Barrie Kosky stages "Boris Godunow"
Kirill Karabits conducts «Boris Godunow»
"Sound transmission from next door" with sound engineer Oleg Surgutschow
Video Michael Volle debütiert als Boris Godunow

The trailer of «Maria Stuarda»

Gaetano Donizetti placed the fiery duel of the two queens at the heart of his opera – thus creating one of the most dramatically effective moments in his entire oeuvre

Revival 27 Sep 2020
07, 11, 15 Oct 2020

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Dreimal drei Fragen an Andreas Homoki


Ich bin sehr froh, dass wir grosse Oper anbieten können

Herr Homoki, wie ist die Stimmung im Opernhaus, nachdem die Mitarbeitenden nach Corona­Lockdown und Theaterferien wieder an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind?
Alle sind froh, dass es wieder losgeht und wir endlich wieder Oper spielen können. Ich spüre eine grosse Lust auf die neue Spielzeit, obwohl alle wissen, dass da keine normale Saison auf uns zukommt und wir verantwortungsvoll mit den Gefahren der Corona-Pandemie umgehen müssen.

Welche Situation wird das Publikum vorfinden, wenn es zu unseren Vorstellungen kommt?
Eine Maske zu tragen, ist vom Betreten bis zum Verlassen des Hauses Pflicht. Im Theater kann man nicht immer den gebotenen Abstand einhalten, deshalb hatten wir letztlich gar keine andere Wahl als die Maskenpflicht einzuführen, die sich wohl auch als Standard an allen Schweizer Bühnen etablieren wird.

Wie viele Sitzplätze werden pro Vorstellung verkauft?
Das Opernhaus hat ca. 1’150 Plätze, die dürften wir mit Maskenpflicht auch anbieten, aber wir werden maximal 900 Tickets pro Vorstellung verkaufen. Das ist eine Entscheidung unseres Hauses, denn es ist uns wichtig, das Publikumsaufkommen wegen Corona zu limitieren. Wir nehmen also 250 Tickets aus dem Verkauf, das ist für unsere Platzverhältnisse und unsere wirtschaftliche Kalkulation viel. Mit den maximal 900 Gästen pro Vorstellung schaffen wir uns auch eine gewisse Planungssicherheit für die kommenden Monate, denn der Schweizer Bundesrat will sich ja demnächst äussern, unter welchen Bedingungen Grossveranstaltungen mit über 1’000 Zuschauern möglich sein sollen. Davon sind wir dann unabhängig, weil wir bewusst unterhalb der Tausendergrenze liegen. Unsere Entscheidungen gelten zunächst bis Ende Oktober. Es kann sein, dass sie länger Bestand haben, es kann aber auch sein, dass wir sie, je nach Viruslage, revidieren müssen.

Das Opernhaus Zürich ist ein vergleichsweise kleines Theater mit engen Umläufen und eher bescheiden dimensionierten Foyers. Gibt es da Probleme mit der Publikumsdichte?
Durch die Maskenpflicht werden alle Sicherheitsanforderungen vollumfänglich erfüllt. Wir haben auch unsere Stücke nicht gekürzt, um Pausen zu vermeiden, wie das andere Häuser tun. Aber wir werden in den Pausen vorerst keine Gastronomie anbieten. Ebenso wird es zunächst auch keine Werkeinführungen im Spiegelsaal geben. Unsere Dramaturgie bietet ja schon seit geraumer Zeit Audio-Einführungen an, die online und auf jedem Smartphone abrufbar sind und somit einen guten Ersatz bieten. Wir wollen uns in der aktuellen Situation auf das Wesentliche konzentrieren – die Aufführungen auf der Bühne.

Wird das Publikum auch kommen?
Das wissen wir natürlich nicht. Aber wir hoffen, dass es sich durch die Maskenpflicht und unsere Massnahmen sicher genug fühlt für einen Besuch. Vor den Theaterferien haben wir den Abonnementverkauf für die beginnende Spielzeit gestartet, und die Signale sind ermutigend: Der Aboverkauf ist nur um knapp 10 Prozent zurückgegangen. Aber wie viele Menschen am Ende wirklich in die Vorstellungen kommen, wird erst unser Einzelkartenverkauf zeigen, der jetzt begonnen hat und zunächst Monat für Monat gestaffelt ist, damit wir mit dem Angebot auf etwaige Veränderungen der Lage reagieren können.

Was bekommen die Operngäste auf der Bühne zu sehen?
Grundsätzlich spielen wir unser Programm so, wie wir es vor Corona geplant hatten. Das ist nicht selbstver ständlich, denn sehr viele Opernhäuser haben ihre Spielpläne über den Haufen geworfen und sind auf kleinere Stückformate umgestiegen. Unser Weg ist das nicht. Ich wäre sehr unglücklich gewesen, wenn wir, über den Herbst verstreut, nur ein paar Kammeropern hätten anbieten können. Das grosse Format macht die Oper doch erst aus. Deshalb bin ich sehr froh darüber, dass wir die Stücktitel und unsere hochkarätigen Besetzungen so anbieten können, wie wir sie konzipiert haben. Der Befreiungsschlag dabei war eine technische Lösung: Das Orchester wird nicht im Graben des Opernhauses sitzen, sondern live aus dem Orchesterprobenraum am Kreuzplatz zugespielt. Am Kreuzplatz haben wir genug Platz, um auch ein grosses Orchester auf Abstand platzieren zu können. Das Gleiche gilt für den Chor, der ebenfalls zugespielt wird, szenisch jedoch nicht auf der Bühne agieren kann. Natürlich ist dieses Verfahren, das wir uns von den Bregenzer Festspielen abgeschaut haben, ein Kompromiss, denn man möchte in der Oper immer das Orchester live aus dem Graben hören, aber Corona zwingt uns zu ungewöhnlichen Massnahmen.

Alle fragen sich: Funktioniert das? Und wie wird es klingen?
Wir sind da zuversichtlich, aber natürlich auch selbst neugierig. Man darf sich das nicht so vorstellen, dass da zwei Lautsprecher im Graben stehen, aus denen der Orchesterklang wie aus der Büchse tönt. Die technischen Voraussetzungen für einen guten Klang sind bei uns hervorragend: Wir haben vor einigen Jahren in unserem Haus die modernste Surroundanlage installiert, die es gibt. Unsere Tonabteilung hat die Übertragung minuziös geplant und wird den Klang nun während der Orchesterproben formen, im Raum justieren und bis zu den Vorstellungen immer weiter verfeinern. Ich würde mir wünschen, dass wir mit dieser Technik auch kreativ umgehen, was etwa den Raumklang angeht.

Auf der Bühne hilft keine Technik bei der Einhaltung der Abstände. Da kommt man um schmerzliche Eingriffe in die Kunst nicht herum, oder?
Das stimmt. Unsere Eröffnungsproduktion Boris Godunow etwa ist eine grosse Choroper, in der der Chor auf der Bühne nicht anwesend sein wird. Aber unser Regisseur Barrie Kosky hat sein Inszenierungskonzept den Corona-Bedingungen angepasst und ist dabei, wie ich finde, zu hochspannenden Lösungen gekommen. Er gibt eine künstlerische Antwort auf die Einschränkungen durch die Pandemie. Bei unseren Repertoirestücken, die wir natürlich auch im Spielplan haben, müssen wir szenische Umarbeitungen vornehmen. Wir holen die Regisseure nochmal nach Zürich, damit sie neue Fassungen erstellen können, denn auch in den Repertoirestücken wird der Chor nicht wie bisher auf der Bühne agieren können, und die Solisten auf der Bühne dürfen sich nicht zu nahe kommen.

Wie stabil schätzen Sie die Gesamtsituation für den Spielbetrieb ein?
Unsere Schutzkonzepte und die neu hinzugekommene Maskenpflicht geben uns auf jeden Fall eine gewisse Stabilität. Sie verhindern, dass sich Infektionen ausbreiten können und uns plötzlich eine Produktion wegbricht, weil die Künstler in Quarantäne müssen. Aber ein gewisses Risiko bleibt natürlich immer. Wir hatten jetzt in der zweiten Probenwoche einen positiven Corona-Fall, der für die betroffene Person zum Glück glimpflich im Verlauf war und die Produktion nicht durch Ansteckung gefährdet hat. Das war für uns alle wie ein Warnschuss, der jedem vor Augen geführt hat, dass das Virus nicht aus der Welt ist. Der Fall hat aber auch gezeigt, dass die Schutzkonzepte tragfähig sind, wenn sie eingehalten werden. Ich bin ja grundsätzlich ein optimistischer Mensch, deshalb sehe ich der Saison mit viel Zuversicht entgegen.

Dieser Artikel ist erschienen im MAG 77, September 2020.
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Der Weg des Sounds

40 microphones for the orchestra, 20 microphones for the choir, 1 camera for the conductor and 1,000 meters of 10 gigabit fiber optic cable: this is how our "sound transmission from next door" works, with which the orchestra and choir of Zurich Opera House are transmitted live from the rehearsal room on Kreuzplatz to the auditorium of the Opera House. With this play model, we can play our planned program for the 2020/21 season with only minor changes, despite the Corona pandemic.

Mon05Oct

Song recital

Marina Rebeka

Marina Rebeka, born in Latvia, has been one of the most sought-after sopranos of our time for several years. For her recital she has selected works by Italian and Russian composers and sings songs by Giuseppe Verdi, Francesco Paolo Tosti, Ottorino Respighi, César Cui, Pjotr I. Tschaikowski and Sergej Rachmaninow.

05 Oct 2020

 

Ballett Zürich awarded


Company of the Year

Ballett Zürich has been named «Company of the Year» by the critics' survey of the renowned magazine «tanz». In addition, Christian Spuck's production of Helmut Lachenmann's «Das Mädchen mit den Schwefelhölzern» has been named «Production of the Year».