschina), Flora (La traviata), Azucena (Il trovatore), Norn (Götterdämmerung) sowie viele weitere. Im Konzert war sie bereits mit Verdis und Mozarts Requiem und Pergolesis und Rossinis Stabat Mater zu hören. In der Spielzeit 2016/17 sang sie u.a. Filippjewna an der Neuen Oper Moskau sowie an der Komischen Oper Berlin, die Wirtin (Der feurige Engel) in Lyon und Brangäne (Tristan und Isolde) an der Neuen Oper Moskau.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017


Peter Mattei, Jewgeni Onegin

Peter Mattei

Peter Mattei stammt aus Schweden. Noch während seines Studiums debütierte er als Nardo (La finta giardiniera) am Schlosstheater Drottningholm und gab 1991 sein umjubeltes Debüt an der Stockholmer Oper mit der Partie des Pentheus in Daniel Börtz’ Die Bacchen (Regie: Ingmar Bergmann). Als Don Giovanni in der Inszenierung von Peter Brook 1998 erregte er internationales Aufsehen. Seither sang er diese Partie an allen grossen Opernhäusern der Welt; besonders hervorzuheben ist die Pariser Produktion von Michael Haneke. An der Metropolitan Opera New York sang er u.a. Amfortas (Parsifal), Graf (Le nozze di Figaro), Figaro (Il barbiere di Siviglia), Marcello (La bohème), Jeletski (Pique Dame), Schischkow (Aus einem Totenhaus) und Wolfram (Tannhäuser). Als Don Fernando (Fidelio) war er an der Scala Milano, als Wolfram an der Staatsoper Berlin, als Posa (Don Carlo) in Oslo und Stockholm und als Billy Budd in Frankfurt und Göteborg zu erleben. Er arbeitete mit Dirigenten wie Sir Georg Solti, Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Riccardo Muti, Sir Colin Davis, Riccardo Chailly, Antonio Pappano, Zubin Mehta, Herbert Blomstedt, Esa-Pekka Salonen, Sir John Eliot Gardiner, Gustavo Dudamel, Jeffrey Tate, Sir Andrew Davis und Daniel Harding. Peter Mattei leitet ein eigenes Festival in seiner Geburtsstadt Luleå in Nordschweden. Als Konzertsänger trat er u.a. in Mendelssohns Elias, Brahms’ Deutschem Requiem sowie mit Liedern von Mahler auf. Seine Auftritte sind auf zahlreichen CD- und DVD-Produktionen dokumentiert. 2016/17 ist er u.a. als Graf (Figaro) an der Wiener Staatsoper, Figaro (Barbiere) an der Met sowie als Eugen Onegin in Paris zu erleben.

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017


Pavol Breslik, Lenski

Pavol Breslik

Pavol Bresliks Karriere begann 2005, als er von der Zeitschrift «Opernwelt» zum Nachwuchssänger des Jahres gekürt wurde. Im Jahr 2000 hatte er den ersten Preis beim Antonín-Dvořák-Wettbewerb in Tschechien gewonnen. 2003-2006 gehörte Pavol Breslik dem Ensemble der Berliner Staatsoper Unter den Linden an. Seit 2006 freischaffend, trat er an der Metropolitan Opera und an den grossen europäischen Opernhäusern und Festspielen auf. An der Wiener Staatsoper sang er Lenski und Nemorino, an der Bayerischen Staatsoper gab er zwei wichtige Rollendebuts: den Gennaro (Lucrezia Borgia) an der Seite von Edita Gruberova und den Edgardo (Lucia di Lammermoor) mit Diana Damrau. Er sang dort auch Tamino, Idamante, Nemorino und Cassio und kehrte für die Opernfestspiele der Spielzeit 2015/16 als Gennaro und Don Ottavio (Don Giovanni) nach München zurück. Am Covent Garden war er als Lenski in der Neuproduktion Eugen Onegin sowie als Ferrando und Tamino zu hören. Er gastierte an der Pariser Oper, am Liceu Barcelona, Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, an der Berliner Staatsoper, bei den Salzburger Festspielen und am Genfer Grand Théâtre. Am Opernhaus Zürich, dessen Ensemble er seit der Spielzeit 2012/13 angehört, sang er Števa (Jenůfa), die Titelpartie in Gounods Faust, Don Ottavio, Roberto Devereux, Nadir, Peter Quint, Alfredo Germont, Macduff, Belmonte und Nemorino. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence sang er Don Ottavio, an der Oper Sydney gab er sein Australien-Debut als Nadir (Les Pecheurs de Perles). Zuletzt war er an der Bayerischen Staatsoper (Die Zauberflöte, Jenůfa, Falstaff), an der Pariser Opéra (Die Zauberflöte) sowie an der Wiener Staatsoper (Jewgeni Onegin) zu erleben.

 

Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 Maria StuardaVorstellung am 08, 11, 14, 17, 20, 26, 29 Apr; 02, 05, 09, 12 Mai 2018


Christof Fischesser, Fürst Gremin

Christof Fischesser

Christoph Fischesser studierte Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main. Im Jahr 2000 gewann er den ersten Preis beim Bundeswettbewerb für Gesang in Berlin, worauf er an das Staatstheater Karlsruhe engagiert wurde. 2004 wechselte er an die Staatsoper Berlin, von 2012 bis 2015 war er Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich, mit dem ihn seither eine enge Zusammenarbeit verbindet. Christof Fischesser gastierte u.a. an der Wiener Staatsoper, in Covent Garden, an der Opéra Bastille, dem Teatro Real in Madrid, der Staatsoper München, der Komischen Oper Berlin, der Semperoper Dresden, der Opéra de Lyon, am Théâtre du Capitole de Toulouse, an der Houston Grand Opera, der Lyric Opera Chicago sowie bei den Salzburger Festspielen. Dort sang er Partien wie König Marke (Tristan und Isolde), Landgraf (Tannhäuser), Gurnemanz (Parsifal), Sarastro (Die Zauberflöte), die Titelrolle in Le nozze di Figaro, Sir Giorgio (I puritani), Escamillo (Carmen), Don Basilio (Il barbiere di Siviglia), Banquo (Macbeth), Conte di Walter (Luisa Miller), Fiesco (Simon Boccanegra), Kaspar (Der Freischütz) und Mephisto (Gounods Faust). In Zürich war er zuletzt als König Heinrich (Lohengrin), Rocco, Orest (Elektra), Kaspar (Der Freischütz) und Daland zu erleben. Die Saison 2015/16 begann für ihn mit einem Rollendebüt als Baron Ochs (Der Rosenkavalier) an der Königlichen Oper Stockholm, es folgten Pogner (Die Meistersinger von Nürnberg) und König Heinrich in München sowie Händels Messias mit dem Danish National Symphony Orchestra unter Fabio Luisi. Bei den Münchner Opernfestspielen 2016 war er sowohl als Heinrich der Vogler wie auch als Veit Pogner zu erleben. In der Spielzeit 2016/17 stand er u.a. als Kaspar und König Heinrich in Zürich, als Sarastro in Chicago sowie als Orest und König Marke in Lyon auf der Bühne. Ausserdem sang er Fasolt in einer konzertanten Aufführung von Rheingold unter der Leitung von Thomas Hengelbrock.

Mendelssohn EliasVorstellung am 15 Jul 2018 FidelioVorstellung am 26, 30 Nov; 03, 08, 13 Dez 2017 La forza del destinoVorstellung am 27, 30 Mai; 02, 07, 10, 13, 17, 20, 28 Jun 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 ParsifalVorstellung am 25 Feb; 03, 07, 11 Mär 2018


Martin Zysset, Triquet

Martin Zysset

Martin Zysset ist in Solothurn geboren und aufgewachsen. Er liess sich im Fach Klarinette ausbilden und absolvierte gleichzeitig ein Gesangsstudium, das er mit Meisterklassen bei Ernst Haefliger und Edith Mathis abrundete. 1990/91 war er Mitglied des Internationalen Opernstudios und im gleichen Jahr Stipendiat des Migros-Genossenschaftsbundes sowie Preisträger des Pro Arte Lyrica-Wettbewerbs in Lausanne. Seit 1992 ist er ständiger Gast der Sommerspiele in Selzach. Am Opernhaus Zürich ist er seit 1991/92 engagiert. Hier konnte er sich ein breites Repertoire von buffonesken wie dramatischen Rollen erarbeiten, u.a. Pedrillo, Monostatos, Spoletta, Incredibile (Andrea Chénier), Jaquino, Kudrjasch (Katja Kabanowa), Cassio, Peppe, Alfred (Die Fledermaus), Spalanzani, Tamino, Tybalt, Dancaïro, Arturo, Knusperhexe, Brighella sowie die männliche Hauptrolle in Udo Zimmermanns Weisse Rose. Mit grossem Erfolg verkörperte er die Titelrolle Simplicius in der wiederentdeckten Operette von Johann Strauss, die auch auf CD und DVD veröffentlicht wurde. Gastspiele führten ihn durch ganz Europa, nach Shanghai sowie mit der Zauberflöte, Le nozze di Figaro, Fidelio und Tannhäuser (Walter) nach San Diego (USA). Für den Bayerischen Rundfunk hat er die Lehár-Operette Paganini aufgenommen. Am Opernhaus Zürich sang er zuletzt u.a. den Doktor in Drei Schwestern, Kunz Vogelsang in Die Meistersinger von Nürnberg, Tschekalinski in Pique Dame und Don Basilio in Le nozze di Figaro. In der Spielzeit 2016/17 stand er als Schmidt (Werther) und Licone (Orlando paladino) und 2017/18 als Triquet (Jewgeni Onegin) auf der Bühne.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 La scala di setaVorstellung am 09, 11, 17, 24 Feb 2018 ToscaVorstellung am 21, 27, 29 Okt; 01, 04 Nov 2017 TurandotVorstellung am 19, 25, 31 Mai; 03 Jun 2018 WertherVorstellung am 10, 13, 18, 21, 24, 29 Mai 2018 Das Land des LächelnsVorstellung am 10, 16, 19, 22, 26, 29 Jun 2018


Stanislav Vorobyov, Ein Hauptmann, Saretzki

Stanislav Vorobyov

Stanislav Vorobyov stammt aus Russland und studierte am Moskauer Konservatorium. Zu seinem Repertoire zählen Partien wie Colline und Benoît (La bohème), Spinelloccio (Gianni Schicchi), Galitsky (Prinz Igor) sowie Gremin und Zaretsky (Jewgeni Onegin). 2014 gewann er den ersten Preis bei der «Theatre Assemblies International Festival Competition» in Moskau sowie den Grand Prix beim Internationalen Wettbewerb «Open Europe – Open Planet» und 2015 den dritten Preis beim 7. Internationalen Wettbewerb für Operngesang «Sankt Petersburg». Seit der Saison 2016/17 ist er Mitglied des Internationalen Opernstudios und war bisher u. a. als Gualtiero Valton (I puritani), Araldo (Otello), Faust (Der feurige Engel) sowie in Lohengrin und Jewgeni Onegin zu hören.

Madama ButterflyVorstellung am 10, 14, 17, 20, 23, 26, 29 Dez 2017; 01, 05, 07, 10 Jan 2018 Jewgeni OneginVorstellung am 24, 27, 30 Sep; 08, 13, 19, 22, 25, 28 Okt 2017 WertherVorstellung am 10, 13, 18, 21, 24, 29 Mai 2018