Der Ring des Nibelungen

Ein neuer «Ring» für Zürich

Zürich ist ein Geburtsort von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen. Hier hat der deutsche Komponist – als steckbrieflich gesuchter Revolutionär im Exil – die Ideen zu seinem Opernzyklus entwickelt, den Dramenentwurf verfasst und grosse Teile der Komposition zu Papier gebracht. Allein deshalb hat die Stadt eine besondere Nähe zu dem vier Abende und 16 Stunden Musik umfassenden Riesenwerk, das die Opernenthusiasten bis heute in seinen Bann schlägt. Wagners Ring erzählt eine Familiengeschichte um den Göttervater Wotan, aber auch die Kosmologie einer Welt vom Urzustand bis zu ihrem Ende. Er führt uns ganz nahe heran an die Figuren und ihr verzweifeltes Ringen um Macht, Besitz und Liebe. Aber er öffnet auch den Blick für die zivilisationskritische Grossperspektive und erzählt davon, wie Götter, Halbgötter, Menschen und Fabelwesen selbstverschuldet ihrem Untergang entgegenziehen. Eine Welt taumelt in den Abgrund ihrer Zerstörung– das lässt das Werk heute brennend aktuell erscheinen.

Einen neuen Ring zu produzieren ist für jedes Opernhaus eine der grössten Herausforderungen, die das Repertoire zu bieten hat. Die vier Werke mit ihren ausserordentlichen Stücklängen und den gewaltigen Anforderungen, was Sängerbesetzung, Orchestergrösse und Disposition angeht, erfordern intakte Arbeitsstrukturen an einem Haus, viel künstlerische Erfahrung und lange Vorbereitungszeiten. Genau deshalb ist die Zeit nun reif für ein neues Ring-Abenteuer in Zürich. Intendant Andreas Homoki hat seine Ring-Pläne, die er seit längerem hegt, in Ruhe reifen lassen. Gemeinsam mit Gianandrea Noseda, dem neuen Generalmusikdirektor des Opernhauses, der im romantischen Opern-Repertoire zu Hause ist und nun mit Wagners Tetralogie seinen Einstand in Zürich feiert, bringt er ihn als Regisseur selbst auf die Bühne. Die Ausstattung übernimmt Christian Schmidt, ein Meister im Erschaffen von raffinierten, die Wirklichkeit verschiebenden Fantasieräumen. Natürlich steht und fällt jeder neue Ring mit der Besetzung der hochanspruchsvollen Hauptpartien: Auch da hat Homokis Neuinszenierung aufregende Engagements zu bieten. Die grossartige Camilla Nylund etwa gibt ihr Rollendebüt als Brünnhilde, und der als Wagner-Tenor weltweit gefeierte Klaus Florian Vogt wagt sich zum ersten Mal an die Monster-Partie des Siegfried.

Die Hauptrollen

Wotan/Der Wanderer
Alberich
Mime
Fricka
Freia
Loge
Erda
Fafner
Fasolt
Brünnhilde
Sieglinde
Siegmund
Hunding
Siegfried
Hagen
Gunther
Gutrune
Waltraute

Tomasz Konieczny
Christopher Purves
Wolfgang Ablinger-Sperrhacke
Patricia Bardon
Kiandra Howarth
Matthias Klink
Anna Danik
Oleg Davydov
David Soar
Camilla Nylund
Katie van Kooten
Eric Cutler
Christof Fischesser
Klaus Florian Vogt
David Leigh
Martin Gantner
Agneta Eichenholz
Agnieszka Rehlis

Die Premierentermine

Das Rheingold 30 Apr 2022
Die Walküre 18 Sep 2022
Siegfried 5 Mär 2023
Götterdämmerung 5 Nov 2023
Der Ring als Zyklus Spielzeit 23/24

Unterstützt durch die Freunde der Oper Zürich