Brahms

Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem

The concert will be available as video on demand from Sunday, February 7, 2021 at 9 pm until August 6, 2021 in the ARTE Mediathek.

Johannes Brahms
«Ein deutsches Requiem» op. 45

Conductor Gianandrea Noseda
Soprano Lydia Teuscher
Bariton Konstantin Shushakov
Chorus Master Ernst Raffelsberger

Philharmonia Zürich
Zürich Opera Chorus

Eine neue Ära beginnt: Im September tritt Gianandrea Noseda sein neues Amt als Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich an. Aber schon jetzt gibt er mit einem musikalischen Grossprojekt seine künstlerische Visitenkarte ab: Der italienische Dirigent führt das gewaltige «Deutsche Requiem» von Johannes Brahms mit der Philharmonia Zürich und dem Chor der Oper Zürich auf.

In Zeiten von Corona haben Live-Aufführungen von Werken für Chor und Orchester Seltenheitswert. Aber in Zürich wird das Konzert durch eine ganz besondere Aufführungssituation möglich. Da Publikumsbesuch zurzeit nicht möglich ist, wird für einen Abend auch der Zuschauerraum des Opernhauses zum Klangkörper: Die Damen des Chores nehmen – mit dem gebotenen COVID-Abstand – im Parkett Aufstellung, die Herren in der darüberliegenden Parkettgalerie, im vorderen Bühnenbereich sitzt das Orchester und mitten auf der Bühne steht der Dirigent mit Blick in den offenen Saal. Gianandrea Noseda bringt das gesamte Theater mit Brahms zum Klingen.

Das «Deutsche Requiem» für Sopran- und Bariton-Solo, Chor und Orchester gehört zu den populärsten Oratoriums-Kompositionen des 19. Jahrhunderts und ist ein zentrales Werk im Gesamtschaffen von Brahms. Der deutsche Spätromantiker hat die Partitur nicht als Toten-Messe in katholischer Tradition angelegt, sondern deutsche Texte gewählt und den inhaltlichen Fokus von der Erlösungsbitte für die Verstorbenen auf den Trost der Lebenden verschoben. Das Oratorium will nicht liturgischer Kirchendienst sein, sondern ein den Menschen zugewandtes Kunstereignis. «Ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden, wie ich ihn gesetzt habe als Zeichen an die Klagenden», schreibt Brahms über sein Requiem. Dass seiner Musik in der dramatischen Phase einer weltweiten Pandemie eine besondere Bedeutung zukommt, versteht sich von selbst.

Man darf gespannt sein auf die Interpretation von Gianandrea Noseda, der bekannt ist für seine enthusiastische und leidenschaftsdurchglühte Art zu dirigieren. Der Italiener ist nicht nur als Opern- sondern auch als Konzert-Dirigent ein Künstler von internationalem Rang. Und das gross-sinfonische, romantische Repertoire liegt ihm besonders am Herzen.

Interview with Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda conducts Brahms «Ein deutsches Requiem»

Gallery

 

Johannes Brahms «Ein deutsches Requiem» op. 45

Podcast

Gianandrea Noseda – the upcoming general music director

In the fall of 2021, Gianandrea Noseda will become Music Director at the Zurich Opera House. Beate Breidenbach interviewed the energetic conductor last summer via video at his home on Lake Maggiore. He talks about his life, his career and his artistic ambitions between opera and concert, between Russia, Italy and the USA, and about how he is currently preparing for his first major Zurich assignment - the new production of Richard Wagner's "Der Ring des Nibelungen".

This podcast episode is in English.

Biographies

Gianandrea Noseda

Gianandrea Noseda ist designierter Generalmusikdirektor des Opernhauses Zürich ab der Spielzeit 2021/22. Gegenwärtig ist er Musikdirektor des National Symphony Orchestra (Washington, D.C.) sowie Erster Gastdirigent des London Symphony Orchestra und des Israel Philharmonic Orchestra, Erster Dirigent des Orquestra de Cadaqués und Künstlerischer Leiter des Stresa Festivals in Italien. Von 2007 bis 2018 war er Musikdirektor des Teatro Regio Torino, wo er mit seinen Produktionen, Tourneen und Aufnahmen international für Aufsehen sorgte. Zuvor war er ausserdem u.a. Principal Guest Conductor und damit Inhaber des für ihn geschaffenen «Victor de Sabata Chair» beim Pittsburgh Symphony Orchestra, Erster Gastdirigent der Rotterdamer Philharmoniker sowie des Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI. Als Gastdirigent arbeitete er u.a. mit den Berliner Philharmonikern, den Wiener  Philharmonikern, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem London Symphony Orchestra, dem Orchestre de Paris und dem Orchestre National de France und folgte Einladungen an so renommierte Opernhäuser wie die Mailänder Scala, das Royal Opera House oder die Metropolitan Opera. Gianandrea Nosedas Diskografie umfasst mehr als 60 CDs; eine besondere Stellung nimmt dabei das Projekt «Musica Italiana» ein, in dessen Rahmen er das italienische Repertoire des 20. Jahrhunderts dokumentiert. Der in Mailand geborene Noseda ist Cavaliere Ufficiale al Merito della Repubblica Italiana. Im Jahr 2015 wurde er als Musical America’s Conductor of the Year geehrt und bei den International Opera Awards 2016 zum Dirigenten des Jahres ernannt.

Lydia Teuscher

Lydia Teuscher wurde in Freiburg geboren und studierte an der Hochschule für Musik in Mannheim sowie am Welsh College of Music and Drama. Von 2006 bis 2008 gehörte sie dem Ensemble der Dresdner Semperoper an, wo sie Pamina, Susanna (Le nozze di Figaro), Ännchen (Der Freischütz), Valencienne (Die lustige Witwe) und Gretel sang. Weitere Engagements führten sie als Pamina zur Salzburger Mozartwoche, zum Festival d’Aix-en-Provence, ans Bolshoi Theater Moskau und an die Deutsche Staatsoper Berlin sowie als Susanna ans Glyndebourne Festival und ans Staatstheater Karlsruhe. An der Bayerischen Staatsoper debütierte sie 2009 als Ighino in der Neuproduktion von Pfitzners Palestrina unter Simone Young. Sie war zudem als Zerlina (Don Giovanni) am Bolshoi Theater in Moskau und als Gretel und Cherubino beim Glyndebourne Festival zu erleben. Liederabende gestaltete sie mit Graham Johnson in London, Köln und Antwerpen. Ausserdem konzertierte sie mit der Bachakademie Stuttgart unter Helmuth Rilling, dem Royal Concertgebouw Orchestra unter Sir Roger Norrington, der Double Bande unter René Jacobs, dem Tonhalle-Orchester Zürich unter David Zinman, der Hamburger Camerata und dem Barockorchester L’Arco. Mit dem Amsterdam Baroque Orchestra unter Ton Koopman ging sie auf Europatournee und mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment auf Tour nach Korea und Japan. Zudem sang sie J.C. Bachs Lucio Silla konzertant unter Ivor Bolton, Haydns Paukenmesse mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra unter Bernard Labadie, Bachs h-Moll-Messe mit dem Ensemble Arcangelo unter Jonathan Cohen, Händels Aci, Galatea e Polifemo mit Le Concert d’Astrée unter Emmanuelle Haïm und Bachs Matthäuspassion mit dem Concertgebouw Orchestra unter Ivor Bolton.

Konstantin Shushakov

Camilla Tilling stammt aus Schweden und studierte an der Universität Göteborg sowie am Royal College of Music in London. 1999 debütierte die Sopranistin an der New York City Opera. Seither ist sie international an allen bedeutenden Opernhäusern sowie als Konzert- und Liedsängerin zu erleben. Zu den wichtigen Partien in denen sie auf der Opernbühne zu erleben war, zählen Sophie in Strauss’ Rosenkavalier, Pamina in Mozarts Zauberflöte sowie Susanna und Gräfin in Le nozze di Figaro, Euridice in Glucks Orfeo ed Euridice und Mélisande in Debussys Pelléas et Mélisande. In jüngster Zeit sang sie u.a. ein Strauss-Programm unter Bernard Haitink im Amsterdamer Concertgebouw, in Mahlers Vierter Sinfonie mit dem Orchestre de Paris unter Thomas Hengelbrock und auf Tournee mit Peter Sellars' Inszenierungen von Bachs Johannes- und Matthäus-Passion mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle. Die Sopran-Partie in Beethovens Missa Solemnis sang sie u.a. unter Bernard Haitink und Michel Tilson Thomas. Unter Esa-Pekka Salonen sang sie Tove in Schönbergs Gurreliedern. Die Sopran-Partie im Deutschen Requiem sang sie zuletzt mit dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter Mirga Gražinytė-Tyla. Eine reiche Diskografie dokumentiert ihre enorme Vielseitigkeit, die sich von Bachs Matthäus-Passion bis hin zu Olivier Messiaens Oper Saint François d’Assise spannt. 2019 erschien zusammen mit Christian Gerhaher und Gerold Huber das Schumann-Album Myrthen.